Hallo Ihr Lieben.
Es ist wieder Zeit für einen neuen Beitrag zum Jahresprojekt. Vielleicht hat der ein oder andere schon durch die Überschrift eine Ahnung. Es geht um Rückkehrer aus dem Süden und es sind sogar fast immer die ersten im Jahr: Kraniche, lateinischer Name Grus grus
Heute ist übrigens auch meteorologischer Frühlingsbeginn, also perfekt für diesen „beflügelten Vertreter“.
Schon als ich ein Kind war, sind wir bei ihren hellen, trompetenartigen Rufen nach draußen in den Garten gelaufen. Es war und ist wohl ein besonderer geografischer Ort, wo sie kreisen und sich orientieren, so das wir sie dort immer gut sehen konnten.

auch Eurasischer oder Grauer Kranich

( lat. Name: Grus grus)

der keltische Gott Ogma soll die Oghamschrift erfunden haben, nachdem er den Flug der Kraniche beobachtete


altägyptischer Sonnenvogel (und auch Delikatesse)
Auch hier haben wir manchmal das Glück, dass sie nicht nur schnell über uns fliegen (tagsüber, oft aber auch nachts), sondern kreisen, um sich neu zu orientieren. Denn Flußläufe, vor allem wenn sich zwei treffen, sind gute Orientierungspunkte für diese großen Zugvögel.
Wir hören ihre lauten Kontakrufe oft, bevor wir sie sehen. Ihre typischen keilförmigen Formationen erkennen wir dann sofort am Himmel, eleganter, feiner, in größerer Zahl, als Gänse. (Gänse sind auch kleiner, selbst der Storch ist kleiner) Als erstes sehen wir immer die Rückkehrer, die in Frankreich überwintert haben. Auch aus Spanien ziehen sie dann, besonders bei Südwestwind. Der trägt ihren Flug und natürlich unterstützt sonniges Wetter. Die Keilform mindert den Luftwiederstand für die hinteren Vogel, es wird natürlich regelmäßig getauscht. So können sie sogar die Strecke von Nordfrankreich bis an die deutsche Nord- und Ostsee in einem Tag machen. Manchmal gibt es auch welche, die in Deutschland überwintert haben. Kraniche sind robuster gegen Kälte, als wir vielleicht denken. Aber eine frostige Schneedecke lässt sie dann im Winter doch noch einmal weiter südlich ziehen. Auch wenn sie im Frühjahr eigentlich schon in ihren Gebieten sind, kann eine Kaltfront sie noch Mal südlicher ziehen lassen.

Blaugrau ist sein Gefieder, die über den Bürzel hinaus ragenden Schirmfedern werden immer dunkler. Die Kopffärbung ist schwarz und weiß mit der roten Haube und den roten-schwarzen Augen. Auf langen Beinen stolzieren sie auf den Feldern, im Frühjahr zieht ihr Hochzeitstanz viele „Vogeltouristen“ zur Ostseeküste. Vor allem auf Rügen begegnet einem der Vogel nicht nur real, sondern auch als Kunst. Er ist sozusagen das Wappentier. Allgegenwärtig. Und besonders wenn sich die Vögel auf den Feldern sammeln, bleiben die Touristen einfach überall mit ihren Autos stehen und fotografieren und die Einheimischen fluchen.

Ich glaube, ich erzähle Euch nicht viel Neues: Symbol der Wachsamkeit (Heraldik) und Klugheit und des Glücks, Gesundheit und langes Leben verheißt er. In der Dichtung verkörpert er die Erhabenheit der Natur. In Japan lebt der Kranich sprichwörtlich tausend Jahre und wer 1000 Kraniche faltet, hat einen Wunsch frei. Schillers „Kraniche des Ibykus“ kennen sicher auch viele. Bei einigen afrikanischen Stämmen werden Tänze aufgeführt, die die anmutigen Tänze der Kraniche nachahmen. Sie beschwören Fruchtbarkeit und Frühling. In China und Indien sind sie Himmelsboten und in Korea begleiten sie Verstorbene in den Himmel. Auch in russischen Märchen tritt er immer wieder als Glücksnote auf. Eine Vielzahl an Kunst verewigt(e) den mystischen Vogel. Die Liste könnte sehr viel länger gehen
Kraniche selber sind nicht nur gute Paartänzer und -sänger sondern dem Partner ein Leben lang treu. Schon vor der Fortpflanzung binden sie sich aneinander. Aber es gibt häufiger Wechsel, als eigentlich vermutet.
Tagsüber gern auf weiten Wiesen, Mooren und ähnlichen Flächen, suchen sie Abends lieber schützende Wasserflächen auf. Allesfresser sind sie und nehmen von Kleinsäugern, Fröschen, Reptilien über Beeren bis hin zu Kartoffeln eine Menge verschiedener Nahrung zu sich. Sie sind Bodenbrüter, das Nest befindet sich iR in der Mitte des Reviers, eine gute Rundumsicht ist wichtig. Es hat ca einen Meter Durchmesser und befindet sich 10 – 20 cm über dem Wasser. Eine Besonderheit bei der Brut ist die Hilfe der Eltern beim Knacken der Schale. Bei seltenen Aufnahmen würde ein leichter, vorsichtiger Tritt gegen die Schale dokumentiert. Die Küken sind Nestflüchter und werden bei den Ausflügen gut von den Eltern behütet. Dabei wird gefüttert und zum Selber suchen angeregt. Nach 10 Wochen sind die Jungvögel, gut am sandig-grauen Gefieder zu erkennen, etwa so groß wie ihre Eltern und treffen sich mit den adulten zum Zug. Ihnen fehlt die Schleppe und ihre Tonfrequenz ist höher.
Wußtet Ihr, daß es die einzigen Vögel sind, die nur alle zwei Jahre in die Mauser kommen. Und es gibt weltweit 15 verschiedene Kraniche. Dieser buschige Schmuckfedern sind keine Schwanzfedern, sondern von den langen Flügeln. Kraniche können tatsächlich (aber nur in Gefangenschaft) 40 Jahre werden.
Leider habe ich nicht noch einmal etwas Neues kreativ gestaltet, da ich Dank eines Virusinfektes in Zeitnot geraten bin. Diese Stempel habe ich schon vor langer Zeit geschnitzt, aber ich mag sie immer noch sehr. Bei den Skizzen ist noch einer dabei, den ich machen möchte.

Übrigens, Kraniche bringen nicht nur den Frühling, sie nehmen im Herbst auch die warme Zeit wieder mit. Wenn sie gen Süden ziehen, kommt der Winter.
Und diese wunderschönen Origamie Kraniche bekomme ich leider nicht hin. 😊

Ich pfeif dir was:
Hallo Ihr Lieben.
Ich hab gerade wieder ein wenig bis Meer Sehnsucht. Dementsprechend wurde von mir diesen Monat eine ganz besonderer kleinen Vogel, der oft an Stränden zu finden ist, ausgesucht. Denn natürlich geht das Jahresprojekt von Andrea in die nächste Runde, bei mir genannt: „Beflügelt“
Vielleicht habt Ihr schon eine Ahnung, zusammen mit der Überschrift?




Der Begriff Regenpfeifer ist seit dem 18. Jhd belegt und bedeutet „pfeift bei/zu Regen“, wie Carl von Linne schrieb. Und tatsächlich sind sie gern in größeren Gruppen vor Regen am Strand unterwegs, dann gibt es mehr kleine Beutetierchen. Aber pfeifen hört man den Vogel hauptsächlich in der Balz und der Brut, von Mai bis Juni . Charadriidae so der lateinische Name, sind kleine bis mittelgroße Watvögel (14-16cm) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen. Sie haben etwas kürzere, spitze aber vorn stumpf endende Schnäbel (verglichen mit anderen Watvögeln) und ernähren sich meistens von wirbellosen Tieren. Zu sehen sind sie bevorzugt in offenen Landschaften mit Gewässern, wie dem Strand von Flüssen und dem Meer.

Es gibt mehrere Vögel die zu den Regenpfeifern gehören, auch der Kiebitz, sie leben auf der ganzen Welt. Ihre Körper sehen eher rundlich aus und für Vögel, die ihre Nahrung oft nah am Wasser suchen, haben sie kurze (oder mittellange) Beine. Ob am Moor, Meer, Dschungel oder Fluss und sogar in Wüsten: mit ihren besonders großen und guten Augen finden sie die kleinsten Krebschen und Insekten. Die Augen haben noch eine Besonderheit, dort sind Salzdrüsen, welche durch die Nahrung aufgenommene Salze ausscheiden. Zugvögel sind sie übrigens, manchmal kurze Strecken, manchmal längere.

Sie rennen, trippeln am Strand ein kurzes Stück, um inne zu halten und Ausschau zu halten. Sie können mit diesem heftigem Trippeln auch Beute aus dem Boden aufschrecken. sozusagen indem sie Regen imitieren.
Manchmal beobachten wir sie als Strandspaziergänger beim Gang dicht am Wasser im sicheren Abstand vor uns her laufend. Deswegen bekommt man von ihnen fast nie ein Foto ohne entsprechende Ausrüstung. Immer, wenn ich dachte, jetzt hab ich sie, flogen sie geschwind los. Ihr schneller Flug, manchmal dicht über der Wasseroberfläche, in kleinen Gruppen ist auch so etwas Wunderschönes. So geschickte und schnelle Flieger sind sie.

