trocken, warm, August 2022

Hallo Ihr Lieben.

Birgit sammelt wieder unsere Monatszusammenfassungen. Da kann man noch mal ein wenig zurückschauen, die Tage an sich vorbei ziehen lassen, all das Schöne vielleicht würdigen, was man noch hatte und welches man hervor heben mag, weil einem das gut tut.

Begonnen wurde der Monat mit dem Motto „Flatterhaft“, diesmal waren es fliegende Fische. Von Anfang an war es ein sehr warmer und trockener Monat. Einmal hat es ein paar ml Regen gegeben. Die Wolken versprachen mal etwas kühlendes Nass, brachten dann aber eher Rauchschliere eines Waldbrandes aus dem Hessischen bis zu uns. Aber mehr Schönes: So habe ich mich gefreut, ganz viel Verwandtschaft auf der Gartengeburtstagsfeier im Sauerland zu sehen, ganz viele von dem „Jungfolk“ vor allen Dingen. Meine Sommerpost habe ich fertig gestellt und letzte Woche los geschickt. So manche Bündel sind schon angekommen, auch diese Woche kam wieder ein schönes.

Den 12 von 12 Beitrag gab es wieder und eine „Rundreise per Rad durch nahe Oasen“ für Kristinas Monatsspaziergang. Letztere neue Linkparty möchte ich Euch sehr ans Herz legen, sie ist noch recht neu aber ganz wunderschön und muss nicht aufwendig sein.

Die Sukkulenten mussten von der Schublade (welche auseinander fiel) umziehen. Eine kleine Kaffeepflanze zog ein. Die Rauchschwalbe als Stempel wurde etwas verschnitzt, aber ich habe eine Lösung gefunden. Gebrannte Bildergeschenke aus Holz gingen auf Reisen. Mit meiner Post ins Bloggerland hinke ich auch noch hinterher, (ich gestehe, ich habe mein Adressbüchlein verlegt und wenn ich abends dann loslegen wollte, war der Elan des warmen Tages aufgebraucht).

Und so hangeln wir uns in diesem Hochsommer von einem heißen Tag zum nächsten, haben „gutes Wetter“ und freuen uns doch oft nicht. Schleppen das aufgefangene Duschwasser nach der Nutzung in den Garten, auch wenn etwas Shampoo darin ist. Unruhig bin ich diese Woche! Ich schreibe es Wetter und Hormonen zu, das ist immer am Einfachsten. Der Altweibersommer klopft schon an, überall sind fleißig Spinnweben gespannt und Fallobst bzw Obst ist früher reif. Ich muss gleich das erste Apfelmus durch die flotte Lotte drehen und noch in Gläsern pasteurisieren. Bei der Hochschule habe ich auf der öffentlichen Obstwiese runtergefallene Äpfel gelesen, In einen Topf kamen ein paar Holunderbeeren aus dem Garten dazu. Und so schaute ich einmal „Tove“ und ein anderes mal „Downton Abbey 2“ abends und schnippelte Äpfel bzw reparierte derweil. (Aus der Bücherei ausgeliehen, keine Werbung, außer für Büchereien) Ein wenig Wehmut über diesen August trage ich im Herzen und mag doch noch nicht auf Wiedersehen sagen und den September begrüßen. Irgendwie. Leicht hat er es einem auch nicht immer gemacht, ihn zu mögen, oder? Wie ist es Euch da so ergangen?

„wie, was, wo? die Holunderblätter sind lecker!“

Verlinkt bei Birgits Monatscollage und Andreas Samstagsplausch

Kleine Natur Oasen im Ballungsgebiet

Kristina macht ab heute wieder Ihre Sammlung (dieses Mal mit Link Tool und längerem Zeitraum) auf. Das letzte Mal habe ich einen Gang durch den Garten gemacht. Diesmal wurde sich auf das Rad geschwungen. Es war ein diesiger Tag und eine besondere Stimmung. Hohe Luftfeuchtigkeit, obwohl noch kein Regen gefallen war. Auch unterwegs zeigt sich das. Ich bin Teile des „Grünen C “ hier abgefahren, ein Streifen durch unser Ballungsgebiet, ein Weg, der sich noch weiter auf die andere Rheinseite zieht und mit naturnahem Grün und Sitzgelegenheiten (die aus Betonklötzen bestehen und die alle sehr hässlich finden) besteht. Außerdem sind dort auch die Anlagen des Biologen, von dem ich hier schon erzählt habe, der mit dem Landwirt, Jäger und auch etwas der Stadt zusammen arbeitet, um besondere Nischen zu schaffen.

