12 von 12 im kalten April 21

Hallo Ihr Lieben.

Caro vom Blog „draussennurkaennchen“ sammelt wieder unsere alltäglichen 12 Bilder am 12 des Monats.

Erstes frühes Frühstück nach den Osterferien in Hektik. Sohn hat letzte Stunden der Leistungskurse vor dem Abi in Präsentzunterricht. Gefroren hat es schon wieder heute Nacht! HÖMMA, FRÜHLING, WO BISSE‘ AM BLEIBEN? Hagel und Sonne, Regen, so wird es weitergehen. Ich muss meine Frühlingspost noch schließen und frankieren.

Morgentliches Gießen von Tomaten und Chilis und Petersilie.

Der Sohn möchte nach dem Abi noch ein FSJ machen und ich scannen das Zeugnis vom letzten Halbjahr ein. Gut, daß er ein Bewerbungsfoto doch noch machen kann, der Fotograf hat auf. Allerdings machen sie in der Schule gleich als Erstes einen C.-Test. Mein richtiger Rechnerplatz ist das übrigens nicht.

Unscharf, ich weiß. Aber das habe ich erst hinterher gemerkt. Ich muss zur Post, u. A. ein Geburtstagspaket rausschicken. Der April hat bei uns einen Geburtstag nach dem anderen. Altglas muss auch mal wieder weggebracht werden, genau wie das Pfandglas.

Am Obst-und Gemüsestand habe ich mir ein Biedermeier Sträußchen gegönnt. Zum Salat gibt es noch Gnocchi zum Mittagessen.

Während wir essen, gibt es Eichhörnchen Kino. Wenig später hockt es auch in der Quitte und versucht dort blaue Wolle zu rupfen, während es hagelt.

„Ich will draussen bleiben und ich will nicht schon wieder auf ein Foto! „

Plötzlich und unerwartet! Die Sonne wärmt mir den Rücken!

Ich muss dann ja noch weitere Geburtstagspost machen. Dazu Milchkaffee und Musik!

Jetzt schnell die „trockene Zeit“ nutzen und den Bärlauch für Pesto pflücken. Natürlich bin ich dann doch dabei nass geworden.

Und es regnet und graupelt wieder

Und los geht es. Mit ca umgerechnet 4 Bund Bärlauch, ich habe mir am Stand heute morgen nicht nur Blümchen gekauft, geht es los. Der Bärlauch im Garten ist doch etwas zu wenig für die Pestofertigung.

Ich nehme geröstete Pistazien, Mandeln, etwas Limettensaft, Salz und Olivenöl. Immerhin knappe 4 Gläser. Dieses Jahr habe ich weniger Nüsse/Mandeln genommen und auch keinen Käse zugefügt. Reichlich Olivenöl zugeben und darübergießen nicht vergessen! Ach, das Gurken Glas daneben beinhaltet ein paar Blätter (welche nicht mehr so schön waren) und Hochprozentigen für einen Angesetzten. Bärlauch ist gesund (zB gegen Bluthochdruck) und so einen Aufgesetzten nach dem Essen ist mal eine Abwechslung, wenn auch nicht jedermanns/-fraus Sache. Dazu habe ich viel Musik gehört. Total durcheinander. Wer meine Playlist sehen würde, könnte sich auf meinen Geschmack keinen großen Reim drauf machen. Film- und Musicalmusik, Oldis ab den 30ern über viel 70er und natürlich 80er, moderner Swing, so was wie Jazz (gefälliger eher), Folk und Folkrock und wie das alles eingeteilt wird. Klassik findet sich wenig dabei, dafür muss ich in Stimmung sein, aber dann kommt es auch vor, daß ich (natürlich total furchtbar und falsch) Mozart mitgröle (anders kann man das beim besten Willen nicht nennen).

Die nasse Wäsche will aufgehängt und auch trockene zusammengelegt werden. Ha, Ihr hättet doch nicht gedacht, daß es ein 12 von 12 ohne Wäsche gibt? Das ist dann zwar das 13. Bild, aber das Bärlauch Pesto hat ja zwei bekommen. Hier geht es jetzt in den Feierabend, etwas Sport macht der andere Sohn noch schnell im Wohnzimmer, bevor wir uns auf das Abendessen stürzen, da habe ich genug Zeit, den Beitrag hier hoch zu laden.

Euch einen schönen Abend, einen guten Start in die Woche und ich verlinke dann jetzt auf Caros Party

Die langen Nächte

Hallo Ihr Liebe.

Habt Ihr schon mal eine Wohnung oder ein Haus ausgeräuchert? Denn den Ausdruck: „es herrscht dicke Luft“ kennt Ihr sicher alle.

