Sie bringen den Frühling mit

Hallo Ihr Lieben.

Es ist wieder Zeit für einen neuen Beitrag zum Jahresprojekt. Vielleicht hat der ein oder andere schon durch die Überschrift eine Ahnung. Es geht um Rückkehrer aus dem Süden und es sind sogar fast immer die ersten im Jahr: Kraniche, lateinischer Name Grus grus

Heute ist übrigens auch meteorologischer Frühlingsbeginn, also perfekt für diesen „beflügelten Vertreter“.

Schon als ich ein Kind war, sind wir bei ihren hellen, trompetenartigen Rufen nach draußen in den Garten gelaufen. Es war und ist wohl ein besonderer geografischer Ort, wo sie kreisen und sich orientieren, so das wir sie dort immer gut sehen konnten.

auch Eurasischer oder Grauer Kranich

( lat. Name: Grus grus)

der keltische Gott Ogma soll die Oghamschrift erfunden haben, nachdem er den Flug der Kraniche beobachtete

altägyptischer Sonnenvogel (und auch Delikatesse)

Auch hier haben wir manchmal das Glück, dass sie nicht nur schnell über uns fliegen (tagsüber, oft aber auch nachts), sondern kreisen, um sich neu zu orientieren. Denn Flußläufe, vor allem wenn sich zwei treffen, sind gute Orientierungspunkte für diese großen Zugvögel.

Wir hören ihre lauten Kontakrufe oft, bevor wir sie sehen. Ihre typischen keilförmigen Formationen erkennen wir dann sofort am Himmel, eleganter, feiner, in größerer Zahl, als Gänse. (Gänse sind auch kleiner, selbst der Storch ist kleiner) Als erstes sehen wir immer die Rückkehrer, die in Frankreich überwintert haben. Auch aus Spanien ziehen sie dann, besonders bei Südwestwind. Der trägt ihren Flug und natürlich unterstützt sonniges Wetter. Die Keilform mindert den Luftwiederstand für die hinteren Vogel, es wird natürlich regelmäßig getauscht. So können sie sogar die Strecke von Nordfrankreich bis an die deutsche Nord- und Ostsee in einem Tag machen. Manchmal gibt es auch welche, die in Deutschland überwintert haben. Kraniche sind robuster gegen Kälte, als wir vielleicht denken. Aber eine frostige Schneedecke lässt sie dann im Winter doch noch einmal weiter südlich ziehen. Auch wenn sie im Frühjahr eigentlich schon in ihren Gebieten sind, kann eine Kaltfront sie noch Mal südlicher ziehen lassen.

Bleistift Kraniche

Blaugrau ist sein Gefieder, die über den Bürzel hinaus ragenden Schirmfedern werden immer dunkler. Die Kopffärbung ist schwarz und weiß mit der roten Haube und den roten-schwarzen Augen. Auf langen Beinen stolzieren sie auf den Feldern, im Frühjahr zieht ihr Hochzeitstanz viele „Vogeltouristen“ zur Ostseeküste. Vor allem auf Rügen begegnet einem der Vogel nicht nur real, sondern auch als Kunst. Er ist sozusagen das Wappentier. Allgegenwärtig. Und besonders wenn sich die Vögel auf den Feldern sammeln, bleiben die Touristen einfach überall mit ihren Autos stehen und fotografieren und die Einheimischen fluchen.

