Hallo Ihr Lieben
Mit einem Zitat möchte ich diesmal in diesen Artikel über ein besonderes Säugetier starten. Viele wissen vielleicht schon, dass dieser Satz aus und von „Dracula“ stammt. Und der kann sich doch in ein gruseliges Flugtier verwandeln. Manche Menschen empfinden dieses besondere Flugsäugetiere eben als gruselig und sogar ekelig. Ich finde sie aber einfach nur interessant und sogar schön.
Besonderheiten gibt es genug um die Fledermaus. Und vielleicht kann ich mit ein paar Vorurteile aufräumen. Lasst Euch überraschen:
Für die kleine (selten größer als 5cm und nur 3-4g) Größe haben die Fledermäuse, Microchiroptera (lat. Name), ein langes Leben. Normalerweise gilt: klein = kurzes Leben, groß = langes Leben. Bis zu 30 Jahre werden Fledermäuse alt.


Die kleinen und großen Fledermäuse sind immer wieder in Verruf geraten, auch beim Ausbruch von Sars, Ebola und Marburg. Tatsache ist, dass die Immunabwehr von Fledermäusen besonders gut funktioniert. Im Gegenzug rüsten die Viren dann auch weiter hoch, was aber trotzdem den Fledermäusen weniger ausmacht! Das Immunsystem anderer Lebewesen ist nicht so gut, wenn der Virus überspringt. Diese Art der Abwehr ist gleichzeitig aber auch Ziel von Forschern. Da wir im Normalfall gar keinen Kontakt mit Fledermäusen haben, (entscheidend ist da enger Kontakt mit Speichel oder Blut) ist dies kein Problem. Die Flattertiere sind schließlich hinter Insekten her, in der Luft. Solltet Ihr tatsächlich mal eine Fledermaus (verletzt oder in Zimmer verirrt) finden, nehmt einen Handschuh, bei Angst beißen sie vielleicht. Alle 25 Fledermaus Arten in Deutschland sind geschützt!
Sie sind tagsüber in Höhlen, Erdlöchern, alten Gemäuern und vielleicht auch in einem Fledermaus Kasten. Dort hängen Sie über Kopf, sich gut mit den Krallen an den Füßen, bzw Flügeln, festhalten. An dem Bein/Flügel ist nämlich eine Sehne, die eine extra Kralle „bedient“. Sobald die Fledermaus sich festkrallt, hakt sich diese ein und die Fledermaus hängt ganz automatisch und ohne Kraftaufwand, auch im Schlaf und sogar im Tod. ihre Füße sind auch anatomisch anders herum und dadurch können sie sofort bei Gefahr starten.
Jedes andere Lebewesen, welches zu lange über Kopf hängt, würde sterben, Kreislaufkollaps. Ihr Blutkreislauf ist aber perfekt dafür ausgerichtet. So an der Decke hängend, sind sie gut gegen Feinde geschützt und wärmen sich dabei oft gegenseitig. Außerdem wird der Platz gut ausgenutzt. Eine besonders gut ausgenutzte ökologische Nische.
