Es grünt so grün…

Hallo Ihr Lieben.

Ergeht es Euch auch oft so, dass Ihr im Frühling an dieses Lied aus „My fair Lady“ denken müsst? (Auch wenn ich nicht in Spanien lebe 😉)

Das Wunder, wie es im Frühling immer mehr und mehr blüht, grünt und es summt und brummt, dass ist unglaublich. Garten- und Balkonbesitzer juckt es nun in den Gartenhandschuhen steckenden Fingern. Nach erstem Aufräumen zeigen sich vielleicht Lücken: Pflanzen die nur einjährigen waren, oder die Minusgrade nicht überstanden haben oder aus anderen Gründen nicht wiedergekommen sind. Manchmal stehen auch einfach Veränderungen im Garten an.

Werbung/Kooperation mit lumigreen

Ich zeige Euch heute eine Webseite, einen Anbieter,  bei dem Ihr bequem von daheim stöbern und bestellen könnt.

Der Versandhandel war an mich herangetreten, ob ich nicht ein paar Pflanzen und den Versand testen möchte um darüber dann zu bloggen, ehrlich meine Meinung zu schreiben.

Qual der Wahl, was nehme ich, denn wie Ihr vielleicht wisst, haben wir einen kleinen Garten. Selbst mit den Veränderungen, die durch den Abriss des alten Gartenhäuschens einher gehen, muss man genau überlegen, welche Pflanze wohin passt: Boden, Sonne und Schatten, Nachbarpflanzen, Pflege, Größe (ggf auf Jahre hinaus)…

Und sowieso, es ist immer schwierig, sich bei der Pflanzenwahl zu entscheiden 😄

Wichtige Infos zu der Pflanzen findet Ihr übrigens immer bei den dazugehörenden Einträgen.

Ausgesucht habe ich mir die Kupfer Felsenbirne, Nelkenwurz, eine englische Geranie mit besonder schönem Laub (Mrs Pollock), eine schwarzäugige Susanne, Winterbohnenkraut und eine Prachtspiere.

gut verpackt kam alles per Kurier und Sendungsnummer

Die Schwarzäugige Susanne ist noch klein aber sie will hoch hinaus und ihre gelben Blüten zu niwibo. Die Duftgeranie mit ihren hübschen Blättern wird mit mehr Wärme und Sonne gedeihen

Natürlich kann ich vor den Eisheiligen die kälteempfindliche Susanne und Mrs Pollock nicht ohne Schutz lassen, bzw sie noch nicht an ihren ursprünglichen Ort stellen. Aber ich setze die Kletterpflanze bald direkt ans Haus, an das Fallrohr. Hier ist es warm und geschützt. Die Geranie darf ersteinmal den Gartentisch schmücken, gerade ist es aber so kalt, dass sie beide drin bleiben. Diese Blumen waren auch auf der Webseite als erst später auszuliefernde Wahre gekennzeichnet.

Frische, humusreiche Erde

Gut verpackt, keine Schäden und gesunde, gute Pflanzen

Standortüberlegungen im Sonnenbeet mit rötlichen und weiße Blumen, wobei jetzt erstenmal das blaue Männertreu überall blüht, welches sich selbst ausgesät hat. 

Kaum sichtbar, 2 neue Pflanzen, der Topf mit Holzwolle ist Unterschlupf für Nutzinsekten (links der Kompost, daher liegt dort Drahtgeflecht)

Sichtachse

Leider könnt Ihr die Blumen jetzt nicht in ihrer vollen Pracht sehen, die kommt ja erst noch.

So. Nun aber Näheres zu den gelieferten Pflanzen:

Verpackung, Wurzelballen, Ablauf:

Wie Ihr am Foto seht, ist alles gut und heile angekommen, über mail und Sendungsnummer war ich vorab informiert. Der Plastikmüll hielt sich in Grenzen. Ich sehe mir immer die Wurzelballen an, wie gut sind die Wurzeln ausgebildet? Sind die Pflanzen zu lange in ihren Töpfchen gewesen? 

