Pilze

Hallo Ihr Lieben.

Bedingt durch die Trockenheit gibt es leider dieses Jahr nur vereinzelt Pilze. Pilze (Fungi) gehören neben vielen anderen Herbstfrüchten, zum begehrtem Sammelgut. Als ich Kind war, sind wir als Familie immer ab Altweibersommer, bis in den Herbst hinein, Pilze im Wald suchen gegangen. Die Wiesenchampions gab es meistens schon früher. Mein Vater war Kriegskind, da war es ein wichtiger Teil des Speiseplans und so kannte er sich auch sehr gut aus. Pilze und das Suchen der verschiedenen Sorten war trotzdem etwas ganz Wunderbares für ihn. Also, die ganze Familie schlug sich in die Dickung oder in den Laub- oder Nadelwald und unter uns Kindern gab es da durchaus Wettbewerbe. Oft zog sich so ein Ausflug länger hin, als gedacht: „…nur noch ein klein wenig weiter, da hinten…“ Meine Mutter weiß heute noch die guten Stellen und was nicht gegessen werden kann, wird von ihr nach dem Braten eingefroren oder am Faden getrocknet. Ich muss ja gestehen, ich bin ein wenig nöggelig in der Hinsicht, ich mag nur so schön feste Pilze. Und das sind natürlich die edelsten und seltensten unter ihnen, vor allen Dingen: Steinpilze!

Da ich gerade keine Pilze suchen kann, habe ich mir welche geschnitzt:

DSCN5495

Dabei wir dann der Kaffee auch schon mal kalt. Aber mein Lieblingsspruch dazu ist wohl eh: „Kalter Kaffee macht schön!“

Die Morgensonne scheint mir auf den Tisch und zwickt ein wenig seitlich in den Augen. Ach, ist das noch ein herrlicher Herbst! Leider stelle ich dann beim Farbe raussuchen fest, dass ich gar kein Braun habe. Und das dunkle Grau wird langsam leer, das neue schwarze Kissen ist nicht besonders gut. Ich muss mir dringend mal bessere Stempelkissen zulegen!

DSCN5496

Aus dem Stück Pappe, das eigentlich in einem neuen Paar Leggins steckte, mache ich nun ein extra grosses Lesezeichen. Die behandelte Oberfläche hat die Farbe nur nicht so gut angenommen.

DSCN5498

Das Herbstfrüchte Muster schicke ich dann zum Mustermittwoch und zum Den Herbst feiern!

Euch schöne Herbsttage.

Und wenn Ihr Pilze sucht, esst hinterher nur die, die Ihr bestimmen könnt!

Erntedank

Hallo Ihr Lieben.

(Text enthält Werbung von Namen und Orte)

Jedes Jahr wird am ersten Wochenende im Oktober Erntedank gefeiert. Ein katholischer Brauch, aber eigentlich ein Fest, dass für alle ist: Danke sagen und zeigen für all die guten und leckeren Lebensmittel, die auf den Feldern wachsen und in den Gärten gedeihen.

 

Oder auch nicht! Missernten, ausgelöst in vielen Gebieten durch die Dürre. Wenig Getreide, die Rüben (wenn es welche gibt,) sind klein, vertrocknete Hülsenfrüchte und kleine Kartoffeln. Die Not mancher Bauern, gerade Biobauern, an Futter zu kommen, ist gross. Und wir werden uns wohl darauf einstellen müssen, dass es immer mehr Extremwetter Situationen geben wird. Früher hätte so etwas durchaus eine Hungerzeit ausgelöst, heute haben wir trotzdem die Regale im Supermarkt voll. Die Äpfel und vieles andere Obst, kommen teils von weit her und wird nicht gerade klimaschonend lange gelagert.

DSCN5441

Dabei wächst des Deutschen liebstes Obst oftmals direkt vor der Haustür! Die drei  Streuobstwiesen hier in der Umgebung werden mittlerweile doch genutzt, aber vielerorts stehen alte und grosse Obstbäume, scheinbar „verlassen“, und darunter liegen so viele leckere Äpfel und Birnen oder auch Pflaumen. (In der örtlichen Presse wurde auch aufgefordert, für Eigenbedarf auf der angelegten Obstwiese zu pflücken.) Sicher ist für viele das Problem, dass sie nicht wissen, ob gepflückt werden darf. Hier kann man z.B. auf mundraub.org schauen (oder auch einstellen).

DSCN5439
Dülmener Rosenapfel und Ingrid Marie, alte Obstsorten

So viel Bio Obst …und oft viel besser schmeckend als die Supermarkt Sorten! Am Sonntag ist  Obstwiesenfest im Freilichtmuseum Lindlar! Hier wird nicht nur der Apfel gefeiert, Ihr könnt Sorten bestimmten lassen, alte Obstbaumsorten kaufen, probieren und natürlich sowieso vieles anschauen, ich habe ja schon über das Museum  berichtet.

