Von Einfallspinseln und geistlichen Würdenträgern.

Hallo Ihr Lieben.

Andrea, die Zitronenfalterin hat sich wieder viele Gedanken gemacht, was als Thema zu Ihrem Blog passt, als Linksammlung für Blogger. Diesmal gibt es nicht monatlich eine neue Thematik als Anstoß, sondern ein Jahreskonzept, eine Challenge, bei der wir uns eine interessante „Aufgabenstellung“ für uns selber suchen und monatlich etwas dazu bringen dürfen.

Für mich war recht schnell klar, was ich nehmen wollte. Ich habe schon oft hier von Vögeln berichtet, mein Blog heisst nach einem Vogel (Plattdeutsch: Wippsteert=Bachstelze) und diese Könige der Luft faszinieren mich auch einfach. So werde ich jeden Monat einen Vogel portraitieren. Sowohl in Text als (hoffentlich immer selbst gemacht) auch kreativ.

Nun, die Überschrift ist ein kleines Rätsel, denn es sind Umschreibungen der Vogelnahmen, sowohl der offizielle, als auch den aus dem Volksmund. Ich stelle Euch diesmal den Gimpel vor. Was der mit Einfalt zu tun hat? Dieser Vogel hat einen „relativ simplen“ Gesang und er singt eher leise. Aber, er lernt sehr schnell Melodien nach zu pfeifen und war deshalb früher ein begehrter Käfigvogel, zumal auch noch hübsch anzusehen. Oft wurden früher Vögel in Leimfallen gefangen und der hübsche Vogel ging wohl sehr einfach „auf den Leim“. Daher stand er bald als Synonym für Neuling, Tropf, Anfänger, Einfallspinseln, Dummkopf,… Im Rheinland gibt es die Redewendung „stolz wie ein „Gempel“ sein“.

Seinen anderen Namen hat der rundliche Vogel durch sein Federkleid bekommen. Pfaffe ist ein altes, etwas abwertende Wort für Geistlicher. Gerade hochgestelltere, katholische Priester trugen oft rot (oder violett) und früher eine schwarze Kopfbedeckung. Vielleicht erinnert Ihr euch noch an „Don Camillo“. Auch dass er oft dicklich und aufgepolstert aussieht, spielt dabei sicher eine nicht unwesentliche Rolle. Seltener ist die Bezeichnung „Blutfink“, welche sich wohl durch die Federfärbung selbst erklärt. Wie so oft trägt nur das Männchen ein rotes Pracht Gefieder, daß Weibchen bleibt eher grau mit einem rosa Einschlag.

Der Dompfaff gehört zu den Finken. Über das Jahr lebt und brütet er gern in Fichtenwäldern und Mischwald. Im Winter zieht er in kleinen Schwärmen durch Obstplantagen und Gärten. Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine Mutter schimpfte, wenn sie sich über ihren Apfelbaum her machten. Sie mögen nämlich gerne Knospen. Und wenn dann einige Vögel im kleinen Baum selbige abfraßen, bedeutete das durchaus weniger Apfelblüten. Ansonsten ist sein starker Schnabel wie für Sämereien gemacht.

In der Brutzeit ist der Vogel monogam, ob das auch für das gesamte Vogelleben gilt, weiß man noch nicht. Während das Weibchen auf den Eiern sitzt und auch die erste Zeit mit den Küken, versorgt das Männchen seine Gefährtin. Nach dem Schlüpfen gibt das Weibchen Futter aus dem Kropf an die Küken weiter. Nach der Brutzeit, die wie gesagt als Paar stattfindet, kommen im Herbst dann wieder Schwärme zusammen und wir haben manchmal Gelegenheit, den prächtigen Vogel auch im Park oder Garten zu beobachten. Seinen Namen soll er übrigens vom bayrischen „gumpen=hüpfen“ haben, sein behäbig wirkendes Aussehen spielt dabei vielleicht auch eine Rolle, dabei plustert er sich einfach nur auf.

Ich zeige Euch diesmal einige von mir mit Blei- und Bundstift gemalte Gimpel und den (einfach gehaltenen) als Stempel geschnitzten Dompfaff (nicht nur für den Pullover). Übrigens kommen Gimpel auch gerne im Winter an Futterhäuschen. Vielleicht habt Ihr ja mal Glück.

