Majestät

Hallo Ihr Lieben.

Mit meinem neuen Vogelportrait melde ich mich auch endlich für das Jahresprojekt zurück.

Ich gestehe, dass ich wieder meine Planung umgeworfen habe, denn eigentlich sollte es in diesem Altweiber Monat September um einen kleinen Hühner Vogel gehen. Aber es kam mir die Sichtung eines großen Raubvogels an der deutschen Küste dazwischen. Ihr ahnt es vielleicht, es soll um den Adler gehen. Aber weniger um den See- oder Fischadler, sonder um den seltenen Schreiadler.

Clanga pomarina ist der kleinste Adler Deutschlands und der seltensten und unbekanntes unter seinen majestätischen Verwandten. Und vielleicht auch der interessanteste.

Mit bis zu 160 cm Flügelspannweite ist dieser Adler wie bereits erwähnt, der kleinste Vertreter in Deutschland. Mit ca. 100-130 Brutpaaren ist er auch von der Population her der kleinste. Er ist durch die Veränderung der Landschaft am stärksten betroffen.

Etwas größer als der Bussard, braun durchgefärbt und mit einem helleren „Band“ hinten am Übergang zum Schwanz.

Charakteristisch für diesen Adler sind seine eifrigen Lautäußerungen, wie der Name es schon sagt. Er ist ein Zugvogel, seine Winter verbringt dieser Raubvogel im südlichen Afrika. Leider ist seine Reise dorthin durch Wilderei gefährdet, denn noch immer gilt es als männlich, einen Adler zu schießen. Die andere Gefahr droht durch immer weitere Flurbereinigungen für Agrar- und Lebensraum des Menschen. Denn hier kommt eine weitere Besonderheit dieses Raubvogels zum Tragen: dieser segelt nicht durch die Luft und erspäht seine Beute von oben, er läuft! Etwa 80% seiner Beute, bestehend aus Kleinsäugern, Amphibien und Reptilien jagd er „zu Fuß“ auf Grünland und Brachflächen in der Nähe seines Horstes im ungestörten Wald. Auch Insekten und Aas werden genommen, Ansitzjagd von niedrigen Warten  und niedriger Suchflug an Waldränder, (Laub- und Mischwald) mit Feuchtbiotopen, Gebiete, die kaum, eher gar nicht bewirtschaftet werden sind sein Lebensraum, und diese werden leider immer weniger.

Eine weitere Besonderheit gibt es im Brutverhalten der „Pommernadler“, den „Kainsmord“. Wenn im April die Vögel zurück kehren, das Männchen mit Flugkunstücken um das Weibchen geworben hat und ein Horst entweder wieder besetzt oder ein neuer gebaut werden konnte, werden zwei Eier gelegt.

Bei fast allen Raubvögel gibt es nur ein kleines Gelege und oft schaffen es daraus nur wenige (manchmal gar keine) Jungvögel zu überleben. Wenn beim Schreiadler das zweite Küken schlüpft, wird es vom ersten, dem „Abel“ attackiert. Sehr oft übersteht dieses Küken die Attacken nicht. Es ist wohl eine „Rückversicherung“, dieses zweite Ei. Anfangs versorgt nur das Männchen Brut und Weibchen. Mit steigendem Bedarf müssen bald beide Elternteile jagen.

Wer jetzt glaubt, dass dieses Küken keine weiteren Feinde hat, irrt, andere Raubvögel, wie der Habicht, schlagen die Jungvögel im Horst als Beute, Waschbären oder Marder klettern den Baum hoch und gehen an das Gelege.

…so in der Natur gesehen…
Vorbereitungen und erste Schnitte

In vielen Bereichen seiner Flugrouten stehen mitlerweile Windräder und der Adler weicht dann lieber aus und sucht andere Routen und Nistplätze. Auch sind die Waldstücke mitlerweile nicht mehr so ungestört, Forstbetrieb und Ausflügler stören den darin recht empfindlichen Vogel. Wer mehr über diesen interessanten Vögel erfahren möchte, dem empfehle ich die Seiten der deutschen Wildtierstiftung, von der ich viele Informationen für den Artikel gefunden habe: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/schreiadler

Werdegang
das ist er nun, mein Schreiadlerstempel

Den Stempel habe ich nach einem Foto, welches ich im Netz gefunden habe, gemalt und geschnitzt. Ich hoffe, man erkennt ein wenig den Werdegang. Um die Feinheiten hin zu bekommen, habe ich Softcut genutzt, so kommt das Federkleid gut zur Geltung und selbst so ein spitzer Schnabel kann geschnitzt werden. (selbstgekauft, kein Werbeauftrag)

Schreiadler Stempel

Jedenfalls kommt noch ein Flugbild hinzu als Stempel, aber erst die kommenden Tage, genau wie ich noch ein Portrait malen möchte.

In der zweiten Woche konnten wir auch noch mit dem Seeadler Vergleiche ziehen. Weihen, Milane und Bussard wurden ebenfalls gesichtet, ebenso Falken, Sperber und Habicht. Aber keine Entdeckung war so besonders, wie dieser Adler!

Verlinkt bei Andrea „Zitronenfalterin“

DVD und Creativsalat https://www.creativsalat.de

29 Gedanken zu “Majestät

  1. Ein ganz toller Beitrag!

    Der Schreiadler gehört zu den gefährdetsten Greifvogelarten Zentraleuropas (im Baltikum ist er noch vergleichsweise häufig) und ist auf deutschem Gebiet inzwischen akut vom Aussterben bedroht. Viele verwechseln ihn mit dem Mäusebussard bzw. sind sich gar nicht bewusst, dass diese Art (neben Seeadler, Fischadler und Steinadler) hierzulande heimisch ist.

