nägelein

Hallo Ihr Lieben.

 

Got geb euch eine gute nacht / von rosen ein dach / von liligen (Lilien) ein pet / von feyal (Veilchen) ein deck / von muschschat (Muskat) ein tuer / von negellein (Nelken) ein rigelien dar für

 

Johannes Brahms berühmtes Schlaflied *Guten Abend, gut`Nacht* „besteckt“ die Decke mit Nelken. (Daher stammt auch meine Überschrift)

Bartnelke
In dem Schüsselchen gedeiht eine Süsskartoffel

 

Was ich oben wiedergegeben habe, ist die mittelhochdeutsche Form eines Liebeslied, mit einer rundum durftenden Schlafstatt. So war diese Blume doch das Symbol der Liebe und Ehe, rot natürlich für das Verlangen, Weiß für die Ehe.

Der botanische Name der Nelke ist „Dianthus“, Blume der Götter. Ihr alter Name „Nägelin“ kommt aus der Ähnlichkeit zur Verwandschaft, denn im getrockneten Zustand sieht sie aus wie die Gewürznelke, die ihrerseits an einen Nagel erinnert.

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In Allegorien der fünf Sinne verkörpert die Nelken oft den Geruchssinn. Wenn man mal genauer auf Bilder des späten Mittelalters und der Renaissance schaut, findet sich dort sehr häufig die Nelke. (Die Dame mit dem Einhorn, als Passionsblume in Bildern von Jesus und Maria.) Bei der Tischdekoration sollte sie schlechte Gerüche überdecken und wurde auch zum Kochen verwendet, ebenso wie in Getränke gestreut. Eine alte Nelkensorte heißt Sops in Wine, *in Wein getunkte Bissen*. Auch im 19. Jahundert wurde die Nelke vielfach in Parfüms und Pomaden verwendet. In Andalusien ist die Nelke der Inbegriff von Weiblichkeit, man schaue sich nur die Flamenco Kleider an. Bei den Stierkämpfen tragen die zuschauenden Damen eine rote Nelke hinter dem Ohr. Man(n) beachte da, auf welcher Seite, denn links bedeutet, dass sie ungebunden sind.

Wärend der französischen Revolution waren Nelken das Widerstandssymbol der Adeligen. Diesen Widerstandsgedanken griffen 1889 Anhänger der Arbeiterbewegung auf. Dieses Symbol des Widerstandes blieb der Nelke bis heute erhalten.

Als ich gestern Spargel beim Bauern im Ort kaufte, standen im Eimer diese wunderschönen „Tausendschön“ Nelken. Auch wenn ich mir eigentlich aus dem Garten Iris in die Vase stellen wollte, konnte ich nicht widerstehen.

Meine Informationen sind fast alle aus dem wunderschönen Buch *Nelken* von Sussane Stephan aus der Reihe *Naturkunden* im Matthes & Seitz Verlag, welches ich mal geschenkt bekommen habe. (Übrigens eine sehr schöne Reihe!)

 

Verlinkt bei Holunderblütchen und Freutag

 

Guten Abend, gut’ Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck’:
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht,
die zeigen im Traum
dir Christkindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies.

altes Schlaflied, vertont von J. Brahms
1808 unter dem Titel Gute Nacht, mein Kind! veröffentlicht im „Des Knaben Wunderhorn“

Hirtentäschel

 

Hirtentäschel

 

Ist das nicht ein schöner Name?

Hallo Ihr Lieben.

