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Ein Strauß Buntes: Natur, Leckeres, selbstgeschnitzte Stempel und mehr Selbstgemachtes, Bücher, Unterwegs sein und sowieso mehr


Uhu Schuhu

Hallo Ihr Lieben.

Dieses Mal geht es um einen großen, geheimnisvollen Nachtjäger.

Seine Körpergröße umfasst locker um die 70 cm und seine Flügelspannweite bis zu 1,80 m. Mit über 3 Kg ist er auch nicht ganz so leicht. Es ist unser größter, heimischer, nachtaktiver Greifvogel. Wie oft bei diesen ist das Weibchen etwas größer. Das  Gefieder ist mit all den verschiedenen Brauntönen die perfekte Tarnung.

Es gibt verschiedene Uhu-Unterarten in Europa, Nordafrika und Asien, bis nach Indien und Südchina. Bei uns in Mitteleuropa lebt der Uhu mit dem wissenschaftlichen Namen Bubo bubo. Ihr erinnert Euch vielleicht, wie ich von den größten Uhus, bzw diesem Buch erzählt habe:

Riesenfischuhu. (Ich denke nur, gerade werden sicher seine Wälder trotz Schutz abgeholzt. Es gibt Berichte, dass China sich da günstig Holz besorgt)

Hervorzuheben sind die Ohrbüschel, die bis zu 8 cm lang werden können. Die Waldohreule, welche auch ähnliche Federn über den Augen hat, ist insgesamt kleiner, sowohl an Gestalt als auch Ohrfedern. Das Uhu Gefieder ist oben rostbraun mit dunklen Flecken, die Unterseite hellbraun mit dunklen Längsstreifen. Ebenfalls sehr charakteristisch sind seine orangen Augen (andere Eulen haben eher gelbe oder ganz dunkle Augen)

Sie gehen eine lebenslange Einehe (oder zumindest über einen längeren Zeitraum) ein und sie gelten als äußerst standortstreu, auch im Winter.

Auch diese Eule ist natürlich ein dämmerungs- und nachtaktiver Greifvogel. Sie verbringt den Tag gerne in Felsnischen, einer Burgruine oder auch in dicht belaubten Baumkronen. Dabei ist das oben beschriebene Gefieder als Tarnung perfekt.

Wie bei allen Eulen ist der Aufbaus ihres Gefieders so, dass sie geräuschlos fliegen. Sie jagen ein breites Spektrum: von der Taube über Krähen, sogar Busarde und Jungfüchse bis hin zu Hasen…. und Mäuse, aber auch viele Ratten (wie ich über die Webcam feststellen konnte). Uhus sind einer der wenigen Jäger, die Igel jagen können (wg der großen Klauen). Er fängt auch andere Eulen, wie den Waldkauz, sicher auch, weil sie Konkurrenten sind. (Ein Verhalten, was viele Räuber untereinander haben) Durch diese recht große Bandbreite an möglichen Beutetieren hat sich der Uhu sicher auch, nach dem er unter Schutz gestellt wurde, (und auch ausgewildert), so gut im Bestand erholt.

Milchtütendruck Uhu

Es gibt Uhus, die sich schnell spezialisieren bzw anpassen (das Geheimnis vieler Kulturfolger) und dies wohl sogar auf Hauskatzen. Recht einfach erklärbar: weil es viele gibt, genau wie Krähen, Tauben und Ratten. Gerade bei den letzten drei Beutetieren ist seine Rolle  als Jäger und somit Regulierer sehr wichtig, sowohl im Wald, als auch stadtnah (sie spezialisieren sich zB bei Müllkippen auf Ratten).  Auch Fallwild, vor allem an Verkehrswegen, wird durchaus genommen.

Die Jagd erfolgt auf ganz unterschiedliche Art und Weise: Warten, Pirschflug und auch Bodenjagd

Früher war die große Eule als Konkurrent für die „Beute“ der Menschen (vom Kitz über Hasen, Fasan, Tauben…) angesehen und wurde fast ausgerottet. Eier wurden den Nestern entnommen, mit den aufgezogen Uhus wurde die Krähenjagd betrieben. Dh. der Uhu wurde in einen Käfig gesetzt und gewartet, bis die Krähen ihn entdeckten und ihren natürlichen Feind zu mehreren attackierten.

Ihr kennt sicher die Gewölle, mit dem Eulen die unverdaulichen Teile der Beutetiere (Federn, Haare und Knochen) wieder ausgewürgt. Diese 10 bis 14 Zentimeter langen, ovalen Speiballen enthalten oft ganze Schädel- und Beinknochen. Zerlegt man dieses Gewölle sorgfältig, kann am anhand der gefundenen Teile sehr genau bestimmen, was der Uhu in letzter Zeit erbeutet hat. Das ist nicht mal so ekelig, da sie nur aus den unverdaulichen Teilen (Horn und Knochen) bestehen und schnell trocknen.

Zur Brut: in Südeuropa kann das schon im Januar bis Februar, in Zentral- und Nordeuropa im März oder April sein. Es werden 2 bis 4 reinweiße Eier im Abstand von 2 bis 4 Tagen gelegt.
Auffallend ist, dass eigentlich kein richtiges Nest gebaut wird. Manchmal erobern sie Greifvogel- oder Reiherhorste.  Sehr selten brüten sie auf dem Erdboden. In zunehmender Zahl werden auch Gebäude als Brutplatz genutzt.