    Durfte ihn glücklicherweise bereits einmal an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns beobachten. War für mich wie ein Sechser im Lotto. 🙂

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    1. Jaaa, was glaubst Du, wie wir uns gefreut haben!! Ich war tagelang euphorisch, hab am Handy (im Urlaub) alles mögliche nachgelesen (und hier etwas zusammen gefasst)
      Netterweise hat er ja einmal seine langen Greifer ausgestreckt, … und ich hatte die richtige Kamera dabei
      Schön, dass Du ihn auch einmal sehen konntest.
      Liebe Grüsse
      Nina

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      1. Ja, ohne passende Kamera bist du aufgeschmissen. Hatte mir vor Jahren mal ne Nikon mit ordentlich Zoom gegönnt, sonst hätte ich ihn auch damals nicht erwischt. Ein seltener Anblick. Und Greifvögel finde ich ohnehin unheimlich majestätisch.
        Liebe Grüße zurück
        Stefan

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  2. Das ist ein großartiger Bericht. Hoffen wir, dass viele überleben. Ich sehe auch immer das Dilemma zwischen Naturschutz und Windenergie. Aber wir müssen einen Weg finden, die Energiewende zu schaffen. Sonst hat die Natur insgesamt verloren. Dein Stempel ist wie immer wunderschön.
    LG
    Magdalena

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  3. Wow! Nina!
    was für ein lehrreicher und toller Beitrag…ich liebe deine ausführlichen Vorstellungen der Tiere. Diesen Adler kannte ich tatsächlich auch noch nicht :0) aber man lernt ja dazu….ich schaue Samstags morgens immer mit meinem Mann Terra X, das ist immer sehr interessant und oft geht es um Tiere. Mein Lieblingsvogel bei den Raubvögeln ist der Turmfalke. Den finde ich wunderschön und total interessant, aber auch der Weißkopfseeadler ist imposant. Dein Stempel ist klasse geworden, so schön detailliert und der Druck kommt richtig gut raus. Wahnsinn! Schade, das immer mehr Tiere aussterben, der Mensch kriegt wirklich alles klein :0( Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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    1. Dankeschön. Der Turmfalke ist ein wunderschöner Raubvogel. Fast jeden Morgen seh ich ihn, wenn ich durch den Park gehe, da dort auch die Friedhofskapelle ist, in der er immer brütet.
      Ja, wir Menschen…
      Der Stempel hat lange gedauert, aber ich mag ihn sehr!
      Liebe Grüße zurück gen Norden
      Nina

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  4. Hallo Nina! Dein Stempel ist richtig toll geworden. Ich bin von den filigranen Linien sehr beeindruckt. Ausserdem ist es sehr schön wieder etwas gelernt zu haben. Den Schreiadler kannte ich bis jetzt auch noch nicht. Wir haben bei uns ein Rotmilan Pärchen. Denen schaue ich gerne beim kreisen über den Feldern zu.
    Liebe Grüße Vanessa

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  5. Wow, wie klasse! Da ist es doch für uns alle ein Glücksfall, dass dir dieser Vogel im Urlaub begegnet ist. Danke, für die ausführliche Beschreibung! Ich habe wieder einiges gelernt, denn ich kannte ihn leider auch nicht. Wie bei Vanessa, kreisen auch bei uns die Rotmilane – das finde ich immer sehr schön. Ebenso majestätisch! Dies ist dein Stempel auch – und wunderschön!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  6. Hallo Nina,
    was für tolle Fotos, die sind ja echt Spitze. Und von Deinem Stempel bin ich auch ganz hin und weg, der ist ja toll geworden. So filigran ausgearbeitet, wie von der Maschine gemacht, ganz, ganz dickes Lob von mir!
    Liebe Grüße
    Manu

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  7. Was für beeindruckende Momente, liebe Nina. Ich muss zugeben, ich bin einbissel neidisch 😉 Einen freilebenden Adler (egal, welche Art) habe ich noch nie gesehen. Woow.. und Du konntest sogar Fotos machen!! Das ist mega toll! Genau wie Dein Stempel übrigens. Wieder so ein Kunstwerk! Das lässt das Herz eines jeden Hobby-Ornithologen höher schlagen. Klasse! Dir einen schönen Tag. Herzlichst, Nicole

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    1. Oh ja, dass war ein großes Glück! Den See- und Fischadler haben und hatten wir schon gesehen, aber von diesem habe ich auch erst vieles erfahren, nachdem ich durch die Begegnung neugierig wurde. Und er bietet sich ja an, als Stempel gefertigt zu werden.
      Danke Dir und liebe Grüße zurück
      Nina

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  8. Liebe Nina,
    du Glückskind! Was eine wundervolle Begegnung mit einem großartigen Tier. Und danke für die ausführlichen Informationen über eine Adlerart, die ich bisher nur vom Hörensagen kannte. Hierzulande gibt es sie wohl nicht. Aber ich bin jedes einzelne Mal glücklich und demütig, wenn uns beim Klettern ein Steinadler begegnet, meist indem er ruhig und gelassen ober uns seine schwerelosen Kreise zieht. Sie sind Majestäten, das stimmt! Für so eine außergewöhnliche Sichtung kann ein Jahresprojekt schon einmal verschoben werden.
    Toll!
    Alles Liebe und eine schöne Zeit
    Elisabeth

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