Das ist eine Pflanze. Genauer gesagt, ein ein- bis zweijähriges Wiesenkraut. Der botanische Gattungsname Capsella leitet sich von capsella (lat.) für „kleine Tasche“ ab. Die früheren Taschen der Hirten sind damit gemeint, welche eine ähnliche Form hatten wie die herzförmigen Schötchen, die Fruchtkapseln der Blume. Dieser kleine Kreuzblütler ist fast überall auf der Welt verbreitet. Sicher habt Ihr als Kind, (oder Eure Kinder,) bei einem Wiesenstrauß schon mal ein oder zwei davon auch im Strauß gehabt, obwohl es unscheinbare Kräuter sind.  Das Hirtentäschel ist trotzdem etwas Besonders. Es besitzt einen angenehmen Geschmack, enthält viel Vitamin C und eine Menge Mineralstoffe und ist außerdem ein kräftiges und seid dem Altertum genutztes Heilkraut, welches besonders gut gegen Blutungen wirkt. So wird noch heute ein Tee bei starke Monatsblutung getrunken. Es wirkt sich auch ausgleichend auf den Blutdruck aus, so wird die Droge sowohl bei Bluthochdruck als auch bei zu niedrigem Blutdruck eingenommen und wirkt regulierend auf ein schwaches Herz. Schon Hildegard von Bingen nutze und beschrieb das „Täschel“, welches auch nach einer Geburt oder kolikartigen Schmerzen empfohlen wurde. Das Hirtentäschel wirkt auch entzündungshemmend. Natürlich darf auch diese Droge nicht wahllos genutzt werden, besonders bei Vorerkrankungen oder Schwangerschaft (Kontraktionen können ausgelöst werden) ist immer Vorsicht geboten.

Hirtentäschle

Es eignet sich für eine äußerliche Anwendung ein starker Teeaufguss. Dies hilft bei Nasenbluten und Wunden. Dazu wird eine Kompresse getränkt und aufgelegt. Bei Zahnfleischbluten kann man mit dem Aufguss spühlen. Zur Tee Ernte wird das Kraut samt Wurzel genommen und getrocknet oder frisch verwendet. (Etwa zwei Teelöffel des Krautes mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und bis zu zehn Minuten ziehen lassen. Den Tee am besten über einen Zeitraum von 2 – 4 Wochen bis zu drei Tassen täglich trinken. Zur äußerlichen Anwendung wird die doppelte Menge des Krautes als Aufguss angesetzt.)

Hirtentäschle1
zarte Funde

Die knospigen Blütenstände könnt Ihr als Würzkraut in Euern Salat tun, sie haben eine leichte Kresse Note. Ich habe gelesen, dass auch die Samen ähnlich wie Senf gestampft werden könne, also mit Essig und Salz zusammen.

Hirtentäschlestrauss
Als Ministrauß

Ich mag aber vor allen Dingen diese zarten kleinen Herzen, die rund um den Stängel stehen. So pflückte ich mir in der Wiese des Parks einfach ein paar der unscheinbaren Blume. Und wie es der Zufall wollte, war etwas in dieses Kalenderblatt eingepackt. Illustration und Gedicht gefielen dem Jungen so gut, dass ich es nun ausgeschnitten und gerahmt habe. Schaut doch mal die Pflanze an, die am Fuße dieses grossen Berges steht.

gross werden
„Gross werden“ von Naoko Kudo Illustration Takashi Hotchama

Verlinkt beim Naturdonnerstag

Cinema Paradiso*

Hallo Ihr Lieben.

 

*Cinema Paradiso (Originaltitel: Nuovo Cinema Paradiso) ist ein italienischer Film aus dem Jahr 1988, geschrieben und gedreht von Giuseppe Tornatore. (Quelle Wikipedia), ein Film, den ich im Kino sehr gern gesehen habe, auch zwei mal, der eine wunderschöne Liebeserklärung an das Kino ist.

Er fiel mir sofort ein, als ich überlegte bei Nadine vom Blog Wörter auf Reise mit zu machen. Sie hat die wunderbare Tag-Aktion #Kinoliebe ins Leben gerufen. Nun, ich muss gestehen, gestolpert bin ich auf die Aktion über Karo, vom Blog Fiction fetzt. Aber es ist mir nicht schwer gefallen, gleich loszulegen, innerlich sofort Notitzen zu machen, in Erinnerungen zu schwelgen und festzustellen, wie gern ich mal wieder in s Kino gehen würde. Wie sehr ich Kino und Filme mag, zeigt sich auch in meinen geschnitzten Stempeln.

Film Stempel

Was war dein erster Kinofilm?

Das ist gar nicht so einfach zu rekonstruieren, natürlich war ich da sehr klein. Es war auf alle Fälle ein Disney Zeichentrick Film, ich meine, es wäre „Bambi“ oder „Schneewittchen“ gewesen.

Was war dein letzter Kinofilm?