Kranich Skizzen im Büchlein

Ich glaube, ich erzähle Euch nicht viel Neues: Symbol der Wachsamkeit (Heraldik) und Klugheit und des Glücks, Gesundheit und langes Leben verheißt er. In der Dichtung verkörpert er die Erhabenheit der Natur. In Japan lebt der Kranich sprichwörtlich tausend Jahre und wer 1000 Kraniche faltet, hat einen Wunsch frei. Schillers „Kraniche des Ibykus“ kennen sicher auch viele. Bei einigen afrikanischen Stämmen werden Tänze aufgeführt, die die anmutigen Tänze der Kraniche nachahmen. Sie beschwören Fruchtbarkeit und Frühling. In China und Indien sind sie Himmelsboten und in Korea begleiten sie Verstorbene in den Himmel. Auch in russischen Märchen tritt er immer wieder als Glücksnote auf. Eine Vielzahl an Kunst verewigt(e) den mystischen Vogel. Die Liste könnte sehr viel länger gehen

Kraniche selber sind nicht nur gute Paartänzer und -sänger sondern dem Partner ein Leben lang treu. Schon vor der Fortpflanzung binden sie sich aneinander. Aber es gibt häufiger Wechsel, als eigentlich vermutet.

Tagsüber gern auf weiten Wiesen, Mooren und ähnlichen Flächen, suchen sie Abends lieber schützende Wasserflächen auf. Allesfresser sind sie und nehmen von Kleinsäugern, Fröschen, Reptilien über Beeren bis hin zu Kartoffeln eine Menge verschiedener Nahrung zu sich. Sie sind Bodenbrüter, das Nest befindet sich iR in der Mitte des Reviers, eine gute Rundumsicht ist wichtig. Es hat ca einen Meter Durchmesser und befindet sich 10 – 20 cm über dem Wasser. Eine Besonderheit bei der Brut ist die Hilfe der Eltern beim Knacken der Schale. Bei seltenen Aufnahmen würde ein leichter, vorsichtiger Tritt gegen die Schale dokumentiert. Die Küken sind Nestflüchter und werden bei den Ausflügen gut von den Eltern behütet. Dabei wird gefüttert und zum Selber suchen angeregt. Nach 10 Wochen sind die Jungvögel, gut am sandig-grauen Gefieder zu erkennen, etwa so groß wie ihre Eltern und treffen sich mit den adulten zum Zug. Ihnen fehlt die Schleppe und ihre Tonfrequenz ist höher.

Wußtet Ihr, daß es die einzigen Vögel sind, die nur alle zwei Jahre in die Mauser kommen. Und es gibt weltweit 15 verschiedene Kraniche. Dieser buschige Schmuckfedern sind keine Schwanzfedern, sondern von den langen Flügeln. Kraniche können tatsächlich (aber nur in Gefangenschaft) 40 Jahre werden.

Leider habe ich nicht noch einmal etwas Neues kreativ gestaltet, da ich Dank eines Virusinfektes in Zeitnot geraten bin. Diese Stempel habe ich schon vor langer Zeit geschnitzt, aber ich mag sie immer noch sehr. Bei den Skizzen ist noch einer dabei, den ich machen möchte.

Übrigens, Kraniche bringen nicht nur den Frühling, sie nehmen im Herbst auch die warme Zeit wieder mit. Wenn sie gen Süden ziehen, kommt der Winter.

Und diese wunderschönen Origamie Kraniche bekomme ich leider nicht hin. 😊

geschenkter, geliebter goldener Glücksvogel aus Hamburg

Verlinkt bei Andreas Jahresprojekt Linkparty und dem Creativsalat

Ich pfeif‘ Dir was

Hallo Ihr Lieben.

Ich hab gerade wieder ein wenig bis Meer Sehnsucht. Dementsprechend wurde von mir diesen Monat eine ganz besonderer kleinen Vogel, der oft an Stränden zu finden ist, ausgesucht. Denn natürlich geht das Jahresprojekt von Andrea in die nächste Runde, bei mir genannt: „Beflügelt“

Vielleicht habt Ihr schon eine Ahnung, zusammen mit der Überschrift?

