Hallo Ihr Lieben.
Nun geht das Jahr mit den Jahresprojekten zu Ende. Viele haben sich etwas überlegt, was sie monatlich machen und bei Andrea vorstellen möchten. Mein Vorhaben war, jeden Monat einen Vogel vorzustellen. Das hat mir wirklich so viel Spaß gemacht. Gar nicht so schön dagegen war die Qual der Wahl.
Besonders jetzt zum Jahresende wurde die Auswahl dann doch sehr schwer. Da gab es die Haubenmeise, das (die) Goldhähnchen, die Waldrappe, die Schwanzmeise, das Rebhuhn,… Und da war auch noch der Baumläufer und und und.
Doch nun zu diesem:
Es ist die dunkelste Zeit des Jahres. Unsere Vorfahren haben diese Zeit gefürchtet und versucht mit Licht zu füllen und an den Sommer zu denken!
Einen Vogel verbinde ich ganz besonders mit dem Sommer. Wenn die Sonne hoch über den Getreidefeldern steht, fliegt ein Vogel laut singend in das hoch stehende Licht. Minutenlang klingt sein wunderschöne Lied, in dem auch mal „geklaute Strophen von anderen Vögeln“ eingebaut werden.
Vielleicht ahnt Ihr, welcher Vogel den Abschluss des Jahresprojekt bilden wird. Ich gebe noch einen literarischen Tipp: „es war die Nachtigall und nicht die…
…die Lerche“. Aus „Romeo und Julia“ von Shakespeare, der wohl meistzitierte Satz des englischen Dichters. Ein Frühaufsteher ist dieser Vogel, auch sprichwörtlich genutzt für Menschen, welche den Morgen nutzen. Sie steht auch als Allegorie der Erhebung in den Himmel oder zu Gott, an den Neuanfang. In vielen literarischen Texten (z.B. Goethes Faust) kommt sie vor.

„Alaudidae“, so der lateinische Name der weltweit verbreiteten Familie dieser grau-braunen, unscheinbar aussehenden Sperlingsvögel, mit etwa 20 Gattungen und ca. 80 Arten. Wenn sich der Vogel nicht hoch in die Luft schwingt, dann bewegt er sich laufend (nicht hüpfend) am Boden. Kennt Ihr den Lerchensporn, die Pflanze, die nach der Form der hinteren Zehe des Star großen Vogels benannt wurde? Die Lerchen sind Herrin und Herren der offenen Landschaften. Dort ist das Federkleid die perfekte Tarnung. Insekten und Samen stehen auf dem Speiseplan. In einer kleinen Bodenvertiefung legt das Weibchen 3-6 Eier.

Früher gab es Lerchen allerorts und gibt es auch noch. Dieser Vogel nistet gern in Getreidefeldern und Wiesen, dort, wo die Gräser etwas spärlicher wachsen, vielleicht niedergedrückt sind. Das war in Zeiten, wo Felder und Wiesen noch sehr viel mühsamer bewirtschaftet wurden. Ödlandschaften, Kultursteppen, viele lässt der Mensch, vor allem Stadt nah, nicht mehr ungenutzt. Heute muss Weizen und Mais zu Weltmarktpreisen produziert werden und die industrielle Bewirtschaftung hat viele Tiere in ihrer Zahl reduziert. Ungenutzte Brachflächen sind oft nur kurz vor der Bebauung. Auch wo unsere Siedlung steht, war vor 40 Jahren noch Feld-und Brachland. Auch Katzen haben ihren Anteil am Rückgang, es gibt so viele die verwildern. So ist auch die Lerche „im Sinkflug“, vor allem hier in NRW. Einige Bauern legen freiwillig sogenannte „Lerchenfelder“ an. Im Winter ziehen die nun recht geselligen Vögel von hier gen Süden, in südlicheren Gefilden (viele Arten leben zB auf dem afrikanischen Kontinent) sind es „Standvögel“. Die oft mit den hochstehenden Federn auf dem Kopf dargestellte Lerche ist übrigens das Männchen, welches ich auch hier zeige:

Die Lerche
1
Ich kann hier nicht singen,
Aus dieser Mauern dunklen Ringen
Muß ich mich schwingen
Vor Lust und tiefem Weh.
O Freude, in klarer Höh
Zu sinken und sich zu heben,
In Gesang
Über die grüne Erde dahin zu schweben,
Wie unten die licht′ und dunkeln Streifen
Wechselnd im Fluge vorüberschweifen,
Aus der Tiefe ein Wirren und Rauschen und Hämmern,
Die Erde aufschimmernd im Frühlingsdämmern,
Wie ist die Welt so voller Klang!
Herz, was bist du bang?
Mußt aufwärts dringen!
Die Sonne tritt hervor,
Wie glänzen mir Brust und Schwingen,
Wie still und weit ists droben am Himmelstor!
2
Ich hörte in Träumen
Ein Rauschen gehn,
Und sah die Wipfel sich säumen
Von allen Höhn –
Ists ein Brand, ists die Sonne?
Ich weiß es nicht,
Doch ein Schauer voll Wonne
Durch die Seele bricht.
Schon blitzts aus der Tiefe und schlagen
Die Glocken und schlängelnder Ströme Lauf
Rauscht glänzend her,
Und die glühenden Berge ragen
Wie Inseln aus weitem dämmernden Meer.
Noch kann ich nichts sagen,
Beglänzt die Brust,
Nur mit den Flügeln schlagen
Vor großer selger Lust!
Joseph von Eichendorff
(* 10.03.1788, † 26.11.1857)
„Alouette“, dieses französische Lied kennt Ihr vielleicht. Allerdings geht es darum, eine Lerche zu rupfen. Sie wurden noch im Jahrzehnt vor diesem als doch so seltenes Fleisch auf dem Tisch geschätzt und natürlich auch als Delikatesse gejagt. Vogelfänger gibt es in Deutschland nun nicht mehr. Aber ich hoffe, Ihr könnt das Trällern der Lerche hören, als Erinnerung oder bald als Frühlingsbote. Ein kleines Licht.
Ein gutes neues Jahr, bleibt gesund und zuversichtlich. Dank an Andrea für die Sammlung der Beiträge. Danke an Euch, für Eure Besuche und Kommentare, der Austausch ist wunderbar. Auf ein neues kreatives Jahr. (Vielleicht mache ich noch eine kleine Vogel Rückschau, wo ich doch schon so keinen Rückblick mehr gemacht habe)
Nina




