„Knives out“ von Rian Johnson, so grossartig, am Liebsten wäre ich noch mal mit meiner Familie rein gegangen, aber die schauen keine Krimis. Eine wunderbare Hommage und ein Film mit wunderbaren Schauspielern und genialen Wendungen.

Wie oft gehst du ins Kino?

Oh, früher bin ich mindestens ein – zwei mal in der Woche in s Kino gegangen. Ab dem Zeitpunkt, wo ich mein eigenes Geld verdiente, habe ich einiges davon in normale und Programm Kinos getragen. Eine grosse Kinozeitung lieferte mir monatlich die Infos rund um s Kino.

Dann kamen Kinder und ab da wurde es zeitlich sehr schwierig, eine Weile später kamen erste Filme mit den Kindern, dann endlich wieder etwas regelmäßiger Kino genießen. Aber so oft wie ich möchte, komme ich nicht mehr in s Kino. Manchmal ist es nur einmal im Monat.

Bist du als Kind/Jugendliche in einen Film gegangen, für den du nach FSK zu jung warst?

Nicht das ich wüsste, da wir eine lange Zeit in meinem Heimatort gar kein Kino mehr hatten und im Ländlichen ist es dann nicht immer ganz einfach, in die nächste, grössere Stadt mit Kino zu kommen.

Welcher war der schlechteste Film, den du im Kino gesehen hast?

Ach, da denke ich jetzt seid gestern drüber nach und weiß es immer noch nicht. Was ich noch sagen kann, es war einer von diesen furchtbaren „Klopperfilmen“ mit vanDamme in den mich mein damaliger Freund geschleift hatte.

Multiplexkino oder Programmkino?

Am liebsten Progammkino, immer schon. Da laufen viel mehr und individuelle Filme, mal Filme im Original, mal Aktionen, der Preis ist auch nicht so hoch. Außerdem muss ich nicht alle Filme in 3D sehen.

Hast du schon ein Kinoevent im Kino besucht?

Oh ja, ich habe die Schauburg deswegen geliebt. „Metropolis“ mit Klavierbegleitung, schon vor 25 Jahren. Raumschiff Orion Nacht mit Schlafklamotten und Jubel, wenn das Bügeleisen kam und mehr fällt mir gerade nicht ein, weil leider auch schon so lange her. Premieren mit Stars wären heute in Köln und an Karten kaum dran zu kommen, wenn man da nicht wohnt und vielleicht Kontakte hat, bzw dort sowieso in s Kino gehen würde.

Hast du schon eine Sneak Preview besucht? Magst du sie?

Ich war mal in ein oder zwei, sind mir zu spät und ich kann mich nicht mal mehr dran erinnern, was ich da geschaut habe.

Warst du schon mal auf einem Filmfestival?

Nein, leider noch nie.

O-Ton oder Synchro?

Synchronisiert bitte, mein Englisch ist bescheiden, wenn es um schnell gesprochene Texte, (vor allem aus dem Amerikanischen,) geht. Gern schau ich mir die Filme später auf DVD oder Stream dann aber im Original noch mal an.

Bist du schon mal im Kino eingeschlafen?

Fast, aber ich hab es in der Orion Nacht, die wirklich die längste war, so grade eben geschafft. Gilt das eigentlich? Denn „Raumschiff Orion“ ist ja eigentlich eine Serie für s Fernsehen.

Was war dein schönster Moment im Kino?

Als ich zum ersten Mal mit meinem Schatz als MEINEM SCHATZ im Kino war. Der Film „Don Juan DeMarco“ war aber auch sehr passend. Wobei, eigentlich muss der Film erst an zweiter Stelle stehen, denn als wir „Die Stadt der verlorenen Kinder“ angeschaut haben, hat es ein ganz bißchen später „geklickt“.

Popcorn oder Nachos?

Wenn es etwas von Beidem sein muss, dann Nachos. Allerdings hasse ich dieses ganze Geknurpse und Geraschel im Kino.

Der letzte Film, bei dem du im Kino geweint hast?

