Hochwasser

Hallo Ihr Lieben.

Es regnet und regnet, in den Bergen taut es. Da sind steigende Pegel an den Flüssen und überschwemmte Wiesen vorprogrammiert. Noch hat der Pegel hier in Bonn die 8m Marke nicht geknackt, Stand 3.2. um sieben Uhr. In Köln ist der Pegel darüber. Aber es steigt gerade langsamer.

Mit etwas Fantasie erkennt Ihr hier in den Hinterlassenschaften eines Vogels einen Flamingo (Copyright beim Sohn). Überall, wo sich das Wasser zurück gezogen hatte, war Schlamm auf den Wegen.

Für uns Unbeteiligte ist das immer ein Schauspiel. So waren wir am Wochenende in den Siegauen spazieren, nicht nur, weil etwas Sonne herauskam, sonder auch ein Hochwasser am Fluss immer wieder faszinierend anzusehen ist. Die Sieg ist hier auf den letzten Kilometern, bevor sie in den Rhein fließt. Wir hatten Glück, daß sich das Wasser kurzzeitig etwas zurück gezogen hatte und wir den Weg überhaupt nehmen konnten.

Vor mir im Gestrüpp huscht ein Zaunkönig. Überall hören wir Gezwitscher. Die kleinen (und größeren Vögel) nutzen die paar Sonnenstrahlen und üben fleissig für den Frühling. Distelfinken fliegen vor uns schwatzend von Gebüsch zu Gebüsch. Der Ostwind geht uns durch und durch. Auf den überschwemmten Wiesen der gegenüberliegenden Flussseite in der Ferne sitzen Unmengen Möwen und auf den hiesigen Wiesen sieht man Graugänse. An Rhein und Sieg (hier) leben vor allem Graugänse, aber auch die eingewanderten Nilgänse und Kanadagänse.

Sittiche sind fast immer in den Pappeln am Ufer zu finden und zu hören

Der Strom ist reißend schnell, wie man immer wieder an Treibholz sieht. Kleine Seitenarme, in denen sonst Bisam (Bisamratten) ihre Baue habe, verschwimmen mit dem Hauptstrom. Ein Naturschutzprojekt möchte bald vielerorts die steinernen Befestigungen am Rand entfernen, so dass der Fluß noch natürlicher fließen kann. Und sich dann bei Hochwasser über Altarme und Sandbänke auch besser ausdehnen kann. Immer wieder gibt es auch Berichte über Bibersichtungen in der Presse. Ich habe Euch ja das ein oder andere Mal schon an den Fluss mitgenommen, vor allem im Sommer ist es ein Paradies, allerdings nur, wenn genug Wasser da ist.

Mit viel Geschrei ziehen große Gänseschwärme über uns hinweg. Mit sichernden Kreisen landen sie dann endlich bei ihren Artgenossen auf der Wiese. Ich muss dann immer an Nils Holgersson denken, auch wenn die Geschichte in Schweden spielt.

das Eis auf den Flächen schillert hell

Durchgefroren geht es heimwärts.

Diese Eindrücke wollte ich Euch unbedingt zeigen.

Verlinkt beim Natur-Donnerstag

27 Gedanken zu “Hochwasser

  1. Na da ist ja ganz schön was los bei euch!
    Gelesen habe ich auch schon von diesen Sittichen, die sich angesiedelt haben, schon interessant, gehören sie ja eigentlich nicht hier her.
    So eine fliegender Gänse-Zug ist auch imposant an zu sehen, beeindruckend.
    Was den „Flamingo“ betrifft , ich habe ihn sofort erkannt, toll 🙂
    Ja, auch bei uns ist Hochwasser im Anmarsch, kleine Flüsschen sind nun Flüsse und teilweise sind auch betroffene Wiesen zu einem See geworden.
    Aber es hält sich meistens im Rahmen und das erleben wir meisten jedes Jahr.
    Danke für diesen schönen Post, den du zum „DND“ verlinkt hast, ich habe mich sehr darüber gefreut.
    ♥lich grüßt Jutta

    Gefällt 1 Person

    1. Ich finde es immer wieder interessant anzusehen, wie sich Landschaft verändert im Jahresverlauf. Nicht so schön ist das Hochwasser natürlich für Betroffene.
      Wir haben mitlerweile sogar eine aggressivere (der bereits vorhandenen Art) weiter Sittichart hier. Nil und Kanadagänse und Bisam sind alles Einwanderer.
      Danke Dir auch und liebe Grüße
      Nina

      Gefällt mir

  2. Schöne Bilder und Eindrücke. Bei uns in der Region erwacht auch nach und nach das Leben. Freue mich auf die ersten Schneeglöckchen. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis die ersten Honigbienen auf Suche gehen. Muss sehen, dass ich irgendwo noch ein paar Holzpfähle auftreibe, da ich noch weitere Bäume pflanzen will.

