Hallo Ihr Lieben.
Ein wenig Veränderung bzw Abwechslung muss sein! Deswegen bekommt Ihr als Jahresprojekt nicht mehr nur Vögel präsentiert. Wie Euch die Überschrift verrät, bleibe ich aber dicht daran.
Aber womit fange ich an? Schon letztes Jahr hatte ich zu viele Namen auf der Liste.
*Es lebte einmal ein Riesenvogel namens Roc. Sein Rücken war so hoch wie der Berg Tai, und wenn er seine Flügel ausbreitete, dann waren sie weit wie die Wolken, die den Himmel bedecken.
Sobald er sich in die Lüfte erhob, begann ein ungeheurer Sturm, und wenn er hoch über den Wolken unter dem tiefblauen Himmel dahinschwebte, legte er mit einem einzigen Flügelschlag tausend Meilen zurück.
Einmal flog er vom Norden zum Südlichen Meer. „Was er nur hat?“ wunderte sich eine Wachtel und konnte das Lachen nicht verbergen. „Ich hüpfe hier von Ast zu Ast oder vergnüge mich unten in den Büschen. Das genügt mir völlig. Wo der bloß hin will!“
Merke: Wenn der Horizont verschieden ist, sind es auch die Gedanken.*
Vogel Roc und die Wachtel
Eine Erzählung aus China

Nein, es geht nicht um den sagenhaften Vogel Roc (auch Rock oder Roch) sondern um den kleinen Hühner – Vogel, die Wachtel. Ich habe sehr geschwankt, ob ich das Rebhuhn oder die Wachtel nehmen sollte. Ich mag diese kleinen, so seltener gewordenen Vögel beide sehr. Vor Jahren hatte ich das Glück hier eine Wachtel zu hören. Ihr habt richtig gelesen: gehört.

Wachteln sind so kleine, unauffällige Vögel, dass man die in ihrem Lebensraum eigentlich fast nie sieht. Vielleicht werden ihnen deswegen in Mythen Zauberkräfte zugesprochen. Über sie ist vergleichsweise wenig bekannt, so heimlich leben sie. Aber sie machen recht leise, gurrende, pfeiffende Töne, meist entfernen diese sich von einem, da der kleine Vogel auf dem Boden vor einem wegtrippelt. Selten fliegt er mal im kurzen Bogen. Lauter ist der Wachtelschlag des Hahns „pickderwik“. Sehr laut erscheint dies für uns Menschen auch nicht, vor allem hier im doch recht zersiedelten, lauten Umland, ist aber ca 500 m weit zu hören. Aber ich glaube auch, dass „meine gehörten Vögelchen“ nur auf der Durchreise waren. Wie bei so vielen Tieren, ist der Lebensraum durch den Menschen (Zersiedlung, Landwirtschaft) bedroht. In Deutschland (und anderen europäischen Ländern) sind Wachteln übrigens geschützt.

Die Wachtel (coturnix coturnix) ist die kleinste, heimische Hühnervogel Gattung. Das Gefieder ist perfekt für die Tarnung am Boden angepasst, es ist graubraun und von schwarzen und orange-roten Strichen durchzogen. Über den Kopf ziehen sich helle und dunkle Streifen. Sie sind polygam, zwischen Mitte Mai und Ende Juli wird am Boden eine Nestmulde ausgepolstert. Meistens kommt es nur zu einer Brut pro Jahr. Das Gelege besteht aus sieben bis zwölf Eiern. Diese sind birnenförmig bzw oval, die geschlüpften Küken sind Nestflüchter.


Sie brauchen Lebensräume mit viel Grünpflanze, Hecken und anderen Möglichkeiten, sich zu verstecken. Auch feuchte und dicht begrünte Flächen und etwas Unterholz kommen in Frage. Auf offenen Feldern und Wiesen bewegt sich die Wachtel in dem hohen Kraut oder auf Getreideflächen, ein beliebter Lebensraum sind auch Kleefelder. Körner, Insekten und Pflanzengrün stehen auf der Speisekarte. Die Insekten sind vor allem im Sommer auf dem Speiseplan, wenn die Vögel aus dem Süden wieder da sind und auf dem Boden brüten. Die Wanderschaft beinhaltet übrigens eine der größten Bedrohung, die kleinen Vögel werden in großer Zahl unterwegs gefangen! Die Wachtel ist in fast ganz Europa, Westasien und Teilen Afrikas verbreitet.
Wachteln werden auch als Haustiere, bzw wie Hühner gehalten, dies sind aber Zuchtwachteln, ihre Eier gibt es im Supermarkt zu kaufen, genau wie das Fleisch. Schon so manches Mal habe ich überlegt, im Garten ein paar Wachteln zu halten, aber wen bittet man in Urlaubszeiten um die Betreuung? Es wäre eine gute Alternative zu Hühnern, die hier zu laut und der Raum zu beengt wäre. Aber nichts, was man wie Kanarienvögel hält.
Ich mag diese wunderschöne, rundlich Form, die findet sich nicht umsonst oft auf Bildern und Keramiken.
Ich hoffe, der Einstieg in das Projekt mit diesem kleinen Vogel hat Euch gefallen.