Das ist einfach, „Avengers, Endgame“. Da hab ich auch beim zweiten Mal geweint. Und auf DVD auch. Und wenn ich mir gewisse Ausschnitte, (gibt es gerade vermehrt als kurze Mitschnitte aus Kinos zu sehen, wo man vor Jubel fast nichts versteht, weil das amerikanische Puplikum so mitgeht, hier ist das leider nicht so,) ansehe gibt es sofort wieder „PippiinneAugen“. Ich liebe den Ausschnitt, wo Cap den Hammer hebt, kämpft, fast nicht mehr kann und eine Stimme in seinem Micro „On your left“ („Achtung links“ in der Syncro) sagt. Aber ich habe auch früher schon bei Filmen geheult, ich bin allerdings auch nah am Wasser gebaut.

Dein nervigster Kinomoment?

Den kennt wohl jeder, quatschende und laute Kinobesucher… mehr muss ich wohl nicht sagen. Einmal mussten sie sogar das Kino verlassen.

Gehst du auch öfter für den gleichen Film ins Kino?

Definitiv. Mein Rekord ist wohl „Club der toten Dichter“ gewesen, ich glaube 10 mal? Aber ich war auch oft in „Henry V“, der hatte mich damals auch sehr gepackt. „Der mit dem Wolf tanzt“, „Viel Lärm um Nichts“ (lange mein absoluter Wohlfühlfilmliebling), aber auch den ein oder anderen Marvel Film oder auch den ersten X-Men, (Ihr merkt, ich mag Superhelden, und Hugh Jackman ist DER Wolverine)

Hast du auch schon Filmklassiker auf der Leinwand gesehen?

Sehr wenig, da leider selten dort gezeigt. Wobei, ich bin vielleicht schon so alt, dass meine alten Filme heute schon als Klassiker gelten. Aber ich bin mit den guten, alten SW Filmen im Fernsehen groß geworden, (wie gesagt, kein Kino bei uns in der Umgebung). Ich liebe diese alten „Schinken“, gern würde ich z.B. mal „Butch Cassady and the Sundance Kid“ auf grosser Leinwand sehen. Oder „Arsen und Spitzenhäubchen“, oder “ Der unsichtbare Dritte“ oder „Tom Jones“ mit Albert Finney,… ich könnte hier furchtbar viele Filme aufzählen.

Was bedeutet Kino für dich?

Abtauchen in eine andere Welt. Wenn das Licht ausgeht, die Stille einsetzt und man sich so freut und aufgeregt ist, der Vorhang vor der grossen Leinwand aufgeht, das ist Kino und nur Kino kann das Gefühl, diese Stimmung auslösen!

Teile Deine Liebe zum Kino mit #Kinoliebe, setz Dich hin, gib uns Deine Antworten und verlinke zu Nadine/Wörter auf Reisen.

Kino in Zeiten von Corona:

Helft Euerm Kino mit ein wenig Werbung schauen, wie wenn Ihr gleich einen Film sehen würdet, auf #hilfdeinemkino

Waldmeister, Papageientulpen und Maibäume

Hallo Ihr Lieben.

 

Seid herzlich eingeladen zum Samstagsplausch bei Andrea. Hier gibt es für mich wie jeden Morgen einen Milchkaffee.

Es war eine ruhige Woche. Die Bücherei hat sich einen neuen Plan überlegt, wie man jetzt wieder abgeben und ausleihen kann. Ich hatte eine sehr grosse Tasche mit abzugebenden Titeln und es hat so gut getan, zwischen den Regalen zu schauen. Allerdings habe ich mitgehört, dass wohl erst mal keine neuen Titel angeschafft werden. Finanzen werden überall ein Thema werden.

Papageien Tulpe

 Unsere Gartenmöbel sind teils hinüber und am Mittwoch wollten wir einen neuen Tisch und zwei Stühle kaufen. Das Angebot des Tisches war schon kurz nach Öffnung ausverkauft. Nun, durch Corona und den sonnigen April sitzen die Leute und auch wir, viel mehr im Garten oder auf dem Balkon. Jetzt haben wir doch einen Tisch bestellt, für viele weitere Tage im Garten. Aber ich freue mich so auf Regen. Es ist so trocken und die Luft voller Pollen. Ich glaube,  es gibt wieder eine Notblüte. Außerdem scheinen fast alle Blumen, Sträucher und Bäume gleichzeitig zu blühen. (Selbst als nicht-Allergiker niesse ich lauthals und bekomme von den Nachbarn „Gesundheit“ gerufen – sehr passend, wenn Ihr Mal schauen wollt, woher der Brauch stammt.)