Letztes Jahr wollte ich diesen uralten Brauch eigentlich schon anwenden. Auf dem Weihnachtsmarkt konnte ich dafür Kohle kaufen. Salbei aus meinem Garten habe ich. Salbei, Lavendel und Beifus sind neben Weihrauch (Harz) wichtige Kräuter und Harze zum Räuchern. Man kann sie entweder dicht zu einem Bündel zusammenbinden, oder in einer Pfanne anzünden, oder auf ein Stövchen mit dieser speziellen Kohle legen. Unter die Kohle wird etwas Sand gelegt und die Kohle angezündet. Sie soll nicht brennen, sondern schwehlen.

Geräuchert wurde schon im Mittelalter. Ihr könnt Euch vielleicht denken, dass besonders zu den grossen Pest Epidemien ausgeräuchert wurde. Menschen nutzten noch lange Kräuterbündel um Krankenräume mit Ausräuchern durch Kräuter zu desinfiziert. Zum Jahresende ging der Hausherr durch Haus und Hof, um alles zu segnen und zu räuchern. (Wir kennen noch heute die Weihrauchsegnung der Kirche) Daher passt das doch sehr gut gerade, oder?

Minze, Sand, Rosmarin, Melisse und Rosenblätter

Egal, ob man daran glaubt, das Ausräuchern die negativen Energien, welche sich in Räumen sammeln, neutralisiert, es kann für einen zum symbolischen Akt der Säuberung werden. Mit dem schwehlenden Bündel oder dem Gefäß geht man bei geöffneten Fenstern durch die Wohnung. Beim Haus fängt man im Keller an. Jeder Raum sollte dabei durchschritten werden. (Kinderräume nur kurz, Kinder reagieren stärker auf Kräuteröle, als Erwachsene.) Wollt Ihr bestimmte Zwecke von Räumen unterstreichen, könnt Ihr in Schlafräumen zB beruhigenden Hopfen nehmen, im Büro belebenden Rosmarin, Lavendel für das Wohnzimmer und Salbei in Flur, Küche und Bad. Minze eignet sich da auch sehr gut dafür. Nadelbaumzweige sind gut für Keller, Dachboden und Abstellkammer. Aber das hier sind alles nur Vorschläge, wenn euch die ätherischen Öle in einem anderen Raum, als hier vorgeschlagen, besser gefallen, so versucht es. Das Ausräuchern des Hauses und Hofs erfolgte wie gesagt zum Jahresende, aber man kann natürlich immer zu bestimmten Anlässen räuchern. Ich mag es dieses Jahr als Abschluss machen.

Kräuter und Stövchen

Übrigens, ein Kräuterbündel stellt man aus frischen Pflanzen her, die fest mit einem Band umwickelt werden und dann als Bündel trocknen. Wenn man daran gedacht hat, solche im Sommer herzustellen. Nun, Salbei, Minze, Rosmarin, Beifuß und Thymian kann man gerade auch noch im Supermarkt kaufen. (Deswegen schreibe ich auch den Artikel jetzt noch, damit Ihr vielleicht noch die Möglichkeit habt, Euch hier einzudecken.)

Für frische Luft und frische Gedanken. Damit wir auch noch gut durch die Raunächte (Rauhnächte) kommen. (Darüber habe ich schon hier, hier und hier geschrieben) Ich wünsche gesunde und gesegnete Festtage.

Verlinkt bei: DVD Handmadeontuesday

Von feinem Sauer und sauer sein

Hallo Ihr Lieben.

Zum Samstagsplausch treffen wir uns wieder bei Andrea.

Darf es ein Tee, Kaffee, Muckefuck oder doch lieber ein Durstlöscher sein? Die Woche habe ich schon Holunderblüten Sirup gemacht. Der kommt nun wieder einfach schußweise in den Wasserkrug und am Wochenende sicher auch in Prosecco.

