Kreide auf /aus Rügen

Hallo Ihr Lieben.

Verspätet zeige ich Euch noch ein wenig von Rügen.

Die weißen Kreideküsten von Rügen sind ja so etwas, wie das Markenzeichen von Rügen. Schon Caspar David Friederich malte sie. (Hier sei zu erwähnen, dass er wohl erstens dabei viel künstlerische Freiheit einfließen ließ, als auch zweitens die Felsen sich jedes Jahr durch Abbrüche veränderten und verändern.)

Nationalpark Jasmund Kreideklippen

Bei Sagard/Gummanz gibt es einen alten Kreidebruch, der zu einem Museum gestaltet wurde. Wenn wir an Kreide denken, kommt uns ganz oft die Schulkreide in den Sinn. Die wurde auch hier hergestellt. Kreide wird aber in so viel mehr Produkten verarbeitet, auch heute noch. In dem kleinen, vereinsgeführten Museum, wartet eine Ausstellung von alten Geräten, Verwendungsmöglichkeiten (die Chemie hat den Sohn sehr interessiert,) woraus die Kreide entstanden ist und natürlich das alte, renaturierte Gebiet des Abbaugebietes. Sehr schön die ganzen Versteinerungen und Funde beim Gang durch die fossile Entstehungsgeschichte.

Zwischen den weißen Ablagerungen schauen immer wieder die Feuerstein heraus. Diese waren ebenfalls ein begehrtes Gut, ohne sie konnten die alten Steinschloßgewehre nicht abgefeuert werden.

Auch heute noch wird Kreide für Filter, Medizin, Kosmetik, Farbe, Kunststoff, Porzellan und Dünger gebraucht. Leider kann man zZt nicht die Gruppenführungen durch den alten Kreidebruch samt Eimer und Spitzhacke/Gesteinshammer machen und dabei vielleicht besondere Versteinerungen entdecken. Aber auch so hat uns das kleine, liebevolle Museum und der Außenbereich mit Aussicht sehr gefallen.

Model

Die Zeit, in der die Kreide und die Feuersteine entstanden, ist erdgeschichtlich gesehen, der jüngste Abschnitt des Erdmittelalters. Der große Superkontinent Pangäa war erst kurz zuvor, etwa vor 150 Millionen Jahren, auseinandergebrochen. Dort, wo heute Rügen liegt, erstreckte sich ein flaches Schelfmeer, das im Norden von Schweden und im Süden durch die Alpen, welche sich gerade erst aufgefaltet hatten, begrenzt wurde. Einzellige Kalkalgen von ca. 0,01 mm Größe gab es in diesem Meer in großen Mengen, welche Skelette aus Kalk bildeten. Übrigens gibt es solche Algen auch heute noch in den Meeren. Zusammen mit anderen Krebstieren und Wirbeltieren sanken diese Algen nach dem Tode zu Boden und bildeten Schichten von Kalkschlamm. Sie verdichteten sich durch Überlagerungen zu dem aus fast reinem Kalziumkarbonat bestehenden Gestein. Und so entstanden vor 70 Millonen Jahren dieses kleinen Wunder.

Vielleicht sehr Ihr jetzt die Kreide, die Ihr zum Schreiben in der Hand haltet, mit anderen Augen. Verlinkt beim Naturdonnerstag.

16 Gedanken zu “Kreide auf /aus Rügen

  1. Ich war noch nie an der Ostsee, spare ich mir für im Alter auf hoffentlich gibt es dann die Weissen Felsen noch. Auch wenn ich nicht mit Kreide schreibe so denkt man doch anders wenn man so ein Produkt in der Hand hält, wenn man weiss von wo es ist.
    L G Pia

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  2. Hallo Nina,
    ich war tatsächlich noch nie auf Rügen, aber immerhin schon mal auf Usedom 😉 Nord- und Ostsee sind dummerweise von Frankfurt viiiel zu weit weg. Und besonders meinen Mann hat es immer in den Süden gezogen (und tut es immer noch). Rügen ist bestimmt sehr schön. Vielleicht komme ich ja doch nochmal dorthin.
    Herzliche Grüße – Elke (Mainzauber)

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    1. Ich würde es Dir sehr wünschen. Tatsächlich beobachten wir sehr viele Leute, die von noch weiter südlich kommen. Wenn man etwas mehr südlichen Flair haben möchte, sollte man den Strand von Hiddensee unbedingt besuchen. Kein Wunder, dass es dort so viele Künstler hinzog.
      Liebe Grüße
      Nina

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  3. Rügen ist sehr schön und oft im Fernsehen gesehen. Interessantes hast du gezeigt und erklärt!
    Dort Hin kommen werde ich nicht mehr. Aber ich lebe an der Nordsee, da bin ich froh drüber!
    Lieben Gruss Elke

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  4. noch kurz vor unserer eigenen reise: wunderbare kreideküste!! das erste foto zeigt es sehr eindrucksvoll! das museum kannte ich nicht, aber wenn wir nochmal dorthin fahren, werden wir es besuchen und dann hoffentlich auch wieder eine führung machen können!!
    ganz verliebt bin ich in all dein tolles meeresgetier mit schönen strandfunden!
    liebe grüße
    mano

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    1. Ach, eine wunderbare Reise wünsch ich Euch! Für die Exkursion muss man sich nur anmelden, es werden die „Austräger“ gesammelt. Warum so etwas an der frischen Luft und mit wirklich viel Abstandsmöglichkeit nicht erlaubt ist, verstanden weder wir noch das Museum.
      Ganz liebe Grüße
      Nina

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  5. Auf Rügen war ich noch nie, nur auf der hübschen Halbinsel Usedom, liebe Nina. Aber Deine Bilder versprechen Wind & Wetter und wunderbares Meeres(zeit)wissen. So schön sind Deine Stempel wieder.. hachz! Nina, hab‘ herzlichen Dank für Deine süße Sommerpost. Wie lieb von Dir an mich zu denken. Und dieses Reh hast Du wirklich gesehen? Es muss ein magischer Moment gewesen sein. Danke für Deine lieben Worte und für Deine schöne Stempelkunst. Ich sag’s ja – magisch!! Alles Liebe, Nicole

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    1. In einer etwas anderen Situation habe ich das erlebt mit dem Reh. Freut mich, dass die Extapost noch angekommen ist, ich hatte da diesmal (eigene) Hindernisse 🙂 Rügen ist wunderschön, Usedom sicher auch – da war ich noch nie 🙂 Ach, ja, Hauptsache Meer!
      Habt ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüsse,
      Nina

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