Küstenstreifen in den Niederlanden
Watvögel und dahinter gesperrtes Brutgebiet am Strand

Der Begriff Regenpfeifer ist seit dem 18. Jhd belegt und bedeutet „pfeift bei/zu Regen“, wie Carl von Linne schrieb. Und tatsächlich sind sie gern in größeren Gruppen vor Regen am Strand unterwegs, dann gibt es mehr kleine Beutetierchen. Aber pfeifen hört man den Vogel hauptsächlich in der Balz und der Brut, von Mai bis Juni . Charadriidae so der lateinische Name, sind kleine bis mittelgroße Watvögel (14-16cm) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen.  Sie haben etwas kürzere, spitze aber vorn stumpf endende Schnäbel (verglichen mit anderen Watvögeln) und ernähren sich meistens von wirbellosen Tieren. Zu sehen sind sie bevorzugt in offenen Landschaften mit Gewässern, wie dem Strand von Flüssen und dem Meer.

Aus dem Bilderbuch „die Vogeluhr“ (I. Lucht), gut als Größenvergleich

Es gibt mehrere Vögel die zu den Regenpfeifern gehören, auch der Kiebitz, sie leben auf der ganzen Welt. Ihre Körper sehen eher rundlich aus und für Vögel, die ihre Nahrung oft nah am Wasser suchen, haben sie kurze (oder mittellange) Beine. Ob am Moor, Meer, Dschungel oder Fluss und sogar in Wüsten: mit ihren besonders großen und guten Augen finden sie die kleinsten Krebschen und Insekten. Die Augen haben noch eine Besonderheit, dort sind Salzdrüsen, welche durch die Nahrung aufgenommene Salze ausscheiden. Zugvögel sind sie übrigens, manchmal kurze Strecken, manchmal längere.

entsprechende Seite aus meinem Vogelbestimmungsbuch vom Franckh-Kosmos Verlag

Sie rennen, trippeln am Strand ein kurzes Stück, um inne zu halten und Ausschau zu halten. Sie können mit diesem heftigem Trippeln auch Beute aus dem Boden aufschrecken. sozusagen indem sie Regen imitieren. 

Manchmal beobachten wir sie als Strandspaziergänger beim Gang dicht am Wasser im sicheren Abstand vor uns her laufend. Deswegen bekommt man von ihnen fast nie ein Foto ohne entsprechende Ausrüstung. Immer, wenn ich dachte, jetzt hab ich sie, flogen sie geschwind los. Ihr schneller Flug, manchmal dicht über der Wasseroberfläche, in kleinen Gruppen ist auch so etwas Wunderschönes. So geschickte und schnelle Flieger sind sie.

Kleine Mulden reichen den Vögeln um 3 – 4 gut getarnten braun-gefleckte Eier auszubrüten, selten gibt es 2 Bruten. Die Küken folgen ihren Eltern sofort und lernen gleich fürs Leben. Zu den natürlichen Feinden zählen Raubvögel (auch Möwen) und Raubsäuger. Natürlich sind sie dem Wetter und Parasiten wie andere Tiere auch ausgesetzt. Aber die größte Gefahr geht von uns aus, z.B. durch frei laufende Hunde und unsere Verschmutzung und Ausbeutung der Natur. Übrigens, wenn das Nest in Gefahr ist, täuschen Regenpfeifer artige Elternvögel Verletzungen vor, indem sie am Boden flattern und locken den möglichen Beutegreifer damit weg.

Mein selbstgemachtes Jahresheft

Und gleich hier mein dringender Aufruf: wenn an Stränden Gebiete als Brutgebiete ausgewiesen sind, bleibt wirklich weg. Ihr seht weder die gut getarnten Vögel, ihre Eier, noch die Mulden, die am Boden als Nester dienen. Und wenn das nicht schreckt: wer erwischt wird, muss auch zahlen. Denn, diese wunderschönen kleinen Vögel werden immer seltener. Ich habe es schon so oft gesehen, dass Besucher sich nicht daran halten, daher weise ich ausdrücklich und ausnahmsweise darauf hin, denn es gibt Arten, die nicht nur seltener werden, sondern vom Aussterben bedroht sind.