Ich starte im Park. Durch die Trockenheit fällt viel Laub und der Haselbaum (hinter dem Blatt) ist eh schon sehr angegriffen. Ein Specht sucht in dem trockenen Holz nach Nahrung, die Tauben sitzen gern dort. (In ganz klein sind sie zu sehen)

Direkt daneben gibt einen Hinweis! Hier hat ein Steinmetz sehr wirksam seine Arbeit in Szene gesetzt. Ich mag diesen Fingerzeig sehr.

Wer genau hin sieht, erkennt den Falken. Er hatte sich gerade aus dem Rüttelstand in der Luft auf eine Maus gestürzt. Ohne Beute fliegt er wieder hoch. Wusstet Ihr, dass der Turmfalke gezielt die immer wieder begangenen Wege der Feldmäuse beobachtet? Vor allem das Mäuse Urin kann er gut erkennen. Dieses leuchtet durch UV Licht für den Falken stärker. Weil er den Landwirten so nützlich erschien, wurde er als erster Greifvogel unter Schutz gestellt.

Dahinter seht Ihr einen der angelegten Wiesen, vor allem für Hasen und Wildhühner.

Hier trifft alles aufeinander. Mensch und Natur. Kulturlandschaft und Hochhäuser. Landwirtschaft und Naherholung. Brennnesseln und Mais.

Besagter Biologe hat einen Obsthain angelegt. Auch den habe ich schon Mal gezeigt. Hier stehen die bunten Bienenstöcke, die so gerne ausgeräubert werden von einem noch unbekannten Menschen. Daher die Kamera an der Sitzstange für Greifvögel. Übrigens, einen Turmfalken sehr Ihr auch auf diesem Bild wieder. Im Gleitflug über dem alten Heuwender. In der Mitte all der Obstbäume ist auch eine Wiese mit einem Teich, nicht einsehbar. Hier ist immer viel los, aber alles schwirrt oder hüpft schnell weg, wenn ich gut sichtbar zwischen den Feldern angeradelt komme.

Speierling steht hier viel. Über den habe ich hier schon mehr geschrieben. Ein tolles Wildobst, welches nicht nur gut für Schnapsbrände ist, sondern im Apfelmus gut schmeckt (und es haltbarer macht). Der Baum ist im Zuge der Suche nach Zukunftsbäumen wieder sehr ins Gespräch gekommen. Leider hat er eine recht komplizierte Vermehrungsstrategie. In den Früchten sind nur so 2 – 3 ausgereifte Samen. Die Früchte müssen so richtig matschig sein, dann braucht der Samen eine Kälteperiode (Frost) um dann hoffentlich im Folgejahr zu keimen. Ich sammle immer Früchte für meine Mutter und es kommen nur wenige Bäumchen dabei raus. Diese mögen allerdings gar nicht so gerne Frost und auch wenn in der Literatur immer steht, dass sie eigentlich nicht so anspruchsvoll sind, was auch den Boden betrifft, so haben wir festgestellt, dass er gern humosen, tiefgründigen, warmen Boden mag.

Mispeln wachsen hier auch. Kleine, einfache Früchte trägt dieser Baum (aber nach dem Frost sind diese sehr lecker) Auch über Mispeln habe ich in meiner Anfangsphase als Bloggerin hier berichtet. Ich hoffe, ein paar bekomme ich diesen Herbst noch ab. Leider sind einige Bäumchen abgestorben. Und die Früchte werden natürlich von Tieren (genau wie der Speierling) gern genommen.

Abgeerntete Felder, Naturstreifen, Wildblumenstreifen (ganz braun mittlerweile) und Maisfelder wechseln sich hier ab.

Die Sumpfeichen, die hier gepflanzt wurden, ertragen (trotz des Namens) die Trockenheit recht gut. Auch ein Zukunftsbaum. Hagebutten gibt es schon sehr viele, der Holunder trägt gut. Aber Nüsse, Eicheln und ähnliches sind dieses Jahr oft schon vor der Reife runter gefallen.

Diese Infotafeln stehen überall entlang des „grünen C“, die sollen recht robust sein, sind aber auch Vandalismus ausgesetzt. Meist nur Schmierereien, aber manche Tafel ist auch schon ganz kaputt und das heißt was, die sind sehr stabil. Als wären sie eine besondere Herausforderung gewesen.