Von noch einer Besonderheit habt Ihr sicher auch schon gehört: dem Ultraschall. Aber Fledermäuse nutzen Geräusche (welche wir meistens ja nicht hören) nicht nur dazu, Ihr Fressen zu finden. Viele von Euch wissen, dass der zurückgeworfene Schall den Fledermäusen aufzeigt, wo das Insekt durch die Luft fliegt und erjagd werden kann. Man hat herausgefunden, dass sie auch Mimikry (vor allem das sogenannte Batessche Mimikry) verwenden. Das ist nichts anderes, als das sie Geräusche von gefährlichen oder auch giftigen Tierarten nachahmen. Damit verjagen, bzw schrecken sie Fressfeinde ab. Ihr kennt das sicher von Insekten, welche diese Abschreckung über visuelle Irreführungen machen. Da werden Stechinsekten nachgeahmt oder harmlose Larven verkleiden sich als giftige Tiere. Unglaubliche Fähigkeiten also: mit den Ohren sehen, mit den Händen fliegen, Kopf über schlafen und Fremdsprachen sprechen. Es sind übrigens die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Die Flughaut wird sogar so genutzt, daß mehr Insekten gefangen werden können. So 1000 Insekten werden jede Nacht vertilgt. Dabei auch viele Mücken, wenn das Mal kein Grund ist sie zu schützen, vielleicht mit einem Fledermauskasten? Fledermäuse sind leider stark bedroht. Vor dem Winterschlaf fressen sich die Winzlinge bis zu 30% des Körpergewichtes an. Sie wickeln sich in die Flügel ein und reduzieren Herzschlag und Atmung und wie gesagt, zu mehreren ist es wärmer. Vorher wird sich aber noch gepaart. Denn die Fledermaus hat noch eine weitere Besonderheit, die Eiruhe. Das heißt nur, daß das befruchtete Ei (ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen) sich nicht sofort entwickelt. Beim Reh gibt es das auch. Nach dem Winter dauert die Tragezeit von normalerweise einem Kind etwa 40 – 70 Tagen. Das Nahrungsangebot ist da entscheidend. Die Mütter finden sich zu großen Wochenstuben zusammen. Wer hätte gedacht, daß diese Tiere so fürsorglich sind. Sechs bis acht Wochen werden die Jungtiere gesäugt, bis sie von ihren Müttern die Jagd lernen.
Ein wenig über den Tellerrand mag ich noch schauen:
Drei bis fünf Gramm wiegt zB die Bambus Fledermaus, welche in Gruppen in Bambusstängeln schläft. Aber die kleinste ihrer Art ist (neben einer Spitzmaus, die aber ohne Flügel 😉) die Hummel Fledermaus oder auch Schweinsnase Fledermaus. In den 1970er Jahren erst in Westthailand entdeckt, schlafen sie in großen Gruppen in Kalksteinhöhlen. Beide Arten sind bedroht. Bambus wird verstärkt abgeholzt, die Kalksteinhöhlen werden für die Düngerproduktion ausgebeutet, Tourismus und Räucherstäbchen, die in Höhlen gerne abgebrannt werden, stören die Population. Die Winzling sind vom Aussterben bedroht. Die größte Fledermaus ist in Australien beheimatet und wird wegen ihrer grau-weißen Fellfärbung Gespenstfledermaus genannt. Hundertdreißig bis zweihundertzwanzig Gramm wiegt sie. Sie gelten als sehr scheu und ziehen sich seid der Zersiedlung des Landes immer mehr zurück. Sie leben nicht nur von Insekten, auch kleine Tiere stehen auf dem Speiseplan. Ursprünglich im ganzen Land heimisch, leben sie fast nur noch im Norden des Landes. Natürlich gibt es auch Fledermäuse welche tatsächlich Säugetiere beißen und das Blut auflecken. Vampierfledermäuse werden als Unterfamilie geführt und leben nur auf dem amerikanischen Kontinent, (und keine schafft es ein Tier auszusagen).
Das war ein sehr lange Artikel, Danke, daß Ihr durchgehalten habt. Vielleicht sehr Ihr diese genialen Tiere nicht mehr nur als Gruseltiere, oder als Wiedererkennungssymbol für die Comicfigur Batman. Der Infoteil war schneller zusammengetragen, der Kreativpart nicht. Und ich habe ja Mitte des Monats noch den Bloghopbeitrag bei Ulrikes Bloghop, natürlich wieder Halloween. Da mag ich auch noch Anleihen zu den flatterhaften Gesellen nehmen, die Ihr vielleicht nicht mehr ganz so gruselig findet?
„FliederFladerFlerdermaus“ mein Mann sagt das gern)
Verlinkt bei dieZitronenfalterin































