Unser Haus hat eine Meise

Hallo Ihr Lieben.

Ja, diese Überschrift ist wörtlich zu nehmen. Mittwochs, beim Beobachten der Vögel im Garten, saß eine Blaumeise im Rosenbusch neben dem Haus. Genau schaute sie in alle Richtungen, dazu ruckte das kleine Köpfchen immer wieder hin und her. (Vögel können ja die Augen nicht bewegen, also ruckt der Kopf hin und her.)

11.2. Um 7.50 beim Morgengrauen

Schon vorher hatte es große Aufregung im Garten gegeben. Erst waren immer nur drei junge Amselweibchen (erkennbar an dem leicht geflecktem Gefieder, etwas schmutzig aussehend) im Garten unterwegs. Sie jagten sich, ein Kampf um Reviere und damit überlebensnotwendiges Futter. Woher sollen sie auch wissen, dass ich immer wieder Futter rausgebe.

auf diesem Zaun finden ganze Laufduelle statt
„meins, meins, meins“

Zwischenzeitlich waren sichtbar sechs Amseln auf der kleinen Fläche. Sie kämpfen bei dem Frost um die Äpfel, die ich ihnen überall im Garten hingeworfen habe. Unerlässlich für sie, da es gerade kein Wasser gibt (und hier liegt auch kein Schnee). Weil es gerade trocken ist und auch erst mal so bleibt, habe ich zusätzlich zu den Futterstellen Haferflocken auf die Terrasse gestreut. Gerade die meistgejagten Vögelchen können so schnell etwas aufpicken. Wie erschöpfend dieser Kampf um s Revier ist, sieht man zwischenzeitlich einer Amsel an, als sie sich auf der Bank am Haus niederlässt, etwas außer Sicht gerade und dann so richtig zusammensackt. Aufgeplustert und mit geschlossenen Augen sammelt sie etwas Kraft, um dann schnell wieder Haferflocken zu picken.

Ein Rotkehlchen wagt sich an die Futterstellen. Es ist ja immer schon ein mutiger kleiner Vogel gewesen. Immer wieder sehr ich einen spatzenähnlichen, kleinen Vogel und freue mich sehr: Heckenbraunellchen! Ihr müsst wissen, eigentlich sind Heckenbraunellen Zugvögel, immer häufiger bleiben sie aber im Winter hier. Wie man an dem spitzen Schnabel erkennen kann, sind sie Insektenfresser. Die findet man nun kaum, da muss es schon mal Vogelfutter sein. Auch ein Buchfink findet sich ein. Die Kohlmeisen waren schon vor den Amseln da. Es dämmert. Zeit sich vor dem Nachtfrost ein schützendes Plätzchen zu suchen.

Die winzige Blaumeise flattert vor dem Fenster. Dann ist sie verschwunden. Zufällig fällt mein Blick auf die Fensterbank: Vogelschiss. Sie wird doch nicht…? Ich gehe auf die Terrasse und zu der Stelle. Leider müssen wir im Frühling etwas am Verputz machen, die Isolierung gibt zum Fensterrahmen hin einen Spalt frei. Das hat die Blaumeise entdeckt und huscht nun, durch mich gestört, davon. Breit grinsend gehe ich wieder ins Haus. “ Unser Haus hat eine Meise“, sage ich meiner Familie. (Mein Schatz findet das nach der Erklärung erst gar nicht so gut, aber just können wir nichts machen und es ist nur ein warmer Schlafplatz für eine kleine Meise. Nur brüten lassen, werden wir sie dort nicht.)

Übrigens, auch im Winter erfüllen diese Vogelhäuschen eine wichtige Funktion: als schützender Schlafplatz, nicht nur für Vögel. Wenn Ihr also noch ein Vogelhäuschen im Keller habt, hängt es raus. Ich habe gerade noch eines gekauft, obwohl ich weiß, dass im Garten genug hängen. Ihr wisst schon, von wegen Revier.

Und denkt bei der Kälte an die gefiederten Freunde. Platz für eine kleine Futterstelle ist fast überall. Achtet darauf, dass Katzen nicht daran kommen und die Vögel freie Flugbahn haben, sich vorher noch nach Möglichkeit setzen können. Kontrolliert das Futter täglich. Als es letztens so viel geregnet hat, ist es leider immer nass geworden. Etwas Sonnenblumenkerne, ein paar Haferflocken, einen Meisenknödel und einen Apfel, fertig ist der Festschmaus. Und Ihr habt einen Logenplatz beim Beobachten.

Ps. Leider kein Foto vom findigen, kleinen Vögelchen mit dem blauen Mützchen, da war es schon zu dunkel.

