Wo kommse her? Wem hörse?

Hallo Ihr Lieben.

Wie angekündigt, mag ich ein wenig aus der Vergangenheit plaudern.

Ich möchte Euch einen Blick über die Mauer zeigen, auf der ich als Kind oft gesessen habe und den roten Milben beim Rumkrabeln zuschaute. (Ironischer Weise ist die Mauer gar nicht mit auf einem Bild) Ab und zu habe ich beim Toröffnen geholfen, wenn der Traktor kam. Darauf saß mein Opa oder ein Onkel, oder ein Lehrling. Seltener durfte ich mit fahren. Die Trecker waren offen und man hatte Sorge, daß ich runter fallen könnte. Aber es war immer das Größte, wenn ich dann doch mal auf dem seitlichen Sitz Platz nehmen durfte. Ich war oft und sehr gerne auf dem Hof, von dem meine Mutter stammt. Hier war immer was los, viele Menschen, die im Mehrgenerationenhaus lebten. Meine Großtanten, die schon auf meine Mutter und ihre Geschwister aufgepasst hatten, natürlich meine Großeltern, mein Onkel (bald auch mit Familie), Lehrlinge und Angestellte, Helfer und zeitweise mehr Familienmitglieder. Dieser Hof und die Menschen dort haben mich sehr geprägt!

Der Gutshof, von dem meine Mutter stammt liegt im Sauerland. Benkamp ist ein ganz kleiner Ort in der Nähe von Balve. Die Berge und Täler sind nicht so steil wie im Lennetal, wo ich geboren wurde. Es gibt dort viel mehr Felder. Und so verwundert es nicht, daß der Hof schon sehr lange existiert. Gesiedelt haben dort schon Menschen der Bronzezeit. Im 13. Jahrhundert war er ein ritterliches Gut, dann auch unter klösterlicher Kontrolle und konnte Anfang des 19. Jahrhunderts vom damaligen Pächter als Besitz erworben werden. Auch eine Postkutschenstation gab es hier und der ehemalige Gasthofraum wurde später die gute Stube.

aus dieser Zeit stammt noch dieses Weinglas

Was hat es mich schon als Kind fasziniert, zu dem Bild des Mannes mit langem Bart die Geschichten zu hören, u. A., daß er sogar über den Kanal reiste, um besonders gute Schafe in England zu kaufen. (Warum ich ausgerechnet diesen Vorfahren erwähne? Weil der älteste Sohn hier so viel Ähnlichkeit zeigt) Eine Landwirtschaft, die sich permanent und rasant veränderte, nicht das jemand denkt, das sei etwas Neues. Dazu einiges an Waldwirtschaft. Kyrill warf damals Buchen um, die diese Ahnen gepflanzt hatten. Mischwald war neben klassischen Monokulturen schon immer wichtig, was keine Selbstverständlichkeit war und ist. Auch mein Onkel pflanzt unermüdlich gegen den Klimawandel an, dabei wird fast alles ausprobiert.

Meine Mutter ist die zweite von vier Geschwistern. Natürlich ist sie mit der harten körperlichen Arbeit auf einem Hof groß geworden. Sie hat noch mit Pferden gearbeitet. Und wer das jetzt romantisch findet, hat noch nie mit Pferden *gearbeitet*. Es wurde nicht darauf heimgeritten, denn die Pferde hatten mehr gezogen, als die Menschen. Ein Pony für die Kinder? Das frißt so viel wie 3 Kühe, hieß es. Rübenverziehen, die jungen Familienmitglieder mußten mit gutem Beispiel voran gehen. Als ich älter war, wurde auch ich in die Erntearbeiten einbezogen. Ich sage Euch nur, „Gerstenstrohballen“. Meist haben wir Kinder aber die Gunst der Stunde genutzt, daß niemand auf einen achtete (auch ein Vorteil von so viel Menschen, so sehr man gewisse Konventionen beachten musste, so viele Freiheite gab es auch) Meine Mutter und ihre Geschwister sind noch mit viel mehr Menschen um sie herum groß geworden. Sie erzählt heute noch, dass es eine schöne Zeit war, auf der einen Seite hatte man sich natürlich in das große Gefüge einzufügen, auf der anderen Seite konnte man vielem entwischen und war gleichzeitig nicht alleine.

Über allem stand sowieso das Wohl des Hofes.

