Handwerkermarkt in Gingst

Hallo

Wie versprochen bringe ich noch mal eine paar Eindrücke von Rügen.

Wir hatten Glück, gleich zu Beginn des Urlaubes war in Gingst der grosse Handwerkermarkt, nicht nur im Museumsteil, sondern auch im Ortskern.

Keramik, Töpferwaren, Eis zum selber zusammenstellen, Blaudruck, Bogenbau, Weberei und Buchbinderei, Schnitzerei, Filz,…

Im Museumsteil konnte man sich wieder mit feinen Kuchen und deftigen Malzeiten, sowie Bioeinkäufen eindecken:

Ach, so eine getöpferte Tasse habe ich mir als Erinnerung mitgebracht, aber der Kaffee schmeckte vor Ort einfach viel besser. Das Museumskaffee in Gingst ist nun mal etwas Besonders und mit besonders netten Leuten!

Habt eine schöne Zeit, erinnert Euch an besondere Tage, wenn Ihr mal nicht so gut drauf seid und nehmt Euch ein Erinnerungsteil im Kopf oder ein Souvenir, dann geht es gleich etwas besser!

Mutter Holunder

Hallo!

Es ist ja schon fast zu spät sie zu ernten. Holunderbeeren. In der Zeit unseres Urlaubs haben sich die Vögel drüber her gemacht. Sei ihnen von Herzen gegönnt. Denn um einiges an Saft für eine *Fliederbeersuppe* zusammen zu bekommen, müsste ich mindestens 750g Holunder – Flieder – beeren sammeln und kochend entsaften.

Ihr wundert Euch vielleicht über den Namen, aber im Norddeutschen werden die Holunderbeeren Fliederbeeren genannt, die Suppe manchmal auch Knicksuppe, da der Holunderstrauch früher ja oft auf den kleinen *Knicks* stand, die an ein Haus angrenzten.

Hier nun das Rezept, das ich aber mit gekauftem Holunderbeerensaft machen werde:

750g Holunderbeeren, 2 Gewürznelken, unbehandelte Zitronenschalenabrieb, 250g saure Äpfel, 2 El Zitronensaft und 30 g Speisestärke, 150g Zucker

Holunderbeeren putzen und abstreifen, 1 l Wasser mit Gewürzen, 100g Zucker und Zitronenschale zum Kochen bringen. Beeren 30 min leise darin kochen.

Derweil Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden. 1/4 l Wasser mit restlichem Zucker und Zitronensaft zum Kochen bringen, Apfelspalten Drain knapp gar kochen.

Und die Beeren durch ein Sieb geben und durchstreichen. Speisestärke mit etwas Suppe binden. Die Äpfel werden kurz vor dem Servieren in die Suppe gegeben. Wer mag, kann die süsse Suppe mit Grießklößchen servieren.

Holunder ist eine sehr alte Heilpflanze. Das Wort Holunder stammt von dem althochdeutschen Wort Holuntar (Holun = hohl, heilig, günstig, gnädig) ab. Tar kommt von Baum oder Strauch. Schon bei den Kelten bedeutete der Strauch die Unendlichkeit des Lebens. Auch die Namensähnlichkeit von Holda, die Muttergöttin aus der germanischen Mythologie, ist nicht zufällig. Der Name Holda (auch Holla oder Hohe, in Grimms Märchen: Frau Holle) bedeutet die Strahlende. Holda wurde als Hausgöttin verehrt. Jeder Garten oder Hof hatte einen Holunderstrauch, dass Holz wurde auch im Mittelalter nicht verbrannt.

Tatsache ist, dass sowohl die Blüten, als auch der Saft der gekochten Beeren, (roh sind sie giftig,) die Abwehrkräfte stärken und bei Erkältungen helfen.

DORFSTILLE

Holunderduft liegt auf der Dorfesgasse –
die Hüttenfenster gleißen sonnenbunt.
Die Büsche schatten breit – es fliegen blasse
und volle Blüten schwebend hin im Rund.