Drei kleine Vögelchen habe ich mir als Stempel geschnitzt. Schließlich sieht man sie doch immer in Gruppen. Perfekt auch als Motiv für Karten (oder auf Trockentüchern und Stoff, was ich aber noch testen muss)

Verlinkt beim Jahresprojekt von Andrea und beim Creativsalat

Lichtbringer  und Schwertransport

Hallo Ihr Lieben.

Der Dezember 2022 beendet die Aktion von Andrea für und mit unseren Jahresprojekten. Letztes Jahr hatte ich dafür Vögel genommen. Dieses Jahr wurde es etwas erweitert um alles, was flattern kann. Einen Rückblick auf das Projekt bei mir gab es ja Anfang dieses Monats.

Uhu Feder, als Stempel versucht

Ich habe da noch zwei Vögel, die ich gerne vorstellen möchte.  Und ich konnte mich nicht entscheiden, also bekommt Ihr sie beide. Und nein, obwohl ich den Beitrag mit einer Uhu Feder begonnen habe, geht es nicht um unsere größte Eule (kann aber noch kommen).

Ich spreche einmal von dem Waldrapp und dann von der Großtrappe.

Nein, dass ist kein fehlgefärbter, amerikanischer Truthahn und auch kein schwarzer Storch.

Geronticus eremita aka Waldrapp .

Ein so gar nicht mitteleuropäisch anmutender Vogel. Und doch ist dieser gänsegroße Ibis, ein „alter“ Vogel nicht nur in Ägypten, (wo Ihr ihn vielleicht schon als Hypoglyphe erkannt habt,) beheimatet. Schon Noah soll durch ihn den Weg vom Berg Ararat ins fruchtbare Tal gefunden haben.

Kein Wunder gilt dieser Vogel als Glücksbringer im Islam. Im alten Ägypten galt er als Lichtbringer und Verkörperung des menschlichen Geistes. Als im 4. Jhd die Römer am Kaiserstuhl waren, muss es dort Trappen gegeben haben, denn es gibt Knochenfunde an den Palisaden. 1557 wird in einem ersten ornithologischen Bericht erwähnt, dass in den Alpen dieser Vogel „Waldrab oder auch Klausrab“ vorkommt und vor allem in Italien die jungen Vögel als Delikatesse gelten. Dabei gab es sogar ein Jagdverbot, …um den hohen Herren als seltener werdende Delikatesse zu dienen.

Und da haben wir es schon wieder, den Grund, warum der Vogel schon 1627 als ausgestorben galt in unseren Breiten. Während er im Orient geschützt war, wurde er hier als Delikatesse gejagd, als Ausstellungsstück gefangen und die Nester geplündert. So verkam er hier tatsächlich zum Fabeltier, denn es gab ihn nicht mehr. 1897 entdeckten aber Ornithologen, dass der Vogel, den sie im nahen Osten fanden, identisch mit dem vormals hier lebenden war. 1990 gab es insgesamt wohl nur noch 220 der Vögel in Mitteleuropa. Durch Wiederansiedlungsprojekte, auch mit Vögeln in der Türkei und Marokko, erholten sich die Bestände (größter Bestand in den europ. Alpen in Nord Österreich) aber der Vogel gilt nach wie vor als vom Aussterben bedroht.

Vögel die in den Alpen von Hand aufgezogen werden, ( Burghausen als erster Standort) müssen zB. von Leichtflugzeugen gen Mittelmeer geleitet werden, da ihre Routen nicht mehr bekannt sind. Das Zugverhalten ist immer noch angeboten. Gefährlich werden ihnen Strommasten in Österreich und Italien, die nicht vogelsicher sind, wie in Deutschland. Auch Wilderer in Italien schossen Vögel ab. Bei einem Prozess würden dann aber immerhin diese Vögel so bekannt, dass die Projekte dann Unterstützung fanden