Gleich bin ich wieder in unserer Siedlung angekommen. Ich mag diese Distel – Brennnessel Streifen. Auch wenn die Distelfinken, welche im Frühjahr sehr viel hier herumflogen, abwanderten und noch nicht so zahlreich wieder da sind sind. Das das stehengelassene „Unkraut“ ist für sie begehrtes Futter.

Ich hoffe, meine Radtour hat Euch ein wenig gefallen. Ich versuche zZt. jeden Tag eine Tour oder Besorgung mit dem Rad zu machen.

Den Beitrag verlinke ich beim Monatsspaziergang (ab 17.00) und bei Astrids „Mein Freund, der Baum“

In der ersten Augustwoche

Hallo Ihr Lieben.

Ach, diese Woche habe ich mir sehr gewünscht, mit den fliegenden Fischen aus meinem Monats Projekt Blogbeitrag zu schwimmen (und zu fliegen, wenn schon, denn schon)

Eigentlich bin ich gar nicht mehr der so grosse Eisesser, obwohl ich wirklich eine Naschkatzen bin und mich mitlerweile echt disziplinieren muss. Aber in der vergangenen Woche mit den heißen Tagen…

Diese begannen immer schon sehr früh. Meist wurde ich gegen 4.00 Uhr wach. Insgesamt war wenig Schlaf möglich, die Hitze auch nachts noch lange präsent. Das ist sicher vielen von Euch so ergangen. Immerhin gab es dann gegen Wochenausklang etwas Abkühlung mit ca 3-4 ml Regen. Besser als nichts.

Der Hund trottet jeden Morgen langsam hinter mir her. „Was zerrst Du meine alten Knochen noch durch diese Hitze, immer noch weiter?“ Dabei machten wir wirklich sehr früh unsere kleine Runde. Vielleicht seht ihr, wie die aufgehenden Sonne durch die Eichen Blätter noch ihr ganz besonderes Licht zeigt. Sonst erkennt man auf dem Bild eher, dass es arg trocken ist.

Hier wurde anfangs noch etwas gewässert, wg den Wildblumen, damit sie gut nach der Maat wieder kommen. Eine kleine Natur Insel zwischen den Feldern. Ein Projekt eines angergierten Biologen hier (neben weiteren „wilden“ Feldern, die er gepachtet hat und entsprechend betreut)

Zum ersten Mal seit der C Erkrankung bin ich wieder Rad gefahren. Für die Lunge hat auch ein neues Medikament gegeben und scheint so, als würde es helfen.

Im Garten mag „Herzogin Christiana“ dieses Wetter gerade sehr. Oft habe ich von diese schönen, duftenden Rose gar nicht so viel, Regen lässt die Rosenblüten nämlich zusammen- und abfallen. Nun blüht sie unter der Hitze erst richtig auf! Wenn ich morgens die Tomaten gieße, schnupper ich immer so gern an ihr.

So langsam wird es ernst, die „Sommerbündel“ müssen weiter gemacht werden. Perfektes Wetter für den Sonnendruck, dachte ich. Es war wohl zu warm. Obwohl ich mehr Wasser dazu getan hatte, trocknete alles viel zu schnell, so dass sich die Farbe nicht außerhalb der Blätter zusammenziehen konnte. Auf ein Neues, nächste Woche. Bald kann ich Euch alles zeigen. Ausser mit der Sommerpost habe ich mich auch mit dem Brennpeter wieder beschäftigt, aber das zeige ich auch nächste Woche, die Geschenke sind jetzt raus und angekommen.

Screenshot, Quelle Tagesschau

So klein eigentlich ihre Rolle in der Ur-Serie Raumschiff Enterprise/Star Trek war, so bedeutend war sie doch (zu der Zeit, eine schwarze Frau auf der Brücke eines Raumschiffes als Kommunikationsoffizierin!). Nichelle Nichols wollte diese Rolle eigentlich nach der ersten Staffel nicht weiterspielen. Martin Luther King, als Fan der Serie, überzeugte sie weiter zu machen, sie bewirkte damit etwas. (Sie engagierte sich zeitlebens gegen Rassismus, ihr Fernsehkuss zwischen Captain Kirk und Uhura sorgte für Proteste und Diskussionen) Kaum vorstellbar für jüngeres Publikum, wenn man sich die Folgen aus heutiger Sicht noch mal ansieht. Genau das mache ich zwischendurch immer wieder abends, alte Folgen DS9 und Enterprise ansehen.

