Kazuri

„klein und wunderschön“

(Kleinigkeiten auf Swahili).

 

Hallo Ihr Lieben.

Ist es nicht so, dass uns Kleinigkeiten am ehesten beeinflussen? Das Lächeln, ein dummes Wort, liebe Post, unerwartet ist etwas teurer, wir gewinnen oder verlieren, Halt haben oder stolpern. Und dann liegt es an uns, was wir damit machen. Manchmal muss uns erst gezeigt werden, dass eine Tür zwar zugeschlagen ist, aber dafür ein Fenster aufgegangen ist.

 

Diese Woche hat der Sohn eine geflügelten Gast mitgebracht.

Mauersegler K.

Vielleicht erkennen einige diesen besonderen Vogel, die meisten sehen ihn eher oben am Himmel seine Flugkunststücke machen. Mauersegler sind keine Schwalben, wie ich jetzt gelernt habe. Sie haben nur den gleichen evolutionären Weg eingeschlagen. Sie verbringen fast den ganzen Tag in der Luft, fangen Insekten im Fluge und trinken und schlafen sogar im Flug. Nur zum Brüten haben sie festen Boden unter den Krallen, mit denen sie sich wirklich gut festhalten können. Diese Vögel werden uns Anfang August schon wieder gen Süden verlassen, als eine der ersten Zugvögel.

Zeichnung Olof Rudbeck d. J.

Das dieser Vogel die Nacht überleben würde, war schon sehr unwahrscheinlich. Keine äußerlichen Verletzungen, aber wer weiß, wobei sich der Altvogel vielleicht doch etwas zugezogen hat, ein Luftkampf, ein Flugmanöver? Selbst Fachleute haben fast keine Chance und bei den am häufigsten gefundenen Mauerseglern handelt es sich i.R. um Jungtiere (Fütterungsreflex). Was wir ihm anbieten konnten, war Schutz und Wärme.

Mauersegler

Eigentlich haben wir schon nicht mehr damit gerechnet, dass der Vogel die Nacht überlebte, aber das hatte er geschafft. (Und glaubt uns, wir haben alle möglichen Insekten gefangen, Wasser, das Kirschkernkissen für die Nacht erwärmt, immer wieder Flugmöglichkeiten angeboten…). Irgenwann war er dann verschwunden, ich hoffte, er sei einfach davon geflogen, dabei war er zum Sterben ganz unter die Tücher gekrabbelt. Ich bin damit gross geworden, dass Natur nun mal so sein kann, aber manchmal denke ich, sie ist gerade auch zu gemein. (Mauersegler sind nicht mehr so häufig anzutreffen, sie stehen auf  der Vorliste der „Roten Liste“. Die letzen Jahre konnten sich die Vögel als Kulturfolger an Gebäuden Nistplätze sichern, aber ratet mal, wer da auf Sauberkeit bedacht ist. Die meisten Leute fürchten die viele Vogelscheiße, aber man kann ein großes Brett darunter anbringen und im Gegenzug fangen die Segler ganz viele Mücken.)

Dafür habe ich seit drei Monaten hier zum ersten Mal wieder Blaumeisen im Garten gesehen. Warum das etwas Besonderes ist? Wir hatten und haben hier die Meisenlungenentzündung, die viele Blaumeisen dahingerafft hat.

Stempel geschnitzt habe ich diese Woche keinen, ich hatte dafür keine ruhige Hand. Aber sie war ruhig genug, um aus einer alten Kette, die ein kaputtes Urlaubsüberbleibsel war, eine neue aufzufädeln. Ich liebe diese Glasperlen Ketten, bunt, wie die Erinnerung an den Urlaub, in dem ich sie gekauft habe.  Es sind schnelle und unkomplizierte Schmuckstücke nicht nur zum Sommerkleid.

Perlchen
links die Tonperlen

Über sie bin ich dann auch auf meine Überschrift gekommen. Im Stadtteil Karen (nach Karen Blixen) in Nairobi, Kenia gibt es einen Laden, in dem Frauen Tonperlen herstellen. Daraus fertigen sie wunderschöne Ketten und von dem Erlös unterstützen sie ihre Familien. Dieser Laden heißt Kazuri. Vor vielen Jahren hatten wir das Glück, vor Ort einige Ketten kaufen zu können, die noch immer zeitlos schön sind.

Wirklich sehr habe ich mich über Post diese Woche gefreut! Bei„Frau Nahtlust“habe ich z.B. ein ganz wunderschönes Nadelbriefchen gewonnen. Gerade diese indigoblauen, bestickt mit weißem Kontrastgarn, hatten es mir besonders angetan. Wie Schaum auf den Wellen des Ozeans.

Post Mano/frau nahtlust

Sehr gefreut habe ich mich auch über die lieben Wünsche per Post von Mano. Eine selbstgemachte Collage mit meinem Wappenvogel kam Ende der Woche hier an.