Lichtbringer

Die Vögel sind 60 bis 75 cm groß, haben wunderschöne, metallisch glänzende, schwarze Federn und einen gebogenen roten Schnabel. Die Federpracht am Hinterkopf kann aufgestellt werden, bei Gefahr und Balz. Der Kopf selber ist kahl, die Haut dort hart und verhornt und gibt ihm kein so hübsches Aussehen. Er ist ein geselliger Vogel. Auffällig ist, dass es das ganze Jahr Begrüßungsrituale gibt, dabei wird die Kopfzeichnung durch mehrfache Auf- und Abwärtsbewegungen, mit Verharren, gezeigt und mehlige Laute ausgestoßen. Wie der Reiher und der Kormoran nehmen die Vögel übrigens gerne ein Sonnenbad mit ausgebreiteten langen Flügeln (Spannweite 125cm)

Seine Nahrung findet er beim Stöbern mit dem Schnabel am Boden: Insekten, Weichtiere, kleine Wirbeltiere auf Wiesen und Weiden. Die Vögel brüten eigentlich in Kolonien in unzugänglichen Felswänden. Beide Eltern kümmern sich um alle Kücken, auch um das Nesthäkchen (was nicht bei allen Vogeln so ist). Von März bis Juni werden bis zu vier hühnergroße, grünliche Eier gelegt. In historischen Texten sind wohl auch hohe Türme genutzt worden. Viele Vögel in der Türkei leben heute halbwild. Um sie vor Gefahren zu schützen, werden sie zum Winter hin eingefangen.

Der Vogel hat mich sofort, als ich über ihn gelesen habe, fasziniert! Da werde ich versuchen, noch mehr zu erfahren.

Aber nun soll Euch noch den zweiten besonderen Vogel vorstellt werden: den märkischen Strauß, die Großtrappe, Otis tarda.

Mit fast 17 kg bei den Männchen gehören sie zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt, (vor allem alte Hähne) Die Hennen werden nur etwa 5,5 kg schwer. Trotz dieses Gewichtes sind sie aber sehr ausdauernde und gute Flieger. Man ist ja schon von Gänsen am Himmel beeindruckt, diese Vögel sind noch größer. Selbst der Schwan ist etwas kleiner (und habt Ihr den einmal starten und fliegen gesehen, unglaublich)

Sie besiedeln offene und weite Landschaft. In Gruppen leben sie gern auf trockenen Wiesen mit viel Insekten für die Aufzucht der Küken. Sie fressen Samen, Kräuter, Früchte, aber auch Insekten. Sogar kleine Wirbeltiere können mal auf dem Speiseplan landen.

347 Vögel haben sie in Deutschland letztens gezählt. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt leben wieder Großtrappen. Seit Jahrtausenden gab es immer viele dieser großen Vögel in Europa. Aber wo der Mensch sich mit Zersiedlung und intensiver Landwirtschaft breit machte… 1997 gab es nur noch 97 Vögel! Ein Förderverein rettet(e) den Vogelbestand mit Handaufzucht. Die Auswilderung ist immer schwierig, Großtrappen lassen sich nur dort nieder, wo schon Artgenossen sind. Nur im Havelland gibt es eine stabile Population. Es ist schon komisch, da schuf der Mensch nach der Eiszeit durch erste Agrar Landschaften den Lebensraum für sie, dann zerstörte er selbige. Wie immer ist es der Raum, den auch die Natur braucht, ohne das wir dort stören. (Nicht jedes Tier akzeptiert, dass der Mensch mitten durch seinen Wald oder Wiese läuft.)

Ein geselliger Vogel mit einer beeindruckenden Balz, die auch in der Gruppe und auf traditionellen Plätzen statt findet. Normal sind die Geschlechter getrennt in Gruppen unterwegs, außer eben jetzt, wo sie traditionelle Brutgebiete aufsuchen. Der Hahn stülbt seine Flügel um, spritzt das Brustgefieder. Aufgeplustert, wie ein Federball, stolzieren die Männchen herum, wenn ein Weibchen interessiert ist, plustert es sich ebenfalls ganz auf. Sie sind Bodenbrüter und das Weibchen brütet zwei (selten drei) Eier aus und zieht alleine auf. Die Nestflüchter Kücken werden die ersten Tage gefüttert, erst dann suchen und fressen sie selbständiger.