Es sind keine überdüngten Pflanzen, die Erde ist frisch, ohne Moos oder Beikräuter, riecht nicht chemisch. Achtet mal darauf, wie Pflanzen und ihre Erde aussehen, die Ihr hier manchmal angeboten bekommt.

Bei der Auswahl hatte ich etwas die Qual der Wahl, ((Pflanzen wie die Felsenbirne gibt es auch noch und logischerweise in unterschiedlichen Größen) aber wer kennt das nicht. Die Bestellung und Lieferung ging sehr schnell, unkompliziert.

Wer mehr über die Felsenbirne wissen möchte, hier ein Link zur Wikipedia Seite.

Bohnenkraut gibt es einjährigen und mehrjährig. Mein Mehrjähriges galt es dieses Jahr zu ersetzen. Es hat einen ganz anderen Platz im Garten und nun Sonnenbeet bekommen. Bohnenkraut ist nicht nur als Gewürzkraut bei Bohnengerichten gut (für die Verdauung). Wenn Ihr Bohnen pflanzt, bewirkt es (auch das einjähriges Kraut) einen besseren Wachstum. Ich mag durchaus den Geschmack und die kleinen Blüten werden von Insekten gemocht.

Nelkenwurz ist eher eine kleine Staude und kommt weiter nach vorne, sonst verdecken oder verdrängen sie die größeren, bereits vorhandenen Stauden. Bohnenkraut und Nelkenwurz habe ich mit Glas in den sternenklaren Nächte geschützt.

Die Prachtspiere (auch Astilbe) eignet sich für den eher sonnenarmen Bereich an unserem schattigen Zaun und bietet blühend (und Insektenfreundlich) einen hellen Blickfang. Gerade guckt erst ein kleines bißchen der Blume hervor.

(Ein wenig Deko, zB. für besondere Feiern, 😉 oder bis die Pflanzen größer sind 😊. Die Wimpel habe ich aus Jeanshosen und Reststoff genäht und bedruckt)

Neuer Frühlingsstempel

Die Firma sitzt übrigens in der Slowakei. *Sie wurde im Jahr 2006 vom jungen Ehepaar Lukáš und Dominika Gaži gegründet und beschäftigt heute mehr als 30 Mitarbeiter:innen. Lukáš war schon seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher Gärtner und ist studierter Gartenarchitekt. Dominika ist zwar Dolmetscherin, doch ihr Herz schlägt ebenfalls für den Garten.

Die ersten Pflanzen zum Verkauf zogen sie im Gewächshaus von Lukáš’ Eltern groß. Gleichzeitig planten sie für ihre Kundinnen und Kunden komplette Gärten und machten dabei eine wichtige Beobachtung: Die meisten Menschen wünschen sich keinen perfekten, von Experten bereiteten Garten, sondern möchten ihn selbst gestalten – mit eigener Hand, im eigenen Tempo und nach den eigenen Vorstellungen.

Lukáš und Dominika beschlossen, genau diese Menschen zu unterstützen. Sie stellten ihr Sortiment so zusammen, dass die passenden Pflanzen leicht zu finden sind und sich sinnvoll kombinieren lassen. Denn jeder Gärtner und jede Gärtnerin weiß selbst am besten, was der eigene Garten braucht. Dieses Konzept war in der Slowakei etwas ganz Neues, und die Resonanz war überwältigend.

Im Jahr 2013 gründeten sie neben dem Gartenshop auch einen E‑Shop, der sich schnell zu einem großen Erfolg entwickelte.* (so die Infos der Firma)

Von der Firma Lumigreen wurde mir ein T-Shirt mitgeschickt, welches ich verlosen möchte (Versand wg Porto allerdings nur in Deutschland, tut mir leid). Damenschnitt, schwarz in Größe L (und natürlich mit Werbung). Wer in den Lostopf möchte, kann das im Kommentar notieren, bis 1.4., dann melde ich mich nach der Auslosung per Mail für die Adresse, bitte innerhalb von 1 Woche/7 Tage zurückmelden, sonst verlose ich neu. (Es werden keine Daten weitergegeben! Die Verlosung ist eine Idee von mir)

Ich danke Jana Hnizdilova von Lumigreen für den freundlichen und hilfsbereiten Kontak

„Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.