Ganz herzliches Dankeschön, einmal für das Gewinnspiel (und damit für den Gewinn) und für die lieben Worte, von einem Vogel überbracht! Überhaupt, an alle, herzlichst Dankeschön, ich habe diese Woche schon wieder viel mehr gemacht. Ihr glaubt gar nicht, wie erfüllend es sein kann, ein wenig mehr Hausarbeit zu machen und sogar wieder einkaufen zu gehen. Jeden Tag mehr. Und nicht mehr lange bis zum Sehnsuchtsort.

 

Kommt Ihr auch wieder auf einen Kaffee bei Andreas Samstagsplausch vorbei?

 

It has long been an axiom of mine that the little things are infinitely the most important.

Es war immer mein Grundsatz, das die kleinen Dinge im Leben die wichtigsten sind.

Sir Arthur Conan Doyel

 

Grosse Dinge entstehen durch eine Reihe kleiner die zusammenkommen.

Vincent van Gogh

22 Gedanken zu “Kazuri

  1. Heute freute ich mich bei meiner ersten Tasse tee des Tages auch über ein paar Blaumeisen am Futterhaus. Weil ich von Insekten im Gebüsch seit Tagen gefressen werde, wenn ich das Katzenkino befülle, hatte ich es die letzte Woche gelassen. Nun traute ich mich nach dem Regen wieder ans Gebüsch und hatte heute diese Freude!
    Naturschutz und das Bedürfnis das Haus wie den Garten sauber zu halten treibt manch seltsame Blüten. In der Nachbarschaft steht in einem schrecklich sterilem Steingarten ein Schild „Rettet die Bienen“.
    Ich wünsche mir jetzt einfach, dass euer Mauersegler es geschafft hat!
    Viele Grüße,
    Karin

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  2. Mauersegler liebe ich auch sehr. Sie waren vor zwei Jahren meine großen Freunde, die ich jeden Tag aus dem Krankenhausfenster beobachten konnte. Heute morgen hörte ich über der Altstadt wieder ihre Rufe.
    Wir hatten früher viele Schwalbennester an einer Seite der Fassade. Seit direkt gegenüber eine kleine Siedlung hypermoderner, komplett verglaster Yuppiehäuser errichtet wurde, sind die Schwalben komplett ausgeblieben. Ich hoffe, sie haben eine schöne neue Bleibe gefunden.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ach ja, zu viel Glas, weniger Einflugsschneise. Hier sind sie auch nirgends an Häusern, gibt tatsächliche eine Stelle in der Natur und natürlich die Bauern.
      Mauersegler und Schwalben sind so ein Indikator für Sommer, ich mag sie auch sehr.
      Hab ein schönes Wochenende und liebe Grüße
      Nina

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  3. Der Gott der kleinen Dinge – oder bei mir eher eine Göttin – hat hier viele Altärchen, besonders, seit das Alter immer weniger zulässt. Nette Post, kleine Geschenke – der Briefträger klingelt immer schon, wenn er wieder so was für mich hat, weil er neugierig ist, was es damit auf sich hat – oder viele Rücken stärkende Kommentare gehören dazu, wenn der eigene Radius kleiner wird…

    Seit ich einem Mauersegler tief ins Auge schauen konnte, der sich in unser damals noch nicht ausgebautes Dachgeschoss verirrt hatte, ist dieser Vogel sozusagen mein Wappentier ( daher im Blogheader ). Im Dorf meiner Kindheit war es die Schwalbe, und am Elternhaus hat es noch zwei Nester gegeben ( ich bin allerdings dreieinhalb Jahre nicht mehr dort gewesen, muss den Bruder fragen, der ist auf dem Weg dorthin ).
    Ich kann es eigentlich nicht bestätigen, dass sie weniger werden. Sie nisten immer noch an den Stellen wie vor 33 Jahren, und die jungen Halbstarken toben unüberhörbar durchs Carrée. In drei Wochen sind sie wieder fort. Da ist mir der Sommer dann nicht mehr viel wert.

    Schön, dass es gesundheitlich aufwärts geht und wieder einiges möglich ist! Da steht einem Urlaub hoffentlich nichts mehr im Wege.
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

    .

    ..