Im Garten reifen die Trauben und Birnen und das viel zu früh. Sofort stürzen sich die unzähligen Wespen drauf. Pflückreif sind die Früchte nämlich noch nicht wirklich.

Mit wunderschönen Himmelsbildern, zu späterer Stunde geknipst, verabschiede ich mich jetzt erst einmal ins Wochenende. Wir sind nicht daheim, daher schaue ich erst einiges später bei Euch vorbei.

Habt ein erholsames Wochenende (puh, allein von den Hundstagen muss man sich erholen)

Verlinkt beim Samstagsplausch und Himmelsblick

Oh Juni

Hallo Ihr Lieben.

Ich fange diesen Blogbeitrag jetzt zum xten Male an, da unkonzentriert. Ihr habt Euch vielleicht gewundert, dass es so still war. Nach der kurzen Zeit am Meer wollte ich eigentlich mehr bringen, als nur den Mittsommer Beitrag und den ein oder anderen Kommentar bei Euch.

Aber der Virus hat uns alle vier erwischt, ziemlich gleichzeitig. Abgesehen davon war der Juni ein so schöner Monat. Ich hab Euch den Monatsvogel, dieses Mal den Pinguin, vorgestellt und den verlosten Elster Stempel rausgeschickt. Im Garten und überhaupt in der Natur hat sich so viel getan. Die Beeren Ernte hat begonnen, auch wenn leider meine noch immer teils hängen. Über meine Kindheitserinnerungen: Wo kommse her? Wem hörse?, auf dem Hof der Großeltern schrieb ich und erzählte warum mich die Zeit dort so geprägt hat. Das war für mich einer meiner Lieblings Artikel seit langem. Außerdem waren mein Schatz und ich an der niederländischen Nordseeküste für eine Woche. Wir hatten so ein Glück mit dem Wetter. Ach, dass ist schon so weit weg. Der Urlaub war sofort aufgebraucht mit Eintreffen des Virus.

Angemeldet bei der Sommerpost von Tabea und Michaela habe ich mich. Da geht es um interessante Verfahren, die ich schon immer ausprobieren wollte! Erste Infos wurden zusammengetragen, genau wie Pflanzen, die in einer Ecke schlummern. Ein wenig bereue ich es, weil ich, trotz noch einiger Tage Zeit, gerade nur einen riesen Berg vor mir sehe. Denn hier hat sich alles gestapelt. Wir waren und sind zu wenig in der Lage. Aber wenn man nur wegschafft, muss man sich auch auf etwas freuen können und da warten sowohl das Drucken, Stempelschnitzerei, Brandmalerei, als auch eben die Sommerpost. Und der Garten, sowie neue und alte Bücher und wieder vorsichtig unter Menschen können. Außerdem natürlich einen neuen „Flatterhaft“ Beitrag, diesmal nicht gleich am Anfang des Monats, aber sehr bald.

In diesem Sinne freue ich mich auf einen fabelhaften Juli.

Bleibt gesund!

Verlinkt bei Birgits Monats Collagen und Andreas Samstagsplausch

Wo kommse her? Wem hörse?

Hallo Ihr Lieben.

Wie angekündigt, mag ich ein wenig aus der Vergangenheit plaudern.

Ich möchte Euch einen Blick über die Mauer zeigen, auf der ich als Kind oft gesessen habe und den roten Milben beim Rumkrabeln zuschaute. (Ironischer Weise ist die Mauer gar nicht mit auf einem Bild) Ab und zu habe ich beim Toröffnen geholfen, wenn der Traktor kam. Darauf saß mein Opa oder ein Onkel, oder ein Lehrling. Seltener durfte ich mit fahren. Die Trecker waren offen und man hatte Sorge, daß ich runter fallen könnte. Aber es war immer das Größte, wenn ich dann doch mal auf dem seitlichen Sitz Platz nehmen durfte. Ich war oft und sehr gerne auf dem Hof, von dem meine Mutter stammt. Hier war immer was los, viele Menschen, die im Mehrgenerationenhaus lebten. Meine Großtanten, die schon auf meine Mutter und ihre Geschwister aufgepasst hatten, natürlich meine Großeltern, mein Onkel (bald auch mit Familie), Lehrlinge und Angestellte, Helfer und zeitweise mehr Familienmitglieder. Dieser Hof und die Menschen dort haben mich sehr geprägt!

