Die Adventszeit naht. Bedingt durch die Umstände bin ich dieses Jahr schon recht adventlich eingestimmt. Normal ist das bei mir in den letzten Jahren nicht. Da fing ich manchmal erst kurz vor Weihnachten an, zu dekorieren. Es war mir einfach zu viel des Trubels im Vorfeld. Dieses Jahr habe ich natürlich auch noch keine Weihnachtsdeko hier stehen oder hängen, aber letztens gab es Baumschmuck bei einer Aktion und ich konnte nicht an dem Auto vorbei:
Womit ich jetzt aber schon angefangen habe: Karten zu bedrucken. Mit der neuen Farbe kann ich so gut arbeiten, bin so begeistert, wie ich die Wald Silouette einsetzen kann. So ein richtiger nebliger oder winterlicher Wald wird das.
ganz viele kleine Ovale
An der Brombeere „feile“ (schnitze) ich noch vorsichtig ein wenig herum. Wusstet Ihr, dass die Brombeere im Winter ganz wichtig für alle Pflanzenfresser ist? Dieses dornige Gestrüpp bietet nicht nur Unterschlupf für Tiere ab Größe Maus bis zum Reh und Wildschwein, sondern auch weiterhin grüne Blätter zum Fressen. Und gerade bei Schnee schauen die dann wenigstens noch oben raus.
ach, diese Lichtverhältnisse…
Wenn Ihr also durch den Winterwald geht, die Brombeeren abgefressen sind, dann war das Nahrungsangebot nicht mehr so gut. Denn wirklich mögen tun die Rehe die Brombeerblätter nicht.
Ich liebe Lesezeichen und alte Buchseiten haben eine besondere Papierstruktur
Und an weiteren ovalen Projekten arbeite ich. So habe ich dieses Oval „mehrfach“ ausgeschnitten. Ich dachte an irgendwas organisches, Pantoffeltier vielleicht oder mikroskopisch kleine Algen. Eine Freundin sah dann aber gleich eine Schlange.
Zuerst mag ich euch noch Fotos von unserem Spaziergang im Westerwald zeigen. Der Sonntag hatte wunderbares Wetter im Gepäck und das wollte genutzt werde. Ein guter Freund zieht bald um und zeigte schon Mal die Umgebung im Westerwald:
Ihr seht hier wunderschöne Wiesenauen, lichte Wälder, einen alten Weg mit sehr viel Geschichte(n) (die wir uns wohl eher nur ausdenken können, aber ganz sicher wurden hier Güter vom alten Ort oben zum Kloster auf der anderen Seite des Tals transportiert.) Genau zwei Pilze haben wir noch gefunden, waren später perfekt für die Soße. Auf den Fotos könne Ihr vielleicht die Reste einer alten Wallanlage sehen und auch Ausgrabungsreste an der „Burg“, die 200 Jahre vor Karl dem Großen gebaut wurde. Eine Zuflucht für die Menschen, die hier lebten und arbeiteten.
*The Withcher* für den Sohn
Ein wenig mehr zu meiner Novemberwoche. Wie immer im Leben gibt es Gutes und halt weniger Gutes. Der November ist ein Monat, der schon länger eine besondere Woche beinhaltet. Einmal mit einem traurigen Tag, wenn eigentlich die Narren den Beginn ihrer Session feiern. Aber gleich der Tag darauf ist ein schöner Tag mit einem Geburtstag. Diese Woche ist auch immer ziemlich gefüllt und ich brauche ein paar Momente. Momente zum schreiben, Schnitzen, Malen, Backen.
Geschnitzt: das „Witcher Symbol“ (Buchreihe, Spiel und Serie, die das Jubelkind sehr mag) für das Geschenkpapier und Grüsse
Gemalt: Erst wurden die Blätter der Ulme abgepaust , dann kamen da einfache Zeichnungen rein, niedlich anzusehen.