Hier waren zu meiner Zeit Schweineställe, rechts die für die Ferkel, die von einem Vetter aus dem Nachbarsort kamen (ach, der mit den vielen, vielen verschiedenen Tieren). Pünktlich um 12.00 Uhr Mittags wurde die Glocke in dem kleinen Turm geläutet. „Der Engel des Herrn“, das Angelusgebet. Für alle, die dies nicht mehr kennen: noch viel früher hatten die Menschen keine Uhr am Handgelenk und abgesehen davon, bestimmte auch die Religion viel mehr das Leben des Menschen. Also wurde um 6.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 18.00 Uhr geläutet. 12.00 Uhr war die Mittagessenszeit und ich war immer so glücklich, wenn ich das Zugseil in die Hände nehmen durfte. Dann kamen die Leute von den Feldern und es gab Mittagessen an der großen Tafel (oder für mich auch schon mal am Katzentisch in der Küche) Sonst war das Läuten die Aufgabe von einer Angestellten, die damals für die Kühe und Rinder und Kälber zuständig war.

Unter dem Dach, wo der Glockenturm steht, ist der alte Heuboden. Hier hat schon meine Mutter Heu gestapelt und da haben wir als Kinder ganze Höhlensystheme gebaut und sind vom Balken in das Heu gesprungen. Ich sag Euch, die meisten werden an Bullerbü denken. Aber vor allem mein Opa hatte immer dabei Sorge um uns. Es gab überall Luken, wo das Heu hinabgeworfen werden konnte zu den Kühen, Versen und Rindern. Einige waren nicht mehr in Betrieb, denn man hatte mehr Schweine als Rinder und Milchvieh mitlerweile. Als meine Mutter Kind und Teen war, lebte noch ein „Schweizer“ mit Famile auf dem Hof, der war zuständig für das Milchvieh und kam „aus dem Osten“. Im heutigen Polen hatte er ein eigenes Gut bewirtschaftet und war nun hier Verwalter.

Ich merke schon jetzt, ich komme von Hölzchen auf Stöckchen, ich hoffe sehr, Ihr seid noch dabei. Während mein Opa hinter diesem Gebäude mit dem schönen Tor noch zu meinen Kinderszeiten Kühe hatte, schaffte er sie langsam ab. Der „Schweizer“ war früh verstorben und damals lohnte es sich erstmals nicht mehr, Milchvieh zu haben. Lieber machte er in „Ammenwirtschaft“ und verkaufte die Rinder. Wisst Ihr, wie schwierig es ist, wenn sich vor allem junge Tiere von der Herde trennen, sie in den Stall zu bekommen? Wir waren verzweifelt, eine Unachtsamkeit, Unwissenheit in diesem Fall, und das abendliche Reintreiben dauerte mindestens das Doppelte an Zeit. Mein Onkel gab uns Kindern dann den Tipp, alle Rinder und Kühe noch mal rauszulassen, der Herdentrieb war die Lösung.

Eine Freude war es auch, wenn mein Opa mich mit in den Wald nahm. Ich glaube, er erkannte sogar jeden Vogel am Gesang. Seinen geschulten Augen (eigentlich nur noch ein Auge) entging fast nichts. Viele Kleinigkeiten sammelten sich wie Perlen auf der Schnur zu einem kostbaren Wissen. Damit legte er einen Grundstein von Naturverständnis in mein Herz. Und auch wenn meine Eltern da sicher ebenso dran beteiligt waren, so sind es doch oft die Großeltern, die irgendwie prägender sind.


Während die Flurbereinigung vielfach selbstverständlich und rigeros war, blieb hier auf dem Hof auch mal eine Hecke oder Baum stehen. Mit den Treckern und der industriellen Landwirtschaft hatte sich so viel verändert. Meine Mutter hat so oft erzählt, wie anstrengend es zB. war, auf dem Dreschkasten zu sitzen und aufzupassen, denn wie anfällig waren noch diese Landmaschinen. Oh, was schimpfte mein Opa, wenn die „Jugend“ mal wieder zu schnell fuhr: „Ihr fahrt die Maschinen kaputt!“

Mein Opa hatte so ein umfassendes Naturverständnis und eine unglaubliche Liebe und Erfurcht zu Tier und Pflanzen, trotz oder gerade wegen seines Berufes. Natürlich musste Feld und Wald einen ernähren und Gewinn abwerfen. Aber man versucht(e) immer auch über den Tellerrand zu schauen, auch wenn es Fehler gab. Erst waren es die Kinder, welche Kartoffelkäfer absammeln mussten und sie den Hühnern zum Fraß vorwarfen. Und dann kam ein Wundermittel, ein neues Insektizied namens DDT. Kurzfristig erleichterte dieses Mittel das landwirtschaftliche Arbeiten. Bis man die Folgen erfuhr. Mama erzählte übrigens, es hätten die Eier immer furchtbar geschmeckt, wenn die Hühner so viel Kartoffelkäfer bekamen.

