Flatterhaft

Hallo Ihr Lieben.

Ein wenig Veränderung bzw Abwechslung muss sein! Deswegen bekommt Ihr als Jahresprojekt nicht mehr nur Vögel präsentiert. Wie Euch die Überschrift verrät, bleibe ich aber dicht daran.

Aber womit fange ich an? Schon letztes Jahr hatte ich zu viele Namen auf der Liste.

*Es lebte einmal ein Riesenvogel namens Roc. Sein Rücken war so hoch wie der Berg Tai, und wenn er seine Flügel ausbreitete, dann waren sie weit wie die Wolken, die den Himmel bedecken. 

Sobald er sich in die Lüfte erhob, begann ein ungeheurer Sturm, und wenn er hoch über den Wolken unter dem tiefblauen Himmel dahinschwebte, legte er mit einem einzigen Flügelschlag tausend Meilen zurück.

Einmal flog er vom Norden zum Südlichen Meer. „Was er nur hat?“ wunderte sich eine Wachtel und konnte das Lachen nicht verbergen. „Ich hüpfe hier von Ast zu Ast oder vergnüge mich unten in den Büschen. Das genügt mir völlig. Wo der bloß hin will!“

Merke: Wenn der Horizont verschieden ist, sind es auch die Gedanken.*

Vogel Roc und die Wachtel

Eine Erzählung aus China

Wachtel Kunst aus Mexiko

Nein, es geht nicht um den sagenhaften Vogel Roc (auch Rock oder Roch) sondern um den kleinen Hühner – Vogel, die Wachtel. Ich habe sehr geschwankt, ob ich das Rebhuhn oder die Wachtel nehmen sollte. Ich mag diese kleinen, so seltener gewordenen Vögel beide sehr. Vor Jahren hatte ich das Glück hier eine Wachtel zu hören. Ihr habt richtig gelesen: gehört.

Bei der Balz

Wachteln sind so kleine, unauffällige Vögel, dass man die in ihrem Lebensraum eigentlich fast nie sieht. Vielleicht werden ihnen deswegen in Mythen Zauberkräfte zugesprochen. Über sie ist vergleichsweise wenig bekannt, so heimlich leben sie. Aber sie machen recht leise, gurrende, pfeiffende Töne, meist entfernen diese sich von einem, da der kleine Vogel auf dem Boden vor einem wegtrippelt. Selten fliegt er mal im kurzen Bogen. Lauter ist der Wachtelschlag des Hahns „pickderwik“. Sehr laut erscheint dies für uns Menschen auch nicht, vor allem hier im doch recht zersiedelten, lauten Umland, ist aber ca 500 m weit zu hören. Aber ich glaube auch, dass „meine gehörten Vögelchen“ nur auf der Durchreise waren. Wie bei so vielen Tieren, ist der Lebensraum durch den Menschen (Zersiedlung, Landwirtschaft) bedroht. In Deutschland (und anderen europäischen Ländern) sind Wachteln übrigens geschützt.

Gebrauchsteller, von mir mit einem Porcelanstift bemalt

Die Wachtel (coturnix coturnix) ist die kleinste, heimische Hühnervogel Gattung. Das Gefieder ist perfekt für die Tarnung am Boden angepasst, es ist graubraun und von schwarzen und orange-roten Strichen durchzogen. Über den Kopf ziehen sich helle und dunkle Streifen. Sie sind polygam, zwischen Mitte Mai und Ende Juli wird am Boden eine Nestmulde ausgepolstert. Meistens kommt es nur zu einer Brut pro Jahr. Das Gelege besteht aus sieben bis zwölf Eiern. Diese sind birnenförmig bzw oval, die geschlüpften Küken sind Nestflüchter.

Quelle GEO, Wachtelküken = w oder u in den Ägyptischen Hieroglyphen

Sie brauchen Lebensräume mit viel Grünpflanze, Hecken und anderen Möglichkeiten, sich zu verstecken. Auch feuchte und dicht begrünte Flächen und etwas Unterholz kommen in Frage. Auf offenen Feldern und Wiesen bewegt sich die Wachtel in dem hohen Kraut oder auf Getreideflächen, ein beliebter Lebensraum sind auch Kleefelder. Körner, Insekten und Pflanzengrün stehen auf der Speisekarte. Die Insekten sind vor allem im Sommer auf dem Speiseplan, wenn die Vögel aus dem Süden wieder da sind und auf dem Boden brüten. Die Wanderschaft beinhaltet übrigens eine der größten Bedrohung, die kleinen Vögel werden in großer Zahl unterwegs gefangen! Die Wachtel ist in fast ganz Europa, Westasien und Teilen Afrikas verbreitet.

