Hallo Ihr Lieben.
Spitzes Näschen, nasses Füßchen
Im letzten Jahr habe ich Euch wohl viel Freude gemacht, als ich über die Hausmaus geschrieben habe. Aber verwandt sind die, um welche es heute geht, nicht. Hier geht es diesmal um einen kleinen Tieftaucher:
Die Wasserspitzmaus, Neomys fodiens aus der Familie der Soricidae, so die namentlichen, lateinischen Fachbegriffe. Außerdem sind sie Insektenfresser und haben eine eigene Art: Spitzmäuse. Verwandt sind sie eher mit dem Igel oder Maulwurf, als mit Mäusen und ich finde, dass sieht man auch. Sie ist eine von 3 Spitzmausarten, welche hier in vielen Bereichen Europas (und nördlichem Asien) heimisch sind.
Ihr Lebensraum sind naturnahe Uferbereiche von Gewässern aller Art, einschließlich von Meeresufern, aber auch Sümpfe, nasse Wälder und Wiesen. Die Art lebt vom Flachland bis in 2500 m Höhe.
Man glaubt es bei den zierlichen Tieren kaum, sie sind sehr gute Schwimmer und Taucher. Die Nahrung besteht aus Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen, Schnecken und auch kleine Fische. Auch Landtiere in der Wasserumgebung wie Lurche und sogar mal ein kleiner Vogel gehören zur Beute. Mit ihren scharfen Sinnen versuchen sie aber am Liebsten unter Wasser Nahrung zu finden. Ein großer Pluspunkt ist der Tastsinn durch Vibrissen (Schnurrhaare) am beweglichen Rüssel. Ihr hoher Stoffwechsel erfordert eine konstante Nahrungsaufnahme, hier sicher auch noch durch die energieaufwändige Jagd unter Wasser verschärft. Sie müssen täglich mindestens ihr Eigengewicht an Nahrung erjagen. Ihre Beute betäubt dieser Räuber durch einen Biss. Dabei fließt ein Nervengift aus ihrem Speichel in den Körper ihres Opfers. Sie schleppen ihren Fang an Land und beißen es tot, wenn noch nötig. Dann suchen die kleinen Räuber sich gern ein Versteck und fressen in aller Ruhe.

(ich habe wieder meine Aquarell Buntstiften geschwungen, das macht mir im Moment viel Freude)
Spitzmäuse leben dämmerungs- und nachtaktiv, sind aber auch tagaktiv, wenn sie Nahrung brauchen. Sie sind territorial und verteidigen ihr Revier energisch gegen Artgenossen. Die Einzelgänger kommen nur zur Paarungszeit zusammen. Männchen legen dann weitere Strecken auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen zurück. Ihre „Brautschau“ ist eine „wilde Jagd“.
Die Baue werden selbst gegraben oder von anderen Kleinsäugern übernommen und dann angepasst und ausgebessert. Sie haben aber immer einen Ausgang zum Wasser hin! Unverbaute Ufer mit dichtem Bewuchs, unterspülten Bereichen, Baumwurzeln oder Steinblöcken bieten dem heimlichen Tier Deckung. Gut getarnt sind sie auch, kein Wunder, dass wir die kleinen Tiere fast nie zu Gesicht bekommen. (Ich habe noch nie eine gesehen) Vielleicht sieht man mal ein kleines, huschendes Tier, bestimmen konnte ich es dann so schnell wohl nicht.
Die Fortpflanzung findet von April bis September statt. Ein Weibchen hat 2 bis 3 Würfe im Jahr, die jeweils 4 bis 11 Junge umfassen. Die winzigen Jungtiere wiegen bei der Geburt 0,6 g, die Augen öffnen sich nach 20 bis 24 Tagen und die Säugezeit beträgt 38 bis 40 Tage. In der mit Moos und Gras ausgepolsterten Nesthöhle säugt und umsorgt die Mutter die Kleinen fürsorglich. Mit fünf Wochen werden die Jungen jedoch „flügge“ und der Familienverband löst sich allmählich auf. Die Lebenserwartung der Wasserspitzmaus ist kurz und beträgt in der Regel nur etwa 1 bis 2 Jahre.
Feinde: Igel, Ringelnatter, Mauswiesel, Graureiher und Fuchs, Schleiereulen, Hecht, Forelle, Katze
Gewässerverbauung und Nutzungsintensivierung und Verschmutzung schränken, wie so oft, den Lebensraum immer mehr ein. Sie stehen in der Roten Liste als „gefährdet“ und unter Naturschutz.
Ein kleines Wesen mit Superkräften: sie kann tatsächlich den Kopfsprung. Ihre Spucke enthält ein Nervengift. Borstensäume an den Füssen funktionieren wie Schwimmhäute, während ein Borstenkiel am Schwanz hilft, den Kurs zu halten. Die Deckhaare des dichten Fells haben einen H-förmigen Querschnitt und sind so angeordnet, dass beim Tauchen Luftbläschen im Fell hängen bleiben. So können Nässe und Kälte nicht bis auf die Haut vordringen. Der schützende Luftfilm hat jedoch einen Nachteil: Er erzeugt einen starken Auftrieb, gegen den die Spitzmaus mit allen Beinen heftig anpaddeln muss. 20 Sekunden unter Wasser zu bleiben ist eine Kleinigkeit für Wasserspitzmäuse.
Sie taucht von 30 bis zu 200 cm Tiefe und das dauert etwa 20 bis 30 Sekunden. Wasserspitzmäuse kommunizieren untereinander mit ihrer hohen, zwitschernden Stimme, aber auch durch Duftmarken. Etwas Besonders ist das Zwitschern während des Fressens und bei der Erkundung unbekannter Gebiete. Vielleicht hilft ihnen die Peilung bei der Absicherung des Gebietes. Bei der Nahrungssuche unter Wasser dienen sehr hohe, für den Menschen nicht zu hörende Töne, die Echopeilung, zur Jagdunterstützung. Sie nutzen Ultraschall, wie Fledermäusen.
Von den Spitzmäusen hier ist sie die größte und gleichzeitig giftigste Spitzmausart. Sie haben einen langgestreckten Körper mit einer spitzen Schnauze und kleinen, runden Ohren. Ihr Fell ist dicht und wasserabweisend, oben dunkelbraun bis schwarz, der Bauch heller. (Es gibt einmal eine leicht rötlich-dunke Färbung und einmal eine schwarze) Die Körperlänge beträgt etwa 6 bis 9 cm, hinzu kommt ein Schwanz von etwa 4 bis 7 cm. Sie wiegen nur zwischen 8 und 23 Gramm. Ihre kleinen Zähnchen sind aber genau wie die eines großen Raubtiers.
Das Säugetiere Nervengift im Speichel haben ist selten. Unter der Zunge liegen zwei Drüsen. Nur wenige Arten haben das mit ihr gemein, zum Beispiel das australische Schnabeltier. Für den Menschen kann der Biss der Wasserspitzmaus nicht tödlich sein, allerdings schmerzhaft. Tagelang kann die Wunde jucken, brennen und anschwellen.
Die meisten von uns kennen sicher die Spitzmäuse im eigenen Garten, dass es eine tauchende gibt, war auch mit neu! Sie musste daher der Beginn des neuen Jahresprojekt „Nasser Lebensraum“ werden. Das Thema ist auch meiner Faszination für Wasser geschuldet. Allerdings werde ich mich auf Süßwasser beschränken. Viele dieser Tiere haben wir noch nie gesehen oder kennen sie kaum.
Ochsenrufe im Schilf
Hallo Ihr Lieben.
Gesehen habe ich diesen Vogel noch nie. Aber letztes Jahr erschallte ihr besonderer Ruf einmal auf der Insel Öland, Schweden. Und das war und ist schon etwas Besondere, warum dies so ist, erläutere ich gern, denn heute geht es um Rohrdommeln.
Der wissenschaftliche Name lautet *Botaurus (übersetzt Brüllochse) stellaris* und sie gehören zur Familie der Reiher. Die Verwandtschaft sieht man auch sehr gut am Aussehen und durchaus an der Art der Jagd. Dommeln gibt es mit 14 Arten fast weltweit.
Ihr Federkleid ist perfekt an die Umgebung angepasst mit verschiedenen Brauntönen: hellbraun, dunkelbraun, etwas gelbbrauner und schwarzbrauner Zeichnung.
Im Gegensatz zum Graureiher, den die meisten von Euch kennen, hat sie einen gedrungenen Körperbau.
Herausstechend sind der kräftige, spitze Schnabel und die leuchtend gelben Augen, die ja auch für die Familie der Reiher charakteristisch sind. Die Stelzenbeine sind aber etwas kürzer, dafür kräftiger geraten. Die Männchen sind einige Zentimeter größer und ihre Brauntöne sind stärker hervorsteckend in der Farbe als die weiblichen Vögel.
Um die 80 cm und ein Gewicht zwischen 817 und 1.940 Gramm Körpergewicht (Männchen) lassen die Rohrdommel stattlich aussehen.
Ähnlich ihren Verwandten hat sie eine große Flügelspannweite von 100 bis 130cm.
Wir sehen sie tatsächlich selten, denn sie schafft es fast unsichtbar in den ausgedehnten Schilf- und Röhrichtbeständen zu leben. Vor allem ihre berühmte Pfahlstellung lässt sie mit ihrer Umgebung fast verschmilzen.

Eine Rohrdommel besiedelt vor allem Lebensräume in Wassernähe wie Seen, Teiche, Flüsse, Bäche und Feuchtgebiete. Sie bevorzugt ausgedehnte, nicht zu dicht zuwachsende Wasserflächen, die von Schilf- und Röhrichtbeständen geprägt sind. Außerdem ist sie lieber dämmerungs- und nachtaktiv (außer in der Fortpflanzungsphase). Der Vogel ist sehr störungsempfindlich.
Im Frühling ertönen dumpfer Balzruf, während der Paarungszeit und dieser ist kilometerweit zu hören, wie ein Nebelhorn. Nicht umsonst hat dieser Ruf ihr die volkstümlichen Namen wie Moorochse, Wasserochse und Mooskuh eingebracht. Ein tiefes „Buuuumb“ ist dann zu hören (Quelle: deutsche Vogelstimmen). Sobald ein Weibchen in der Nähe ist, präsentiert das Männchen stolz seinen mächtigen Kehlsack in einer ausdrucksstarken Balzpose.
Als sogenannte Standvögel mögen sie gern in ihrem angestammten Lebensraum bleiben. Als Kurzstreckenzieher im Winter ziehen sie auch aus kühleren in wärmere Gebiete. Entscheidend ist, dass das Wasser nicht großflächig zufriert.
Der Bestand in Westdeutschland ist leider weitgehend verschwunden. In Bayern gibt es einzelne Schutzgebiete, wie etwa das Charlottenhofer Weihergebiet, in welchem die letzten in Süddeutschland vorkommenden Rohrdommeln brüten, während es in Ostdeutschland noch einige hundert Brutpaare gibt – allerdings wohl auch in abnehmender Zahl.
Genau wie ihre Verwandten ernähren sie sich von Fischen, Fröschen, Amphibien und Reptilien, sowie kleinen Säugetieren und Vögeln. Sie fangen die Beute mit ihrem kräftigen, grün-gelben Schnabel gezielt und präzise. Fein gesägten Hornschneiden an der Schnabelspitze sind dabei sehr hilfreich. Auch Wasserinsekten, Reptilien und Vogelküken gehören durchaus zum Beuteschema. Geschickt und ruhig klettert sie durch das Schilf und suchet in der Dämmerung nach Nahrung, auch mal außerhalb des schützenden Röhricht. Denn vor allem zwischen den kräftigen Wassergräsern ist sie mit der gedrungenen Gestalt, dem kurzem Hals, sowie ihrer guten Federtarnung ein fast unsichtbarer Jäger.
In ihrer Brutzeit von März bis Juli sind sie jedoch stärker an Schilf- und Röhrichtbestände gebunden, um dort ihre Nester zu bauen und ihre Jungen aufzuziehen. Für den Nestbau werden Schilfhalme und andere pflanzliche Materialien aus der Umgebung verwendet. Die kunstvolle Verflechtung bietet Schutz vor Feinden. Das Weibchen ist an das Nest gebunden, dass Männchen verteidigt das Revier. Außerdem paart es sich nach Möglichkeit noch mit anderen Weibchen. Das dichte Röhricht ist der perfekte Schutz um bis zu 6 oliv bräunliche Eier zu legen. Die Brutdauer beträgt ca. 25 Tage und anschließend werden die Jungen ungefähr 30 Tage vom Weibchen betreut. Nach etwa 60 Tagen sind die jungen Küken dann „flügge“, lernen das Fliegen und werden selbständig(er).
Schon ganz junge Rohrdommeln (Küken) nehmen übrigens die Pfahlstellung ein. Sie wiegen sich sogar leicht hin und her, wie Schilf im Wind.
Aufgrund fehlender Daten ist die Lebenserwartung der Rohrdommel wohl nicht genau bekannt. Außerdem sind es immer weniger werdende Vögel, nicht nur in Deutschland, auch den anderen europäischen Ländern. Ihr Lebensraum schwindet massiv, beginnend mit den ersten Trockenlegungen der Sümpfe. Zusätzlich sind es Vögel, die sehr empfindlich auf jegliche Störungen reagieren. Und wir Menschen machen uns nicht nur räumlich breit, auch wollen wir immer mehr unberührte Natur erleben. Aber wir lernen auch: Renaturierung und große Schutzzonen helfen bei Wiederansiedlung.
Zu ihren natürlichen Feinde gehören Greifvögel, Marderartige und Füchse. Aber auch ihr Platz als gefiederter Räuber in der Ökologische Nische nimmt durchaus eine wichtige Rolle in der Nahrungskette ein.
Insgesamt gibt es wohl in Deutschland etwas über 800 Brutpaare.
Wenn die „elterlichen Pflichten“ nachlassen, bleibt die Bindung zwischen den Familienmitgliedern trotzdem stark und die Jungvögel werden eine Weile von den Eltern begleitet und unterstützt.

