Jahresprojekt 2022 „Flatterhaft“

Hallo Ihr Lieben.

Ein wenig Veränderung bzw Abwechslung muss sein! Deswegen bekommt Ihr als Jahresprojekt nicht mehr nur Vögel präsentiert. Wie Euch die Überschrift verrät, bleibe ich aber dicht daran.

Aber womit fange ich an? Schon letztes Jahr hatte ich zu viele Namen auf der Liste.

*Es lebte einmal ein Riesenvogel namens Roc. Sein Rücken war so hoch wie der Berg Tai, und wenn er seine Flügel ausbreitete, dann waren sie weit wie die Wolken, die den Himmel bedecken. 

Sobald er sich in die Lüfte erhob, begann ein ungeheurer Sturm, und wenn er hoch über den Wolken unter dem tiefblauen Himmel dahinschwebte, legte er mit einem einzigen Flügelschlag tausend Meilen zurück.

Einmal flog er vom Norden zum Südlichen Meer. „Was er nur hat?“ wunderte sich eine Wachtel und konnte das Lachen nicht verbergen. „Ich hüpfe hier von Ast zu Ast oder vergnüge mich unten in den Büschen. Das genügt mir völlig. Wo der bloß hin will!“

Merke: Wenn der Horizont verschieden ist, sind es auch die Gedanken.*

Vogel Roc und die Wachtel

Eine Erzählung aus China

Wachtel Kunst aus Mexiko

Nein, es geht nicht um den sagenhaften Vogel Roc (auch Rock oder Roch) sondern um den kleinen Hühner – Vogel, die Wachtel. Ich habe sehr geschwankt, ob ich das Rebhuhn oder die Wachtel nehmen sollte. Ich mag diese kleinen, so seltener gewordenen Vögel beide sehr. Vor Jahren hatte ich das Glück hier eine Wachtel zu hören. Ihr habt richtig gelesen: gehört.

Bei der Balz, Bleistiftzeichnung von mir

Wachteln sind so kleine, unauffällige Vögel, dass man die in ihrem Lebensraum eigentlich fast nie sieht. Vielleicht werden ihnen deswegen in Mythen Zauberkräfte zugesprochen. Über sie ist vergleichsweise wenig bekannt, so heimlich leben sie. Aber sie machen recht leise, gurrende, pfeiffende Töne, meist entfernen diese sich von einem, da der kleine Vogel auf dem Boden vor einem wegtrippelt. Selten fliegt er mal im kurzen Bogen. Lauter ist der Wachtelschlag des Hahns „pickderwik“. Sehr laut erscheint dies für uns Menschen auch nicht, vor allem hier im doch recht zersiedelten, lauten Umland, ist aber ca 500 m weit zu hören. Aber ich glaube auch, dass „meine gehörten Vögelchen“ nur auf der Durchreise waren. Wie bei so vielen Tieren, ist der Lebensraum durch den Menschen (Zersiedlung, Landwirtschaft) bedroht. In Deutschland (und anderen europäischen Ländern) sind Wachteln übrigens geschützt.

Gebrauchsteller, von mir mit einem Porcelanstift bemalt

Die Wachtel (coturnix coturnix) ist die kleinste, heimische Hühnervogel Gattung. Das Gefieder ist perfekt für die Tarnung am Boden angepasst, es ist graubraun und von schwarzen und orange-roten Strichen durchzogen. Über den Kopf ziehen sich helle und dunkle Streifen. Sie sind polygam, zwischen Mitte Mai und Ende Juli wird am Boden eine Nestmulde ausgepolstert. Meistens kommt es nur zu einer Brut pro Jahr. Das Gelege besteht aus sieben bis zwölf Eiern. Diese sind birnenförmig bzw oval, die geschlüpften Küken sind Nestflüchter.

Quelle GEO, Wachtelküken = w oder u in den Ägyptischen Hieroglyphen

Sie brauchen Lebensräume mit viel Grünpflanze, Hecken und anderen Möglichkeiten, sich zu verstecken. Auch feuchte und dicht begrünte Flächen und etwas Unterholz kommen in Frage. Auf offenen Feldern und Wiesen bewegt sich die Wachtel in dem hohen Kraut oder auf Getreideflächen, ein beliebter Lebensraum sind auch Kleefelder. Körner, Insekten und Pflanzengrün stehen auf der Speisekarte. Die Insekten sind vor allem im Sommer auf dem Speiseplan, wenn die Vögel aus dem Süden wieder da sind und auf dem Boden brüten. Die Wanderschaft beinhaltet übrigens eine der größten Bedrohung, die kleinen Vögel werden in großer Zahl unterwegs gefangen! Die Wachtel ist in fast ganz Europa, Westasien und Teilen Afrikas verbreitet.

Wachteln werden auch als Haustiere, bzw wie Hühner gehalten, dies sind aber Zuchtwachteln, ihre Eier gibt es im Supermarkt zu kaufen, genau wie das Fleisch. Schon so manches Mal habe ich überlegt, im Garten ein paar Wachteln zu halten, aber wen bittet man in Urlaubszeiten um die Betreuung? Es wäre eine gute Alternative zu Hühnern, die hier zu laut und der Raum zu beengt wäre. Aber nichts, was man wie Kanarienvögel hält.

Ich mag diese wunderschöne, rundlich Form, die findet sich nicht umsonst oft auf Bildern und Keramiken.

Ich hoffe, der Einstieg in das Projekt mit diesem kleinen Vogel hat Euch gefallen.

„Vögel in Europa“ DK Verlag

„Zitrone“:

Jetzt führe ich Euch gerade aufs Glatteis, denn es geht doch um das „flatterhafte Jahresprojekt“.

Vogel Bülow, Goldamsel, Pfingstvogel, Oriolus oriolus, all diese Namen hat dieser Vogel. Ursprünglich in die Gattung der Singvögel gesteckt, konnte durch DNS Untersuchung eine Nähe zu Paradiesvögeln und noch näher zu Rabenvögeln gefunden werden. Dabei würde man als Laie diesen zitronengelben Vogel bestimmt nicht neben eine Krähe setzen. Die Rede ist vom Pirol.

Schwarz-gelb, unverwechselbar, selten, scheu, territorial.

Quelle Wikipedia: Pirol

Wie Ihr hier seht, ist vor allem das Männchen so stark gelb-schwarz gefärbt, dazu die rot geränderten Augen. Unauffälliger grün-gelb dagegen das Weibchen und der Jungvogel.

Skizzen und Notitzen aus dem Urlaub

Der ungewöhnliche, oben bereits genannte Name Bülow kommt historisch aus der pommerschen Sprache. Er ist der lautmalerische Begriff für seinen klaren Gesang: „bülow-bülow“ flötet er laut und klangvoll. Viktor von Bülow und seine Familie haben diesen Vogel als Wappenvogel erwählt und er suchte sich auch seinen Künstlername entsprechend: Loriot ist in der französischen Sprache der Name für den Pirol. (Den Flötengesang habt Ihr bestimmt schon mal gehört)

Der Pirol


Wallend geht das Aehrenfeld
Schon in goldnen Wogen,
Und die Sonne am Himmelszelt
Wandelt hoch in Bogen:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!“
Tönt es durch die Welt.

Wundervolle Sommerszeit,
Wenn Pirole flöten,
Und im grünen Blätterkleid
Sich die Kirschen röthen:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!“
Schallt es weit und breit.

Grüner Sommervogel du,
Der so kurz nur weilet,
Hast im Norden keine Ruh,
Bald bist du enteilet:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!“
Geht’s dem Süden zu.

Heinrich Seidel. Quelle: https://gedichte.xbib.de/Seidel_gedicht_Der+Pirol.htm

Trick 17, gelbes Papier

Der Zugvogel kehrt recht spät aus dem Südlichen Afrika zurück, was ihm den Beinamen „Pfingstvogel“ eingebracht hat. Er sucht sich Baumkronen in lichten Laubwäldern, Auenwälder. (Ein bekanntes Nistgebiet ist das Naturschutzgebiete Enkheimer Ried bei Frankfurt a.M.) Durch das Nisten und Leben in den Baumkronen sieht man den Vogel so selten, er ist auch ein guter Kletterer. Gern ist er am Wasser. Er lässt sich dort von einem Ast ins Wasser fallen, taucht richtig ein und badet einfach gern.