„Zitrone“:
Jetzt führe ich Euch gerade aufs Glatteis, denn es geht doch um das „flatterhafte Jahresprojekt“.
Vogel Bülow, Goldamsel, Pfingstvogel, Oriolus oriolus, all diese Namen hat dieser Vogel. Ursprünglich in die Gattung der Singvögel gesteckt, konnte durch DNS Untersuchung eine Nähe zu Paradiesvögeln und noch näher zu Rabenvögeln gefunden werden. Dabei würde man als Laie diesen zitronengelben Vogel bestimmt nicht neben eine Krähe setzen. Die Rede ist vom Pirol.
Schwarz-gelb, unverwechselbar, selten, scheu, territorial.

Wie Ihr hier seht, ist vor allem das Männchen so stark gelb-schwarz gefärbt, dazu die rot geränderten Augen. Unauffälliger grün-gelb dagegen das Weibchen und der Jungvogel.

Der ungewöhnliche, oben bereits genannte Name Bülow kommt historisch aus der pommerschen Sprache. Er ist der lautmalerische Begriff für seinen klaren Gesang: „bülow-bülow“ flötet er laut und klangvoll. Viktor von Bülow und seine Familie haben diesen Vogel als Wappenvogel erwählt und er suchte sich auch seinen Künstlername entsprechend: Loriot ist in der französischen Sprache der Name für den Pirol. (Den Flötengesang habt Ihr bestimmt schon mal gehört)
Der Pirol
Wallend geht das Aehrenfeld
Schon in goldnen Wogen,
Und die Sonne am Himmelszelt
Wandelt hoch in Bogen:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!“
Tönt es durch die Welt.
Wundervolle Sommerszeit,
Wenn Pirole flöten,
Und im grünen Blätterkleid
Sich die Kirschen röthen:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!“
Schallt es weit und breit.
Grüner Sommervogel du,
Der so kurz nur weilet,
Hast im Norden keine Ruh,
Bald bist du enteilet:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!“
Geht’s dem Süden zu.
Heinrich Seidel. Quelle: https://gedichte.xbib.de/Seidel_gedicht_Der+Pirol.htm

Der Zugvogel kehrt recht spät aus dem Südlichen Afrika zurück, was ihm den Beinamen „Pfingstvogel“ eingebracht hat. Er sucht sich Baumkronen in lichten Laubwäldern, Auenwälder. (Ein bekanntes Nistgebiet ist das Naturschutzgebiete Enkheimer Ried bei Frankfurt a.M.) Durch das Nisten und Leben in den Baumkronen sieht man den Vogel so selten, er ist auch ein guter Kletterer. Gern ist er am Wasser. Er lässt sich dort von einem Ast ins Wasser fallen, taucht richtig ein und badet einfach gern.
Der 22-25 cm große Vogel ist vorwiegend ein Insektenfresser, der sehr territorial ist, nur für die Brut gibt er eigentlich sein Einzelgängertum auf. Aber auch Obst, vor allem Kirschen, mag der amselgroße Vogel sehr. Leider gibt es beim Pirol durchaus einen Brut Rückgang, auch bei diesem Zugvogel ist der illegale Fang unterwegs gefährlich. Aber ebenso durch die Eingriffe der Menschen hier (Trockenlegung, Abholzung) drängen wir den Vogel des Jahres 1990 zurück.