Jean Paul“

Verlinkt beim Samstagsplausch, niwibo sucht gelb

Piep mal

Hallo Ihr Lieben.

Um mich herum singen morgens die Vögel!

Es soll Leute geben, die werden davon wach. Ich nicht. Das sind viel zu schöne Geräusche!

Manche Vögel, die meine App später beim Hundegang im Park erkennt, singen wohl nicht nur zu leise, sondern auch zu hoch. Winter- und Sommergoldhähnchen zB.

Jedenfalls kann ich mich gerade gar nicht satt sehen und hören ob all der Piepmätze. Nachts schaue ich was Waldkauz und Uhu so machen, natürlich nur über die Webcams. Hier fanden zwar Meisen unsere Kästen interessant, aber die Nachbarskatzen zu gefährlich.

Also einen Frühlingsboten selbst schnitzen. Wobei, auf Futtersuche kommen verschiedene Vögel in den Garten. Fleißig wird überall im sprießenden Grün nach Nahrung gesucht.

…ein wenig genäht und geschnitzt, wie die Wimpelkette aussieht zeige ich nächste Woche

Hoch gen Himmel und in die wärmenden Sonnenstrahlen steigt mit wunderschönem Lied die Feldlerche in den Felder.

Könige der Lüfte!

Ach, ich mag mit fliegen. Über den Wolken…

Aber statt dessen bewegen wir uns auf Ostern zu und ich habe eine wenig dekoriert. Eine bunte Truppe (mit Gelb für niwibo). Sogar meinen selbstgeschnitzen Speckstein Hasen habe ich rausgekramt.

Aufblühende Schlehe/Schwarzdorn

Gelb für Nicole 😊

Auf den Feldern sehe ich gerade bei Sonnenschein oft Feldhasen, die Paarungszeit. 

Ich freue mich jetzt auf Ostern, Ihr auch? Und heute ist Frühlingsanfang.

Hasen im Feld habe ich wieder nicht, aber nochmal einen Hahn als Foto

Verlinkt beim Flower Friday und Nicoles Gelb

Und beim Samstagsplausch und Augensterns Glücksmomente

12 von 12 im sonnigen März

Hallo Ihr Lieben. 

Heute ist wieder der 12. eines Monats und viele Blogger*innen sammeln 12 Alltagsbilder und verlinken Ihre Beiträge bei Caro, der „Dame mit dem Kännchen“.

Guten Morgen Sonnenschein. Gestern hat es gut geregnet, war auch mal wieder nötig. Heute Morgen beginnt der Tag kühl und klar. Schöner, langsamer Hundegang.

Aber der Hund vermisst sein Herrchen. Der ist heute viel früher los und nicht mit dem „üblichen Ritual“. Hund bekommt jetzt Streicheleinheiten,  Frühstück und Ruhe.

Bei den Küchenaufgaben höre ich Podcasts. Dann gibt’s noch einen Kaffee und ich lese Astrids starkes Frauenportrait und Nachrichten.

Heute ist in NRW Warntag.

Es geht auf 11.00 zu, es wird also gleich kurz laut werden. Und selbst mit seinen tauben Ohren wird Troll das hören. Kurze Aufregung seinerseits, aber schnell wieder gut, hatte mich extra schon zu ihm gesetzt.

Mittagessen bereiten.

Und zum Kompost, es ist noch unordentlich ohne Gerätehäuschen.

Weg zurück im Rasen, Veilchen, wunderschön!

Und die offene Terrassentür hat die Hummel gleich ausgenutzt. Ihr lautes Gebrumme mach mich auf sie aufmerksam und ich lasse sie wieder raus.

