Kleine Akrobaten

Hallo Ihr Lieben.

Heute stelle ich Euch wieder ein kleines, munteres Vögelchen vor. Wenn man das Glück hat, diesen hübschen Vogel zu sehen, dann ist er eigentlich nicht alleine. Huschend, von Ast zu Ast, Busch zu Baum hüpfen und fliegen sie schnell, immer auf der Suche nach Insekten. In lichten, aber gerne etwas feuchteren Laubwäldern, Parks und Gärten mit Strauch- und Baumbestand sieht man die geschickten Kletterer an den äußeren Ästen. Darauf sind sie spezialisiert. Im Winter habt Ihr die Chance sie auch an Meisenknödel zu beobachten. Dann nehmen sie auch kleine Körner, Knospen, Flechten und Beeren in den Speiseplan auf.

Die kleinen Schwanzmeise, dass ist der Vogel, den ich Euch diesmal vorstellen mag, kommen eigentlich immer in kleinen Trupps vor. Um an den äußeren, dünnen Ästen gut balancieren zu können, haben die kleinen Vögel ihren namensgebenden Schwanz. Manchmal hängen sie nur an einem Fuß, halten sich dabei aber immer geschickt fest. Kopfüber hängend können sie sogar ihren Körper um 90° drehen und behalten so ihr Umfeld immer gut im Blick.

Zweidrittel Schwanz und eindrittel rundlicher Körper, nur 13 – 15 cm gross. Sie erinnern schon sehr an Meisen. Aber die Vögel mit dem lateinischen Namen aegithalos caudatus sind nicht mit den Meisen (Kohlmeise, Blaumeisen usw) verwandt und gehören zu einer eigenen Familie. Es gibt eine „südliche“ und eine nordische Art in unseren Breiten. Einen weißer Kopf mit schwarzen Scheitelstreifen schmückt den Vogel mit dem weiß-rosa Gefieder und den wir eher hier sehen. Der aus den nordischen Gebieten hat einen rein weißen Kopf und einen kürzeren Schwanz. Diese kommen uns gerne im Winter besuchen. Wenn wir ihm ganz nah in die Augen schauen könnten, würden wir das gelbe Augenlied sehen. Aber nur die Altvögel sind „geschminkt“. Ornitologen unterscheiden sogar vier Typen dieses Sperlingvogels.

etwas älteres Aquarell

Sind es nicht hübsche Vögel? Sie bauen auch wunderschöne, ovale, geflochtene Nester zwischen Zweigen, gut und stabil versteckt. Seitlich (zur Sonnenseite) gibt es ein kleines Einflugsloch. Dafür brauchen sie einen Monat und dann ist es von außen gut getarnt mit verwobenen Flechten. Ausgepolstert mit weichen Materialien bietet es innen Platz für sieben bis zwölf gesprenkelte Eier. In der Brutzeit sind diese geselligen Vogel dann kurzzeitig nur als Brutpaar unterwegs. Aber schon die Aufzucht ist wieder gemeinsam mit dem Trupp. Im Winter rücken sie zum Schlafen auch ganz dicht und wärmend zusammen. Sehr soziale Vögel also.

Erst wollte ich nur einen einzelnen Vogel schnitzen, aber sie treten ja in Trupps auf, so wurden es zumindest zwei

Die Vögel halten zusammen und achten auf ihr Territorium. Traut man den kleinen weiß-rosa Federbällen gar nicht zu, oder? Aber dieser Zusammenhalt hilft zB, dass viele Jungvögel durchgefüttert werden. Dabei helfen nämlich Tanten und Onkels mit.

Immer, wenn ich versucht habe, auf Spaziergängen die Vögel zu fotografieren, bin ich gescheitert. Sie sind für meine Kamera mit der Zeitverzögerung des Auslösers (darüber habe ich schon oft geflucht, auch wenn es nur kurz ist) zu flink unterwegs. Meist wurde ich auf sie aufmerksam durch ihr rhythmischen Gepiepe und die huschenden Bewegungen aus dem Augenwinkel. Denn sie sind eigentlich weit verbreitet und vielleicht kennt Ihr sie eher unter dem volkstümlichen Namen „Pfannenstielchen“. Auch ein passender Name, nicht wahr?

Ich drücke die Daumen, dass Ihr die kleinen Akrobaten mal beobachten könnt, auf einem Spaziergang durch das nun licht werdende Laub oder wenn sie als Trupp in den Garten einfallen. Es macht viel Spass, ihnen zuzusehen.

Vielleicht hat Euch diese weitere Vorstellung eines weiteren „flatterhaften Tiers“ wieder gefallen.