Der 22-25 cm große Vogel ist vorwiegend ein Insektenfresser, der sehr territorial ist, nur für die Brut gibt er eigentlich sein Einzelgängertum auf. Aber auch Obst, vor allem Kirschen, mag der amselgroße Vogel sehr. Leider gibt es beim Pirol durchaus einen Brut Rückgang, auch bei diesem Zugvogel ist der illegale Fang unterwegs gefährlich. Aber ebenso durch die Eingriffe der Menschen hier (Trockenlegung, Abholzung) drängen wir den Vogel des Jahres 1990 zurück.

Die schöne Briefmarke ist ein Geschenk von Ulrike, genau als Inspiration hat sie mir verschiedenste geschenkt

Ich hoffe, der Beitrag hat Euch wieder Spass gemacht.

Zum Schwärmen schön und dicke Brummer:

Hallo Ihr Lieben.

Nachdem Ihr letztes Jahr nur Vögel als Projekt hier gesehen habt, mag ich im Jahr 2022 die Palette etwas erweitern.

Ihr sitzt im Garten oder auf dem Balkon und hört es plötzlich brummen. Ein großes, schwarzblaues Flugobjekt schwirrt um Euch herum. Dann sucht es zielstrebig nach der ebenso schönen Iris im Garten.

Aus den südlichen Ländern hat sich die Holzbiene weiter gen Norden verbreitet. Ihr seht hier wirklich eine Biene aus der Gattung der „Echten Bienen“. Auch wenn sie wie ein großer blauer, schimmernder Brummer (erinnert eben eher an eine sehr grosse Fliege oder Hummel) aussieht. Sie haben ihre Gänge in Todholz angelegt, daher kommt natürlich auch der Namen. Es ist die größte Bienensorte in Deutschland. Die bis zu 28 mm grossen Insekten erschrecken einen mit dem lauten Gebrumme durchaus, sie sind aber friedfertig. Ihr grosses Kauwerkzeug nutzen Sie, um damit die Gänge in das alte Holz zu raspeln (oder schon mal den Weg zum Nektar einer Blume abzukürzen). Obwohl sie angestammt aus dem südlichen Europa, nun über Süddeutschland gen Norden „unterwegs“ sind, überstehen sie die Winter recht gut. In der letzten Woche ist hier auch wieder eine um uns herum gebrummt.

Holzbiene voller Pollen in unserem Garten letztes Jahr

Xylocopa heißt übersetzt in etwa: „die Holzschneidende“. Deswegen kann man nur empfehlen, etwas (nicht morsches) Todholz im Garten zu lassen. So ein alter, trockener Holzbalken kann ja auch für viele andere Insekten eine Unterkunft sein und ist manchmal sinnvoller, als ein gekauftes Insektenhotel.

Pollen, Kopfdrüsensekret und Nektar in Form eines ovalen Laibes ist der Proviant für den Nachwuchs und wird in die Nistgängen im Holz eingelagert. Überwintern tun die großen Bienen allerdings in Erdlöchern (im Sommer sind sie Einzelgänger, im Winter leben sie auch mal in ganz kleinen Gruppen zusammen).

Wenn Ihr eine Glyzinie habt, schaut in der Blütezeit mal genauer nach, die Holzbiene liebt diese. Ähnliches gilt für Flieder und Flox.

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) kennt Ihr vielleicht auch.

Der zur Familie der Schwärmer gehörende Schmetterling (eigentlich ein Nachtfalter) wird auch Karpfenschwanz genannt. Da der vergleichsweise große Falter (36-50 mm Flügelspannweite) fast wie ein Kolibri an den Blüten in der Luft steht, sich blitzschnell von Blüte zu Blüte  bewegt (Schwirrflug) und mit dem langen Rüssel Nektar saugt, fällt er dem aufmerksamen Gartenbesucher durchaus auf. Daher stammt auch der andere umgangssprachliche Name Kolibrischwärmer. Auch wenn der Schmetterling zu den Nachtfalter gezählt wird, ist er tagaktiv. Der Name Taubenschwänzchen stammt von den verlängerten, dunklen Schuppen am Hinterleib, welche an die Schwanzfedern der Taube erinnern. Diese Schuppen dienen zum Navigieren. Der übrigen Leib ist graubraun behaart, mit hellen Bereichen. Gesellig sind diese Insekten, die gemeinsam übernachten, dazu nutzen sie u.a. aufgewärmt Felsen, wo sie auch Geschlechtspartner finden. Bei Kälte zittern sich diese Insekten warm und überstehen so Kälteperioden.

Gedankengarten Leporello, die dicken Brummer durften auch in meine Frühlingspost, die diese Woche rausging.

Lange Strecken können diese kleinen-großen Schwärmer auch zurück legen, bis zu 2000 km! Im späteren Frühjahr reisen sie aus dem Süden über die Alpen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst von Mitteleuropa, Nordafrika, Asien bis hin zum Nahen Osten. Sie vertilgen locker mehr als das Doppelte ihres Körpergewichtes. In den ersten Jahren nach dem Umzug und mit einem Garten haben wir häufiger Taubenschwänzchen, wissenschaftlicher Name Macroglossum stellatarum, gesehen. Die Raupe mag recht gerne Labkräuter, also seht zu, dass Ihr zB. etwas Waldmeister oder Labkraut im Garten habt und natürlich Blumen mit viel Nektar sowie ein aufgewärmtes, (unaufgeräumtes?) Eckchen zum Verstecken für die Nachtruhe. Warum es jetzt nicht mehr so oft zu uns kommt, weiß ich leider nicht, denn das Futter für die Raupe ist immer noch da und Blüten mit Nektar gibt es jetzt sogar noch mehr. (Die Raupe ist meistens grün mit hellen seitlichen Streifen und einem „Dorn“ am Hinterleib) Denn die Eiablage erfolgt in Gebieten, die sowohl Futter für die Raupe als auch Nektar für den Schwärmer bieten. Also brauchte es zB sonnige Wiesen und Waldränder mit vielen verschiedenen, nektarreichen Pflanzen und Labkraut. Bis zu 200 Eier legt das Weibchen übrigens. Dafür untersucht es jede Pflanze erst genau und legt immer nur ein rundes Ei pro Pflanze.

Taubenschwänzchen, so herrlich puschelig und mit einem „grinsenden Gesicht“

Im Süddeutschen Raum sind die Schwärmer übrigens stärker verbreitet. Fühlt sich das Insekt wohl, bleibt es auch gern in Euerm Garten. Wo Ihr ihn nicht sehen werdet, ist im Wald.

Ich hoffe, der Ausflug in die Insekten Welt hat Euch auch gefallen

Golden:

Hallo Ihr Lieben.

Diesmal sollt Ihr die kleinsten Vögelchen in Deutschland kennen lernen. Das Winter-und Sommergoldhähnchen möchte ich Euch heute vorstellen

Im ersten Winter, als meine Eltern in ein neues Haus gezogen waren, mit großen Fenstern, flog ein winziges Vögelchen gegen die Scheibe. In meiner kleinen Hand lag ein noch viel kleineres Vögelchen. Danach klebte meine Mutter Silhouetten von Raubvögel an die Fenster und ich begrub den wunderschönen Winzling traurig.

Manchmal ziehen die kleinen Vögel hier durch das Geäst am Friedhof. Doch lieber sind sie in richtigen Nadel- und Mischwälder zu finden.

Am Anfang hatte ich immer Probleme, „Winter“ und „Sommer“ auseinander zu halten. Sommergoldhähnchen haben einen weißen Überaugenstreifen, welcher bei den Wintergoldhähnchen fehlt. Es gibt leichte farbliche Abschwächungen bei den Weibchen, also eher ein Orange beim Männchen und Gelb beim Weibchen. Außerdem kann das Männchen bei der Balz den Kamm aufstellen. Jungvögeln fehlt noch der farbige Kopfputz.