Ich hoffe, der Beitrag hat Euch wieder Spass gemacht.
Zum Schwärmen schön und dicke Brummer:
Hallo Ihr Lieben.
Nachdem Ihr letztes Jahr nur Vögel als Projekt hier gesehen habt, mag ich im Jahr 2022 die Palette etwas erweitern.
Ihr sitzt im Garten oder auf dem Balkon und hört es plötzlich brummen. Ein großes, schwarzblaues Flugobjekt schwirrt um Euch herum. Dann sucht es zielstrebig nach der ebenso schönen Iris im Garten.
Aus den südlichen Ländern hat sich die Holzbiene weiter gen Norden verbreitet. Ihr seht hier wirklich eine Biene aus der Gattung der „Echten Bienen“. Auch wenn sie wie ein großer blauer, schimmernder Brummer (erinnert eben eher an eine sehr grosse Fliege oder Hummel) aussieht. Sie haben ihre Gänge in Todholz angelegt, daher kommt natürlich auch der Namen. Es ist die größte Bienensorte in Deutschland. Die bis zu 28 mm grossen Insekten erschrecken einen mit dem lauten Gebrumme durchaus, sie sind aber friedfertig. Ihr grosses Kauwerkzeug nutzen Sie, um damit die Gänge in das alte Holz zu raspeln (oder schon mal den Weg zum Nektar einer Blume abzukürzen). Obwohl sie angestammt aus dem südlichen Europa, nun über Süddeutschland gen Norden „unterwegs“ sind, überstehen sie die Winter recht gut. In der letzten Woche ist hier auch wieder eine um uns herum gebrummt.

Xylocopa heißt übersetzt in etwa: „die Holzschneidende“. Deswegen kann man nur empfehlen, etwas (nicht morsches) Todholz im Garten zu lassen. So ein alter, trockener Holzbalken kann ja auch für viele andere Insekten eine Unterkunft sein und ist manchmal sinnvoller, als ein gekauftes Insektenhotel.
Pollen, Kopfdrüsensekret und Nektar in Form eines ovalen Laibes ist der Proviant für den Nachwuchs und wird in die Nistgängen im Holz eingelagert. Überwintern tun die großen Bienen allerdings in Erdlöchern (im Sommer sind sie Einzelgänger, im Winter leben sie auch mal in ganz kleinen Gruppen zusammen).
Wenn Ihr eine Glyzinie habt, schaut in der Blütezeit mal genauer nach, die Holzbiene liebt diese. Ähnliches gilt für Flieder und Flox.

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) kennt Ihr vielleicht auch.
Der zur Familie der Schwärmer gehörende Schmetterling (eigentlich ein Nachtfalter) wird auch Karpfenschwanz genannt. Da der vergleichsweise große Falter (36-50 mm Flügelspannweite) fast wie ein Kolibri an den Blüten in der Luft steht, sich blitzschnell von Blüte zu Blüte bewegt (Schwirrflug) und mit dem langen Rüssel Nektar saugt, fällt er dem aufmerksamen Gartenbesucher durchaus auf. Daher stammt auch der andere umgangssprachliche Name Kolibrischwärmer. Auch wenn der Schmetterling zu den Nachtfalter gezählt wird, ist er tagaktiv. Der Name Taubenschwänzchen stammt von den verlängerten, dunklen Schuppen am Hinterleib, welche an die Schwanzfedern der Taube erinnern. Diese Schuppen dienen zum Navigieren. Der übrigen Leib ist graubraun behaart, mit hellen Bereichen. Gesellig sind diese Insekten, die gemeinsam übernachten, dazu nutzen sie u.a. aufgewärmt Felsen, wo sie auch Geschlechtspartner finden. Bei Kälte zittern sich diese Insekten warm und überstehen so Kälteperioden.

Lange Strecken können diese kleinen-großen Schwärmer auch zurück legen, bis zu 2000 km! Im späteren Frühjahr reisen sie aus dem Süden über die Alpen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst von Mitteleuropa, Nordafrika, Asien bis hin zum Nahen Osten. Sie vertilgen locker mehr als das Doppelte ihres Körpergewichtes. In den ersten Jahren nach dem Umzug und mit einem Garten haben wir häufiger Taubenschwänzchen, wissenschaftlicher Name Macroglossum stellatarum, gesehen. Die Raupe mag recht gerne Labkräuter, also seht zu, dass Ihr zB. etwas Waldmeister oder Labkraut im Garten habt und natürlich Blumen mit viel Nektar sowie ein aufgewärmtes, (unaufgeräumtes?) Eckchen zum Verstecken für die Nachtruhe. Warum es jetzt nicht mehr so oft zu uns kommt, weiß ich leider nicht, denn das Futter für die Raupe ist immer noch da und Blüten mit Nektar gibt es jetzt sogar noch mehr. (Die Raupe ist meistens grün mit hellen seitlichen Streifen und einem „Dorn“ am Hinterleib) Denn die Eiablage erfolgt in Gebieten, die sowohl Futter für die Raupe als auch Nektar für den Schwärmer bieten. Also brauchte es zB sonnige Wiesen und Waldränder mit vielen verschiedenen, nektarreichen Pflanzen und Labkraut. Bis zu 200 Eier legt das Weibchen übrigens. Dafür untersucht es jede Pflanze erst genau und legt immer nur ein rundes Ei pro Pflanze.