Diese großen Hühnervögel sind sehr scheu und Vogelbeobachtungen sind nur aus sehr großer Entfernung möglich.

Aufmerksam wurde ich auf diesen Vogel durch einen Artikel im Spektrum Magazin. Wie viele Vögel werden auch diese oft von Würmern und anderen Parasiten befallen. Aber die Großtrappe heilt sich selber! Aktiv sucht sie dann Klatschmohn und Wegerichblattriger Natternkopf. (Kotuntersuchungen in der Balzzeit belegen dies) Auch fraßen sie besonders viele giftige Ölkäfer zu der Zeit. In kleinen Mengen vertragen die Vögel das Toxin. Versuche ergaben, dass all diese Wirkstoffe aus Insekt und Pflanzen den Vögeln dabei helfen, die Parasiten zu bekämpfen und vor allem in der Paarungszeit besonders gesund zu sein.

Ich hoffe, Ihr habt bis jetzt durchhalten können, es waren doch noch viele Informationen.

Nun geht das alte Jahr mit den flatterhaften Beitragen hier auch zu Ende. Andrea hat auf ihrem Blog schon angekündigt, dass es ein neues Jahresprojekt geben wird. Ich bin schon sehr gespannt und hoffe, viele Leser/innen und Blogger/innen lassen sich in vielfältiger Weise wieder darauf ein. Ich werde, unabhängig von Andreas noch unbekanntem Rahmen, weiterhin Tiere hier vorstellen.

verlinkt auch beim crativsalat

Im Weißdorn

Hallo Ihr Lieben.

Da gab es tatsächlich etwas Schnee. Früh morgens.

Wie wunderbar! Fast alles ist schwarz und weiß und grau.

Früh am Morgen ist es so viel heller. So schön. Im Park huschen Amselmännchen durchs Geäst. Sie sind zusammen und jagen sich doch. Und sie picken Mehlsäckchen. Weisdornfrüchte. Emsig sammeln sie die mürben roten Früchtchen. Ob die Vögelchen auch ihrem Herzen etwas nachhelfen, wo sie doch so viel hin und her flattern. Es ist ein Motiv, dass nicht neu ist, auch als Fotos und doch wollte ich endlich einen Stempel schnitzen.

Die Nilgänse, die sonst sehr territorial sind und nur als Familie zusammen, haben sich zu größeren Trupps gefunden. Dazwischen und doch mit Abstand Rabenkrähen und etwas lockerer die Tauben. Graugänse waren vor Tagen auch da, haben sich aber zurück gezogen.

Ach, der Schnee, wenn auch nur kurz, war ein Highlight Anfang der Woche.

Gut für das Herz

Alles still!

Theodor Fontane


Alles still! Es tanzt der Reigen,
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber trohnt das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herz durch die Nacht –
Heiße Tränen nieder tropfen
Auf die kalte Winterpracht

Die dunkelste Zeit des Jahres fängt an. Bald ist Wintersonnenwende. Die Raunächte. Wie es wohl ohne künstliches Licht und Zentralheizung war (ist)?

Ein schönes Wochenende und dritten Advent. Möge Euch immer eine Kerze brennen.

Verlinkt beim Samstagsplausch

Creativsalat Linkliste

Vom Labkrautschwärmer und Braunen Bären

Hallo Ihr Lieben.

Wir gehen in den Winter und ich habe lange überlegt, ob ich es tun soll: den Sommer ein wenig herauf zu beschwören.