Meine Oma war die Frau, die alles auf dem Hof zusammen hielt. mein Opa war kein so gesunder Mensch und ein Hof mit vielen Menschen muss doch an vielen Ecken geführt werden. Ich kann mich daran erinnern, wie ich die Masse für die Blutwurst umrühren durfte, unter ihrer Anleitung. Der alte Ofen zum Räuchern in der Ecke der Küche wurde mit Buchenholzspähnen angefeuert, genau wie zu der Zeit, als meine Mutter noch hier lebte. Mein Opa hängte die fertigen Leber- und Blutwürste in die Räucherkammer oben auf den Dachboden. Da war es fast etwas unheimlich, dort oben waren ganz viele Sachen verstaut und dieser Raum in der Mitte des großen Bodens war irgendwie besonders, so schwarz und rußig und riechend.

Diese selbstgemachten Würste waren die besten überhaupt, die Schweine kamen vom Hof und die Arbeit dahinter war täglich aufwändige. Überhaupt war die Küche und das Gebäude in den Händen der Frauen ebenfalls mit viel Arbeit verbunden. Ich glaube, das einfachste Bild davon gibt wieder, dass im Büro ein Sack Zucker und ein Sack Mehl standen. Kein kleines 1000g Päckchen wie wir im Keller jetzt vielleicht horten, ein Sack, den man nur über der Schulter transportieren konnte! Als ich noch klein war, hatte meine Oma auch noch Hühner und sie erklärte mir, wie das mit den Gipseiern funktionierte. Beim Backen wischte sie jedes Ei für den Kuchen mit dem Finger aus, genau wie meine Mutter und ich das heute noch tun. Sie war eine strenge Frau, langes Schlafen in den Ferien zB. gab es nicht. Obwohl ich sie nicht als übermäßig religiös in Erinnerung habe, war sie es, die mir die Abendgebete beibrachte. Eigentlich gab es fast jeden Tag eine Verpflichtung, wenn ich so zurück blicke, die erfüllt werden musste. Stachelbeeren pflücken war bei ihrer stacheligen Sorte das Furchtbarste. Ihr Garten war ihr Stolz!

Natürlich bleibt ein Hof nur bestehen, wenn er sich permanent verändert! Einmalige Fruchtfolge heißt nicht umsonst „einmalig“. Da muss dann auch schon mal ein altes, baufälliges Gebäude umgebaut werden oder weichen. Aber die Steine kann und wird man noch mal nutzen.

Ein wichtiges Standbein heute ist der Hofladen. Die Kartoffel Felder, in meiner Teenagerzeit noch ein Experiment, nehmen heute einen großen Platz ein. Schweine gibt es immer noch auf dem Hof, mitlerweile haben sie einen neuen und sehr artgerechten Stall bekommen. Auf den Wiesen, wo zu meinen Kinderszeiten noch viele Rinder, Kühe, Kälber und sogar ein Stier standen, gibt es nur noch ein paar Rinder und vor allen Dingen schneeweiße Gänse. Es ist jedes Jahr wieder so wunderschön anzusehen, wie all die Vögel am Abend in den Stall getrieben werden müssen. Hoffentlich bleibt das Raubzeug weg.

Wo sich meine Mutter und ihre Geschwister damals ein Pony gewünscht haben, gibt es nun ein süßes, graues und auch einige Pferde. Das Schweizer Haus ist zu einem gemütlichen Ferienhaus umgebaut worden. Da wo früher erst Kühe und später Rinder standen, ist heute der wunderschöne und gut sortierter Hofladen hinter dem grünen Tor. Wenn der nicht geöffnet hat, kann der Spätentschlossene noch Fleisch aus dem Kühlautomaten kaufen. Darum beneide ich die Ansässigen sehr. Denn auch wenn mein Vetter, der natürlich mitlerweile den Hof mit seiner Frau übernommen hat, nicht „Bio“ produziert, so arbeitet er doch mit den „geringst möglichen chemischen Mitteln“ und der neue Stall für die Schweine ist nach Bio Standart gebaut. Leider wohnen wir viel zu weit weg, als dass ich all die Neuerungen mitbekommen würde, wie früher.