Im Süddeutschen Raum sind die Schwärmer übrigens stärker verbreitet. Fühlt sich das Insekt wohl, bleibt es auch gern in Euerm Garten. Wo Ihr ihn nicht sehen werdet, ist im Wald.
Ich hoffe, der Ausflug in die Insekten Welt hat Euch auch gefallen
Golden:
Hallo Ihr Lieben.
Diesmal sollt Ihr die kleinsten Vögelchen in Deutschland kennen lernen. Das Winter-und Sommergoldhähnchen möchte ich Euch heute vorstellen
Im ersten Winter, als meine Eltern in ein neues Haus gezogen waren, mit großen Fenstern, flog ein winziges Vögelchen gegen die Scheibe. In meiner kleinen Hand lag ein noch viel kleineres Vögelchen. Danach klebte meine Mutter Silhouetten von Raubvögel an die Fenster und ich begrub den wunderschönen Winzling traurig.
Manchmal ziehen die kleinen Vögel hier durch das Geäst am Friedhof. Doch lieber sind sie in richtigen Nadel- und Mischwälder zu finden.
Am Anfang hatte ich immer Probleme, „Winter“ und „Sommer“ auseinander zu halten. Sommergoldhähnchen haben einen weißen Überaugenstreifen, welcher bei den Wintergoldhähnchen fehlt. Es gibt leichte farbliche Abschwächungen bei den Weibchen, also eher ein Orange beim Männchen und Gelb beim Weibchen. Außerdem kann das Männchen bei der Balz den Kamm aufstellen. Jungvögeln fehlt noch der farbige Kopfputz.


Natürlich habe ich auch einen Stempel geschnitzt, der mir aber überhaupt nicht gefällt und der tatsächlich im Müll gelandet ist (und für einen neuen hat es noch nicht gereicht an Zeit, hm wenn man so keine Lust hat, weil der erste mißlungen ist)
Aber nun noch etwas mehr über diese kleinen Singvögel, welche gerade mal 5-6 g wiegen. Goldhähnchen (Regulus) haben nur 6 Vogelarten in ihrer kleinen Familie. Diese winzigen Singvögel gehören zu der Ordnung der Sperlingsvögel und haben dort die Unterordnung Neukiefervögel. Eine irgendwie komisch klingende Bezeichnung, aber das denke ich oft, wenn ich die wissenschaftlichen Ordnungen ansehen. Es hat tatsächlich etwas mit dem Kiefer zu tun, nicht, wie ich erst vermutete, mit dem Nadelbaum, denn in Nadelwäldern leben diese kleinen Gesellen ja gern. Sie sind sehr agile Vögel, klettern gut und sehr viel!durchs Geäst und auch durch die geringe Körpergröße verbraucht der Stoffwechsel viel Energie. Sie müssen mindestens ihr Körpergewicht in Springschwänzen, Spinnen, Fliegen fressen, zur Brut braucht das Weibchen sogar das Doppelte. Die Vögel müssen also wirklich viele Insekten in den Bäumen finden. Wenn im Winter das Nahrungsangebot durch Schnee und vor allem vereiste Bäume zu sehr eingeschränkt ist, verhungern die kleinen Vögel innerhalb von Stunden.
Früher wurde eine Verwandschaft zu Laubsängern oder dann auch zu Meisen vermutet, aber tatsächlich haben genetische Untersuchungen eine Nähe zum Baumläufer gefunden.
L. Bechstein schrieb ein Märchen mit dem Titel „Goldhähnchen“ in dem es um einen kleinen Vogel geht, der vom sterbenden Vater an die Söhne vererbt wird, mit der Bitte, ihn nie zu verkaufen. Doch für ein paar Taler verscherbeln sie es, nichts ahnend, dass es goldene Eier legen kann. Nun verarmen sie. Der König des Landes sucht einen Mann und Nachfolger für sein Reich. Da das kleine Vögelchen mit dem Gesang verkündet: wer es esse, würde der nächsten König, wird es vom Besitzer zum Braten in die Küche gebracht. Unwissentlich kostet einer der Söhne davon. Bei einem Turnier soll der Sieger bei einem Kranzzielwettbewerb die Prinzessin heiraten, tatsächlich gewinnt der Sohn. Doch die Prinzessin weigert sich, einen armen Mann zu ehelichen und verwandelt ihn in einen Esel, der nun schuften muss, bis ihn seine Schwester zufällig erkennt. Sie verwandelt ihn zurück, worauf er zum Einsiedler wird, der zwar Vögel liebt, aber Goldhähnchen hasst.
Ihr kugelförmiges, kunstvolles Nest ist im Geäst von Fichten kaum zu entdecken, zwei mal im Jahr brüten Goldhähnchen. Vielleicht hört Ihr mal Ihren Ruf „sirilirü“, 3xhintereinander, welcher sehr hell und hoch klingt, manchmal zusammen mit ihrem leiseren „Gewisper“.
Ich hoffe, auch dieser Vogel hat Euch wieder gefallen
Watschelnde Torpedos:
Hallo Ihr Lieben.
Habt Ihr schon mal von Pinguinen gehört, die im Wald brüten? Im kühlen Regenwald Neuseelands baut der Dickschnabelpinguin, auch „Tawaki“ genannt, einzeln oder in kleinen Gruppen, seine Nester in kleinen Höhlen. Sie sind aktuell noch wenig erforscht, das Tawaki Projekt möchte das ändern.