Der Gutshof, von dem meine Mutter stammt liegt im Sauerland. Benkamp ist ein ganz kleiner Ort in der Nähe von Balve. Die Berge und Täler sind nicht so steil wie im Lennetal, wo ich geboren wurde. Es gibt dort viel mehr Felder. Und so verwundert es nicht, daß der Hof schon sehr lange existiert. Gesiedelt haben dort schon Menschen der Bronzezeit. Im 13. Jahrhundert war er ein ritterliches Gut, dann auch unter klösterlicher Kontrolle und konnte Anfang des 19. Jahrhunderts vom damaligen Pächter als Besitz erworben werden. Auch eine Postkutschenstation gab es hier und der ehemalige Gasthofraum wurde später die gute Stube.

aus dieser Zeit stammt noch dieses Weinglas

Was hat es mich schon als Kind fasziniert, zu dem Bild des Mannes mit langem Bart die Geschichten zu hören, u. A., daß er sogar über den Kanal reiste, um besonders gute Schafe in England zu kaufen. (Warum ich ausgerechnet diesen Vorfahren erwähne? Weil der älteste Sohn hier so viel Ähnlichkeit zeigt) Eine Landwirtschaft, die sich permanent und rasant veränderte, nicht das jemand denkt, das sei etwas Neues. Dazu einiges an Waldwirtschaft. Kyrill warf damals Buchen um, die diese Ahnen gepflanzt hatten. Mischwald war neben klassischen Monokulturen schon immer wichtig, was keine Selbstverständlichkeit war und ist. Auch mein Onkel pflanzt unermüdlich gegen den Klimawandel an, dabei wird fast alles ausprobiert.

Meine Mutter ist die zweite von vier Geschwistern. Natürlich ist sie mit der harten körperlichen Arbeit auf einem Hof groß geworden. Sie hat noch mit Pferden gearbeitet. Und wer das jetzt romantisch findet, hat noch nie mit Pferden *gearbeitet*. Es wurde nicht darauf heimgeritten, denn die Pferde hatten mehr gezogen, als die Menschen. Ein Pony für die Kinder? Das frißt so viel wie 3 Kühe, hieß es. Rübenverziehen, die jungen Familienmitglieder mußten mit gutem Beispiel voran gehen. Als ich älter war, wurde auch ich in die Erntearbeiten einbezogen. Ich sage Euch nur, „Gerstenstrohballen“. Meist haben wir Kinder aber die Gunst der Stunde genutzt, daß niemand auf einen achtete (auch ein Vorteil von so viel Menschen, so sehr man gewisse Konventionen beachten musste, so viele Freiheite gab es auch) Meine Mutter und ihre Geschwister sind noch mit viel mehr Menschen um sie herum groß geworden. Sie erzählt heute noch, dass es eine schöne Zeit war, auf der einen Seite hatte man sich natürlich in das große Gefüge einzufügen, auf der anderen Seite konnte man vielem entwischen und war gleichzeitig nicht alleine.

Über allem stand sowieso das Wohl des Hofes.

Hier waren zu meiner Zeit Schweineställe, rechts die für die Ferkel, die von einem Vetter aus dem Nachbarsort kamen (ach, der mit den vielen, vielen verschiedenen Tieren). Pünktlich um 12.00 Uhr Mittags wurde die Glocke in dem kleinen Turm geläutet. „Der Engel des Herrn“, das Angelusgebet. Für alle, die dies nicht mehr kennen: noch viel früher hatten die Menschen keine Uhr am Handgelenk und abgesehen davon, bestimmte auch die Religion viel mehr das Leben des Menschen. Also wurde um 6.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 18.00 Uhr geläutet. 12.00 Uhr war die Mittagessenszeit und ich war immer so glücklich, wenn ich das Zugseil in die Hände nehmen durfte. Dann kamen die Leute von den Feldern und es gab Mittagessen an der großen Tafel (oder für mich auch schon mal am Katzentisch in der Küche) Sonst war das Läuten die Aufgabe von einer Angestellten, die damals für die Kühe und Rinder und Kälber zuständig war.

