Wippsteerts stürmische Ecken

Draussen stürmt es ordentlich. Die grossen Pfützen sind schon alle vom Wind getrocknet worden. Zwischendrin schaute die Sonne mal raus und wir sind schnell mit dem Troll gegangen, der mag nämlich keinen Regen, genau wie wir.

Und dieses Wetter ist doch prima geeignet, um zu backen:

Mandelgebäck oder Cantuccini, ein Rezept aus Oberitalien. Wie Zwieback wird das Gebäck zwei mal gebacken.

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Ich gebe Euch mal das Rezept, das ich aus einem tollen Weihnachtsbuch habe:20151118_120304…auch wenn es ja noch etwas mit der Adventszeit dauert…

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nach dem ersten Backvorgang

Zutaten:

50g Butter, 250g Zucker, 2 Eier, 1 El Vanillezucker, Schale von 2 Bio Zitronen -frisch gerieben- 250g Weizenmehl und 180-200g ganze ungeschälte Mandeln (Backpapier)

Also: Die Butter sollte weich sein und wird dann mit dem Zucker zusammen schaumig gerührt, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Die Eier werden dann unter gründlichem Rühren einzeln dazu gegeben. Ich lasse übrigens das Vanillezucker immer weg, ich schmecke keinen Unterschied, es kommt ja schon recht viel Zucker in den Teig. Dafür kommt eine Prise Salz bei mir hinzu. Die Zitronenschale reibe ich immer frisch ab, das Aroma ist so viel intensiver als bei dem getrockneten Granulat, welches man kauft. Und alles danach riecht so wunderbar nach Zitrone! Alleine deswegen mache ich dieses Mandelgebäck so gerne! Die geriebene Schale nun in dem Teig unterrühren und nach und Nach das Mehl dazu und die Mandeln. (Es gibt halt nur im Winter wirklich gute Bio Zitronen). Der Teig wird jetzt sehr zäh und Eure Küchenmaschine muss schon ein wenig kämpfen. Aus dem Teig formt Ihr nun zwei Stränge, (Ihr könnt das Backpapier auch als Hilfe dafür nehmen,) die nun erst mal kühl 30 min ruhen sollten, z.B. im Kühlschrank. (Ich habe nie Platz im Kühlschrank, daher steht das Blech einfach im kühlen Keller für ca. 1 Std.) Der Ofen wird auf 175°C vorgeheizt und das Blech wird auf die untere Schiene geschoben, wo die Stränge ca. 30 min backen, so dass sie leicht goldbraun werden. Danach lasst Ihr sie abkühlen und nun benötigt Ihr ein scharfes, grosses Messer. Die Stränge werden in ca. 1 cm. breite Streifen geschnitten und nur ein scharfes Messer geht da auch gut durch die Mandeln.

Das Blech mit den durchgeschnittenen Stücken wird nun noch mal in den Ofen geschoben, ca 20-30 min. bei 175°C , bis die Kekse braun und trocken sind.

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Ach, ich backe immer das 3-fache Rezept!

Ahhh, bestes Gebäck „ever“ zum Dippen in Kaffee! Und dazu ein gute Buch gemütlich auf dem Sofa. So kann man auch den windigen Novembertag aushalten, oder? 20151118_130104 (1)Ich habe mir den letzen Roman von Terry Pratchett, *Die Krone des Schäfers* gekauft. Ja, leider sein letzter, denn dieser wunderbare Autor ist leider dieses Jahr nach längerer Krankheit verstorben. Vor allen Dingen seine Scheibenweltromane werden mir und meiner Familie fehlen. Mein lieber Mann kauft Pratchett immer im englischen Original und hat es schon mit Wehmut gelesen, ich habe mir dann noch mal die Übersetzung geholt. Wer Wortwitz, klug durchdachte, oftmals komische Fantasy mag, sollte unbedingt mal etwas von diesem Autor lesen. Und mit dem Alter wurden seine Bücher immer weiser und manchmal böser, meines Erachtens besser. Missstände und/oder was Pratchett bewegte, alles wurde klug eingewoben. So erwischen einen manchmal die Geschichten in Herz und Hirn und wo man kurz vorher noch laut gelacht hat, man nun zum Nachdenken gebracht wird. Nun wird es keinen Karotte mehr geben, keinen Detritus, keine Angus und natürlich auch Ihren Anführer Sam Vimes in Ankh-Morporks „City Watch“ mehr geben. (Das sind übrigens ein menschlicher Zwerg, eine Werwölfin und ein Troll, ihr Anführer ein knurriger Kautz, Pratchetts Version von Multikulti).

Tja, das Star Wars Fieber geht auch an mir nicht vorbei und ich gestehe, ich freue mich auf den neuen Film im Dezember. Von K. Hearne  habe ich schon die im Deutschen erschienen Eisen-Druiden Bücher mit Genuss und Spannung gelesen und den 1. Band höre ich gerade noch mal als Hörbuch. (Ein alter keltischer Druide in unserer Zeit, versteckt in den USA). Daher konnte ich dem Luke Skywalker Buch nicht widerstehen. (Es gibt ja solche und solche Bücher aus diesem Franchise). Nun, ich werde bestimmt berichten…

Habt einen schönen Tag!