„Pinguine sind unglaublich süss, knubbelig und haben eine 3cm dicke Fettschicht. OMG. Ich bin ein Pinguin.“
Kaum einer mag die lustigen, watschelnden und auf dem Bauch rutschenden Vögel nicht. Und dann dieser wunderbare Gehrock. Auch wenn sie ganz und gar nicht immer lustig und nett zueinander sind! Siebzehn verschiedene Arten gibt es, der größte ist der Kaiserpinguin mit ca 100-120 cm, der kleinste ist der Zwergpinguin, 40-45 cm. Zwischen 10 und 20 Jahre werden sie alt .

Sicher habt Ihr durchaus schon dieses und jenes über Pinguine gehört. Ein Vogel, der nicht fliegen kann, aber dafür schwimmen, ein kleiner Frackträger. Über die „Reise der Pinguine“ gibt es sogar zwei Filme und als animierte, tanzende Filmfigur mit „happy feets“ sehen wir sie auch. Die Pinguine aus „Madagaskar“ kennt Ihr ganz bestimmt, diese laufen auch in Serie im Fernsehen. Ein Oberbösewicht in den Comics um Batman ist „Der Pinguin“. In diversen Büchern kommen Pinguine vor, zB. A. Kurkovs „Picknick auf dem Eis“.
„Wie sieht der Schatten eines Pinguin an der Arktis aus?“
Ein Rätsel, mit dem wir als Schüler aufs Glatteis geführt worden sind.
„Schneeweiß, denn Pinguine leben in der Antarktis“

„Penguis“ heißt übrigens auf lateinisch so viel wie „wohlgenährt, fett“ und betitelte Lummen und Alken Vögel. Seeleute übertrugen den Namen an die dick und ähnlich aussehenden Vögel, welch durch dieses dichte, spezielle Federkleid gut gegen Kälte und Nässe geschützt sind, eine Fettschicht haben sie natürlich auch. Mit dem Öl aus der Bürzeldrüse wird das Gefieder regelmäßig gegen das Wasser behandelt und geschützt.

Im ewigen Eis des antarktischen Festland brüten der zierliche Adéliepinguin und der majestätische Kaiserpinguin. Felsen-, Zügel-, Esels-, Goldschopf- und Königspinguine mögen es weniger kalt, ihre Brutplätze liegen auf den Inseln des Südpolarmeeres. Außer in den Regenwälder Neuseelands gibt es auch Pinguine an den Wüsten der chilenischen Küsten.

Unter Wasser können Pinguine gut sehen, am Besten mit dem Mittags Licht. Fische, Krebse und Krill stehen auf der Speisekarte. Sie selber werden zur Beute von Seeleoparden und Orcas. Seeleute jagten früher diese „Enten“ als Proviant. Das helle Federkleid ist von unten schlechter zu sehen und das dunkle von oben. Wieder einmal ist der Mensch durch seine Überfischung, Ausbreitung, Meeresverschmutzung und letztlich der Klimawandel am Rückgang der speziellen Vögel verantwortlich.

Ich dachte, zu dem warmen Frühling passt der 🐧 Pinguin gut in das Jahresprojekt, als Gegenpol sozusagen. Oder weil gerade verspätete Eisheilige, bzw verfrühte Schafskälte das Wetter hier bestimmten.
Es gäbe noch viel mehr über Pinguine zu berichten, aber es soll ja nicht (schon wieder) ein zu langer Beitrag werden. Dieses Mal entstanden neben Zeichnungen auch wieder Stempel und ich habe Klappkarten damit bedruckt. Dabei kann der kleine Pinguin auf den elterlichen Füßen stehen und sich in das Gefieder einkuscheln, oder schon los watscheln.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer:
Hallo Ihr Lieben.
Den Spruch kennt Ihr sicher alle. Nun, im Juli sind aber alle Schwalben da und haben sogar ihre erste Brut (hoffentlich) durchgebracht.


