Rügen No 5

img_8564Ich mag Vögel. Hat man vielleicht schon mal hier gesehen. Und auf Rügen gibt es sehr viele verschiedene Vögel zu beobachten. Habe Euch ja schon im Artikel No 3 einiges gezeigt und erzählt. Hier muss ich noch mal ein paar Bilder zeigen. Aber keine Sorge, ich komme dann bestimmt noch zum Ende.IMG_8559

 

Das kleine Kücken war eine Goldammer und dies weiß ich, weil es noch fleißig von den Eltern gefüttert wurde. Rauchschwalben sieht man ja auch immer seltener, sie brüteten und lebten viel in Kuhställen. Die kleinen Wippsteerts (Bachstelze) wurden auch rund um das Haus gefüttert.

grubnow.wordpress.com (Wenn jemand Interesse hat, es ist der Teil mit dem roten Sonnenschirm, der gemietet werden kann)

Außerdem wollte ich noch mal kurz darauf eingehen, dass man auf Rügen überall auf steinzeitliche Überreste trifft, die man auch ohne Museum sehen kann, wie die Hügelgräber mitten im Feld. Erste Siedlungen gab es 9000 v. Chr., Germanen wurden hier um 2000 v. Chr. sesshaft. Im 7. Jahrhundert nahmen die Westslaven  (Ranen) die Insel in Besitz, die Germanen (Rugier) hatten die Insel wohl im Zuge der Völkerwanderung grösstenteils verlassen. Daher haben so viele Orte den Anhang -itz! Rügen wurde ein Fürstentum um das sich noch oft gestritten wurde…

Von den vielen geschichtlichen Hinterlassenschaften fielen so manche div. Baumaßnahmen zum Opfer, aber hier mitten in den Feldern sind sie gut erkennbar. Es gibt auch Wanderwege entlang dieser mystischen Orte, dafür einfach mal im Touristenbüro nachfragen wg. Info Material mit Übersichtskarte.

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Tja, irgendwann ist auch der schönste Urlaub leider vorbei. Wenn wir über die neue Rügenbrücke fahren, schauen wir auf Stralsund. Bis jetzt haben wir es immer noch nicht geschafft, dort mal einen Besuch zu starten.

Rügen hat so viele schöne Gesichter, wir werden wiederkommen…

 

Hochsommerlichen Altweibersommer

Ihr Lieben,

Bald kommt der letzte Erinnerungsbericht von Rügen. Ich muss um etwas Geduld bitten.

Aber es fühlt sich gerade besonders an. Sommerzeit!

Schon ein paar mal hab ich mich über den recht spärlich ausfallenden Sommer beschwert.

Nun haben wir aber plötzlich im Altweibersommer eine Hochsommerliche Zeit, welche uns Stunden am Fluss, Weintraubenernte, überhitzte Räume auch in der Nacht, coole Drinks, Körper von der Sonne aufwärmen lassen und viel Giesskannenschlepperei, … geniessen lässt. Leider haben die Kinder ja schon wieder Schule. Wir sagen trotzdem Dankeschön.

Leider zZt ohne Fotos zum Beitrag, ich hab da gerade ein kleines technisches Problem (gehabt! Und als Info am Rande: Zieräpfel enthalten recht viel Pektin, daher habe ich einige zu den Trauben für Gelee dazu getan)

Ein wenig Rügen bleibt uns auch im Alltag. Ich habe im Ferienhaus ein einfaches und tolles Rezept entdeckt für Buchweizenpfannkuchen. Es stammt aus einem tollen Kochbuch über die norddeutsche Küche und ich hab den Titel leider nicht notiert um es hier zu zitieren.

Buchweizen ist ja kein Getreide! Es ist ein Knöterichgewächs wie Sauerampfer und wird schon sehr lange als Getreideersatz genutzt. Ausserdem soll er super gesund sein, gegen Diabetes und Bluthochdruck helfen und man kann die Samen keimen lassen wie Sprossen. Und er ist glutenfrei. Vor der Verbreitung der Kartoffel gab es viel mehr Buchweizen. Sie gedeiht auch auf mageren oder moorigen Böden. Allerdings ist sie Kälte empfindlich. Als Bienenweide ist sie gern gesehen. Als Nutzpflanze wird sie eher wenig angebaut da auch die Erträge nicht so optimal sind.

