Ein Kreuz mit diesem Vogel?

Hallo Ihr Lieben.

Auch diesen Monat möchte ich Euch einen Vogel vorstellen im Jahresprojekt von Andrea Zitronenfalterin.

Dieser Vogel hat seinen Namen nach dem Aussehen, wie ja eigentlich viele Tiere. Sein Schnabel hat eine ganz besondere Form, die auf den ersten Blick recht hinderlich erscheint. Wie bitte, soll ein Vogel mit diesem Schnabel etwas aufpicken? Vielleicht dämmert es dem ein oder anderen schon, ich schreibe diesen Monat über den Fichtenkreuzschnabel.

Quelle Wikipedia

Tatsächlich ist dieser Finkenvogel aus der Familie der Kreuzschnäbel bei uns in den Nadel- und Mischwäldern zu Hause. Loxia curvirostra ist ein ca 14-17 cm großer Vogel, der oft als Teilzieher in unseren Wäldern unterwegs ist. Seine Population, bzw seine Anwesenheit schwankt daher jährlich. Ich erinnere mich, dass ich als Kind einen Schwarm auf dem Schotterplatz vor dem Haus gesehen und gehört habe. Sie sammelten neue Magensteine und Ihr lautes Rufen war kaum zu überhören. Dieser durchdringende, schrille Ruf dürfte oftmals auch das Einzige sein, was wir von dem Vogel im Wald bemerken, denn trotz eines karminroten Federkleides des männlichen Vogels, schwirrt er eher in den hohen Ästen. Dort wächst nämlich seine Leibspeise, Samen aus Nadelbaumzapfen. Und dann verstehen wir auch, warum der Vogel so einen speziellen Schnabel hat, mit dem er geschickt die Samen aus den Zwischenräumen holen kann. Fichten, Lärche, Tannen und Kiefern sind seine Lieblingsbäume. Daher stammt auch der altertümlich anmutende Volksmund-Name Föhrenkreuzschnabel bzw -papagei. (Föhre = Kiefer) Der Schnabel wird übrigens sogar zum Klettern genutzt.

Vor allem bei der Nahrungsuche ist dieser Vogel sehr gesellig. Solltet ihr also im Wald mal denken, um Euch herum und über Euch wäre eine Schar Sittiche mit ihrem schrillen Rufen, so sind es doch wohl eher „Föhrenpapageien“.

Eine weitere Besonderheit sticht bei diesem Vogel hervor: seine Brutzeit.

Diese beginnt mitten im Winter. Schon im Januar fängt das Paar an zu brüten, bis in den Mai dauert die Brutzeit. Wie viele Küken ausgebrütet werden und dann durchkommen, ist sehr stark abhängig vom Samenreichtum.

So auffällig wie das Männchen mit dem roten Gefieder ist, so unauffällig ist (wieder mal) das Weibchen mit grünen, unauffälligen Farben.

Ich hoffe, ich konnte Euch wieder einen Vogel vorstellen, der vielleicht nicht so bekannt war. Denn mitlerweile kann der Vogel sogar auch mal in Parks gesehen werden, wenn dort Nadelbäume stehen.

Ich brauche eine Pause

Hallo ihr Lieben.

Ich merke gerade, ich brauche eine digitale Pause. Eine andere könnte ich auch vertagen, die ist gerade  aber nicht möglich. Kennt Ihr sicher auch. Ich habe gerade bereits einen Beitrag für meinen Samstagsplausch geschrieben, gestutzt und abgebrochen. Den wollte ich so nicht bringen. Ich war nur am schimpfen und jammern, eine Prise Selbstmitleid dazu, daß ist es doch nicht, was ich schreiben möchte und so bin ich eigentlich auch nicht.

Chilis Anzucht auf der Fensterbank

Also zeige ich Euch nur meine Bleistiftzeichnung von meinem Monatsvogel, empfehle als Aufmunterung: Axel Hackes neues Buch, welches ich gerade höre, schnelle Schneckchen zum Backen, einen der besten und viel zu wenig bekannten Animationsfilme „Rango“ (großartige Anspielungen, klasse Musik) und verabschiede mich in eine kleine Blog Pause.

Quelle Kunstmann Vlg.

500 g Mehl, dazu 2 El Rohrzucker mit entsprechend Hefe, einen Becher warme Milch, 1 Ei, einen Stich Butter. Und eine grosse Packung Mohnback zum Anrühren.

Am Einfachsten ist es immer, die Hälfte des Mehls (schmeckt übrigens auch mit Vollkorn) mit Hefe und Zucker und der warmen Milch anzurühren, damit die Hefe gut aufgehen kann. Das Ei nach dem Aufschlagen an den Rand auf den Hefeteig, dann nimmt es die richtige Temperatur an, einen guten Stich Butter daneben. Den Teig aufgehen lassen, die zweite Hälfte Mehl dazu und gut kneten, wieder gehen lassen. Dann mit etwas Mehl ausrollen. Den Mohnback mit Milch oder Kondensmilch anrühren und auf dem Teig verteilen und zusammenrollen. In Stücke schneiden und in  den auf 175 °C vorgeheizten Ofen, mittlere Schiene, nach 15-20 Minuten nachschauen, ob sie schön leicht braun  geworden sind (grins) und nach etwas Abkühlung gleich reinbeißen.