Die Kirche ragt im goldengrünen Dämmern
der Linden, die sie überdrängen breit.
Nur aus verlorner Ferne dringt ein Hämmern,
als sei‘ s der Herzschlag dieser Einsamkeit…

Sonst alles klangtot! und die Mittagstille
liegt wie mit erz‘ nen Flügeln überm Land –
ich glaube fast, man hört es, wenn die Hülle
der Blätterknospen sprengt ihr bräunlich Band…

Ich glaube fast, man hört es, wenn im Neste
die Schwalbe sich im Mittagsschlafe regt,
und wenn ein Bienlein durch die Lindenäste
die Würze tropfend aus den Blüten trägt…

 Alberta von Puttkamer 

 

noch mal Lesefutter

Grüsse Euch!

Mit kälteren Temperaturen (ja, es war gestern so ekelig und kühl draussen,) zieht bei mir das Gefühl ein, es mir häufiger auf dem Sofa gemütlich zu machen. Da lauern so viele Bücher auf meinem Stapel (und natürlich schaue ich auch etwas mehr Fernsehen, ich muss dann immer aufpassen, dass ich meinen Hintern auch zwischendrin hoch bekomme).

Im Urlaub habe ich mir einen Roman in Gingst in unserer Lieblingsbuchhandlung geholt. „Ein Fleck im Meer“. Zwei Freunde, die zusammen ein Fischerboot betreiben, geraten auf See in eine Ausnahmesituation, einer der beiden geht unbemerkt nachts über Bord. Ein Tatsachenroman. Außerdem habe ich noch in der Bücherei den Titel „Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen“ vorgemerkt. Und von meinem Mann steht da noch Jack Londons Reisebeschreibung: „Die Reise mit der Snark“. Er hatte sich diese wunderschöne Ausgabe vom mare Verlag letzen Jahr gekauft und sehr viel geschmunzelt, als er es gelesen hat. Wir haben uns immer wieder über Teile des Buches unterhalten und diskutiert, denn es gibt auch zeitlose, kritische Themen in dem Buch. (Ich hatte mir damals von Sir A. C. Doyle: „Heute drei mal ins Polarmeer gefallen“ in gleicher Aufmachung gekauft.)

Ihr merkt schon, ganz schön viel Meer. Aber mir fehlt es auch sehr.

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Aber dazwischen landet auch mal was Anderes. Von Jim Butcher z.B. der erste Band seiner Fantasy Reihe „Codex Alera“, bis jetzt kenne ich ja eigentlich nur die urban fantasy Reihe um den Magier Harry Dresden von ihm.

Ausserdem habe ich Michel Plessix noch mal aus dem Regal gezogen. Der Wind in den Weiden,… *Moment!* werdet Ihr da denken, dies schrieb doch Kenneth Graham. Ja, Ihr habt ja auch recht, aber es gibt eine wunderschöne Comicadaption von Michel Plessix, der Ratte, Maulwurf, Dachs und natürlich Kröterich eine lebendige Zeichenwelt gab. Vorher hatte ich „Die Göttin mit den Jadeaugen“ und die Reihe um den Reporter „Julian B.“ gelesen, für die M. Plessix als Zeichner verantwortlich war. Leider verstarb der Künstler am 21. August in Saint-Malot, seiner Heimatstadt, überraschend an einem Herzinfarkt.

Den Blog Müllerinnen Art kennen sicher einige, die gerne kreativ sind. Nun kommt ein Buch von M. Müller am 11. des Monats heraus, über Drucken und Bücher selber machen. Da bin ich sehr gespannt drauf! bunte bücher müllerinen art

Und dann erscheint „Guardian of the Galaxy Vol. 2“ auf DVD. Der Soundtrack hat uns im Sommer sehr oft begleitet und bei dem ein oder anderen Lied musste man immer wieder schmunzeln, (und sogar laut mitsingen,) weil man an eine bestimmte Stelle im Film gedacht hat. Ja, ich mag Popcorn Kino!