Erdhummel

Der Sohn ist kurzfristig vorbei gekommen und wir schaffen weiter etwas rund um die „Abrissstelle“ des Gartenhäuschen. Da dort auch der Holzschuppen angegliedert war, liegt immer noch etwas Holz rum. Wir sortieren und stapeln und sägen. Eine Spitzmaus muss im Holzschuppen mal gewohnt haben. Spitzmäuse mögen sehr gerne Schnecken. Viele Kiefernzapfen hatten sie sich geholt und natürlich lagen nun viele Schalen dort.  Ich hab es weiter auseinander gezogen, weil ich die Häuschen der kleinen Weinbergschnecke haben wollte.

Ohne die kleine Gartentasche von Ulrike bin ich fast nie im Garten zu finden. Und die Haare müssen mit einem Kopftuch gebändigt werden.

Der Sohn hat noch etwas Zeit und wir quatschen ein bißchen, bis er wieder los muss.

Dann etwas Wäsche, Küche, Tisch, Champions klein schneiden und anbraten…

Der Schatz ist auf dem Heimweg. Ich trinke gerade aber noch mal einen Kaffee, bevor wir gleich Abendessen. (ohne Koffein und kalt)

Wünsche Euch einen schönen Abend, gucke nach und nach bei Euch vorbei.

(🙂 Da haben sich noch 2 Sachen von Ulrike aufs Bild gemogelt)

Verlinkt bei draussennurkaennchen.blogspot.com

Frühlingsreif

Hallo Ihr Lieben.

Jeder ist doch jetzt frühlingsreif, oder?!

Und die Natur schenkt uns gerade so viel:

Verirrte Holzbiene hinterm Wohnzimmer Fenster

Mit dem Rad Besorgungen machen bei dem Wetter ist viel schöner. Außerdem sah ich noch 9 Hasen bei der Hochzeit. Auf dem Foto sind das aber nur braune Flecken. Dafür gab es tief kreisende Rotmilane, dazwischen, und höher einen Sperber und aufgeregte Tauben über dem grünen Außengelände des Einkaufszentrum.

Das Gesamtfoto bringt nur Punkte auf Blau

Am Feldrand posierte der Fasanenhahn für die mir unsichtbar gebliebenen Hennen.

Gelbe Narzissen dürfen noch mal herrlich duften, während die unterschiedlichen Zweige ihre Knospen langsam öffnen. Der Nachbar hatte seinen Pfirsich beschnitten, rosa Blüten haben sich als erstes geöffnet. Mein zweitältestes Kuscheltier sitzt etwas zusammengesunken dabei. Der Bär hat mittlerweile keine Füllung mehr.

Leider gestaltet sich das Anbringen der Fahrradanhänger Kupplung etwas schwierig. Da lasse ich doch lieber den Fachmann ran. Schnell noch in den Sattel geschwungen und hingeradelt, Samstags ist da immer offener Repariertag für Kleinigkeiten. Ein Superladen. Es musste dann doch eine neue Stange unter den Sattel. Überhaupt sind wir wieder begeistert von regionalen Adressen. Der Container Dienst um die Ecke hat auch so schnell und unkompliziert letztes Wochenende noch geholfen. Container und Sperrmüll sind schon fort, etwas „Spezielleres“ muss ich noch zur Entsorgung bringen. Dann bedarf es noch etwas Abtragung von Schutt (unter der Hütte versteckt) und Verlegung der Platten. Danach kann über eine neue, kleinere Hütte und Brennholzgestell und natürlich Anpflanzung nachgedacht werden. Na, ich denke jetzt schon drüber nach, aber gemacht werden… 😉

Wartezeit im neuen Kaffee „Provokateur“, mit Rösterei im Raum, verbracht. Das war mit Abstand seit sehr langem der leckerste Kaffee

Gemacht: Holundergelee mit Chili, sau lecker (1L Holunderbeerensaft mit 1 Chili (wers schärfer mag diese zerschneiden oder mehr) erhitzen und dann mit Gelierzucker aufkochen, ein Sieb über die Eingießhilfe und in saubere Gläser, wie üblich.