Wachteln werden auch als Haustiere, bzw wie Hühner gehalten, dies sind aber Zuchtwachteln, ihre Eier gibt es im Supermarkt zu kaufen, genau wie das Fleisch. Schon so manches Mal habe ich überlegt, im Garten ein paar Wachteln zu halten, aber wen bittet man in Urlaubszeiten um die Betreuung? Es wäre eine gute Alternative zu Hühnern, die hier zu laut und der Raum zu beengt wäre. Aber nichts, was man wie Kanarienvögel hält.

vereinfacht in rot und braun

Ich mag diese wunderschöne, rundlich Form, die findet sich nicht umsonst oft auf Bildern und Keramiken.

Ich hoffe, der Einstieg in das Projekt mit diesem kleinen Vogel hat Euch gefallen.

„Vögel in Europa“ DK Verlag

Verlinkt beim Jahresprojekt von Andrea Zitronenfalterin

und dem Creativsalat und DvD

29 Gedanken zu “Flatterhaft

  1. Schön das du dir diesen Vogel als Projekt der Kunst ausgesucht hast . Die Wachtel und auch das Rebhuhn zählten bei uns eins als jagdbares Wild , heute sind diese Vögel kaum noch zu beobachten. Durch den Einsatz von Ackergift (Glyhosat) ist der Insektenbestand drastisch reduziert worden. Diese Proteingabe ist in den ersten Lebenstage für diese Feldvögel lebenswichtig.
    Da Insekten häufig fehlen, verhungern diese Vögel schon im Gelege weil sie noch keine festen Nahrung aufnehmen können.

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    1. Die wilden Hühner, auch der Fasan, brauchen diese Landschaft, welche durch Zersiedlung und intensive Akkerwirtschaft zerstört wird. Wachteln werden dazu noch in sehr großer Zahl illegal auf ihren Wanderzügen gefangen.
      Schön letztes Jahr habe ich jeden Monat einen Vogel vorgestellt. Die Könige der Lüfte sind einfach inspirierend.
      Danke Dir und liebe Grüße zurück
      Nina

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  2. Ach da freue ich mich sehr das Du auch wieder bei dem Jahresprojekt mit dabei bist. Ich habe so vieles bei Dir gelernt über Vögel wo man denkt – klar kenne ich den, aber Du hast dann solche interessanten weiterführend Infos gehabt das fand ich klasse. Von Deinen Zeichnungen, Stempeln etc. mal ganz abgesehen 😉
    Wachteln habe ich in freier Bahn noch nie gesehen, draußen gehalten schon, aber wie sie jetzt klingen das wüsste ich nicht.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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    1. Ich mag das Jahresprojekt einfach und ich mag Vögel.
      Ich kenne die kleinen Vögel auch nicht wirklich aus der freien Natur. Ein Nachbar 2 Strassen weiter hatte mal eine Hand voll und eben einmal „gehört“
      Danke Dir und liebe Grüße auch an Dich zurück
      Nina

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  3. wie schön, dass du flatterhaft weitermachst! ich lese deine vogelportraits immer sehr gerne! ich weiß gar nicht, ob ich jemals eine wachtel in der natur gesehen habe. rebhühner schon, aber ich glaube, wachteln sind noch viel kleiner. ich muss nochmal im vogelbuch vergleichen. auf jeden falls sind sie ganz reizend (dein teller auch!!) und müssen unbedingt mehr geschützt werden. aber was sag ich – hier gibt es kaum noch hecken und schutz für vögel, insekten, kleintiere. in den letzten jahren wurde so viel abgeholzt und nicht ersetzt. oder als alibi dann ein paar obstbäume gepflanzt, die ja auch gut sind, aber hecken einfach nicht ersetzen. aber hoffen wir das beste für die wachteln!
    essen würde ich sie nicht, auch nicht ihre eier aus dem supermarkt. die wachtelhaltung ist wenig geschützt und leider oft schlimmer als die legebatterien der hühner (ich sah vor einiger zeit mal einen bericht darüber).
    liebe grüße
    mano

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    1. Oh ja, die Haltung der Wachteln, gerade vor Ostern, ist durchaus manchmal fragwürdig.
      Die Wachtel passt locker in Kinderhände, sie ist noch mal um einiges kleiner als das Rebhuhn.
      I h habe immer das Gefühl, Hecken nerven, sind unordentlich und bringen nichts. Obstbäume zu pflanzen wird wohl immer noch bezuschusst
      Ich freue mich, dass Du Freude am Projekt hast und sage Dankeschön
      Sende liebe Grüße an Dich zurück
      Nina

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  4. Liebe Nina,
    beinahe wäre mir doch dein Post zum Jahresprojekt dadurch gegangen ;-))…interessant wie immer sind deine Ausführungen. Wachteln habe ich nur in der Voliere erlebt, doch die von ihnen abgegebenen Töne habe ich nicht vernommen. Wachteleier kann man hier beim Bauern auch käuflich erwerben, aber noch habe ich sie nicht probiert.
    Lieben Gruß und hab ein feines Wochenende, Marita