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Der zwölfte war in dieser Woche und viele zeigten bei „draußen nur Kännchen“ ihre Bilder. Ich habe im Auftrage ein Kindershirt und einen Rucksack bedruckt. Die neue Linolfarbe ist nicht schlecht, aber auch sie kommt an die „alte“ auf Leinöl Basis nicht heran, der jammere ihr immer noch hinterher. Eine zweite Farbrolle sollte dafür auch erstanden werden, aber im extra angesteuerten Geschäft gab es prompt keine mehr, auch keine Schnitz Platten, kein gewünschtes Papier und die erworbenen Stempelkissen sind ∆¢~°[&#@/ (um es in Comicspracheblasen zu umschreiben). Gut das wir uns nicht nur deswegen mit dem Auto in die Nachbarstadt aufgemacht hatten, der Sohn brauchte auch einen Adapterstecker und einen Speicher für den PC. Immerhin waren wir da teilweise erfolgreich. Einkaufen bzw unter Menschen gehen ruft bei mir gerade fast immer Aggressionen hervor. Abstand wird nur noch in der Schlange gehalten und selbst da rückt mancher schon näher, aus Unachtsamkeit oder Ungeduld. Man trägt doch Maske und alles wird gelockert, das vermittelt trügerische Sicherheit.

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Mich bringen die wenigen Male in Geschäften jetzt fast immer auf 180. Ich möchte auch keinen Abstand mehr, alles in mir schreit nach „sich treffen, umarmen, soziales Miteinander“! Wir waren ja schon mutig und hatten ein erstes, vorsichtiges, abendliches Treffen im Garten anberaumt, da erkälten sich Mann und Sohn. Symptome passen, (Hals, Kopf, Glieder,…) Fieber fehlt, aber trotzdem den Arzt angerufen. Unser Hausarzt nimmt sich Zeit am Telefon alles abzufragen und auch zu erklären und zum Abstrichzentrum zu schicken. Komisches Gefühl. Eigentlich rechnen wir nicht mit positiven Ergebnissen, aber, ja immer dieses ABER. Diese Woche ist für mich wirklich zum Vergessen, ich bin gereizt, gehe anderen auf die Nerven, übersensibel,….

Die Abstriche sind negativ. Der andere Sohn hatte ja zum ersten Mal wieder Schule Anfang der Woche. (Yeah, mit gemischten Gefühlen!) Die Schule versucht so gut es geht zu organisieren, wird von oben wieder viel allein gelassen, macht aber trotzdem weiter. Aber der Sohn hat dann erstmal „nur“ zwei Std. Kunst und könnte dann wieder heim radeln. Der Kunstlehrer ist in der ganzen Zeit einmal die Woche zum Befeuchten des Tons in die Schule gefahren, 70km oneway. So sind die angefangenen Werke gerettet worden, der Sohn ist total glücklich. Statt danach heim zu fahren, gehen er und drei weitere mit in einen Geschichtskurs, wo noch genug Platz ist, auch wenn dieser Kurs schon stofflich weiter ist. Und in dieser Woche findet im LK. Englisch erstmals Unterricht am PC statt, mit Bildschirmpräsentationen, der Klassenverband, incl. Sohn, sind sehr zufrieden. Wer mir nochmal sagt, unsere Jugend wäre faul und wolle nichts lernen, dem hau‘ ich was um die Ohren.

Jeden Tag verändert sich der Garten. Rosen und Pfingstrosen gehen auf, Sommerblumen strecken ihr Grün mitten in den Eisheiligen hervor. Selbige sorgen aber für einen Wachstumsstopp bei den vorgezogenen Tomaten, trotz nächtliches Abdecken. Und hier ist es schon wieder so trocken, dies wird sich lt. Wettervorhersage auch nicht  schnell ändern.Eine Holzbiene habe ich endlich auf ein Foto bekommen, ich hoffe Ihr erkennt den grossen Brummer aus dem Süden hier:

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Kennt Ihr diese Blättchen:

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Das ist wilder Wiesen Sauerampfer, ein Knöterich Gewächs, wie er in fast jeder Wiese wächst. Ihr erkennt ihn immer gut an den „Flügeln“ des Blattes. (Verwechslungen mit dem giftigen Aronstab sind eigentlich fast nicht möglich). Ich liebe Sauerampfer, als Kinder haben wir den mit unseren Eltern zusammen gesucht, anschließend eine Suppe daraus gemacht. Natürlich wurden einfach so schon Blätter vor Ort gegessen, welch sauer schmecken, wie der Name es schon sagt. Die Pflanze enthält Oxalsäure, die in grossen Mengen verzehrt, zu Durchfall und Erbrechen führen kann und auch Rheumatiker, Gichtkranke, Schwangere sollten sie nur in geringen Mengen bzw gar nicht davon essen. Aber als Heilkraut und Salatbeigabe ist Sauerampfer sehr gesund! Von Vitaminen und Mineralien nur so strotzend, ist es blutreinigende, herzstärkend, antibakteriell, schleimlösend, harntreibend und lecker! Auch dieses Kraut wurde schon im Mittelalter verwendet (Tee und Umschläge) und ist allein durch sein Vorkommen überall, eine Pflanze, die viele von Euch sicher schon kennen, vielleicht sogar die Kulturformen im Garten haben. Beim Kochen zerfällt übrigens die Oxalsäure. Mein Vater wusste als Kriegskind viele dieser Sammelkräuter zu bestimmen, aber wenn Ihr Euch mal umhört, so kennen sicher einige der Omas und Opas gerade die Sauerampfer Suppe, die mit Sahne, etwas Pfeffer, Salz und Muskat schnell zubereitet war.