    LG
    Stefan

    Gefällt 2 Personen

    1. Oh, sehr schönes Vorhaben. Hoffe sehr, Du findest welche. Ich habe notdürftig auch schon Baulatten genommen und unten angespitzt. (halten natürlich nicht so lange)
      In der Nachbarschaft kommen die Schneeglöckchen auch teils fleißig, hier sind erst ihre weißen Spitzen zu sehen. Vorfreude.
      Ganz liebe Grüße zurück
      Nina

      Gefällt 2 Personen

      1. Habe heute 15 Pfähle bestellt, dazu sieben Bäume zur Lieferung Anfang März (u.a. 2 x Wildapfel, Sommerlinde, Blutpflaume, Hasel). Da unsere alten Apfelbäume langsam ihrem Ende entgegen gehen (der Sturm heute Nacht hat leider einen weiteren mittig gefällt), werden auch noch ein paar alte Obstsorten folgen. Gibt nichts Schöneres, als der Natur beim wachsen zuzuschauen und zu wissen, dass man selbst ein wenig dazu beigetragen hat. 🙂
        LG
        Stefan

        Gefällt 1 Person

      2. Das hört sich alles sehr gut an! Drücke die Daumen. Das mit dem alten Baum tut mir leid. Vielleicht könnt Ihr noch einen „alten“ Ast aufpfropfen. Hier war es gar nicht sehr stürmisch…
        Noch mals liebe Grüße
        Nina

        Gefällt mir

      3. Nein, der Ast und die Bruchstelle sind leider zu groß. Die Obstbäume sind inzwischen knapp 150 Jahre alt. Und das extreme Wetter der letzten Jahre hat ihnen arg zugesetzt. Befürchte, dass wir uns bald von allen dreien vor unserem Garten verabschieden müssen. Daher ist neu anpflanzen angesagt. 😉 – Ich wünsche Dir ein schönes WE!
        LG zurück
        Stefan

        Gefällt 1 Person

      4. Natürlich hätte ich nicht mehr damit gerechnet, dass der Baum zu retten ist, aber ich meinte, einen Ast davon auf einen anderen Baum zu verpfropfen. (Jeh nach Sorte)
        Traurig, aber so alte Bäume sind auch wirklich besonders.
        Liebe Grüße und schönes Wochenende
        Nina

        Gefällt mir

  3. Liebe Nina,
    ja, das ist wirklich ein Naturschauspiel. Kenne es nur „im Kleinen“, da ich eine Zeit in Wiesbaden gelebt habe. Aber das ist nicht mit diesen wundervollen Eindrücken vergleichbar, die du hier zeigst. Sehr, sehr eindrucksvoll. Und jaaaaa, die Gänse, die es hier bei uns wildlebend leider nicht gibt, erinnern mich auch immer an Nils Holgerson – so eine schöne Vorstellung, mit ihnen zu Reisen :). Hast mich grad wieder zum Träumen gebracht.
    Danke und eine schöne Zeit. Liebste Grüße
    Elisabeth

    Gefällt 1 Person

  4. Auch bei uns am linken Niederrhein steigt der Pegel stetig und so mancher Ort kann nur noch mit dem Boot erreicht werden. Deine Schilderung ist wieder wunderbar, liebe Nina. Und die grauen Gänse am blauen Himmel erhellen mein Gemüt. Und es gibt Sittiche? Tsss… verrückt! Dir einen lieben Gruß, Nicole

    Gefällt 1 Person

    1. Oh ja, zwischen Köln und Bonn gibt es viele Sittiche. Auch hier in den Gärten schwirren die herum und brüten in den hohen Bäumen. Ich denke, es waren mal Zoo Flüchtlinge. 😊
      Habe mir den Pegel in Bonn heute morgen angesehen, der bleibt scheinbar unter 8m. Puhh!
      Aber es gehört ja auch mit dazu in Richtung Frühjahr Hochwasser zu bekommen.
      Liebe Grüße (nochmal)
      Nina