DSCN5447
Holzschnitt aus dem Bilderbuch

Dazu passt auch ein Buch, welches mir meine Mutter letztens mitgebracht hat. Theodor Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Ich mag an dem Bilderbuch besonders die Holzschnitte der amerikanischen Künstlerin! Dagegen sind meine schnell geschnitzten Gummi Stempel nicht konkurrenzfähig. Es ist ein altes Bilderbuch, das wir schon als Kinder hatten und das ich immer sehr gern mochte. (Aber es gibt es wohl immer noch in dieser Aufmachung.)

DSCN5446

Leider gibt es hier wenige Birnen zu pflücken. Mein Spalierbäumchen im Garten hatte 5 oder 6 Birnen dieses Jahr und das war eine gute Ernte. Birnen sind etwas empfindlicher, brauchen Wärme und Trockenheit. Außerdem sind sie schwerer zu lagern. Früher gab es oft als Nachtisch eingemachte Birnen, lecker! Ach, es ist doch wunderbar, in eine reife Birne, gerade vom Baum gepflückt, zu beissen und es rinnt einem der süsse Saft das Kinn runter.

 

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was er damals tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

(Theodor Fontane)

Verlinkt bei: *wir feiern den Herbst*, dem neuen Thema der Zitronenfalterin, sowie beim Blog Pfauenauge, sowie dem Blog meineKraftquelle. Tanja hatte nämlich die Idee, noch mal einen Beitrag über Obstwiesen und regionalen Lebensmitteln zu bringen und hatte  Amely und mich gefragt, ob wir mitmachen möchten.

Macht es Euch gemütlich!

nicht so leicht

Hallo Ihr Lieben,

IMG_20180907_155235

einmal möchte ich Euch mein Rezept vom *Apfel Mandel Kuchen*, wie versprochen, teilen.

IMG_20180907_155217

Ihr benötigt:

Boden: 250g Vollkornweizenmehl, 200-250 g gemahlene Mandeln, 150 g Zucker (Rohrzucker), 1 Tl Backpulver, 1 P Salz, 1/2 Tl Zimt, 7 Eier (ein Eiweiß kommt noch dazu etwas später), 1 *Spritzer* Ahornsirup/Agavendicksaft/Honig/Rübensirup,

Krümelbelag: 250 g Butter, 250g Vollkornmehl,  200-250 g gemahlene Mandeln, eine Handvoll Mandeln gehackt, 1 Tl Zimt, 150 g Zucker (Rohrzucker), 1 P Salz, 1 Eigelb (und das Eiweiß tut Ihr noch in den Bodenteig)

so viele Äpfel, (am besten säuerliche, wie Boskop oder Berlepsch,) wie Ihr zum Belegen braucht und mögt, geschält und in Schnitzel geschnitten, oder so: 20161105_174100Als erstes verrührt Ihr Eier und Zucker, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die restlichen Zutaten dazu. Auf ein Backblech streichen und mit Äpfeln belegen. Die Sachen für die Krümel werden mit den Händen alle zusammen verknetet und dann über Boden samt Äpfeln verteilt. Der Ofen wird auf 175 Grad geheizt und der Kuchen braucht auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten. Wer mag kann etwas Sahne dazu nehmen.

Der Kuchen ist übrigens ganz schön mächtig.

 

…und dann leider etwas Trauriges, was mich aber wirklich gerade beschäftigt, deswegen muss ich es doch auch hier niederschreiben, Euch mitteilen:

IMG_20180410_154737

Der aus dem südlichen Afrika stammende Usutu-Virus sorgt aktuell für ein massives Amselsterben. Im Sommer in der Hitze hockte eine Amsel immer an der Kellertreppe, geschützt vom Wein. Ich hatte das auf die Hitze und die Nahrungsquelle Weintrauben geschoben. Außerdem steht dort auch jetzt noch immer eine Schale Wasser. Wenn ich so zurück blicke, waren viele Amseln im Sommer viel *zutraulicher*, sprich: die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass all diese Amseln von dem Virus befallen waren, deswegen viel träger, schutzsuchender waren. Oft hatte man das Gefühl, die Amseln reagieren „wie besoffen“. Aber das fällt mir alles erst so im Nachhinein ein, da ja junge Amseln auch schon mal zutraulicher sind und durch den Federwechsel etwas gerupfter aussehen. Am Wochenende habe ich dann eine Amsel tot mitten auf dem Rasen gefunden. Selbige war noch am Abend zuvor im Bereich des Weins gewesen. Und schon eine Woche vorher hatten die Nachbarn in meiner Anwesenheit einen Amsel Kadaver gefunden. Und wenn man so überlegt, ist es morgens auch recht ruhig, obwohl die Vögeln im September ja noch mal singen, wenn auch nicht so laut, wie im Frühling. Mich befällt da eine grosse Traurigkeit, denn nicht nur Amsel werden wohl von dem Virus befallen, der durch Mücken übertragen wird, sondern auch Finken. Säugetiere und damit auch Menschen können auch befallen werden, nicht das Ihr jetzt gleich Panik bekommt, dort verläuft der Infekt meistens relativ harmlos ab.