Diese Eichen stehen übrigens schon sehr, sehr lange auf dem Hof. Die eine stirbt langsam, aber neue wurden natürlich schon gepflanzt. Bäume, die dem Pflanzenden nie Schatten spenden werden und doch pflanzt er sie (wie ich letztens erst wieder durch die Anzeige meines Onkels erinnert wurde) „Wem hörse? Ach, es Gödden ….“  „Wo kommse her? Ach, Gödde Benkamp.“

Heiligenhäuschen am Hof, dahinter Felder und Wald: mitlerweile ist die Strasse verlegt und die Pferde ziehen nicht mehr Gespanne hier vorbei, die alte Pieta steht natürlich nicht mehr hinter dem Gitter.

Ich danke Euch, dass Ihr es bis hier her durchgehalten habt. Vieles, was ich in meiner Zeit als Enkelkind auf dem Hof erlebt und gelernt habe, prägt mich bis heute. Meine Mutter hat im Alter wieder mehr denn je eine starke Bindung hierher. Bruchteile zeige ich Euch nur und einiges sicher durch die rosarote Brille. Aber nur, wer weiß, wo er her kommt, kann sagen und wissen, wo er hin geht.

(Wenn Ihr mehr über den Hof und seine Angebote erfahren wollt, schaut doch u.A. mal hier:  – dass ist nur ein wenig bis keine Werbung – all die leckeren Kartoffeln und Würste wurden bezahlt!)

Und weil die Woche mit dem Schreiben dieses Artikels ein schöner, melancholischer Rückblick war, verlinke ich es noch bei Andreas Samstagsplausch

Ein sonnig-warmer Mai

Hallo Ihr Lieben.

Der erste Mai zeigte sich noch recht kalt und dann wurde es warm, wärmer und echt zu heiß. Der Bloggermonat wurde wieder mit einem Beitrag aus dem Jahresprojekt „Flatterhaft“ gestartet, das Goldhähnchen startete den Wonnemonat. Bei 12 von 12 war ich diesen Monat wieder dabei. Im Garten war viel los, sowohl bei Flora als auch Fauna. Den letzten Gedankengarten aus der Frühlingspost wurde vorgestellt. Der Blog ist ein Jahr älter geworden und ich habe einen Elstern Stempel als Verlosung geschnitzt. Der 10. BlogGeburtstag von Ulrike wurde mit einer Wichtel Aktion begangen und ich bekam ein tolles Geschenkpakete (hier ging ein Tauschpaket an meinen Wichtel raus). Mit einem schwungvollen Flugbild zu Nils Holgerson war ich dann wenigstens einmal beim Mittwochs Projekt von Michaela und Susanne dabei. Zwischenzeitlich war es eher wichtig draußen zu sein, als zu bloggen.

Die Woche selber war gut gefüllt. Am Wochenende spazierten wir in der Wahner Heide und besuchten das Gut Leidenhausen. Unter einer großen Linde mitten im Gutshof gab es Kaffee und Kuchen. Am Schönsten war es aber in der „Bienen Ecke“, hinter dem großen Tor, mit einem teils neu angelegte Obsthof voller alten Sorten und dem schönsten Insektenhotel, das ich jeh gesehen habe. Der Rosenkäfer suchte übrigens bewußt die nackte Erde auf (Suchbild). Das wurde mir erst bewusst, als daheim zufällig auch ein Rosenkäfer im Garten landete… und sich im Blumentopf vergrub. Rosenkäfer sind mit Maikäfer verwandt und legen die Eier so ab. (ihre Larven lieben allerdings abgestorbene Pflanzenteile)

Am Dienstag mussten letzte Vorbereitungen für den Seniorennachmittag – Mittwoch, mit Mini Kirmes – getroffen werden. Dann ging es ins Sauerland. Es wird noch einen Beitrag dazu geben. Ich möchte ein wenig davon erzählen, von meine Mutter herkommt und wo ich sehr viel Zeit meiner Kindheit verbracht habe.

Suchbild mit Rosenkäfer

Auf dem abendlichen Rückweg gab es magische Momente. Abendglühen und Talwolken. Auch das zeige ich im folgenden Beitrag.