Unter dem Dach, wo der Glockenturm steht, ist der alte Heuboden. Hier hat schon meine Mutter Heu gestapelt und da haben wir als Kinder ganze Höhlensystheme gebaut und sind vom Balken in das Heu gesprungen. Ich sag Euch, die meisten werden an Bullerbü denken. Aber vor allem mein Opa hatte immer dabei Sorge um uns. Es gab überall Luken, wo das Heu hinabgeworfen werden konnte zu den Kühen, Versen und Rindern. Einige waren nicht mehr in Betrieb, denn man hatte mehr Schweine als Rinder und Milchvieh mitlerweile. Als meine Mutter Kind und Teen war, lebte noch ein „Schweizer“ mit Famile auf dem Hof, der war zuständig für das Milchvieh und kam „aus dem Osten“. Im heutigen Polen hatte er ein eigenes Gut bewirtschaftet und war nun hier Verwalter.

Ich merke schon jetzt, ich komme von Hölzchen auf Stöckchen, ich hoffe sehr, Ihr seid noch dabei. Während mein Opa hinter diesem Gebäude mit dem schönen Tor noch zu meinen Kinderszeiten Kühe hatte, schaffte er sie langsam ab. Der „Schweizer“ war früh verstorben und damals lohnte es sich erstmals nicht mehr, Milchvieh zu haben. Lieber machte er in „Ammenwirtschaft“ und verkaufte die Rinder. Wisst Ihr, wie schwierig es ist, wenn sich vor allem junge Tiere von der Herde trennen, sie in den Stall zu bekommen? Wir waren verzweifelt, eine Unachtsamkeit, Unwissenheit in diesem Fall, und das abendliche Reintreiben dauerte mindestens das Doppelte an Zeit. Mein Onkel gab uns Kindern dann den Tipp, alle Rinder und Kühe noch mal rauszulassen, der Herdentrieb war die Lösung.

Eine Freude war es auch, wenn mein Opa mich mit in den Wald nahm. Ich glaube, er erkannte sogar jeden Vogel am Gesang. Seinen geschulten Augen (eigentlich nur noch ein Auge) entging fast nichts. Viele Kleinigkeiten sammelten sich wie Perlen auf der Schnur zu einem kostbaren Wissen. Damit legte er einen Grundstein von Naturverständnis in mein Herz. Und auch wenn meine Eltern da sicher ebenso dran beteiligt waren, so sind es doch oft die Großeltern, die irgendwie prägender sind.


Während die Flurbereinigung vielfach selbstverständlich und rigeros war, blieb hier auf dem Hof auch mal eine Hecke oder Baum stehen. Mit den Treckern und der industriellen Landwirtschaft hatte sich so viel verändert. Meine Mutter hat so oft erzählt, wie anstrengend es zB. war, auf dem Dreschkasten zu sitzen und aufzupassen, denn wie anfällig waren noch diese Landmaschinen. Oh, was schimpfte mein Opa, wenn die „Jugend“ mal wieder zu schnell fuhr: „Ihr fahrt die Maschinen kaputt!“

Mein Opa hatte so ein umfassendes Naturverständnis und eine unglaubliche Liebe und Erfurcht zu Tier und Pflanzen, trotz oder gerade wegen seines Berufes. Natürlich musste Feld und Wald einen ernähren und Gewinn abwerfen. Aber man versucht(e) immer auch über den Tellerrand zu schauen, auch wenn es Fehler gab. Erst waren es die Kinder, welche Kartoffelkäfer absammeln mussten und sie den Hühnern zum Fraß vorwarfen. Und dann kam ein Wundermittel, ein neues Insektizied namens DDT. Kurzfristig erleichterte dieses Mittel das landwirtschaftliche Arbeiten. Bis man die Folgen erfuhr. Mama erzählte übrigens, es hätten die Eier immer furchtbar geschmeckt, wenn die Hühner so viel Kartoffelkäfer bekamen.

Meine Oma war die Frau, die alles auf dem Hof zusammen hielt. mein Opa war kein so gesunder Mensch und ein Hof mit vielen Menschen muss doch an vielen Ecken geführt werden. Ich kann mich daran erinnern, wie ich die Masse für die Blutwurst umrühren durfte, unter ihrer Anleitung. Der alte Ofen zum Räuchern in der Ecke der Küche wurde mit Buchenholzspähnen angefeuert, genau wie zu der Zeit, als meine Mutter noch hier lebte. Mein Opa hängte die fertigen Leber- und Blutwürste in die Räucherkammer oben auf den Dachboden. Da war es fast etwas unheimlich, dort oben waren ganz viele Sachen verstaut und dieser Raum in der Mitte des großen Bodens war irgendwie besonders, so schwarz und rußig und riechend.