Kleine Mulden reichen den Vögeln um 3 – 4 gut getarnten braun-gefleckte Eier auszubrüten, selten gibt es 2 Bruten. Die Küken folgen ihren Eltern sofort und lernen gleich fürs Leben. Zu den natürlichen Feinden zählen Raubvögel (auch Möwen) und Raubsäuger. Natürlich sind sie dem Wetter und Parasiten wie andere Tiere auch ausgesetzt. Aber die größte Gefahr geht von uns aus, z.B. durch frei laufende Hunde und unsere Verschmutzung und Ausbeutung der Natur. Übrigens, wenn das Nest in Gefahr ist, täuschen Regenpfeifer artige Elternvögel Verletzungen vor, indem sie am Boden flattern und locken den möglichen Beutegreifer damit weg.

Und gleich hier mein dringender Aufruf: wenn an Stränden Gebiete als Brutgebiete ausgewiesen sind, bleibt wirklich weg. Ihr seht weder die gut getarnten Vögel, ihre Eier, noch die Mulden, die am Boden als Nester dienen. Und wenn das nicht schreckt: wer erwischt wird, muss auch zahlen. Denn, diese wunderschönen kleinen Vögel werden immer seltener. Ich habe es schon so oft gesehen, dass Besucher sich nicht daran halten, daher weise ich ausdrücklich und ausnahmsweise darauf hin, denn es gibt Arten, die nicht nur seltener werden, sondern vom Aussterben bedroht sind.
Drei kleine Vögelchen habe ich mir als Stempel geschnitzt. Schließlich sieht man sie doch immer in Gruppen. Perfekt auch als Motiv für Karten (oder auf Trockentüchern und Stoff, was ich aber noch testen muss)
Bugs!
Hallo Ihr Lieben.
Habt Ihr schon mal einen „bug“ gehabt? Nein, nicht in einem Computerprogramm, im Garten oder auf dem Balkon.
Auch wenn die Käfer uns meist krabbelnd begegnen, haben sie unter dem (normalerweise) zweigeteilten, oft bunten Chitin Rückenschutz, gefaltete Flügel. Ihr kennt das sicher vom Mai- und Junikäfer, aber auch vom kleinen Marienkäfer. Die sieht man am häufigsten herumsurren. Also fallen sie auch in den Projektpool „Beflügelt“.
Diesen Monat möchte ich Euch als erstes einen wunderschönen, etwas größeren Käfer vorstellen, gestatten: Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus (Linnaeus, 1758))
Er ist ein Vertreter der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), Unterfamilie Rosenkäfer.
Die schwarze Zeichnung auf den hellgelben bis tieforangenen Flügeldecken kann sehr variieren. Uns verhilft die helle Farbe oft, ihn etwas besser in den Blüten der Pfingstrose oder Rosen, Brombeeren, Doldengewächse oder Disteln zu entdecken. Dort sammelt er Pollen. Seine Farben lassen ihn aber wie Hummeln für seine Feinde aussehen. Dies wird noch von den hellen Haaren verstärkt, die am ganzen unteren Körper wachsen. Im Sommer (Juni, Juli) schlüpfen aus den Engerlingen, welche im Totholz (Laubbäume) zwei Jahren gelebt haben, die Käfer. Gern lebt er an Waldlichtungen, eher im Bergland, denn im Flachland und eher südlich den im Norden. Und doch sehen wir sie ab und an in unseren Gärten. Als wir einige Jahre bereits hier wohnten, konnte ich sie zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben sehen. Wir hatten im Garten Totholz von Laubbäumen und ich denke, das hatte dazu beigetragen. Drei Unterarten leben in Mitteleuropa, Kundige können sie an den Beinen unterscheiden. Im asiatischen Raum gibt es weitere Arten.

Die Körperlänge beträgt etwa 12 mm, also etwa unsere Fingernagel. Ihr seht vielleicht die Ähnlichkeit zum Maikäfer und Junikäfer.
Genau wie der nächste Käfer, den ich Euch nun vorstellen möchte:
Rosenkäfer sind Euch bestimmt bekannter. Diese grün-schillernden, großen Käfer sehen wir häufiger in unseren Gärten. Bevor wir sie sehen, hören wir sie oft brummend anfliegen. Rosenkäfer (Cetoniinae) gehört auch zur Überfamilie der Blatthornkäfer (Scarabaeideae), in Deutschland ist der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata) -auch Gemeiner Rosenkäfer- am häufigsten (von dreien) zu entdecken. Etwa 3000 Arten und 400 Gattungen gibt es auf der ganzen Welt. Viele leben in den Tropen und mit dem Goliath Käfer haben sie den größten Vertreter der Käfer überhaupt. Nicht alle sind also so grün schillernd.

So grüngolden die Oberseite des besagten 17- 20 mm großen Käfers ist, so kupferrot ist die Unterseite. Auf den Flügeldecken der Käfer befinden sich dünne, weiße Flecken, sowie zwei längliche dicke Rippen. Der dicker Panzer schützt die Tiere vor möglichen Stürzen (wer diese Käfer schon mal beim Fliegen beobachtet hat, kann sich das durchaus vorstellen) und Angriffen.
Die verwachsene Flügeldecke ist eine Besonderheit. Er klappt sie zum Fliegen demnach nicht seitlich hoch, sondern kann seine Hinterflügel durch eine seitliche Spalte ausfahren. So sieht er sehr kompakt auch im Fluge aus.
Genau wie der Pinselkäfer lebt der Rosenkäfer von Pollen, aber auch Nektar. Gern verspeist er dabei auch mal Blütenblätter, und saugt Pflanzensaft reifer, verletzter Früchte. Dies ist aber so gering, dass es nicht zu wirklichen Schäden führt.
Er findet sich gern auf sonnige Waldränder, Waldlichtungen, Trockenhänge, Steinbrüche sowie buschreiche Wiesen ein. Die Flugzeit der adulten Käfer liegt zwischen April bis September und Oktober, nachdem er aus dem dreijährigen Engerling geschlüpft ist.
Entwickelt hat er sich im Todholz von Laubbäumen, aber auch holzigem Humus aus Sägemehl und sogar im Kompost. Die Engerlingen des Rosenkäfers sind im Normalzustand gekrümmt und strecken sich bei der Fortbewegung. So kann man sie von den ganz ähnlich aussehenden Mailäferlarven unterscheiden. Diese bleiben bei der Fortbewegung gekrümmt. Am Ende des Stadiums verpuppen und entwickeln sie sich zum Käfer, genau wie die Pinselkäfer und anderen aus der großen Familie.

Der Rosenkäfer ist übrigens geschützt. Sein Vorkommen zeigt ein gutes, ökologisches Biotop auf. Auch sind die Engerlinge sowohl des Pinselkäfers, als auch des Rosenkäfers gute Verarbeiter von Holz und ähnlichem, groben Kompost und daher gern als Humusproduzenten gesehen.

Sicher habt Ihr auch die Ähnlichkeit zu weiteren Käfern dieser Gruppe bemerkt. Vielleicht ist Euch der Glückskafer der alten Ägypter eingefallen, der Scarabäus. Das Schieben der Mistkugel (als Eiablage) wurde wohl mit der Fahrt der Sonnenbarke des Gottes Re über das Himmelszelt gleich gesetzt. Der Sonnenuntergang war das Vergraben der Dungkugel. Auch die Wiedergeburt spielte dann eine Rolle bei diesem Glückskäfer, der aus der Erde später wieder als ganzer Käfer schlüpft. (Schriftliche griechische und römische Deutungen gibt es hierzu.)

Als Kinder blieben wir oft beim Spaziergang stehen, beobachteten den Waldmistkäfer, unseren heimischen „Pillendreher“, retteten sie vom Weg oder drehten hilflose, auf dem Rücken zappelnde Käfer wieder um. Und so schön schillernd ihr schwarzer Panzer. Übrigens hatte ich den Pinselkäfer schon letztes Jahr in meiner Liste und da den zweifarbigen Stempel bereits fertig geschnitzt, dann kam aber doch noch eine Änderung und ich nutzte den Käfer Stempel schon einmal für die Sommerpost.
Nun hoffe ich, es kribbeltkrabbelt bei Euch nicht all zu sehr in Eurer Fantasie und Ihr seht diese „Bugs“ nun mit wohlwollenden Augen. (Und wer etwas mehr zu den Maikäfern lesen will, die habe ich hier bereits beschrieben.) Der Mai erschien mir als der perfekte Monat im Jahresprojekt für diese Käfer Vorstellung.
Mysthische Sturmwinde:
Hallo Ihr Lieben.
Wir sind in den unübersichtlichen Wäldern Mexikos. Hoch über den Baumwipfeln herrscht hier ein mystisches Wesen. Große dunkel Augen sehen genau, was sich in den Ästen bewegt. Lange Krallen finden Halt im Fleisch eines Affen und tragen die Beute zum Nest, wo der Nachwuchs schon lange auf Futter wartet und schreit.
Wir sind im Regenwald der Halbinsel Yukatan, wo ein grauer, großer Jäger lebt. Ein Küken bettelt um Fleisch und bekommt es noch portionsweise aus dem krummen Schnabel. Liebevoll kümmert sich der riesige Raubvogel um sein einzelnes Küken. Gelegt hat dieser große Vogel zwei bis drei Eier, aber sobald ein Küken geschlüpft ist, werden die anderen nicht mehr bebrütet. Weit stehen die gespreizten, grauen Federn vom Kopf und der schrille Ruf schallt vom Urwaldriesen. Bei Erregung spreizen sich die Federn am Kopf ab.
Die Harpyie ist einzigartig, Harpia harpyja, auch die einzige ihrer Art. Physisch ist sie der größte Adler (aber sie gehört nicht zu den Adlern sondern den Habichtartigen), mit ihren breiten Flügeln ein geschickte Jäger zwischen den Zweigen des Urwaldes. Der Schwanz ist lang, perfekt zum Steuern. Wir sehen diesen Körperbau zB auch beim heimischen Habicht. Zwischen 89 bis hin zu 110cm groß sind diese Raubvögel. Die Flügespannweite reicht von l76 bis zu 200cm und die Weibchen wiegen zwischen 6 bis 10 kg. Die Weibchen sind auch bei diesen Raubvögeln die stärkeren und größeren Exemplare. Mit den 10 cm langen und kräftigen Krallen tötet der Vogel beim Griff die Beute, vorwiegend in den Bäumen lebende Affen oder Faultiere, aber auch kleinere Vögel, selten Bodenbewohner.