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Dank 1. Mai Feiertag ist es diesmal ja eine kurze Arbeitswoche. Auch wenn oftmals die Zeit verschwimmt. Pünktlich zum Feiertag fällt immer wieder Regen und es ist kühl und frisch und die gelben Pollen zu Rinnsalen zusammen gekommen.

Hier gibt es den Brauch des Maibaum Aufstellen als Liebesbeweis. Dieses Jahr ist ein Schaltjahr und die Mädchen würden den Jungen eine bunt geschmückte Birke schenken.

Herz

Aber leider benötigt man i. R. mehr als einen Helfer zum Baum aufstellen. So gibt es nur ein paar Bäume, denn die Aufstellservice kommen gar nicht hinterher. Noch beim frühen Hundegang habe ich ein Auto mit diversen Birken auf dem Dach flitzen sehen. Manche haben sich auch so beholfen und vorhandene Bäume genutzt. Das die Dorfmaibäume dieses Jahr nicht auf den Dorfplätzen aufgestellt werden, ist auch klar. Kein in den Mai tanzen. (Finde ich alles nicht so wild, es gibt wirklich Schlimmeres!)

 

Maiwanderungen in geselliger Runde mit feucht fröhliche Picknick gab es auch nicht.  Es hat immer wieder Regenschauer gegeben. Also war die Maiwanderungen vielleicht auch verschmerzbar.

Tulpen im Glas

Besondere Tulpen habe ich ergattert. Papageien Tulpen, so wunderschön. Ich habe dann nachgelesen, dass diese Art nur durch eine zufällige Mutation entstanden ist. Als erstes kommen die grünen Blätter kraus aus der Erde.

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Eine Maibowle mit Waldmeister aus dem eigenen Garten kann ich schon nicht mehr ansetzen, denn das duftende Kraut blüht schon fleißig. Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass das blühende Kraut schon zu giftig ist. Aber zwei kleine Sträußchen habe ich gemacht für meine Wäscheschublade. Waldmeister erhält durch Welken Cumarin. Es ist leicht giftig, kann Kopfschmerzen verursachen, aber als Mottenmittel wunderbar und süßlich angenehm duftend. Als Heilmittel wird die Pflanze schon sehr lange eingesetzt. Ein altes Wort für Waldmeister ist auch Labkraut, das habt Ihr sicher schon mal in Geschichten und Märchen gelesen.

Waldmeister Thome
Quelle Wikipedia, Thome

 

Einen schönen Start in den Wonnemonat Mai.

 

Verlinkt auch bei Holunderblüchen

 

 

Aprilcollage

Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern
schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er
leer war, –
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

 

Hallo Ihr Lieben.

Nein, einen typischen April hatten wir nicht, den Regen, wie er an die Fenster prasselt, haben wir nicht gehört oder glänzende, nasse Flächen gesehen. Wer hätte gedacht, dass wir wirklich im Geschichtsbuch landen würden. (Kaum ein global bedeutsames Ereignis in meinem Leben kann das von sich behaupten, wohl eigentlich nur die Maueröffnung und daran war ich nicht selber beteiligt.) Aber dieser Virus hier, betrifft wirklich alle(s). Aber natürlich gibt es nicht nur ihn diesen April. Das Wichtigste für uns hier sicher die zwei Geburtstage vor Ort und einer weit weg. Ostern war mal ganz anders, schön, aber auch traurig. Viel auf die Rippen haben wir leider auch bekommen, wir kompensieren ein wenig mit Essen. Lesephasen, kreative Phasen, Gartenzeit und zu viel Sonnenstunden. Meine Lieblingsbücher diesen Monat: Gaiman, Der Ozean am Ende der Straße und Jacominus (s.u.)

 

 

Birgit sammelt wieder unsere fotografischen Collagen.

 

Von Eulen, Hasen, fliegenden Frauen und dicken Naturgestalten

„Superkalifragilistigexpialigetisch“

Hallo Ihr Lieben.