Gebacken: Muffins für die Schule, Hefeteig über Nacht angesetzt für ein Chiabatta und die Zutaten für den Wochenendkuchen gekauft
Ach und wie ich hier irgendwo vormals ganz sicher Ralph Waldo Emerson zitierte:
„All meine Schmerzen kann mein Gartenspaten heilen.“
Die Woche war nicht nur auf dem Blog gut gefüllt, dafür geht das Wochenende jetzt (hoffentlich) ruhiger zu Ende. Es will noch ein Geburtstag nach gefeiert werden, wenn auch in sehr kleinem Kreis.
Es ist nun der Herbst gekommen, Hat das schöne Sommerkleid Von den Feldern weggenommen Und die Blätter ausgestreut, Vor dem bösen Winterwinde Deckt er warm und sachte zu Mit dem bunten Laub die Gründe, Die schon müde gehn zur Ruh.
Durch die Felder sieht man fahren Eine wunderschöne Frau, Und von ihren langen Haaren Goldne Fäden auf der Au Spinnet sie und singt im Gehen: Eia, meine Blümelein, Nicht nach andern immer sehen, Eia, schlafet, schlafet ein.
Und die Vöglein hoch in Lüften Über blaue Berg und Seen Ziehn zur Ferne nach den Klüften, Wo die hohen Zedern stehn, Wo mit ihren goldnen Schwingen Auf des Benedeiten Gruft Engel Hosianna singen Nächtens durch die stille Luft.
Heute entführe ich Euch gleich zweimal, in eine Baumwelt und zu kleine, „gezeichnete Ovale“, vielleicht nehmt Ihr Euch einen Moment Zeit, mit einem wärmenden Tee oder Kaffee.
Den Namen dieses Baumes kennt Ihr fast alle. Gesehen habt Ihr sicher dagegen lange keinen mehr: die Ulme, auch Rüster genannt.
Junge Flatterulme mit angestrichenem Stamm
Oft standen diese hochgewachsenen Bäume, ähnlich wie Linden, inmitten von Orteschaften, an Einfahrten, auf Gartengrundstücken, als „Schutzbäume“. So war Hamburg als „Ulmenstadt“ bekannt, weil so viele dieser schönen Bäume dort wuchsen. Die Ulme galt in der griechischen Mythologie als Symbol für den Schlaf, die Trauer und den Tod, sozusagen als Baum des Überganges. (So fertigten englische Sargbauer die Särge aus Rüster.) Ihre runden Samen begleiteten die Verstorbenen in die Unterwelt. Nymphen pflanzten für jeden gefallenen Helden eine Ulme. In der Edda wurden aus Ask (Esche) und Embla (Ulme) mit dem Einhauchen von Sinn, Seele und Leben durch die Asen, Mann und Frau. Hier war die Ulme also eher ein Baum des Anfangs Bei den Kelten wurde die Ulme als heilig verehrt, in ihrem Umkreis sollten sich Feen aufhalten. Noch in meiner Kindheit galt er als Schutzbaume gegen Blitze. Es hieß, wenn man eine Ulme fällt, trauern ihre Nachbarn. In Frankreich wurde unter Ulmen Gericht gehalten, in den USA gilt er als Freiheitsbaum. In Worms-Pfifflingheim stand und steht die berühmteste Feldulme Deutschlands, der Lutherbaum, unter dem Luther 1521 gepredigt haben soll (zumindest unter einem Vorfahren).
Das Ulmenblatt ist gut zu erkennen, ein längliches Oval, welches ungleich lang am Blattstiel endet. Ein wunderschönes, feingezacktes Oval. Die Feldulme bekommt eine stattliche Form, ähnlich der Linde wurde sie daher gerne als Dorfbaum gepflanzt. Mit ihrem harten Holz, dem der Eiche nicht unähnlich, wurde der schöne Baum um die 400 Jahre alt. Bei dem Namen Rüster haben sich vielleicht mache erinnert, denn so nennt man das Holz und daraus wurden früher vor allem Türen gefertigt. Auch für Wagenräder, Deichseln, Möbel und Treppen eignet(e) sich das Holz sehr. Im Gegensatz zur Eiche ist Rüster nicht so grobfaserig. Für die Glasherstellung war der Baum lange unerlässlich, ergibt er doch wesentlich mehr Pottasche als andere Baumsorten.