Auch in Brasilien, Argentinien und Peru leben diese großen Vögel. Der Nationalvogel Panamas ist er: „Aguila ARPa“ (Harpy-Adler, Harpia harpyja = lateinischer Name). Wenn Ihr den Namen „Harpyie“ lest, denkt Ihr vielleicht zu erst an die mysteriösen, sagenhaften Wesen aus der Antike, die Odysseus die Heimkehr erschwerten und bei der Argonauten huschen sie auch herum. Aeneas, der nach dem Untergang Trojas auf die Suche nach einer neuen Heimat ist, beschreibt sie in seiner Sage als Raubvogel mit Mädchenkopf und Krallen statt Händen. Sogar in den Vorhallen der Unterwelt begegnet er ihnen. Im Mittelalter galten sie als böse und habsüchtig. Bei Dante werden Selbsmörder von Harpyien gepeinigt. Auch Goya stellt sie als Unheiltsboten da. Im Klassizismus erst werden sie dann nur noch dekorativ gezeigt. In Shakespeares Sturm erscheint Ariel in Form einer Harpyie und Ronja Räubertochters Druden sind diese Mischwesen nachempfunden.
Diese Dämonen des Sturms, Töchter des Titanen Thaumas sind die Namensgeber dieser wunderbaren Vögel, hárpyia, auf deutsch ‚reißender Sturm“ oder auch „Rafferin“.
Der Raubvogel erbeutet Affen, das mysteriöse Mischwesen raffte Kinder und Nahrung.
Bedroht wird heute und im Realen der große Vogel durch den Menschen, Mal wieder. Die Abholzung und Jagd begrenzt den Lebensraum und die Reproduktionsrate. Ein Ei wird 56 Tage bebrütet und das Küken 70 Tage lang vom Weibchen beschützt. Bis dahin bringt das Männchen etwa alle 3 Tage Beute. Danach jagen nun beide Elternteile. Nach einem halben Jahr ist der Jungvogel flügge und es dauert noch einmal ein halbes Jahr, bis er eigenständig wird und sich ein Revier suchen muss. Diese Reviere sind richtig groß, hunderte km². So verwundert es nicht, daß Schutzmaßnahmen zum Erhalt nur langsam greifen können, der Vogel steht auf der Liste der gefährdeten Arten. Nachwuchs muss also überhaupt erst wieder nachkommen. Vier Jahre dauert es nämlich noch, bis ein Vogel Geschlechtsreife erlangt. Immerhin können sie zwischen 20 und 40 Jahre alt werden. Wie so oft in der Natur, werden Tiere am Ende der Nahrungskette erst spät geschlechtsreif und bekommen weniger Nachwuchs. Dies wird ihnen nur Dank des Menschen zum Verhängnis (siehe auch die großen Haie). Lieber wird Palmöl angebaut, als Urwald stehen gelassen. Die Harpyie wechselt leider auch nicht das Beuteschema und fängt kleine Tiere. Zweizehenfaultiere und Kapuzieneraffen sind am stärksten von der Abholzung bedroht und stehen gleichzeitig ganz oben auf dem Speiseplan der größten Habichtartigen (Familienbezeichnung).
Natürlich kommt der Druck noch auf das ein oder andere Shirt!

Raubvögel haben mich schon immer fasziniert und so auch die Harpyie. Als dann Ulrike letztens den Vogel noch für ein Portrait vorschlug, war klar, dass er in meine diesjährige Liste kommen musste. Den Vogelkopf hatte ich schnell in das Büchlein gezeichnet und dann in einem Rutsch geschnitzt. Manchmal klappt so etwas. Und dann musste ich noch gute 30 Tage warten, Euch den Beitrag zu zeigen. Das fiel mir richtig schwer.
Ich hoffe, dieser Ausflug Richtung Mittelamerika hat Euch gefallen.

https://www.zoo-wuppertal.net/4-tiere/v-greifvoegel-habichtartige-harpyie.htm
Die im Dunkeln sieht man nicht…. oder nur selten:
Hallo Ihr Lieben.
Das römische Geschichtsschreiber nicht immer gut als Quellen für Tatsachen herhalten können, wissen wir mitlerweile. So auch diese Behauptung von Plinius dem Älteren über diesen, meinen Monatsvogel.
Dieser Vogel hat nämlich besondere Fähigkeiten, unter anderem kann er, wie der Falke, im Flug rütteln und somit in der Luft „stehen“. So fixiert er seine Beute, vielleicht einen Nachtfalter, und fängt sie mit dem großen Schnabel, wie mit einem Käscher. Seine große Flügelspannweite (52-59cm) und sein breitgefächerte Schwanz helfen ihm dabei und lassen ihn auch da fast wie einen Falken aussehen. Nur seine hellen Schwanz- und Flügelspitzen leuchten im Dämmerlicht. Seine Beine sind passenderweise kurz.
Er startet eher in Bodennähe und weil es in Tiernähe oft viele Insekten gibt, haben ihn die Menschen wohl dabei beobachtet, wie er „unter den Ziegen und Schafen rüttelte und ihre Milch trank, sie womöglich gar vergiftete“. So ähnlich schilderte es schon besagter Geschichtsschreiber. Und so bekam diese Nachtschwalbe ihren Namen: Ziegenmelker

Leider habe ich diesen Vogel noch nie gesehen. Das mag daran liegen, dass ich nicht gerade in der Nähe seiner Lieblingsstätten lebe/gelebt habe, vor allem aber auch, weil er gut getarnt ist und leider auch sehr selten.
Er braucht warme, offene Landschaft mit lockerm Baumbestand, wie Moore oder sehr gerne Heide. Für sein Gelege am Boden sucht er sich bewuchsfreie Stellen, die aber nicht in der prallen Sonne sein dürfen. Tagsüber ruht der Vogel, dessen Gefieder an eine Baumrinde erinnert, am liebsten genau da: auf einem Ast, sich so an ihn schmiegend, dass er mit ihm fast verschmilzt. Auch am Boden harrt er gut getarnt aus, selbst wenn Gefahr droht, ganz im Vertrauen auf sein Tarnkleid. Erst kurz vor knapp fliegt er auf.
Auf der Welt gibt es etwa 90 Arten (die Zahlen differieren leider bei den verschiedenen Quellen) dieser Familie, der Schwalmen. Zwei davon sind in Europa beheimatet, eine in Deutschland (Europäischer Ziehenmelker). Sie sind eng mit Seglern und Kolibris verwand. (Insgesamt fand ich, scheint der Vogel bei uns nicht so gut dokumentiert)


Ein weiterer Grund, dass wir den Vogel wohl noch nie gesehen haben: er ist nachtaktiv. Wie die Fledermaus jagd er Insekten in der Dämmerung und der Nacht. Seine großen, dunklen Augen verraten es. Und er ist ein sehr schneller, wendiger Flugkünstler. Sein wirklich großer Schnabel mit langen Federborsten ist perfekt zum Insektenfangen. Im geschlossenen Zustand sieht man allerdings nur eine sehr kleine Schnabelspitze.
Nach dem sein (bis zu) 9 minütiges „ruurrrrrr“, nur einmal kurz unterbrochen von einem einzelnen, helleren „fiorr“ und/oder Flügelschlag, ein Weibchen angelockt hat, werden zwei Eier gelegt. Nur eine kleine Mulde am Boden ist die Kinderstube, der nach etwa 18 Tagen recht weit entwickelte Küken entschlüpfen. Diese können schon etwas laufen und folgen dem Schatten um nicht in der Sonne zu überhitzen. Auch hudert sie das Weibchen die ersten drei Tage. Die Futterabgabe erfolgt nicht über einzelne Insekten, sondern mit einem Futterball, welcher vom Elternteil hochgewürgt wird. Die Übergabe kann bis zu zehn Sekunden dauern. Etwa 10 Bälle bekommt ein Küken pro Tag, darin sind bis zu 150 Insekten. Nach drei Tagen füttern beide Elternteile. Die Küken entwickeln sich recht schnell. Mit 14 Tagen beginnen sie mit Flugübungen und nach etwa 5 Wochen ziehen sie selbständig in die nähere Umgebung. Übrigens könnte man das „Aufzuchtgebiet“ anhand der rundum ausgelegten, hellen Speiballen (ähnlich dem Gewöll von Raubvögeln) erkennen. Aber auch dieser Waldbewohner, gerade als Bodenbrüter, würde durch Menschen, die abseits der Wege rumstromern, empfindlich gestört werden.
Seit dem 19. Jahrhundert geht der Bestand dieser interessanten Vögel stetig zurück. Ungestörte große Lichtungen mit Baumbestand (gerne Kiefernwald) finden sich oft nur noch auf Truppenübungsplätzen und in Naturschutzgebieten. Auch der Rückgang an Insekten ist natürlich für ihn nicht gut, Straßen werden dem Vogel aus dem gleichen Grund wie beim Igel zum Verhängnis. (Wärme zieht Insekten und damit deren Räuber an). Und wir Menschen gehen (fahren) schon lange nicht mehr nur die vorgeschriebenen Waldwege, lassen unsere Hunde frei laufen.