Sommer und Schmetterlinge, das gehört für mich definitiv zusammen. Trotz Temperatuen um 0°C geht es tatsächlich dann heute um einen Schwärmer, welche aber in den lauen Abendstunden des Sommers und selten tagsüber zu beobachten ist.

Der Labkrautschwärmer, lateinischer Name Hyles gallii, liebt die offene Landschaft, Weidenröschen und Labkraut sollte darin wachsen, denn dort legt es seine Eier ab. Die Heide, Waldränder und lichte Schonungen im Wald sind sein Revier. Als Foto kann ich Euch nur die nicht so ganz so grazile Raupe des Labkrautschwärmer zeigen, die wir auf Hiddensee entdeckten. Es gibt bei den Raupen auch grün-olive und braune Varianten.

Ein geschwind schwirrender Schwärmer ist das. Aufgrund seiner guten Flugleistung ist er fast überall in Europa, Asien und Nordamerika, wo es sonnigtrocken ist, (theoretisch) zu finden und dabei nicht sehr standorttreu. Bis zu 8 cm wird er groß aber Dank seiner Tarnung ist er selten zu sehen, besser gesagt, zu erkennen. Dämmerungs- und nachtaktiv ist er, wie so viele Falter. Tagschmetterlinge (er)kennen wir viele. Aber diese flatterhaften Gestalten kennt kaum jemand. Eine Generation neuer Falter gibt es im Sommer, selten eine zweite.

Der zweite Nachtfalter ist ein Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner, der „Braune Bär“. Ich muss allerdings bei dem Namen immer an das leckere Eis mit Karamelkern denken, „grins“. Dabei war er letztes Jahr sogar Schmetterling des Jahres.

Diesen Falter habt Ihr vielleicht schon Mal gesehen, es gab ihn früher recht häufig zu sehen. Mitlerweile ist er seltener geworden und landete letztens auf der Vorwarnstufe der roten Liste.

Auf der Welt gibt es ca. 11000 Arten von Bärenspinnern. In Mitteleuropa leben 61 dieser Falter. Fast immer tragen sie eine Warntracht. Dieses nutzen Tiere um Fressfeinde abzuschrecken. Meist sieht man erst den gut getarnten Falter, vor allem tagsüber, wenn er ruht. Dann faltet er die Flügel auseinander und „erschreckt“ mit der Farbe. Er besitzt statt eines Blutkreislaufs „Hämolymphe“, eine etwas andere Flüssigkeit als Blut. Bei Gefahr sondert der Falter eine übel riechendes Sekret ab.

Seinen Namen hat er übrigens bekommen, weil seine Raupen viele lange Haare haben.

Mit 65 mm ist der Falter einer der großen in unseren Breiten. Arctia caja, so der lateinische Name, leben gerne in feuchten Wiesen, lichten Wäldern, Waldrändern und Gebüsch. Die nachtaktiven Falter gehen trotzdem oft der Lichtverschmutzung in die Falle. Sie konzentrieren sich bis zur Erschöpfung nur noch auf das Licht. Außerdem werden sie so leichte Beute von Fledermäusen.

Im Sommer leben die Raupen an ihren Wirtspflanzen. Weiden, Mädesüß, Himbeeren, Ampfer und Brennesseln. Die großen Raupen verspinnen sich in dichten Kokons. Es gibt nur eine Generation pro Jahr, sie fliegen von Juli bis September.

Vielleicht habt Ihr schon Mal den Verwandten „russischen Bären“ (auch Spanische Flagge) gesehen, welcher häufiger tagsüber unterwegs ist.

Habe ich ein wenig Sommer mitten in den Advent gebracht? Falter, die auch so nach Licht streben und die man so selten sieht. Irgendwie passte mir das in den dunkelsten Monat des Jahres. Etwas wärmendes Kopfkino für Euch, ein wenig Lächeln der Erde (Schmetterlinge).

Es ist der letzte Monat des Jahres und ich zeige Euch die flatterhaften Tiere des Jahres.