Mythisch sind die heimlichen Jäger in Volksmärchen und Sagen verankert, so zum Beispiel im deutschen Volksglauben als Wassergeist oder Riedgeist. Sie regen die Phantasie an und inspirieren Künstler und Schriftsteller.
Rohrdommel und Wiedehopf
Aus der Märchensammlung der Brüder Grimm
‚Wo weidet Ihr Eure Herde am liebsten?‘ fragte einer einen alten Kuhhirten. ‚Hier, Herr, wo das Gras nicht zu fett ist und nicht zu mager; es tut sonst kein gut.‘ ‚Warum nicht?‘ fragte der Herr. ‚Hört Ihr dort von der Wiese her den dumpfen Ruf?‘ antwortete der Hirt, ‚das ist der Rohrdommel, der war sonst ein Hirte, und der Wiedehopf war es auch. Ich will Euch die Geschichte erzählen.
Der Rohrdommel hütete seine Herde auf fetten grünen Wiesen, wo Blumen im Überfluß standen, davon wurden seine Kühe mutig und wild. Der Wiedehopf aber trieb das Vieh auf hohe dürre Berge, wo der Wind mit dem Sand spielt, und seine Kühe wurden mager und kamen nicht zu Kräften. Wenn es Abend war und die Hirten heimwärts trieben, konnte Rohrdommel seine Kühe nicht zusammenbringen, sie waren übermütig und sprangen ihm davon. Er rief ‚bunt, herüm“, (bunte Kuh, herum), doch vergebens, sie hörten nicht auf seinen Ruf. Wiedehopf aber konnte sein Vieh nicht auf die Beine bringen, so matt und kraftlos war es geworden. ‚Up, up, up!“, schrie er, aber es half nicht, sie blieben auf dem Sand liegen. So gehts, wenn man kein Maß hält. Noch heute, wo sie keine Herde mehr hüten, schreit Rohrdommel ‚bunt, herüm,‘ und der Wiedehopf ‚up, up, up!‘
Weitere literarische Vorkommen:
G.G. Marques, Die Nacht der Rohrdommel
Beschreibung der Atmosphäre auf dem Blocksberg in Goethes Faust I – mit Rufen der Rohrdommel.
Sherlock Holmes/Hund von Baskerville – die unheimlichen Schreie der Rohrdommel im Moor –
Der „Taugenichts“ beschreibt im Roman von Eichendorff einen Vergleich zur Rohrdommel: „Ich aber saß wie eine Rohrdommel im Schilfe eines Weihers im Garten und schaukelte mich auf dem Kahne,…“
Der Asteroid Stellaris ist nach ihrem lat. Namen benannt.
Interessanter, lesenswerter/hörenswerter Bericht in *Spektrum der Wissenschaft* über den markanten Ruf!
Ich hoffe, der Ausflug mit diesem Projekttiere in das Schilf hat Euch gefallen.

In einem kleinen Bach
Hallo Ihr Lieben.
Heute komme ich mal mit einem bekannteren Tier. Wobei… vielleicht denkt Ihr nur, Ihr kennt sie. In Wirklichkeit erinnert Ihr Euch aber an die amerikanische Verwandschaft.
Bachforelle (Salmo trutta fario)
Dieser heimische Fisch ist ein zu den Salmoniden zählender Raubfisch. Sie ist eine Unterart der Forelle. Weitere umgangsorachliche Namen sind Flussforelle, Bergforelle oder Fario. Gerade die kleineren Forellen nennen viele auch Steinforellen, was auf ihren Lebensraum, die kleinen, steinigen Bäche verweist. Bei geringem Nahrungsangebot und Temperaturverlauf, sowie stärkerer Strömung bleiben diese Forellen nun einmal kleiner. Ihre Größe variiert von 20 bis etwa 80-110 cm., ihr Alter kann bis zu 18 Jahre betragen.
Sie kann ein Gewicht von über 18 kg erreichen. Da hat sie dann ein sehr gutes Nahrungsangebot und leichtere Lebensbedingungen, als in kleinen Bergflüsschen. Das Durchschnittsgewicht der Bachforelle beträgt aber etwa nur 200-500 g.
In vielen Mittelgebirgsbächen sind Bachforellen bereits mit 12 – 13 cm geschlechtsreif und erreichen kaum mehr als 25 cm Länge. Dies waren iR. die Fische, die wir früher ab und zu bei Spaziergängen gesehen haben, wenn wir neugierigen Kinder an dem Bachverlauf stromerten. Mein Vater erzählte, dass sie im Krieg versucht hätten, sie zu fangen. Schnell hätten sie ihre Lieblingsorte ausgemacht, aber der Fisch wäre fast immer zu schnell gewesen und eine richtige Angel oder Netze hatten sie nicht. Auch bei uns war der silbern leuchtenden Schatten immer schnell weg, denn sie haben ein ausgezeichnetes Sehvermögen.

Sie gehören zu den wenigen Vertretern der Lachsfische, die meist nachts auf Beutefang gehen (lichtscheu).
Ihre langgestreckten und torpedoförmigden Körper sind unglaublich schnell und im Wasser erscheint es manchmal, als ständen sie im Strom.
Wenn Ihr sie mal in Ruhe beobachten könnt, vielleicht im Schatten eines Baumes oder den schattigen Teilen eines Wehres, dann seht Ihr, dass die Rückenfärbung der Bachforelle olivgrün bis bräunlichgrün schimmert. Die Körperflanken sind silbriggrün bis goldgelb, die Bauchseite ist schmutzig weiß bis gelblich. Aber auch hier gibt es Variationen.
Die Seiten der Bachforelle sind oben mit fast schwarzen, unten mit roten Punkten bedeckt, die meist weiß oder blau umrandet enden.
Wie alle Salmoniden besitzt auch die Bachforelle eine sogenannte Fettflosse ohne Flossenstrahlen (das sind die tragenden Elemente). Die Fettflosse ist meist ebenfalls mit roten oder auch schwarzen Flecken bedeckt. Wie schon erwähnt, gibt es auch etwas andere Färbungen, zB. dunkle Exemplaren (Schwarzforellen, nicht zu verwechseln mit „schwarzer Forelle“ welches an einem eingeschleppten Renovierus erkranke Tiere sein können, vorwiegend in süddeutschen und alpinen Gewässern) oder viel hellere. Die Schwanzflosse ist bei jungen Bachforellen gegabelt, mit zunehmendem Alter wird die Hinterkante gerader. Sehr kleine Schuppen lassen sie wunderschön glitzern.
Größere Bachforellen sind immer Einzelgänger und verteidigen ihr Revier energisch. Sie ist bekannt für ihre Fähigkeit, auch größere Hindernisse durch Sprünge zu überwinden. Wer schon mal so Bergbäche genauer betrachtet hat, weiß, dass dieses notwendig werden kann.
Die Bachforelle ist ein sehr vorsichtiger Fisch und sucht bei Störungen sofort Verstecke auf. Aber sie ist standorttreu und verlässt ihren Platz nur zur Laichzeit oder nach stärkeren Störungen. Sie reagiert auch sehr empfindlich auf Gewässerverschmutzung und benötigt unbedingt sauberes und sauerstoffreiches Wasser.
Bachforellen haben fast immer rote Punkte an den Flanken (im Gegensatz zur Regenbogenforelle (Link zu Wikipedia), mit der Ihr sie vielleicht verwechselt habt), und sind im Querschnitt nicht rund, sondern abgeflacht (im Gegensatz zu Huchen, Wikipedia Link zu diesem ebenfalls besonderem Fisch).
Die Bachforelle ist ein geschickter, schneller Jäger, wenn man mal hier, mal dort einen Sprung/Klatschen mitbekommt, ist es sehr wahrscheinlich eine Bachforelle. Sie jagd in der Jugend gerne Insektenlarven, Bachflohkrebse und andere Kleintiere. Später liebt sie es nach Anfluginsekten zu springen und kleine Fische zu jagen.
Wenn im Oktober, bis in den Winter hinein die anstrengende Laichzeit ansteht, suchen sich die Weibchen (Rogner) in meist seichten, aber trotzdem gut strömenden Bachteilen Bereiche, wo sie ihre Laichgruben in das Kiesbett schlagen können. Die Männchen (Milchner) kämpfen darum, wer die besten Plätze befruchten kann und natürlich auch, wer als erster dran kommt.
Die Bachforelle lebt aber auch in grossen Flüssen und sogar Seen. Dann zieht sie zum Laichen die Zuströme und Flüsse hinauf. Nach der Besamung werden die Eier von den Weibchen wieder mit Kies bedeckt, so werden sie nicht fortgeführt und doch gut mit Sauerstoff versorgt. Ist der Dottersack der Larve verbraucht, schlüpfen die winzigen Fische.
Sie müssen jetzt auch vor der eigenen Familie auf der Hut sein. Denn nach der anstrengenden Laichzeit gilt es nun die eigenrn Reserven wieder aufzustocken und sich für den nächsten Winter Fett anzufressen. Im Mai fliegen an gesunden Gewässer die Schwärme der Maifliegen/Eintagsfliegen. Zur rechten Zeit, es beginnt die Jagd für die Forellen. Wie kleine, winzige Elfen schweben nämlich nun diese Insekten reichlich, aber nur kurze Zeit über den Gewässern.
Da Bachforellen seltener geworden sind, werden sie kaum bis gar nicht geangelt, haben eine lange Schonzeit. Aber ohne Angler (Fischereivereine), denen nicht nur ihr Fang, sondern das ganze Ökosystem wichtig ist und war, wären diese hübschen Fische wohl schon ausgestorben. Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger, die sich jenseits ihrer Ursprungslebensräume stark vermehrt haben, Fehlen von Laichplätzen und Jungfischhabitaten (,die ja speziell sein müssen, wie Ihr oben gelesen habt,) sowie Wanderbarrieren machen besonders ihnen das Leben schwer. Überall wurden Gewässer verbaut und eingefriedet. Zumindest gibt es vielerorts an Staustufen oder Wehren mittlerweile Fischtreppen. Auch macht ihr die eingeschleppt Regenbogenforelle den Platz streitig. In der „Roten Liste“ steht die mittlerweile als „gefährdet“.
Fische, und damit sicher auch die Bachforelle, gehörten schon seit der Steinzeit zum Speiseplan der Menschen. Mit ihrem gesunden Eiweiß verhalf sie den ersten Menschen zum evolutionären Vorteil.
Die Forelle
„In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber, wie ein Pfeil:
Ich stand an dem Gestade
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.
…“
Kunstlied von Franz Schubert
Der deutsche Name Forelle ist in dieser Form seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen; er leitet sich über das mittelhochdeutsche forhele vom indogermanischen Stamm perk- mit der Bedeutung „gesprenkelt, bunt“ (Quelle Wikipedia) ab
Ihr seht, was aus dem am 12.3. Gezeigten geworden ist, so schwer war das wohl nicht. Hier erste Drucke:


Eine kleine – große – magische Bachforelle
Unser größter Hirsch
Hallo Ihr Lieben.
Kennt Ihr noch den Spruch, den man ganz oft schnell hintereinander sagen sollte? Und dann kam was ganz anderes raus? Hirsch heiß ich. 😅😉
Oder auch: Elend, Elentier, Elenhirsch, Elen und Elk
Das heutige Tier liebt Wasser, ist unser größter Hirsch und das Nationaltier der Schweden. Ihr werdet jetzt Einwände erheben wollen, weil ich „unser“ größter Hirsch geschrieben habe, denn wir gehören doch nicht zu Schweden (oder den anderen nordeuropäischen Ländern). Tatsächlich gab es früher bis ins 17. Jhd. in Deutschland viele Elche.
Ja, heute geht es um diese unverwechselbaren, großen ( bis zu 2.30 m Schulterhöhe) Tiere. Und ja, die gibt es endlich auch wieder in Deutschland.
Elche (Alces alces, wissensch. Name) leben gern in kühlen Nadel- und Laubwäldern. Sie bevorzugen lichte Baumbestände mit vielen Sträuchern. Weitläufige bewaldete Gebiete mit Seen und Feuchtgebieten wie Sümpfen und Flussauen werden von den großen Hirschen mit dem besonderen Aussehen gemocht. Aber manche fühlen sich auch in der Tundra wohl, in der weniger Bäume, dafür mehr Kräuter und
Gräser wachsen. Sie fressen gern Knospen und Triebe von Weichhölzern wie Pappeln, Birken oder Weiden. Im Herbst gibt es Kieferntriebe oder Blaubeerzweige. Besonders lieben sie Wasserpflanzen. Danach tauchen sie sogar!
Natürlich habt Ihr alle schon mal das dreieckige Warnschild mit der Silhouette dieses großen Tieres gesehen. Und sei es nur als Aufkleber auf der Kofferraumklappe des Autos vor Euch. Und so manche*r kennen den Elchtest noch, den Autos früher bestehen sollten (Link Wikipedia)
Zu gern hätten wir letztes Jahr noch Elche in Schweden gesehen. Wir waren auch ganz in der Nähe eines Elchparks, aber natürlich kann und darf man da nicht mit einem Hund rein. In Schweden wird übrigens im Frühjahr live im Fernsehen (WDR Beitrag) die Elchwanderung übertragen.
Dass Elche mittlerweile in den nordöstlichen Teil Deutschlands zurück gekehrt sind, wissen die wenigsten. Ein Grund mehr für mich, diesmal mir mehr Wissen über Elche anzueignen. Vor Jahren habe ich schon einmal hier etwas über die Tiere berichtet, passend zum damals geschnitzten Stempel.

Ich finde diese großen Hirsche einfach viel zu interessant um sie nicht in mein Jahresprojekt aufzunehmen. Denn wie gesagt, sie lieben Wasser! (Es gibt zB. Fotos von einem Elch auf Usedom, der ins Meer zum Baden geht)
In Brandenburg gibt es mittlerweile 15 nachgewiesene, meist einzelne Elche, die aus Polen eingewandert sind. Auch mehren Sichtungen in MV, Sachsen und Bayern gab es. Tiere die aus Tschechien und Polen über die Grenzen wandern. Durch Wildkameras und Sender wissen Naturschützer von den wandernden Tieren und denen, die in den Gebieten bleiben. Gerade junge Bullen gehen auf der Suche nach Partnerinnen auf lange Wanderschaften. Ihre Territorien sind bis zu 1500 Hektar groß. Das entspricht 1.071 Fußballfeldern! In Polen ist die Population durch ein Jagdverbot angewachsen, was den Druck auf männliche Elche erhöht. Es gibt sogar einen Beitrag „dienordstory“ in der Mediathek der ARD.
Ein Elch ist übrigens dauerhaft in Deutschland geblieben: Bert (Link Wildgehegeverband) in Brandenburg. Er hat sich 2018 ungewöhnlicherweise einer Kuhherde angeschlossen. Dank eines Senderhalsbands können Wissenschaftler sein Verhalten und Aufenthalte analysieren. Er macht immer wieder Wanderungen, kehrt aber zu „seiner“ Herde zurück.
Ich möchte Euch die Tiere noch genauer vorstellen:
Elch (Alces alces)
Die weltweit größte Hirschart (zu de Trughirschen gehörend) kommt in Noramerika, Nordeuropa und Nordasien vor. Die Größe und Schwere hängt vom Lebensraum ab, die sich ihrer Umgebung meist in der Größe angepasst haben (und iR. das Gebiet im Namen tragen). Erwachsene Bullen in Schweden bringen 390 bis 480, Kühe 300 bis 370 kg auf die Waage. Kanadische und russische Elche werden viel schwerer, bis zu 800 kg.