Hier nun das Rezept:

250g Buchweizen Mehl, 3 Eier, Salz, etwas Öl zum Anbraten, Rübensirup oder Honig sowie 200g geräucherte Speckwürfel

Buchweizenmehl mit Wasser (ich nehme auch etwas Milch dazu und eine Prise Zucker) und Eiern verrühren, Prise Salz dazu und quellen lassen.

Derweil Speck rösten und Sirup oder flüssigen Honig bereit stellen, beides wird über die gebackenen Pfannkuchen gegeben.                                

Quelle WikimediaQ.: Wikimedia

Kleinere Pfannkuchen backen, wie gewohnt und mit dem Speck und Honig oder Sirup geniessen.

Macht es euch gemütlich!

(Wie ich den Beitrag zu Ende schreibe, kommt der erwartete Regen am Wochenende…)

Rügen No 4

Hallo Ihr Lieben!

Hier nun Fotos und ein wenig Text zu unserem Ausflug in den National Park, in die Kathedrale der Natur, an die beeindruckendsten weißen Wände, zu Gegensätzen und Gleich und Gleich.

 

Rügen hat einen der grössten Bestände alter Buchen und dieser Teil auf der Inselzunge Jasmund ist ein UNESCO Weltkultur Erbe seid 2011. Es gibt verschiedene Startmöglichkeiten diesen naturbelassenen Wald zu erkunden. Wir sind auch schon mehrfach dort gewesen, diesmal wollten wir von Sassnitz aus zu den Wittower Klinken laufen. Man kann bei Sassnitz auf einen Parkplatz nahe dem Tierpark das Auto parken und verschiedene markierte Wegrouten nehmen. Diesmal fuhren wir nicht bis zum Königsstuhl, da wir dort schon gewesen sind und uns dieser Ausblick viel mehr gefällt:IMG_8685DerIMG_8651 Blick, der immer wieder vom Grün in das Blau des Meeres schweift, immer wieder verschiedene Klippenformationen, eine alt Wallanlage, Wurzelwerk von Bäumen am Abgrund, immer wieder neue Blickwinkel.

Ein wenig schwindelfreier und mutiger muss man manchmal schon sein, es geht tief hinab und unten die Menschen wirken wie kleine, sich bewegende Püppchen. Licht und Schatten, Farbkontrast, Stille und Menschengeplapper, Wasser und Land, Gegensätze.

Man glaubt es kaum, aber hier haben schon sehr früh Menschen gesiedelt. Mittlerweile ist natürlich ein Teil der Klippen abgebrochen, die Wallanlage nur zu erahnen. In solchen und ähnlichen Urwäldern haben also unsere Vorfahren gelebt. Es gibt noch alte Steingräber Überreste, die Natur hat sie nur schon für unser ungeschultes Auge fast unsichtbar gemacht, zufällige grosse Steinbrocken, die in einem Bachbett liegen.

Für interessierte Wanderer oder auch nicht so fußsichere Ausflügler, gibt es auch andere Ziele/Wege, den Herthasee oder das Pfenniggrab und natürlich das Museum mit der Aussichtsplattform am Königsstuhl und dem Spielplatz. Es fahren auch Pendelbusse vom grossen Parkplatz aus, gerade für Familien mit kleinen Kindern ist dies sicher interessanter, als eine kilometerlange Wanderung. Allerdings wird dann der Ausflug nicht ganz preiswert und am Königsstuhl ist es recht voll. Geführte Wanderungen kann man natürlich auch machen. Hier ein altes Bild vom Königsstuhl aus und eine Anekdote vom Museum:

Ach und wir kehren immer für ein selbstgebackenes Kuchenstück in Hagen an der Stubbekammerstr.ein: IMG_8704Auf dem Rückweg geht es durch grosse Felder und schöne, kleine Orte, an einem Künstleranwesen vorbei, Hügelgräber, Ausblicke…