Im Mai kommt dieser Zugvogel aus Afrika zu uns zurück. Im September fliegen sie zurück. Zu gern würde ich seinen andauernden, nächtlichen Dauerruf mal hören. Auch wenn sein „kauziges Aussehen“, seine Lebensweise ihm einen unheimlichen Anschein verpasst haben (er kommt auch in den Horrorgeschichten von Lovecraft vor), finde ich ihn ganz und gar nicht unheimlich. Wenn er seinen großen Schnabel aufreißt, sieht er für mich eher wie ein Drache aus. Sein braungeflecktes Tarnkleid ist perfekt und die Form seiner Augen (leicht quadratisch angeordnete Lider um eine große, schwarze Iris) ganz besonders. Im Ruhestand sind diese zu geschwungenen Schlitzen geschlossen. Das Männchen hat die hellen Flecken an Schwanz und Flügel und eine braune Kehle, das Weibchen einen hellen Kinnfleck. Übrigens mag ich den englischen Namen „Nightjar“ lieber, ich finde, er passt viel besser. („jar“ heißt nicht nur „Krug, Glas“ sondern auch das Geräusch „tut den Ohren weh“ und auch „Erschütterung, heftig rüttelnde Bewegung“)
Ich hoffe, Ihr konntet bis hier durchhalten. Es würde mich interessieren, ob jemand diesen Vogel schon mal gehört oder gesehen hat.

Zigenmelker als großen Stempel bzw Linoldruck geschnitzt

(PS, die Zeichnungen sind im Urlaub mit nur wenigen, verfügbaren Buntstiften und Bleistiften gemalt worden)
Plitscheplatsche:
Hallo Ihr Lieben.
In meiner Kindheit waren wir einen Sommer ganz besonders froh, dass dieser Vogel im Fluss unseres Tales wieder zu sehen war.
Ich hatte einmal einen Hautausschlag als Kind bekommen, nachdem ich im Fluss gespielt und gebadet hatte. Nun durfte ich nicht mehr in und an das Wasser. Viele Tiere suchte man vergeblich. Eine zu hohe Belastung mit „gewissen Abfällen“ im Wasser war das Problem. Ein Problem vieler Flüsse dieser Zeit. Als ich dann einige Jahre später diesen Vogel beobachten konnte und davon fragend daheim berichtete, war mein Vater überglücklich. Er konnte ihn sofort zuordnen, hatte er doch viele Jugendjahre am selbigen Fluss verbracht, war dort angeln, schwimmen und Schlittschuhe laufen gewesen.
Ein unscheinbarer, rundlicher, brauner Vogel ist es. Gern auf einem Stein im Flußlauf wippend, (Engl.: Dipper, sehr passend). Manchmal fliegt er auch dicht über die Wasseroberfläche. Viele Insekten haben ihre Kinderstube nur im sauberen Gebirgsbach (-fluss). Also kein sauberes Wasser, keine Insektenlarven (zB. Köcherfliegenlarven, aber auch kleine Fische und Amphibien) und ohne die keine Wasseramsel.
Wie? Welcher Singvogel fängt denn schwimmend unter Wasser Insekten?

Tatsächlich würdet wohl niemand erwarten, das es ein Schwimm- und Tauchvogel ist und ein Singvogel. Er trägt nicht von ungefähr seinen Namen auf Grund der Ähnlichkeit zur Amsel.
Erwähnt habe ich ihn dieses Frühjahr schon einmal, viele von Euch kannten die Wasseramsel gar nicht. Durchaus bevorzugt sie schnellere und eben auch artenreiche Flüsse. Dort findets sich dieser unscheinbar,e braune Vogel mit dem weißen Lätzchen (wenn sie erwachsen sind). Die recht kurzen Flügeln dienen ihm nicht nur zum Fliegen, sondern auch zum schwimmen, um dort seine Beute zwischen den Steinchen zu suchen. Mit dem oft aufgestellten Schwanz hält er Balance. Die langen, kräftigen Beinen dienen zum unter Wasser laufen. Auch aus dem Fluge stürzt er sich in den Fluss und navigiert geschickt, die Flügel wie Flossen nutzend. Mit Luftpolstern unter den Flügeln verhilft er sich zum pfeilschnellen Auftauchen und kommt so wieder in den Flug. Das Skelett des kleinen Vogels hat, im Gegensatz zu anderen Vogeln, keine Hohlräume und wiegt mehr, so was brauchen Taucher. Das Gefieder ist kälte- und wasserabweisend durch das Fett aus der großen Bürzeldrüse. Stetig verteilt sie mit dem Schnabel dies, um immer ein stets gut gefettetes Federkleid zu haben. Ihre Augen, (auch Ohren und Nase) schützt sie mit einer sogenannten Nickhaut. Fünf bis zehn Sekunden kann so eine Suche zwischen den Steinen am Wassergrund dauern. Wird einmal ein Fischen erbeutet, wird dieser erst etwas mürbe geklopft und dann verschluckt. Köcherfliegenlarven werden durch Schlagen des Gehäuses auf Steine zum Rauskriechen gezwungen.

Amseln und Wasseramsel sind übrigens nicht miteinander verwandt. Amseln gehören zur Familie der Drosseln. Weltweit gibt es mehrere Wasseramsel (Cinclus) und sie bilden mit fünf Arten die Gattung der Cinclidae. Sie gehören zu den Sperlingsartigen. Singen können sie übrigens auch, aber das Wasserrauschen übertönt ihr Zwitschern. Vermutlich zeigen sie ihr Revier eher durch Flüge über die Wasseroberfläche an.

Schon im Herbst findet sich ein Paar und im Januar oder Februar beginnt die Balz. Das Männchen sucht den Platz aus. Eine Stelle hinter und durch Wasserströmung geschützt, in überhängenden Felsen, Bäume. Dort wird kunstvoll mit Moos, Gras und anderen Naturmaterialien ein kugeliges Nest gebaut. Dieses wird auch gern wieder genutzt. Die Vögel sind recht standorttreu.
Etwa fünf Eier werden gelegt und vom Weibchen bebrütet. In der Zeit (16-17 Tage) füttert das Männchen es. Nach etwa 20 Tagen verlassen die Nestlingen ihr Heim und können schneller schwimmen als fliegen. Beide Eltern füttern.


Da der Vogel mit seiner Umgebung durch das dunkelbraune Gefieder fast verschmilzt, übersieht man sie oft. Erst wenn sie sich blitzschnell nach Beute in das Wasser stürzen, sieht man sie vielleicht durch die Bewegung. Denn eigentlich ist der Bestand nicht gefährdet, da deutsche Flüsse und Bäche sauberer, sauerstoffreicher geworden sind und Renaturierung betrieben wird. Denn auch begrünte, bewachsene und natürliche Flussufer möchten sie gern haben. So gern sie schnellfließendes Wasser hat, so braucht sie dazwischen auch seichte und ruhigere Zonen. Im Winter ziehen die Vögel aus dem Norden mehr gen Süden.

Im Volksmund wird sie übrigens gern auch Wasserstar oder Bachamsel genannt. Und es erschien mir ein perfekter Vogel für die sommerliche Zeit, wo es so warm wird, dass wir gern im Wasser planschen. Ich bin froh, dass wir hier nicht überall am Fluss sein dürfen, baden dürfen. Denn der Fluss sollte doch den dort lebenden Tieren zu definitiv größeren Teilen gehören. Zumal sich so viele Leute wie … verhalten. Oder könnt Ihr Euch vorstellen, dass dieser Vogel in einem Einmalgrill brütet?

Tieftaucher:
Hallo Ihr Lieben.
Im Sommer lieben wir das erfrischende Nass, sozusagen der Gegenpart zur Sonne, und so kommt nach der Wasseramsel heute noch ein weiterer Wasservogel, als Jahresprojekt zu Andrea. (Ihr seht, ich fange so Beiträge immer sehr viel früher an, denn mitlerweile ist es doch eher nass und nasser)

Mergus merganser, den Entenvögeln zugehörige (Anatidae), für uns besser bekannt als Gänsesäger.
Es ist ein massiger Entenvogel mit langem Körper. Ein schwarzer Kopf mit grünlichem Glanz, welches allerdings nur das Prachtkleid zur Werbung/Fortpflanzung des Männchen kleidet, sticht am meisten hervor. Er hat einen schwarzer Rücken und weissen Körper. Den rote, gebogene Schnabel sieht man besonders gut beim Ruhekleid des Erpels, (keine dunkele Haube). Natürlich ist der weibliche Vogel unauffälliger: braune Haube mit silbernem Rücken und silbrig-hellem Körper. Der ganze Leib dieser Wasservogel wirkt trotz seine Massigkeit „dynamisch“. Wie bei Gänsen ist der eher lange Hals eingezogen beim Schwimmen. Ober er daher seinen Namen hat, habe ich nicht herausgefunden.
Selbst die Fluggestalt ist sehr spitz zulaufend und sie sind schneller Flieger. Pfeilschnell gleiten sie über die Wasseroberfläche. So haben wir sie hier im Winter und auch noch im frühen Frühling an der Sieg gesehen.