Damit können Elche eine Gefahr darstellen, vor allem für den Straßenverkehr. Die durch vielen Straßen zerschnittene Landschaften zwingt die Tiere dazu, auf ihren Wanderungen auch vielbefahrene Straßen zu überqueren. Im Winter lockt sie auch das mineralische Streusalz. In Schweden werden durchschnittlich zwischen 4.000 und 5.000 Verkehrsunfälle jährlich mit dem Großhirsch gemeldet, vor allem die einjährigen Jungtiere erwischt es und Bullen bei ihren Wanderungen zur Brunftzeit. Und das sind ordentliche „Kawänsmänner“, die dann auf das Auto fallen. Also nehmt die berühmten Schilder mit der Elch Silhouette ernst, wenn Ihr dort unterwegs seid. (Auch diese Tiere werden vom Scheinwerferlicht geblendet und bleiben stehen) Allerdings leben in Schweden 300.000 bis 400.000 der Tiere und diese sind, wie erwähnt, sehr wanderfreudig! Wenn sie übrigens rennen, können sie 50-55 km/h erreichen.
Elchbullen tragen auf ihrem Kopf das unverwechselbare große Geweih aus breiten Schaufeln, verzweigten Stangen oder einem Mix aus beidem. Vor allem alte Bullen haben große Schaufeln. Dies ist zum Angeben, um eine Elchkuh zu beeindrucken. Dabei veranstalten sie durch wildes Gehabe Schaukämpfe mit Büschen und jungen Bäumen oder kämpfen natürlich gegen echte Rivalen und versuchen sie zurück zu schieben. Verletzt wird dabei meist kein Tier. Aber diese Zeit verbraucht viele Reserven. Die Paarungszeit liegt im Herbst, bevor es kalt wird.
Elche fressen fast den ganzen Tag. Und wenn sie nicht fressen, kauen sie das runtergeschlunge Grün wieder. So wird sich ein Fettvorrat für den Winter angelegt, wo sie weniger Grün finden um den Tagesbedarf zu decken. Eine Besonderheit bei den Zähnen: sie haben im Oberkiefer keine einzelnen Schneidezähne sondern eine unempfindlich Gaumenplatte. Die unteren Schneidezähne pressen dann dagegen beim Pflücken der Nahrung und können so auch gut größere Pflanzen(mengen) trennen.
Nur zur der Paarungszeit treffen sich Bullen und Kühe. Die Elchkühe ziehen über das Jahr mit dem Nachwuchs umher, die Bullen sind Einzelgänger.
Elchkühe sind ca. 8 Monate lang trächtig, dann kommen ein oder zwei Kälbchen auf die Welt. Ein gerade geborenes Kalb wiegt etwa 15 Kilogramm. Es kann zwar kurz danach aufstehen, bleibt aber trotzdem paar Tage versteckt liegen, während seine Mutter auf Nahrungssuche geht. Sie entfernt sich nie weit, um es beschützen zu können. Wolf oder Bär wären die natürlichen Feinde. Wenn nötig, verteidigt die Elchkuh ihr Junges mit kräftigen Tritten. Vier Monate trinkt das Kalb bei der Mutter, dann kommt immer mehr Grünfutter dazu. Ein Jahr bleibt das oder die Kälber bei der Mutter, dann kommt der neue Nachwuchs und das Jährlingskalb muss nun für sich alleine klar kommen. Die Aufmerksamkeit der Mutter ist nun auf das neue Kalb gerichtet.
Das unverwechselbare Schaufelgeweih des Bullen ist wirklich etwas Besonderes. Es kann bis zu 135 Zentimeter breit und 20 Kilogramm schwer werden. Das Geweih besteht aus Knochensubstanz, die wie der restliche Körper, durchblutet ist. Verletzungen dort merkt das Tier also. Im Winter nach der Paarungsszeit werfen die Bullen ihr Geweih ab. (Das ist bei allen Hirschen so) Ab dem Frühling wächst dann ein neues Geweih. Bis zu 2,5 Zentimeter am Tag kann so ein Geweih täglich wachsen. Das braucht natürlich auch nochmal viel Energie. Je älter der Elch wird, desto größer und stärker wird sein Geweih. Aber etwa ab dem 10. Lebensjahr setzt das Geweih dann zurück, dh., es wird jedes Jahr kleiner (der „Bart“ übrigens auch). So kommen jüngere, vielleicht fittere Tiere zum Zuge und mischen den genetischen Pool wieder auf.
Ebenfalls unverwechselbar ist der restliche Kopf dieser Tiere mit der wirklich großen, nach unten gebogenen Nase. Die grosen Nasenlöcher kann das Tier verschliesen und so unter Wasser tauchend auch fressen.Die Tiere leben in Gebieten, die im Winter auch locker mal -40 Grad haben. Ihr kennt das sicher selber, im Winter soll man die kalte Luft durch die Nase einatmen. Diese wärmt die Luft etwas vor. Wenn der Luftweg bei der Elchnase also noch ein wenig länger ist, da verzwegte Nasengänge, wärmt das natürliche entsprechend die eiskalte Luft vor. Und gut riechen können sie mit der großen Nase auch noch. Oberlippe und Nase gehen ja eigentlich ineinander über, sie wird Muffel genannt.
Auch sonst ist der Elch gut für den Winter gerüstet. Fett wird eingelagert, vor allem der „Buckel“ und der „Kehlbart“ ist gut zum extra Einlagern. Nebenbei sind dort auch mit die längsten Haare, die der Bulle zum Imponieren aufstellen kann. Und apropos Haare, diese sind dicht, gewellt und vor allem hohl! Wie Ihr vielleicht wisst: Luft wirkt wärmend und isolierend.
Im Sommer brauchen Elche daher wohl auch so viel Abkühlung im Wasser, sie schwitzen nicht. Und mit ihren recht langen Beinen können sie entweder lange über den Grund laufen oder hervorragend schwimmen. Sie fressen nämlich auch besonders gern Wasserpflanzen. Hier gibt es übrigens etwas Einzigartiges: Elche sind Paarhufer, aber nur Elche haben eine Schwimmhaut zwischen den beiden Klauen! Das ist nicht nur zum Schwimmen gut. Auf festem Boden bleiben die Klauen zusammen. Doch auf schlüpfrigen, nassen Untergrund werden sie bis zu sieben Zentimeter gespreizt und die Haut dazwischen öffnet sich fächerartig. Im Sumpf und auch im Schnee gibt das besseren Halt, sie sinken trotz großer Masse weniger ein. Übrigens, gegen die vielen Mücken in den feuchten Wälder hilft dann schon wieder das dichter Fell.
Neben der guten Nase sehen Elche auch sehr gut, auch in der Dämmerung und Nacht und durch die Lage der Augen am Schädel seitlich eine Rundumsicht, fast 360°. Und die einzeln bewegbaren Ohren hören gut, zB. bis zu 3 km weit entfernte Artgenossen. Übrigens, die großen Tiere sieht man kaum, wenn sie still zwischen den Bäumen stehen. Der Elch entwickelte sich recht spät nach der letzten Eiszeit aus den ausgestorbenen Riesenhirschen, dass ist relativ spät vergleichbar mit anderen Tieren.
Der Elch ist nicht unbedingt bedroht, auch wenn sein Lebensraum weltweit geschrumpft ist. Was ihm neben dem Mensch zu schaffen macht, ist die Klimaerwärmung. Wie erwähnt sind sie hitzeempfindlich. Genau wie viele der Pflanzen, die sie fressen. Diese wachsen langsamer oder vertrocknen sogar. Vermutlich wegen der Erderwärmung überleben immer mehr Parasiten. Wissenschaftler haben festgestellt, dass weniger Kälber (deswegen?) geboren werden.
Schutzbemühungen (zB. Jagdverbot in Polen) über Grenzen hinweg versuchen dem Elch eine bessere Zukunft zu geben. Auch Deutschland heißt ihn willkommen.
Eine Geschichte, die ich gerne im Zusammenhang mit den Recherchen diesen Monat gelesen habe, ist „Der Elch der Ewenken“, aus dem Volksgut der Ewenken, den Rentiernomaden in der Inneren Mongolei in China. Sie beschreibt, wie ein verwaistes Elchkalb einem Nomaden und Jäger folgt, bis in seine Hütte und er es dann groß zieht, bis es größer als seine Rentiere ist. Die ungewöhnliche Freundschaft kann nicht so bleiben, der Elch muss zurück in die Natur. (Ich habe bei den Recherchen dieses wunderschönes Bilderbuch entdeckt, bestellt und zeige es Etwas. Ganz wunderschönes Bilderbuch für Groß und Klein. Es gibt übrigens viele Geschichten vor allem für Kinder mit Elchen, Ihr kennt vielleicht „Olaf“ oder „Es ist ein Elch entsprungen“)


Tja, ich glaub mich knutscht ein Elch (Filmtitel, wurde dann aber fleißig statt „…mich tritt ein Pferd“ genutzt, ich schreib und schreibe, muss dringend mal ein Ende finden. Es gibt einfach zu viel über die größten Hirsche zu erzählen. Aber „die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“ (von F. W. Bernstein Wikipedia) muss ich mit rein nehmen. Ich könnte Euch noch die irrige Annahmen über umkippende Elche aufschreiben (nachlesbar bei Cäsar im sechsten Buch „De bello Gallico“ in dem er über den Herkynischen Wald in Germanien schreibt. Hier leben eben Elche und die haben keine Kniegelenke, weswegen sie an Bäumen angelehnt schlafen. Kippen sie um, können sie nicht mehr aufstehen, was die Jagd der Germanen auf sie sehr erleichtert. Und Plinius… Ach, jetzt ist aber gut)
Ich hoffe, die Reise zu diesem besonderen Hirsch hat Euch gefallen. In Schweden hat man manchmal in den Wäldern das Gefühl gehabt, gleich kommen Tomtas, die schwedischen Wichtel, auf Elchen durch den Wald geritten.

Mini Lindwürmer
Hallo Ihr Lieben.
Heute zeigen die Herren Lindwürmer ihre knalligen Farben. Der lateinische Name lässt uns an Urzeiten erinnern. Ach, die Damen tragen auch rote Bäuche? Aber nicht ganz so viel Rückenschmuck.

Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) ist eine durchaus bekannter Molch. Der Lurch des Jahres 2019 ist unsere zweitgrößte Molchart und in Mitteleuropa auch immer noch weit verbreitet. Bestimmt hat der ein oder andere den schon gesehen. Tatsächlich ist er ein Tier des Waldes, vorrausgesetzt, dass es dort auch Wasser gibt.
Auffällig ist vor allem der orangerot gefärbte Bauch der Männchen. Von oben sehen diese eher bläulich gefärbt aus. An den Flanken zieht sich ein silbern-weißer Längsstrich, welcher mit unregelmäßigen, dunklen Flecken gepunktet ist. Markant ist, der während der Paarungszeit eindeutlig sichtbare, glatte Rückensaum, der abwechselnd weißgelb schwarz gebändert ist. Ich hoffe, Ihr erkennt das auf meiner Zeichnung:

In Deutschland ist das häufigste Vorkommen in den südwestlichen Ländern. Er laicht bis über 2.000 m. Dieses hat ihm daher auch seinen Namen eingebracht. Der Molch ist, neben Alpensalamander, Grasfrosch und Erdkröte, einer der wenigen Amphibien, welche sich die Alpen erschlossen haben. Der Bergmolch ist bei der Auswahl seiner Laichgewässer weniger wählerisch, nimmt aber eher kühlere, kleinere, wenn auch gern etwas sonnenbeschienene Gewässer, welche er als typischer „Waldmolch“ im oder natürlich in der Nähe vom Wald sucht. Aber, Molche sind empfindlich gegenüber verschmutztem Wasser! Mischwald und Laubwald sind die bevorzugten Reviere. (Aber da sie jahrelang in den kleinen Teich im Garten meiner Eltern zur Laichzeit kamen, scheinen sie wirklich nicht so viel zu brauchen. Der Teich war klein, aber ohne Fische, welche alles auffressen.) Laub(misch)wälder sind Lebensraum für viel mehr Tiere, vor allem auch Beutetiere, es gibt auch bessere Verstecke. In Mooren, Kraut- und Graslandschaften, gerade in höheren Lagen, findet man ihn auch. Reine Fichtenforste hingegen werden gemieden. Auf kleinstem Raum bietet die Streuschicht von Laubwäldern unterschiedliche Feuchtigkeitsgradienten, Verstecke und Nahrung. Das schlammige, mit Falllaub bedeckter Gewässer, was sich in Wegen, Kümpeln und Löchern dort findet, ist oft ausreichend.