Wippsteerts November Ecken

Hallo Ihr Lieben,

draußen ist es stürmisch und regnerisch. Richtiger November halt, wir waren ja auch hier verwöhnt worden. Mit den letzen Blumen konnte man noch mal etwas Farbe in `s Haus holen. Meine große, rote Dahlie hat jetzt erst vor wenigen Tagen richtig angefangen zu blühen.

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Nun ist die Zeit für deftige Gerichte gekommen. Gestern bin ich wegen Vollkornbrot im Bio Laden gewesen und konnte nicht an der Rübe und den bunten Möhren vorbei gehen. Da Bio Möhren einfach besser schmecken, als die *normalen*, habe ich zugeschlagen. Nun werden sie zusammen mit einer Petersilienwurzel, einer Pastinake, etwas Kürbiskernöl zum Schmortopf. Noch etwas Brühe und Ahornsirup, Pfeffer – Perfekt. Vielleicht gibt es ja diesen Nachtisch:

Aus den ersten Quitten habe ich etwas Quittengelee und ein Blech Quittenbrot gemach. In vielen Rezepten für Quittenbrot steht ja reiner Zucker als Zugabe und dann alles eindicken lassen. Ich nehme immer Gelierzucker und stelle den Ofen einmal zu Anfang auf mindestens 170°C, so dass das Geliermittel richtig erhitzt wird. Vorher habe ich die Quitten abgerieben, zerteilt -ohne das Kerngehäuse zu zerteilen- gekocht und abgeseiht. Die Quittenmasse kommt in die Flotte Lotte. Dann lass ich das Mus bei ca 50°C einige Zeit im Ofen. Immer mal wieder öffne ich die Backofenklappe und lasse die feuchtere Hitze ab.

Wenn Ihr seht, dass die Masse fest wird, lasst sie auskühlen über Nacht. Dann in Stücke schneiden und genießen. Durch den Zucker ist die Leckere lange haltbar.

Quitten werden ja mittlerweile wiederentdeckt und so finden sich viele Rezepte in Zeitungen und Büchern.

Habt einen schönen Tag!

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Birnenquitte
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Quittenbrot

Wippsteerts bunte Küchenecken

Hallo!

Eigentlich geht doch fast nichts über gute Schokolade, oder? Ich habe einen Brownie für dass letzte Wochenende gebacken und möchte Euch hier das Rezept verraten, welches keine grosse Kunst darstellt:

250g Butter, 250g Mehl, 60g guten Backkakao, 1 Tl Backpulver, 300g Zartbitter- und Vollmilchschokolade,(je nach Vorliebe), 5 Eier, 200g – 250g braunen Rohrzucker, (wenn Ihr die Mini Marshmallows dazu tut, lasst mind. 50g Zucker weg,) Salz, quadratische Springform 24x24cm, etwas Fett bzw. Backpapier für die Form, Ofen auf 175°C vorheizen.

Butter und Schokolade schmelzen. Eier, Zucker und eine grosse Priese Salz dickcremig aufschlagen, Butter- und Schokoladenmischung unterheben und dann den Mehlmix dazu, kurz einrühren und die Marshmallows dazu, ein paar als Deko verwahren.

Ich lege die Form immer mit Backpapier aus, welches ich an den Ecken einschneide, so dass es gut einpasst. dann kann ich auch den Kuchen nach dem Abkühlen aus der Form nehmen, da ich keine Springform habe. Darein fülle ich den Teig und stelle die Form auf die mittlere Schiene in den Ofen, ca. 35 min., damit er noch schön saftig bleibt. Wer die Deko noch auf dem Kuchen haben will, sollte die Marshmallows kurz zum Schluss drüber streuen.

Übrigens schmeckt es auch lecker, wenn Ihr statt Marshmallows etwas Erdnussbutter in den Teig einarbeitet, oder getrocknete Cranberries. Nach dem Abkühlen muss der Kuchen dann auf einem Teller oder Brett in kleine Stücke geschnitten werden, er ist sehr mächtig.

Dann möchte ich Euch die Mispel kurz vorstellen. Nein, wer da gleich an den Druiden von Asterix denkt, ist auf dem Holzweg. Die Mispel hat nicht viel mit der Mistel zu tun, außer vielleicht, dass beides alte Früchte sind, denen Heilwirkung nachgesagt wird und schon die Römer kultivierten diese kleinen Bäume. Die Frucht lindert Magen- und Darmleiden, wirkt dort entzündungshemmend, harntreibend und fördert die Verdauung. Die Mispel gehörte zur Landgüterordnung Karls des Grossen und stand früher oft in Klostergärten.