Am Feiertag fuhren wir in die Eifel, eine Kleinigkeit im Garten der Schwiegereltern helfen und der Freitag ist dagehen fast ein normale Tag – kein Brückentag – mit Einkauf und Alltag. Ich habe endlich meinen nächsten Stempel fertig gemacht. Es wurde Mumin Mama geschnitzt. Leider hatte ich für die feinen Linien eher anderes Material (Softcut) nehmen sollen, das hab ich kurz nach dem ersten Schnitzer gemerkt.

Fleissige Helfer, Marienkäferlarven

Für Holunderblütchens Flower Friday zeige ich noch einen Blumenstrauß. Erdbeeren aus der Gegend haben jetzt Saison und schmecken, Dank optimaler Bedingungen, superlecker. Kauft Erdbeeren aus der Region, unterstützt die örtlichen Landwirte. Die bekommen teils so wenig dafür , dass erste Bauern ihre Felder umpflügen (wdr).

„Guckuck, Mama, Papa, hierher!“ Kohlmeisenteenager, noch wird er gefüttert

Verlinkt bei Birgit, Holunderblütchen und dem Wochen Rückblick von Andrea Karminrot

adventlicher Endspurt (?)

Hallo Ihr Lieben.

Einen schönen vierten Advent wünsche ich Euch all. Andrea läd wieder zu Ihrem Samstagsplausch ein, ein wenig Wochenrückblick zu zeigen.

Die Woche war, wie sicher bei fast allen, gut gefüllt. Eifrig eilt man von Pontius nach Pilatus und wieder zurück. Wenn einem dann auf dem Weg zwischen all den eiligen und griesgrämigen Menschen, durch den grauen Nebel, ein Radfahrer mit neongrünen Plüschohren auf dem Fahrradhelm entgegen kommt, ist das wirklich einen lauten Lacher wert! Der hatte damit meinen Tag gerettet! Die Weihnachtspost wolle raus und ein Stapel Karten gedruckt werden. Auch der Sohn hatte eine Liste und schnappte sich meinen letzten Stapel Blanko-Karten. Da saßen wir nun beide und schrieben und druckten, was das Zeug hält. (kein Werbungsauftrag) So langsam habe ich einen etwas unübersichtlichen „Haufen“ an Stempeln. Auch wenn diese nach bestimmten Themen sortiert in Kisten liegen, geht der ein oder andere doch mal unter, so wie das Sterntalerchen:

Wenn Ihr noch einen Schmuck für Euer Fenster sucht, ich habe die Datei zum Ausdrucken und Ausschneiden noch mal angehängt.

Weihnachtsgeschenke werden bei mir traditionell gerne selbst gemacht. Ich mag ja das Arbeiten mit dem „Brennpeter“ sehr. Diese Löffel sind schon bei den Besitzern, daher kann ich einen zeigen. Wenn jemand noch etwas aus dem Basar möchte für Weihnachten, es wird jetzt knapp (aber noch ist es für Weihnachten möglich). Unser Seniorennachmittag war in kleiner Runde aber dafür unglaublich gemütlich und schön, mit Gitarrenbegleitung bei viel Gesang und Nikolausbesuch und genügend Maßnahmen gegen das allseits über uns schwebende Thema. Die Linzer Torte, die ich ja das erste Mal gebacken hatte, war lecker und wurde gleich für Weihnachten gestern wieder gebacken, aber diesmal gleich auf einem Blech. Aber eben habe ich ein so schönes Rezept bei Nicole gelesen, dass ich wohl auch testen muss. Von Nicole kam auch just liebe Post, genau wie davor von Marita und Mano. Karins leckere Aufmerksamkeit erfreut vor allem gerade meinen Mann, der gerne Chilis isst, er lässt ausrichten, es brennt sehr schön zweimal. Auch von Jutta kam eine liebe Karte und von Ulrike, mit der ich einen kleinen „Adventstausch“ vereinbart hatte, kam ein ganz wunderbares Päckchen mit ganz vielen schönen Sachen drin. (Ich habe hier nur eine Auswahl fotografiert). Ich habe mich doppelt gefreut über Ulrikes Sachen, da ich um ihre gesundheitliche Lage gerade weiß. Liebe Ulrike, Deine Tasche ist schon vielfach in Nutzung und gleich rahme ich die Hobbithöhle. Die Advents Post Kunst Aktion geht ja auch noch fleißig weiter, die zeige ich dann noch mal extra.