…und gesund

Passend zu meinem Jahresprojekt, ein leider nicht so erfreulicher Artikel:

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimawandel-wald-kohlenstoff-100.html

Gern geschaut: Guy Ritchies neue Serie „Young Sherlock“

Gern gelesen: Dungeoncrawler Carl, nun auf Deutsch und immer noch so komisch

Einen Buchtipp habe ich noch für Euch.

Der Titel wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt und ist somit als Werbung zu kennzeichnen. Meine Bewertung hat das nicht beeinflußt.

Noch ein Bestimmungsbuch für Familien oder neugierige junge Leser?
Ja! Wenn es so aufgemacht ist, wie dieses, gerne. Groß sind die Abbildungen, wo es möglich ist, auch lebendsgroß, so dass man gleich viel besser die wichtigen Merkmale erkennen kann,  sowohl bei Tieren als auch Pflanzen. (Natürlich geht es hauptsächlich um die, welche am wahrscheinlichsten in underem Umfeld zu sehen sein können.) Das sind besondere Färbungen, Formen oder Federn zum Beispiel. Dazu die wichtigsten Informationen, einfach erklärt, zum abgebildeten Tier/Pflanze. Und oft liest man dort in einem Extrakästchen auch noch besondere, manchmal kuriose Informationen, oder was man daraus machen kann.
Was ich aber besonders gut finde an diesem Buch: Es orientiert sich am Jahresverlauf und bringt dazu dann praktische Tipps, die man entsprechend der Jahreszeiten umsetzen kann, Unternehmung oder Selbstgemachtes. (Nicht immer war das neu für mich, aber ich bin da definitiv nicht der Standart.) Eben genau für eine unternehmungslustige Familie.

    Ich bin dann noch mal draußen, 😆🌞 bis später   

Habt es fein, genießt das Wetter!

Verlinkt beim SamstagsplauschAugensterns Glücksmomenten, Astrids Flower Friday und niwibos Farbensuche Gelb

Ps: nachgereichte Bilder zum Jahresprojekt hier lang

Der Schwarze und die Taube

Hallo Ihr Lieben.

Diesen Monat habe ich mir schwerpunktmäßig den größten heimischen Specht für mein Jahresprojekt rausgesucht.  Krähengroß, pechschwarz mit roter Mütze und einem sehr zurückgezogen Leben und auch noch eine Schlüsselart in unseren Wäldern, das ist der Schwarzspecht.

Schwarzspecht (Dryocopus martius), König der Spechte, Zimmermann oder Baumeister des Waldes, angesehen als „Gesundheitspolizei“, da er Holzschädlinge beseitigt.

Wir treffen den immer noch nicht so oft vorkommenden, großen Vogel gern in alte Laubwälder im Schwarzwald, den Mittelgebirgen, Schwäbichen Alb und Bayrischen Wald an. Die Zahl der Brutpaare wird in unterschiedlichen Quellen mit unterschiedlichen Zahlen zw 31.000 bis 51.000 und sogar 55.000 Brutpaaren angegeben. Dank des Schwarzspechtes ist die Artenvielfalt in diesen Wäldern besonders hoch: Viele andere Wildtiere sind als Nachmieter auf die geräumigen Höhlen unserer größten Spechtart angewiesen. Deswegen gehört dieser besondere Vogel zu einer der „Schlüsselarten“. Das sind besonders wichtige Tiere im Ökosystem. Erst einmal mehr zu diesem schönen Vogel:

Alter bis zu 14 Jahre

Gewicht 300g, größter europäischer Specht, 40cm Größe

Unverwechselbar macht diesen schwarzen Vogel der Haarschopf, der ist immer knallrot, beim Männchen als schmales Band, beim Weibchen als kleinerer Fleck am Hinterkopf. Die Augen fallen durch ihren weißen „Augenringe“ im schwarzen Gefieder auf. Auch der Schnabel ist hell.