Der größte Vertreter der Gattung der Säger, (die anderen sind Mittelsäger und Zwergsäger) lebt in Europa: u. A. in Skandinavien, Baltikum, Russland, Irland, dem Alpenvorraum und Norddeutschland.
Immerhin 58-68 cm groß ist dieser Tauchvogel, also deutlich größer als Stockenten. Es gibt gar nicht so viele Brutpaare, da ihre Zahl aber in etwa gleich bleibt, gelten sie zZt. als nicht stark gefährdet. Langfristig könnte es aber wieder zu einem Rückgang kommen, viele Gewässer sind nicht mehr naturnah, Verschmutzung und Freizeitaktivitäten (da hat das Freizeitverhalten mancher Menschen direkte Auswirkungen), Klimaerwärmung (zu warmes und zu wenig Wasser und damit weniger Fische, daher wird mit einer Verlagerung gen Norden zukünftig gerechnet). Der Vogel ist ganzjährig geschützt, wird als Fischfresser (300g pro Tag) aber manchmal von Anglern nicht gern gesehen, genau wie seine Futterkonkurrenten (Reiher, Haubentaucher, Kormoran).
Vielleicht erkennt Ihr es am Bild, die schmückenden Kopffedern können etwas aufgestellt werden, aber nur beim Weibchen.
Der spitze Schnabel mit Hakenende ist mit feinen Widerhaken/Hornzähnchen zum Packen der Beute unter Wasser ausgestattet. Daher die Artenbezeichnung „Säger“.

Sie tauchen nicht drauf los, erst schauen sie unter Wasser rundum, danach jagen sie tauchend und gezielt, so fangen sie Fische. Bis zu 10 m tief kann so ein Tauchgang gehen und als Beute bis zu 12 cm große Fische ohne Probleme verschlungen. Seltener landen Krebstiere und Insektenlarven auf dem Speiseplan.
Früh im Jahr beginnt die Balz, nämlich schon im Winter, dann fangen die Männchen, die in der Überzahl sind, an und kämpfen auf dem Wasser um Weibchen. Der knarrende Ruf ist eher leise zu hören. Auch außerhalb der Balz sind diese Vogel gesellig.
Er brütet auch in Deutschland an Flüssen und Seen, andere Säger nicht. Die größeren Populationen in Deutschland lebt im Norden. Im Winter ziehen Vögel aus dem Norden verstärkt gen Mitteldeutschland, dann sehen wir sie eben auch hier auf der Sieg. (Eisfreie Gewässer mit Kiesgrund werden gesucht.) Sie halten aber auch auf dem Wasser schwimmend lieber Abstand zum Menschen.
Ähnlich wie bei Enten ist die Brutstelle erhöht, zB in Baumhöhlen, aber auch Gebäudenischen, Höhlen in Steilhängen (sie sind Höhlenbrüter) werden gerne für Nester genommen. Brusthilfen werden gerne angenommen, wenn nicht schon eine Stockente drin ist. Die Küken springen nach dem Ausbrüten heraus. Brutgebiete in Deutschland sind vor allem in Schleswig Holstein, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern. Die Jahresbrut liegt in der Zeit von April bis Juni. Sie legt 8-12 Eier und sitzen 32 bis 34 Tage darauf. Während der Brutzeit verlassen die Männchen das Brutrevier und treffen sich mit anderen Männchen zur Mauser an der Küste oder auf Binnengewässern.
Der Nachwuchs fährt gerne auf dem Rücken der Eltern über das Wasser (was ich auch als Motiv am Schönsten fand). Das Weibchen führt die Jungen sofort an das Gewässer, so dass die Jungvögel in der Ufervegetation nach Nahrung suchen können. Sie fressen von Anfang an alleine. Nach ein paar Tagen tauchen sie auch selbständig nach kleinen Insekten und bald nach Fischchen. Sie müssen aber aufpassen, dass sie nicht selber von Fischen wie z.B. dem Wels oder dem Hecht gefressen werden. Die Mutter beschützt sie vor Feinden bis zu zweieinhalb Monate. Dann sind die Jungvögel manchmal sogar noch flugunfähig.
Ich hoffe, auch dieser Vogel war wieder interessant für Euch. Es sollte auf alle Fälle ein Tauchvogel in meiner Liste sein. Der invasive Kormoran, der hübsche Haubentaucher, … es war gar nicht so einfach einen auszuwählen, aber da dieser als Gast hier vor Ort zu sehen ist und ich kaum etwas über ihn wußte, habe ich dieses Portrait gewählt.
Besungen, gemalt,….aber auch gegessen:
Hallo Ihr Lieben.
Diesen Monat habe ich für Euch einmal einen bekannteren Vogel.
THEODOR STORM
April
Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum –
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

Gerne wird die Drossel in Gedichten und Liedern genommen, besonders als ein Frühlingsvogel. Die Vogelhochzeit kennt Ihr sicher alle.
Als ein/e Vertreter/in der verschiedenen Drosselarten möchte ich Euch die Misteldrossel vorstellen.

Die Misteldrossel (Turdus viscivorus), zur Familie der Drossel (Turdidae) und zu den Singvögeln gehörend. Ihr Vorkommen und Verbreitung sind in Europa, Afrika und Asien. Gerne frisst sie die Früchte der Mistel. So trägt sie dazu bei, diese Pflanze zu verbreiten. Die Misteldrossel ist mit ihren ca. 27 cm und einer Flügelspannweite von 48 cm die größte Drossel der Familie in Europa. Verbreitung: Afrika, Europa, Asien
Lebensraum: Wälder, Kulturlandschaften, Städte, große Gärten, Friedhöfe, Hecken, Parks, Knicks
Größe: 27 cm
Gewicht: 140g
Ihre helle Brust ist wunderschön gefleckt, wie sie aussieht, seht Ihr an den Bildern.

Sie ist leicht mit der Singdrossel zu verwechseln, hat aber einen weißen Unterflügel, den man beim Fliegen oder Flattern sieht. Ob ich die Brauntöne unterscheiden könnte? Typisch ist für sie ihr schnarrender (zerrr) und dann schmettern der Ruf, wenn zB Gefahr droht. Das Männchen ist übrigens etwas kleiner, sonst gleichen sich die Geschlechter sehr.
Wie es schon ihr Name sagt, mag sie sehr gerne Mistelbeeren und verhilft so dieser Schmarotzer Pflanze auf andere Bäume zu kommen. Im Kot des Vogels wird der Samen verteilt. Ihre Lieblingsspeise verteidigt die Drossel sogar gegen Artgenossen.
Schon im Februar wird mit lautem Gesang gebalzt, in einem Baum, Gebüsch dann das Napfnest aus Lehm und Pflanzen gebaut. Leider nimmt die Drossel dabei auch gerne Müll.
Brutzeit: März bis Juli
Anzahl der Eier/Gelegegröße: 3-5 wunderschöne grünblaugesprenkelte Eier (nicht so türkisblau wie bei der Singdrossel)
Brutdauer: 14 Tage
Nestlingsdauer: 14-16 Tage
Die Brutpflege wird von beiden Eltern betrieben. Wenn die Küken, welche sich übrigens immer still im Nest verhalten, etwas größer sind, hudert nur noch das Weibchen und der männliche Vogel bringt Futter. Vor allem bei schlechtem Wetter schützt die weibliche Drossel die jungen Küken mit Hudern.
So wie sie auf dem Foto hoch aufgerichtet steht, so ist sie insgesamt eher misstrauisch, vorsichtig und aufmerksam. So wollte auch ich sie darstellen.

Die Nahrung dieser Vögel besteht nicht nur aus Misteln: Würmer, Insekten, Larven, Beeren, Obst, Sämereien
Die Lebenserwartung der Drossel beträgt etwa 10 Jahre. Sie ist übrigens kein richtiger
Zugvogel, eher ein Teilzieher. Auch lebt sie insgesamt eher einzelgängerisch und lässt auch den Ruf lieber einzeln vor ihren Artgenossen in der Morgendämmerung oder am Nachmittag wirken. Misteldrosseln sind zB. eher geselliger und Ihr könnt sie im Winter häufig in kleinen Schwärmen ziehen sehen, wenn sie auf den Wiesen und Bäumen Nahrung suchen. So sammeln sie sich im Winter zu mehrerenVögeln und ziehen dahin, wo sie Futter finden. Dann vergesellschaften sie sich sogar mit anderen Drosseln. So habt Ihr vielleicht kleine Schwärme im Winter gesehen.
„drosca“, der Vogelname geht zurück auf westgermanisch: „Brust, Kehle“, ebenso mittelhochdeutsch „droschel“, auch im englischen „throstle“ und schwedischen „trast“ Die Lautäußerungen der Vögel haben wohl zu diesem Namen geführt. Kein Wunder dass einer ihrer Namen auch Schnarrer lautet ( ein weiterer ist Ziemer). https://www.deutsche-vogelstimmen.de/drosseln/
Die Schnapsdrossel hat übrigens nichts mit dem Vogel zu tun. Eher mit der Übersetzung „Kehle“. Bis in das 19. Jhd sagte man Drossel zur Kehle. Man lässt sich also zu viel Schnaps die Drossel runterrinnen. Erdrosseln ist ja immer noch im Sprachgebrauch.
Krammetsvogel, den Begriff habt Ihr vielleicht schon mal gehört. Eigentlich ist das der Begriff für Wacholderdrosseln seit dem 14. Jhd. (Krammet = Wacholder).
Krammetvögel, Drosseln, wurden oft noch im letzten Jhd. gejagd und gegessen. Diese Vogel brachten Fleisch auf den Teller armer Menschen. Davor war es hochgeschätztes Fleisch in der römischen Küche und im Mittelalter liebten sie die Adligen und Könige auf ihren Tafeln. Der Begriff verschwindet heute aus dem Wortschatz. Meine Großeltern haben ihn noch genutzt. Es gibt ein Bild von Wilhelm Buch vom „Frosch, der ein Krammetvogel sein wollte“. Leider habe ich keine Busch Ausgabe mehr, sonst würde ich sie Euch zeigen. 😊