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    1. Für meine Mutter sind diese Vögel der Inbegriff von Sommer. In der „alten Heimat“ sind sie weniger geworden, genau wie die Schwalben. Aber ich vergleiche mit Zahlen aus meiner Kindheit, als es noch Kuhställe und Schuppen gab. Jetzt gerade ziehen sie ihre Kreis weit oben über unserer heutigen Heimat.
      Danke Dir und noch schöne Sonnentage, endlich!
      Liebe Grüße auch
      Nina

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  4. Liebe Nina,
    so ein schöner Vogel. Und danke für die Infos, das meiste war mir unbekannt. Ich finde hier leider auch immer wieder tote Vögel. Kürzlich fand ich einen Specht, hielt ihn für tot und kehrte ihn auf eine Schaufel. Aber plötzlich bewegte er sich. Ich trug ihn in den Garten, setzte ihn in eine Kiste, und nach ein paar Stunden ist er tatsächlich wieder geflogen. Da war ich richtig glücklich.
    Bei uns nisten Spatzen direkt unter dem Dach des Hauses auf einem Meuervorsprung. Die machen schon viel Dreck. Aber das ist mir egal, die Vögel brauchen einfach einen Platz zum Brüten.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Ja, so Spatzen kenn ich auch. Aber ich bin auch der Meinung, dass die Vögel doch nun mal irgendwo (gerne) wo brüten müssen. Das mit dem Specht ist ja interessant. Auf so etwas Ähnliches hatte ich auch gehofft beim Mauersegler.
      Hab einen guten Start in die Woche und liebe Grüße
      Nina

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  5. Wie schön, dass der Nadelbrief gut angekommen ist und dir gefällt. Solche kleine Freuden bereichern den Alltag. Und wie zauberhaft der Mauersegler ist. Ein ganz besonderes Wesen! Obhut – ein schönes Wort und noch eine schönere Sache, die man anderen WEsen andeihen lassen kann. Hab eine gute Woche und LG. Susanne

    Gefällt 2 Personen

  6. schade, dass der kleine mauersegler nicht überlebt hat! wir haben hier noch eine ganze menge, dafür sind aber die schwalben nicht mehr da, die uns hier in den ersten jahren so viel freude machten. im dorf wurden an alten häusern und scheunen vor jahren alle nester abgeschlagen…. mauersegler machen nicht mal dreck, weil sie den kot in ihrem nest behalten bzw. abtransportieren! dass du wieder eine blaumeise gesehen hast, freut mich sehr. bei uns leider noch keine!
    die glasperlen sind wirklich wunderschön – ganz im gegensatz zu dem vielen plastikmüll, den man in den meisten billigläden bekommt. ich habe auch eine ähnliche und trage sie fast den ganzen sommer, sie fasst sich einfach auch so gut an.
    schön, dass dir die karte gefällt! ich hatte viel freude beim herstellen!
    liebe grüße und weiterhin gute besserung für den knöchel!
    mano

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    1. Die Freude sieht man der Karte auch an! Sie ist natürlich zur Schwesterkarte gezogen!
      Ja, das mit dem Abschlagen der Nester ist ein Unding sondergleichen. „Ach ja, Schwalben, schön sind sie ja, aber ich mag sie nicht hier brieten haben, sollen doch andere…“ Als mein Opa noch Milchvieh hatte, waren Schwalben wirklich überall auf dem Hof und auch bei schlechtem Wetter wurde darauf geachtet, dass sie fliegen konnten. Was habe ich die Vögel immer bewundert bei ihren Flugkünsten. Heute nisten dort immer noch Schwalben, aber da weniger Viecher da sind, sind auch weniger Insekten da und damit weniger Schwalben.
      Die Glasperlen waren vorher auf einer langen, unhandlichen Schnur aufgezogen und jetzt sind sie auf einem sehr handlichen Gummi und kürzer.
      Dem Knöchel geht es immer besser, wird jetzt langsam trainiert 🙂
      Ganz liebe Grüsse zurück und eine gute Woche
      Nina

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  7. Hier ist das Entfernen von Nestern geschützter Vogelarten (u.A Schwalben und Mauersegler) ein Delikt und kostet bis zu 15 000 Euro Bussgeld. Ich weiss nicht, ob es tatsächlich oft passiert, dass jemand zahlen muss, aber wenigstens ist es bekannt und bei uns im Reitstall passen alle sehr auf, dass keines der Dutzenden Nester zu Schaden kommt (und nehmen die wirklich beeindruckende Dreckmenge zähneknirschend in Kauf 😉
    Ich wünsche Dir eine gute, neue Woche mit frohen Überraschungen!

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    1. Ui, das ist ein ordentliches Bussgeld, hier darf man das zwar auch nicht, aber wo kein Kläger… Ja, Dreck machen die schon ordentlich, aber fangen ja auch einige Mücken.
      Auch Dir eine schöne Woche und liebe Grüsse
      Nina

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  8. Wieder etwas gelernt. Einen solchen Vogel habe ich bei uns noch nicht entdeckt. Schläft sogar im Flug? Unglaublich.
    Wunderschöne Post, die Du erhalten hast.
    LG Eva

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  9. Wie schade, dass es der Mauersegler nicht geschafft hat! Wir hatten so einmal eine Turteltaube aufgepäppelt – mit Erfolg, zur großen Freude unseres tierliebenden Sohnes.
    Sehr schöne Post hast du bekommen! Da freue ich mich mit dir!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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