Besonderes Leuchten

Hallo Ihr Lieben.

Vielleicht habt Ihr das Glück und könnt im Dunkeln dieses besonders Leuchten sehen.

Glühwürmchen.

Kleine Wunder.

Die Männchen schweben Signale gebend in der Luft. Derweil ihre Weibchen ohne Flügel und wie Würmchen aussehend, am Boden hocken. Sie „morsen“ zurück und signalisieren, „Komm her und liebe mich“!

Wobei: Männchen des „Kleinen Glühwürmchens“ leuchten im Flug und die Männchen des „Großen Glühwürmchens“ fliegen unbeleuchtet. Aber ich mag natürlich das gegenseitige Leuchtsignale senden, deswegen wollte ich sie schnitzen.

Poesie mit kleinem chemischen Geheimnis, ganz ähnliche des Lumineszieren wie bei den Tiefseelebewesen. Der Leuchtstoff Luziferin und dem Enzym Luziferase und Sauerstoff erzeugen dabei Energie,  welche in Licht umgewandelt wird, Biolumeniszenz, kaltes, besonderes Licht, dass die Wissenschaft immer noch beschäftigt. 

Wir finden sie an Waldrändern und in Gebüschen, sowie auf Feuchtwiesen. Immer um Johnni (24.6.) herum. Leider gibt es hier keine und ich muss Euch enttäuschen, ich habe auch keine in der Umgebung gesehen. Doch früher verging kein Sommer um die Mittsommerzeit, ohne das wir hinterm Haus meiner Eltern den kleinen Leuchtpunkten beim Tanzen zusehen konnten. Der Übergang vom Garten zum Feld war und ist eine schöne Spielwiese für sie, auch heute noch. (Meine Mutter hat sie schon dieses Jahr gesehen)

Der obere Teil des Stempels gefällt mir durchaus, der untere nicht. Ich überlege noch.

Und weil es einfach so gut passt hier nochmal das Monatsgedicht von Kästner, denn mag die Wissenschaft an ihnen forschen, ich liebe ihr poetischen Lichtertanz.

Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.

Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.

Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weil’s zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.

Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist’s bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.

Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.

Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.

Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob’s Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.

Erich Kästner (aus meiner Gesamtausgabe)

Verlinkt bei magic crafts, creativsalat



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