Ein paar Blättchen in den Salat, etwas mehr als oder zum Spinat, wie wär’s?

Sauerampfer
rumex-acetosa quelle.gesund&co

 

Ich habe mich entschlossen, erstmal weniger digital unterwegs zu sein. In dieser ganzen Corona Zeit habe ich mich auf mein Handy gestürzt, gestützt. Das will ich runterfahren. Also, wenn ich Eure Beiträge weniger oder später besuche, bitte ich schon jetzt um Vergebung.

 

Habt ein schönes Wochenende, bleibt gesund und tapfer.

 

 

Hirtentäschel

 

Hirtentäschel

 

Ist das nicht ein schöner Name?

Hallo Ihr Lieben.

Das ist eine Pflanze. Genauer gesagt, ein ein- bis zweijähriges Wiesenkraut. Der botanische Gattungsname Capsella leitet sich von capsella (lat.) für „kleine Tasche“ ab. Die früheren Taschen der Hirten sind damit gemeint, welche eine ähnliche Form hatten wie die herzförmigen Schötchen, die Fruchtkapseln der Blume. Dieser kleine Kreuzblütler ist fast überall auf der Welt verbreitet. Sicher habt Ihr als Kind, (oder Eure Kinder,) bei einem Wiesenstrauß schon mal ein oder zwei davon auch im Strauß gehabt, obwohl es unscheinbare Kräuter sind.  Das Hirtentäschel ist trotzdem etwas Besonders. Es besitzt einen angenehmen Geschmack, enthält viel Vitamin C und eine Menge Mineralstoffe und ist außerdem ein kräftiges und seid dem Altertum genutztes Heilkraut, welches besonders gut gegen Blutungen wirkt. So wird noch heute ein Tee bei starke Monatsblutung getrunken. Es wirkt sich auch ausgleichend auf den Blutdruck aus, so wird die Droge sowohl bei Bluthochdruck als auch bei zu niedrigem Blutdruck eingenommen und wirkt regulierend auf ein schwaches Herz. Schon Hildegard von Bingen nutze und beschrieb das „Täschel“, welches auch nach einer Geburt oder kolikartigen Schmerzen empfohlen wurde. Das Hirtentäschel wirkt auch entzündungshemmend. Natürlich darf auch diese Droge nicht wahllos genutzt werden, besonders bei Vorerkrankungen oder Schwangerschaft (Kontraktionen können ausgelöst werden) ist immer Vorsicht geboten.

Hirtentäschle

Es eignet sich für eine äußerliche Anwendung ein starker Teeaufguss. Dies hilft bei Nasenbluten und Wunden. Dazu wird eine Kompresse getränkt und aufgelegt. Bei Zahnfleischbluten kann man mit dem Aufguss spühlen. Zur Tee Ernte wird das Kraut samt Wurzel genommen und getrocknet oder frisch verwendet. (Etwa zwei Teelöffel des Krautes mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und bis zu zehn Minuten ziehen lassen. Den Tee am besten über einen Zeitraum von 2 – 4 Wochen bis zu drei Tassen täglich trinken. Zur äußerlichen Anwendung wird die doppelte Menge des Krautes als Aufguss angesetzt.)

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zarte Funde

Die knospigen Blütenstände könnt Ihr als Würzkraut in Euern Salat tun, sie haben eine leichte Kresse Note. Ich habe gelesen, dass auch die Samen ähnlich wie Senf gestampft werden könne, also mit Essig und Salz zusammen.

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Als Ministrauß

Ich mag aber vor allen Dingen diese zarten kleinen Herzen, die rund um den Stängel stehen. So pflückte ich mir in der Wiese des Parks einfach ein paar der unscheinbaren Blume. Und wie es der Zufall wollte, war etwas in dieses Kalenderblatt eingepackt. Illustration und Gedicht gefielen dem Jungen so gut, dass ich es nun ausgeschnitten und gerahmt habe. Schaut doch mal die Pflanze an, die am Fuße dieses grossen Berges steht.

gross werden
„Gross werden“ von Naoko Kudo Illustration Takashi Hotchama

Verlinkt beim Naturdonnerstag