Ich hoffe, ich konnte Euch einen Vogel, den Ihr eigentlich alle kennt, etwas näher bringen, auch wenn es hauptsächlich der größte Vertreter der Drosseln hier war. Übrigens, auch die Amsel gehört zur Familie der Turdiae.
Schwalbe des Odins, schwarzer Addebar:
Hallo Ihr Lieben.
Jedes Kind kennt diesen Vogel. Wurde es doch von ihm zu seinen Eltern gebracht. Ja, leicht machten es sich früher die Erwachsenen und setzten den „Klapperstorch“ als Überbringer der Babys ein. So wird er auch heute noch gern auf Karten gedruckt oder steht, als Zeichen, daß Nachwuchs gekommen ist, an der Tür.
Heute soll es aber um seine Verwandtschaft gehen, den sehr viel selteneren Schwarzstorch.
Ciconia nigra so sein lateinischer Name, ein Schreitvogel. Er wird etwas kleiner als sein weißer Vetter, 95cm – 1m. Mit 3kg Gewicht und beeindruckender 2m Flügelspannweite ist er nicht zu übersehen, wenn er sich in der Thermik hoch in die Luft geschraubt hat. Im Gegensatz zu seinem weißen Vetter ist er aber scheu und territorial im Wald als Einzelpaar lebend.

Von Westeuropa bis Asien erstreckt sich das Gebiet, in dem Schwarzstörche in Laubwäldern mit Auen und Wasserstellen ihre Brutstellen suchen. Gern nehmen sie ihren alten Horst wieder, bauen ihn weiter aus. Oft sind diese schweren Nester in großen, alten Bäumen (solange diese sie tragen können). Vielleicht war es ursprünglich sogar einmal der Horst eines Greifvogels, wer weiß. Im Hochgebirge ist der Horst auch durchaus in die Felsen gebaut. Auch sonst sind sie am Liebsten im Bergland. Wie ihre weißen Verwandten ziehen sie im Winter in den Süden, nach Afrika. In diesen Winterquartieren beginnt übrigens schon die Balz.
Etwa 600 Paare soll es in Deutschland geben und diese Zahl ist früher sehr viel kleiner gewesen. Ich erinnere mich, dass es eine Sensation für uns war, dass wir ihn in meiner Jugend genau einmal im Lennetal gesehen haben. Mitlerweile, über 30 Jahre später, gibt es ihn häufiger. Aber ihre Brutgebiete werden von den Kündigen nicht verraten, denn jegliche Störung kann zum Brutabbruch führen. Der Schwarzstorch ist da so empfindlich, dass er sogar einen „Horstschutz“ genießt. D. h., Niemand darf sich dem Ort nähern (100-200m). Als Besucher (Spaziergänger) soll man ja sowieso auf den Wegen bleiben, Hunde nicht frei laufen lassen. Nun habt Ihr einen weiteren Grund, warum das nötig ist. Denn es sind nicht die natürlichen Feinde, wie Marder, Raben oder Greifvögel, sondern der Mensch mit seinem Freizeitverhalten, die ihn vertreiben. Der Klimawandel setzt den Wäldern und damit dem Schwarzstorch ebenfalls zu.

Der Schwarzstorch ist nicht einfach schwarz und etwas weiß im Gefieder, seine schwarzen“ Deckfedern „schimmern bei Lichteinfall grün bis hin zu purpur. Vor allem in der Brutzeit leuchtet der Schnabel, die Haut um die Augen und die Beine kräftig rot. Die Federn am Bauch und teils Brust sind weiß. Er gehört zu den Schreitvögeln.
Mit drei Jahren geschlechtsreif suchen sie sich im Winterquartier einen Partner für s Leben. Ähnlich dem Weißstorch wird bei der Balz geklappert, getanzt und synchron geflogen. Sie putzen sich gegenseitig das Gefieder. Noch während der Balz ziehen sie im Frühjahr (März) zu uns und so kann man ihr Balzverhalten mit viel Glück hier vielleicht sehen.
Im April werden 3-5 Eier gelegt und etwa 36 Tage bebrütet. Beide Eltern teilen sich die gesamte Arbeit, auch die Aufzucht, die etwa noch einmal doppelt so lange dauert. Es wurde beobachtet, dass kurz vorm Schlüpftermin das Nest noch einmal frisch ausgepolstert wird. Die Küken haben ein helles Federkleid, dies wird dann immer grauer, bzw dunkler.

Es gibt viele Geschichten und Märchen auch heute noch mit dem Weißstorch als Hauptperson. Aber auch der schwarze „Vetter“ hat seinen Mythos. In den Geschichten und Glaubenswelten unserer Vorfahren war der Schwarzstorch der Bote des Gottes Odins. Der „schwarze Geselle“ lebte in den stark bewaldeten Gebieten Skandinaviens und Germaniens. Im Schwedischen ist der noch immer gebräuchlicher volkstümlicher Name Odensvala, Schwalbe des Odin. Für Holda (Holla) war er wohl ein Seelenbringer. Im Mittelalter galt er allerdings aufgrund seiner Farbe als Gegenspieler des positive besetzten Weißstorches, ( als Unheilbringer, Krankheitüberträger, Kriegsbringer).
https://www.nabu.de/news/2023/07/33691.html
+Einzigartiges Paar: Schwarz- und Weißstorch gründen Familie
Hier las ich eine ganz besondere Meldung über eine Mischehe, noch nie wurde dies dokumentiert. Eine einzigartiges Ereignis in Niedersachsen in der Lüneburger Heide. Ein Kulturfolger und ein -flüchter finden sich und brüten. Nun hoffen alle Beobachtenden, dass der Zug des Nachwuchses gut verfolgt werden kann, auf gute Reisen und erfolgreiche Heimkehrer. Ob die Hybride Nachwuchs bekommen können weiß man vielleicht in 3 Jahren.
Ich hoffe, Ihr hattet wieder Freude am neuen Vogelportrait.
Edit: Gerade wird noch der Vogel des Jahres 2024 gesucht, Ihr könnt mitmachen (zB per Anmeldung online beim NABU), ich fand die Wahl für mich sehr schwierig und ich verrate nicht, welchen ich ausgewählt habe. Übrigens wurde von allen schon einmal hier berichtet
Und vielleicht erinnert Ihr Euch an einen anderen schwarzen Vogel, den ich hier vorgestellt hatte, den Waldrapp https://www.spektrum.de/news/waldrapp-ueberleben-lernen-dank-menschlicher-ziehmuetter/2181276 , da wurde gerade einer jungen Kolonie am Bodensee der Weg gen Süden gezeigt.
Egoisten oder Lebenskünstler:
Hallo Ihr Lieben.
Heute möchte ich über einen Vogel schreiben, den Ihr alle kennt! Ja, ich wage diese Behauptung aufzustellen.
Vielbesungen, in Gedichten, voller Rätsel für den Mensch, in ein Häuschen gesteckt…und doch hat fast niemand von uns ihn schon einmal in Echt gesehen.
„…wer wohl am besten sänge, wer wohl am besten sänge,… Kuckuck Kuckuck IAaaa, Kuckuck Kuckuck IAa…“
Das Kinderlied um „Der Kuckuck und der Esel“ kennen sicher auch heute noch ganz viele. Genau wie „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“. Hoffmann von Fallersleben (der auch unsere Nationalhymne schrieb) ist für beide Kinderlieder verantwortlich.
Ja, der Vogel, der ständig seinen eigenen Namen ruft und eine besondere Aufzuchtmethode hat, ist heute mein neuer Monatsvogel. Cuculus canorus, so sein lateinischer Name und alleine in seiner Ordnung und Familie der Kuckucksvögel, bzw Kuckucke.
Nun, es gibt nicht nur dieses Tier, welches nach seinem Ruf benannt ist, mir fällt da gleich der Uhu ein. Aber sein Gesang ist, zusammen mit der Tatsache, dass er seine Eier in fremde Nester legt, einfach in unser Hirn gebrannt. Dabei ist der Frühlingsbote noch viel faszinierender.
Im April landet der Zugvogel, aus Südafrika oder -asien hergeflogen, im hohen Geäst. Nun sucht er mit seinem unverwechselbaren Ruf nach einer Partnerin.
Früher wussten die Menschen nichts von Zugvögeln. Der Kuckuck sieht im Flugbild und Federkleid dem Habicht ähnlich. Daher dachten die Menschen früher, wenn der Kuckuck ‚verschwand“, er verwandle sich in den Raubvogel.

Wenn nun das Weibchen nach der Kuckuckshochzeit Eier legen will, so wird keine eigene Aufzucht betrieben. Wie wir wohl alle wissen, legt das Kuckucksweibchen ihre Eier in fremde Nester. Etwa zehn Stück muß der große Vogel unterbringen. Immer ein Ei in ein fremdes Nest. Genau wird beobachtet. Es wird die Vogelart ausgesucht, die schon das Elternteil aufgezogen hat.