Ach, wir werden sehen, was uns alles noch so auf s Tischchen flattert.

Habt eine schöne Zeit!

Sommerherbst

Hallo zusammen!

Wie schnell doch alles gehen kann. Die Ferienzeit auf Rügen ist vorbei und die grossen Ferien der Kinder ebenfalls. Die heissen Sommertage, die wir noch hatten, enden mit einem Temperatursturz und viel Regen. Herbstzeit!?

Über Rügen werde ich noch berichten. Zeit zum Lesen hatte ich, leider nur viel zu wenig. Irgendwas war immer. Ich habe nur ein Buch geschafft, aus der „Chronik des eisernen Druiden“ den Titel „Gejagd“. Sehr spannend und von dieser Reihe einer der besten Titel von Kevin Hearne. Atticus (Titelheld und keltischer, sehr alter Druide), hat sich beim Abschluss der Ausbildung seiner Druidenschülerin, den Unmut Olympischer Götter zugezogen und wird nun von zwei Jagdgöttinen durch Europa gehetzt. Nicht genug damit, haben andere Götter nun auf den Ausgang dieser Jagd gewettet, Loki ist hinter ihm und seiner Schülerin her und auch im Kreise der eigenen keltischen Götter gibt es wohl einen, der den Druiden Steine in den Weg legt. Ausserdem trägt Atticus schwer daran, dass die Morrigan sich im Kampf gegen die Jagdgöttinen geopfert hat, um den Druiden einen Vorsprung zu geben. Wer spannende Unterhaltung, bzw „urban fantasy“ mag, ist mit diesem Titel gut beraten, auch ohne die Vorgänger kennen zu müssen.51PMKqFaiDL._SY346_

Heute habe ich die Birnen, die wir auf Rügen gepflück haben, (und gar nicht alle so schnell Essen können), entkernt und klein geschnitten. Dann kommen sie in den Ofen zum dörren, später können Trockenfrüchte z.B. dem Müsli zugegeben werden. Ob ihr dabei Schale dran lasst, ist Euch überlassen, gesünder ist natürlich mit…20170831_105737Irgendwie war das perfekt zum düsteren, letzten Tag des Sommermonats August. Gestern noch sonnig, tropisch, schwühl und heute mindestens 10 C weniger mit reichlich Regen.

Das Dörren geht recht einfach, bei niedriger Temperatur schiebt Ihr das kleingeschnitten Obst oder auch Gemüse in den Ofen. Damit Feuchtigkeit entweichen kann, kommt zwischendurch ein Holzkochlöffel in die Ofentür. Der Ofen wird auf 80 Grad Umluft eingestellt. Wenn Ihr das Obst oder Gemüse waschen müsst, sollte es trocken getupft werden. Wer einen Kaminofen hat kann auch Apfelscheiben entkernt auf Holzstäbchen darüber trocknen. Eine zügige Trocknung ist wichtig, damit sich kein Schimmel bilden kann. Äpfel und Birnen brauchen mindestens vier Stunden.

Viel Spass beim Konservieren des Sommers.

Ich freue mich schon darauf, Beiträge über Rügen zu bringen, so verlängere ich noch Sommer und Urlaub. Und wir sind uns vielleicht einig, es gibt doch einfach zu wenig Meer in unserem Leben!

Macht es Euch gemütlich!

 

Nur ein Moment

Ein blaues Aufblitzen des wilden Rittersporn auf der Wiese, ein Sonnenstrahl am Strand,

der den Bernstein im Sand wie flüssiges Gold Blitzen lässt.

Sonne und Wind, welche Farben im Kieferwäldchen

aufblitzen lassen und imposante Wolken Bilder malen!

Momente die man versucht einzufangen. Bilder, die man für die Zeit nach dem Urlaub konservieren möchte. Die besten davon halte ich, mitsamt Geräusch und Geruch, im Kopfe fest.

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