Von den Insekten wurde gerade das Landkärtchen Insekt des Jahres 2023. Nicht zu verwechseln mit dem kleinen Fuchs und oft so unterschiedlich. Zum Vogel des kommenden Jahres wurde das Braunkehlchen gewählt, es gibt noch die Wahl dee Seevögele extra, dieses Jahr die Brandseeschwalbe. Der neue Baum des Jahres ist übrigens die Moor Birke und das Tier des Jahres 2023 ist der hübsche Gartenschläfer. Der kleine „Zorro“ gehört wie Haselmaus und Siebenschläfer zu den Bilchen. In den letzten Wochen las ich zwei Beiträge über besondere, fast ausgestorbenen Vögel in Deutschland, von einem berichtete mir mein Opa, dass er diesen als junger Mann noch „in Echt“ gesehen hatte. Da bin ich sehr ins Schwanken geraten, habe mich nun entschieden, sie noch Ende des Jahres zu bringen.

Verlinkt beim Jahresprojekt von Andrea

Verlinkt beim Creativsalat und Freutag

Novemberrückblicke

Hallo Ihr Lieben.

Birgitt sammelt wieder unsere Rückblicke. Meine Güte, dieser Monat ist nur so an mir vorbei gerauscht. Und jetzt geht es schon auf den ersten Adventssonntag zu.

Dieser November war genau wie der Oktober noch ein recht warmer Monat für die Jahreszeit. Wenn es nicht so unnatürlich wäre, könnte man sich auch darüber freuen. Weniger Heizen, weniger Strom… Über unsere neuen Abschlagzahlungen beim Strom haben wir uns sicher genau so sehr „gefreut“ wie viele andere auch. Nun, mitlerweile ist auch der November durchaus mal regnerisch, grau und kalt. In manchen Gebieten gab es auch schon Schnee. Schnee, den vermisse ich hier wirklich in der rheinischen Tiefebene.

Ich habe Euch die Schwanzmeisen am Anfang des Monats vorgestellt, verschiedene weitere Stempel gezeig und mich bei der Adventspost angemeldet (und bin am 24.12 dran). Ich stellte Euch mein Buchhighlite über Eulen vor, ich mag die Bücher von John Lewis-Stemple einfach sehr. Und ich mag Eulen sehr, kaum zu übersehen, nicht wahr. Eine Eule im Anflug (auf ihre Beute oder einen Hochstand) wollte ich schon lange schnitzen.Wir haben Geburtstag gefeiert und waren bei einer wirklich alten Wassermühle.

Der Monat ist noch gar nicht vorbei und es stehen noch einige Dinge aus. Der erste Advent zB. am kommenden Sonntag. Wir wollen dann auch Kekse backen. Nächste Woche feiern wir mit den Senioren wieder, es wird ein Lichterfest. Auch wird wohl am Wochenende hier noch adventlich geschmückt und einiges mehr. Ob ich es wohl mal auf unseren mittelalterlichen Weihnachtsmarkt zum Wochenende hin schaffe? Und ich möchte noch in den neuen Black Panter ins Kino. Und,…und der Dezember wird sicher auch gut gefüllt. Mit der Adventspost müsste ich eigentlich erst recht spät starten, aber ich werde es lieber früh beginnen. Meine Sternennacht Karte ist schon in Planung und Mache. Und man glaubt es nicht, es gibt sogar noch ein paar Blümchen (Astern) zu pflücken:

Freut Ihr Euch schon auf den Advent, den Dezember, oder ist Euch das alles um diese Adventszeit zu viel? Aber egal, wie sehr Ihr Euch in diese Zeit „werft“, ob mit ganz viel Freude an den Vorbereitungen und Dekorationen habt oder eher weniger. Macht es, damit Ihr Euch wohl fühlt und es auch mal erholsam wird.

Verlinkt bei Birgitt, die unsere Monatsrückblicke wieder sammelt

und für den Flower Friday bei Holunderblütchen