Grauwackendruse und Ulmenblätter
Ihr habt es vielleicht gemerkt, ich schreibe gerade Vieles in der Vergangenheit. Nun, Deichseln und Wagenräder (oder auch Langbögen) werden natürlich heute nicht mehr gebraucht. Aber der Baum ist trotzdem aus unserem Blickfeld verschwunden! In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts begann das große Ulmensterben. Schuld daran ist die Einschleppung eines Baumpilzes aus Asien. Der schlauchartige Pilz verstopft die Kanäle der Ulme und so kommt nach und nach die Versorgung zum Erliegen. Wie die Sporen des Pilzes in das harte Holz kommen, fragt Ihr Euch vielleicht? Nun, da kommt der kleine und grosse Ulmensplintkäfer ins Spiel. Der zu den Borkenkäfern gehörende Baumschädling bohrt sich durch das Rindenholz zur Eiablage und bringt dabei die Sporen mit. Seit 1918 ist die „Krankheit“ auch als „holländische Ulmenwelke“ bekannt, benannt nach der Entdeckung ihres ersten Auftreten. Mittlerweile sind europaweit fast alle Ulmen diesem Pilz zum Opfer gefallen, alle Feld- und Bergulmen genauer gesagt. Die Flatterulme dagegen scheint etwas besser gewappnet zu sein. Ihr Geheimnis scheint in einer anderen Rindenbeschaffenheit zu liegen, welche für den Käfer nicht so interessant zu sein scheint. Die Rinde ist auch viel schwerer für den Käfer zu durchdringen. Selbst wenn der Baum doch infiziert ist, hat er eine stärkere Abwehr gegen den Baumpilzes und sein Gift.
Letztes Jahres 2019 war die Flatterulme „Baum des Jahres“. Dem ist es sicher auch zu verdanken, dass in unserem Park ausgerechnet Flatterulmen gepflanzt wurden, als Ersatz für abgestorbene Haselbäume.
Ich hab ein wenig mit der Struktur der Blätter gespielt und sie durchgepaust. Blätter sind ja wunderschöne Ovale. Nun wurden in ihnen schlafende Tiere zur Winterruhe gelegt. Bei Michaela und Susanne ist das Monatsthema nämlich Oval und Struktur.
eingefügt in Ovale
Mit einem weichen Buntstift wurde die Struktur des Blattes durchgepaust, wie Ihr das früher vielleicht in der Schule gemacht habt. Dann wurde ein Eichhörnchen, ein Siebenschläfer und eine Haselmaus hinein gezeichnet. Das Eichhörnchen ist übrigens gerade bei Maike eine Zeichnungs Challange.
Eichhörnchen
schlafender Bilch (Siebenschläfer)
Haselmaus (auch ein Bilch)
Die Tiere selber rollen sich ebenfalls zu kleinen, pelzigen Ovalen zusammen, wickeln den langen Schwanz wärmend um ihren Körper.
Die Ovale verlinke ich beim Mustermix und die Ulme bei der Baumsammlung von Astrid und alles zusammen beim Naturdonnerstag und beim Novemberthema von Andrea, (so sind die Nester doch wie kleine Kokons.)
Ach, ist das gerade ein Wetterchen hier. Die Sonne scheint mir auf den Rücken und ich habe die Balkontür offen. Auch wenn wir die ersten Minusgrade in der Nacht hatten, sind die Mittage bzw Nachmittage goldgelb.
Wie Ihr vielleicht erkennen könnt, habe ich nun wenigstens das erste Eichhörnchen in Gummiplatte zu einem Stempel geschnitzt. Ganz zufrieden bin ich noch nicht, denn es sollte eine Nuss in die kleine Schnauze, dieser Bereich gefällt mir noch nicht wirklich.
FreuHörnchen?