So langsam kommen wir mit unseren Jahresprojekten schon in Richtung Zielgeraden bei Andrea Zitronenfalterin, auf deren Blog alle Teilnehmerinnen der Jahresprojekte sich wieder treffen und verlinken

ebenfalls verlinkt bei Creativsalat

27 Gedanken zu “Kleine Akrobaten

  1. dein aquarell und deine geschnitzten exemplare sind wirklich ganz bezaubernd – du hast sie so gut getroffen! danke auch für die vielen infos dazu, vieles wusste ich noch nicht. aber mit viel glück kommen sie in kleinen scharen im winter auch mal hier am futterhaus vorbeigehuscht und schwubb, sind sie schon wieder weg. ich glaube, mir ist es noch nicht gelungen, sie mal zu fotografieren.
    auf jeden fall ist es ganz reizend, dass sie sich im winter gegenseitig wärmen!
    liebe grüße
    mano

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  2. Wieder so schöne Zeichnungen und der Stempel gefällt mir supergut! Hast du Linoleum oder so ein Gummi genommen? Die Schwanzmeisen turnten hier früher in der kleinen Wildnis herum, bevor sie die Wege ausgebaut haben. Da wuchsen die Schlehen so dicht, daß man durch einen richtigen Tunnel ging. Einmal hatte ich ein Erlebnis, als ich dort ganz still stand, daß so ein Trupp immer näher kam und einige Vögel nur 1m von meinem Kopf entfernt herumkraxelten. Das war so schön!! Aber jetzt sehe ich sie wesentlich seltener und wie du schon sagst, meist sind sie zu schnell. Das sie nicht zu den Meisen gehören, wußte ich nicht. Sie sehen doch so meisisch aus 🙂 LG und danke für die vielen Infos!

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    1. Meister sind die auf alle Fälle und sehen auch so aus 😄 Ja, so Schlehenhecken wären genau richtig. Ich hoffe, man hat nur „auf n Kopp gesetzt“ und die Hecke kommt wieder. So eine schöne Begegnung beschreibst Du da.
      So feine Schnitzereien bekomme ich nur mit „Gummi“ hin. Linoleum ist doch eher etwas für Großes und Kontraste.
      Danke Dir und ganz liebe Grüße zurück
      Nina

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      1. Einen Teil der Schlehen haben sie entfernt, weil schon vor 20 Jahren geplant war, dort eine Wegeverbindung zu schaffen (die meiner Ansicht nach nicht wirklich nötig war, weil man auch drumherum laufen kann. Aber Stadtplaner sehen das anders. Guck mal in meinem Blog unter:
        Natur zerstört für was? Aus dem Trampelpfad ist eine 5 m breite Schneise geworden, damit die Wege breit genug werden konnten. Zum Glück stehen noch einige Schlehen, aber seitdem wuchern die Brombeeren umso besser. Es ist zweischneidig. Manches ist positiv – ein paar Blümchen mehr – aber die Wildnis fand ich persönlich schöner und einen tollen Rückzugsraum für Tiere. Die Zeiten wo Meisen oder Eichhörnchen über meinen Kopf wanderten oder durch die Büsche kraxelten, sind vorbei. Nistgelegenheiten gibt es aber noch genug, wie es scheint. Ich habe dort oft fotografiert. Es war einfach märchenhaft. Zum Glück wächst jetzt einiges wieder zu. LG

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    1. Danke Dir, ja zart und zauberhaft sind die kleinen Gesellen. Das kann eigentlich auch am Besten ein Aquarell wiedergeben (habe ich meiner Mutter vor ein paar Jahren geschenkt, müsste viel häufiger Vögel mit Aquarellfarbe festhalten…)
      Die Kopfzeichnung der hiesigen Vogel ist schon besonders 🙂
      Liebe Grüße an Dich zurück
      Nina

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  3. Liebe Nina,
    beinahe hätte ich deinen wunderbaren Post verpasst, denn in der Sidebar wird ein neuer Post von dir oftmals so spät angezeigt. Die Schwanzmeisen hast du super schön getroffen und hier sind sie im Rudel 😉 einige Jahre eingefallen. Dennoch sieht mal sie hier seltener und daher mag ich ja die kleinen blauen Federbälle so gern, die mit den Kohlmeisen häufiger hier anzutreffen sind.
    Lieben Gruß von Marita

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    1. Ist schon komisch, dass es mir mit Deinen Artikeln auch manchmal so geht.
      Freut mich, dass Dir die Vögelchen gefallen. Danke Dir 🙂 Im Garten habe ich sie auch lange nicht mehr gesehen, aber in der Hecke auf dem Feld sind sie immer Mal wieder.
      Liebe Grüße an Dich zurück
      Nina

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  4. Liebe Nina,
    oh, wie wunderbar die Schwanzmeisen sind! Ich hatte keine Ahnung, dass sie nicht zu den Meisen gehören, hab aber schon öfter welche beobachtet und fand sie immer ganz besonders. Sehr interessant, was du alles über die kleinen Vögel erzählst – und deine Stempel und Zeichnungen finde ich auch wieder wunderschön!
    Liebe Grüße
    Nanni

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