Hoch oben sausen sie bei gutem Wetter durch die Lüfte. Unglaubliche Mengen an Insekten verschwinden in ihren weit aufgesperrten Schnäbeln. Nur im Fluge kann die Schwalbe auf Nahrungssuche gehen. Sie kann sogar beim fliegen, wenn es z.B. auf die lange Wanderschaft geht, schlafen.
„The happy prince“
Kunstmärchen von Oscar Wilde (kurz nacherzählt)
Hoch über der Stadt steht die Statue des „glücklichen Prinzen“. Verziert mit Edelsteinen und Blattgold schaut der Prinz, der zu Lebzeiten ein glücklicher, froher Mensch war, heute eher traurig auf die Stadt. Als eine Schwalbe auf dem Weg nach Süden bei ihm rastet, bittet er sie nach und nach seine wertvollen Gaben zu verschenken, Bedürftige bekommen seinen Schmuck von der Schwalbe gebracht. Dabei verpasst sie den Zug nach Süden und erfriert. Auch der Ritter ist den Leuten nun zu hässlich geworden und wird eingeschmolzen. Als beide im Müll sich finden, bringt ein Engel sie fort. Gott hatte ihn gebeten, die wertvollsten Dinge für seinen Garten zu suchen. Nun kann die Schwalbe dort singen und der Ritter lobpreisen.

Arme kleine Schwalbe. Ja, sie haben es nicht mehr leicht bei uns. Nach dem sie einen so weiten und gefährlichen Weg aus Afrika hinter sich gebracht haben, kommen sie hier oft in doch eher kaltes und regnerisches Klima. Wobei sich das ja gerade etwas wandelt, Dank der Klimaveränderung werden unsere Frühjahre immer trockener und wärmer.
Hier heißt es dann erst mal ein Nest bauen oder ausbessern, gern wird das vom letzten Jahr bezogen. Ich werde mich heute auf die Rauchschwalben konzentrieren und berichten. Die Uferschwalbe ist ein Höhlenbrüter, die Mehlschwalbe hat ein fast geschlossenes Lehmnest unter Giebeln und Dächern, bei der Rauchschwalbe wird aus Lehm und etwas Gras ein halbes Nest gebaut. Dabei wählt die Rauchschwalbe gerne Ställe und Scheunen aus, mit offenen Fenstern. Sie bilden kleine Kolonien. Beim Nestbau wird Lehm aus Pfützen benötigt. Hm, wo gibt es hier noch solche Pfützen?
Das nächste Problem. Wer läßt Schwalben noch bei sich Nester bauen und brüten? Ihr Kot verschmutzt die Hauswand und den Bereich darunter. Die Rauchschwalbe braucht eigentlich den Viehstall. Es gibt übrigens auch Nisthilfen zu kaufen oder man setzt Bretter darunter. Leider gibt es natürlich auch insgesamt weniger Insekten, nicht nur hier. Auch illegaler Vogelfang auf den Reisen beschert den Rauchschwalben kleinere Bestände. Alles erschwert den Akrobaten des Himmels ihr Leben.
Hoffnung ist schnell und fliegt mit Schwalben-Schwingen.
William Shakespeare, Die Rauchschwalbe
Wenn die Schwalben tief fliegen, folgen sie nur den Insekten, die bei Tiefdruck niedrig fliegen. So zeigen sie an, dass es regnen wird, aber auch, dass es vielleicht nur ein kurzer Schauer wird, denn: „Die Schwalben fliegen hoch!“
Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica), Hausschwalbe, Gabelschwalbe ist eh ein wahrer Flugkünstler und kurzzeitig bis zu 80 km/h schnell. Manchmal kann man beobachten, wie sie dicht über dem Wasser Insekten jagd und so erfolgt auch die Wasseraufnahme im Flug. So ein kleiner, agiler Körper verbraucht und braucht eine Unzahl an Insekten, erst recht, wenn nach zwei bis maximal drei Bruten mit jeweils 3 bis 6 weiß-braun gefleckten Eiern, immer wieder Küken die Mäuler aufreißen. Um die 12.000 Mücken und Fliegen werden weggefangen! Wußtet Ihr, dass bei der Aufzucht späterer Bruten die Geschwister sogar etwas mithelfen?
Von der Mehlschwalbe (und auch dem nicht verwandten Mauersegler) lässt sie sich durch die langen Gabelungen der Schwanzfedern sogar gut im Fluge erkennen. Natürlich kann der geübte Beobachter den rostroten Kopffleck um den Schnabel erkennen.
Als Liebesvögel zierten sie so manche alte Postkarte (und ein nicht mehr auffindbarer, kleiner Linoldruck von zwei Schwalben zierte unsere Hochzeitseinladung)
So manche Sommer und damit die Sommerferien meiner Kindheit waren ziemlich verregneten. Nrw hatte lange Zeit immer sehr früh Ferien und ich verbrachte diese zum Teil auf dem Hof meiner Großeltern. Davon habe ich Euch letzten Monat ein wenig erzählt. Es gab vor allem einen Sommer, bei dem das Getreide schon am Halm auskeimte und eine große Mißerne bevor stand. In diesem Sommer fand ich junge Rauchschwalben auf der Bleiche, die mitten im Sommer durch den Regen erfroren und verhungerten. Ich konnte sie zwar in den Stall bringen, wo so viele Nester an den Wänden kleben, aber es half nichts. So arme, nasse Vögel und kaum ein Gewicht in meinen kleinen Händen.