Direkt hier um die Ecke streiten sich wirklich zwei kleine Eichhörnchen häufig. Es sind gute Jagdgründe, dort wohnen viele fütternde Menschen und einige Haselbäume stehen ebenfalls da. Schließlich muss für den Winter vorgesorgt werden! Und nicht jede Nuss wird wiedergefunden, oder es kommt gar ein kluger Eichelhäher, der dem Fleissigen die Beute stiehlt. (Aber auch die Eichhörnchen sind nicht dumm und tun manchmal nur so, als würden sie Nüsse oder Eicheln verstecken).
Jedenfalls ist hier immer ganz großes Hunde Kino und Herrchen und Frauchen freuen sich auch immer sehr! Also perfekt für den Freutag!
Nach dem warmen und bunten und erholsamen Wochen des Sommers, bis in den September hinein, hatten wir wohl alle mit einem goldenen Oktober gerechnet. Nun, ich will nicht undankbar oder unfair sei, ein paar Tage und Stunden hatte dieser Monat auch was Goldenes an sich.
Vom Heimatblick, Eselchen, ersten gebackenen Keksen habe ich erzählt. Hatte ich Euch die reiche Samensammlung meiner Mutter gezeigt? Und dieses Bild zeigt nur einen Teil:
Ich liebe dieses Bild, es ist so verheißungsvoll!
Diesen Monat habe ich endlich ein wieder etwas an Stempeln geschnitzt. Basare, Adventsmärkte, alles fällt aus. Ich überlege, ob ich einen kleinen Basar hier auf dem Blog machen soll. An einem AuftagsBild arbeite ich auch, bin allerdings diese Woche prompt aus dem Verkehr gezogen worden. Etwas, was uns den Herbst und Winter auch begleiten wird, Erkältungen und dann immer die Frage im Hinterkopf: ist es Corona? Wer sich krank schreiben lassen muss, muss auch zum Test, sobald er nur etwas mit den Atemwegen hat. Und da ist es schon, dass Thema, dass unseren Alltag so stark bestimmt, wie kaum ein anderes.
Wer meine Buchempfehlung diesen Monat noch nicht gesehen hat, gerne Naturbeschreibungen liest (realistische), dem lege ich noch mal John Lewis-Stempel ans Herz. Wie ein Tagebuch nimmt er uns mit auf ein Jahr in seiner Wiese, „Ein Stück Land“. (Selbstgekauftes Taschenbuch, erschienen bei DuMont übrigens).
Mein Heimatblick von der „Hohen Bracht“ auf das Sauerland, das „Land der tausend Berge“, bei dem fast jeder fragt, wo das „Sauer“ denn herkommt, war mir auch wichtig. Nun kann man erstmal nicht auf den Aussichtsturm, das Restaurant ist geschlossen. Aber Wanderwege sind noch frei, auch wenn es nun als „kontaktloser Tagesausflug“ geplant werden muss.
Maike vom Blog „Kleine Viecher“ hat eine Challenge begonnen, täglich will sie ein Eichhörnchen zeichnen und lädt zum Mitmachen ein, diese kleinen Racker mal kreativ umzusetzen und bei Instagram zu zeigen. Ich mach das auf dem Blog, da ich kein Insta habe. Schaut einfach bei den „kleinen Viechern“ mal vorbei. Übrigens habe ich den Stempel dazu noch nicht fertig, mit „dickem Kopp“ geht das nicht ☺
Und so geht dieses Wochenende der Monat mit Allerheiligen und Halloween zu Ende. Wenig Süsses, eher Saures, was uns da jetzt geboten wird, aber wir haben es ja zum Teil selber in der Hand, wie die Tage für uns werden. Leicht ist das bestimmt nicht und das Weltgeschehen drückt auch noch auf die Stimmung. Ich gestehe, dass ich mich durchaus auch hängen lasse und das Grau dieses Monats mich niederdrückt, aber ich hab auch viel Goldenes (vor allem in Form von wunderbaren Menschen gehabt, in meiner Familie, bei Freunden!) gehabt, dass ich trotzdem von einem Goldenen Oktober sprechen kann.