Wenn eine Mulde gescharrt wurde, beginnt das Weibchen mit der Brut. Von nun an übernimmt der männliche Uhu die Versorgung des Weibchens. Nach einer Brutdauer von 31 bis 36 Tagen schlüpft das erste Junge, jedes weitere kommt um 2 bis 4 Tage versetzt. Der männliche Uhu bringt Beute zum Horst, das Weibchen zerteilt es in mundgerechte Häppchen und verteilt. Das älteste Küken ist da oft im Vorteil. Wenn die Jungvögel größer werden, kann ein Elternteil die Versorgung nicht mehr alleine schaffen. Das Weibchen fliegt auch auf Jagd und die Küken müssen sich gegenseitig wärmen. Mit 5 bis 7 Wochen testen die Jungvögel ihre Flügel mit den ersten Flugversuchen und können das Nest verlassen. Sie müssen aber weiterhin von den Eltern versorgt werden. Es ist also nicht schlimm, wenn ihr durch Zufall mal einen Jungvogel am Boden entdeckt. Seine Lockrufe verraten den Eltern, wo es ist. Im Alter von etwa 20 Wochen haben sie von den Eltern so viel gelernt, dass sie selber Beute schlagen können.

Webcam in der Eifel (Link) im April
und an einem anderen Standort aber auf der selben Webseite am 24.5.26. Die oberen 4 Jung Vögel sind schon flügge und nicht mehr oft zu sehen. Warm ist es auch diesen großen Eulen heute, wie man sieht.

Dumpfe Rufe, die durch den Wald hallen erschrecken den späten Wanderer. Ein tiefes „Huu“ und etwas höher ein „uhuuu“. Diesen Rufen verdankt diese große Eule ihren Namen: Uhu. Im Volksmund wird sie auch „Großherzog“ genannt, ironischer weise, weil er tagsüber von anderen Vögeln angegriffen wird. Sie erkennen ihn als Gefahr. (Ich muss sicher nicht erklären, woher dieser alte Name kommt)

Ökologisch gut strukturierte Landschaften mit Felsen, Steilhängen, Wäldern, Freiflächen und Gewässern werden gern vom Uhu besiedelt. Ein freier Anflug und Störungsfreiheit sind eine Grundvoraussetzung der Brutplätze, die sie sehr lange nutzen. Abwanderung findet eigentlich nur von den Jungvögeln im Herbst oder frühem Winter statt.

Brut 2025, Screenshot Webcam

Viele der Uhus gibt es mittlerweile in den Mittelgebirgen. Sogar hier im Park habe ich ihn schon gesehen. Bei meiner Recherche las ich mehrfach, dass es jedoch im Bayerische Wald und der Schwarzwald deutlich weniger der großen Vögel gibt und das man noch nicht genau weiß, warum.

Jagd oder Verfolgung spielen heute keine große Rolle mehr, aber Menschliche Aktivitäten wohl: Freizeitaktivitäten können zu starken Störungen der Brutplätze führen. Wenn er auf älteren Stromleitungen/Isolatoren landet, ist bei diesem großen Vogel die Gefahr sehr groß, dass er stromführende Teile berührt. aber Entschärfung von Strommasten durch ausreichend Abstand dazwischen ermöglichen Sitzplätzen.

Der Uhu galt/gilt auch als das Symbol des Naturschutz im Osten, man findet ihn auf entsprechenden Schildern. Natürlich symbolisiert er auch Weisheit, wie überhaupt Eulen. Allerdings galt er auch als Totenvogel, wie uA der Kauz. Seine Lebensweise und majestätische Größe ließen ihn aber schon seit der Antike eher als Weisheitsvogel, ein Vogel des Licht erscheinen. Hildegard von Bingen sah den Uhu nicht als „Vogel des Bösen“, wie im allgemeinen Volksglauben zu der Zeit, sondern als ein Wesen, das in der Lage ist, „das Unsichtbare zu hören“ (Jäger im Dunkeln).

Von einem Rügenurlaub

Wer Otfrid Preußler gelesen hat, weiß sicher noch, dass der beste Freund vom kleinen Gespenst der Uhu Schuhu ist, der Namensgeber dieses Blogbeitrag.

nach den Illustrationen vom kleinen Gespenst

UHU hieß auch eine Literaturzeitung die von 1924 – 34 im Ullstein Verlag erschien, mit Veröffentlichungen vieler bekannter Autoren (Ullstein hat*te die Eule als Symbol).

Der Uhu

Warum fliegt doch der Uhu in finsterer Nacht?
Ich möchte wohl wissen, was dann er noch macht?
Er könnte wie andere Leute ja ruhn,
Er fände bei Tage genug auch zu tun.


„Wie ein Dieb muss ich leben in finsterer Nacht,
Dann geh‘ ich mit Frau und mit Kind auf die Jagd.
Des Tages erlaubt es die Sonne ja nicht,
Drum scheuen der Dieb und der Uhu ihr Licht.“

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798-1874)

In der ARD Mediathek gibt es übrigens noch einige Links zu Sendungen zum Uhu, dem König der Nacht, zB hier

Ich hoffe, auch dieser Jahresprojekt Beitrag „Riesen und Zerge im Wald“, diesmal über den Uhu, hat Euch gefallen. Er gehört zu meinen Lieblingsvögeln. Eulen mag ich besonders, wie Ihr sicher schon gemerkt habt 🦉.

Verlinkt bei der Linksammlung der Zitronenfalterin, creativsalat und bei magic craft



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