Das Bandwurmwort da oben ist die deutsche Übersetzungen des englischen Kunstwortes supercalifragilisticexpialidocious aus „Mary Poppins“. Ich liebe dieses englische, ganz besondere Kindermädchen. Ich liebe den Song, sowohl im englischen Original, als auch die deutsche Übersetzung, welche ich sogar noch im zarten Alter von 19-20 Jahren im Autoradiocassettendeck gehört habe. Zusammen mit einer Freundin, auf dem Weg zur Prüfung, war das perfekte Entspannung, diesen Song, dieses Wort, lauthals zu grölen, (ich glaube, singen darf man da nicht zu sagen). Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses fliegende Kindermädchen als Stempel herhalten musste, zumal wir den Song „…mit nem Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt…“ gerade alle sehr gut gebrauchen können, oder? (Ich muss gestehen, ein anderes Wort bei Gabi hat mir diesen Anstoß hier verpasst.)

Aber das ist nicht das Einzige, was ich in letzer Zeit geschnitzt habe. Schon das ein oder andere Mal habe ich hier von Eulen geschrieben.

Diese besonderen Raubvögel haben es ja nicht nur mir angetan. So herausstechend, mit vollkommen anderen Körperformen als alle anderen Vögel. Dann sind diese gefiederten Besonderheiten auch noch fast ausschließlich in der Nacht unterwegs, mit außergewöhnlichen Sinnen ausgestattet. Für viele gruselig, der so weit drehbare Kopf. Oder der unglaublich leise Flug, ermöglicht durch sehr weiche Federn. Ganz zu schweigen von den Rufen verschiedener Eulen oder Käutzchen, dem „Huhu“ oder „Kuwitt“ , von dem die Menschen früher meinten, es hieße: „komm mit“. So wurde das Käutzchen zum Todesboten, angelockt von den Insekten, welche wiederum durch das Licht am Krankenlager angezogen wurden.

Eulen
Waldohreule, Schleiereule, Sperbereule

Schon die Antike verehrte die Eule, Pallas Athene, Göttin der Weisheit, Kriegskunst / Strategie und des Handwerkes wurde oft mit einer Eule dargestellt. Außerdem war sie die Schutzgöttin der Stadt Athen und gehörte dem Reigen der zwölf olympischen Göttern. Wenn Ihr schon mal den Ausspruch gehört habt, „das ist wie Eulen nach Athen tragen“, so geht es darum, etwas Unnützes zu tun, Weisheit zu Weisheit bringen. Die Eule wurde zum Symbol der Weisheit. (Die Waldohreule ist allerdings der einzige der drei Stempel, der mich wirklich auch 100% überzeugt hat.)

Jacominus

Versprochen hatte ich auch, meinen Buchkauf der letzten Woche vorzustellen. Den Unterhaltungskrimi vergessen wir mal, den habe ich wieder weg gelegt. Nach dem ich im Laden die ersten Seiten gut fand, wurde er schon sehr bald total konstruiert und merkwürdig. So ein Titel stielt mir nur die Zeit.

Innen
ganz sicher nicht nur für Ostern, mit Lesezeichen

Was ich aber immer wieder in die Hand genommen habe, ist “ Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough“ von Rébecca Dautremer. Ein Bilderbuch, welches ich schon länger in mein Regal stellen wollte, nach dem es von zwei Andreas vorgestellt wurde: leseninvollenzügen und diezitronenfalterin.

Ein Bildband, der für Große und Kleine gemalt und geschrieben wurde, ein Leben, an dem wir mit opulenten Bildern teilnehmen können. Bilder, welche an berühmte Künstler erinnern*, ohne zu kopieren, in denen es so viel zu entdecken gibt, die so berühren. Ein ganzes Hasenleben eben, immer wieder mit Überraschungen, Träumen und Realitäten eines ganz normalen (?) Lebens.

*Brueghel, Dali, die flämischen Meister, Hopper

Nur das Titelbild des jungen Hasens ist mir etwas zu plüschig, zu niedlich geraten.

 Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough ist meine absolute Empfehlung, sowohl zum Selberlesen, als auch zum Vorlesen, zum immer wieder ansehen.

stempel versch.