Hatte ich erzählt, dass unser Hund einen Adventskalender geschenkt bekommen hatte? Wir haben uns einmal sehr amüsiert, der Hund sich aber sehr gefreut.

Der krönende Abschluss dieser Woche war dann der Besuch im Sauerland gestern, um den Baum traditionell mit Familienmitgliedern zu holen. Grau wie so oft, hängen die Wolken bis in die Sauerländer Täler runter. Es ist windstill und nasskalt. Mit den Verwandten zusammen suchen wir die großen und kleinen Bäume aus ihrem Stück und es wird gesägt, gequatscht und gepackt. Wie jedes Jahr, suchen wir ein kleines, besonderes Bäumchen. Dieses war zwischen den großen Tannen fast „eingequetscht“. Aber es hat gleich drei Spitzen und passt sehr gut in die zukünftige, zugedachte Ecke.

Himmelsblicke für Jutta und Close to the ground für die Galeria Himmelsblick

Nach getaner Arbeit gab es ebenfalls traditionell Currywurst Pommes und mit vollbeladenem Wagen ging es durch den Nebel wieder heimwärts. Diese Tage sind das Öl, dass die Adventsmaschine am Laufen hält, wenn Ihr versteht, was ich meine. (Ihr braucht Euch nur all die Fotos anzusehen.)

„Macht hoch die Tür die Tore macht weit“ (geschrieben von Pfarrer Georg  zur feierlichen Einweihung der neu errichteten Altroßgärter Kirche der Pregelstadt und es ging wohl auch darum, dass ein Grundbesitzer einen Weg wieder frei machen sollte, den Menschen vom Armenhaus zur Kirche vorher immer genommen hatten)

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.

Ich wünsche Euch allen eine schöne letzte Adventswoche, möge sie nicht mehr all zu hektisch sein!

verlinkt auch bei Creativsalat

Oben und unten

Hallo Ihr Lieben.

Herbst, goldener Oktober

Das Farben Feuerwerk beginnt zu leuchten.

Tapfer kämpfte sich die Sonne durch, immer wieder. Morgen Nebel lag am Samstag Morgen zur frühen Stunde über dem Land, feuchte, klamme Kühle streckt die dürren Altweiber Finger jeden Morgen nach uns aus.

In den hohen Wipfeln in Richtung der Geburtsheimat hängt der Nebel fest in den Fichten. Herbst im Sauerland hat viele Gesichter.

Und dann erwärmt die Sonne die Südseiten der Hänge.

Wir zählen wohl an die 15 Admiräle an den Pflaumen und 2 C Falter, irgendwo flattert noch ein zitroniger Falter hoch in den Lüften.

Für den Winter muss vorgesorgt werden.

Ich habe recht schnell, nicht unbedingt sehr ordentlich gestapelt. An Holz(Resten) mangelt es gerade nicht um Sauerland.

Ausklingen lassen, Geburtstagsgedenken, über Wespen wundern.

Schneller als gedacht ist der Tag vorbei.

Schnell und zu später Stunde und für den Bloghop von Ulrike zum Verlinken …. endlich fertig

Mögt Ihr noch auf einen Samstagsplausch (verspätet) bei Andrea vorbei schauen? (verlinkt)

Ich habe auch Fotos für close to the ground und Himmelsblicke und bei „Im Fokus“ als Oktoberinszenierungen zu verlinken

Und ein allerherzichstes Dankeschön für das Päckchen noch mal liebe Jutta!!!

Und da ich mitbekommen habe, dass ich nicht die Einzige mit „Schnöbber und Fröschen im Hals und Temperaturen“ war: allen sei ganz viel Gesundheit gewünscht!

wunderbar gemischt

Hallo Ihr Lieben

Ach, ist das gerade schon wieder kalt. Es ist 6.30 Uhr, Samstag Morgen und Hochsommer. Eigentlich könnte ich mit meinem Kaffeepott jetzt im Garten sitzen und genießen, dass es noch ein kühler Morgen ist. Nun, 14°-15°C sind nicht gerade eine Temperatur, die dazu einläd. Und Regenwolken stehen über mir am Himmel. Aber bevor ich hier nur jammere, wir hatten auch wunderschöne Tage, bzw morgens hat es geregnet und dann kam doch die Sonne hervor. Ich zeige Euch ein wenig:

Noch vor einer Woche bin ich mit dem Sohn im Sauerland altbekannte Wege gelaufen, bei strahlendem Sonnenschein.