Verlinkt beim Naturdonnerstag

40 Gedanken zu “Unser Haus hat eine Meise

  1. ich bin soo neidisch
    aber bei uns gibt es einfach keine Vögel
    vielleicht weil es viele Katzen gibt
    und wenig Hecken und Bäume
    früher war dsa auch anders ..
    da konnte ich vom Fenster aus (2. Stock) direkt in die Bäume schauen
    und Kernbeißer.. Dompfaffe ..sibirische Finken .. Grünfinken .. Blau und Kohlmeisen beobachten
    auch die Wacholderdrosseln kamen vorbei
    nichts mehr
    mal eine Amsel .. 2-3 Spatzen .. Tauben und Krähen
    füttern braucht man nicht.. es kommt keiner..aber es ist auch kaum Schnee

    liebe Grüße
    Rosi

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    1. Oh das tut mir leid, vor allem wo so besondere Vögel Dich besucht haben. Bäume und Hecken sind unerlässlich für Vögel, da hast Du recht. Schnee haben wir immer noch nicht, aber weiterhin eine Eiseskälte, wenn auch nicht so schlimm wie im Osten.
      Liebe Grüße zurück
      Nina

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  2. Liebe Nina, schön das Du die Vögelchen so versorgst, sie haben es bitternötig. Ich habe ein Amselpärchen, das teilt sich das Futter, viele Spatzen tummeln sich auch, Tauben sind nun hinzugekommen.
    Liebe Grüsse zu Dir, Klärchen

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  3. Bei uns ist an den Futterstellen rund um das Jahr so einiges los. Bei deinen Informationen fehlt mir noch der Hinweis auf die Wasserstellen. Selbst wenn sie einfrieren, dann müssen wir Vogelfreunde eben öfter raus und wechseln.

    Liebe Grüße
    Arti

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    1. Die Wasserstellen sind sofort gefrohren
      Heute steht eine in der prallen Sonne, hoffen, das geht etwas. Der Frost ist nicht mehr so eisig. Daher gab es viele Äpfel für die Vögel. (Zur Not haben die Nachbar einen Fischteich)
      Liebe Grüße zurück
      Nina

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    1. Habe schon Deine schönen Fotos eben gesehen, Kommentar kommt noch 🙂 Heute ist es hier auch ruhiger, nur in den frühen Morgenstunden waren Amseln schon an den Äpfeln. Vielleicht haben alle das Angebot hochgefahren und es verteilt sich. Und hier kommt die Wärme der Sonne mittags schon etwas stärker durch. Ach, wer weiß was in den Vögelchen vorgeht. 🙂
      Auch herzliche Grüße zurück
      NINA

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  4. Das mit den Äpfeln ist eine gute Idee, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Meine Schälchen hole ich Abends immer wieder herein. So gut werden sie zur Zeit leider nicht angenommen, ich weiß nicht ob das an dem ziemlich kühlen Wind immer noch liegt. Bei uns im Garten windet es immer mehr als woanders.
    Liebe Grüße und Danke für die Apfelidee,
    Kirsi

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  5. danke für deinen so liebenswerten bericht! ich hab eben gerade auch schon zum zweitenmal gefüttert. die amseln zanken sich hier auch ganz schön und ich verteile das futter an verschiedene ecken. die spatzen fressen mir noch die haare vom kopf ;)! leider verscheuchen sie oft meisen und anderen kleine piepmätze. für sie hab ich noch meisenringe und erdnussteile aufgehangen. heute will ich mal haferflocken in öl aufkochen, hier im tierladen sind die vorräte fast ausverkauft.
    liebe grüße
    mano

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    1. Fast ausverkauft… Hui. Aber auch kein Wunder, bei Euern Schneemengen.
      Die Spatzen kommen zzt gar nicht in unseren Garten. Noch vor einem Monat waren sie ständige Gäste, aber wenige Meter weiter höre ich sie zwitschern. Bei mir fehlt der richtige Baum oder grosse Strauch einfach. Da sind sie sehr eigen 🙂
      Ich hole heute noch mal Knödel und Äpfel (nicht nur für die Vögel, hier gibt es am Stand immer praktische Kochäpfel, die nicht so markelos sind)
      Deine Fotos vom Schneegarten habe ich sehr bewundert
      Hab einen schönen Ausklang ins Wochenende und ganz liebe Grüße
      Nina

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  6. Bei uns haben mal Blaumeisen im Rolladenkasten gebrütet… solange konnten wir den natürlich nicht benutzen, aber dafür war es sehr niedlich, wie die Kleinen immer nach Futter krakeelt haben. 🙂
    LG
    Centi

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  7. Ich bin erstaunt, wie wenig an unseren Futterstellen los ist. Dafür bauen die Elstern täglich an ihrem dritten Nest in der Magnolie ( auch dahin werden die Eichhörnchen kommen ) und die Ringeltauben Balzen, was das Zeug hält. Als es noch mild war, gab es endlich mal wieder ein Amselmännchen zu sehen. Aber meine Äpfel bleiben momentan unangetastet. Die Heckenbraunellen scheinen weg zu sein. Und die Meisen? Ab und an kommen die kleinen Grüppchen vorbei, auch der Buntspecht. Rotkehlchen vermisse ich, ebenso den Eichelhäher. Wirklich spannend ist es bei uns nicht.
    Gute Nacht!
    Astrid