Verlinkt bei der Aktion Jahresprojekt

und der Linksammlung Creativsalat

und der Linksammlung DVD

38 Gedanken zu “Von Einfallspinseln und geistlichen Würdenträgern.

  1. Was für eine zauberhafte Idee! So lernen wir noch was und können diese tollen Bilder und Stempel bewundern!
    Lustiger Zufall, auf meinen Servietten, die wir gerade auf dem Tisch haben, sind lauter Dompfaffen abgebildet. Natürlich mal wieder nur die männlichen, da bunter… 😉
    Da freue ich mich auf diese schönen Vorstellungen und Zeichnungen der nächsten Monate!!!
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Danke Dir, ja der Herr Gimpel ist oft auf Bildern (irgendwo habe ich gelesen, dass sie auch bei alten Paradiesbildern gern mit reingesetzt wurden)
      Ich bin selber gespannt, was ich für Vögel finde und vorstelle.
      Liebe Grüsse (nochmal)
      Nina

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  2. das ist eine ganz wunderbare idee!! ich bin ja auch eine vogelliebhaberin, beschäftige mich aber nicht allzusehr mit den details. so freue ich mich, bei dir einiges zu lernen und vielleicht die piepmätze noch mit anderen augen zu sehen.
    leider sind die gimpel bei uns im garten noch nie aufgetaucht, aber im elm begleiten sie uns manchmal zu mehreren bei unseren spaziergängen.
    liebe grüße
    mano

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    1. Ha, da habe ich gerade parallel bei Dir geschaut und finde Dein Projekt mit dem Beet auch so wunderbar. ich habe hier bis jetzt nur einmal Gimpel im Garten gehabt, irgendwo auch Fotos, aber natürlich nicht gefunden…
      Bin selber gespannt, welche Vögel ich mir noch so aussuche.
      Liebe Grüsse noch mal
      Nina

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  3. Eine gute Idee, könnte man glatt so was draus machen wie „Mein Freund, der Baum“. Ich bin zwar keine großartige Vogelfotografin, aber da gibt es viele im Bloggerland, die da etliches beisteuern könnten.
    Ich kann mich nicht erinnern, den Dompfaff bewusst wahrgenommen zu haben, kenne ihn natürlich von kleinauf von unserem Vogel-Domino und fand ihn immer wegen der Farbe schön. Dass du ihn gezeichnet hast, kann ich also gut verstehen. Ich mag auch die Gestalt der Finkenvögel generell, da sehr dekorativ, egal um welche Art es sich im Einzelnen handelt.
    GLG
    Astrid

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    1. So wie Dein Baumthema könnte man da sicher auch zu Vögel eine Linkparty gestalten, aber ich denke, dazu ist das Verbreitungsgebiet 🙂 meines Blogs zu klein.
      Ich glaube, der Dompfaff braucht mindestens einen großen Park nebendran. Aber ich habe ihn hier im Garten auch erst einmal gesehen. Seine Form ist besonders schön, da hast Du recht.
      Liebe Grüße zurück
      Nina

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  4. Was für eine entzückende Idee, liebe Nina, ich freue mich bereits jetzt auf aller Vogelgetier und Federvieh 😉 Wie schön! Und du kannst so toll zeichnen, Neid! Ich freue mich auf deine zwölf Federfreunde!
    LG. susanne

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  5. Liebe Nina,
    das ist eine wunderbare Idee für dein Jahresprojekt… jeden Monat einen Vogel in Bild und Wort und zudem kreativ vorzustellen finde ich total klasse. Super, ich freue mich schon darauf und der Dompfaff, den du so schön dargestellt hast, gibt schon einen guten Vorgeschmack auf den nächsten Protagonisten. Übrigens, den Dompfaff habe ich hier noch nicht gesehen und daher dein Porträt umso mehr genossen.
    Lieben Gruß und hab einen feinen Tag, Marita

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  6. Ach, wie schön, liebe Nina! So wundervolle Vogelvorstellungen! Deine Zeichnungen sind sehr hübsch und ich freue mich, die nächsten deiner Vögel näher kennenzulernen. Auch deinen Stempel bewundere ich sehr. Wir wohnen übrigens im Dompfaffweg 😊! Würdest du einen Dompfaff eventuell an mich verkaufen?
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  7. Was für eine wundervolle Idee, liebe Nina. Ich mag Piepmätze auch so gerne! Und nun regelmäßig einen ganz und gar hier von Dir erklärt zu bekommen macht mich froh! Liebe Grüße, Nicole (die sich für einen Jahreskalender in Wort und Bild entschieden hat.. na gut, den Januar habe ich reingefummelt!)

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