Der Bergmolch ist unser attraktivster „Unterwasserdrache“.
Ungewöhnliche Farbenpracht direkt vor der Haustüre und nicht im Zoo, dass ist schon etwas Besonderes, oder?
Zwischen den Männchen und Weibchen gibt es deutliche Unterschiede. Während die Männchen etwa 7–9 cm groß werden, erreichen die Weibchen eine Länge von 7–12 cm.
Auch farblich unterscheiden sich die Geschlechter. Das auffällig Aussehen während der Laichzeit im Wasser wird Wassertracht genannt. Die Rückenleiste des Männchens ist während des von Juni bis März stattfindenden Landaufenthaltes viel kleiner. Den Rücken der Weibchen dagegen ziert ein olive oder bräunliches, dunkles Muster auf leicht schmutziggrau – bläulichem Hintergrund. Auch fehlt ihnen der Rückensaum. (siehe meine Zeichnung)
Frisch geschlüpfte Larven sind hell gelblich bis hell bräunlich gefärbt. Mit zunehmendem Alter der Larven nimmt ihre feine schwärzliche Pigmentierung zu.
Wie so viele Ampfibien ist er lieber nachtaktiv. Tagsüber versteckt sich der Bergmolch in kühlen und feuchten Verstecken in der Nähe zu seinen Laichgewässern, wie umgekippte Baumstämme und Tothölzer, Steinhaufen, sowie tatsächlich auch mal Nagerbauten. Die Bodenverstecke nutzt der Bergmolch manchmal auch um in Starre über den Winter zu kommen.
Ein Teil der Bergmolche wandert im Herbst wieder zum Laichgewässer zurück, um darin zu überwintern. Bergmolche entfernen sich äußerst selten weit von ihren Laichgewässern. Sie wandern etwa 100 bis 1.000 Meter weit. Eine feuchten Haut ist bei Amphibien wichtig.
Die Fortpflanzungszeit der Bergmolche wird von der Luft Temperatur beeinflusst. Wie bei Pflanzen begünstigen anhaltende Temperaturen von über 5 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit die Mobilität der Molche. Viele von ihnen wandert im Frühjahr ab Mitte März zu den Laichgewässern, die Männchen früher als die Weibchen. Dort fibdet ein aufwendiges Balzverhalten statt. Das Männchen wedelt dem Weibchen immer wieder Duftstoffe zu. Am Ende der Balz wird das vom Männchen am Gewässerboden abgesetzte Samenpaket über die Kloake des paarungsbereiten Weibchens aufgenommen. In einzelne, extra dann umgeknickte Wasserpflanzenblätter wird der Laich geklebt. Dabei wird immer ein Ei in ein „Nest“ gesetzt und das mit ca. 250 Stück!
Normalerweise entwickeln sich die Larven ca. drei Monate nach dem Schlupf in fertige Molche. Manchmal kommt es allerdings vor, dass Larvenmerkmale wie z.B. die äußeren Kiemenbüschel bleiben, während die Tiere trotzdem geschlechtsreif werden. (Ihr erinnert Euch vielleicht noch an Grottenolm und Axolotel hier drüber geschrieben). Dieses teilweise Verbleiben im Larvenstadium wird als „Neotonie“ bezeichnet und ist vor allem vom Axolotl bekannt, einem in Mexico vorkommender Schwanzlurch, der so bleibt. Eigentlich kann es bei allen unseren 4 heimischen Molcharten vorkommen, am häufigsten aber bei denen, die eine kürzere Zeitspanne zur Entwicklung haben, so in den Bergregionen. Die Tiere bleiben in diesem Fall ganzjährig im Wasser. Sonst gehen die erwachsenen Molche ja an Land.
Beeinträchtigung bzw. Zerstörung von Kleingewässern durch z.B. Zuschütten stellt für die Art eine Gefahr dar. Auch wird er im Frühjahr bei seinen Wanderungen überfahren. Nicht immer nimmt der Molch mit kleinen Gewässer vorlieb, wenn er auch größere finden kann. Diese werden mittlerweile häufiger mit Fischen besetzt, sowohl kommerziell als auch durch Wiederansiedlung. Der Bergmolch ist eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Art.
Übrigens, die Bergmolch besiedeln mitlerweile auch parkähnliche Gelände und naturnahe Gärten. Er nutzt kleinere und mittelgroße Teiche, Tümpel mit Flachwasserzonen, Pfützen sowie langsam fließende Bäche als Laichgewässer. Wichtig für sein Vorkommen sind strukturreiche Lebensräume, die Versteckmöglichkeiten bieten. Dazu gehören Wurzelbereiche von Bäumen, Kleinsäugerbaue und Erdhöhlen. Und keine Goldfische im Gartenteich. Ein hübscher Kulturfolger!
Übrigens, Larven als auch adulte Molche sind nicht wählerisch bei ihrem Beutespektrum. Sie nehmen, was verfügbar ist. Aber Larven ernähren sich zunächst von Algen, mit zunehmender Größe dann vorwiegend von Wasserflöhen. Ausgewachsene Bergmolche ernähren sich im Wasser von Bachflohkrebschen, Mückenlarven, was an Insekten ins Wasser fällt, Regenwürmern aber auch von Laich, nicht nur anderer Amphibienarten. An Land stehen Insekten und deren Larven sowie Würmern, Asseln und Spinnen auf dem Speiseplan.
Das Wort „Molch m. eidechsenähnlicher Schwanzlurch. Die Form mit auslautendem Guttural, die sich durch den Gebrauch bei Luther in der Schriftsprache durchsetzt, ist erst seit dem 15. Jh. bezeugt. Älter sind ahd. mol (um 800), mol(l)o (um 1100), molm (9. Jh.), molt (Hs. 12. Jh.), mhd. mol, molle ‘Eidechse, Molch’, asächs. mnd. mol. Die Herkunft der Bezeichnung ist unbekannt…“ Quelle: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Sprache
Mythen haben sich schon immer um Amphibien gerankt. Sei es der Feuersalamander, der durchs Feuer gehen kann oder Brände legte oder die Kröten, die den Hexen dienten. Und eben auch, dass Molche Rinder töten:
In einigen Regionen gibt es die Überzeugung, dass Molche Rinder versehentlich ertränken konnten. D.h., Rinder, die an Gewässern tranken, in denen auch Molche lebten wurden beim Trinken von ihnen verschluckt.
Wie ich oben erwähnte, hatten wir also nun einmal im Jahr Bergmolche im Garten. Leider hatten wir auch große Libellen und deren Larven sind sehr große Räuber und so nützte es den Molchen wohl wenig, dass wir keine Fische in dem kleinen Teich hatten. Aber das war auch Natur. Bei 250 Eier (eine Quelle schrieb von noch viel mehr Eiern) wird sicher auch die ein oder andere Larve erwachsen geworden sein. Für uns war es faszinierend, all den vielen verschiedenen Larven beim Gestaldwechseln, der „Metamorphose „, zu zusehen.
Deswegen musste dieser Molch unbedingt in dieses Jahresprojekt
Bestimmt kein Fleisch, der gehört doch zu den Fischen!
Hallo Ihr Lieben.
Stellt Euch vor, es ist Fastenzeit. Zu früheren Zeiten bestimmte die Kirche große Teile des Lebens, besonders in Klöstern. In der Zeit vor Ostern, in der kein Fleisch von warmen Tieren gegessen werden durfte, war dies nicht immer einfach auszuhalten. Also ließ man sich etwas einfallen, zB etwas Fleisch in Teigtaschen zu verstecken: „Herrgottbescheißerle“ oder auch Maultaschen.
Eine andere Möglichkeit war, ein Säugetiere als Fisch zu titulieren:
Kaltblütig Tiere waren nämlich erlaubt. Gerade die Klöster hatten und haben deswegen Fischteiche. Nun, dieses Tier schwimmt und taucht doch auch und dieser schuppige Schwanz! Auf dem berühmten Konzil in Konstanz wurde diese „Tatsache“ offiziell beschlossen. Nun sollte dieses große Nagetier mit dem auffälligen, fetthaltigen, Schwanz, nach einem mittelalterlichen Papstedikt als Fastenspeise durchgehen. Ab den Hinterläufen durfte das Fleisch demnach auch an Fastentagen verzehrt werden, da die Biber mit ihrem beschupptem Schwanz zur Hälfte (mindestens) Fisch waren. Also absolut ignorierend, dass es eigentlich ein Säugetiere war/ist, oder?
Nun etwas mehr Fakten zum Tier um das es diesmal geht:
Europäischer Biber, Castor fiber, Überfamilie Castoridae, nach den Capybaras, die zweitgrößten Nagetiere. Im Volksmund wird er auch „Meister Bockert“ genannt
In Kanada lebt sein Vetter, der Kanadische Biber, Castor canadensis.
Im ganzen ist der haarige, pummelige „Geselle“ mit dem platten Schwanz und den starken gelben Nagezähnen 80 bis 100/135 cm lang, seine Körpermasse von 17 bis 30 Kg (der kanadische ist größer und kann in Gefangenschaft und nur in Ausnahmefällen bis 45 Kilogramm auf die Waage bringen). Biber werden 10 – 20 Jahre alt, (Tiere in Gefangenschaft können so alt werden). Der breite, nackte Schwanz trägt übrigens den Namen „Biberkelle“. Menschen haben höchstens 600 Haare auf 1 cm², der Biber allerdings 23000 cm², ein perfekter Taucheranzug.
Er ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst: eine stromlinienförmige, wenn auch kompakte Körperform, Schwimmhäute an den Hinterfüßen, extrem dichtes und wasserabweisendes Fell, das mit einer speziellen „Putzkralle“ immer gut durchgekämmt wird. Es liegen Nase, Augen und Ohren hoch oben am Kopf, fast auf einer Linie, sodass beim Schwimmen nur wenig aus dem Wasser ragt.
Der beschuppte, abgeplattete Schwanz, der auch als Fettspeicher und zur Wärmeregulation dient, (siehe meinen Druck) natürlich wird er auch zum Steuern verwendet. Außerdem sitzt der Biber gerne sozusagen auf dem Schwanz, der dann gebogen vorne herausguckt. Bisweilen wird mal kräftig aufs Wasser geklatscht, als Warnsignal für Artgenossen, wenn ein großer Raubvogel gesichtet wird. Bei Gefahr hält er bis zu 20 Minuten unter Wasser aus.
Beim Baumfällen sitzen sie auf den Hinterbeinen und benagen Stämme etwa einen halben Meter über dem Boden, einmal quer zum Stamm. Mit den oberen Schneidezähnen haken sie in die Rinde und mit den unteren wird geraspelt. So entsteht die typische „Sanduhr-Form“.
Er lebt von Pflanzen und Rinde. Und man könnte sie durchaus als schlau titulieren. Sie gestalten ihren Lebensraum aktiv, bauen Burgen und Dämme, mit denen sie den Wasserstand regulieren, damit der Eingang zur Behausung immer unter Wasser bleibt. Für solche wasserbaulichen Ingenieursleistungen müssen sie durchaus vorausschauend planen, komplexe Zusammenhänge begreifen.
Im mittelalterlichen Europa profitierte die Deutsche Hanse von dem eifrigen Handel mit Biberpelzen aus Russland. Nicht nur Pelze wurden gern getragen. Das Haar war in Frankreich zur Herstellung von Filz bestens geeignet und genutzt, perfekt für Hüte. Später kamen die Felle aus der neuen Welt. Die Nachfrage um den eigentlichen Pelz war höher als man über die einheimischen, indigenen Jäger beschaffen konnte. In Amerika hielt die Hudson’s Bay Company im 18. und 19. Jahrhundert das Monopol auf den kanadischen Pelzhandel. Zu der Zeit hatte die Jagd in Europa den heimischen Biber arg dezimiert und sich in die Neuen Welt verlagert, es gab nun Auseinandersetzungen der Jäger/Händler mit den Indigenen. Vielen Einheimischen Völkern war der Biber auch ein heiliges Tier. Er ist Teil der Schöpfungsgeschichte. So besagt eine Erzählung, dass der Biber vom Großen Schöpfer als Antwort auf das Flehen der ersten Menschen gesendet wurde. Es gab nämlich noch keine Seen und Flüsse. Erst der Biber gestaltete mit seinem Zielstreben und Fleiß selbige. Ganz ähnlich der Tiergeist der Lakota, Ĉapa, der Bibergeist der Arbeit und Steuern. Bei den Cree erzählt eine Wolsmutter ihren Jungen, dass einriesiger Biber das Land erschuf und als er schrumpfte, hinterließ er die Wasserläufe und Seen.
Aber nicht allein das Fell war sein Untergang. Ein Mythos in Europa besagt, dass der Biber in höchster Gefahr seinen Hoden abbeißt und dem Jäger lieber zurück lässt, dafür aber entkommt. Tatsächlich ging es aber um ein Drüsensekret der Tiere, das sogenannte Castoreum oder Bibergeil. Dieser Substanz wurde heilende Wirkung für vielerlei Krankheiten zugeschrieben. Heute weiß man, dass wohl die einzige medizinische Wirkung auf der in dem Sekret enthaltenen Salicylsäure beruht, welche der Biber mit der Nahrung aus der Rinde von den Weiden aufnimmt. In der Parfümerie wird besagtes Castoreum ebenfalls verwendet, heute jedoch meist in synthetisch hergestellter Form. Natürlich darf das Märchen um das heilkräftige Bibergeil, das früher auch als Potenz steigerndes Mittel genutzt wurde, nicht fehlen. Die tatsächliche Bedeutung in der Parfüm Herstellung liegt dabei weniger in der ihm nachgesagten aphrodisierenden Wirkung, sondern in der Eigenschaft, die sonst flüchtige Riechstoffe zu binden.

Dieser Pelz war und ist für den Biber ein perfekter „Taucheranzug“. Kein Wunder wurde er deswegen stark bejagd. Wie erwähnt, gab es früh immer weniger dieser interessanten Tiere. Mindestens 150 Jahre lang galt der Biber in Deutschland als ausgestorben. Es mehren sich mitlerweile immer mehr Sichtungen in Deutschland. Auch hier im Siegtal soll er gesehen worden sein. An der Sieg wird er, bzw seine unverkennbaren Fällungen von Bäumen und erste bauliche Tätigkeiten beobachtet. ( https://www.biostation-rhein-sieg.de/projekte/biber-an-der-sieg/ )
Die Indianer Nordamerikas nannten den Biber „kleinen Bruder“ – aufgrund seines Fleißes, Beharrlichkeit und seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bei der Wasserstandsregulierung. Nicht umsonst ist der Biber ist das kanadische Nationaltier.

