Hallo Ihr Lieben.
Ja, diese Überschrift ist wörtlich zu nehmen. Mittwochs, beim Beobachten der Vögel im Garten, saß eine Blaumeise im Rosenbusch neben dem Haus. Genau schaute sie in alle Richtungen, dazu ruckte das kleine Köpfchen immer wieder hin und her. (Vögel können ja die Augen nicht bewegen, also ruckt der Kopf hin und her.)

Schon vorher hatte es große Aufregung im Garten gegeben. Erst waren immer nur drei junge Amselweibchen (erkennbar an dem leicht geflecktem Gefieder, etwas schmutzig aussehend) im Garten unterwegs. Sie jagten sich, ein Kampf um Reviere und damit überlebensnotwendiges Futter. Woher sollen sie auch wissen, dass ich immer wieder Futter rausgebe.

Zwischenzeitlich waren sichtbar sechs Amseln auf der kleinen Fläche. Sie kämpfen bei dem Frost um die Äpfel, die ich ihnen überall im Garten hingeworfen habe. Unerlässlich für sie, da es gerade kein Wasser gibt (und hier liegt auch kein Schnee). Weil es gerade trocken ist und auch erst mal so bleibt, habe ich zusätzlich zu den Futterstellen Haferflocken auf die Terrasse gestreut. Gerade die meistgejagten Vögelchen können so schnell etwas aufpicken. Wie erschöpfend dieser Kampf um s Revier ist, sieht man zwischenzeitlich einer Amsel an, als sie sich auf der Bank am Haus niederlässt, etwas außer Sicht gerade und dann so richtig zusammensackt. Aufgeplustert und mit geschlossenen Augen sammelt sie etwas Kraft, um dann schnell wieder Haferflocken zu picken.
Ein Rotkehlchen wagt sich an die Futterstellen. Es ist ja immer schon ein mutiger kleiner Vogel gewesen. Immer wieder sehr ich einen spatzenähnlichen, kleinen Vogel und freue mich sehr: Heckenbraunellchen! Ihr müsst wissen, eigentlich sind Heckenbraunellen Zugvögel, immer häufiger bleiben sie aber im Winter hier. Wie man an dem spitzen Schnabel erkennen kann, sind sie Insektenfresser. Die findet man nun kaum, da muss es schon mal Vogelfutter sein. Auch ein Buchfink findet sich ein. Die Kohlmeisen waren schon vor den Amseln da. Es dämmert. Zeit sich vor dem Nachtfrost ein schützendes Plätzchen zu suchen.
Die winzige Blaumeise flattert vor dem Fenster. Dann ist sie verschwunden. Zufällig fällt mein Blick auf die Fensterbank: Vogelschiss. Sie wird doch nicht…? Ich gehe auf die Terrasse und zu der Stelle. Leider müssen wir im Frühling etwas am Verputz machen, die Isolierung gibt zum Fensterrahmen hin einen Spalt frei. Das hat die Blaumeise entdeckt und huscht nun, durch mich gestört, davon. Breit grinsend gehe ich wieder ins Haus. “ Unser Haus hat eine Meise“, sage ich meiner Familie. (Mein Schatz findet das nach der Erklärung erst gar nicht so gut, aber just können wir nichts machen und es ist nur ein warmer Schlafplatz für eine kleine Meise. Nur brüten lassen, werden wir sie dort nicht.)
Übrigens, auch im Winter erfüllen diese Vogelhäuschen eine wichtige Funktion: als schützender Schlafplatz, nicht nur für Vögel. Wenn Ihr also noch ein Vogelhäuschen im Keller habt, hängt es raus. Ich habe gerade noch eines gekauft, obwohl ich weiß, dass im Garten genug hängen. Ihr wisst schon, von wegen Revier.
Und denkt bei der Kälte an die gefiederten Freunde. Platz für eine kleine Futterstelle ist fast überall. Achtet darauf, dass Katzen nicht daran kommen und die Vögel freie Flugbahn haben, sich vorher noch nach Möglichkeit setzen können. Kontrolliert das Futter täglich. Als es letztens so viel geregnet hat, ist es leider immer nass geworden. Etwas Sonnenblumenkerne, ein paar Haferflocken, einen Meisenknödel und einen Apfel, fertig ist der Festschmaus. Und Ihr habt einen Logenplatz beim Beobachten.
Ps. Leider kein Foto vom findigen, kleinen Vögelchen mit dem blauen Mützchen, da war es schon zu dunkel.
Verlinkt beim Naturdonnerstag





