IMG_8725Habt eine schöne Woche!IMG_8695

Rügen No 3

IMG_8766Hallo Ihr Lieben,

von der Natur auf Rügen habe ich Euch ja schon vorgeschwärmt. Hier seht Ihr den Neuntöter, einen kleinen Raubvogel aus der Familie der Würger. (Ähnlich wie Eulen würgt er die unverdaulichen Reste der Mahlzeit wieder aus). Als Kind habe ich den in meiner Heimat zum letzen Mal gesehen. Ich finde den Vogel so faszinierend und schön, wobei sein Weibchen braun und unscheinbar ist. Er hat den Namen durch seine Jagdweise bekommen, er fängt kleine Säugetiere, Amphibien und Insekten und spiesst sie auf Dornen von Pflanzen in Hecken, (Weissdorn, Schwarzdorn zB.). Also hat man im Mittelalter daraus wieder eine Geschichte gemacht: Er tötet erst neun mal, bevor er etwas frisst. Sein Lebensraum wurde durch Flurbereinigung und Insektizide stark gefährdet.

Wie ich schon schrieb, habe ich viele Hasen und Rehe gesehen, leider nicht gut mit der Kamera eingefangen. IMG_8762Hier spring gerade ein Schmalreh, (so nennt der Jäger ein weibliches Jungtier vom letzen Jahr,) ab. Ich konnte es im Unterholz genau beobachten, es hatte noch ein richtiges Kitzgesicht. Und mal sehen, ob Ihr den Hasen auf dem Bild findet:IMG_8760Der Bauer hatte gemäht, da war Meister Lampe dann auch mal besser zu sehen.

An den Disteln waren viele Rosenkäfer zu bestaunen. Kleine Kostbarkeiten. 20160718_112330IMG_8768Jungstare versammelten sich zu Schwärmen, die Geräuschkulisse der Natur erinnerte mich so an meine Kindheit. Schwalben, Spatzen, Insekten,…im Hintergrund auch mal die Erntemaschinen. Der Rauch, den Ihr auf dem Foto seht, entsteht beim Dreschen. Atmet das mal den ganzen Tag beim Getreide ernten ein. Landwirt zu sein, ist nicht einfach. Gott sei Dank gibt es heute Mähdrescher mit geschlossener Kanzel, aber ich habe auch noch die alten Drescher fahren sehen. (Hauptsache das Getreide ist trocken geerntet).IMG_8756Und ein Gewitter drohte am Himmel, da musste besonders schnell gearbeitet werden.

Erkennt Ihr dieses Säugetier? Grabowski? Na? Ja, ein Maulwurf, der oberirdisch des Morgens fleissig nach Würmern und Insekten suchte. Wir konnten ihn mehrfach beobachten und ich war so fasziniert von ihm, dass ich ganz viele Fotos gemacht habe.

Und dabei war er, wie man es vielleicht auf den Fotos erkennen kann, recht schnell unterwegs. Auch störten ihn die Ameisen überhaupt nicht, die über ihn herfielen, wenn er in ihren Nestern wühlte. Ob er auch welche gefressen hat, konnte ich nicht sehen, glaube es aber nicht, dafür konnte man das „Regenwurmschlürfen“ hören und sehen. Übrigens hat der Maulwurf ein Fell, dessen Haare sich in alle Richtungen streichen lassen, sehr gut, wenn man vor und zurück unter Tage kriecht.

Grosse Motten suchten tagsüber immer Schutz am Reetdach. Ich muss noch mal nachschauen, welchen grossen Schwärmer ich hier erwischt habe, die meisten waren recht fotoscheu.

In den Hecken versteckten sich so viele verschiedene Vögel, wirklich auf s Bild habe ich sie nicht bekommen. Auch die Wespen, die hier ein Sandwespennest besetzt, bzw erobert haben, habe ich nicht so gut auf s Bild bekommen, traute ich mich doch nicht so nah heran. IMG_8759Boddenfischer bei der ruhigen Arbeit.

IMG_8651Und hier von möchte ich Euch das nächste Mal etwas berichten und zeigen.

Hoffe, Ihr habt ein paar Sommertage und Sternennächte. Wünsche Euch viele Sternschnuppen am Wochenende.

Rügen No. 2

Bergen, die „Hauptstadt“ von Rügen war wieder einen Besuch wert. Sie ist recht zentral und überraschend hoch gelegen. Ein Überbleibsel der letzen Eiszeit.  Klar, man fährt da hin, weil es die nächste, richtig gute Einkaufsmöglichkeit mit grosser Auswahl von Geschäften ist, aber es zieht uns immer wieder auch hier hin, weil es uns besonders der Bereich rund um die Kirche angetan hat. Sie ist die älteste Backsteinkirche der Insel. Faszinierend, wie man die baulichen Veränderungen von aussen sieht, oder? Sie gehörte mit zum Zisterzienserinnenkonvent.