Euch allen ein schönes Wochenende, bleibt gesund und tapfer.

Verlinkt beim Samstagsplausch von Andrea

Ps. Es gibt ein weiteres Shirt im Basar

Gar nicht nett

Hallo Ihr Lieben.

Dieses Mal habe ich einen Vogel für Euch, der vielleicht gar nicht so bekannt ist. Dafür kennt ganz sicher jede/jeder das Schimpfwort: Schnepfe.

Gar keine nette Bezeichnung für eine Frau ist dieser Name. Warum gibt dieses wirklich sehr heimlich lebende Tiere die abwertenden Bezeichnung für Frauen? Der Name für den Vogel, den ich diesmal vorstelle, ist eigentlich Waldschnepfe, (Doppelschnepfe) kurzgefasst: Schnepfe (mittelhochdeutsch „snepfe“, althochdeutsch „snepfa“; vermutlich benannt nach dem langen, spitzen Schnabel)  Abwertend wird zu einer Prostituierten (und auch so zu Frauen als Schimpfwort) Schnepfe gesagt. Woher das kommt, mag ich Euch u. A. hier erklären:

Quelle Pixnio

Die Waldschnepfe, oder auch Doppelschnepfe ist verwandt mit den Strandläufern, dem Brachvogel oder auch dem Grünschenkel, welche Ihr vielleicht eher kennt. Denn die Waldschnepfe ist ein sehr heimelig, einzelgängerisch lebender Vogel in unseren Wäldern. Der Vogel mit „dem langen Gesicht“ ist dazu auch in der Dämmerung am aktivsten.

Quelle, mein Buch: Unsere schöne Vogelwelt in Garten, Feld und Wald

Die gut durch das braun geflecktes Gefieder getarnte Schnepfe, hat eine ganz besondere Brautwerbung.

Wieder als Stempel geschnitzt

Bei seiner Balz fliegt das Männchen zu seinem „Schnepfenstrich“. Jedes Jahr im Frühjahr kommen immer wieder an den selben Stellen mehrere Schnepfen zusammen. Die „Herren“ fliegen im graden, dann gaukelndem, niedrigem Flug über die ausgewählte Strecke, sinken herab, um danach erneut über die Waldlichtung zu streichen. Die Männchen vollführen den Flug sehr langsam. Gut am Boden versteckt und abwartend sitzen die weibliche Schnepfe. Bei dieser Werbung ist der knarrende Ruf (des Männchen) zu hören, oft sind es auch mehrere „Herren“, die „Dame“ gibt nur leise Laute von sich. Treffen Männchen aufeinander, behindern sie sich im Fluge mit den Schnäbeln, wie im Degengefecht. Dieses Verhalten des immer wieder hin und her Fliegens hat wohl Ähnlichkeit mit jungen Menschen aufgezeigt, die (vielleicht) auch so um einander werben, zumal, (besonders früher,) auf die Rückkehr der Vögel als Frühlingsboten geachtet wurde.

Die Waldschnepfe bevorzugt eher ruhige und grosse Laub- und Mischwälder, was im zersiedelten Deutschland nicht immer ganz einfach ist. Sie ist ein Zugvogel und brütet oft in nördlicheren Ländern. Die Gelege sind am Boden und werden nur vom Weibchen betreut, welches gut aufpasst: das Gebiet sichert sie durch die optimale Lage der Augen mit einer 360° Sicht. Es gibt Beobachtungen, das die Schnepfe bei Störungen ihre Kücke nach und nach auf dem Rücken fortträgt. Lieblingsspeise sind Regenwürmer, die mit Schnabelgetrommeln auch schon mal an die Oberfläche gelockt werden, aber auch Insekten stehen auf dem Speiseplan.

Eine weitere Besonderheit möchte ich noch erwähnen. An den Flügeln der Schnepfe sitzen die berühmten „Malerfeder“. Diese wurden tatsächlich auf Grund ihrer feinen und Tinte speichernden Beschaffenheit für Kalligraphie und  Malereien genutzt und ermöglichten einen sehr feinen Strich. Mit der harte und spitze Feder hat schon Dürer gemalt.

Nun hoffe ich, dass ich Euch nicht mit zu großem Text über den taubenkleinen Vogel gefordert habe. Unscheinbarer ist sein Federkleid vor allem im Vergleich zu meinem letzten Vogel des Monats. Auch habe ich, im Gegensatz zum Dompfaff, nie eine Waldschnepfe gesehen, nur ihre Verwandtschaft am Meer oder Feuchtwiesen. Gelernt habe ich beim Nachlesen in dem ein oder anderen alten Vogelbuch hier im Regal und bei Wikipedia auch noch Einiges. Ein wunderbarer Vogel für das Jahresprojekt bei Andrea Zitronenfalterin (und für den Naturdonnerstag, gerne verlinkt auch dorthin.)

Ps. Kreativ ist der Vogel noch nicht viel umgesetzt worden, da folgt noch etwas

Nachtrag zum Naturdonnerstag: Bleistift Skizzen