Glooscap, ein Gott der Micmac-Indianer, soll einst den Riesenbiber versteinert und seine Nachkommen zu kleinerer Gestalt verdammt haben, so die Legende. Es lebten tatsächlich in Nordamerika einmal solche Riesenbiber, jüngste Funde sind etwa 10.000 Jahre alt. Bis zu 2,50 Meter groß wurden sie.
Beim Thema Flurrenaturierung ist der Biber also immer schon der perfekte Bauingenieur gewesen und hat erst im Frühjahr der tschechischen Regierung viel Geld gespart. (LINK Tagesschau) Leider baut er natürlich nicht immer dort, wo es uns Menschen passt. Gerade in den östlichen europäischen Ländern waren Wiederansiedlungen sehr erfolgreich.
Biber bemerken sofort, wenn sich der Wasserstand verändert. Sie suchen die schadhafte Stelle in ihrem Damm und dichten sie mit Schlamm und Pflanzenteilen geschickt ab. Für den Winter baut er aus Ästen und Zweigen sogar Flöße als Nahrungsspeicher, welche auch bei geschlossener Eisdecke unter Wasser vom Bau aus erreicht werden können.
Diese Biberburg ist das Zentrum auch für den Nachwuchs. Dort gebiert die Biberdame 1-4 Jungtiere, welche etwa 500 bis 700 Gramm wiegen. Die Jungen bleiben bis zu zwei Jahre im Familienverband und werden von den Eltern und älteren Geschwistern versorgt und erzogen. Der Biber lebt in einer sich sorgenden Familie. Große Raubvögel, wie Uhu und Seeadler, aber auch große Raubfisch wie der Hecht können vor allem den jungen und unvorsichtig Tieren gefährlich werden.
Dünnes Stämmchen von zehn Zentimetern Durchmesser schafft der Biber in nur einer Nacht. Dickere bewältigt er in mehreren Nächten und wie Ihr Euch denken könnt, ist dieses große Nagetier eher nachtaktiv. Das schafft er Dank besonders guter Kiefermuskulatur und die tief im Kiefer verankerten, aber wurzellosen Schneidezähne. Diese gelb-orangen, typischen Nagezähne wachsen ständig nach.Die farbige Vorderseite dieser Zähne besteht aus einer dünnen, extrem harten Schmelzschicht. Dahinter liegt eine breitere und weichere Schicht. Beim Nagen nutzen sich diese Schichten unterschiedlich schnell ab. So schleifen sie sich von selbst messerscharf.
Wenn man ihn so an Land sitzen sieht, wirkt er ja eher plump, aber seine schnellen Sprints und Kletterkünste sind nicht zu unterschätzen. Auch das Erklimmen von Steilufern bereitet ihm keine Probleme. Die Augen werden beim Tauchen durch ein weiteres Augenlid geschützt. Während der Hör- und Geruchssinn sehr gut ausgebildet sind, können Biber nur sehr schwach Schattierungen im Nahbereich erkennen. Mit Hilfe von Tasthaaren an der Schnauze können sich die Tiere im trüben Wasser orientieren.
Gerade in Kinderbüchern gibt es den Biber sehr häufig. Meine Söhne und ich mochten vor allem die Bilderbücher „Kasimir und Frippe“ von Lars Klinzing.
Und die Unterscheidung vom Biber zu den anderen großen Säugetieren wie Nutria oder Bisam habe ich Euch hier mal notiert und aufgemalt:


Wieder einmal ist es ein langer Bericht geworden, aber ich hoffe, ein interessanter. Genau wie es mir mit dem Elch erging, musste ich mich beim Schreiben irgendwann sehr zügeln.
Wache auf langen Beinen, mit Degen
Hallo Ihr Lieben.
Diesen Vogel habt Ihr vielleicht mit etwas Glück schon mal in einzelnen Gebieten Deutschlands, an den niederländischen oder skandinavischen Küsten gesehen. (Sein Verbreitungsgebiet ist von Europa bis Sibirien.) Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering, denn der Vogel ist vom Aussterben bedroht. Eine Madame oder einen Kavalier mit lautem Gesang (deutsche Vogelstimmen) mit einem Degen und auf langen, eleganten Beinen.
Sie ist der größte Vertreter der Watvögel in Europa. Auf hohen Beine und dem langen, stark nach unten gebogenen Schnabel ist er/sie perfekt angepasst. Ja, der weibliche Vogel ist etwas größer und hat den längeren Schnabel. Tatsächlich kreuzen sie wirklich ab und an die Schnäbel wie Degen, aber nicht kämpferisch!
Es geht diesmal im Jahresprojekt um den Brachvogel, auch Großer Brachvogel, (Numenius arquata) zugehörig zur Familie der i.R. langbeinigen und langschnäbeligen Schnepfen (Scolopacidae) und zur Ordnung der Schnepfen-, Möwen- und Alkenvögel (Charadriiformes). Der deutsche Name zeigt uns gleich, wo er lebt: Brache oder mittelhochdeutsch „Bracke“, Land das unbestellt ist, da es zB Moor war oder wg. andere schlechter Bodequalität nicht nutzbar.
Als Bodenbrüter trifft man ihn in Feuchtwiesen und anderem extensiven Grünland. Seine Geschichte hängt stark mit der Landwirtschaft zusammen. Sie sind ziemlich standorttreu und sollte zB „seine“ Wiese nun ein umgebrochener Acker sein, brütet er trotzdem dort. Mit dem langen Schnabel stochert er nach Kleintieren. Gern sucht er sich feuchte Gegenden aus, mit ihrem reichhaltigen Nahrungsangebot. Er frisst bevorzugt Wirbellose aus dem oberen Boden und von der Oberfläche, wie Regenwürmer, Asseln, viele Insekten, kleine Weichtieren, im Watt auch kleine Krebstierchen. Der Schnabel fungiert auch als Tastorgan, er ist nämlich vorne erstaunlich weich und flexibel. Er kann tatsächlich die Spitze des oberen Schnabels bewegen und so die Beutetiere wie mit einer Pinzette ergreifen. Das dieser besser in weichem und feuchten Boden geht, könnt Ihr Euch sicher denken.
Natürlich übersieht man den Vogel trotz Größe Dank seines braungeflecktem Tarngefieder. Er ist rund 50 cm hoch, die Flügelspannweite liegt bei etwa einem Meter. Sein Markenzeichen, der gebogenen Schnabel, ist bis zu 16 cm lang.
Nach seinem umwerbenden, wunderschönen Gesang in der Luft und der Verbeugung vor der Partnerin, bauen sie ein Nest, meist in niedriger Vegetation und muldenförmig am Boden. Frühestens Ende März legt sie 2 bis 5 bräunliche – grünliche Eier, mit dunklen Flecken. Die Brutzeit beginnt mit dem letzten Ei und dauert 27 bis 29 Tage. Die Küken schlüpfen recht zeitgleich und sind Nestflüchter. Mit 5 Wochen sind sie dann flügge. Ersatzgelege bei Zerstörung der ersten Brut kommen besonders im intensiv bewirtschafteten Kulturland mitlerweile leider häufiger vor und sind iR nicht mehr erfolgreich. Das liegt aber nicht unbedingt an seinen Fressfeinden.
Als Bodenbrüter verlässt sich der Vogel erstenmal auf seine Tarnung. Reicht diese nicht aus, rufen sie laut und gehen auch zur aktiven Verteidigung über. Auf der Wacht steht der Vogel gerne auf einem Zaunpol zur besseren Sicht. So wachend haben wir vor Jahren einen in Schottland an der östlichen Nordseeküste gesehen.
Während der Brutzeit sind Brachvögel paarweise unterwegs und territorial. Sonst sind sie gern in Gruppen. Auch kurz vor der Paarungszeit treffen sich die Partner erst im Schwarm. Nach der Brut finden sich oft wieder die Schwärme zum Mausern am Wattenmeer.
Seine zwangsweise Kulturfolge hat ihm nur eine Verschnaufpause gebracht, (bis Mitte des 20. Jhd.) aber leider kaum Nachkommen. Dafür sind maßgeblich der Umbruch von Brachland (Bebauung, Zerschneidung der Flächen, Pestizide) und die Intensivierung der Landwirtschaft verantwortlich, denn der Vogel braucht ein großes Gebiet und ist Standorttreu. Auch wenn Spaziergänger vom Weg abweichen, Hunde oder Katzen die Brut stören, kommt es ggf. zu einem Misserfolg, denn da ist er sehr störungsanfällig, wie viele Bodenbrüter. Er versucht zwar oft eine zweite Brut, aber bekommt seinen Nachwuchs nicht hoch, da zB geerntet wird oder geeggt.
Auch sinkt in vielen Grünflächen der Grundwasserspiegel, entweder durch Trockenlegung, starke Nutzung des Wassers oder Klimawandel.


Es gibt auch Durchzügler welche hier „übersommern“ und aus den nördlichen Ländern verweilen. Die heimischen Vögel überwintern dagegen als Zugvögel u.A. in Frankreich, Portugal und Spanien, aber auch Irland, seltener sogar im nördlichen Afrika. Er ist ein durchaus eleganter, schneller Flieger (ca 70km/h). Auch im Überwinterungsgebiet sind die Vögel gerne standorttreu und die Paare treffen sich dort oft. Die Jagd wurde auf die Vögel schön länger eingestellt, nur an der französischen Atlantikküste gab es noch eine „nachhaltige“ Bejagung, die aber mittlerweile Dank Proteste auch untersagt wurde.

Die großen Vögel können bis zu 30 Jahre alt werden.
Im 19. Jhd. gab es den Mythos vom „Pfeiffer“. Bergleute, Arbeiter und Seeleute weigerten sich zu arbeiten, wenn sie nachts die unheimlichen Rufe Verstorbener hörten. Was sie tatsächlich gehört hatten, waren die lauten Rufe der Brachvögel. Diese verhalfen ihm auch zum eher unrühmlichen Volksnamen „Mördervogel“.
Und doch, kaum ein Vogel steht so für unberührte, große, freie Flächen, für Freiheit und Schönheit der Natur. Hoffentlich helfen die Schutzmaßnahmen, ihn noch einmal, dass er das Ideal weiterhin für uns verkörpert.
Ringelringelreihen
Hallo Ihr Lieben.
Wie ein Band bewegt sich dieses Tier im Wasser.
Fast im ganzen Land kann man eigentlich dieses Reptil finden. Für uns Menschen ist sie ungiftig und ungefährlich, also keine Sorge. Um ihre Beute zu lähmen hat sie aber sogenannte „Duvernoy´sche Drüsen“ im Maul. Hier wird ein schwaches Gift produziert, welches kleinere Beutetiere lähmen kann. (Giftzähne haben Nattern nämlich nicht.) So ist sie ungestörten beim Fressen von Kleinsäuger, Amphibien, andere Insekten und auch Fischen.
Ihr könnt es Euch vielleicht schon denken, es geht um die Ringelnatter.
Natrix natrix („Schwimmerin“)
140 Gramm (Männchen) und bis 500 Gramm (Weibchen), 15 bis 25 Jahre

Im Volksmund wurde sie auch Wassernatter, Schwimmnatter, Kuk oder Hausschlange genannt. Eine Schlange, die im Volksglauben in vielen Gebieten sogar Glück und Segen bringt, Haus und Hof beschützt. Liegt vielleicht auch daran, dass sie Mäuse fressen? (Und das lange, bevor es Katzen auf hiesigen Höfen gab.)
Ihre direkte Verwandschaft ist die Barrenringelnatter. Früher wurden Tiere eher nach ihrem Aussehen klassifiziert. Nachdem man den genetischen Code (2017, Infolink Nabu) untersuchte, mussten da Korrekturen vorgenommen werden und so benannte man die Unterart, die vorwiegend westlichen des Rheins lebt in Barrenringelnatter (natrix helvetica) um. Diese Tatsache ist wohl nicht nur mir bis heute unbekannt gewesen und ich könnte sie wohl auch nicht so schnell unterscheiden, denn optisch zeichnet sie sich nur durch Längsflecken an der Körperseite aus. Sie gleicht der Ringelnatter aber sonst im Verhalten und Aussehen.
Ringelnattern haben wohl ihren Namen vom Einringeln und/oder ihrem gelben „Halsschmuck“. Wieviel es genau in Deutschland gibt, weiß man leider nicht. Aber das ihre Sichtungen zurück gehen ist sicher. Ich erzähle Euch etwas mehr zu diesem Reptil:

