Hallo Ihr Lieben.
Das war eine Woche mit össeligem Wetter. Kalt und regnerisch, irgendwie leider passend. Wie schön, dass aber wunderbare und sehr erfreuliche Post ankam :
Astrid hatte Ihre magnolienhafte Frühlingspost mit einer wunderschönen und dauerhaften Blüte rausgeschickt. Danke Dir, zumal ich weiß, dass Du Dir die Zeit dafür wirklich nehmen musstest.

Von der Post Kunst Aktion kam dieser Tage dann auch wieder ein schöner, diesmal sehr friedvoller, Gedankengarten, incl. Samenpäckchen, an.

Kreativ war ich auch, mit einigen Linoldrucken und diesem kleinen gemalten Wunschbild. Die Nichte geht zum Geburtstag in den Zoo und wünschte sich eine Einladungsvorlage.

Mit dem Schatz war ich seit Ewigkeiten mal wieder in Bonn. Es wurden Besorgungen gemacht, aber auch ein superleckere Kaffee im „Lighthouse Cafe“, schräg gegenüber des Beethovenhauses, getrunken.

Das Wetter spielte kurzzeitig mit und wir konnten draußen sitzen und dem Treiben zusehen. Erste Touristengruppen sind wieder unterwegs. In Bonns Altstadt ist ja auch wieder die berühmte Kirschblütenzeit angebrochen.

Hier im Ort gibt es auch einige Zierkirschen Bäume und natürlich sowieso einige richtige Kirschen. Aber ich mag besonders diese Zieräpfel Blüten! Nach dem Winter ist mir immer nach Farben!
Der immer noch stürmische Wind zerzaust alle Blüten und scheucht Blätter, Unrat und auch Menschen vor sich her.

An einem frühen Morgen dieser Woche überraschte mich ein Zaunkönig. Flog er doch über meinen Kopf und landete unmittelbar vor mir auf der Spitze eines Busches, lauthals seinen schönen Gesang verkünden, mit bebender Kehle und weit geöffnetem Schnabel. So nah und unerschrocken. Ganz still blieb ich, keine Bewegung ausführende, voller Freude. Der Hund war eher ungeduldig, der Winterkönig dann doch verschwunden. Aber eine wohltuende Begegnung. Genau wie heute morgen dieses Rotkehlchen. Was für eine Stimme.


Mit Blumen aus dem Garten bin ich doch eher geizig. Draussen blühen sie länger und bieten der Insekten Welt auch noch was. Und es summt und brummt trotz schlechtem Wetter. Hunger will trotzdem gestillt werden, die Natur schreitet voran.
Den kleinen Strauß aus Perlhyazinthen verlinke ich bei Holunderblütchen und den Samstagsplausch bei Karminrot.
Genießt das Wochenende trotz Aprillwetter
Der April
Der Regen klimpert mit einem Finger
die grüne Ostermelodie.
Das Jahr wird älter und täglich jünger.
O Widerspruch voll Harmonie!
Der Mond in seiner goldnen Jacke
versteckt sich hinter dem Wolken-Store.
Der Ärmste hat links eine dicke Backe
und kommt sich ein bisschen lächerlich vor.
Auch diesmal ist es dem März geglückt:
er hat ihn in den April geschickt.
Und schon hoppeln die Hasen,
mit Pinseln und Tuben
und schnuppernden Nasen,
aus Höhlen und Gruben
durch Gärten und Straßen
und über den Rasen
in Ställe und Stuben.
Dort legen sie Eier, als ob’s gar nichts wäre,
aus Nougat, Krokant und Marzipan.
Der Tapferste legt eine Bonbonniere,
er blickt dabei entschlossen ins Leere –
Bonbonnieren sind leichter gesagt als getan!
Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.
Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.
Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:
Hinterm Ofen, unterm Sofa,
in der Wanduhr, auf dem Gang,
hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,
in der Standuhr, auf dem Schrank.
Da kräht der Hahn den Morgen an!
Schwupp sind die Hasen verschwunden.
Ein Giebelfenster erglänzt im Gemäuer.
Am Gartentor lehnt und gähnt ein Mann.
Über die Hänge läuft grünes Feuer
die Büsche entlang und die Pappeln hinan.
Der Frühling, denkt er, kommt also auch heuer.
Er spürt nicht Wunder noch Abenteuer,
weil er sich nicht mehr wundern kann.
Liegt dort nicht ein kleiner Pinsel im Grase?
Auch das kommt dem Manne nicht seltsam vor.
Er merkt gar nicht, dass ihn der Osterhase
auf dem Heimweg verlor.
Erich Kästner
aus Kästner für Erwachsene (Jahreszeiten Zyklus)





