Ich nehme Euch mal mit, denn wir haben u.A. sehr viele Schmetterlinge gesehen.


Die Perspektive führt Euch hier in die Irre, dieser Hohlweg führt steil den Berg rauf. Schon als Kinder haben wir diesen Weg gehasst, denn vor allem das letze Drittel lässt einen unweigerlich schnaufen. Daneben die Wiesen aber, die waren unsere liebsten Rodelstrecken und vor allem auf der rechten wurde immer eine kleine Ski Piste angelegt.

Hier ist ein wunderschönes Biotop. Hecken, die kleinen Schwestern des Waldes. Ein Neuntöter füttert seinen Nachkommen. Ich erkläre meinem Sohn, wo er den Namen her hat und das dieser Vogel für seine Vorratshaltung (er spießt Beute auf Dornen auf – daher der Name) Heckenpflanzen wie den Schwarzdorn benötigt.

Allgegenwärtiger Anblick. Wir laufen zwar durch Fichtenbestände, aber alle Fichten, die älter als diese hier auf dem Foto sind, haben Borkenkäferbefall. Oft genug sind unsere Schritte gedämpft durch die Nadeln am Boden und wir werden berieselt von fallenden Fichtennadeln. Der Borkenkäfer hat sich längst unter der Borke der Fichten breit gemacht und damit gelangt die Nährstoffflüssigkeit nicht mehr hoch in den Baum. Manchmal sieht man diese Flüssigkeit in dunklen Flecken im unteren Bereich des Stammes, wenn der Baum noch gesund erscheint. Wir fragen uns, wo die ganzen neuen Setzlinge herkommen sollen für all die neuen Bäume, die für die Aufforstung benötigt werden. So mancher Besitzer hat aufgegeben und seine Hektar Wald günstig verkauft. Vielleicht seht Ihr aber auch auf diesem Foto, wie steil hier die Berge, bzw die Täler, schmal und tief sind.

Der laue Wind lässt die Blumen und anderen Pflanzen hin und her wiegen, streichelt unsere Gesichter. Vor allem auf dem Wasserdost sitzen sie, die vielen Schmetterlinge. Aber sie nehmen auch gern ein Sonnenbad auf dem Weg, fliegen erst kurz vor unseren näherkommenden Schritten hoch.

Pfauenauge und Kleiner Fuchs. Admiral. Kaisermantel (männlich und weiblich). Landkärtchen.

Ausblicke
Blick hoch, vom Tal aus

Es sind diese gemischten Tage, die gerade diese Woche wunderschön gemacht habe. Wenn ich auf dem Rad sitze und durch blühende Felder radle. Über mir kreischen die Rabenkrähen und der Bussard. Wiedereinmal muss der Bussard seinen Aussichtsplatz räumen, denn die Rabenvögel attakieren ihn, sobald sie ihn entdeckt haben. Überall sind die Getreidefelder abgeerntet und sogar trotz des häufig fallenden Regens bereits geeggt. Aber ein paar Blütenfelder wiegen noch ihre Ähren und Blüten. Ein Biologe und ein Bauer haben hier selbige angelegt, mit heimischen Wildblumen. Noch vor etwa einem Monat leuchtete es eher blau, so viel Natternkopf blühte dort, nun schimmert es gelb, Dank der vielen Königskerzen. (Es ist so gelegen, dass man nicht hinstapfen kann, aus der Ferne sieht man aber all die Schmetterlinge und das Zwitschern so mancher Vogelarten ist zu hören.)

Irgendein Spassvogel hat die roten Stühle mitten in dieses Feld gestellt. Wer weiß, vielleicht ist es sogar Kunst und ich bin nur die Nichterkennende, welche mit gemischen Gefühlen die Sperrmüll Stühle im Gras nicht als Aktionskunst erkennt.

Oder es ist der Vormittag, den ich mit meiner Freundin bei einem Mini Workshop verbringe. Sie schnitzt ihre ersten eigenen Stempel und ein T Shirt, sowie ein Brotbeutel wird mit meinem Kraken bedruckt. Außerdem haben wir viel gequatscht und gescherzt, fast mehr, als „gearbeitet“. Das wird wiederholt!