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    1. Ich habe diese Abstände zwischen „nichts los?“ und „Überfüllung“ auch noch nicht verstanden
      Vielleicht kommen die Vögelchen noch.
      Elstern haben hier auch fleissig gebaut, das Werben hat begonnen, überall bei den Vögel, wie es scheint.
      Ich schau mir jetzt erst mal Deinen Frühlingsstrauß an
      Liebe Grüße und guten Morgen
      Nina

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  8. Liebe Nina,
    bei uns im Garten streiten sich eigentlich nur die Stare so richtig heftig ums Futter. Da geht es mir wie Stefan, ich habe das Gefühl sämtliche Stare aus Unterliederbach versammeln sich bei mir. Sonst habe ich viele Futterstellen im Garten und streue zusätzlich noch Futter auf den Boden, weil nicht alle Vögel gern die Futterhäuschen aufsuchen oder sich an die Meisenknödel und Energieblocks ranwagen. Rotkehlchen und Amsel teilen sich das Bodenfutter auch schon mal mit einem Mäuschen.
    Herzliche Grüße – Elke (Mainzauber)

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    1. Hier scheinen die Stare weitergezogene zu sein. Und denen ist mein Garten wohl zu klein, wenn sie da sind. Heute schaute auch ein Eichhörnchen kurz vorbei und ja, ein Mäuschen huscht auch schon mal daher. Hat etwas von einem kleinen privaten* Naturparadies.
      Klingt wunderbar bei Dir. Liebe Grüße zurück
      Nina

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  9. Ja – das finde ich schön- es ist so wichtig Ihnen genug zur Verfügung zu stellen – mir machen die Vögelchen momentan auch so viel Freude – als jetzt so viel Schnee fiel da waren sie alle da 🙂

    Liebe Grüße
    Liz

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  10. Auch bei uns hat es sich herumgesprochen in der Vogelwelt, dass es da eine trockene Futterstelle gibt. Da füllen wir doch gerne täglich Futter nach, wenn wir nachher so schön unterhalten werden.
    L G Pia

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  11. Wir sind derzeit täglich kiloweise am Füttern, da sich gefühlt der halbe Spessart inzwischen in unserem Garten versammelt. Gestern in einer halben Stunde allein fünfzig Stare, doppelt so viele Haus- und Feldsperlinge und Unmengen an Goldammern und Wacholderdrosseln gesichtet. Dazu erstmalig Bergfinken beobachtet.

    Man sieht, wie sehr die Vögel jetzt auf dieses Zubrot angewiesen sind, da ihnen die Kälte in der Nacht viel Energie raubt und das übliche Futter unter der Schneedicke nicht erreichbar ist. Und unser eins nutzt diese Witterung, um das bunte Treiben zu beobachten. Viele Arten, wie z.B. Kernbeisser oder Erlenzeisig, sind ja sonst eher seltener Gast.

    LG
    Stefan

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  12. Ihr kümmert euch wirklich ganz lieb um all die birdies und ich denke, sie wissen das auch.
    Nein, dort im Spalt am Haus wird die Blaumeise nicht brüten können, aber ihr sorgt ja vor und wer weiß, vielleicht zieht sie ja ins neue Häuschen ein.
    Das ist richtig, die Vogelhäuschen sind auch im Winter wichtig, denn sehr gerne werden sie als Schlafplätze genutzt.:-)
    Die Amseln, besonders die Weibchen, laufen sich auch bei mir hier ständig nach und vertreiben sich gegenseitig.
    Liebe Grüße
    Christa

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  13. Auch bei uns herrscht Hochbetrieb an den Futterstellen, liebe Nina. Alle Gartenbewohner versuchen das Beste für sich heraus zu holen. Am niedlichsten finde ich die Eichhörnchen (auch wenn ich weiß, dass es echte Raubtiere sind!). Sie sind so putzig. Aber auch wehrhaft – das kann der Eichelhäher von gestern bestimmt bestätigen 😉 Bei Dir muss das Gezwitscher auch herrlich sein! Liebste Grüße, Nicole

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    1. Oh, dass glaube ich sofort, dass bei Euch viel Vögel Theater im Garten los ist. Bis jetzt war noch kein Eichhörnchen da, ich füttere sie aber auch nicht gezielt, das übernimmt sonst eigentlich die Nachbarin mit Erdnüssen. Gerne ansehen mag ich die auch. 🙂
      Habt einen schönen Tag und liebe Grüße
      Nina

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  14. Wie schön, dass ihr so fürsorglich unsere kleinen gefiederten Freunde versorgt !
    Die haben es wirklich bitter nötig.
    Was für uns Betrachter immer so spaßig ausschaut ist bei den Vögeln ein Überlebungskampft, das sollte man nicht vergessen !
    Da ke dafür und auch für die Verlinkung.
    ♥lichst Jutta

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