Grün, weiß und versponnen

Quelle Wikipedia

Hallo Ihr Lieben

Kennt Ihr den Maulbeerbaum?

Der Baum des Sonnenaufgang aus China. Vielleicht habt Ihr schon mal etwas über Seidenraupen gelesen? Oder über das neue Superfood, Maulbeeren. Grüne Maulbeerbaum Blätter waren unerlässlich als Futter für die weißen Raupen der Maulbeer-Seidenspinner (Bombyx Mori). Aus den weißen Kokons würden weiße Falter schlüpfen. Aber damit aus den Kokons Seide gewonnen werden kann, muss die Raupe darin sterben.

Kaum ein Stoff ist so edel wie Seide, dem Stoff der Götter, und konnte nur als Monopol aus China importiert werden. Als man erste Raupen um 500 n Chr rausschmuggelte, nützte das erstmal gar nicht viel. Denn die Raupen sind wählerisch beim Futter. Sie wollen nur den Maulbeerbaum ratzekahl fressen. Richtig viele der grünen Blätter wollen sie. Aber mit dem ersten geschmuggelte Kokons in zwei Pilgerstäben begann die Forschung und endete damit, dass im 18. Jhd im grossen Stil zB in den Cevennen, Maulbeerbäume angepflanzt wurden und ihre Blätter täglich frisch gepflückt, in den Schuppen den Raupen verfüttert wurden. Noch wenige Jahre vorher standen hier Edel Kastanien. Diese waren wichtig für Brot, würde auch sonst als Grundnahrungsmittel genutzt, da kein Getreideanbau möglich war. Aber ein kalter Winter hatte viele Bäume gekostet. So sah man eine neue Chance in dem exotischen Baum aus der Ferne, jenseits der Seidenstraße.

Ein guter Freund hat einen Maulbeerbaum im Garten stehen. Und natürlich gibt es hier keine Seidenraupen, aber Beeren! Die sind auch weiß. Und super gesund. Man darf sie nicht pflücken, sondern nur abschütteln. Gurkig-süss schmecken diese seltsam aussehenden, weichen Beeren. Schon die alten Griechen priesen die Frucht als Nahrung der Götter. Für die Römer war der Baum Sitz der Weisheit. Drei Sorten – die roten, schwarzen und die weißen Maulbeeren – sind seit der Zeit der Römer damit auch in Europa bekannt. Vitamin C, Kalium, Spurenelemente… Alles was wir uns wünschen für eine gesunde Ernährung, zB als Topping für ein Müsli, frisch oder getrockne Früchte, (ersteres nur, wenn man den „Luxus“ hat, einen Baum im eigenen Garten zu haben).

Auch in unserem kühleren Deutschland gibt es „Geschichte“ zu diesem Baum, der übrigen uralt werden kann. 1663 kultivierte Friedrich Wilhelm I. die Seidenraupenzucht, pflanzte in Brandenburg den weißen Maulbeerbaum (Morus Alba) und holte sachverständige Auswanderer aus Frankreich, viele davon Hugonotten. Friedrich II. unterstützte die Seidenproduktion sehr und ließ Maulbeerbäume dreimillionenfach anpflanzen. Kälte, die viel Pflege der Raupen und der Tod Friedrichs II. 1786, ließ die Seidenproduktion wieder verschwinden. Es gibt aber noch denkmalgeschützte Alleen und Einzelbäume, auch ist er beliebter geworden in Gärten von Privatpersonen.

Kennt Ihr den Baum? Habt Ihr vielleicht einen?

Eine schöne Woche

Verlinkt bei Astrid s „mein Freund der Baum“ Sammlung und Juttas DND

(Quelle des Bildes Wikipedia)

20 Gedanken zu “Grün, weiß und versponnen

  1. Danke für diese wunderschöne Erklärung und Fotos über diesen wunderbaren Baum! Ich habe ihn mal irgendwann gesehen mit diesen Früchten daran aber keine Ahnung wo! Also mache ich mal das nächste mal die Augen auf.
    Schönen Tag wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

    Gefällt 2 Personen

  2. Also das war mir alles gänzlich neu !
    Und ich bin immer wieder begeistert, wenn ich was dazu lernen kann.
    Danke, für die ausführliche Beschreibung und die schönen Bilder.
    Ein feiner Beitrag zum „DND“
    Dafür recht ♥lichen Dank
    Liebe Grüße
    Jutta