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    1. Ach, man hat doch nicht immer Zeit… 🙂
      Danke Dir, dass Du es jetzt geschafft hast. Bei den „gewerblichen“ hört man nur mal diese ganz leisen Laute, ich denke, Hähne gibt es da nicht. Die hört man eher. So heimliche Vögel.
      Liebe Grüße zurück und erhole Dich gut jetzt am Wochenende
      Nina

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  5. Hallo Andrea, wieder ein richtig tolles Jahresprojekt. Ich bin schon sehr gespannt auf die kommende Monate. Unser 16 Jähriger Neffe hat sich die Hühner- und Wachtelzucht zum Hobby gemacht und einen bzw. zwei schöne Ställe gebaut, er hat auch einen Brutkasten etc. Daher werden wir regelmäßig mit frischen Wachtel und Hühnereier versorgt. Mein Mann macht aus den Wachteleiern immer Spiegelei. Dafür hätte ich nicht die Geduld…
    Liebe Grüße Vanessa

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    1. Oh, ich beneide Dich gerade ein wenig. Sogar einen Brut Kasten… Winzigste Küken. Im Moment käme bei mir noch die Sorge mit der Geflügelpest dazu, wenn ich welche hätte (Übertragung durch Vogel Kot)
      So ein winziges Spiegelei würde ich schon mal ausprobieren wollen.
      Dankeschön und liebe Grüße an Dich zurück
      Nina

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  6. Du machst weiter, Nina!! Das finde ich ganz wunderbar!! Obwohl.. Du sagtest, Du bleibst „nur“ nah dran?! Ich mag Wachteln gerne und ich glaube, wenn meine Hühner nicht mehr sind. Steig ich um ;)) Den Teller könnte ich klauen.. so schön!! Ganz liebe Grüße und hab‘ ein herrliches Wochenende, Nicole

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    1. Hier wird nicht geklaut 🙂 Kannst Du bestimmt auch mal ausprobieren. Goldener Porcelan Pen. So einfache Teller gibt es bestimmt mal wo günstig. Ich habe auch eine kleine Kanne mal spontan mit einer Wachtel bemalt, fällt mir gerade ein, die muss ich mal aus der Ecke holen (nicht mehr in Nutzung, zu klein gerade)
      Danke Dir und ganz liebe Grüße auch an Dich zurück (Du machst hoffentlich auch weiter)
      Nina

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  7. Liebe Nina,
    wie schön – die Wachtel! Auch ein Vogel, den ich besonders gerne mag. Deine Zeichnungen sind toll und auch der Teller.
    Aber ich hab auch noch keine Wachtel in freier Wildbahn gesehen, nur bei Bekannten, die sie auch als Haustiere gehalten haben.
    Vielen Dank für den interessanten Beitrag – ich freu mich schon auf die Fortsetzung, auch mit Schmetterlingen.
    Liebe Grüße
    Nanni

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  8. Liebe Nina,
    ich muss mich outen, ich habe noch nie eine Wachtel gesehen oder gehört. Ich kenne sie auch nur als Huhnersatz… . Vielen Dank für die vielen tollen Infos. Ach ja, ich schicke dir dann mal unsere Alltagsteller. 😁 Ich finde deinen Wachtelteller einfach klasse.

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

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    1. Danke Dir. 🙂 Freut mich, dass Dir der Beitrag so gefällt. Und Alltagsteller mit Bleistift Vorzeichen und dann mit Porcelan Pen nachmalen, man kann auch mit Pauspapier arbeiten, dass habe ich nur noch nie gemacht.
      Liebe Grüße auch an Dich zurück
      Nina

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  9. Mir hat dein Einstieg sehr gefallen, liebe Nina. So ein interessanter und toller Post. Auch deine Zeichnungen sind wunderschön! Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Jahresprojekt und freue mich auf deine weiteren Vorstellungen!
    Mein Sohn hatte bis letztes Jahr die Wachteln als Haustiere. Leider hat er die Eier nicht vertragen… Ich fand die Tierchen sehr nett und hatte mich darüber gefreut, wenn ich zu Besuch war. Sie sind eigentlich ganz einfach in der Haltung. Die Urlaubszeiten sind allerdings ein Problem.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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    1. Danke Dir. Eigentlich ja nichts Neues, aber etwas Abwechslung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du bei Euch schon mal eine im Frühjahr gehört hast. Die Landschaft bietet sich an. Außerdem habe ich gelesen, dass sie häufiger in Süddeutschland ist.
      Danke auch wieder für das Sammeln der Projekte und ganz liebe Grüße zurück
      Nina

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    1. Bitte entschuldige, ich habe erst jetzt wieder in den Spam Ordner geschaut und da hast Du leider schon wieder drin gelegen, tut mir so leid! Ja, es geht um Flattermänner und -frauen 🙂 und sie sind klein und rund oder lang und dünn oder oder oder
      Danke Dir und sende liebe Grüsse
      Nina

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