Beim kreativen Part muss ich diesmal um etwas Geduld bitten, denn statt den geplanten Stempeln, gibt es bis jetzt nur diese Skizze. Wer mag, kann sich aber das PDF der Girlandenvorlage runterladen um ein paar Schwalben fliegen zu lassen, sie als Schablone zu nutzen, um aus buntem Papier Schwalben auszuschneiden. Ihr könnt sie auf einen Faden als Girlande ziehen oder an die Fenster kleben.

Wer an regnerischen Tagen etwas gute Laune braucht und sich „bequatschen“ lassen will: https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/artenportraits/detail/rauchschwalbe/
Außerdem gibt es dort eine Webcam.
Fliegende Fische:
Hallo Ihr Lieben.
Heute mag ich Euch in eine andere Welt als unsere Wälder oder Gärten entführen. Flatterhaft ziehen wir auf das Meer, vom Fernweh gepackt.
Gehört habt Ihr bestimmt schon mal davon, Fische, die fliegen können. Nun, wirklich fliegen?


Etwa 40 Arten von Flugfischen leben in subtropischen und tropischen Gewässern. Eigentlich sollte man lieber Gleitfische sagen. Die Knochenfische haben zwei größere und zwei kleinere Flossen, die wie Flügel abgespreizt werden und den Fischen so nach einem kräftigen Sprung (Endgeschwindigkeit von 16 km/h bis zu 60km/h) aus dem Wasser zu einem „Flug“ verhelfen. Dabei flattern sie nicht über Wasser wie Vögel, sondern verhelfen sich mit den Flossen erst im Wasser, dann darüber, die nötige Geschwindigkeit. Mit diesem Auftrieb, gelingt ein gehörigen Abstand von Ihren Fressfeinden. Vor diesen können Sie mit kurzen Oberflächenberührungen auf dem Meer fliehen, um dort mit kurzem Flossen/Flügelschlag bis zu 400 m zurück legen!
Dazu kommt, dass die Fische im Schwarm unterwegs sind. Also eine verwirrende und gute Taktik. Schon früher berichteten Seeleute von diesen besonderen Fischen. Auf große Segelschiffe dürften die Fische aber nicht oft gelandet sein, denn es gilt nicht die Höhe, sondern die Weite. Manchmal gibt es aber Aufwind über dem Meer und dann werden statt 1 m Höhe bis zu 10 m erreicht.
Ein Beispiel: Er trägt einen so wohl klingende Namen, der „Schwalbenfisch“, Exocoetus volitans, zugehörig zur Familie der Flugfische. Er ist oben blau, unten silberweiß gefärbt, mit langen, durchscheinend blauen Brustflossen, die ein Schweben über dem Wasser ermöglichen. Die Fische sehen etwa heringartig aus, haben ein schnabelartiges Maul. Das Fleisch ist wohlschmeckend. In Erzählungen haben versehentlich auf Booten landende Fische schon verhungernden Seeleute das Leben gerettet. Vielleicht ist das aber auch Seemannsgarn. Flugfische gibt es schon seid der Urzeit. In China fand man ein Fossil, welches auf 240 Millionen Jahre datiert wurde.
Ihr Laich wird übrigens mit Haftfäden an schwimmende Objekte geklebt. Indische Fischer haben sich das zur Nutze gemacht und können so Schwärme mit Strohbündeln anlocken.