Diese selbstgemachten Würste waren die besten überhaupt, die Schweine kamen vom Hof und die Arbeit dahinter war täglich aufwändige. Überhaupt war die Küche und das Gebäude in den Händen der Frauen ebenfalls mit viel Arbeit verbunden. Ich glaube, das einfachste Bild davon gibt wieder, dass im Büro ein Sack Zucker und ein Sack Mehl standen. Kein kleines 1000g Päckchen wie wir im Keller jetzt vielleicht horten, ein Sack, den man nur über der Schulter transportieren konnte! Als ich noch klein war, hatte meine Oma auch noch Hühner und sie erklärte mir, wie das mit den Gipseiern funktionierte. Beim Backen wischte sie jedes Ei für den Kuchen mit dem Finger aus, genau wie meine Mutter und ich das heute noch tun. Sie war eine strenge Frau, langes Schlafen in den Ferien zB. gab es nicht. Obwohl ich sie nicht als übermäßig religiös in Erinnerung habe, war sie es, die mir die Abendgebete beibrachte. Eigentlich gab es fast jeden Tag eine Verpflichtung, wenn ich so zurück blicke, die erfüllt werden musste. Stachelbeeren pflücken war bei ihrer stacheligen Sorte das Furchtbarste. Ihr Garten war ihr Stolz!

Natürlich bleibt ein Hof nur bestehen, wenn er sich permanent verändert! Einmalige Fruchtfolge heißt nicht umsonst „einmalig“. Da muss dann auch schon mal ein altes, baufälliges Gebäude umgebaut werden oder weichen. Aber die Steine kann und wird man noch mal nutzen.

Ein wichtiges Standbein heute ist der Hofladen. Die Kartoffel Felder, in meiner Teenagerzeit noch ein Experiment, nehmen heute einen großen Platz ein. Schweine gibt es immer noch auf dem Hof, mitlerweile haben sie einen neuen und sehr artgerechten Stall bekommen. Auf den Wiesen, wo zu meinen Kinderszeiten noch viele Rinder, Kühe, Kälber und sogar ein Stier standen, gibt es nur noch ein paar Rinder und vor allen Dingen schneeweiße Gänse. Es ist jedes Jahr wieder so wunderschön anzusehen, wie all die Vögel am Abend in den Stall getrieben werden müssen. Hoffentlich bleibt das Raubzeug weg.

Wo sich meine Mutter und ihre Geschwister damals ein Pony gewünscht haben, gibt es nun ein süßes, graues und auch einige Pferde. Das Schweizer Haus ist zu einem gemütlichen Ferienhaus umgebaut worden. Da wo früher erst Kühe und später Rinder standen, ist heute der wunderschöne und gut sortierter Hofladen hinter dem grünen Tor. Wenn der nicht geöffnet hat, kann der Spätentschlossene noch Fleisch aus dem Kühlautomaten kaufen. Darum beneide ich die Ansässigen sehr. Denn auch wenn mein Vetter, der natürlich mitlerweile den Hof mit seiner Frau übernommen hat, nicht „Bio“ produziert, so arbeitet er doch mit den „geringst möglichen chemischen Mitteln“ und der neue Stall für die Schweine ist nach Bio Standart gebaut. Leider wohnen wir viel zu weit weg, als dass ich all die Neuerungen mitbekommen würde, wie früher.

Diese Eichen stehen übrigens schon sehr, sehr lange auf dem Hof. Die eine stirbt langsam, aber neue wurden natürlich schon gepflanzt. Bäume, die dem Pflanzenden nie Schatten spenden werden und doch pflanzt er sie (wie ich letztens erst wieder durch die Anzeige meines Onkels erinnert wurde) „Wem hörse? Ach, es Gödden ….“  „Wo kommse her? Ach, Gödde Benkamp.“

Heiligenhäuschen am Hof, dahinter Felder und Wald: mitlerweile ist die Strasse verlegt und die Pferde ziehen nicht mehr Gespanne hier vorbei, die alte Pieta steht natürlich nicht mehr hinter dem Gitter.