Mit dem Sohn wollte ich mich im Nachbarsort dann treffen. Er war eine grosse Runde gelaufen und ich kam dann dazu geradelt. Für ein Mittagessen war es eigentlich zu spät. Aber wir entdeckten ein kleines Cafe. Leckerste Mini Törtchen (Mango-Maracuja und schwarze Johannisbeere) und eine kühle Limo wurden „verschnabuliert“, ein gesunder Snack sogar, da ohne Zuckerzusatz.

Wenn ich so den Wochenrückblick schreibe, vergesse ich fast, wie mies gelaunt ich gestern gewesen bin, als ich allein am Vormittag drei mal vom Platzregen durchnässt worden bin.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende, genießt die Sonne, wenn sie durch die Regenwolken blitzt.

Verlinkt bei Andreas Samstagsplausch und my corner of the world

Etwas mehr Schnee, etwas mehr Wärme

Hallo Ihr Lieben.

Es war keine Woche, in der viel passiert ist. Erneut. Das finde ich auch eigentlich ganz gut so. Wie das weiße Wochenende zu Ende ging, habe ich Euch schon hier gezeigt und meinen Hundegang beschrieben. Im Lockdown passiert einfach weniger.

Kurzfristig bin ich noch mal alleine zu meiner Mutter. (Natürlich mit größter Vorsicht!)

Das war eine Fahrt. Hier los bin ich bei 5 Grad. Dann kam ordentlich Regen der mit Sturm einher ging und zu Schnee wurde. Die Autobahn war schnell weiß. Etwas mehr Schnee. Aber so was ist kein Problem, wenn man langsam und vorsichtig fährt. Bei meiner Mutter angekommen, fielen zwar noch Flocken, aber die Grenze, ab der es weiß blieb, liegt allerdings höher.

Hinter dem Haus suchten Staare, Wacholderdrosseln und Singdrosseln nach Nahrung. Immer im Winter kommen die kleinen Schwärme. Das war ein Gewusel, welches leider auf dem Foto nicht wirklich gut zu sehen ist. Was man aber auf den Bildern sieht, ist die oft trübe und nebelverhangene Stimmung, die wir auch früher oft hatten, nicht immer ist auch im Sauerland der Winter weiß.

Dummerweise hab ich mich wohl irgendwie falsch bewegt. Wie sagt der Rheinländer so treffend: „Isch hab‘ Rück’n“. Was am Besten hilft, ist etwas mehr Wärme. Ich trage sexy Unterwäsche „kicher“ und mache mir Körner Kissen warm. Aufmunternd wirkt diese Woche die Englische Comedy Entertainment Serie „Taskmaster“ (mein Mann hat sie mir gezeigt, gibt es nur im Original und bei Yo*Tub*) und ich höre viel Musik, davon besonders viel Filmmusik.

Ich habe eine wunderbare viereckige Kupfer Form für den Ofen vererbt bekommen und liebe es, darin Gemüse im Ofen zu garen. Man nehme zB Süßkartoffeln, Kartoffeln, Möhren, Schalotten, Paprika und Knoblauch. Dazu Olivenöl, Kräuter und Gewürze, gut durchgemengt und bei 200 Grad im Ofen backen.

Dazu schmeckt Kräuterquark oder Schmand oder SourCream. Und Apfelmus, ich kann ja immer wenn Kartoffeln beteiligt sind, Apfelmus dazu essen. Ach, das ist so etwas Feines, Erwärmendes und so vielseitig in der Zusammenstellung.

Zum ersten Mal dieses Jahr habe ich mir Blumen gegönnt. Erst gab es an der Kasse einfache Tulpen. Aber dann kam auf dem Weg zum Drogeriemarkt noch ein bunter, abgepackten Strauß dazu. Schnell geholt, daheim auseinander genommen und angeschnitten. Leider habe ich bei dem bunten Strauß vom Gartenmarkt nicht gut hin geschaut, die Hälfte war hinüber. Nun, ich erfreue mich auch so an den Blumen. Die sind einfach schön anzusehen und tun gut. Herzerwärmend.

Vom grauen Pullover, den ich etwas bunter gestalte, habe ich ja auch schon erzählt. Hier schon mal ein Ausschnitt des Zwischenstandes.

Bunt ist einfach besser.

Treffen wir uns zum Samstagsplausch bei Andrea?

Die Blumen zeige ich endlich mal wieder beim FlowerFriday.

Macht es euch gemütlich!