Ein Urgestein von einem Baum

Hallo Ihr Lieben.

Eigentlich bringe ich Euch ja eher einheimische Bäume näher. Heute stelle ich Euch ein wunderschönes Buch über einen ganz interessanten und exotischen Baum vor.

Der Autor und Korrespondent Marc Engelhardt hat mehrere Jahre in Kenia gelebt. Er war und ist viel in südafrikanischen Ländern, nicht nur als „Weltreporter“ unterwegs.

Seine (erste geplante) Begegnung mit diesem besonderen Baum gibt er sehr emotional und wunderschön wieder:

„Doch als Ismail und ich uns auf den Weg machen, der unheimlichen Silhouette entgegen, ist diese Größe kaum zu erahnen. Wir laufen und laufen. Mit dem Baumriesen am Horizont scheint es sich wie mit den Bergen zu verhalten, die auf den ersten Blick so nahe scheinen, aber einfach nicht näherkommen wollen. Obwohl die Sonne noch auf unseren Köpfen brennt, ist der Mond schon aufgegangen. Wie eine Wiege liegt die Sichel am Himmel. Das trockene Gras knistert unter den Sohlen meiner schweren Wanderschuhe. Der Staub weht bei jedem Tritt in einer glitzernden Schwade nach oben. Es hat seit Monaten nicht geregnet….“

Natürlich beschreibt er noch viel mehr. Er erzählt über Menschen, die mit dem Baum zu tun haben, Schicksale, die mit ihm verknüpft sind. Darüber, dass es kaum junge Bäume gibt, aber so viele Erwähnungen alter in Forschungs- und Reiseberichten (Incl Bilder). Erinnert Ihr Euch vielleicht an dieses Bild:

Schließlich kennt fast jeder den kleinen Prinzen und seine Rose. Das aber diese Bäume auch in der Geschichte vorkommen, daran erinnerte ich mich erst wieder, als ich das Bild sah.

Es geht um die grossen und sehr markanten Affenbrotbäume, auch Baobab, einer der bekanntesten Bäume des Savannen Afrikas. Er ist auch einer der mystischsten Bäume und kommt in vielen Geschichten vor. So erzählt uns der Autor, wie sein Führer eher Angst oder Ehrfurcht vor dem mystischen Baum hatte, da beim Spielen unter dem Baum mal eine der grossen Früchte mit lautem Knall direkt neben ihm zerplatzt sei. Er gilt als Lebensbaum, seine (reichlichen) Früchte sind bei vielen Tieren und Menschen beliebt. In der Medizin werden viele Pflanzenteile benutzt, ja, eigentlich werden alle Bestandteile des Baumes genutzt. Tausende von Jahren kann er werden, der Wunderbaum. „Über jeden der einzelnen könnte man eine Biografie schreiben“. Sein Tod scheint genau so mystisch zu sein, „vom Winde verweht“ und seine Nachkommen hätten in einer intakten Natur schon Wurzeln geschlagen.

Verlag Matthes&Seitz (selbstgekauftes Buch) ISBN 9783751802055

Leider sind auch diese Urgesteine von Veränderungen und Krankheiten betroffen, die noch nicht wirklich ergründet werden konnten.

Wenn Ihr mehr über diese Giganten erfahren wollt, über die Hintergründe von Nelson Mandelas Lieblingsbaum, dann sei Euch dieses Buch sehr empfohlen, welches in der Sammelreihe „Naturkunden“ erschienen ist. Es ist auch eine schöne Reise in Gedanken in ferne Welten, wo wir doch gerade nicht reisen können. Es ist einfach schön zu lesen! Wie immer ist die Naturkunden Reihe aufwendig gefertigt, auch wenn ich das Cover etwas zu braun in braun finde. Auf der Verlagsseite gibt es eine Lese Probe und beim WDR 5 könnt Ihr etwas mehr zu Autor, Buch und Baum erfahren, dort ist ein Interview in der Mediathek und Audiothek hinterlegt.

Auch wenn der Baum kein einheimischer ist, möchte ich ihn bei Astrid „Mein Freund der Baum“ verlinken und bei Andreas Lesezimmer. Ich freue mich schon wieder, wenn ich wieder in das Museum König kann und dort unter einer Nachbildung stehen darf, die Flughunde im Geäst suchend und ein wenig träumend, von Kenia.

Links im Bild der Baobab

14 Gedanken zu “Ein Urgestein von einem Baum

  1. Ja, der Baobab ist ein außergewöhnlicher Baum mit großer Bedeutung für den afrikanischen Kontinent und seine Menschen. Er kommt tatsächlich in vielen Geschichten und Märchen vor und auf Fotos, die mir mein Bruder damals aus seiner Zeit als Arzt in Afrika geschickt hat. Warum sollte ein solcher Baum nicht in die Reihe gehören? Ich schaue gerne über den Tellerrand und überlege, den nächsten Post einem „Exoten“ zu widmen.
    Danke fürs Vorstellen und Verlinken!
    Herzliche Grüße
    Astrid

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    1. Freut mich, dass Du den Baum auch magst. Hinterher hab ich auch gedacht, viel Bäume die hier stehen, sind ja auch Exoten und theoretisch kann man ihn wohl als Zimmerbäumchen ziehen.
      Danke Dir und liebe Grüße zurück
      Nina

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  2. das muss ein toller baum sein! ich bin sicher, ich wäre fasziniert davon. weißt du, ob sie hier vielleicht auch irgendwo wachsen oder gedeihen sie in unserem klima gar nicht? ich würde glatt dahinreisen um mir einen anzusehen!
    liebe grüße
    mano

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    1. Liebe Mano. Da es uralte Baumriesen der Savanne sind glaube ich nicht, dass es welche in unseren Breiten in der Größe gibt. Deswegen steh ich ja im Museum König in Bonn immer unter der Nachbildung. Ansonsten muss man wohl mit dem Buch und Bildern Vorlieb nehmen. Es gibt mitlerweile auch hier Produkte wohl, in denen zB Samen verarbeitet werden (die supergesund sind) und man kann wohl kleine für die Fensterbank holen. Die Blüten sind auch essbar (wie ich aus dem Buch weiß, aber es dauert lange, bis einer Blumen trägt). Vielleicht hat eine Orangerie/Botanischer Garten zumindest einen kleinen.
      Freut mich, dass Dein Interesse geweckt wurde, es könnte nicht umsonst ein Buch daraus entstehen.
      Ganz liebe Grüße zurück
      Nina

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  3. danke für deine ausführliche antwort! ich hatte auch nochmal gego+gelt,aber nur einen hinweis auf ihn bei einer führung in den gewächshäusern des bot.gartens in berlin gefunden.vielleicht komme ich ja in nachcoronazeiten dort mal hin!
    liebe grüße!!

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  4. Ich glaube ich habe diesen Baum noch nie in Natura gesehen. Vielleicht finde ich ihn im Botanischen Garten. Bestimmt sogar.
    Das Buch ist bestimmt sehr schön. Ich muss mal sehen, ob ich es bei meinem Buchdealer in den Regalen sehe.
    Lieben Gruß
    Andrea

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