Dunkel-dunkles Grün.

Hallo Ihr Lieben.

Riesen und Zwerge im Wald

Ich habe nicht umsonst diese „Überschrift“ für mein Jahresprojekt gewählt.

Des Deutschen Wald ist voller Geheimnisse und Rätsel, wie kaum ein anderer. Sehr viele unserer Märchen spielen im dunklen, gefährlichen Wald. Mir kam gleich Rübezahl und Schneewittchens 7 Zwerge in den Sinn und all die vielen Tiere, die eine Rolle im Märchen spielten. Ich mag besonders den Bären bei Schneeweißchen und Rosenrot. Also, natürlich ist das ein verzauberter Prinz, der Bär. Und der Urwald, vor dem die Römer so viel Angst hatten, so dass sie viel lieber (hauptsächlich) auf der westlichen Seite des Niederrheins siedelten. Tacitus Schilderungen von der Wildnis hatte da sicher auch seinen Anteil dran (dabei war er ja nicht mal dort gewesen), genau wie die Varusschlacht.

Wilde Tiere, keine Orientierung zwischen hohen Bäumen, Moos, Moor, Schlamm und so viel mehr, was Menschen nicht kennen und deswegen Angst davor haben.

Ja, Ihr lest richtig. So wichtig, wie kaum ein anderes Land nehmen die Deutschen den Wald. Schon sehr lange. Im 19. Jahrhundert, nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon und dem Beginn der Romantik fing die Verklärung „Wald“ an. Es entstand ein Symbol für Heimat, Freiheit und deutsche Identität. Viele Schriftsteller (Heine zB) und Künstler (C.D.Friederich) waren mit ihren Werken, mit literarischer und künstlerischer Aufwertung maßgeblich daran beteiligt. Die Gebrüder Grimm sammelten die Kinder- und Hausmärchen und darin kamen ja nun viele Waldeindrücke eher dunkler Natur vor.

„Über allen Gipfeln

Ist Ruh‘,

In allen Wipfel

Spürest du

Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhest du auch.“

Johann Wolfgang v. Goethe, 6.September 1780

Das Durchwandern der Thüringer Landschaft inspirierte Goethe  zu einem seiner berühmtesten Gedichte über den Wald.

Das Erstaunliche, durch die neuen Nutzungsrechte nach Napoleon, wurde der Wald auch als Forst, als gewinnbringend erkannt. Dazu musste er nur wieder aufgeforstet werden und zum ersten Mal auch Waldschutzmaßnahmen erarbeiten. Es gab also auf der einen Seite das „Lustwandeln im Grünen und auf der anderen Seite so etwas wie erste umfassende Forstarbeit.

Vor allem im dritten Reich wurde der Wald natürlich als Symbol für Heimat glorifiziert. Und auch in der Nachkriegszeit entstanden ein Heimatfilm und -roman nach dem anderen, fast immer mit entsprechender Rollenverteilung und verklärten Waldaufnahmen. Die habe ich als Kind auch gern geschaut.

Heute haben sich aber so viele Menschen, vom Wald entfernt,  dass sie nichts mehr darüber wissen und deswegen manchmal Furcht, Angst vor diesem Unbekannten bekommen.

Hand aufs Herz, wieviel haben Angst im Dunkeln durch den Wald zu gehen (bekannte Wege natürlich). Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass Euch in der Stadt etwas passiert, so viel höher. Wir erschrecken ob der unbekannten Geräusche mehr, als vor der Hupe eines Autos. Aber das ist wohl unser Reptiliengehirn.

Unheimlich schön! So ist der Wald für uns. Waldeinsamkeit ist das, was wir suchen, oft aber auch Bedrohliches finden. Waldbaden musste trendig erfunden werden, statt die natürliche Umgebung einfach nur anzunehmen und zu genießen.

Mit all meinen Beiträgen um den Wald möchte ich Euch die Angst nehmen, statt dessen das Wunder Wald näher bringen.

Verlinkt bei Astrids „mein Freund der Baum“

4 Gedanken zu “Dunkel-dunkles Grün.

  1. Was für interessante Wichtigkeiten Du doch über den Wald zusammengetragen hast, liebe Nina. Ich bin immer wieder erstaunt wie umtriebig Napoleon doch gewesen ist. Nicht nur ein Staatsmann sondern auch ein Geschäftsmann. Und was die Gebrüder Grimm angeht bin ich immer wieder getriggert und möchte jedem Märchen auf die Schliche kommen, beziehungsweise die Orte des Geschehens anschauen 😉 Ich weiß – nerdig! Die Rehspuren im Matsch haben mich lächelnd gemacht. Immer wieder schön, solche Spuren zu entdecken. Lieben Gruß, Nicole

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  2. wie schön, Nina! so tolle Waldbilder….als KInd „mussten“ wir sonntags immer mit meiner Mama spazierengehen, da gab es auch noch Trimmpfade und so…eigentlich war das so spannend, man hat so viel gesehen und entdeckt, Geräusche, Tiere, die frische Waldluft und konnte toben wie blöde, es hat keinen gestört, zumindestens hat sich keiner beschwert *lach* Ostern sind wir frühmorgens schweigend durch den Wald gelaufen, zur Quelle, Osterwasser holen….ausserdem gibts im Wald auch Eeeeichhörnchen!!! besser gehts nicht …ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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    1. Oh ja, wir mussten auch immer am Wochenende spazieren gehen. Da wir eh immer draußen waren, fanden wir das immer doof, bis wir im Wald waren. Trimmpfade gibt es ja immer noch, aber viel seltener. Eichhörnchen würdest Du hier in der Siedlung jeden Tag sehen, manchmal auch im Garten.
      Danke Dir, sende ganz liebe Grüße gen Norden und halte weiter die Ohren steif!🍀
      Nina

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