Bernstein an Bäumen

Hallo Ihr Lieben.

Amber ist das englische Wort für Bernstein und wenn man den Amberbaum jetzt im Herbst in einigen Gärten oder Parks sieht, dann überlegt man gleich, woher der exotische Baum seinen Namen haben könnte.

Ich muss gestehen, ich habe den Baum immer für einen Zierahorn gehalten, obwohl er ganz andere Früchte trägt und die Blätter eigentlich ein wenig anders aussehen, sich ledriger anfühlen. Kein Herbst, seid wir hier wohnen, verging, ohne dass ich diese schönen Herbstblätter nicht mit Heim brachte und presste. Die Samenkapseln sind auch sehr ungewöhnlich, wie kleine Morgensterne von Minirittern sehen sie aus. Dieser Baum trägt übrigens sowohl männliche als auch weibliche Blütenstände an einer Pflanze.

Der amerikanische Amberbaum, auch Seesternbaum genannt (lat. Liquidambar) gilt als einer der „Zukunftsbäume“, ähnlich der kanadische Eiche, von der ich schon hier berichtet habe. Er ist eigentlich ein Auen Baum und kommt gut mit „zu viel Wasser“ aus, steht gern auf humosen Böden, sonnig und windgeschützt. Dann wächst er auch schnell, (Zuwachs bis zu einem Meter pro Jahr,) bildet tiefgründige, stabile Pfalwurzeln. Auf „ungünstigeren“ Böden entwickelt sich dagegen eine Tellerwurzel. Hervorzuheben wäre vor allen Dingen noch, dass der Baum sehr gut mit unseren Abgasen in den Städten klar kommt. Unter weniger guten Bedingungen wächst der Baum einfach sichtbar langsamer, was ich hier in der Umgebung auch feststellen konnte. Ich wollte es erst gar nicht glauben, dass dieser Baum als Nutzbaum gepflanzt wird, kannte ich doch nur die kleineren, langsam wachsenden Exemplare hier in der Nachbarschaft.

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Sein Holz ist wohlriechend durch sein Harz, welches durch Anritzen des Stammes gewonnen wird. Daher kommt auch sein Name, der Geruch von rauchendem Bernstein. Es ist entzündungshemmend und schleimlösend und wird in der Medizin genutzt, auch Kaugummi wird daraus gewonne. Sein Stamm und die Äste sind sehr gerade und recht astfrei, hartes und gut zu ver- und bearbeitendes Holz, weswegen er in Amerika ein geschätzter Nutzbaum ist. Sein Holz gilt als edel, ähnlich dem Nußbaum und hat eine braune, teils tiefrote Farbe. In Deutschland steht er nur in Gärten und Parks. Vielleicht ist die aufwändigere Vermehrung der Grund, dass er noch nicht so von der Forstwirtschaft entdeckt wurde. Auch steht bei uns Wald oft an steinigen und steilen Hängen. Viele Samen, die in den runden Kapseln ruhen, sind steril. Die Vermehrung über die wenigen Samen ist dann auch recht kompliziert, sie sind nämlich Kaltkeimer.

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Das bedeutet, sie müssen erst einmal Kälte ausgesetzt werden, um keimen zu können, also für einige Wochen in den Kühlschrank kommen. Dann werden sie in ein Gefäß mit einem Sand-Erde-Gemisch gelegt, nur leicht bedeckt. Dieser Behälter wird bei circa 20°C Raumtemperatur an einen hellen Ort gestellt und mit Folie abgedeckt, eine Belüftung muss alle paar Tage gewährleistet werden. Während der gesamten Keimzeit muss die Erde leicht feucht gehalten werden, ohne direkte Sonne. Eine Vermehrung über Stecklinge scheint da einfacher und erfolgsversprechender zu sein: im Herbst oder Frühjahr 15 cm lange Stecklinge schneiden und in Pflanzgefäße setzen. Dazu muss man nur jemanden haben, der einem den ein bis zwei Jahre alten Ast abgibt.

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Sitzplatz auf der Fensterbank

Mit den (gepressten) Blättern kann man wunderschön dekorieren und basteln.

 

 

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Herbstlich ist es geworden, schneller als wohl von uns allen gedacht. Gemütlich kann man es sich machen. Nachdenklich wird man. Und heute denke ich ganz besonders an einen ganz lieben Menschen und lasse ein Licht für ihn brennen.

 

 

Entschuldigt, dass es hier etwas ruhiger ist, wie ich schon im letzten Beitrag kurz erwähnte, haben Erkältungen hier Einzug gehalten. Ordentlich erwischt hat es uns Grosse. Da war nicht so viel möglich, trotz Medikamente. Nur Gesummse im Kopf.

 

 

Verlinkt bei lemondedeKitchi und dem Naturdonnerstag

So war der September

Hallo Ihr Lieben.

