Zum Schwärmen schön und dicke Brummer

Hallo Ihr Lieben.

Nachdem Ihr letztes Jahr nur Vögel als Projekt hier gesehen habt, mag ich im Jahr 2022 die Palette etwas erweitern.

Ihr sitzt im Garten oder auf dem Balkon und hört es plötzlich brummen. Ein großes, schwarzblaues Flugobjekt schwirrt um Euch herum. Dann sucht es zielstrebig nach der ebenso schönen Iris im Garten.

Aus den südlichen Ländern hat sich die Holzbiene weiter gen Norden verbreitet. Ihr seht hier wirklich eine Biene aus der Gattung der „Echten Bienen“. Auch wenn sie wie ein großer blauer, schimmernder Brummer (erinnert eben eher an eine sehr grosse Fliege oder Hummel) aussieht. Sie haben ihre Gänge in Todholz angelegt, daher kommt natürlich auch der Namen. Es ist die größte Bienensorte in Deutschland. Die bis zu 28 mm grossen Insekten erschrecken einen mit dem lauten Gebrumme durchaus, sie sind aber friedfertig. Ihr grosses Kauwerkzeug nutzen Sie, um damit die Gänge in das alte Holz zu raspeln (oder schon mal den Weg zum Nektar einer Blume abzukürzen). Obwohl sie angestammt aus dem südlichen Europa, nun über Süddeutschland gen Norden „unterwegs“ sind, überstehen sie die Winter recht gut. In der letzten Woche ist hier auch wieder eine um uns herum gebrummt.

Holzbiene voller Pollen in unserem Garten letztes Jahr

Xylocopa heißt übersetzt in etwa: „die Holzschneidende“. Deswegen kann man nur empfehlen, etwas (nicht morsches) Todholz im Garten zu lassen. So ein alter, trockener Holzbalken kann ja auch für viele andere Insekten eine Unterkunft sein und ist manchmal sinnvoller, als ein gekauftes Insektenhotel.

Pollen, Kopfdrüsensekret und Nektar in Form eines ovalen Laibes ist der Proviant für den Nachwuchs und wird in die Nistgängen im Holz eingelagert. Überwintern tun die großen Bienen allerdings in Erdlöchern (im Sommer sind sie Einzelgänger, im Winter leben sie auch mal in ganz kleinen Gruppen zusammen).

Wenn Ihr eine Glyzinie habt, schaut in der Blütezeit mal genauer nach, die Holzbiene liebt diese. Ähnliches gilt für Flieder und Flox.

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) kennt Ihr vielleicht auch.

Der zur Familie der Schwärmer gehörende Schmetterling (eigentlich ein Nachtfalter) wird auch Karpfenschwanz genannt. Da der vergleichsweise große Falter (36-50 mm Flügelspannweite) fast wie ein Kolibri an den Blüten in der Luft steht, sich blitzschnell von Blüte zu Blüte  bewegt (Schwirrflug) und mit dem langen Rüssel Nektar saugt, fällt er dem aufmerksamen Gartenbesucher durchaus auf. Daher stammt auch der andere umgangssprachliche Name Kolibrischwärmer. Auch wenn der Schmetterling zu den Nachtfalter gezählt wird, ist er tagaktiv. Der Name Taubenschwänzchen stammt von den verlängerten, dunklen Schuppen am Hinterleib, welche an die Schwanzfedern der Taube erinnern. Diese Schuppen dienen zum Navigieren. Der übrigen Leib ist graubraun behaart, mit hellen Bereichen. Gesellig sind diese Insekten, die gemeinsam übernachten, dazu nutzen sie u.a. aufgewärmt Felsen, wo sie auch Geschlechtspartner finden. Bei Kälte zittern sich diese Insekten warm und überstehen so Kälteperioden.

Gedankengarten Leporello, die dicken Brummer durften auch in meine Frühlingspost, die diese Woche rausging.

Lange Strecken können diese kleinen-großen Schwärmer auch zurück legen, bis zu 2000 km! Im späteren Frühjahr reisen sie aus dem Süden über die Alpen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst von Mitteleuropa, Nordafrika, Asien bis hin zum Nahen Osten. Sie vertilgen locker mehr als das Doppelte ihres Körpergewichtes. In den ersten Jahren nach dem Umzug und mit einem Garten haben wir häufiger Taubenschwänzchen, wissenschaftlicher Name Macroglossum stellatarum, gesehen. Die Raupe mag recht gerne Labkräuter, also seht zu, dass Ihr zB. etwas Waldmeister oder Labkraut im Garten habt und natürlich Blumen mit viel Nektar sowie ein aufgewärmtes, (unaufgeräumtes?) Eckchen zum Verstecken für die Nachtruhe. Warum es jetzt nicht mehr so oft zu uns kommt, weiß ich leider nicht, denn das Futter für die Raupe ist immer noch da und Blüten mit Nektar gibt es jetzt sogar noch mehr. (Die Raupe ist meistens grün mit hellen seitlichen Streifen und einem „Dorn“ am Hinterleib) Denn die Eiablage erfolgt in Gebieten, die sowohl Futter für die Raupe als auch Nektar für den Schwärmer bieten. Also brauchte es zB sonnige Wiesen und Waldränder mit vielen verschiedenen, nektarreichen Pflanzen und Labkraut. Bis zu 200 Eier legt das Weibchen übrigens. Dafür untersucht es jede Pflanze erst genau und legt immer nur ein rundes Ei pro Pflanze.

Quelle Wikipedia Taubenschwänzchen
Taubenschwänzchen, so herrlich puschelig und mit einem „grinsenden Gesicht“

Im Süddeutschen Raum sind die Schwärmer übrigens stärker verbreitet. Fühlt sich das Insekt wohl, bleibt es auch gern in Euerm Garten. Wo Ihr ihn nicht sehen werdet, ist im Wald.