Weswegen ich das auch hier niederschreibe? Schaut mal beim NABU online vorbei (muss ich ja wieder als Werbung kennzeichnen, ohne dass ich was dafür bekomme), da könnt Ihr Vorfälle melden und wer Kadaver findet, bekommt dort die Vorgehensweise und eine Adresse, wo sie hingeschickt werden können. Ich finde es schlimm, dass weniger Vögel um uns herum sind, darum ist es um so wichtiger, dass erforscht werden kann, was sie befällt und vor allen Dingen, wie geholfen werden kann. Schaut Euch mal um, seht Ihr auch häufiger lethargische Amseln? Oder bemerkt Ihr weniger Vögel als sonst? (Diesen Sommer ist es irgendwie besonders schlimm, nicht nur durch den Virus, der wohl durch die starke Hitze noch mal gestärkt wurde!)

Das war jetzt sehr viel Text, ich weiss. Aber ich möchte das gerne mitteilen, denn an mir ist das trotz Meldungen in der Presse, irgendwie vorbei geplätschert, zumal in der lokalen Zeitung stand, es gäbe hier noch keine Vorfälle. Ein eher trauriger Beitrag…

Euch (trotzdem) eine schöne Woche.

 

Das Rezept schicke ich zum creadienstag.

kleine September Ernten

 

Hallo Ihr Lieben.

DSCN5341

Ich bin gerade ein wenig im Apfelrausch. (wie eigentlich jedes Jahr um diese Zeit.) Letztens habe ich mir zwei Fahrradtaschen bei einer nahegelegenen Streuobstwiese mit Fallobst voll packen dürfen. Das war ein wunderschöner Morgen. Die Wespen ließen mich in Ruhe aufsammeln, um mich nur Vogelgezwitscher und der Duft von Gras und Äpfeln. Sogar einen Baumläufer habe ich gesehen, leider kann ich Euch den Vogel nicht zeigen, denn er war zu flink.

DSCN5348

 

In meinem kleinen Apfel,
da sieht es lustig aus:
es sind darin fünf Stübchen,
grad‘ wie in einem Haus.      

(W.A. Mozart)

Die Natur lässt uns noch mal aus dem Vollen schöpfen. Dörrobst, Gelee, Saft, und natürlich am Besten: der frische Apfel für zwischendurch!

DSCN5354

Mein Garten macht allerdings gerade eine kleine Blühpause, bedingt durch den heißen Sommer. Er ist noch in der Regenerationsphase.  Netterweise darf ich ein wenig in Nachbars Garten klauen. Einen kleinen Strauß für das Wohnzimmer, begleitet von einem Blumenkind.

DSCN5355DSCN5356DSCN5358

Gleich werde ich einen „Mandel Apfelkuchen“ backen für das Wochenende. (Rezept und Bilder folgen.) Ich bin schon voller Vorfreude, alleine der Duft von Apfel, Zimt und Mandelkern.

Euch ein wunderschönes Wochenende. Macht es Euch gemütlich.

 

Verlinkt bei Freutag und Friday-Flowerday

 

Farben und ich

Hallo Ihr Lieben.

Bei der Zitronenfalterin geht es diesen Monat um Farben.

Da fällt einem doch ganz viel zu ein, oder? nicht nur Farbenlehre, Goethes Farbenkreis, Bedeutung von Farben, color up your life,…

Ein weites Feld, diese Farben. Am Wochenende habe ich zB. auf einem Fest (mit viel Werbung für Unternehmen, aber nicht meinerseits) diese bunte Bank gesehen, Recycling besonderer Art:

DSCN5335

Gerade die Gegensätze fand ich toll und dann noch eine Bank aus einer Leitplanke! Wusstet Ihr z.B., dass die Deutschen bei der Klamottenwahl auch eher zu grau und dunkelblau tendieren? …oder zur Nicht – Farbe Schwarz? Laaaanweilig! Ich liebe bunt!

DSCN5328

Diese Farben geniessen wir wohl gerade alle, sie sind auch ein fester Bestandteil des bunten Herbstes, der hier gerade den Hochsommer abrupt abgelöst hat.

DSCN5229

Waffeln mit frischem Apfelmus, einfach lecker goldgelb, so wie das reife Korn, die Sonne, und das Licht.  Kaum eine Farbe steht aber für Freiheit so wie Blau. Die Weite des Himmels und des Meeres, oder besonders in diesem Sommer für schönes Wetter.

DSCN5273

DSCN5331

Farbe bringe ich auch immer wieder kreativ in mein Leben. Sei es, dass ein altes Möbelstück durch Farbe noch mal Glanz bekommt oder die alte Einbauküche, die zwar qualitativ gut, aber farblich düster daher kam. Hier ist es das frische Grün, die Farbe des Frühlings, des Neuanfangs, der Hoffnung. Eine Farbe, die im Herbst jetzt langsam verschwindet. (erste frischgeschnitzte Stempel für allerlei Anhänger)

Ich werde mich jetzt mal an das Verarbeiten von grünen, roten und gelben Äpfeln machen und daraus rosafarbenen Gelee kochen. (Fallobst, teils noch etwas unreif, aber auch dem Rehwild schmeckt es schon.)

DSCN5340
Reh Kot in der Streuobstwiese

Euch eine farbenfrohe Woche!