      Gefällt mir

  5. Zu einem schönen Rundgang hast Du uns mitgenommen und das sogar trockenen Fußes. In einer Doku habe ich von den Sittichen erfahren, ist schon verrückt das sie dort so leben. Ein exotischer Besucher der sich wohlfühlt,
    liebe Grüße
    Kirsi

    Gefällt 1 Person

  6. ich bin immer wieder erstaunt über die sittiche, die sich in eurer gegend ja offensichtlich ausgebreitet haben. weißt du woher sie gekommen sind? hier jedenfalls wurden noch keine gesichet!
    hochwasser sieht immer beeidruckend aus, aber für die betroffenen menschen sind überschwemmungen manchmal tragisch. ich hoffe, dass es dieses jahr nicht so schlimm wird!
    gänseschwärme haben wir kürzlich auch gesehen, aber sie waren zu hoch, um erkennbar zu sein.
    liebe grüße
    mano

    Gefällt 1 Person

    1. Die Sittiche sind wohl aus dem Zoo, aber schon seit Jahrzehnten hier „heimisch“.
      Gerade am Rhein hier sind immer Häuser und damit Menschen vom Hochwasser bedroht. Deswegen will man ja auch zB der Sieg mehr Platz geben. Der Rhein wird sicher noch höher in Bonn und Köln.
      Liebe Grüße zurück
      Nina

      Gefällt mir

  7. Liebe Nina,
    deine Eindrücke sind beeindruckend, doch wenn man die Auswirkungen der hohen Pegelstände an Rhein und Mosel mitbekommt, dann sind diese Wassermassen schon bedrückend. Vor allem, wenn es Jahr für Jahr wie am Moselufer passiert, das würde mich schon frustrieren.
    Ich bin gespannt was uns am Sonntag mit dem Schneesturm erwartet … ein klein wenig!!! Winterwonderland würde mir schon gefallen.
    Lieben Gruß und hab einen gemütlichen Abend, Marita

    Gefällt 1 Person

    1. Deswegen möchte man der Sieg in vielen Bereichen mehr Platz geben. Und natürlich ist das nicht nur schön. Eher gefährlich! In meinem Geburtsort gab es Bereiche, wo Häuser keine Keller gibt und Gebiete, wo man nicht baute. Betonung auf Vergangenheit, denn angeblich sind die bebauten Plätze nun sicherer. (Alle Generationen vorher lagen also falsch?)
      Hier ist nur etwas Schnee Regen für den Sonntag bis jetzt gemeldet. Ich glaube, wir sind mal wieder an der Grenze. Na ja, es ist halt Februar.
      Liebe Grüße zurück
      Nina

      Gefällt mir

  8. Da gibt es ja viele Punkte im Post, zu denen ich jetzt schreiben könnte, die Sittiche, das Hochwasser, die Siegauen.Aber eigentlich müsste ich schlafen.
    Da unser 120 Jahre altes Haus in einem Altrheinarm steht, ist früher immer das Grundwasser durch den Boden gekommen, wenn der Rhein den Pegel von zehn Metern überstieg. Dann hieß es Pumpen, keine Toiletten, Spülmaschine im Parterre benutzen, denn die Abwasserkanäle standen auch voll.Den Dreck wollte man ja nicht im Haus haben. Eigentlich war das jeden Winter ein Thema. Inzwischen hat die Stadt entsprechende Pumpen gebaut, die alles besser regulieren, und geht schon sehr rechtzeitig mit Schutzmaßnahmen in Rheinnähe und im Kanalsystem dagegen vor. Auch haben Maßnahmen in BW dazu geführt, dass das Schmelzwasser aus den Bergen nicht in einem Rutsch zur Nordsee durchrauscht, indem eben auch solche Auen reaktiviert worden sind.
    Über Biber an der Sieg würde ich mich freuen und dann auch mal wieder einen Ausflug dorthin unternehmen…
    Und nun gute Nacht!
    Astrid

    Gefällt 1 Person

    1. Ich hoffe, Du hast gut geschlafen. In meinem Geburtsort gab es auch verschiedene Häuser, die deswegen keine Keller hatten usw. Wenigstens hat man gelernt, dass es nicht gut ist, die Mäander eines Flusses ganz abzuschaffen. Was Du über das Haus erzählst, finde ich sehr interessant übrigens. Und an Dein Sittich Foto am Futterhaus erinnere ich mich auch.
      Ganz liebe Grüße
      Nina

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.