Bei Gefahr dreht die Ringelnatter sich auf den Rücken. Dann verdreht sie sogar die Pupillen und lässt die Zunge aus dem Maul hängen: sie stellt sich Tod! Vorher versucht sie es aber mit Flucht oder verspritzt ein übelriechendes Sekret aus der Analdrüse. (Deswegen wird sie manchmal „Stinker“ genannt)
Sie muss sich vor Raubvögeln, Füchsen, Reihern, marderartigen Räubern und auch Ratten in Acht nehmen. Und natürlich wieder vor dem Mensch und seinem Haustier, der Katze.
Ringenattern gehören zu den größten westeuropäischen Schwimmnattern. Wenn Ihr eine Ringelnatter über 1m finden solltet, habt Ihr ziemlich sicher ein Weibchen entdeckt. Und das es eine Ringelnatter ist, erkennt Ihr am namensgebenden, ovalen und hell-gelbe „Halsring„, der aus zwei Halbmonden hinter den Augen im Nacken besteht. Der Körper ist oft dunkelgrau, manchmal, bräunlich oder hellgrau und mit einem grünlichen Schimmer. Dazu mit schwarzen Flecken und einer hellen Bauchseite: hellgrau, weiß- oder gelblichschwarz gefleckt oder gewürfelt. Diese Bauchzeichnung ist so individuell wie unser Fingerabdruck. Gekielte Schuppen auf dem Rücken identifizieren Ringelnattern als Wassernattern. Ihre Augen haben große, rund, schwarzen Pupillen. Der Blick wirkt „weicher“ als bei vielen anderen Schlangen. (Eine Kreuzotter hätte eine schlitzförmige Pupille)
Ringelnattern sind als Reptilien wechselwarm. Wenn es kühler ist, brauchen sie Sonne und sollte es ihnen zu warm werden, suchen sie Schatten oder Wasser auf. Sie können dafür ihre Körperoberfläche etwas vergrößern oder verkleinern. Als Lebensraum benötigen sie also auch entsprechende Strukturbereiche: übersichtliche Sonnenplätze und Schatten und sogar Bauten von Nagern, in die sie sich bei zu großer Hitze zurückziehen. Außerdem benötigen sie Wassergebiete. Denn Ringelnattern lieben Feuchtgebiete, sie können hervorragend schwimmen und tauchen und fangen dort gern Amphibien.
Wie alle Schlangen wachsen sie bei entsprechendem Nahrungsangebot immer weiter. Ihre Haut wächst aber nicht mit und so häuten sie sich mehrfach im Jahr bei Bedarf, übrig bleibt das „Natternhemd„.
Männchen müssen mindestens drei Winter überstehen, bevor sie die Geschlechtsreife erlangen, die Weibchen vier oder mehr. Weibchen werden von mehreren Männchen umworben. Kämpfe zwischen den männlichen Rivalen kommen nicht vor. Ist die Paarung vorüber, werden die trächtigen Weibchen zunehmend träge und liegen viel in der Sonne – dies fördert die Entwicklung der Embryonen. Zwischen Juli und August erfolgt dann in der Regel die Eiablage, Dafür werden Standorte gewählt, die Eigenwärme produzieren. Schon im März, April sucht das Weibchen nach einem geeigneten Platz für die Eiablage. Durchschnittlich werden zwischen 10 und 30 Eier in Kompost- oder Laubhaufen abgelegt. Ihr fragt Euch, warum ausgerechnet dort, wo etwas verrottet? Die Eier mit der weichen Schale sind recht empfindlich. Aber nur mit Hilfe von Wärme entwickeln sich die Jungen, das kennt Ihr sicher von anderen Reptilien. Erde ist viel zu hart und nicht immer warm genug. Die Gelege bleiben sich selbst überlassen. Die Eltern könnten sie auch zu wenig aufwärmen, da ja wechselwarm. Deshalb muss eben eine andere Wärmequelle helfen. Aus 3 cm großen Eiern schlüpfen zwischen August und September kleine Miniversionen der Eltern, welche bereits voll entwickelt und auf sich allein gestellt sind. Die Brutzeit schwankt je nach Temperatur zwischen 4 und 10 Wochen. Ringelnattern können übrigens bis zu 25 Jahre alt werden.
Wer selber einen Kompost im Garten hat, weiß schon die Erklärung: Der Kompost-oder Laubhaufen produziert Wärme. Pilze und Bakterien, welche die Planzenreste abbauen, erzeugen Wärme. In der Natur ist das kein Kompost sondern zB ein alter Baumstamm oder verrottede Schilf- oder Blattansammlungen. Früher hatte fast jeder Hof mit Vieh einen Misthaufen vor den Ställen, perfektes verrottendes Materialien für eine Nattern Kinderstube. (Heute sind solche Misthaufen nicht mehr erlaubt.)
Gute Plätze für die Eiablage werden oft von mehreren Weibchen aufgesucht und das gern auch über Jahre.
Suchbild:

Untereinander sind die Nattern friedfertig und gesellig.
Im September – Oktober suchen die Ringelnattern frostfreie Verstecke auf, die durchaus weiter weg vom Wasser liegen. Oft sind es Plätze unter Wurzelstöcken, Haufen aus Steinen und Reisig oder Bauten von kleinen Säugetieren. Sie wandern dafür zur Not viele Kilometer. Oft kommt es vor, dass mehrere Ringelnattern oder auch verschiedene Schlangenarten gemeinsam überwintern. Ihr erinnert Euch vielleicht, die Blindschleiche (Echse) machte das auch so. Die Winterstarre ist immer ein Risiko für die überwinternden Tiere.
Übriges, auch die Ringelnatter findet ihre Beute mit der Zunge, auf der sich die Geruchsorgane befinden.
Erzählungen/Märchen Ludwig Bechstein (Link Gutenberg Projekt)
Erwähnenswert fand ich auch die aktuelle Meldung, dass die größere und seltenere Verwandtschaft, die Äskulapnatter (Link Wikipedia), sich gerade etwas stärker im Hessischen (Wetterau) vermehrt. Vielleicht profitiert sie von der Klimaerwärmung, sie mag es nämlich gern noch sonniger und wärmer und ist natürlich auch ungiftig. Sie kommt eigentlich aus Südeuropa, aber Ihr seht sie sehr häufig im Alltag, wenn Ihr an einer Apotheke oder beim Arzt seid. Sie ist ihr Wahrzeichen und schlängelt sich um einen Stab, der dem antiken Arzt Äskulap gehört hat.
Ich weiß, nicht jede*r kann sich mit Amphibien und Reptilien anfreunden, aber ich hoffe, es hat Euch trotzdem Freude gemacht, etwas mehr über dieses besondere Tier zu erfahren
Wappenvogel
Hallo Ihr Lieben.
Ich beginne meinen heutige Beitrag mit etwas Unschönerem. Im zweiten Weltkrieg waren kaum noch Mittel zur Bekämpfung von Insektenschädlingen verfügbar. Das betraf zB die Menschen, welche befallen waren von Läusen und Milben, aber auch die gefährlichen Malaria Überträger. Genau so gehörten dazu ebenfalls die Ernte reduzierenden Insekten in der Landwirtschaft. Was war man begeistert ob dem Insektenvernichter DDT! Schien es doch nur gegen Insekten zu wirken und das ganz hervorragend. (Läuse übertragen ebenfalls Krankheiten, der Kartoffelkäfer vernichtete viele Pflanzen)
Später merkte man die furchtbaren Nebenwirkungen, die sich auch durch die Nahrungskette verbreiteten. Ich möchte nur auf eine eingehen: sehr zerbrechliche Eierschalen und damit keine Nachkommen! Das kam zur Jagd auf diesen, heute vorzustellenden „Konkurrenten“ dazu.
Vor ca 30 Jahren war unser größter heimischer Greifvogel, der König der Lüfte, so gut wie ausgerottet. Das Vorbild für das deutsche Wappen, die deutsche Flagge, war in Deutschland nicht mehr zu sehen: der Seeadler
Mut, Weitblick, Kraft
Es wird nicht explizit der Seeadler als Vorbild für unseren Wappenvogel genannt, sondern nur der Adler im Allgemeinen. Da der Adler als größter Raubvogel schon das machtvolle Symbol des Heiligen römischen Reiches ab Karl dem Großen darstellte auch und vieler anderer Nationen und Adelshäuser, liegt es nahe, dass man sich eben auch den größeren ausgesucht hat 😉 Der Steinadler ist etwas kleiner.
Und nun die gute Nachricht: er fliegt wieder. Das verdanken wir dem strengen Schutz des majestätischen Vogels in der DDR, wo es zur Zeit des Mauerfalls um die 200 Seeadler gab. Weitere starke Schutzzonen unterstützten bald weiter westlich die Bemühungen, den Vogel zu retten.
Als ich meinen ersten Seeadler auf Rügen sah, war ich erst so baff, ungläubig und dann natürlich begeistert.

Bis zu zwei Meter Fünfzig Spannweite, und eine kurzer Stoß (Schwanz), welcher vielleicht hell leuchtet, weil Ihr einen alten Vogel seht. Seine Flügel wirken brettartig mit gespreitzten „Fingern“ am Ende. Sein Flügelschlag ist weit ausholend, kräftig. Möglicherweise seht Ihr auch den gelbe Schnabel im Sonnenlicht. Bei jungen Vögeln sind diese noch dunkel.

Seeadler sind sehr empfindlich in Bezug auf Störungen in der Nähe ihres großen Horstes (Nest). Sie verlassen dann die Eier, welche auskühlen und die Küken sterben noch vor dem Schlüpfen. Oder die Küken werden Opfer von Raben, zB. Also sind auch heute weitläufige Schutzzonen unerlässlich.
Dafür gibt es nun wieder über 1000 Revierpaare (Stand 2024, WWF, der NABU nennt eine niedrigere Zahl), davon auch wieder einige in Niedersachsen, Thüringen und Bayern.
In Norddeutschland hat sich der Seeadler weiter nach Westen hin ausgebreitet. Bis ans Steinhuder Meer und in die Weser-Auen und über unsere Grenzen hinweg könnt Ihr ihn als Strandgast über Euch segeln sehen, auch in den Niederlanden.

Aber es gibt ihn nicht alleine an der Küste. So könnt Ihr ihn auf der „Bislicher Insel“ in Xanten sichten (klick Bund). Auch in Duisburg gibt es ein Paar, was dieses Jahr auch hier in den Medien war. Meist halten die Organisationen, welche für den Schutz zuständig sind, die Standorte der Horste geheim, verständlicherweise.
Haliaeetus albicilla, so der wissenschaftliche Name, was so viel bedeutet wie „Meeresadler mit weißem Schwanz“, gehört zur Familie der Habichtartigen, er unser größter Greifvogel in Europa
Ab dem Erwachsenenalter, etwa 6 Jahre alt, hat der braungefiederte Vogel einen gelben Schnabel, der Kopf ist heller als der Körper und der Schwanz reinweiß. Jüngere Vögel sind insgesamt dunkler gefärbt. Das Weibchen ist größer und schwerer als der männliche Vogel. Insgesamt wirkt der Vogel kräftig, bullig.
Etwa 700 g Nahrung täglich wird gebraucht, vor allem in Form von Fischen und Wasservögeln, sowie anderen Wirbeltieren. Nicht nur im Winter nehmen sie auch Aas, was an Straßen, wo viele Tiere überfahren werden, durchaus für den Greifvogel gefährlich werden kann. Der weibliche Vogel wiegt ja auch um die 7 kg, klar benötigt dieser Vogel viel Fressen und war damit vor allem Fischern ein Konkurrent.
Dabei greift der Seeadler aus dem erhöhen Ansitz an. Wie gesagt, es sind an den Seen nicht immer Fische, (die der Mensch auch kommerziell fischt/e), der Fischadler ist aber darauf spezialisiert. Häufiger sieht man ihn niedergehen auf eine kleinere Gruppe Wasservögel, gern abseits sitzende Vögel erspähend. Nach erfolgreichem Beuteschlag jagen sich die großen Vögel durchaus schon einmal die Beute ab.
Die Lebenserwartung eines Seeadlers liegt bei etwa 40 Jahren (in Gefangenschaft), in der freien Natur werden sie bis zu 30 Jahren alt.
Ihre Nester bauen die Vögel genau so beeindruckend wie sie selber sind: bis zu 600 Kilogramm und 2 m Durchmesser können die Horste werden. Dafür bevorzugen sie große, hohe Bäume. Aber auch Felsen können als Nistort dienen. Ein altes Raubvogel- oder Rabennest wird gern als Grundlage genommen, ausgebessert und ausgepolstert. Seeadler Paare leben monogam und ganzjährig zusammen. Sie nutzen gern mehrere Horste in ihrem Revier. Die Brutzeit ist zwischen Februar und April und dauert 38 bis 40 Tage. Gebrütet wird abwechselnd auf 1 bis 3 Eiern, die Aufzucht dauert etwa 80 bis 90 Tage. Nicht immer kommen drei Jungvögel durch, es ist soger eher unwahrscheinlich, dass die Eltern immer so viel Futter bringen können und keiner aus dem Nest fällt. Die Jungvögel verlassen spätestens im Herbst das elterliche Revier und suchen sich ein Eigenes. Erst mit 4 Jahren werden Seeadler geschlechtsreif und der Weg dahin steckt voller Herausforderungen.
Adleraugen, die sind wirklich sprichwörtlich außergewöhnlich gut. Sie können ihre Beute aus einer Distanz von bis zu 1.000 Meter erkennen, wohingegen der Mensch auf maximal 50 Meter kommt. Sie sehen schärfer, haben ein weiteres Sichtfeld und können sogar mehr Farben erkennen als der Mensch. Die Augen sind im Vergleich zum Kopf relativ groß, besitzen deutlich mehr lichtempfindliche Sehzellen und zwei Sehgruben, statt einer, wie der Mensch (dort sieht man am schärfsten). Auch stellt sich die Linse sehr schnell scharf. Menschliche Augen verfügen über drei verschiedene Farbsehzellen. Durch diese sogenannten Zapfen sehen wir blaues, rotes und gelbes Licht und alle anderen, daraus gemischten Farben. Adleraugen besitzen fünf Arten von Zapfen. So können sie zusätzlich ultraviolettes Licht wahrnehmen und Weißtöne voneinander unterscheiden, die für den Menschen alle gleich aussehen. Augen eines Adlers können 150 Bilder pro Sekunde wie Einzelaufnahmen betrachten, also in Zeitlupe sehen.
Mit zunehmendem Alter wird die braune Iris immer mehr bernsteinfarben.
Diese Greifvögel rufen, hörbar in der Balz zB.: rick, rick, rick (Klick zu „deutsche Vogelstimmen“), Das geübte Ohr erkennt da vielleicht sogar den Geschlechterunterschied, denn das Weibchen hat eine dunklere Stimme.
Besonders anzusehen ist ihr Balzflug in der Luft mit einem sich hochschraubenden Paar und Scheinangriffen, Rufen im Duett und „Radschlagen“.
Sie sind territorial während der Brut, zur Not gibt es Revierkämpfen. Denn nur so können sie genug Beute fangen.
Über das Jahr werden aber nicht geschlechtsreife Jungvögel durchaus toleriert.
Die Jungvögel dagegen geben sich Schutz und Halt in Gruppen, jedoch nur, wenn genug Nahrung vorhanden ist. Raufereien untereinander sind da als Lehrstücke für den Überlebenskampf insgesamt zu sehen.
Trotz seiner Größe hat der Vogel auch Feinde neben dem Mensch: Rabenvögel und den Habicht
Es gibt unzählige Mythen und Geschichten um Adler (im Allgemeinen). Er ist der Vogel des Zeus. In den nordischen Mythen sitzt er im Weltenbaum Yggdrasill, zwischen seinen Augen den Habicht Vedrfölnir sitzend, der die Welt beobachtet. Der Riese Hræsvelgr bringt den Wind mit seinen Adlerschwingen und auch Odin kann sich in einen Adler verwandeln.
Schöne Doku in der Mediathek (klick) bei 3sat: Der Flug des Seeadlers (habe ich leider erst nach meiner Recherche entdeckt)
Die Geschichte vom Adler und Zaunkönig hab ich hier schon einmal im Zuge eines Jahresprojekt erzählt. Außerdem ist es schon der zweite Adler, den ich hier portraitiere.
Ich hoffe, ich konnte Euch „seine Majestät, den König der Lüfte“ etwas näher bringen, auch wenn der Beitrag wieder länger geworden ist.
Blinkendblau
Hallo Ihr Lieben.
Heute geht es um den Uferspecht oder auch Wasserspecht, oder vielleicht sagt Euch doch eher der dritte, ebenfalls umgangssprachige Name mehr: fliegender Diamant?
Gar nicht mehr so selten ist dieser kleine hübsche Vogel. Aber aufgrund seines Lebensraumes und seiner Lebensart sehen wir ihn nicht so häufig.
Viele werden es schon erraten haben, es geht heute um den hübschen, kleinen Eisvogel.
In meinen Kinderzeiten war es etwas Besonderes, diesen Vogel zu sehen, waren doch die Gewässer nicht so sauber wie heute. Denn nur in sauberen Gewässern gibt es kleine Fische und die braucht der Eisvogel reichlich. Warum das so ist, dazu komme ich noch später.
Alcedo atthis, so der lateinische Name, benannt vom schwedischen Naturforscher und Systematiker Carl von Linné, aus der Familie der Rackenvögeln. Alcyon ist der griechische Name für diesen Eisvogel und leitete sich wohl von einer Sage um Alcyone ab. Allerdings überliefert die Antike auch verwirrende Daten, laut denen der antike Gelehrte Aristoteles zwar das Äußere genau beschreibt, aber seine Lebensumstände ganz anders wiedergegeben werden. Man vermutet, dass es sich da eigentlich um zwei verschiedene Vögel handelt.
Diese Widersprüche erkannte der mittelalterlichen Gelehrte Albertus Magnus auch. Seine Erkenntnis: dass sich die bei Aristoteles genannten Eigenschaften auf zwei Vögel verteilten, den Alcion und den Hispida, wobei mit dem Letzteren, lt. Magnus, eindeutig unser Eisvogel gemeint ist.
Aber wer weiß, wer sich von den Gelehrten damals nicht nur vom bunten, blinkenden Gefieder ablenken ließ, sondern auch die Lebensweise studierte. Denn falsche Schlüsse wurden nicht nur bei diesem Vogel geschlossen. Ich verwirre Euch hoffentlich nicht zu sehr. (Conrad Gesner zB. war der Meinung, er lebe gerne im Winter an zugefrorenen Wasserläufen, warum das nicht geht, dazu später mehr).
All die irrigen Annahmen des Herkunftsnamen sind vielleicht auch nicht mehr nachzuvollziehen, wenn Ihr lest, welche mittelalterliche Aberglauben es um diesen Vogel gab: sein buntgefiederter Balg sollte für Reichtum sorgen, Ungeziefer aus wertvollen Tüchern fern halten. Und überhaupt, der befiederte, abgezogene Balg würde sich – aufgehängt – noch weiter bewegen und sogar richtig mausern. Ach und sein Nest oder auch seine Federn sollten vor Blitzeinschlag schützen. Der Körper fungierte als Kompass, wobei der Schnabel nach Norden zeigen würde. Sein mumifiziertes Herz an einer Kette sollte den Täger vor Gift schützen und aus Notzeiten helfen. Und natürlich waren die Federn ein besonderer Schutz! Gruseliger Aberglaube.