Ich hoffe, der Ausflug in die Insekten Welt hat Euch auch gefallen

Verlinkt beim Jahresprojekt der Zitronenfalterin und dem Creativsalat, sowie dem Freutag

23 Gedanken zu “Zum Schwärmen schön und dicke Brummer

  1. Ich hoffe, daß Taubenschwänzchen kehrt in deinen Garten zurück! Ich durfte es vor zwei Jahren mal am Balkon sehen, aber leider nur für 5 Sekunden. Dann war es schwuppdiwupp wieder weg. Schade!!! Das es so viel futtert, wußte ich nicht, auch daß es über die Alpen kommt. Die Holzbiene läßt sich tatsächlich hier blicken, auch kürzlich flog sie vorbei ohne anzuhalten 😉 Ich mag das laute Gebrumme sehr 🙂 Danke für die Infos und die schönen Bilder dazu! LG

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      1. Ja, ich freue mich immer sehr und das Taubenschwänzchen würde ich zu gerne mal lange beobachten dürfen. Vielleicht klappts ja noch. Es verändert sich auch immer mal was. Wer weiß, was du noch bei dir im Garten entdecken wirst 🙂

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  2. Diesen Winter habe ich mein Weidenröschen in den Wintergarten genommen, dass es früher blüht und das Taubenschwänzchen das die Pflanze so gerne anfliegt, früher kommt. Wenn ich deine Zeichnung ansehe, sieht es verblüffend echt aus. Auch der Bienenstempel ist dir super gelungen.
    L G Pia

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  3. Insekten sind auch ein sehr interessantes Thema. Vielen Dank für die Informationen. Die Holzbiene kannte ich noch nicht, da werde ich im Sommer mal vermehrt drauf achten, ob ich eine sichte.
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  4. Da ist mir doch dein schöner Post beinahe wieder dadurch gegangen, liebe Nina…so informativ, habe ich die blaue Holzbiene erstmals ganz bewusst auf der BUGA in Erfurt gesehen und fotografiert…aber ob sie es bis nach hier oben schafft. Jedenfalls hätte ich genügend Holzbalken zu bieten. Hingegen freue ich mich das Taubenschwänzchen hier im Garten schon öfter angetroffen zu haben und auch einige Fotos sind von dem Hibbelchen ;-)) gelungen.
    Hab ein feines Wochenende – lieben Gruß von Marita

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    1. Hibbelchen, wie schön, dass habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen bzw gehört. Passt perfekt
      Ich kann mir gut vorstellen, dass auch diese Biene noch zu Euch kommt. Ich hätte mit ihr hier auch nicht gerechnet.
      Danke Dir und ganz liebe Grüße zurück
      Nina

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  5. Hallo Nina,
    das ist so eine zauberhafte Zeichnung von dem Taubenschwänzchen!
    Die verirren sich hier nicht so oft her. Aber Holzbienen haben wir regelmäßig. Sie gehen gern in sonnenbeschienenes gestapeltes Feuerholz – also in unsere Holzlege. Um die bewohnten Scheite machen wir dann immer einen großen Bogen…
    LG
    Elke

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  6. Liebe Nina,
    vielen Dank für den tollen Ausflug. Holzbinen kannte ich noch nicht… werde ich jetzt aber beobachten. Dein Stempel ist der Hammer. Sooo wahnsinnig schön und einzigartig. 😁 Dein Leporello werde ich mir mal genauer ansehen.

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

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  7. Auf Holzbienen muss ich mal achten, denn altes Holz haben wir genug im Garten 😊.
    Taubenschwänzchen sehe ich auch häufiger und hab mich schon vor Jahren amüsiert, dass es tagaktive Nachtfalter sind…
    Vielen Dank für die vielen Infos – schön, dass du dein Projekt etwas ausgeweitet hast. Ich mag Vögel zwar auch sehr gerne, aber was sonst noch herumfleucht ist doch ebenso interessant.
    Liebe Grüße
    Nanni

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  8. Das war ein sehr schöner Ausflug in die Insektenwelt! Taubenschwänzchen habe ich schon öfters bei uns gesehen. Die Stempel sind wieder so herrlich und detailgetreu
    Momentan muss ich beim kleinen dummen Collie acht geben, der sich gern Insekten fangen möchte. Keine gute Idee.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Oha, da muss man wirklich aufpassen. Komischerweise weiß unser Hund den Unterscheid zwischen den stechenden Insekten und den ungefährlichen, auf denen er nach erfolgreicher Jagd gern etwas herumlutscht.
      Freut mich, dass der Ausflug auch gefallen hat.
      Liebe Grüsse an Dich zurück
      Nina

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  9. Ui, toll! Ich mag das gezeichnete Taubenschwänzchen sehr, aber der Holzbienenstempel hat natürlich den Charme des Repetitiven… da kannst du Schwärme mit stempeln! 😀
    In Freiburg und am Kaiserstuhl sieht man Holzbienen öfter, hier bei uns ist es ihnen vielleicht zu kalt. Aber Taubenschwänzchen haben wir auch ab und zu. Die sind so niedlich, wie dicke Kolibris. 🙂
    LG
    Centi

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    1. In der Nähe von Karlsruhe habe ich die Holzbiene schon vor langer Zeit das erste Mal gesehen, hier im *mittleren* Deutschland aber erst die letzen 3 Jahre. Das Taubenschwänzchen kenne ich dagegen schon sehr lange 🙂 … die *dicken Kolibris*
      Danke Dir und liebe Grüsse zurück
      Nina

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