Hallo Ihr Lieben.
Heute solltet Ihr den letzten Teil der kleinen Fortsetzungsgeschichte um die Wohngemeinschaft der Dachse und Füchse zu lesen bekommen. (Davor hier)
Ich weiß schon lange, wie der Inhalt sein könnte, aber das Formulieren ist eine ganz andere Sache. Danke Euch für Eure Geduld. Es wird irgendwie immer schwerer, diese Geschichte zu einem Ende bringen zu wollen. Hm, ich denke es kommt doch noch ein kurzer Abschluss…🦡🦊
Es schüttete. Der Boden war weich und schlammig vom Regen. Herbstwind zog durch die fast kahlen Bäume. Hier und da hoben sich noch gelbe Blätter in all dem Grau und Braun hervor. Die Tage waren schon deutlich kürzer geworden und Nebelschleier zogen sich durch die dunklen Stämme. Erste Frostnächte hatte es bereits gegeben.
Im Dachsbau schlief der Familien Verband in mehreren Höhlen. Die männlichen Dachse hatten sich nach und nach etwas separiert. Die weiblichen Jungtiere blieben noch dichter bei der Mutter.
„Mama“, murmelte verschlafen eins der Töchter, „warum schlafen unsere Brüder jetzt für sich?“
„Ach Kind, so ist nun einmal der Lauf der Zeit. Sie werden nun immer selbständiger und müssen lernen auch unabhängig von meinem Einfluss zu bestehen. Außerdem seid ihr doch alle ordentlich gewachsen.“
„Muss ich das denn nicht auch? Unabhängiger werden?“
„Das wirst Du, nur ein bisschen langsamer als Deine Brüder, es ist gut, wenn wir noch beieinander leben. Die Gruppe schützt uns und wir lernen voneinander und sind nicht allein. Deine Brüder sind nicht weit weg gezogen, nur ein bisschen um die Ecke.“
Langsam zog die alte Dächsin mit ihren Krallen durch das Fell der Tochter. Fellpflege war immer wichtig und tat so gut. Sie schnüffelt: „Wir müssen unbedingt noch unsere Höhle neu auspolstern!“ Und dachte bei sich, dass zwar die Zeit „des Schlafes“ nun gekommen war, aber bald ihre Söhne dann auch nach eigenen Gefährtinnen suchen würden. Aber jetzt nickte sie nochmals ein.
Im Dämmerlicht regnete es zwar immer noch, aber die Bäuche wollten gefüllt werden. Was machte schon etwas Wasser auf das dichte Fell. Aber gut hören konnten die Dachse nicht bei so viel Regen und Wind. Besonders vorsichtig schlichen die sich also aus den Bauten. Die Nase war ja das Wichtigste zum Suchen und Finden. Sie hatten keinen Hunger diesen Herbst zu leiden gehabt. Viel Mast von Buchen und Eichen war gefallen, Engerlinge und Regenwürmer war immer noch zu finden, auch das ein oder andere größere Tier welches den Weg kreuzte, war erjagd worden. Deswegen war der Familienverband auch immer noch zusammen. Die Männchen waren mutiger geworden und gingen häufiger mal ihrer Wege. Aber der Familienverband hielt immer noch zusammen.
Als erstes buddelte eines der junge Männchen die alte Dachstoilette zu und grub ein neues Loch. Er setzte gleich einen neuen Kothaufen hinein.
„So, nur damit ihr da draußen mal gleich riecht, wer hier wohnt“, murrte er vor sich hin. „Aber warum der Fuchs es immer noch nicht gelernt hat, sein Zeug vernünftig zu sammeln, versteh ich nicht. Er lässt einfach alles um seinen Bau liegen. Allein dieser Gestank.“ Kopfschüttelnd schloss er sich seinem Bruder an.
Bei dem Regen fanden sich auch in der Nähe viele Regenwürmer. Für Pilze war es schon zu kalt und das wilde Obst hatte ihnen zu guten Mahlzeiten verholfen. Nun hingen nur noch vereinzelte, schrumpelige Früchte in den Hecken und Bäumen. Die Dachse hatten sich genug Vorrat für den Winter angefressen.
Genüsslich schlürfend und schmatzend neckten sich die jungen Tiere, immer wenn sie etwas fanden. Wieder reckte einer der schwarz weißen Köpfe in die Höhe und sicherte die kleine Gemeinschaft, schnüffelte in die Luft.
„Ach, noch ein Schlurfwurm“ neckte eine junge Dächsin und die Schwester schnuffte nickend zurück. Eine Wurmspitze hing noch aus dem Maul. Aber es dauerte nicht lange und die Geräusche waren nur dem Plattern von einzelnen Regentropfen gewichen. Die Dachse lagen schon wieder im Schlafkessel und träumten vielleicht vom Sommer.

Aus einem der benachbarten alten Bauten guckte eine rötlichbraune Schnauze, kaum sichtbar, hervor. Einer der Füchse lugte vorsichtig aus dem Bau. Er mochte Regen und Wind nicht, viel zu laut für ihn, da musste man sich erst immer dran gewöhnen. Er seufzte. Aber auch er würde sich aufmachen. Und sein Weg dauerte so lange, bis er Beute finden würde. Hoffentlich gab es genug Mäuse, die auch Hunger hatten und raus mussten. Er keckerte verhalten: „Ist noch einer hier?“
Außer den Tropfen war nichts zu hören. Der Jungfuchs zog los. Mondstrahlen kam über die Baumspitzen. All die Spiele mit seinen Geschwistern, sie hatten ihn vorbereitet, aber der Hunger konnte trotzdem nicht jeden Tag gestillt werden. Nicht jeder Sprung landete auf einer Maus. „Was sind diese kleinen Tierchen aber auch geschwind!“
Gut, dass an der Straße manchmal Kadaver andere Tiere lagen. Wenn keiner seiner anderen Geschwister schneller war. Jeder musste sich einen Wanst anfressen, sich auf seinen wärmenden Balg und die guten Sinne verlassen. Und was sie gelernt hatten und jeden Tag noch aus Erfahrung lernten.
Er murmelte vor sich hin: “ …ach, vielleicht ist am Fußballplatz, …da war ich lange nicht mehr,…aber das Revier gehört…,“ sein Murmeln und seine Gedanken verloren sich. Er hoffte auf liegengelassene Lebensmittel im Mülleimer. Und Mäuschen könnte es dort auch geben. „Ich muss vorsichtig sein, ich muss vorsichtig sein,… “ waren nun seine letzten Gedanken, bevor das Dickicht ihn verschluckte.
Klammheimlicht hatte sich die Familie der Füchse im Herbst zerstreut. Die Mutter war eines Nachts anderer Wege gegangen, ihre Söhne waren schon vorher immer größere Runden gelaufen. Sie kamen immer seltener zu der Höhle, in der sie aufgewachsen waren. Nun wurde es kälter. An den Frosttagen und jetzt bei dem Wind und Regen waren die alten Baue noch mal eine warme, sichere Zuflucht gewesen.
Der uralte Dachsbau bot auch zwei der weiblichen Jungfüchsen noch Schutz vor Witterung und Gefahren. Aber die größere Füchsin hatte schon das ein oder andere Mal ihrer Schwester die Grenzen aufgezeigt und ihr unter Knurren gezeigt, dass hier nicht genug Platz für sie gemeinsam war. So lange sie alle genug Futter fanden, war es noch kein wirkliches Problem, etwas mehr zusammen zu verweilen. Aber der Unabhängigkeitsdrang würde siegen.

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