Nun, Ihr werdet Euch fragen, warum die Vögel den Trick nicht sofort bemerken? Hier kommt die Evolution dem Kuckuck zur Hilfe! Sein Ei hat sich dem der Wirtseltern angepaßt! Das fremde Kuckucksei ist nur etwas größer, Farbe und Struktur sind gleich. So legt zB der Gartenrotschwanz wunderschöne, türkisfarbene Eier, das Kuckucksei hat dann genau diese Farbe, nur im direkten Vergleich sieht unsereins den Größenunterschied.

Nun haben die Eltern alles getan und genau wie sie einzeln zu uns geflogen sind, verschwinden die Kuckucke wieder in ihre südlichen Gefilde.


Aber nicht jede Trickablage gelingt. Etwa jedes dritte Ei wird als Fremdkörper erkannt und dann wird das Nest verlassen. Manche Vogelarten lassen sich mehr überlisten als andere.
Man sollte doch meinen, dass mindestens nach dem Schlüpfen die Vogeleltern den falschen Nestbesetzer erkennen. Dieser schlüpft nämlich vor den „Geschwistern“ und noch blind und nackt schmeißt das Kücken die eigentlich heimischen Eier raus.
Irgendwie ist der Elterninstinkt so stark, dass er alles andere ausblendet und die viel kleineren Singvögel den Kuckuck groß ziehen. Schon in der Antike wußte man von dieser Besonderheit. Aristoteles beschreibt seine eigenen Beobachtungen. Er überlegte, dass die Kuckucke wohl kein fähigen Elternteile seien. Sich dessen bewußt, überlassen sie die Aufzucht den anderen Vogeleltern. Im 18. Jhd. vermutete man, der Körperbau wäre nicht zur Brut und Aufzucht geeignet. Ein Jhd. später unterstellte Brehm dem Kuckucksweibchen gar einen liederlichen Lebenswandel. Netterweise war er aber doch der Meinung, dass sich der Mensch nichtsdestotrotz dem Schutz dieses Vogels, dem Frühlingsboten, widmen sollte.
Bewundert und geliebt wird dieser unauffällige, graue, scheue Vogel. Allein im Liederbuch „Des Knaben Wunderhorn“ sind sechs Lieder. Der Begriff „Wolkenkuckucksheim“ stammt aus der antiken Komödie „Die Wolken“ von Aristophanes, der etwas Sorglosigkeit mit dem Vogel verband. Charles Darwin war es, der den evolutionären Vorteil im Brustverhalten des Kuckucks sah. So konnten die Eltern früh zurück in ihre Heimat. Der Jungvogel hat keine Nahrungskonkurrenten. Die Genetik muss den Jungvögeln die Wege gen Süden mitgegeben haben, denn ihre leiblichen Eltern konnten es nicht vermitteln. Auch ziehen diese Vögel nicht in Schwärmen, sondern einzeln. Übrigens, wenn im Sauerland einer zu hören war und man Geld in der Tasche hatte, bedeutete das, daß sich dieses vermehren würde, der Kuckuck brachte Glück. Gibt es den Glauben auch bei Euch?
Der taubengroße Kuckuck mit seinem langen Schwanz und dem spitzen Schnabel frißt gerne Raupen. Seine spitzen Flügel hält er oft charakteristisch leicht vom Körper nach unten. Bei seinen Zehen zeigen zwei Krallen nach vorn und zwei nach hinten.
Der Kuckuck ist also definitiv nicht egoistisch, sondern hat eine biologische Nische gefunden. Der scheue Vogel hat eine Möglichkeit erarbeitet, für seine Art eine gute Überlebenschancen zu sichern.
Übrigens ist der Kuckuck auf der roten Liste als gefährdet aufgeführt, oft ist er stärker lokal verbreitet. Er kommt nicht überall vor. Und da er gerne lichte Laub- und Nadelwälder mag, aber auch an Binnengewässern „nistet“, werden wir stadtnah Wohnenden ihn wohl nicht hören. Und sein Gesangsrepertoire umfasst auch ein „Lachen“ und „glucksen“ (chä-chä… und glük-glük, letzteres nur Weibchen).
Über den Kuckuck könnte ich noch viel mehr schreiben. Wie sein Name sich bei anderen Tierenamen wiederfindet, weil sie ähnliche Strategien entwickelt haben. Wo er sich überall in der Literatur und Alltag wiederfindet (die Kuckucksuhr sollte wohl erst einen Singvogel bekommen, aber der Kuckucksruf ist doch so besonders, dass er es in das Türchen geschafft hat, da gibt es viele Legenden um diese Uhr und das ist eine ganz andere Geschichte).
So bringe ich als Herbstbeitrag zum Jahresprojekt diesen Monat einen Frühlingsboten. Seht es als Aussicht auf die hellen Tage, die dem dunklen Winter folgen werden.

Göttervogel:
Hallo Ihr Lieben.
Über diese Vögel könnte man Bücher füllen. Über diese Vögel hat man schon Bücher gefüllt.
Bereits vor viertausend Jahren schrieben die alten Ägypter in einer sehr bildhaften Sprache und dieser Vogel erschien oft auf Papyrus, Holz und Stein.
Der uns bekannte Göttername Horus ist in Latein wiedergegeben. Das alte ägyptische Reich kannte (transkribiert) Hr oder Hor, einer von den höchsten Göttern, auch in der uns am bekanntesten Form des Falken, bzw des Falkenköpfigen. Mehr dazu zB. bei Wikipedia. Die Göttin Freya der nordischen Mythologie trägt ein Falkengewand. Weisheit, Stärke, Kraft, Mut und Führung werden mit Falken assoziiert. Als Jagdvögel sind sie in der Falknerei beliebt und somit Königsvögel. Bei den amerikanischen Ureinwohner ist der Falke der Boten, der gute Nachrichten überbringt.
Wie Ihr lest, einen letzten kleinen Beitrag zum Jahresprojekt „Beflügelt“ mag ich Euch noch zum Jahresausklang bringen. In diesem geht es schwerpunktmäßig um den Turmfalken, den wohl uns allen am ehesten bekannten Vertreter der großen Familie der Falken, (Ordnung Falconiformes, kleine bis mittelgroße „Greifvögel“, mit schnellem Flug und spitzen Flügeln und eher mit Papageien verwandt, denn mit richtigen Greifvögeln wie der Adler)



Es gibt sechzig verschiedene Arten in der Familie Falconidae, den Falkenartigen. Eine Untergruppe sind die „Echten Falken“ der Gattung Falco. Diese wird nochmal untergliedert: einmal Baumfalken, die kleinen Zwergfalken, die Turmfalken und die Großfalken. Falken gehören zu den schnellsten Tieren der Welt. Ihr habt sicher schon einmal einen Turmfalken in der Luft rütteln sehen. Sein „Flügelwedeln“ ermöglicht ihm das genaue Beobachten von Mäusen (Insekten und anderen kleinen Wirbeltieren) in der Luft. Und wenn er sie entdeckt hat, stürzt er pfeilschnell nieder. Oft ist er erfolgreich. (Noch schneller ist der Wanderfalke, der im Sturzflug das schnellste Tier der Welt ist, mit bis zu 320 km/h) Turmfalken beherrschen durchaus auch die Jagd aus dem Fluge auf Singvögel, sind damit aber nicht so erfolgreich. (Der Spatzenschwarm im Garten meiner Mutter kann davon ein „Lied singen“) Gerade in den Wintermonaten sitzt der Turmfalke aber auch gerne erhöht, Ausschau haltend nach Beute, denn der Rüttelflug ist kräftezehrend. Daher stehen in der Kulturlandschaft manchmal die Stangen mit dem T-Kreuz als Ausschauhilfe für Turmfalken.
Falken können auch so kleine Beute wie Insekten auf eine Entfernung von achtzehn Metern erkennen. Der Grund sind die Augen, welche vergleichsweise groß sind. Außerdem befinden sich in der Netzhaut keine „störenden“ Blutgefäße. Dafür gibt es dort eine große Dichte an Sinneszellen. Außerdem sehen sie die Urinspuren der Mäuse.
Turmfalken, ihr lateinischer Name falco tinnunculus, (übersetzt erst: spitz, dann: klingend, schellend,) verweist erst auf die sichelförmigen Krallen oder vielleicht auch die Flügel und der zweite Teil auf den Ruf hin. Sein heutiger Name geht auf seine Vorliebe in Türmen, Felsen und ähnlich hoch gelegenem zu brüten, zurück. Er ist dem Menschen in seinem Umfeld am nächsten, ein Kulturfolger. Sucht man in alten Texten aber nach dem Vogel, so findet man ihr eher unter „Wannenweher“ (16.Jhd, Vogelbuch des Conrad Gesner). Vermutlich hat der Name, der wohl auf althochdeutsche Bezeichnungen zurück geht, eher mit der Flugkunst zu tun. Im Wörterbuch der Gebrüder Grimm wird auch noch dieser Name genutzt. In der Fachsprache der Falkner sind Wannen bestimmte Flügelfedern, welche das Verweilen an einem Ort in der Luft ermöglichen, (weit auseinander gespreizte Federn). Auch der populäre Volksname „Rüttelfalke“ verweist auf diese besondere Flugkunst. Übrigens tötet der Falke nicht mit den Krallen sondern mit dem Schnabel.
Der Turmfalke ist der erste Greifvogel der unter Schutz gestellt wurde (1888) denn er war als Mäusejäger geschätzt. Trotzdem wurden er und seine Artgenossen als „Jäger von Vögeln und kleinem Wild“ gejagt.
Das Federkleid der Weibchen und der Jungvögel ist übrigens unauffällig rotbraun mit dunkler Querbänderung. Das ältere Männchen bekommt dann die etwas auffälligere, graublaue Kopfhaube, die rotbraunen Flügel mit dunklen Schwungfedern und graublauen Schwanz mit schwarzer Endbinde (und den weißen Flecken dort). Auffällig an dem 34-36 cm großen Vogel ist die dunkle, hübsche Zeichnung im Gesicht (Zügelband). Bei einem berinngten Vogel konnte ein Alter von 18 Jahren festgestellt werden. Sie sind übrigens sowohl Zug- und Standvögel, als auch Teilzieher, das hängt an der geografischen Lage ihres Lebensraums, der sich grob skizziert von Europa über das Mittelmeer hinaus bis Asien erstreckt. Im Frühjahr beginnen die sonst eher einzelgängerisch lebenden Vögel mit der Balz. Oft kennen sich die Partner schon. Gerne wird ein alter Nistplatz wieder genutzt, auch wenn es nur einfache „Nester“ werden, mit wenig Polsterung. Gemeinsam achten die Vögel nun erst aufeinander (das etwas größere Weibchen brütet auf 4 – 7 Eiern ca 33Tage , Männchen sorgt für Nahrung) und dann wird die Brut zusammen aufgezogen. Wenn die Jungvögel so weit sind, bringen die Eltern ihnen auch die Jagd bei. Der Familienzusammenhalt (vor allem den nächsten Monat lang) ist stark bei ihnen. Trotz der elterlichen Fürsorge und Ausbildung überstehen von den Jungvögeln etwa nur 50%, wie es oft bei Raubvögeln ist. Witterung, andere Raubvögel, Nahrungsangebot für die noch unerfahrenen Jäger spielen hier eine Rolle. Auch unsere Zerstörung von Lebensraum bietet ihnen immer weniger Jagdmöglichkeiten (Versiegelung), obwohl dieser Vogel sich so gut anpasst und auch nicht gefährdet ist. Anhand der Speiballen können Wissenschaftler sehr gut sehen, wovon sich die Vögel ernähren.