Vielleicht habt Ihr Lust Euch einen „fliegenden Fisch“ zu basteln. Dafür braucht Ihr eine Papp Rolle zB vom Klopapier. Diese beklebt Ihr nun mit ganz vielen ausgeschnittenen oder ausgestanzten Kreisen (macht Euch eine Papp Schablone) aus buntem Papier. Ihr könnte Papier übereinander legen, so viele, wie die Schere ohne Probleme schneidet. Bei Geschenkpapier geht das gut. Wie Schuppen werden diese nun auf die Rolle geklebt. Am Kopfteil kommen dann zwei weisse oder knalligbunte oder kullernde Augen dazu. Ebenfalls aus buntem, leichten Papier werden Streifen geschnitten und wie eine Flatterflosse am Ende der Rolle von innen angeklebt.
Im Kopf Bereich müsst Ihr mit einer Nadel und Faden die Aufhängung nun durchziehen. Der Fisch kommt an einen Stock oder wo immer ihr ihn flattern lasst wollt. (Denkt nur daran, er ist nicht regenfest)
Ich hoffe, auch dieser „Flatterhaft Beitrag“ hat Euch wieder gefallen.
Der den Baum rauf läuft:
Hallo Ihr Lieben.
Es gibt einige Vögel, welche die Fähigkeit besitzen, die Rinde von Bäumen hoch zu klettern.
Euch fällt da sicher sofort der Specht ein. Möglicherweise denkt Ihr aber auch an den Kleiber, welcher als einziger Vogel nicht nur den Baumstamm raufklettern, sondern auch kopfunter laufen kann. Aber da gibt es noch diesen, winzigen und unscheinbaren, den Baumläufer. Es gibt den Wald- und den Gartenbaumläufer. Sie sind allerdings vom Laien kaum zu unterscheiden. Der Waldbaumläufer hat zB längere Zehen, aber wer kann das bei der Größe schon sehen. Es gibt da noch den leichten Farbunterschied, der Waldbaumläufer ist etwas heller (mehr helle Flecken im Rückengefieder) und der Gartenbaumläufer etwas dunkelbrauner. Wenn ich die beiden Vögel direkt vergleichen könnte, während ich einen sehe, könnte ich vielleicht eine genaue Bestimmung abgeben 😄 Der Gesang der Baumläufer ist auch verschieden und hier könnt Ihr Mal reinhören. www.deutsche-vogelstimmen.de/gartenbaumlaufer Sie ähneln singend durchaus Zaunkönig oder Meise.

Tatsache ist: beide, blaumeisengroßen Vögel, können hier in unseren Parks vorkommen. Auch wer einen größeren Baum im Garten hat, kann von dem geschickten Rindenkletterer Besuch bekommen. Certhia, (Certhiidae Mehrzahl) so der lateinische Name, ist kein so seltener Vogel, aber unauffällig und gut getarnt. Ich mag ja den englischen Namen sehr: „treecreeper“. Nah heran kam ich bis jetzt immer nur den gerade flügge gewordenen Jungvögeln. Aber auch die waren viel zu schnell für die Kamera. In den Obstwiesen ist er häufig, auch als ich letztens Äpfel aufgelesen habe, hörte ich ihn (singend immer wieder ein Stück vor mir weg fliegend).
In der Rinde sucht der kleine Vogel nach Insekten, Spinnen und Raupen. (Darüber freut sich doch jeder Obstbaumbesitzer, es bedeutet u.A. weniger Wickler.) Dabei fliegt er zum Fuß des Stammes, klettert suchend und den Stamm umkreisende, hoch. Mit dem feinen, gebogenen Schnabel kommt er geschickt in die Rindenspalten und genau wie der Specht stützen ihn die Schwanzfedern. Ist er oben angekommen, fliegt er zum nächsten Stamm und fängt wieder unten an. Daher finde ich den englischen Namen auch so passend, er huscht geschwind an der Rinde hoch.
Der kleine Vogel ist übrigens ein Höhlenbrüter. Dabei baut er das kleine, napfförmige Nest, eher außerhalb des Stammes, wo zB Rinde absteht. So kann der Mensch ihn auch unterstützen, mit einem kleinen, dreieckigen Kasten an der Rinde. Seitlich der Rinde befindet sich das Flugloch. Aber er nimmt auch Mauerritzen oder Gebäudenischen. Beide Partner kümmern sich im Frühjahr um die Brut. Die Vögel sind sonst nämlich Einzelgänger, in kalten Wintern finden sie sich aber zu Gruppen zusammen. Dann kann man sie auch am Meisenknödel pickend entdecken, denn im Winter nimmt der Insektenfresser auch Samen und Körner. Neben den natürlichen Feinden, wie Greifvögel, Eichhörnchen oder Rabenvögel, ist es vor allem der Mensch, der den Lebensraum durch Insektizide und Pestizide oder Fällung alter, knorriger Bäume (Streuobstwiesen) gefährdet.