Hier findet man nicht nur die sehenswerte Backstein Kirche, welche innen wunderschön bemalt ist, sondern im alten Klosterhof auch Kunsthandwerk und einen unserer Lieblingsläden:20160711_121402Hier gibt es aus eigenem, regionalem Anbau Obstgelees, -marmeladen und -säfte. Und leckeren, preiswerten Blechkuchen, sowie kleine, feine Gerichte, Handwerk und Erinnerungsnippes. Die Sanddornprodukte kommen wirklich vom eigenen Grundstück auf Rügen und nicht aus dem Ausland, wie die meisten anderen.

Außerdem sitzt man bei gutem Wetter in einem tollen Innenhof. Ein kleines Museum zur Insel- und Stadtgeschichte ist auch hier.20160711_121820Urlaubserinnerungen kann man hier auch erstehen. Der Töpfer macht erstklassige Arbeiten. Seine Spezialität ist der Raku Brand, der sehr aufwendig und schwierig ist und sich natürlich im Preis widerspiegelt, weswegen wir uns kein Stück kaufen konnten. Aber vor allen Dingen die Gefässe mit Deckel und eingearbeitetem Strandholz oder Bernstein haben uns fasziniert. (fischkopp-keramik.de)

Regelmässig findet hier auch ein Flohmarkt im Hof statt, so manche Erinnerung aus DDR Zeiten findet hier seinen neuen Besitzer. Der historische Stadtkern ist allemal einen Rundgang wert. Einen Aussichtsturm und Vergnügungspark hat die Stadt auch – dort waren wir aber noch nie, (nur als Info).

Aber am häufigsten sind wir immer in Gingst. Gingst wurde 1232 das erste mal urkundlich erwähnt und war ein wichtiger Handels- und Handwerkermittelpunkt der Insel. Den historischen Marktplatz mit seinem Handwerkermuseum hab ich ja schon mal hier erwähnt. Hier noch ein wenig mehr Impressionen und der Tip, unbedingt das Museumskaffee zu besuchen. Dort kann man nicht nur fein Kaffee und Kuchen bekommen, sondern auch eine grosse Auswahl an Postkarten durchstöbern, sowie Bücher second hand erstehen. Gemütlich und nett ist es auch noch!

Außerdem ist in Gingst unsere Lieblingsbuchhandlung! Im alten Gemäuer gibt es eine besondere Auswahl an Büchern, nicht nur die üblichen Bestseller. Hier stehen Geheimtipps und leinengebundene Schätze neben regionaler Literatur und die netteste Beratung gibt es sowieso. Lesungen und kulturelle Veranstaltungen werden hier auch organisiert. Hier schlägt das Herz eines jeden Buchliebhabers höher. Und die Kinder- und Jugendbuchabteilung ist nicht nur für Schlechtwettertage ein Tip! Auch lässt sich die Inhaberin gern Tips geben, was man gerade gern liest und warum. So bewahrheitet sich wieder unsere alte, berufliche Erfahrung, dass die wahren Bestseller durch das Beratungsgespräch verkauft werden. Gerade im Urlaub kann man sich die Zeit nehmen und nicht nur einfach vom Stapel der Novitäten oder Bestenlisten runder nehmen. Ja, es gibt auch noch Leute, die wollen es anders.

Und gleich nebenan gibt es einen Bioladen und Töpferei. Auf meiner Fensterbank steht auch das ein oder andere von hier.

Wer eine Erinnerung an den Urlaub sucht oder ein Geschenk benötigt, wird in Gingst bestimmt fündig.

Ich hoffe, bei Euch ist das Wetter etwas besser, ich seufze gerade sehr und halte mich an meiner Kaffeetasse warm, denn vor allen Dingen, wenn ich diese Bilder sehe, erscheint mir der Regen draussen noch kälter. (Und wir haben hier schon wieder Dauerregen mit Aussicht auf Besserung am Wochenende.)

Also, macht es Euch gemütlich! Holt Euch die Wärme in`s Herzen, dann ist es nicht mehr ganz so kalt und nass.