Vielleicht schaut Ihr bei einer nächsten möglichen Sichtung genauer hin und erinnert Euch an die ein oder andere Kleinigkeit.
Zum Schluss noch einmal ein kleines bildliches Resümee des Projektes „Beflügelt“. Und sollten sich Fehler eingeschlichen haben, dann wg meiner Unfähigkeit und ich bin immer sehr froh, wenn ich berichtigt werde! Ich bin kein Vogelkundler oder Ornithologe. Ich lerne bei jedem Bericht selber ganz viel über die Könige der Lüfte.











übers Jahr gab es Beiträge über so unterschiedlich Vogel wie Kranich und Harpyie, Kuckuck und Wasseramsel und auch zwei geflügelte Insekten wie den Pinselkäfer und Rosenkäfer.
(Mal sehen, was das nächste Jahr bringt, ob ich bei „geflügelten Gesellen“ bleibe, oder was ganz anderes…)
Weihnachtsvogel:
Hallo Ihr Lieben.

Der letzte Monat des Jahres ist angebrochen. Adventszeit. Es geht auf die Wintersonnenwende zu.
Schon in den Geschichten der Germanen und Kelten war dieser Vogel ein Symbol von Gutem und Reinheit und der Überbringer der Sonne. Wegen der roten Farbe galt es als Vogel des Donnergottes. Ein Rotkehlchen-Nest in der Nähe des Hauses brachte Frieden, dem Paar darin würde es Glück und Eintracht bringen. Also wen könnte ich diesen Monat und zu dieser Zeit besser auswählen, als das Rotkehlchen. Im englischen Weihnachten fest verankert durch den schottischen „Robin Redbreast’s Christmas Song”, nach einer Erzählung von Robert Burns. Das so viele Rotkehlchen vor allem die englische Weihnachtspost zierten, welche von den Liebsten oft sehnlichst erwartet wurden, hatte wohl auch mit den alten roten Postboten Uniformen zu tun. Also ich fand, es wurde Zeit für einen Jahresvogelbeitrag im Rahmen von Andreas Projekt.
Im deutschen Volksglauben soll das Rotkehlchen den Toten die letzte Ehre erweisen, indem es Blüten und Blätter sammelte und auf das Grab legte. Ein Seelenbote. In der Schweiz gilt der kleine Vogel als Blitz und Feuer anziehend.
Die christliche Legende, wie der Vogel seine rote Brust bekommen hat, kennt Ihr sicher alle. Ich habe sie hier schon beschrieben. Der Legende nach sang das Rotkehlchen dem gekreuzigten Jesus Lieder, um sein Leiden zu mildern. Als sich ein Dorn aus Jesus Krone löste, färbten die Blutstropfen die Brust des Vogels rot.

Eine andere Geschichte erzählt, wie das Jesuskind in Bethlehem im Stall geboren wurde und dabei ein kleiner Vogel neben Ochs, Esel und Schafen dabei war. Unerkannt saß es im Gebälk. Es war da noch ein kleines, braunes Vögelchen. Im Stall von Bethlehem war es bitterkalt, deshalb brannte immer ein Feuer. Als Maria, Josef und die Hirten müde wurden und einschliefen, wurde das Feuer irgendwann schwächer. Nun begann das Jesuskind in der Krippe zu frieren.



Der kleine Vogel erkannte die Gefahr und versuchte die Menschen zu wecken, ohne Erfolg. Es sang zu leise. Dann nahm der Vogel all seinen Mut zusammen und flog zu dem Feuer und fächelte mit seinen Flügeln der Glut Luft zu. Dadurch flammte das Feuer wieder auf. Das Jesuskind war gerettet, aber der Vogel hat sich bei dieser Aktion die Brust und das halbe Gesicht verbrannt.
Kein Wunder, ist der hübsche Vogel auch oft auf unseren Weihnachtskarten. Wir sehen ihn gern, den Glücksvogel. Red Robin (Englisch) rouge-gorge (Französisch) petirrojo (Spanisch)
Tja, so viel zu den Vorstellungen von diesem putzigen und Recht zutrauliche Vogel. Schön in Farbe und Gestalt, Glockenheller, schöner Gesang. früher hielt man sie gern als Ziervögel im Käfig – als preiswertere Alternative zur Nachtigall. Dieser Vogel kann so viel Dezibel bringen, wie ein Presslufthammer. Und gerade jetzt, zur dunkler werdenden Jahreszeit, singen die Männchen auf den Spitzen der Büsche und Bäume und verteidigen damit ihr Revier. (Nur der Winterkönig, der Zaunkönig ist da noch ein größerer Sänger) An den Futterstellen fallen die keinen Vögelchen auch immer auf, verjagen sie doch gerne Konkurrenten. Und bei der Gartenarbeit sind die ganz eigennützigen Begegnungen auf Erfahrung begründet: es fallen Würmer und Insekten für sie ab.

Rotkehlchen (Erithacus rubecula) ist eine Vogelart aus der Familie der Fliegenschnäpper. Es ernährt sich von Insekten, Spinnen, Würmer und auch Beeren. Im Winter ziehen die Vögel gern aus kälteren Gebieten in wärmere Regionen. Und dann schläft es auch schon mal in Schober oder Ställe. Es ist übrigens auch ein ganz besonders reinlicher Vogel. Er badet gern, nimmt sogar Ameisen und zieht sie sich durch die Federn und wenn kein Wasser da ist, dann Pustern sie sich sogar auf dem Schnee und Eis zum Säubern auf.
Schön im Januar gibt das Weibchen sein Revier auf und gründet mit einem benachbarten Männchen eine Brustgemeinschaft. Es gibt mehr Männchen als Weibchen und besonders verpaarte Männchen geraten dann verstärkt in Revierkämpfe. Selten artet der über Gesang und Imponiergehabe hinaus. Dann aber verkrallen sie sich sogar und versuchen sich die Augen auszupicken.
Das Weibchen sucht im Frühjahr den Platz aus, im halbhohen Gebüsch wird ein Napfnest gebaut. Manchmal wird auch ein altes Nest eines anderer Vogel genommen, oder in Kästen und Nischen gebaut. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen versorgt. Wenn die Küken flügge sind, werden sie von den Eltern in der Insektensuche unterrichtet. Komischerweise betteln die Küken, sobald sie am Boden sitzen, auch verschiedene andere Vögel, wie Amseln, Drosseln, Meißen … an. Ihre Eltern füttern dafür versehentlich auch mal andere Jungvögel. Sobald sie selbständig sind, werden die Jungen vertrieben und derweil sitzt das Weibchen schon auf den nächsten Eiern.
Und weil der letzte vorgestellte Vogel der Kuckuck war: der würde sein Ei auch in ein Rotkehlchen Nest legen. Deswegen wird ein Kuckuck, den die adulten Vögel entdecken, entschieden bekämpft. Offensichtlich erkennen sie den „parasitär brütenden“ Vogel.
Ich hoffe, Ihr habt das ein oder andere Neue über einen der beliebtesten Vögel erfahren.
Rotkehlchen auf dem Zweige hupft
von Wilhelm Busch
Rotkehlchen auf dem Zweige hupft,
wipp, wipp!
hat sich ein Beinchen abgezupft,
knipp, knipp!
läßt sich zum klaren Bach hernieder,
tunkt’s Schnäblein ein und hebt sich wieder,
stipp stipp, nipp nipp!
und schwingt sich wieder
in den Flieder.
Es singt und piepst ganz allerliebst,
zipp zipp, zipp zipp trill!
sich eine Abendmelodie,
steckts Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit
