Putbus auf Rügen

Hallo Ihr Lieben.

An einem regnerischen Tag unserer Ferien auf Rügen sind wir in Richtung Möchgut gefahren, um uns die jüngste Stadt der grossen Insel anzusehen: Putbus.

Fürst Wilhelm Malte I. gründete 1810 diese Stadt sozusagen am Reißbrett, eine Planstadt im klassizistischen Architekturstiel. Stadt, Park und Schloss sollten zueinander passen. Nun, dass Schloss wurde 1964 gesprengt, die wunderschönen weißen Häuser, die strahlenförmig von der Mitte aus gehend gebaut wurden, stehen heute unter Denkmalschutz und haben der Stadt den Namen „Weiße Stadt auf Rügen“ eingebracht. Da überall vor den Häusern wunderschöne Rosenstöcke stehen, wird die Stadt auch „Rosenstadt“ genannt. Die Rosen werden ehrenamtlich gepflegt.

Die Häuser sollten vor allen Dingen Handwerker und Kaufleute anlocken. An vielen Häusern ist noch eine Plakette angebracht, auf der steht, für wen das Haus ursprünglich gedacht war.

Uhrmacher und Juwelier

Aber besonders beeindruckt hat uns der wunderschöne Park. Trotz Regen ließen wir es uns nicht nehmen, unter grossen alten Bäumen zu laufen, zu erkunden, wo das alte Schloss gestanden hatte, dort auf den Schloßteich zu blicken und über wirklich beeindruckende Mammutbäume zu staunen, die wir auch zu dritt nicht umfassen konnten.

Mammutbäume gehören zu der Gattung der Koniferen und sind ein Zypressengewächs. Sie werden manchmal auch Sequoia genannt, hergeleitet von ihrem botanischen Namen Sequoiadendron. Riesenmammutbäume sind auch lebende Fossilien, es sind Urzeitbäume, deren Versteinerungen man gefunden hat und die auch heute noch 1500-3000 Jahre alt werden können.

In Nordamerika wurden zu Zeiten des Goldrausches ganze Wälder dieses Riesen gefällt und verarbeitet. Wenn man unter diesem Riesen steht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass man den fällen kann, allein wenn man daran denkt, wie alt der Baum dann schon ist. Die Rinde fühlte sich übrigens ganz weich an und war vollgesogen mit Wasser. Sie scheint unverwüstlich zu sein. Mammutbaumzapfen öffnen sich nämlich erst nach einem Waldbrand, der dem alten Baum natürlich keinen Schaden zufügt, für seine Samen aber Platz und Nährstoffe gebracht hat.

Ursprünglich dachte man, dieser Baum wäre ein „Baum der Zukunft“, der den Klimawandel überlebt, ein Baum, der Dürreperioden (in den USA, wo er beheimatet ist) gut übersteht. Doch durch den Klimawandel hat sich wohl ein Borkenkäfer dort eingefunden, der viele Bäume befallen hat und sie dadurch abgestorben sind.

Neben diesen uralten amerikanischen Riesen habe ich hier noch zwei „typisch deutsche“ Bäume für Euch: Richteichen

an Richtplätzen wurden früher zwei Eichen gepflanzt
hier flitzte übrigens ein Hase, von einem Hund aufgeschreckt, einmal quer rüber
Orangerie ? (mit Ofen) heute aber für einen Flohmarkt geöffnet

Ich hoffe, Ihr hattet ebenfalls einen schönen, kleinen Rundgang. Wir sind von hier aus noch zum Kreidemuseum gefahren, davon aber ein anderes Mal mehr.

Verlinkt bei der Baumsammlung von Astrid und dem Naturdonnerstag von Jutta

12 Gedanken zu “Putbus auf Rügen

  1. Danke fürs Verlinken! Vom Borkenkäferbefall bei Mammutbäumen habe ich bislang noch nichts gehört, au weia, man darf halt das Ökosystem nicht durcheinander bringen…. Die Eichen sind bizarr.
    Und nebenbei habe ich dann nch was über Putbus erfahren….
    Gute Nacht!
    Astrid

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    1. Na ja, fast jeder Baum hat seinen Käfer ☺
      Als ich ein wenig über diesen unglaublichen Baum nachgelesen hab, erfuhr ich davon. In Amerika ist man schwer am überlegen, was man tun kann.
      Die wunderbaren uralten Eichen habe ich eigentlich nicht richtig gut fotografiert. Die waren noch viel beeindruckender.
      Liebe Grüße zurück
      Nina

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  2. von putbus kannte ich nur fotos , war sehr beeindruckt von diesem ort und wollte ihn unbedingt mal ansehen. als wir auf rügen waren, war ich allerdings sehr enttäuscht – zu viele autos zerstörten den gesamteindruck. aber richtig toll ist der ort ja auch von oben fotografiert. die luftaufnahmen sind nach wie vor beeindruckend. allerdings wusste ich damals nicht, dass es dort einen so schönen park gibt, den haben wir leider nicht besucht. die eichen finde ich wunderbar, dein durchblickfotos ist richtig toll. dass sogar die mammutbäume angreifbar sind, hätte ich auch nicht gedacht. danke für den schönen ausflug!
    liebe grüße
    mano

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    1. Oh, ich glaube es hat sich einiges getan, viele der „weissen Häuser“ waren frisch renoviert. Ein Anwohner, selber in so einem denkmal geschützten Haus wohnen, hat uns erzählt, dass sich die Stadt und Initiativen sehr bemühen. Autos sind leider nicht nur dort viel unterwegs. (wir waren ja auch damit dort hin gefahren)
      Den Park haben wir sogar nur zur Hälfte begangen, es gibt wohl auch ein Wild gehege. Sehr im englischen Stil mit all den grossen Bäumen, wunderbar. Den „von oben Blick“ kenne ich auch nur von Fotos.
      Herzliche Grüße zurück
      Nina

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  3. Die alte Orangerie fesselt mich sehr, liebe Nina. Mit diesem alten Ofen und dem heilen Schornstein.. hachz! Einen riesigen Mamutbaum haben wir ganz in der Nähe stehen. Er war schon riesig als ich im Kindergarten war. Jetzt wegen Laga sind noch weitere gepflanzt worden und auch diese sind schon ordentlich gewachsen. Danke für den schönen Ausflug! So kommt man wenigsten virtuell mal vor die Haustür ;)) Alles Liebe, Nicole (und danke für die Geburtstagsgrüße – gebe ich gerne weiter!)

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    1. Ja, nicht, Giganten, selbst wenn sie noch jung sind, diese Bäume. Ich werde noch ein wenig mehr zeigen, auch wenn wir C19 bedingt natürlich sehr viel mehr geschaut haben, was wir machen.
      Der Architekturstil hat mir auch sehr gefallen in P.
      Danke für den Buchtipp (denke ist einer), schaue gleich mal.
      Liebste Grüße
      Nina

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