Aquarell von mir

Natürlich habe ich auch einen Stempel geschnitzt, der mir aber überhaupt nicht gefällt und der tatsächlich im Müll gelandet ist (und für einen neuen hat es noch nicht gereicht an Zeit, hm wenn man so keine Lust hat, weil der erste mißlungen ist)

Aber nun noch etwas mehr über diese kleinen Singvögel, welche gerade mal 5-6 g wiegen. Goldhähnchen (Regulus) haben nur 6 Vogelarten in ihrer kleinen Familie. Diese winzigen Singvögel gehören zu der Ordnung der Sperlingsvögel und haben dort die Unterordnung Neukiefervögel. Eine irgendwie komisch klingende Bezeichnung, aber das denke ich oft, wenn ich die wissenschaftlichen Ordnungen ansehen. Es hat tatsächlich etwas mit dem Kiefer zu tun, nicht, wie ich erst vermutete, mit dem Nadelbaum, denn in Nadelwäldern leben diese kleinen Gesellen ja gern. Sie sind sehr agile Vögel, klettern gut und sehr viel!durchs Geäst und auch durch die geringe Körpergröße verbraucht der Stoffwechsel viel Energie. Sie müssen mindestens ihr Körpergewicht in Springschwänzen, Spinnen, Fliegen fressen, zur Brut braucht das Weibchen sogar das Doppelte. Die Vögel müssen also wirklich viele Insekten in den Bäumen finden. Wenn im Winter das Nahrungsangebot durch Schnee und vor allem vereiste Bäume zu sehr eingeschränkt ist, verhungern die kleinen Vögel innerhalb von Stunden.

Früher wurde eine Verwandschaft zu Laubsängern oder dann auch zu Meisen vermutet, aber tatsächlich haben genetische Untersuchungen eine Nähe zum Baumläufer gefunden.

L. Bechstein schrieb ein Märchen mit dem Titel „Goldhähnchen“ in dem es um einen kleinen Vogel geht, der vom sterbenden Vater an die Söhne vererbt wird, mit der Bitte, ihn nie zu verkaufen. Doch für ein paar Taler verscherbeln sie es, nichts ahnend, dass es goldene Eier legen kann. Nun verarmen sie. Der König des Landes sucht einen Mann und Nachfolger für sein Reich. Da das kleine Vögelchen mit dem Gesang verkündet: wer es esse, würde der nächsten König, wird es vom Besitzer zum Braten in die Küche gebracht. Unwissentlich kostet einer der Söhne davon. Bei einem Turnier soll der Sieger bei einem Kranzzielwettbewerb die Prinzessin heiraten, tatsächlich gewinnt der Sohn. Doch die Prinzessin weigert sich, einen armen Mann zu ehelichen und verwandelt ihn in einen Esel, der nun schuften muss, bis ihn seine Schwester zufällig erkennt. Sie verwandelt ihn zurück, worauf er zum Einsiedler wird, der zwar Vögel liebt, aber Goldhähnchen hasst.

Ihr kugelförmiges, kunstvolles Nest ist im Geäst von Fichten kaum zu entdecken, zwei mal im Jahr brüten Goldhähnchen. Vielleicht hört Ihr mal Ihren Ruf „sirilirü“, 3xhintereinander, welcher sehr hell und hoch klingt, manchmal zusammen mit ihrem leiseren „Gewisper“.

Ich hoffe, auch dieser Vogel hat Euch wieder gefallen

Watschelnde Torpedos:

Hallo Ihr Lieben.

Habt Ihr schon mal von Pinguinen gehört, die im Wald brüten? Im kühlen Regenwald Neuseelands baut der Dickschnabelpinguin, auch „Tawaki“ genannt, einzeln oder in kleinen Gruppen, seine Nester in kleinen Höhlen. Sie sind aktuell noch wenig erforscht, das Tawaki Projekt möchte das ändern.

Neuseelands Waldpinguine

„Pinguine sind unglaublich süss, knubbelig und haben eine 3cm dicke Fettschicht. OMG. Ich bin ein Pinguin.“

Kaum einer mag die lustigen, watschelnden und auf dem Bauch rutschenden Vögel nicht. Und dann dieser wunderbare Gehrock. Auch wenn sie ganz und gar nicht immer lustig und nett zueinander sind! Siebzehn verschiedene Arten gibt es, der größte ist der Kaiserpinguin mit ca 100-120 cm, der kleinste ist der Zwergpinguin, 40-45 cm. Zwischen 10 und 20 Jahre werden sie alt .

bis zu 25 km/h schnelle Schwimmer

Sicher habt Ihr durchaus schon dieses und jenes über Pinguine gehört. Ein Vogel, der nicht fliegen kann, aber dafür schwimmen, ein kleiner Frackträger. Über die „Reise der Pinguine“ gibt es sogar zwei Filme und als animierte, tanzende Filmfigur mit „happy feets“ sehen wir sie auch. Die Pinguine aus „Madagaskar“ kennt Ihr ganz bestimmt, diese laufen auch in Serie im Fernsehen. Ein Oberbösewicht in den Comics um Batman ist „Der Pinguin“. In diversen Büchern kommen Pinguine vor, zB. A. Kurkovs „Picknick auf dem Eis“.

„Wie sieht der Schatten eines Pinguin an der Arktis aus?“

Ein Rätsel, mit dem wir als Schüler aufs Glatteis geführt worden sind.

„Schneeweiß, denn Pinguine leben in der Antarktis“

Geniale Lieblingssocken und ja, verschieden!

„Penguis“ heißt übrigens auf lateinisch so viel wie „wohlgenährt, fett“ und betitelte Lummen und Alken Vögel. Seeleute übertrugen den Namen an die dick und ähnlich aussehenden Vögel, welch durch dieses dichte, spezielle Federkleid gut gegen Kälte und Nässe geschützt sind, eine Fettschicht haben sie natürlich auch. Mit dem Öl aus der Bürzeldrüse wird das Gefieder regelmäßig gegen das Wasser behandelt und geschützt.

Motiv von einer Weihnachtstüte

Im ewigen Eis des antarktischen Festland brüten der zierliche Adéliepinguin und der majestätische Kaiserpinguin. Felsen-, Zügel-, Esels-, Goldschopf- und Königspinguine mögen es weniger kalt, ihre Brutplätze liegen auf den Inseln des Südpolarmeeres. Außer in den Regenwälder Neuseelands gibt es auch Pinguine an den Wüsten der chilenischen Küsten.

Es entstanden natürlich neue Stempel

Unter Wasser können Pinguine gut sehen, am Besten mit dem Mittags Licht. Fische, Krebse und Krill stehen auf der Speisekarte. Sie selber werden zur Beute von Seeleoparden und Orcas. Seeleute jagten früher diese „Enten“ als Proviant. Das helle Federkleid ist von unten schlechter zu sehen und das dunkle von oben. Wieder einmal ist der Mensch durch seine Überfischung, Ausbreitung, Meeresverschmutzung und letztlich der Klimawandel am Rückgang der speziellen Vögel verantwortlich.

Ich dachte, zu dem warmen Frühling passt der 🐧 Pinguin gut in das Jahresprojekt, als Gegenpol sozusagen. Oder weil gerade verspätete Eisheilige, bzw verfrühte Schafskälte das Wetter hier bestimmten.

Es gäbe noch viel mehr über Pinguine zu berichten, aber es soll ja nicht (schon wieder) ein zu langer Beitrag werden. Dieses Mal entstanden neben Zeichnungen auch wieder Stempel und ich habe Klappkarten damit bedruckt. Dabei kann der kleine Pinguin auf den elterlichen Füßen stehen und sich in das Gefieder einkuscheln, oder schon los watscheln.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer:

Hallo Ihr Lieben.

Den Spruch kennt Ihr sicher alle. Nun, im Juli sind aber alle Schwalben da und haben sogar ihre erste Brut (hoffentlich) durchgebracht.

junge Rauchschwalben

Hoch oben sausen sie bei gutem Wetter durch die Lüfte. Unglaubliche Mengen an Insekten verschwinden in ihren weit aufgesperrten Schnäbeln. Nur im Fluge kann die Schwalbe auf Nahrungssuche gehen. Sie kann sogar beim fliegen, wenn es z.B. auf die lange Wanderschaft geht, schlafen.

„The happy prince“

Kunstmärchen von Oscar Wilde (kurz nacherzählt)

Hoch über der Stadt steht die Statue des „glücklichen Prinzen“. Verziert mit Edelsteinen und Blattgold schaut der Prinz, der zu Lebzeiten ein glücklicher, froher Mensch war, heute eher traurig auf die Stadt. Als eine Schwalbe auf dem Weg nach Süden bei ihm rastet, bittet er sie nach und nach seine wertvollen Gaben zu verschenken, Bedürftige bekommen seinen Schmuck von der Schwalbe gebracht. Dabei verpasst sie den Zug nach Süden und erfriert. Auch der Ritter ist den Leuten nun zu hässlich geworden und wird eingeschmolzen. Als beide im Müll sich finden, bringt ein Engel sie fort. Gott hatte ihn gebeten, die wertvollsten Dinge für seinen Garten zu suchen. Nun kann die Schwalbe dort singen und der Ritter lobpreisen.

Arme kleine Schwalbe. Ja, sie haben es nicht mehr leicht bei uns. Nach dem sie einen so weiten und gefährlichen Weg aus Afrika hinter sich gebracht haben, kommen sie hier oft in doch eher kaltes und regnerisches Klima. Wobei sich das ja gerade etwas wandelt, Dank der Klimaveränderung werden unsere Frühjahre immer trockener und wärmer.

Hier heißt es dann erst mal ein Nest bauen oder ausbessern, gern wird das vom letzten Jahr bezogen. Ich werde mich heute auf die Rauchschwalben konzentrieren und berichten. Die Uferschwalbe ist ein Höhlenbrüter, die Mehlschwalbe hat ein fast geschlossenes Lehmnest unter Giebeln und Dächern, bei der Rauchschwalbe wird aus Lehm und etwas Gras ein halbes Nest gebaut. Dabei wählt die Rauchschwalbe gerne Ställe und Scheunen aus, mit offenen Fenstern. Sie bilden kleine Kolonien. Beim Nestbau wird Lehm aus Pfützen benötigt. Hm, wo gibt es hier noch solche Pfützen?

Das nächste Problem. Wer läßt Schwalben noch bei sich Nester bauen und brüten? Ihr Kot verschmutzt die Hauswand und den Bereich darunter. Die Rauchschwalbe braucht eigentlich den Viehstall. Es gibt übrigens auch Nisthilfen zu kaufen oder man setzt Bretter darunter. Leider gibt es natürlich auch insgesamt weniger Insekten, nicht nur hier. Auch illegaler Vogelfang auf den Reisen beschert den Rauchschwalben kleinere Bestände. Alles erschwert den Akrobaten des Himmels ihr Leben.

Hoffnung ist schnell und fliegt mit Schwalben-Schwingen.

William Shakespeare, Die Rauchschwalbe

Wenn die Schwalben tief fliegen, folgen sie nur den Insekten, die bei Tiefdruck niedrig fliegen. So zeigen sie an, dass es regnen wird, aber auch, dass es vielleicht nur ein kurzer Schauer wird, denn: „Die Schwalben fliegen hoch!“

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica), Hausschwalbe, Gabelschwalbe ist eh ein wahrer Flugkünstler und kurzzeitig bis zu 80 km/h schnell. Manchmal kann man beobachten, wie sie dicht über dem Wasser Insekten jagd und so erfolgt auch die Wasseraufnahme im Flug. So ein kleiner, agiler Körper verbraucht und braucht eine Unzahl an Insekten, erst recht, wenn nach zwei bis maximal drei Bruten mit jeweils 3 bis 6 weiß-braun gefleckten Eiern, immer wieder Küken die Mäuler aufreißen. Um die 12.000 Mücken und Fliegen werden weggefangen! Wußtet Ihr, dass bei der Aufzucht späterer Bruten die Geschwister sogar etwas mithelfen?

Von der Mehlschwalbe (und auch dem nicht verwandten Mauersegler) lässt sie sich durch die langen Gabelungen der Schwanzfedern sogar gut im Fluge erkennen. Natürlich kann der geübte Beobachter den rostroten Kopffleck um den Schnabel erkennen.

Als Liebesvögel zierten sie so manche alte Postkarte (und ein nicht mehr auffindbarer, kleiner Linoldruck von zwei Schwalben zierte unsere Hochzeitseinladung)

So manche Sommer und damit die Sommerferien meiner Kindheit waren ziemlich verregneten. Nrw hatte lange Zeit immer sehr früh Ferien und ich verbrachte diese zum Teil auf dem Hof meiner Großeltern. Davon habe ich Euch letzten Monat ein wenig erzählt. Es gab vor allem einen Sommer, bei dem das Getreide schon am Halm auskeimte und eine große Mißerne bevor stand. In diesem Sommer fand ich junge Rauchschwalben auf der Bleiche, die mitten im Sommer durch den Regen erfroren und verhungerten. Ich konnte sie zwar in den Stall bringen, wo so viele Nester an den Wänden kleben, aber es half nichts. So arme, nasse Vögel und kaum ein Gewicht in meinen kleinen Händen.

Beim kreativen Part muss ich diesmal um etwas Geduld bitten, denn statt den geplanten Stempeln, gibt es bis jetzt nur diese Skizze. Wer mag, kann sich aber das PDF der Girlandenvorlage runterladen um ein paar Schwalben fliegen zu lassen, sie als Schablone zu nutzen, um aus buntem Papier Schwalben auszuschneiden. Ihr könnt sie auf einen Faden als Girlande ziehen oder an die Fenster kleben.

Wer an regnerischen Tagen etwas gute Laune braucht und sich „bequatschen“ lassen will: https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/artenportraits/detail/rauchschwalbe/

Außerdem gibt es dort eine Webcam.

Fliegende Fische:

Hallo Ihr Lieben.

Heute mag ich Euch in eine andere Welt als unsere Wälder oder Gärten entführen. Flatterhaft ziehen wir auf das Meer, vom Fernweh gepackt.

Gehört habt Ihr bestimmt schon mal davon, Fische, die fliegen können. Nun, wirklich fliegen?

Als Stempel

Etwa 40 Arten von Flugfischen leben in subtropischen und tropischen Gewässern. Eigentlich sollte man lieber Gleitfische sagen. Die Knochenfische haben zwei größere und zwei kleinere Flossen, die wie Flügel abgespreizt werden und den Fischen so nach einem kräftigen Sprung (Endgeschwindigkeit von 16 km/h bis zu 60km/h) aus dem Wasser zu einem „Flug“ verhelfen. Dabei flattern sie nicht über Wasser wie Vögel, sondern verhelfen sich mit den Flossen erst im Wasser, dann darüber, die nötige Geschwindigkeit. Mit diesem Auftrieb, gelingt ein gehörigen Abstand von Ihren Fressfeinden. Vor diesen  können Sie mit kurzen Oberflächenberührungen auf dem Meer fliehen, um dort mit kurzem Flossen/Flügelschlag bis zu 400 m zurück legen!

Dazu kommt, dass die Fische im Schwarm unterwegs sind. Also eine verwirrende und gute Taktik. Schon früher berichteten Seeleute von diesen besonderen Fischen. Auf große Segelschiffe dürften die Fische aber nicht oft gelandet sein, denn es gilt nicht die Höhe, sondern die Weite. Manchmal gibt es aber Aufwind über dem Meer und dann werden statt 1 m Höhe bis zu 10 m erreicht.

Ein Beispiel: Er trägt einen so wohl klingende Namen, der „Schwalbenfisch“, Exocoetus volitans, zugehörig zur Familie der Flugfische. Er ist oben blau, unten silberweiß gefärbt, mit langen, durchscheinend blauen Brustflossen, die ein Schweben über dem Wasser ermöglichen. Die Fische sehen etwa heringartig aus, haben ein schnabelartiges Maul. Das Fleisch ist wohlschmeckend. In Erzählungen haben versehentlich auf Booten landende Fische schon verhungernden Seeleute das Leben gerettet. Vielleicht ist das aber auch Seemannsgarn. Flugfische gibt es schon seid der Urzeit. In China fand man ein Fossil, welches auf 240 Millionen Jahre datiert wurde.

Ihr Laich wird übrigens mit Haftfäden an schwimmende Objekte geklebt. Indische Fischer haben sich das zur Nutze gemacht und können so Schwärme mit Strohbündeln anlocken.

Vielleicht habt Ihr Lust Euch einen „fliegenden Fisch“ zu basteln. Dafür braucht Ihr eine Papp Rolle zB vom Klopapier. Diese beklebt Ihr nun mit ganz vielen ausgeschnittenen oder ausgestanzten Kreisen (macht Euch eine Papp Schablone) aus buntem Papier. Ihr könnte Papier übereinander legen, so viele, wie die Schere ohne Probleme schneidet. Bei Geschenkpapier geht das gut. Wie Schuppen werden diese nun auf die Rolle geklebt. Am Kopfteil kommen dann zwei weisse oder knalligbunte oder kullernde Augen dazu. Ebenfalls aus buntem, leichten Papier werden Streifen geschnitten und wie eine Flatterflosse am Ende der Rolle von innen angeklebt.

Im Kopf Bereich müsst Ihr mit einer Nadel und Faden die Aufhängung nun durchziehen. Der Fisch kommt an einen Stock oder wo immer ihr ihn flattern lasst wollt. (Denkt nur daran, er ist nicht regenfest)

Ich hoffe, auch dieser „Flatterhaft Beitrag“ hat Euch wieder gefallen.

„I never drink wine“:

Hallo Ihr Lieben

Mit einem Zitat möchte ich diesmal in diesen Artikel über ein besonderes Säugetier starten. Viele wissen vielleicht schon, dass dieser Satz aus und von „Dracula“ stammt. Und der kann sich doch in ein gruseliges Flugtier verwandeln. Manche Menschen empfinden dieses besondere Flugsäugetiere eben als gruselig und sogar ekelig. Ich finde sie aber einfach nur interessant und sogar schön.

Besonderheiten gibt es genug um die Fledermaus. Und vielleicht kann ich mit ein paar Vorurteile aufräumen. Lasst Euch überraschen:

Für die kleine (selten größer als 5cm und nur 3-4g) Größe haben die Fledermäuse, Microchiroptera (lat. Name), ein langes Leben. Normalerweise gilt: klein = kurzes Leben, groß = langes Leben. Bis zu 30 Jahre werden Fledermäuse alt.

Die kleinen und großen Fledermäuse sind immer wieder in Verruf geraten, auch beim Ausbruch von Sars, Ebola und Marburg. Tatsache ist, dass die Immunabwehr von Fledermäusen besonders gut funktioniert. Im Gegenzug rüsten die Viren dann auch weiter hoch, was aber trotzdem den Fledermäusen weniger ausmacht! Das Immunsystem anderer Lebewesen ist nicht so gut, wenn der Virus überspringt. Diese Art der Abwehr ist gleichzeitig aber auch Ziel von Forschern. Da wir im Normalfall gar keinen Kontakt mit Fledermäusen haben, (entscheidend ist da enger Kontakt mit Speichel oder Blut) ist dies kein Problem. Die Flattertiere sind schließlich hinter Insekten her, in der Luft. Solltet Ihr tatsächlich mal eine Fledermaus (verletzt oder in Zimmer verirrt) finden, nehmt einen Handschuh, bei Angst beißen sie vielleicht. Alle 25 Fledermaus Arten in Deutschland sind geschützt!

Sie sind tagsüber in Höhlen, Erdlöchern, alten Gemäuern und vielleicht auch in einem Fledermaus Kasten. Dort hängen Sie über Kopf, sich gut mit den Krallen an den Füßen, bzw Flügeln, festhalten. An dem Bein/Flügel ist nämlich eine Sehne, die eine extra Kralle „bedient“. Sobald die Fledermaus sich festkrallt, hakt sich diese ein und die Fledermaus hängt ganz automatisch und ohne Kraftaufwand, auch im Schlaf und sogar im Tod. ihre Füße sind auch anatomisch anders herum und dadurch können sie sofort bei Gefahr starten.

Jedes andere Lebewesen, welches zu lange über Kopf hängt, würde sterben, Kreislaufkollaps. Ihr Blutkreislauf ist aber perfekt dafür ausgerichtet. So an der Decke hängend, sind sie gut gegen Feinde geschützt und wärmen sich dabei oft gegenseitig. Außerdem wird der Platz gut ausgenutzt. Eine besonders gut ausgenutzte ökologische Nische.

Von noch einer Besonderheit habt Ihr sicher auch schon gehört: dem Ultraschall. Aber Fledermäuse nutzen Geräusche (welche wir meistens ja nicht hören) nicht nur dazu, Ihr Fressen zu finden. Viele von Euch wissen, dass der zurückgeworfene Schall den Fledermäusen aufzeigt, wo das Insekt durch die Luft fliegt und erjagd werden kann. Man hat herausgefunden, dass sie auch Mimikry (vor allem das sogenannte Batessche Mimikry) verwenden. Das ist nichts anderes, als das sie Geräusche von gefährlichen oder auch giftigen Tierarten nachahmen. Damit verjagen, bzw schrecken sie Fressfeinde ab. Ihr kennt das sicher von Insekten, welche diese Abschreckung über visuelle Irreführungen machen. Da werden Stechinsekten nachgeahmt oder harmlose Larven verkleiden sich als giftige Tiere.  Unglaubliche Fähigkeiten also: mit den Ohren sehen, mit den Händen fliegen, Kopf über schlafen und Fremdsprachen sprechen. Es sind übrigens die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Die Flughaut  wird sogar so genutzt, daß mehr Insekten gefangen werden können. So 1000 Insekten werden jede Nacht vertilgt. Dabei auch viele Mücken, wenn das Mal kein Grund ist sie zu schützen, vielleicht mit einem Fledermauskasten? Fledermäuse sind leider stark bedroht.  Vor dem Winterschlaf fressen sich die Winzlinge bis zu 30% des Körpergewichtes an. Sie wickeln sich in die Flügel ein und reduzieren Herzschlag und Atmung und wie gesagt, zu mehreren ist es wärmer. Vorher wird sich aber noch gepaart. Denn die Fledermaus hat noch eine weitere Besonderheit, die Eiruhe. Das heißt nur, daß das befruchtete Ei (ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen) sich nicht sofort entwickelt. Beim Reh gibt es das auch.  Nach dem Winter dauert die Tragezeit von normalerweise einem Kind etwa 40 – 70 Tagen. Das Nahrungsangebot ist da entscheidend. Die Mütter finden sich zu großen Wochenstuben zusammen. Wer hätte gedacht, daß diese Tiere so fürsorglich sind. Sechs bis acht Wochen werden die Jungtiere gesäugt, bis sie von ihren Müttern die Jagd lernen.

Ein wenig über den Tellerrand mag ich noch schauen:

Drei bis fünf Gramm wiegt zB die Bambus Fledermaus, welche in Gruppen in Bambusstängeln schläft. Aber die kleinste ihrer Art ist (neben einer Spitzmaus, die aber ohne Flügel 😉) die Hummel Fledermaus  oder auch Schweinsnase Fledermaus. In den 1970er Jahren erst in Westthailand entdeckt, schlafen sie in großen Gruppen in Kalksteinhöhlen. Beide Arten sind bedroht. Bambus wird verstärkt abgeholzt, die Kalksteinhöhlen werden für die Düngerproduktion ausgebeutet, Tourismus und Räucherstäbchen, die in Höhlen gerne abgebrannt werden, stören die Population. Die Winzling sind vom Aussterben bedroht. Die größte Fledermaus ist in Australien beheimatet und wird wegen ihrer grau-weißen Fellfärbung Gespenstfledermaus genannt. Hundertdreißig bis zweihundertzwanzig Gramm wiegt sie. Sie gelten als sehr scheu und ziehen sich seid der Zersiedlung des Landes immer mehr zurück. Sie leben nicht nur von Insekten, auch kleine Tiere stehen auf dem Speiseplan. Ursprünglich im ganzen Land heimisch, leben sie fast nur noch im Norden des Landes. Natürlich gibt es auch Fledermäuse welche tatsächlich  Säugetiere beißen und das Blut auflecken. Vampierfledermäuse werden als Unterfamilie geführt und leben nur auf dem amerikanischen Kontinent, (und keine schafft es ein Tier auszusagen).

Das war ein sehr lange Artikel, Danke, daß Ihr durchgehalten habt. Vielleicht sehr Ihr diese genialen Tiere nicht mehr nur als Gruseltiere, oder als Wiedererkennungssymbol für die Comicfigur Batman. Der Infoteil war schneller zusammengetragen, der Kreativpart nicht. Und ich habe ja Mitte des Monats noch den Bloghopbeitrag bei Ulrikes Bloghop, natürlich wieder Halloween. Da mag ich auch noch Anleihen zu den flatterhaften Gesellen nehmen, die Ihr vielleicht nicht mehr ganz so gruselig findet?

„FliederFladerFlerdermaus“ mein Mann sagt das gern

Der den Baum rauf läuft:

Hallo Ihr Lieben.

Es gibt einige Vögel,  welche die Fähigkeit besitzen,  die Rinde von Bäumen hoch zu klettern. 

Euch fällt da sicher sofort der Specht ein.  Möglicherweise denkt Ihr aber auch an den Kleiber,  welcher als einziger Vogel nicht nur den Baumstamm raufklettern,  sondern auch kopfunter laufen kann.  Aber da gibt es noch diesen, winzigen und unscheinbaren, den Baumläufer.  Es gibt den Wald- und den Gartenbaumläufer.  Sie sind allerdings vom Laien kaum zu unterscheiden.  Der Waldbaumläufer hat zB längere Zehen,  aber wer kann das bei der Größe schon sehen.  Es gibt da noch den leichten Farbunterschied,  der Waldbaumläufer ist etwas heller (mehr helle Flecken im Rückengefieder) und der Gartenbaumläufer etwas dunkelbrauner.  Wenn ich die beiden Vögel direkt vergleichen könnte, während ich einen sehe, könnte ich vielleicht eine genaue Bestimmung abgeben 😄 Der Gesang der Baumläufer ist auch verschieden und hier könnt Ihr Mal reinhören. www.deutsche-vogelstimmen.de/gartenbaumlaufer Sie ähneln singend durchaus Zaunkönig oder Meise.

Tatsache ist: beide, blaumeisengroßen Vögel, können hier in unseren Parks vorkommen. Auch wer einen größeren Baum im Garten hat, kann von dem geschickten Rindenkletterer Besuch bekommen.  Certhia, (Certhiidae Mehrzahl) so der lateinische Name, ist kein so seltener Vogel, aber unauffällig und gut getarnt. Ich mag ja den englischen Namen sehr: „treecreeper“. Nah heran kam ich bis jetzt immer nur den gerade flügge gewordenen Jungvögeln. Aber auch die waren viel zu schnell für die Kamera. In den Obstwiesen ist er häufig, auch als ich letztens Äpfel aufgelesen habe, hörte ich ihn (singend immer wieder ein Stück vor mir weg fliegend).

In der Rinde sucht der kleine Vogel nach Insekten, Spinnen und Raupen. (Darüber freut sich doch jeder Obstbaumbesitzer, es bedeutet u.A. weniger Wickler.) Dabei fliegt er zum Fuß des Stammes, klettert suchend und den Stamm umkreisende, hoch. Mit dem feinen, gebogenen Schnabel kommt er geschickt in die Rindenspalten und genau wie der Specht stützen ihn die Schwanzfedern. Ist er oben angekommen, fliegt er zum nächsten Stamm und fängt wieder unten an. Daher finde ich den englischen Namen auch so passend, er huscht geschwind an der Rinde hoch.

Der kleine Vogel ist übrigens ein Höhlenbrüter. Dabei baut er das kleine, napfförmige Nest, eher außerhalb des Stammes, wo zB Rinde absteht. So kann der Mensch ihn auch unterstützen, mit einem kleinen, dreieckigen Kasten an der Rinde. Seitlich der Rinde befindet sich das Flugloch. Aber er nimmt auch Mauerritzen oder Gebäudenischen. Beide Partner kümmern sich im Frühjahr um die Brut. Die Vögel sind sonst nämlich Einzelgänger, in kalten Wintern finden sie sich aber zu Gruppen zusammen. Dann kann man sie auch am Meisenknödel pickend entdecken, denn im Winter nimmt der Insektenfresser auch Samen und Körner. Neben den natürlichen Feinden, wie Greifvögel, Eichhörnchen oder Rabenvögel, ist es vor allem der Mensch, der den Lebensraum durch Insektizide und Pestizide oder Fällung alter, knorriger Bäume (Streuobstwiesen) gefährdet.

Postkartendruck

Kleine Akrobaten:

Hallo Ihr Lieben.

Heute stelle ich Euch wieder ein kleines, munteres Vögelchen vor. Wenn man das Glück hat, diesen hübschen Vogel zu sehen, dann ist er eigentlich nicht alleine. Huschend, von Ast zu Ast, Busch zu Baum hüpfen und fliegen sie schnell, immer auf der Suche nach Insekten. In lichten, aber gerne etwas feuchteren Laubwäldern, Parks und Gärten mit Strauch- und Baumbestand sieht man die geschickten Kletterer an den äußeren Ästen. Darauf sind sie spezialisiert. Im Winter habt Ihr die Chance sie auch an Meisenknödel zu beobachten. Dann nehmen sie auch kleine Körner, Knospen, Flechten und Beeren in den Speiseplan auf.

Die kleinen Schwanzmeise, dass ist der Vogel, den ich Euch diesmal vorstellen mag, kommen eigentlich immer in kleinen Trupps vor. Um an den äußeren, dünnen Ästen gut balancieren zu können, haben die kleinen Vögel ihren namensgebenden Schwanz. Manchmal hängen sie nur an einem Fuß, halten sich dabei aber immer geschickt fest. Kopfüber hängend können sie sogar ihren Körper um 90° drehen und behalten so ihr Umfeld immer gut im Blick.

Zweidrittel Schwanz und eindrittel rundlicher Körper, nur 13 – 15 cm gross. Sie erinnern schon sehr an Meisen. Aber die Vögel mit dem lateinischen Namen aegithalos caudatus sind nicht mit den Meisen (Kohlmeise, Blaumeisen usw) verwandt und gehören zu einer eigenen Familie. Es gibt eine „südliche“ und eine nordische Art in unseren Breiten. Einen weißer Kopf mit schwarzen Scheitelstreifen schmückt den Vogel mit dem weiß-rosa Gefieder und den wir eher hier sehen. Der aus den nordischen Gebieten hat einen rein weißen Kopf und einen kürzeren Schwanz. Diese kommen uns gerne im Winter besuchen. Wenn wir ihm ganz nah in die Augen schauen könnten, würden wir das gelbe Augenlied sehen. Aber nur die Altvögel sind „geschminkt“. Ornitologen unterscheiden sogar vier Typen dieses Sperlingvogels.

Aquarell

Sind es nicht hübsche Vögel? Sie bauen auch wunderschöne, ovale, geflochtene Nester zwischen Zweigen, gut und stabil versteckt. Seitlich (zur Sonnenseite) gibt es ein kleines Einflugsloch. Dafür brauchen sie einen Monat und dann ist es von außen gut getarnt mit verwobenen Flechten. Ausgepolstert mit weichen Materialien bietet es innen Platz für sieben bis zwölf gesprenkelte Eier. In der Brutzeit sind diese geselligen Vogel dann kurzzeitig nur als Brutpaar unterwegs. Aber schon die Aufzucht ist wieder gemeinsam mit dem Trupp. Im Winter rücken sie zum Schlafen auch ganz dicht und wärmend zusammen. Sehr soziale Vögel also.

Erst wollte ich nur einen einzelnen Vogel schnitzen, aber sie treten ja in Trupps auf, so wurden es zumindest zwei

Die Vögel halten zusammen und achten auf ihr Territorium. Traut man den kleinen weiß-rosa Federbällen gar nicht zu, oder? Aber dieser Zusammenhalt hilft zB, dass viele Jungvögel durchgefüttert werden. Dabei helfen nämlich Tanten und Onkels mit.

Immer, wenn ich versucht habe, auf Spaziergängen die Vögel zu fotografieren, bin ich gescheitert. Sie sind für meine Kamera mit der Zeitverzögerung des Auslösers (darüber habe ich schon oft geflucht, auch wenn es nur kurz ist) zu flink unterwegs. Meist wurde ich auf sie aufmerksam durch ihr rhythmischen Gepiepe und die huschenden Bewegungen aus dem Augenwinkel. Denn sie sind eigentlich weit verbreitet und vielleicht kennt Ihr sie eher unter dem volkstümlichen Namen „Pfannenstielchen“. Auch ein passender Name, nicht wahr?

Ich drücke die Daumen, dass Ihr die kleinen Akrobaten mal beobachten könnt, auf einem Spaziergang durch das nun licht werdende Laub oder wenn sie als Trupp in den Garten einfallen. Es macht viel Spass, ihnen zuzusehen.

Vielleicht hat Euch diese weitere Vorstellung eines weiteren „flatterhaften Tiers“ wieder gefallen.

Von Schwärmern und braunen Bären:

Hallo Ihr Lieben.

Sommer und Schmetterlinge, das gehört für mich definitiv zusammen. Trotz Temperatuen um 0°C geht es tatsächlich dann heute um einen Schwärmer, welche aber in den lauen Abendstunden des Sommers und selten tagsüber zu beobachten ist.

Der Labkrautschwärmer, lateinischer Name Hyles gallii, liebt die offene Landschaft, Weidenröschen und Labkraut sollte darin wachsen, denn dort legt es seine Eier ab. Die Heide, Waldränder und lichte Schonungen im Wald sind sein Revier. Als Foto kann ich Euch nur die nicht so ganz so grazile Raupe des Labkrautschwärmer zeigen, die wir auf Hiddensee entdeckten. Es gibt bei den Raupen auch grün-olive und braune Varianten.

Ein geschwind schwirrender Schwärmer ist das. Aufgrund seiner guten Flugleistung ist er fast überall in Europa, Asien und Nordamerika, wo es sonnigtrocken ist, (theoretisch) zu finden und dabei nicht sehr standorttreu. Bis zu 8 cm wird er groß aber Dank seiner Tarnung ist er selten zu sehen, besser gesagt, zu erkennen. Dämmerungs- und nachtaktiv ist er, wie so viele Falter. Tagschmetterlinge (er)kennen wir viele. Aber diese flatterhaften Gestalten kennt kaum jemand. Eine Generation neuer Falter gibt es im Sommer, selten eine zweite.

Der zweite Nachtfalter ist ein Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner, der „Braune Bär“. Ich muss allerdings bei dem Namen immer an das leckere Eis mit Karamelkern denken, „grins“. Dabei war er letztes Jahr sogar Schmetterling des Jahres.

Diesen Falter habt Ihr vielleicht schon Mal gesehen, es gab ihn früher recht häufig zu sehen. Mitlerweile ist er seltener geworden und landete letztens auf der Vorwarnstufe der roten Liste.

Auf der Welt gibt es ca. 11000 Arten von Bärenspinnern. In Mitteleuropa leben 61 dieser Falter. Fast immer tragen sie eine Warntracht. Dieses nutzen Tiere um Fressfeinde abzuschrecken. Meist sieht man erst den gut getarnten Falter, vor allem tagsüber, wenn er ruht. Dann faltet er die Flügel auseinander und „erschreckt“ mit der Farbe. Er besitzt statt eines Blutkreislaufs „Hämolymphe“, eine etwas andere Flüssigkeit als Blut. Bei Gefahr sondert der Falter eine übel riechendes Sekret ab.

Seinen Namen hat er übrigens bekommen, weil seine Raupen viele lange Haare haben.

Mit 65 mm ist der Falter einer der großen in unseren Breiten. Arctia caja, so der lateinische Name, leben gerne in feuchten Wiesen, lichten Wäldern, Waldrändern und Gebüsch. Die nachtaktiven Falter gehen trotzdem oft der Lichtverschmutzung in die Falle. Sie konzentrieren sich bis zur Erschöpfung nur noch auf das Licht. Außerdem werden sie so leichte Beute von Fledermäusen.

Im Sommer leben die Raupen an ihren Wirtspflanzen. Weiden, Mädesüß, Himbeeren, Ampfer und Brennesseln. Die großen Raupen verspinnen sich in dichten Kokons. Es gibt nur eine Generation pro Jahr, sie fliegen von Juli bis September.

Vielleicht habt Ihr schon Mal den Verwandten „russischen Bären“ (auch Spanische Flagge) gesehen, welcher häufiger tagsüber unterwegs ist.

Habe ich ein wenig Sommer mitten in den Advent gebracht? Falter, die auch so nach Licht streben und die man so selten sieht. Irgendwie passte mir das in den dunkelsten Monat des Jahres. Etwas wärmendes Kopfkino für Euch, ein wenig Lächeln der Erde (Schmetterlinge).

Es ist der letzte Monat des Jahres und ich zeige Euch die flatterhaften Tiere des Jahres.

Von den Insekten wurde gerade das Landkärtchen das Insekt des Jahres 2023. Nicht zu verwechseln mit dem kleinen Fuchs und oft so unterschiedlich daherflatternd. Zum Vogel des kommenden Jahres wurde das Braunkehlchen gewählt, es gibt noch die Wahl der Seevögele, dieses Jahr die Brandseeschwalbe. Der neue Baum des Jahres ist übrigens die Moor Birke und das Tier des Jahres 2023 ist der hübsche Gartenschläfer. Der kleine „Zorro“ gehört wie Haselmaus und Siebenschläfer zu den Bilchen. In den letzten Wochen las ich zwei Beiträge über besondere, fast ausgestorbenen Vögel in Deutschland, von einem berichtete mir mein Opa, dass er diesen als junger Mann noch „in Echt“ gesehen hatte. Da bin ich sehr ins Schwanken geraten, habe mich nun entschieden, sie noch als Bonus zu bringen:

Lichtbringer und Schwertransport:

Hallo Ihr Lieben.

Der Dezember 2022 beendet die Aktion von Andrea für und mit unseren Jahresprojekten. Letztes Jahr hatte ich dafür Vögel genommen. Dieses Jahr wurde es etwas erweitert um alles, was flattern kann. Einen Rückblick auf das Projekt bei mir gab es ja Anfang dieses Monats.

Uhu Feder, als Stempel versucht

Ich habe da noch zwei Vögel, die ich gerne vorstellen möchte.  Und ich konnte mich nicht entscheiden, also bekommt Ihr sie beide. Und nein, obwohl ich den Beitrag mit einer Uhu Feder begonnen habe, geht es nicht um unsere größte Eule (kann aber noch kommen).

Ich spreche einmal von dem Waldrapp und dann von der Großtrappe.

Und nein, dass ist kein fehlgefärbter, amerikanischer Truthahn und auch kein schwarzer Storch.

Geronticus eremita aka Waldrapp .