Lautes Hämmern, bzw Trommeln tönt jetzt im Februar durch den Wald. Noch grenzt man/frau sich ernergisch gegen Artgenossen ab. Die Einzelgänger kommen sich nur sehr langsam näher, selbst wenn sie, als ehemaliges oder sich gerade bindendes Paar, nie allzuweit voneinander entfernt haben. Wie andere Spechte bauen sie mit ihrem Schnabel große Baumhöhlen. Sie schlagen außerdem hungrig die Gänge von Baumlarven auf, und selbst in der Balz ist das Hämmern an Baumstämmen ein wichtiges Ritual. Damit sie dabei keine Kopfschmerzen bekommen, sind im Kopf von Spechten diverse Stoßdämpfer eingebaut: die Stöße werden gleichmäßig auf den Ober- und Unterschnabel verteilt und durch schwammiges Knochengewebe an der Schnabelbasis abgefedert. Das reicht aber noch nicht aus, auch Augäpfel, Zungenbein und Halswirbel sind abfedernd dafür angelegt.

Um an einem Baumstamm hoch zu klettern und anhalten und loszuhämmern zu können, haben Spechtfüße eine weitere nach hinten gerichtete Zehe (2 vorn, 2 hinten) und besonders lange Schwanzfedern, mit denen sie sich am Baumstamm abstützen (Stützschwanz). Ein langer, mit stützenden Muskeln bepackte Hals, hilft zusätzlich zu schwammigen Knochenverbindungen.

Seine Zunge kann dieser Vogel  bis zu 5cm aus dem Schnabel heraus strecken. Die Zungenspitze ist klebrig und mit Widerhaken besetzt, so kann er die Insektenlarven aus ihren Holzgängen ziehen.

Zurück zu unserem Brutpaar: hat sich dieses zur Brut und Bruthöhle gefunden, gehört Trommeln natürlich auch weiterhin zur Balz. So sitzt ein Vogel innen, klopft, und der andere ist außen und klopft auch. Leise rufen sie sich dabei zu. Der Schwarzspecht hat übrigens besondere Rufe, (nicht das sonst bekanntere „Lachen“,) auch sein Trommeln klingt dunkler, hört mal „hier“ (deutsche Vogelstimmen.de) Ich finde, die klingen richtig schön exotisch.

Das Revier wird dann noch längere Zeit durch Rufe und Hämmern auf Resonanzkörper abgesteckt und verteidigt. Diese Vögel sind sonst aber Ruhe liebend, störungsanfällig und brauchen ihr großes Revier von ca 3 bis 4 Quadratkilometer pro Paar. Im April kommt es dann nach all diesen Ritualen zur Paarung: auf einem geeigneten Ast und mit Flügelzittern erfolgt die Kopulation.

Aquarelle von mir: erst mit Stiften, dann mit Wasser

Schwarzspechte suchen nicht nur nach Insektenlarven, vor allem im Sommer stehen Weg- und Holzameisen, auch Schnecken und vereinzelt Früchten auf dem Speiseplan. Die findet er vielfach im Todholz und unter Rinden. Im Winter kommen hauptsächlich  Waldameisen „auf den Teller“. Und hier kommt er gerade jetzt als wichtiger Vogel für den Waldbauern ins Spiel. Meist findet er diese nämlich in Fichten, die einen „rotfaulen“ Kern haben. Durchaus also ein Indiz, wenn vermehrte Specht Tätigkeiten dort stattfinden. Als Rotfäule bezeichnet man den anfänglich rötlichen Pilzbefall bei Nadelhölzern, dadurch wird dieser weiche Kern, der nun immer instabileren Bäume, die bevorzugte Wohnstätte der Ameisen:

So sieht die Ameisenburg nach der nötigen Fällung der instabilen Fichte aus

Seine Wohnräume sucht der Schwarzspecht aber ganz anders aus: hohe, alte und stabile Buchenbäume. Mindestens 40 cm Durchmesser, die für den Bau einer geräumigen Höhle genügend Raum geben. Im Alter von ca 100 Jahren bilden Buchen oft hallenartige Baumbestände mit einem hohen Kronendach. Wälder müssen also sowohl Nadel- als auch Buchenbäume für Schwarzspechte haben.