Als Letztes noch eine Gestalt aus der Welt der Anime, Totoro, der graue und plüschige Riese aus der Feder von Hayao Miyazaki, einem wunderbaren Geschichtenerzähler. (Viele großartige Anime Filme stammen von ihm und er hat nicht umsonst den Oscar für „Chihiros Reise ins Zauberland“ bekommen.) Satsuki und Mei sind zwei kleine Mädchen, die mit ihrem Vater auf s Land gezogen sind, um ihrer Mutter näher zu sein, die im Krankenhaus liegt. Die Totoros (ja, es gibt mehrere, der grosse, graue ist der, den die meisten kennen,) sind Wald- und Naturgeister, sie werden nur von den beiden Mädchen gesehen. Die Mädchen sind erst guter Dinge, lieben und erkunden ihrer Umgebung und entdecken die Natur und damit auch Totoro. Doch der Gesundheitszustand der Mutter lässt sie wieder sehr traurig werden, Angst vor dem Tod der Mutter. Wie Totoro und seine Freunde da helfen können, müsst Ihr unbedingt mal selber anschauen, oder noch mal anschauen.

Und ganz zum Schluß noch einmal zum Mitsingen:

jam di del di del di del jam di del dei
jam di del di del di del jam di del dei

Supercalifragilistig expialigetisch.
Dieses Wort klingt durch und durch furchtbar rein syntetisch.
Wer es laut genug aufsagt klingt klug und fast prophetisch,
Supercalifragilistig expialigetisch.

jam di del di del di del jam di del dei
jam di del di del di del jam di del dei

als Junge war ich sehr gehemmt und stotterte herum.
Mein Vater mir die Nase zwickt und sagt sei nich so dumm.
Ich lernte eines tags das Wort,
die Nase hatte Ruh.
Das Wort ist reinster Zungensport und jetzt hört alle zu.

Oh,
Supercalifragilistig expialigetisch.
Dieses Wort klingt durch und durch furchtbar rein syntetisch.
Wer es laut genug aufsagt klingt klug und fast prophetisch,
Supercalifragilistig expialigetisch.

jam di del di del di del jam di del dei
jam di del di del di del jam di del dei

Er reiste um die ganze welt und kam dabei sehr weit.
Sprach er das Wort rief jeder gleich :
wie ist der Herr gescheit.
Bei Fürsten war ich oft zu Gast und bei der Haute volé
erwähnte ich mein Lieblingwort,
dann bat man mich zu Tee

Oh,
Supercalifragilistig expialigetisch.
Dieses Wort klingt durch und durch furchtbar rein syntetisch.
Wer es laut genug aufsagt klingt klug und fast prophetisch,
Supercalifragilistig expialigetisch.

jam di del di del di del jam di del dei
jam di del di del di del jam di del dei

verlinkt beim Creadienstag

und dem Lesezimmer von Karminrot

Eine besondere Woche

Hallo Ihr Lieben. Diese Woche… ja, das war und ist eine besondere Woche!

 

Mein Schatz muss wieder zur Arbeit, nach etwas Urlaub. Das ist schon komisch, auch wenn es nur die Feiertage und die Folgetage waren. Die Tage verschwimmen so durch das #bleibzuhause. Pünktlich zum Wochenstart habe ich mich erkältet, mit Kopfschmerz und Halzschmerzen legte ich mich hin, der Sohn versorgt mich mit Tee, ich schlafe an dem Tag viel. Das hat offensichtlich geholfen. Gut ging es Dienstag Morgen noch nicht, aber es wurde stündlich besser. Ein wenig *Kopping* war wohl auch dem extremen Hoch geschuldet.

Ich habe mit meiner Mutter telefoniert. “ Corona stiehlt mir ein Jahr meines Lebens und so viele habe ich doch nicht mehr davon.“ Vereinsamung! Ich glaube, das unterschätzen wir alle, das Thema.