    Gefällt 2 Personen

  3. Passt! Ich hab mal sechs Wochen Ende der 1970er Jahre in einem Häuschen in Griechenland gelebt mit ner Terrasse unter zwei weißen Maulbeerbäumen ( und mit 6 Wochen Erdbeben ). Da habe ich noch Zeit gehabt, viel zu zeichnen und große Alben zu gestalten ( hab ich glaub ich sogar mal im Blog gezeigt ). Die Früchte mag ich eher in getrocknetem Zustand. Die Falter kenne ich nicht, habe nur Erfahrung mit welchen, die sich auch in so einen Kokon eingesponnen haben, den man kaum auflösen konnte ( die fraßen nur Salweide ). Du siehst, ich habe mich mit Allerlei ( schon immer ) beschäftigt. Hier in der autofreien Siedlung hat es auch einen noch kleinen Maulbeerbaum. Und in der Flora gibt es einen Papiermaulbeerbaum, den hab ich auch mal im Blog gezeigt. Da ist dein Beitrag heute eine schöne Ergänzung. Danke fürs Verlinken!
    Gute Nacht!
    Astrid

    Gefällt 1 Person

    1. Gesehen habe ich Seidenraupen und die Falter auch nie außerhalb eines Zoos. Aber fasziniert hat mich diese Geschichte um den Stoff schon immer. Und dann die passende Pflanze dazu, logisch. Ach ja, was man früher alles gemalt, geschnitzt, getöpfert, genäht (ja, ich hab mir mal Kleidung genäht) gezeichnet und geschnitzt hat… Und nun muss ich baldigst nach Deinen entsprechenden Beiträgen schauen.
      Danke und liebe Grüße
      Nina

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    1. Ich finde, er sieht, bis auf besagte Früchte, auch nicht so „besonders“ aus. Manchmal bleibt er wohl auch buschförmig und erinnert eher an eine Haselnuss. Aber seine Geschichte…
      Danke Dir und liebe Grüße zurück
      Nina

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    1. Man kann die Beeren auch getrocknet kaufen, werden sehr gern unter Müsli gemischt. Natursüßer. Sehr sehr leckeres Supergold.
      Der Baum ist nicht besonders auffällig, bleibt oftmals sogar strauchartig, wie die Haselnuss. Wer weiß, vielleicht wie mir ergangen, ich habe ihn Dank des Freundes kenne gelernt, sonst hätte ich ihn nicht erkannt.
      Liebste Grüße zurück
      Nina

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  4. Spannende Geschichte(n), ich freu mich immer über Deine ausführlichen Geschichten, die so das Thema in die Tiefe behandeln. Maulbeerbaum: gehört ja, gesehen glaub ich noch nie. Aber ich werde die Augen offen halten! Liebe Grüße, Gabi

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    1. Na ja, ein wenig Tiefe. Dankeschön. Ich mag einfach Geschichte und Geschichten dahinter. Manchmal weiß man schon etwas, manchmal erfährt man dadurch auch erst Neues.
      Ich geh dann auch manchmal mit anderen bzw offenen Augen weiter.
      Danke Dir! Liebe Grüße
      Nina

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  5. Wieder etwas gelernt! Eine Bekannte hat sich einen Maulbeerbaum gepflanzt, fand aber die Früchte seltsam, mehlig meine ich. Wie schmecken sie Dir? Ich kenne den Begriff eigentlich hauptsächlich aus dem handgeschöpften Papier. Maulbeer-Papier..wobei ich gar nicht weiß, was davon für das Papier hergenommen wird.
    LG Eva

    Gefällt 1 Person

    1. Stimmt, dass Papier! Ich musste gleich nachschauen, die Rinde des Baumes wird verwendet und die Geschichte wäre noch mal einen Beitrag wert!
      Als ich die frische Frucht gegessen habe, hat sie lecker geschmeckt, frisch, fruchtig, etwas nach Gurke. Die getrockneten Beeren sind leicht mehlig, das stimmt, aber für ein Müsli ZB super.
      Danke Dir und liebe Grüße
      Nina

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