Wippsteerts Buchwürmer

Viele Bücher liegen und lagen seid Sommer neben meinem Kopfkissen. Auf Rügen hab ich ja schon den 1. Band von Calpurnia gelesen, jetzt den 2.

Ausserdem stand in der Bücherei der 2. Band der Drachentöterreihe von J. Fforde.

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Davor musste ich erst von Jim Butcher den spannenden 1. Band *Windjäger* lesen und gleich danach einen weitern Harry Dresden Fantasy Krimi, ebenfalls von Jim Butcher.

Außerdem schmökere ich immer wieder ein Kapitel in Sir A. C. Doyles Tagebuch, *Heute dreimal ins Polarmeer gefallen*, dass er über seine Reise in das Polarmeer geschrieben hat.

Alle Bücher kann ich sehr empfehlen:

Sir Arthur Conan Doyles Tagebuchaufzeichnungen sind begleitet von sehr vielen Informationen zu Doyle und auch zur Geschichte. Nun bin ich erstens ein grosser Sherlock Holmes Fan und ob man es glaubt oder nicht, ich habe als Teen auch den ungekürzten Moby Dick gern gelesen. Aber abgesehen davon, die Tagebucheintragungen von dem jungen Medizinstudenten, der sich als Schiffsarzt auf einem Walfänger etwas dazu verdienen will, sind kurzweilig, informativ und erinnern schon an die späteren Werke rund um Sherlock Holmes. Doyle schreibt und beschreibt z. B., wie er zum ersten Mal an einer Robbenjagd auf dem Packeis teil nimmt. Aus diesem Text kommt auch der Titel des Buches. Es geht um ein wenig Abenteuer, Beschreibung von harter Arbeit, aber auch Respektgewinnung für die Natur. In der Kurzgeschichte *Der schwarze Peter* kommt Doyle auf Wissen, welches er auf dieser Fahrt gewonnen hat, zurück. Der mare Verlag hat in der wunderschönen Ausgabe auch die original Seiten des Tagebuches, sowieBriefe an Zuhause, mit veröffentlicht, incl der Zeichnungen. Lasst Euch nicht vom Thema abschrecken, eher versteht man dann mehr über Walfang, aber auch über AbenteuerlustIMG_20160715_202638

Dann zu den beiden Calpurnia Büchern. Jacqueline Kellys Jugendbücher über das fast 12 jährige Mädchen Calpurnia haben mich wirklich total begeistert. Als heranwachsendes Mädchen in den Südstaaten, mit raufenden Brüdern und einer Erziehung, die nur darauf ausgelegt ist, aus ihr eine Dame und Hausfrau und hoffentlich auch Ehefrau zu machen, hat es Calpurnia nicht leicht. Statt stricken, sticken und kochen zu lernen, badet sie lieber im Fluss, (was für eine wunderschöne Beschreibung!,) oder geht auf Entdeckungstouren statt Klavier zu üben. Sie hasst ihren Namen, kommt mit dem vorbestimmten Weg auf der Baumwoll- und Pekannussfarm ihrer Eltern nicht klar. Sie hat Fragen und eines Tages fasst sie sich ein Herz und geht auf ihren schrulligen Grossvater zu. Dieser will eigentlich eher alleine und in Ruhe seine Forschungen betreiben, aber Calpurnia, (die nun erfährt, dass sie nach der geliebten Frau von J. Cäsar benannt wurde,) ist klug und wissensdurstig und so leitet der alte Herr den Wissensdurst seiner Enkelin und dann erforschen sie gemeinsam, vor allen Dingen Pflanzen. Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, wie unsere Urgrosseltern und Grosseltern aufgewachsen sind, der erste Roman spielt vor der Jahrtausendwende,… in das 20.Jhd.! Die Evolutionstheorie von Charles Darwin, Forschung, Fortschritt, Beginn des industriellen Zeitalters … eingewoben in den ganz normalen Alltag. Auch im zweiten Band hadert Calpurnia mit ihrem Schicksal. Wissensdurst will sie befriedigen, nicht stricken und haushalten lernen. Als eine küstennahe Naturkatastrophe den Besitz der Verwandten zerstört, muss sich Calpurnia, genannt Callie Vee, nun das Zimmer mit ihrer Cousine teilen. Ausserdem muss sich Callie um ihren tierlieben Bruder Travis kümmern. Der möchte so gern ein Haustier. Dann lässt sich auch ein Tierarzt im Ort nieder,… neue Möglichkeiten und Hindernisse für das kluge Mädchen tun sich auf. Die Geschichten um Callie sind so schön und spannend geschrieben, dass ich nicht lange gebraucht habe für jedes Buch und jetzt sehr hoffe, dass es weitere Bücher geben wird. Ein Stern am Jugendbuch Himmel, zu schade, ihn dort alleine hin zu stecken!

Dann komme ich doch um ein wenig Fantasy, (nach der ganzen Realität,) nicht herum. *Das Lied des Quarktiers* ist die Fortführung von *Die Drachentöterin*. Jennifer Strange, Waisenkind, Drachentöterin und 16 jährige Leiterin eine Zauberer Agentur, muss sich wieder mit grossen und grösseren Problemen rumschlagen. Ein Wettkampf um die Stelle des neuen Hofzauberer, zwei versteinerte Magier, ein transitorischer Elch und Intrigen noch und nöcher. Und mit Wortwitz und skurrilen Ideen fängt uns Jasper Fforde wieder ein, fängt langsam an, schleust uns durch eine Achterbahn, führt uns in die Irre und lässt am Schluss das Feuerwerk krachen. Auch ein Jugendbuch, dass bitte nicht in dieser Schublade liegen bleiben soll. Es macht unglaublich viel Spass zu lesen und heraus zu bekommen, was es mit dem Quarktier auf sich hat, ob die Zauberagentur Kazam sich gegen iMagic behaupten kann. Und was ist das für ein Elch? Ein Quarktier, (gab es schon im ersten Band,)? Ich warte auf Band 3!20160909_180034

Und dann hab ich noch den dicken Schmöker von Jim Butcher. *Windjäger* handelt von einer Welt, in der die Menschen oben, weit über einem tödlichen Nebel, in Bergfestungen leben. Jedes Fürstentum hat so bergähnliche Festungen. Das mächtige Albion wird Ziel einiger Attentate und Angriffe. Wer steckt da hinter, ein anderes Fürstentum? Schiffe sind eher wie Zeppeline und auch Waffen sind anders als sonst im Fantasy Bereich. Ein wenig Steampunk lässt grüssen. Die Hauptcharaktere sind klug zusammengewürfelt und durchdacht und man fiebert mit allen mit, vielleicht etwas zu sehr nach Klischee. Die Welt und Handlung wird langsam eingeführt, vielleicht braucht man auch mal etwas Geduld, je nach dem, was man gerne mag. Mir sind die Charaktere auch wichtig und Beschreibungen. Aber am Besten haben mir die Luftkämpfe gefallen. Ich habe gedacht, ich lese Patrick O`Brians Seefahrer Romane – die ich sehr gern gelesen habe. (Den meisten sagt der Film Master & Commander wohl eher etwas.)

Vielleicht ist ja für den einen oder anderen Leser hier etwas dabei. Der Herbst lässt die Abende ja jetzt wieder schneller dunkel werden, vielleicht wird der Sommer doch bald abgelöst. Ansonsten lest ein gutes Buch im Freibad.

Schon mal ein schönes Wochenende!

 

 

2 Gedanken zu “Wippsteerts Buchwürmer

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