Flieder
Flieder von der Nachbarin

Es ist trocken und der Wüstenwind trocknet alles noch mehr aus. So früh habe ich noch nie den Wasserschlauch anschließen müssen. Normal versuche ich, nur mit wenig gießen über die Runden zu kommen. Irgendwo im Keller hat der erste Besitzer unseres Hauses einen Brunnen gebohrt, den ein Folgebesitzer dann aber wieder zugemauert hat. Aber eine Lösung wäre das auch nicht, denn das geht zu Lasten des Grundwasserspiegels. Allerdings punktuelles, ausgiebiges Gießen ist schon unerlässlich, wie löst Ihr das? Erste Waldbrände, fast vor der Haustür, die kaum in den Griff zu bekommen sind, Trecker, die riesige Staubfahnen auf dem Feld hinter sich her ziehen, lassen uns ahnen, was wohl wieder kommt.Was gut gegen den Corona Blues ist, ist schlecht für die Natur.

weißer Flieder
Die Dose habe ich übrigens vor Jahren nach einem Jugendstil Bild bemalt

 

Ich nutze es aus, dass man endlich auch wieder in eine Buchhandlung kann und hole Schmökernachschub. Hier gibt es Masken aus Plastik zu kaufen, die ein Bastler in Kommission gegeben hat. Sie werden mit einem Gummiband auf den Kopf gesetzt und sehen wie Schweißermasken aus. Ich finde die Idee toll, kaufe eine. Aber abends erklärt mein Schatz mir, dass sie leider kein Ersatz für eine korrekt sitzende Maske über Mund und Nase ist, die Aerosolverteilung ist der Knackpunkt. So sind die angenehmen Lösungen gerade nicht immer die besseren. Eine richtig gute Idee habe ich dann aber doch noch gefunden: sewsimpel

Masken
Idee und Schnitt sewsimpel, aus zwei alten Shirts werden bei mir 18 Masken

Ich habe den dehnbaren Stoff der ollen Shirts wirklich gut ausgenutzt, deswegen ist schon Mal eine Kante am Nasenbereich. Die Ohrbereiche werden beim Aufsetzen einmal gedreht und dann sitzt das Teil super, wurde schon fleissig getestet. Ausser man ist Bartträger wie mein Mann, da muss ich wohl mit einem ganz andere Schnitt ran und doch noch die Nähmaschine rausholen. Denn der Clou bei dieser Maske ist ja, dass ich keine Nähmaschine brauche! Aber ein Roll-Schneider beschleunigt die Sache sehr. Nach Tragen wird gebügelt, gegen Keime, aber es ist ja 100% Baumwolle und kann auch heiß gewaschen werden.

Geburtstag wurde diese Woche zwei Mal begangen. Schon der dritte Geburtstag unter Corona Bedingungen. Aber ein wenig *richtig feiern* geht doch. Lieblingsessen, Lieblingskuchen, leckere Lieblingsgetränke.  Miteinander im kleinsten Rahmen, immerhin, wir sind zu viert, zusammen. Der Sohn ist Doctor Who Fan und diese „komische Pyramide“ ist ein Dalek, ein Erzfeind des Doctor. Für alle „Nicht Geeks“, Doctor Who ist eine BBC Serie und ziemlich schräg und schon sehr lang  im Fernsehen  laufend.

Geburtstag 1
Frühstücksplatz
daleks
Daleks

Der zweite ebenfalls selbsgeschnitzte Stempel ist eine der Lieblings SF- Buch- und Strategiespiel Reihe meines Mannes: Battletech. Noch mehr Geek Kram also für den zweiten Jubilar.

Battletech

Ach ja, für mich selber habe ich übrigens ein wunderschönen Titel in der Buchhandlung geholt, stelle ich Euch noch vor, zusammen mit dem dritten geschnitzten Stempel aus dieser Woche. Der Titel ist mir zu schön, um es einfach nur zu erwähnen. (Ist schon auf mehreren Blogs gezeigt worden.) Einfachen Lesenachschub zum Abschalten gab es auch, ein Krimi *old style*, für Sherlock Holmes Fans (wie mich), aber prompt hatte ich kaum Zeit um rein zu schauen.

Ich habe die Gewinner ausgelost. Ich war so frei und habe aus drei, vier Gewinne gemacht, mehr Karten gedruckt, also etwas aufgestockt. So gehen jetzt vier Grossbriefe hier raus. Ich danke Euch allen für so viele Kommentare und Unterstützung und liebe Worte. Das bloggen tut mir gerade gut, sowohl schreiben, als auch lesen. Ein wenig das Prinzip des “ geteiltes Leid ist halbes Leid“.

 

Habt ein wunderschönes Wochenende. Bleibt tapfer und gesund!

 

Verlinkt beim Freutag, Holunderblütchen und dem Samstagsplausch von Andrea.