Die Bruthöhle befindet sich in 6 bis 20 Metern Höhe und so kann er ungehindert anfliegen. Seine Höhle baut der Schwarzspecht fast ausschliesslich in Buchen mit einem weissfaulen Kern. Ähnlich wie bei den Fichten sind diese von einem Pilz befallen. Dadurch wird der Kern faserig und für den Specht besser bearbeitbar. Von Außen ist der Befall eigentlich noch nicht zu sehen, aber der Schwarzspecht erkennt es an Vibrationen beim Trommeln und er findet auch die dünnere Seite für den Höhleneingang. Fast einen Monat brauchen sie zur Fertigstellung und wenn Ihr denkt, nun haben sie ausgesucht, dem ist nicht so. Ich erwähnte da ja schon oben, dass es Nachmieter gibt. Alle 3 bis 5 Jahre legen die Schwarzspechte zuerst nur einen kleinen Eingang an, der ausfault, fast wie eine Markierung. Erst Jahre später bauen sie den Eingang zu einer richtigen Höhle aus, erkennbar an der rechteckigen, bzw ovalen Höhlenöffnung, durch die die Vögel ein und ausfliegen können.

Diese Behausung wird clevere angelegt: es wird ein Oberrand über der Öffnung gelassen und aussen ein abgeschrägten Unterrand. Das schützt die Höhle vor einem Wassereinbruch. Manchmal wird so eine Buche auch mehrfach für Höhlen genutzt, bis sie nicht mehr stabil ist.

Die Schlafhölen fliegen die Vögel abends vor Sonnenuntergang an, begleitet von lauten “krrück, krrück…“ Flugrufen, wie ein wiederkehrendes Ritual. Die Schlafhöhlen von Weibchen und Männchen liegen oft mehrere 100 m auseinander. Im April legt das Weibchen 3-5 weiße, runde Eier in die Bruthöle und beide brüten Tagsüber, aber nur nachts brütet das Männchen, während das Weibchen in der eigenen Höhle übernachtet. Nach 13 Tagen schlüpfen die Küken. Ab dem 17. Tag füttern die Elternvögel aber unter dem Höhleneingang und ab dem 24. Tag nur noch an der Aussenseite der Höhle. So werden die Jungvögel herausgelockt und müssen ihre Kletterfähigkeiten üben, die sind nicht angeboren.

Das Schwarzspechtmännchen übernimmt mehr Aufzuchtarbeit, mit 28 bis 30 Tagen werden die Jungen von ihm in dichteres Unterholz geführt. Das Männchen füttert sie dort noch bis zu einem Monat lang, während die Jungvögel das Klettern weiter üben. Dann löst sich die Familie auf.

Oben habe ich geschrieben, dass der Schwarzspecht eine Schlüsselfunktion im Wald einnimmt. Sage und schreibe über 60 Tierarten sind als Nachnutzer oder Höhlen-Konkurrenten des Schwarzspechts bekannt. Eichhörnchen, Baummarder, Sperlings- und Raufusskauz, Kleiber, Dohle, Star, Fledermäuse, Hornissen und Wespen nutzen die Höhlen nicht nur zur Fortpflanzung. Der Laubbaum lebt ja auch noch länger weiter, viel länger, als die befallene Fichte. Vor alten, faulenden Höhlen entsteht mit der Zeit Mulch mit einer Ansammlung aus „Spechtguano“ und sich zersetzendem Holz. Neuer Lebensraum für zahlreiche Käferarten, darunter der äusserst seltene Juchtenkäfer oder der Eremit. Der Marder geht die Höhlen übrigens gerne plündern, kontrolliert sie auch noch jahrelang. Nicht so gut für Nachbrüter.