Der September geht zu Ende. Der Sommer ist in den Herbst übergegangen. Ein paar schöne Tage hat es noch gegeben und selbst der Regen nun, ist vielleicht nicht so gern von uns Menschen gesehen, aber von der Natur mehr als willkommen und gebraucht. Es gab doch so manche Lichtmomente in diesem Altweibersommer.

Natürlich veröffentlichte ich hier zu verschiedensten Bereichen Posts. Besonders viel Spass haben mir die Beiträge zu 90 Jahre „Tim und Struppi“, meinen alten Tomatemsorten und zur kanadischen Eiche gemacht.

Immer wieder lief hier die CD der hunnischen Band „The Hu“, deren erstes Album nun endlich veröffentlicht worden ist. Wir hatten das Vergnügen, sie live in Köln zu sehen und können gerade nicht genug vom besonderen Sound des Mixes aus traditioneller und rockiger Musik bekommen! Nebenher lief bei mir gern der Soundtrack von „Avengers Endgame“, den Film habe ich natürlich wieder im Heimkino geschaut, dann auch im englischen Original.

Gebacken habe ich endlich wieder und Euch Bücher vorgestellt. Nach dem ruhigeren Sommer ist wieder mehr los auf meinem Blog, verschiedene geschnitzte Stempel gab es natürlich auch.

the Hu

Der September endet bei uns mit ordentlichen Erkältungen. Nun kommt der (goldene) Oktober.  Freut Ihr Euch auch schon auf den Herbstmonat?

Macht es Euch gemütlich!

 

 

Verlinkt beim Freutag und mit den Monatscollagen bei die_birgitt

 

Alles worüber ich hier geschrieben habe, mit Markennennung, erfolgte ohne Werbeauftrag

Herbstfrüchte – Eicheln

Hallo Ihr Lieben.

Immer, wenn ich mit dem Hund losgehe, komme ich durch unseren kleinen Park. Dort stehen die schönen, grossen Kastanien, Haselnussbäume und kanadische, wuchtige Eichen. Eigentlich werden diese Bäume botanisch Roteichen genannt, der lateinische Name lautet Quercus rubra und diesen liest man schon das erste Mal in einem römischen Text.

DSC_1115Nicht nur in Parks und als Alleen Baum ist diese Eiche schon lange in Europa vorhanden, er wird auch als Zuknunftsbaum in Zeiten des Klimawandels gehandelt und untersucht.

Im Gegensatz zu den deutschen Eichen, wachsen die kanadischen, bzw auch amerikanischen Eichen recht gerade, haben grosse Eicheln und spitze Blätter. Die Rinde dieser Eiche ist nicht so stark gefurcht und grau statt braun, wie die der Stileiche. Auch sind die Fruchtbecher, ja ein wirklich komischer Name für die kleinen Hütchen der Eicheln, groß und damit noch schöner zum Basteln. Ich möchte z.B. Eicheln filzen und dann in die Fruchtbecher einkleben. Natürlich eignen sich die grossen Eicheln auch wunderbar für Kinder zum Tiere gestalten und auch ein Windlicht mit Eicheln gefüllt sieht gut aus.

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Warum ich aber so viele Eicheln sammele, außer das sie einfach schön anzusehen sind? Meine Mutter steckt sie in die Erde, hat sozusagen eine kleine Baumschule für ihren kleinen Wald. Natürlich keimt nicht jede Eichel und sie hatte auch schon ein freches Eichhörnchen, welches die Nussfrüchte wieder ausgebuddelt hat. (Eicheln sind Nussfrüchte.) Gegenüber der dominanten Rotbuche muss nämlich bei Eichen auf eine künstliche Verjüngung aus Saat zurück gegriffen werden, wenn man Mischwald haben möchte. Natürlich lieben die Rehe die jungen Bäumchen sehr, so dass man diese mit Stöcken und Klammern schützen muss.

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Wie oben kurz angedeutet, wird dieser Baum als potenzielle Art für die Klima-Anpassung des Waldes angesehen. Sie ist auch an trockene Standorte angepasst. Im Alter von hundert Jahren kann dieser Baum eine Höhe von 45 m erreichen, da der Wachstum etwas stärker ist, als bei der deutschen Eiche. Wie ich schon erwähnte, steht er oft in Städten. Allerdings sehen Autofahrer das manchmal gar nicht so gerne, die Früchte fallen auf die geparkten Autos, ähnlich unbeliebt wie Kastanien.  Eichen sind ja auch Bäume, in und von denen viele Tiere leben. Als erstes fallen uns da wohl Eichhörnchen und Eichelhäher ein, tragen sie doch die Frucht schon im Namen. In der Eiche leben die meißten Insekten, dabei ist es relativ egal, ob es die deutsche oder kanadische oder sonstige Arten sind. Sie sind wichtige Bäume für unsere Biodiversität.

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Bei der Linkparty le monde de Kitchi könnt Ihr Euch noch viel mehr über Bäume durchlesen und entdecken!