www.kloster-amelungsborn.de
http://www.kloster-amelungsborn.de

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Sie ist auch ein Rosengewächs und vielleicht kennt Ihr eher die Quitte, ihre grosse Schwester. Die kleinen Früchte sollten aber erst einmal im Herbst etwas Frost abbekommen haben, dann sind sie weich und können zu Marmelade verarbeitet werden. Wer keinen Frost abwarten will, lagert die Früchte etwas länger, dann werden sie auch genießbar. Mispeln werden auch in Wein oder Säften verarbeite. Ich habe gestern meinen ersten Versuch gestartet und sie mit Äpfeln zusammen zu einer Marmelade verarbeitet. Da in den Früchten neben vielen Vitaminen auch Pektin und Gerbsäure ist, gelingen die Marmeladen recht gut. Nach dem Kochen im Dampfgarer hab ich alles durch die flotte Lotte gedreht und dann mit der üblichen Menge Gelierzucker und einem kleinen Schuss Zitronensaft aufgekocht und umgefüllt.

Und wie Ihr seht, hab ich mir gleich heute Morgen schon ein dick bestrichenes Brot gemacht. Leider sind in den kleinen Früchten grosse Kerne und es gibt wenig Marmelade. Aber diese ist dann so fein aromatisch, dass sie unbedingt jetzt jedes Jahr gemacht werden will. Wer noch nie eine Mispel gerochen oder geschmeckt hat, es erinnert sehr an Quitte, aber der Geschmack und auch Geruch ist feiner. Vielleicht findet Ihr dieses Wildobst ja irgendwo.

Wippsteerts bunte Ecken

Guten Morgen! IMG_8300

Seid wir den Hund haben, geh ich morgens mit meiner Familie aus dem Haus, denn der Troll will ja Bewegung haben! Und so früh am Tag ist es im Moment wunderbar. Ich sehe so viele verschiedene Vögel: Grünspecht, Zaunkönige, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Nilgänse ganz nah. Ich bewundere den rüttelnden Turmfalken direkt über mir und die schlauen Rabenkrähen, die hinter mir die Nüsse aus grosser Höhe auf den Teerweg fallen lassen. Buch- und andere Finken, sowie Spatzen finden sich zu Gruppen zusammen und fliegen vor mir von einem Busch zum nächsten. Auf dem ersten Grün des Wintergetreides stehen noch ein paar Kiebitze. Die grossen Taubenschwärme stürzen sich auf den abgeernteten Maisfeldern auf die verlorenen Körner, Schwärme von verschiedenen Rabenvögeln tun es ihnen gleich. IMG_8302 (3) IMG_8301 (1)Natürlich ist um einen herum auch die letze Farbenpracht des Herbstes. Es gibt so viele Frühlingsgedichte, viel weniger über den Herbst, ist mir heute morgen beim strammen Marschieren in den Sinn gekommen. Dabei ist es wunderschön anzusehen, wie die Natur sich vor der Ruhe des Winters noch einmal aufbäumt und mit aller Pracht von warmen Farben erstrahlt. Manchmal scheint die Morgensonne so intensiv auf die bunten Herbstbäume, dass es wie Feuer aussieht. Dann gibt es Morgende, da legt sich ein Schleier Nebel über alles. IMG_8306 (2) Bis jetzt hatte ich das Glück, dass es kaum geregnet hat, wenn ich raus bin. Und dieses Wochenende soll es noch mal richtig schön werden. Wir werden, nach den ersten, sehr kalten Oktobertagen, noch mal verwöhnt.

Geniesst die restlichen goldenen Oktobertage! Nehmt die Wärme der Natur auf und mit in den November und Winter. So wie es schon die kleine Maus in dem Bilderbuch Frederick von Leo Lionni getan hat. Ein schönes Wochenende Euch allen.

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PS. Wer die Bilderbücher von Leo Lionie noch nicht kennt, dem lege ich sie hiermit sehr an `s Herz. Ich habe sie schon als Kind vorgelesen bekommen und immer wieder angesehen, meine Kinder kennen sie und hoffentlich werden meine Enkel sie auch noch kennen lernen, so zeitlos und schön sind sie. (Swimmy, Das kleine Blau und das kleine Gelb, Cornelius, Das grösste Haus der Welt, Tillie und die Mauer, …)

Wippsteerts Äpfelchen

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In meinem kleine Apfel      Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

  1. In meinem kleinen Apfel, da sieht es lustig aus: es sind darin fünf Stübchen, grad wie in einem Haus.
  2. In jedem Stübchen wohnen zwei Kerlchen schwarz und fein, die liegen drin und träumen vom lieben Sonnenschein.
  3. Sie träumen auch noch weiter gar einen schönen Traum, wie sie einst werden hängen am schönsten Weihnachtsbaum.

So schrieb Mozart schon das kleine Kinderlied über den Apfel. Über kaum ein anderes Obst gibt es so viel Bilder, Geschichten und Verwendungen. Wie man sieht, beschäftigt mich der Apfel in der Küche zZt. auch sehr, ganz zu schweigen vom Bratapfel, Apfelkuchen, Saft, Bratapfellikör, Apfelringen, ….

An apple a day keeps the doctor away

Bleibt gesund!