Ein so gar nicht mitteleuropäisch anmutender Vogel. Und doch ist dieser gänsegroße Ibis, ein „alter“ Vogel nicht nur in Ägypten, (wo Ihr ihn vielleicht schon als Hypoglyphe erkannt habt,) beheimatet. Schon Noah soll durch ihn den Weg vom Berg Ararat ins fruchtbare Tal gefunden haben.

Kein Wunder gilt dieser Vogel als Glücksbringer im Islam. Im alten Ägypten galt er als Lichtbringer und Verkörperung des menschlichen Geistes. Als im 4. Jhd die Römer am Kaiserstuhl waren, muss es dort Trappen gegeben haben, denn es gibt Knochenfunde an den Palisaden. 1557 wird in einem ersten ornithologischen Bericht erwähnt, dass in den Alpen dieser Vogel „Waldrab oder auch Klausrab“ vorkommt und vor allem in Italien die jungen Vögel als Delikatesse gelten. Dabei gab es sogar ein Jagdverbot, …um den hohen Herren als seltener werdende Delikatesse zu dienen.

Und da haben wir es schon wieder, den Grund, warum der Vogel schon 1627 als ausgestorben galt in unseren Breiten. Während er im Orient geschützt war, wurde er hier als Delikatesse gejagd, als Ausstellungsstück gefangen und die Nester geplündert. So verkam er hier tatsächlich zum Fabeltier, denn es gab ihn nicht mehr. 1897 entdeckten aber Ornithologen, dass der Vogel, den sie im nahen Osten fanden, identisch mit dem vormals hier lebenden war. 1990 gab es insgesamt wohl nur noch 220 der Vögel in Mitteleuropa. Durch Wiederansiedlungsprojekte, auch mit Vögeln in der Türkei und Marokko, erholten sich die Bestände (größter Bestand in den europ. Alpen in Nord Österreich) aber der Vogel gilt nach wie vor als vom Aussterben bedroht.

Vögel die in den Alpen von Hand aufgezogen werden, ( Burghausen als erster Standort) müssen zB. von Leichtflugzeugen gen Mittelmeer geleitet werden, da ihre Routen nicht mehr bekannt sind. Das Zugverhalten ist immer noch angeboten. Gefährlich werden ihnen Strommasten in Österreich und Italien, die nicht vogelsicher sind, wie in Deutschland. Auch Wilderer in Italien schossen Vögel ab. Bei einem Prozess würden dann aber immerhin diese Vögel so bekannt, dass die Projekte dann Unterstützung fanden

Lichtbringer

Sie sind 60 bis 75 cm groß, haben wunderschöne, metallisch glänzende, schwarze Federn und einen gebogenen roten Schnabel. Die Federpracht am Hinterkopf kann aufgestellt werden, bei Gefahr und Balz. Der Kopf selber ist kahl, die Haut dort hart und verhornt und gibt ihm kein so hübsches Aussehen. Er ist ein geselliger Vogel. Auffällig ist, dass es das ganze Jahr Begrüßungsrituale gibt, dabei wird die Kopfzeichnung durch mehrfache Auf- und Abwärtsbewegungen, mit Verharren, gezeigt und mehlige Laute ausgestoßen. Wie der Reiher und der Kormoran nehmen die Vögel übrigens gerne ein Sonnenbad mit ausgebreiteten langen Flügeln (Spannweite 125cm)

Seine Nahrung findet er beim Stöbern mit dem Schnabel am Boden: Insekten, Weichtiere, kleine Wirbeltiere auf Wiesen und Weiden. Die Vögel brüten eigentlich in Kolonien in unzugänglichen Felswänden. Beide Eltern kümmern sich um alle Kücken, auch um das Nesthäkchen (was nicht bei allen Vogeln so ist). Von März bis Juni werden bis zu vier hühnergroße, grünliche Eier gelegt. In historischen Texten sind wohl auch hohe Türme genutzt worden. Viele Vögel in der Türkei leben heute halbwild. Um sie vor Gefahren zu schützen, werden sie zum Winter hin eingefangen.

Der Vogel hat mich sofort, als ich über ihn gelesen habe, fasziniert! Da werde ich versuchen, noch mehr zu erfahren.

Aber nun soll Euch noch den zweiten besonderen Vogel vorstellt werden: den märkischen Strauß, die Großtrappe, Otis tarda.

Mit fast 17 kg bei den Männchen gehören sie zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt, (vor allem alte Hähne) Die Hennen werden nur etwa 5,5 kg schwer. Trotz dieses Gewichtes sind sie aber sehr ausdauernde und gute Flieger. Man ist ja schon von Gänsen am Himmel beeindruckt, diese Vögel sind noch größer. Selbst der Schwan ist etwas kleiner (und habt Ihr den einmal starten und fliegen gesehen, unglaublich)

Sie besiedeln offene und weite Landschaft. In Gruppen leben sie gern auf trockenen Wiesen mit viel Insekten für die Aufzucht der Küken. Sie fressen Samen, Kräuter, Früchte, aber auch Insekten. Sogar kleine Wirbeltiere können mal auf dem Speiseplan landen.

347 Vögel haben sie in Deutschland letztens gezählt. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt leben wieder Großtrappen. Seit Jahrtausenden gab es immer viele dieser großen Vögel in Europa. Aber wo der Mensch sich mit Zersiedlung und intensiver Landwirtschaft breit machte… 1997 gab es nur noch 97 Vögel! Ein Förderverein rettet(e) den Vogelbestand mit Handaufzucht. Die Auswilderung ist immer schwierig, Großtrappen lassen sich nur dort nieder, wo schon Artgenossen sind. Nur im Havelland gibt es eine stabile Population. Es ist schon komisch, da schuf der Mensch nach der Eiszeit durch erste Agrar Landschaften den Lebensraum für sie, dann zerstörte er selbige. Wie immer ist es der Raum, den auch die Natur braucht, ohne das wir dort stören. (Nicht jedes Tier akzeptiert, dass der Mensch mitten durch seinen Wald oder Wiese läuft.)

Ein geselliger Vogel mit einer beeindruckenden Balz, die auch in der Gruppe und auf traditionellen Plätzen statt findet. Normal sind die Geschlechter getrennt in Gruppen unterwegs, außer eben jetzt, wo sie traditionelle Brutgebiete aufsuchen. Der Hahn stülbt seine Flügel um, spritzt das Brustgefieder. Aufgeplustert, wie ein Federball, stolzieren die Männchen herum, wenn ein Weibchen interessiert ist, plustert es sich ebenfalls ganz auf. Sie sind Bodenbrüter und das Weibchen brütet zwei (selten drei) Eier aus und zieht alleine auf. Die Nestflüchter Kücken werden die ersten Tage gefüttert, erst dann suchen und fressen sie selbständiger.

Diese großen Hühnervögel sind sehr scheu und Vogelbeobachtungen sind nur aus sehr großer Entfernung möglich.

Aufmerksam wurde ich auf diesen Vogel durch einen Artikel im Spektrum Magazin. Wie viele Vögel werden auch diese oft von Würmern und anderen Parasiten befallen. Aber die Großtrappe heilt sich selber! Aktiv sucht sie dann Klatschmohn und Wegerichblattriger Natternkopf. (Kotuntersuchungen in der Balzzeit belegen dies) Auch fraßen sie besonders viele giftige Ölkäfer zu der Zeit. In kleinen Mengen vertragen die Vögel das Toxin. Versuche ergaben, dass all diese Wirkstoffe aus Insekt und Pflanzen den Vögeln dabei helfen, die Parasiten zu bekämpfen und vor allem in der Paarungszeit besonders gesund zu sein.

Ich hoffe, Ihr habt bis jetzt durchhalten können, es waren doch noch viele Informationen.

Nun geht das alte Jahr mit den flatterhaften Beitragen hier auch zu Ende. Andrea hat auf ihrem Blog schon angekündigt, dass es ein neues Jahresprojekt geben wird. Ich bin schon sehr gespannt und hoffe, viele Leser/innen und Blogger/innen lassen sich in vielfältiger Weise wieder darauf ein. Ich werde, unabhängig von Andreas noch unbekanntem Rahmen, weiterhin Tiere hier vorstellen.