Warum ich die Hohltaube so hervorhebe? Jahrelang war der Schwarzspecht so selten, dass man fürchtete, er würde in Deutschland verschwinden. Und damit eben auch die Hohltaube. Denn sie „liebt“ Schwarzspechthöhlen, ist für die Brut darauf angewiesen. Sie versucht sie sogar dem Specht abspenstig zu machen, gleich wenn er sie gebaut hat. Da die Taube Nistmaterial in die Höhle schleppt, kann sie aber auch eine etwas marodere Höhle nutzen.

Hohltaubenlied (auch deutsche Vogelstimmen.de)

Diese Tauben sind mittlerweile auch Kulturfolger und manchmal in großen Parks zu hören, natürlich auch in Wäldern und sogar an der Küste (Steilhang als Brutgebiet wohl). Zivilisationsnah werden fehlende Baumhöhlen mittlerweile ausgeglichen mit ausreichend großen, extra aufgehängten Nistkästen. Viele Hohltauben nehmen diese gerne an. Sie sind sehr scheu und nicht so schnell zu entdecken, aber dagür zu hören. Wie der Name sagt, braucht sie eine Höhle zum Brüten. So gab es lange Jahre auch kaum Hohltauben. Früher wurden eben viel mehr die alten, „befallenen“ Bäume, das Totholz entfernt. Schon seit etlichen Jahren werden aber immer mehr Mischwälder geschützt und viele wissen, dass ein aufgeräumter Wald ein (fast) toter Wald ist. Der Erhalt von Altbäumen und Altholzinseln sowie Bäumen mit Großhöhlen, hat über nun einige Jahrzehnte zur Bestandserholung vor allem im Süddeutschen geführt.

(Beide Fotos sind aus meinem Naturführer)

Diese Taubenart ähnelt etwas der „Straßentaube“. Allerdings ist der Unterflügel und Rücken grau, während diese Bereiche bei der Felsen- und Straßentaube weiß sind. Sie bilden auch Kolonien und Schwärme, bzw schließt sich Schwärmen an. Die Nahrungssuche findet natürlich überwiegend in offeneren Bereichen statt. Früchte und Samen von Wildkräutern und Zapfen, auch Eicheln und Bucheckern landen im Kropf. Sicher gäbe es noch mehr über Fortpflanzung und Taubenleben zu berichten, aber näher möchte ich nicht auf sie eingehen, der Artikel ist ja auch wieder sehr lang geworden

So zeigt sich in vielfacher Hinsicht und für viele Tiere im Wald, wie wichtig es ist, dass wir ihnen auch etwas Raum lassen, aber auch in Ruhe lassen (zB. nicht von den Wegen abweichen). So entsteht eine ganze Kette von Lebensräume und ein viel intakteres Ökosystem. Wer das erkannt hat, hat auch einen gesündere Wald.

Übrigens, weil der Schwarzspecht recht kämpferisch daher kommt, ist der wissenschaftlicher Artenname martius (deutsch: dem Mars geweiht) dem römischen Kriegsgott „geweiht“. Aber auch dem Nebengott Picus, der eine landwirtschaftliche Gottheit war, die insbesondere mit der Düngung von Boden in Verbindung gebracht wurde, ist er verbunden.

Verlinkt bei der Linksammlung der Zitronenfalterin für unsere Jahresprojekte, Astrid „mein Freund der Baum“, creativsalat und magic crafts

Kurz in eigener Sache: ich weiß, KI ist verführerisch, aber ich nutze sie nach wie vor nicht. Ich lese in meinen Büchern, auf Forstseiten, Naturseiten von Verbänden/Vereinen und Naturparks, Wikipedia. Ich trage das Wissen für meinen eigenen Schädel 😉 zusammen und mag es, wenn daraus ein halbwegs guter Beitrag wird, mal besser mal schlechter, der dann (trotz Länge) auch weiterhin hoffentlich Euch gefällt.

Edit: mit Aquarellstiften und Wasser gemat