Ich danke Euch, dass Ihr es bis hier her durchgehalten habt. Vieles, was ich in meiner Zeit als Enkelkind auf dem Hof erlebt und gelernt habe, prägt mich bis heute. Meine Mutter hat im Alter wieder mehr denn je eine starke Bindung hierher. Bruchteile zeige ich Euch nur und einiges sicher durch die rosarote Brille. Aber nur, wer weiß, wo er her kommt, kann sagen und wissen, wo er hin geht.

(Wenn Ihr mehr über den Hof und seine Angebote erfahren wollt, schaut doch u.A. mal hier:  – dass ist nur ein wenig bis keine Werbung – all die leckeren Kartoffeln und Würste wurden bezahlt!)

Und weil die Woche mit dem Schreiben dieses Artikels ein schöner, melancholischer Rückblick war, verlinke ich es noch bei Andreas Samstagsplausch

Ein sonnig-warmer Mai

Hallo Ihr Lieben.

Der erste Mai zeigte sich noch recht kalt und dann wurde es warm, wärmer und echt zu heiß. Der Bloggermonat wurde wieder mit einem Beitrag aus dem Jahresprojekt „Flatterhaft“ gestartet, das Goldhähnchen startete den Wonnemonat. Bei 12 von 12 war ich diesen Monat wieder dabei. Im Garten war viel los, sowohl bei Flora als auch Fauna. Den letzten Gedankengarten aus der Frühlingspost wurde vorgestellt. Der Blog ist ein Jahr älter geworden und ich habe einen Elstern Stempel als Verlosung geschnitzt. Der 10. BlogGeburtstag von Ulrike wurde mit einer Wichtel Aktion begangen und ich bekam ein tolles Geschenkpakete (hier ging ein Tauschpaket an meinen Wichtel raus). Mit einem schwungvollen Flugbild zu Nils Holgerson war ich dann wenigstens einmal beim Mittwochs Projekt von Michaela und Susanne dabei. Zwischenzeitlich war es eher wichtig draußen zu sein, als zu bloggen.

Die Woche selber war gut gefüllt. Am Wochenende spazierten wir in der Wahner Heide und besuchten das Gut Leidenhausen. Unter einer großen Linde mitten im Gutshof gab es Kaffee und Kuchen. Am Schönsten war es aber in der „Bienen Ecke“, hinter dem großen Tor, mit einem teils neu angelegte Obsthof voller alten Sorten und dem schönsten Insektenhotel, das ich jeh gesehen habe. Der Rosenkäfer suchte übrigens bewußt die nackte Erde auf (Suchbild). Das wurde mir erst bewusst, als daheim zufällig auch ein Rosenkäfer im Garten landete… und sich im Blumentopf vergrub. Rosenkäfer sind mit Maikäfer verwandt und legen die Eier so ab. (ihre Larven lieben allerdings abgestorbene Pflanzenteile)

Am Dienstag mussten letzte Vorbereitungen für den Seniorennachmittag – Mittwoch, mit Mini Kirmes – getroffen werden. Dann ging es ins Sauerland. Es wird noch einen Beitrag dazu geben. Ich möchte ein wenig davon erzählen, von meine Mutter herkommt und wo ich sehr viel Zeit meiner Kindheit verbracht habe.

Suchbild mit Rosenkäfer

Auf dem abendlichen Rückweg gab es magische Momente. Abendglühen und Talwolken. Auch das zeige ich im folgenden Beitrag.

Am Feiertag fuhren wir in die Eifel, eine Kleinigkeit im Garten der Schwiegereltern helfen und der Freitag ist dagehen fast ein normale Tag – kein Brückentag – mit Einkauf und Alltag. Ich habe endlich meinen nächsten Stempel fertig gemacht. Es wurde Mumin Mama geschnitzt. Leider hatte ich für die feinen Linien eher anderes Material (Softcut) nehmen sollen, das hab ich kurz nach dem ersten Schnitzer gemerkt.

Fleissige Helfer, Marienkäferlarven

Für Holunderblütchens Flower Friday zeige ich noch einen Blumenstrauß. Erdbeeren aus der Gegend haben jetzt Saison und schmecken, Dank optimaler Bedingungen, superlecker. Kauft Erdbeeren aus der Region, unterstützt die örtlichen Landwirte. Die bekommen teils so wenig dafür , dass erste Bauern ihre Felder umpflügen (wdr).

„Guckuck, Mama, Papa, hierher!“ Kohlmeisenteenager, noch wird er gefüttert

Verlinkt bei Birgit, Holunderblütchen und dem Wochen Rückblick von Andrea Karminrot