Nun zur namensgebenden Sage: In Ovids „Metamorphosen“ gibt es eine Geschichte über die Liebe, welche über den Tod hinaus besteht: König Keyx begibt sich auf eine Schiffsreise zum Orakel Apollons in die Stadt Klaros. Beim Abschied ahnt seine Frau Alcyone Schlimmes, denn sie war die Tochter des Gottes der Winde. Tatsächlich erleidet König und Mannschaft Schiffsbruch während eines Sturms. Keyx ertrinkt und seine Leiche wird an einem Strand angespült. Seine Frau bekommt von Morpheus die traurige Nachricht, sucht ihren Mann unermüdlich und erregt das Mitleid der Götter. Als Sie sich von einer Klippe wegen ihres unendlichen Kummers stürzt, wird Alcyone in einen Eisvogel verwandelt, so dass sie über das Meer fliegen kann um ihren Geliebten zu suchen. Als sie ihn findet, verwandelt sich unter den Liebkosungen, der ertrunken Gemahl auch in einen Eisvogel. Damit die nun brütenden Eisvögel eine ruhige See haben, gebietet Zeus dem Gott des Windes Aeolus, für eine ruhige See zu sorgen.

Und so brüteten sie und ihre Nachkommen im Winter ihre Küken in einem kugeligen, über dem Meer hängenden Nest aus. Dabei sorgt der Vogel (oder die Götter) in diese Zeit, als Schutz für seine Nachkommen, für eine dem Seefahrer gewogene Zeit auf dem Meer. Dieser Zeitraum (14 Tage) wird nach dem Vogel als die „halkyonischen Tage“ benannt und liegt um die Wintersonnenwende. Heute verwendet man diese Bezeichnung auch für eine ruhige, schönen Abschnitt inmitten turbulenter Tage, oder auch dem Wunsch danach. (Und genau deswegen wollte ich Euch diese Allegorie ausführlicher erzählen!)
Diese Geschichte fand noch im Mittelalter Eingang, in sogenannte „Bestiarien“, Naturbücher.
Funfact zwischendrin: Natürlich brütet der Vogel in Wirklichkeit um die Sommersonnenwende.
Der Philosoph Plutarch beschreibt auch das Zusammenleben eines Eisvogelpaares als fast selbstlos sorgendes Weibchen, welches das älter werdende Männchen umsorgt: es trägt dieses dann huckepack und versorgt es aus Liebe.
Das war jetzt schon ganz viel Angedichtetes, nicht wahr? Zeigt aber, was so ein kleiner Vogel doch alles an Fantasie wecken kann. Zumal man ihn wirklich nicht oft gut beobachten kann. Meist sieht man ihn nur als „kleinen, blauen Edelstein“ durch die Luft eilen.
Der kleine Vogel, der übrigens wirklich, wie die Spechten zur Ordnung der Rackevögel gehört, ist auch in „Echt“ ein besonderer Vogel.
Als ich am letzten Tag unserer Ferien in den Niederlanden morgens mit dem Hund ging, schaute ich natürlich zum kleinen Kanal zwischen den Feldern, direkt neben der kleinen Straße. Eigentlich wollte ich nachschauen, wieviel höher der Wasserstand nach der Regenmenge sein würde, erblickte aber plötzlich einen „Minispecht“, wie es mir erst durch den Kopf ging, (das Licht nicht optimal) und dann das Erkennen und die Freude: ein Eisvogel! Kein Wunder mein erster Gedankenblitz, der Vogel gehört zu den Rackenvögeln, zu denen auch die Spechte gehören. Dann fiel mir auch ein: die Sichtung symbolisiert bevorstehendes Glück und Frieden.
Gar nicht so selten sind die kleinen Vögel. Aber meist bekommt man sie selten zu Gesicht oder man hört sie nur pfeifen. (Link dt. Vogelstimmen)
Etwa 15000 Brutpaare gibt es in Deutschland. Ihr Lebensraum liegt an langsamer fließenden und stehenden Gewässern, welche klares, sauberes und natürlich fischreiches Wasser führen.
Im Geäst sitzt er, die Augen fest auf das Gewässer gerichtet. Sein Körper gleicht dabei Schwankungen des Aussichtspunktes geschickt aus. Manchmal kann er mit den Flügeln auch kurz in der Luft verharren. Hat er seine Beute, einen kleinen Fisch (selten andere kleine Wasserbewohner) erblickt, stürzt er mit angelegten Flügeln in das Wasser. Vor seinen Augen liegt nun eine kleine „Taucherbrille“, die Nickhaut. Unter Wasser packt er die Beute und „fliegt“ wieder aus dem Wasser. Sein Gefieder ist so gut eingefettet, dass es Wasser abweised ist. Wieder auf einem Ast, schlägt er dort den Fisch tot und verschlingt ihn, den Kopf vorran (Schuppenlage der Fische). Viele solcher Fischlein muss er fangen, sein Energiebedarf decken und erst recht, wenn er brütet!
Diese ungewöhnlichen Vögel sind übrigens auch Höhlenbrüter, wie Spechte. Nur dass sie keine Bäume wählen, sondern in Uferkanten und Steilwänden, in Wassernähe. Bis zu 40 – 80 cm sind die Höhlen mit einem kleinen Brutkessel. Daher die mißverständlichen Volksnahmen.
Die Brut ist eine besondere Herausforderung. Bei kaum einem anderen Vogel ist die Sterblichkeitsrate so hoch. Bei den erwachsenen Tieren sterben bis zu 70 % innerhalb eines Jahres und bei den Jungvögeln sind es noch mehr. Hochwasser (trübes Wasser, Zerstörungen der Höhlen) und strengen Winter sind stark einwirkende Faktoren.
Seine Fluggeschwindigkeit ist schnell mal bei 40 km/h und wenn er sich in das Wasser stürzt, kommt er bis zu einem Meter tief.
Durch ein paar clevere Strategien versucht der Vogel dies auszugleichen. So gibt es zB. ein roulierendes System der Küken bei der Fütterung. Auch brütet das Weibchen gleich auf neuen Eiern, während der Vater die flügge werdenden Jungvögel noch weiter versorgt. An die 100 Jungfischchen müssen dafür täglich gefangen werden. Bis zu 4 Bruten mit ca. 20 Nachkommen kann es so in einem guten Jahr geben. Die Brutzeit ist 21 Tagen, dann schlüpfen sechs bis sieben Junge, die nach 23 – 27 Tage Nestlingszeit ausfliegen. Da ist eine vierte Brut wirklich selten. Aber nicht genug dieser Strapazen, gibt es ab und zu Eisvogelmännchen, die noch ein weiteres Weibchen, samt Brut haben.
Übrigens trägt das Weibchen als Unterscheidungsmerkmal einen roten Streifen am unteren Schnabel, Männchenschnäbel sind rein dunkle. Sie habem eigentlich einen kompakten Körper (17 – 19,5 cm) mit kurzen Beinen, ihre wunderschöne rot blaue Färbung kennen wohl viele, beide Geschlechter tragen sie. Jungvögel haben noch keine roten „Füße“. Die blaue schillernden Federn haben ihm wohl auch seinen Namen gegeben: „eisan“ was aus dem althochdeutsch kommt und schillernd, glänzend heißt. Wir haben daraus irgendwann später „Eis“ gemacht. Selbiges auf den Wasserflächen ist dagegen im Winter sein Feind. Prägnant ist der englische Name „kingfisher“.
Bei der Jagd hat er übrigens als der Jäger einen besonderen Blick! Er muss den „optischen Knick“ der Wasseroberfläche und den Abstand, die Bewegung der Beute, von seinem Schnabel zum Fisch mit einrechnen.
Spezial Filter in den Augen der rot-blauen Vögelchen vermindern die störende Reflexionen auf dem Wasser. So kann er seine Beute exakt lokalisieren. Diese Fertigkeit müssen junge Eisvögel üben, vor allem der Vater zeigt es ihnen. Auch müssen sie lernen, wie man Fische mit dem Schnabel packt und tötet.
Eugen Roth aus seinem „Großen Tierleben“:
Man sagt, der Wahrheit nicht gemäß,
Daß einer wie ein Vogel äß!
Ganz falsch! Es dient der kleine Eis-,
Auch Martinsvogel, zum Beweis:
Äß, was er frisst, ein Mensch nur halb,
Verzehrte täglich er ein Kalb.
Wir sahn als Kinder ihn noch flitzen,
Gleich bunten Edelsteinen blitzen,
Im tiefen Winter oft am Bach.
Doch wird er seltner allgemach:
Bis wir ihn zeigen unserm Sohn,
Lebt er nur mehr im Lexikon.
Vorbei, wie man auch drüber klage,
Sind längst die halkyonischen Tage!

Auf der Welt gibt es 118 Arten von Eisvögeln, den meisten Leser*innen dürfte davon der „lachende Hans“, ( korrekt: Jägerliest oder auch australisch: Kookaburra) sein. In unseren Breiten gibt es aber nur diesen einen fliegenden „Edelstein“.
Ich hoffe, das der kleine, besondere Vogel Euch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat und Euch Glück bringt!

Grauer Schreiter
Hallo Ihr Lieben.
Heute geht es mal um einen Vogel, den Ihr ganz bestimmt schon gesehen habt und kennt, vielleicht allerdings noch unter seinem alten Namen.
(Ardea cinerea, Ordnung Pelecaniformes)
Ein paar Zahlen: Größe dieses bekannten Vogels etwa 90 cm, manchmal auch noch höher. Flügelspannweite ist etwa 175 bis 195 cm mit einem Gewicht von 1-2 Kilogramm.
Dolchartiger Schnabel Fluggeschwindigkeit ca 50 km/h, um in die Luft zu kommen, macht er oft einige Schritte, um sich hoch zu schwingen..
Lebensdauer: Bis zu 25 Jahr, ich habe eine Zahl gefunden, die sogar 35 sagt und damit wäre der Graureiher ganz vorne bei den Rekordhaltern beim Alter von unseren Vögeln.
Diese Reiher sind in Eurasien und Afrika weit verbreitet. Weltweit werden aber nocheinmal vier Unterarten unterschieden. In Mitteleuropa ist er als „Ardea cinerea cinerea“ vertreten, diese noch genauere Einteilung gibt es heute bei vielen Tieren und ist teils auch durch genetische Untersuchungen möglich geworden. Aber so ins Detail wollte ich jetzt nicht gehen.
Wenn Euch jemand fragt, wie der Graureiher aussieht, würdet Ihr wohl nur grau sagen. Immerhin hat das ja auch seinen Namen gegeben. Das Gefieder ist am Rücken aschgrau, am Hals hellgrau und am Kopf weiß. Der breite schwarze Streifen über den Augen mündet hinter dem Kopf in den schwarzen Schopffedern. Diese etwas abstehenden Federn sind typisch für Reiher.
Graureiher sind sehr anpassungsfähig und sind weit verbreitet. Sie besiedeln so viele verschiedenste Lebensräume, dass wir sie wirklich oft in unserem Umfeld sehen. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an dieses Foto:

Flüssen, Seen und Teichen und auf Wiesen oder Äckern und ab und an auch vielleicht der Teich in Euerm Garten. (Wenn es da Fische gibt). Er sucht aber nicht nur Fische, auch Mäuse, Ampfibien und Reptilien, Insekten, sogar kleine Vögel, ein breites Spektrum an Beute.
Sie leben in Kolonien, gern in Nähe von Binnengewässern, sind aber bei der Futtersuche Einzelgänger. Ihre Nester bauen sie hoch oben in die Kronen alter Bäume. Wir hatten früher gegenüber auf der anderen Seite des Tals so eine Kolonie, die konnten wir gut vom Fenster aus beobachten. Irgendwann hatten sie aber mit ihrem Kot die Bäume so „kaputtgeschissen“, dass sie umgezogen sind.
Übrigens, wie oben kurz erwähnt, erinnert Ihr Euch vielleicht bei dem Vogel eher an den Namen „Fischreiher“. Korrekt ist aber Graureiher, denn er frißt ja nicht nur Fische. Der Name wurde sozusagen ausgetauscht, um das stärker zu betonen, dem Vogel ein wenig sein schlechtes Image zu nehmen. Seinen schlechten Ruf noch in meiner Kindheit kam nicht von ungefähr, natürlich waren die nun groß angelegten Forellenteiche ein leichtes Jagdgebiet. Illegal wurde damals noch so mancher Reiher erjagd. Aber bald fand man heraus, dass man nur ein paar Netze oder mehrere Seile drüberspannen musste, um sie von der Jagd abzuhalten. Auch störende Drähte am Ufer der Teich verhinderten, dass der geschickte Jäger dort entlangschreiten konnte.
Haben sich zwei Vögel gefunden, bleiben sie (das Brutjahr) zusammen. Zwischen März und Juni legt der weibliche Vogel 4 bis 5 helle, blaugrüne Eier. Zuvor haben die Eltern zusammmen das Nest im Baumwipfel gebaut oder ausgebessert. Diese Eier werden nun abwechselnd bebrütet. Nach etwa 4 Wochen schlüpfen die Jungen, sie sind Nesthocker. Die Küken bleiben 7 bis 8 Wochen lang im Nest und werden von den Eltern gefüttert. Auch danach betreuen die Altvögel die nun immer selbständiger werdenden Jungvögel. In dieser Zeit müssen viele Beutetiere besorgt werden.
Unverwechselbar durch seine aufrechte, hohe Gestalt sehen wir dann den oder die Reiher noch häufiger in unserer Umgebung. Er ist ein Kulturfolger (und manchmal sogar Gast am Gartenteich, wenn dieser Fische hat. Auch seine Flugform ist unverwechselbar, mit den weiten, großen Schwingen und dem gebogenen, langen Hals. Seine Art der Jagd ist auch ganz besonders und vielleicht der Grund, warum er es in Bild und Text geschafft hat. Ein eleganter Jäger. In der „Ruheposition“ hat er seinen langen gebogenen Hals meist schön geschwungen eingezogen. Sein kecker, hübscher Kopfschmuck verleiht auch manchmal anderen Vögeln dann Namen, wie zB der Reiherente.
Ich habe Euch hier das japanisches Märchen „Der bedächtige Reiher“ verlinkt (https://www.projekt-gutenberg.org/alberti/japamaer/chap019.html)
Außerdem ist der Reiher auch eine wichtige Figur in dem animierten Märchen aus dem Hause „Studio Ghibli“. Es ist eine japanische Jugendbuchverfilmung, oskarprämiert. (Link Wikipedia)
In der ostasiatischen Kunst, vor allem in Japan, findet sich der Reiher oft wieder. Er steht für Beharrlichkeit, Weisheit und Geduld. Sie werden oft als Glücksvögel angesehen. Warum das wohl so ist, erkläre ich Euch noch.

Still steht er lange an einem Platz. Vielleicht bewegt er dabei langsam mal den Kopf. Aber er schaut genau, fixiert seine mögliche Beute, wiegt sie in Sicherheit. Wenn er sich denn doch bewegen muss, schreitet er sehr langsam auf seinen hohen Beinen, manchmal scheint er dafür sogar einen Umweg zu machen. Aber all das ist nur Kalkül und macht ihn zwar zu einem „langsamen“ Anpirscher, aber erfolgreichen und blitzschnell mit dem Schnabel zustoßendem Jäger. Beharrlichkeit. In einem Stück schlingt er das Beutetiere runter. Nach dem Storch, der ähnlich dem Reiher seine Beute sucht, ist der Graureiher unser zweitgrößter Vogel.

Wenn er sich in die Lüfte erhebt, läuft er gern erst ein paar Schritte mit den langen Beinen und holt Schwung, im Notfall kann er sich auch aus dem Stand erheben. Leicht knicken die Beine ein, die großen Schwingen entfalten sich und er stößt sich ab, gleitet dann fast mehr, als dass er flügelschlagend davon fliegt. Oft läßt er sich unweit wieder nieder. Aber natürlich fliegt er auch in größeren Höhen, manchmal hören wir dann auch sein krächzendes „chräi“ (Link deutsche Vogelstimmen). Jetzt zur kalten Jahreszeit kommen viele Graureiher aus nördlichen Regionen in wärmere Gegenden, manche ziehen auch nach Süden.
Als Vogel, der sich viel am und im Wasser aufhält, brauch er natürlich einen Wasser abweisend Schutz. Bestimmt habt Ihr schon mal bei Enten gesehen, wie sie erst mit dem Schnabel an ihren Po gehen und dann mit dem Schnabel durch ihre Federn gehen. Viele Vögel haben eine „Bürzeldrüse“, die Fett produziert, welches dann fleißig verteilt werden muss.
Nicht so der Graureiher. Seine Drüse ist recht verkümmert, aber dafür besitzt er sogenannte Puderfedern an der Brust und in den Leisten. Hier reibt er nun gelegentlich seinen Kopf und die feinen Daunen werden dadurch zu Staub. So entsteht ein Pulver, welches auch sehr fetthaltig ist und über den Körper verteilt wird. Diese Puderdaunen sind auch nicht von der Mauser betroffen, sondern erneuern sich konstant.
Wenn Ihr übrigens mehr über einen Verwandten, welcher sich gern im Schilf versteck, erfahren wollt, hier hab ich diesen besonderen Vogel dieses Jahr vorgestellt. Die Zwergrohrdommel gehört natürlich auch zu den Reihern. Außerdem gibt es zwei zugezoge Verwandten, welche Ihr vielleicht auch ab und an zu sehen bekommt, den Seidenreiher und Silberreiher. Sie stechen mit ihrem hellen Gefieder stark heraus). Im Süden zieht auch der Nachtreiher vor allem zur kälter werdenden Jahreszeit durch.
So langsam näherte sich das Projekt wieder dem Ende. Und wie Ihr bemerkt habt, gibt es noch kein kreatives Werk zu diesem Vogel. Das muss ich nachreichen. Vor dem inneren Auge hab ich da schon länger etwas, aber es nicht mehr fertig bekommen.
Mein lieber….
Hallo Ihr Lieben.
Ihr kennt vielleicht den Witz vom Frosch, der herumhüpft und laut prahlt: „Ich bin ein Schwan!“ Und darauf hin fragt ein anderer Frosch, wie er denn auf diese Idee käme, er wäre kein Schwan.
Darauf dreht sich der bewußte Frosch um und präsentiert sein bestes Stück. Der andere Frosch ruft daraufhin laut aus: „Mein lieber Schwan!“
Schon als Kind mochte ich diesen, leicht verruchten Witz und warum ich Euch den jetzt erzählt habe, fragt Ihr Euch vielleicht. Na, es ist der letzte Tag des Monats und es gibt nochmal den Zeigetag für das Jahresprojekt bei der Zitronenfalterin.
Ich hatte in meinen Notizen eigentlich noch so manche Tiere, die am/im Wasser leben. (Rückenschwimmer, Wasserläufer und Gelbrandkäfer, Libellen, Haubentaucher, Frosch und Kröte, Neunauge, Flußkrebse, Hecht zB.) Aber es wurde nun dieser „edle“ Vogel, Euch bestimmt auch bekannt als „das hässliche Entlein“: der Schwan.
Na, ganz und gar falsch lag Hans Christian Andersen mit dem Titel seines Märchens nicht:
Schwäne (Cygnus) sind eine Gattung der Entenvögel (Anatidae). Zugerechnet werden sie innerhalb dieser Familie den Gänsen (Anserinae). Schwäne sind die größten aller Entenvögel.
Kaum ein anderer Vogel fand in mehr Geschichten, Sagen, Mythen (Leda und der Schwan) und Märchen (die sechs Schwäne) und natürlich Kunst Einlass. Bestimmt hat jeder von Euch bei Erwähnung auch das Bild des weißen, großen Vogels vor Augen. Außerdem sind sie die Vögel der Liebe.

In so ein Tretboot hatte sich der schwarze Schwan Petra im Frühjahr 2006 im Zoo für 2 Jahre verliebt. Solche „Fehlprägungen“ gibt es, aber er fand dann zumindest einen echten Höckerschwan.

Schwäne sind meist ganz weiß im Gefieder. Junge Schwäne sind grau und manchmal tragen auch die weißen Schwäne schwarze, einzelne Federn. Besonders der lange Hals ist sein herausragender Unterschied zu den Gänsen. Sie sind die größten Wasservögel hier (nur Pelikane sind größer und die gibt es nicht bei uns). Mit 8 bis 12 kg (Männchen können wohl bis zu 15kg wiegen) und über 2 m Flügelspannweite gehört der Höckerschwan zu den schwersten, flugfähigen Vögeln.
Der lange Hals ist perfekt zum Gründeln, daß ist die Suche nach Grün unter Wasser, der Hauptnahrungsquelle. Aber auch Wasserinsekten, kleinere Fische, Schnecken und Muscheln werden mal genommen. Beim Suchen nach Nahrung im Wasser taucht nur das vordere Teil des Vogels ein, Schwänzchen in die Höhe. Er frißt auch Uferpflanzen und Gras und nicht nur im Winter weicht er zudem auf Getreidegräser und Raps aus. Ihr Kot ist übrigens wiederum Futter für Fische, er besteht meist nur aus Zellulose.
Es gibt 4 Gattungen Schwäne in Deutschland, ich werde mich auf den bekanntesten, den Höckerschwan konzentrieren. Er trägt den Namen von seinem schwarzen Höcker auf dem grell orangefarbenen Schnabel. Bei Männchen ist der Höcker größer als bei Weibchen.
Ursprünglich gab es Schwäne nur im nördlichen Europa, am schwarzen Meer und Kleinasien. Der Mensch siedelte sie vielerorts an. Im 16. Jhd. kam so der Schwan in unsere Regionen. Er bevorzugt stille Gewässer wie Meeresbuchten oder Binnenseen, fühlt sich aber auch an künstlich angelegten Teichen wohl. Er ist ein Standvogel, fliegt nur zwischen Nachtquartier, bzw Brutort und Gewässer hin und her. Nur in der Mauser zieht er gern auf größere Binnengewässer, dann ist er etwa 2 Monate flugunfähig, bis sich auch die großen Flugfedern nachgebildet haben. Im Winter ziehen nördliche Vögel gern weiter südlich. Laut Nabu gibt es zwischen 10.500 und 14.500 Brutpaare, Tendenz eher steigend.
Höckerschwäne sind (meistens) monogam und binden sich daher ein Leben lang an ihren Partner. Ihre Werbung umeinander beginnt schon im Februar.
Nester werden entweder in den Schilfgürteln oder völlig freistehend, gern auf Inseln gebaut. Mit dem Nestbau beginnen die Höckerschwäne, sobald die „heimischen“ Gewässer eisfrei sind, was oft schon im März ist. Dazu reißt das Männchen Pflanzen aus und trägt sie in Reichweite seines Weibchens, welche sie dann um sich herum anlegt. So entsteht nach und nach eine Nistmulde mit drum herum Pflanzenmaterial. Ein paar Daunenfedern der Eltern polstern extra aus. Die Nester werden oft über Jahre genutzt und werden dabei immer größer.
Im April, Mai beginnen die Vögel mit der Eiablage, 4 bis 7 graugrüne oder grauweiße Eier. Während das Weibchen ungefähr 35 Tage überwiegend allein brütet, beschützt das Männchen seine Partnerin und das Gelege. Die Aufzucht betreiben beide Elternteile. Einem Schwan sollte man in dieser Zeit nicht zu nahe kommen, sie reagieren sehr aggressiv auf Eindringlinge. Sonst sind sie aber friedliche, dem Menschen zugewannte Vögel. Mit ihren kräftigen Flügeln können sie sich effektiv gegen Fressfeinde verteidigen.
Die Küken sind nach 4 bis 5 Wochen flügge. Im 2. bis 3. Lebensjahr üben sie schon den Nestbau, aber erst mit dem 4. Lebensjahr werden sie erwachsen. Vor allem männliche Jungschwäne finden sich zu Gruppen zusammen.
Wenn sich die großenVgel mal entschließen, sich in die Lüfte zu schwingen, braucht der recht große und schwere Vogel erst einmal Anlauf. Er rennt dabei flügelschlagend über das Wasser um die nötige Startgeschwindigkeit zu erreichen. Einmal in der Luft, verursachen seine stattlichen Schwingen ein lautes und singendes Fluggeräusch. Sie fliegen mit gestrecktem Hals und sind gut zu erkennen.
Übrigens, genau wie viele andere Wasservögel (und andere Tiere) solltet Ihr ihnen kein Brot füttern. Es ist zu salzig, quillt auf und enthält zu wenig Nährstoffen. (Und nicht gefressen Brot schimmert, lockt Ratten an)
Natürliche Feinde sind Füchse, vor allem Ratten, Krähen, Greifvögel sowie der Hecht sind den Küken eine Gefahr. Schwaneneltern sind sehr wachsam und stossen bei Gefahr sofort Warnrufe aus. Die Küken steigen dann bei der Schwanenmutter auf den Rücken. Nun sind sie geschützt und werden gleichzeitig vom Fett des Muttergefieders „eingecremt“. Auch freilaufende Hunde können gefährlich werden.
Mit seiner weithin sichtbaren, weißen Federpracht, der geschwungenen Formen von Hals und Flügeln, welche er gern aufstellt, symbolisiert er Tugend, Anmut und Reinheit.
Kaum ein Tier hat die Fantasie der Menschen ähnlich angeregt wie der Schwan.



All meine Tierportraits versuche ich immer mit möglichst genauen Daten zu schreiben. Wie es 2026 weitergeht, wird sich noch zeigen, aber Naturportraits bleiben sicher ein Teil meines Blogs.