Hallo Ihr Lieben.
Ich gestehe, ich habe den Durchhänger.
Mehrfach diese Woche setze ich mich an den Tisch und möchte eigentlich malen oder schnitzen. Alles wird heraus gekramt. Dann ein Kaffee gemacht und … ziellos durch den Garten geschlendert: Die Hecke müsste ratzekahl runter geschnitten werden. Aber das geht natürlich erst nach der Vogelbrustzeit. Auch wenn in diesen immergrünen Bastardzypressen nie etwas brütet. Der Rasen sieht schon wieder furchtbar aus. Die Trockenheit will ihn nur unregelmäßig wachsen lassen und etwas längere Gräser schützen ihn. Frische Rosenblätter verbrennen in der Sonne regelrecht. Aber der Boretsch, den ich jahrelang immer wieder vergeblich ausgesät habe, der letzten Spätsommer erstmals zögerlich kam, der überstand sogar den Winter und blüht jetzt, wie wenn es Hochsommer wäre.

Was uns für die #bleibdaheim Zeit sehr gelegen kommt, ist gar nicht gut für die Natur. Ich bin für meine Verhältnisse schon sehr braun. Wir werden dann wohl jetzt schon das Sonnensegel aufhängen. Ach stimmt, ich wollte doch etwas schnitzen. Hm, erst die Mary Poppins oder noch ein weiteres Vögelchen? Es wird dann doch wieder ein weiterer Gang durch den Garten. Gießen, Lilienhähnchen absammeln, Quittenblüten bestaunen. Auch etwas umpflanzen. Am Samstag soll es regnen! Ich wanderte zur Bank und lese, eher etwas unlustig, in der Garten Zeitung. Ein Buch hat mich diese Woche noch nicht so richtig gepackt. Erwähnte ich, dass es mir zu warm ist? Selbst der Hund schaut ungläubig, als er zum Hundegang soll, er liegt lieber abwechselnd im Schatten oder der prallen Sonne. Herr und Gescherr, Frauchen und Gescherrchen? Ich bin Unlustig. Dabei habe ich einen weiteren wunderschönen Frühlingspost-Kunst Stoff bekommen, einen richtig fröhlichen, frühlingshaften!

Und ganz schöne Post von meinen Neffen, die als normaler Brief eine Woche unterwegs war. Die andere Verwandschaftspost ist noch länger unterwegs. Auch sehr gefreut habe ich mich über bunte Post aus der Nachbarstadt, Astrids neues Frauenportrait ist auch wieder unbedingt lesenswert!

Alles wird gerade einfach an die Wand neben dem Tisch geklebt, bunt und fröhlich. Dankeschön für so kleine, große Freuden.

Vom Hundegang wurden ein paar Blumen vom Wegesrand mitgebracht. (Nein, nicht aus einem Beet.) Im eigenen Garten muss ich die Akeley immer im Zaum halten.

Meine geliebte Stachelbeere ist eingegangen. So schade, denn sie war ein Geburtstagsgeschenk von besonderen Menschen zu einem besonderen Geburtstag. Die Sorte fand ich ganz wunderbar, war sie doch weniger stachelig, ertragreich, wohlschmeckend und mehltauresistent. Hier um die Ecke hat ein großes Gartencenter auf und wir haben oft die Köpfe geschüttelt. Massen an Autos und Menschen. Sehr inkonsequent habe ich mich tatsächlich diese Woche da in die Schlange eingereiht, mit Cowboy Maske. Jeder Einkaufswagen wird desinfiziert, jeder darf nur nach Anleitung und -weisung rein. Aber drinnen? Teilweise wird hier ein Familienausflug gemacht. Und Abstand ist häuftig ein Fremdwort. Ich wollte doch nur einmal schnell in die Obstabteilung, …ach wie konnte ich nur. Nun habe ich eine andere Sorte an einem neuen Standort im Garten. Stachelig ist sie, aber lange nicht so sehr, wie die alte Sorte meiner Oma, die ich immer widerstrebend ernten musste. Ich liebe Stachelbeeren, als Naschobst, auf Kuchen oder besonders gern als Marmelade.
Die Tomaten sind rausgewandert, vereinzelt, aber ich habe so viele Sämlinge. Meiner Mutter wollte ich gern welche abgeben. Wann ich wohl wieder in s Sauerland komme? Auch für die Schwiegermutter in der Eifel sind èigentlich welche dabei. Ich bekomme, nein, ich habe ein großes Platzprobleme. (Und die Fleischtomatensamen eines Bekannten, die eigentlich schon recht alt waren, sind alle! aufgegangen.) Während ich vereinzelte, rief mich eine liebe Freundin an und wir sind lange und ausführlich in s Quatschen gekommen. Sie sieht kaum noch etwas und kann nur über ein neuartiges Gerät an der Brille lesen, besser gesagt, vorlesen lassen. Für Bücher ist das sehr mühsam. Hörbücher liebt sie daher sehr. Ausgeliehen habe ich ihr „Cabin Pressure“ und sie fragte mich, ob ich sie bis zu uns lachen höre! (Nur noch Mal als dringende Empfehlung, 13 CDs, nur im englischen Original, BBC Produktion, u.a. mit B. Cumberbatch.) Nach dem Telefonieren weiß ich nicht mehr, welche Sämlinge welche sind!
Die buntblättrigen Geranien vom letzte Jahr ziehen raus. Von der weiß-grünen konnte ich Stecklinge nehmen. Die bunte hat den Winter im Keller nicht überstanden.
Unlust, ach weh. Dann schaut man eben abends noch mal einen Lieblingsfilm zum x-mal, „Die Mumie“, aber im Original, B. Fraser hat so eine wunderbare Stimme. Ach und der Film ist so herrlich lustig, abgedreht, spannend und ein wenig altmodisch. Pause drücken: Der Sohn hat es am Magen, noch mal Tee kochen? Dem anderen Sohn hilft ein Eis etwas über die langweiligen Zeiten. Irgendwie frustriert sind die Jungs schon, so lange nur mit den ollen Eltern, jeglicher Kontakt zu Freunden online. Aber alle halten sich tapfer, auch mein Schatz, der wohl eigentlich einen langweiligen Urlaub hatte, aber ganz braun ist und immer mit Buch in der Hand zu sehen ist.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Wenn Euch die Unlust packt, lasst sie ruhig mal zupacken, es entwickelt sich schon was draus. (Nur etwas geschnitzt habe ich wirklich nicht.)
Auf ein Tässchen Kaffee beim Samstagsplausch und zu den wunderbaren Blumensträußen von Holunderblütchen, bitte anklicken.

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