Wippsteerts bunte Ecken

Guten Morgen! IMG_8300

Seid wir den Hund haben, geh ich morgens mit meiner Familie aus dem Haus, denn der Troll will ja Bewegung haben! Und so früh am Tag ist es im Moment wunderbar. Ich sehe so viele verschiedene Vögel: Grünspecht, Zaunkönige, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Nilgänse ganz nah. Ich bewundere den rüttelnden Turmfalken direkt über mir und die schlauen Rabenkrähen, die hinter mir die Nüsse aus grosser Höhe auf den Teerweg fallen lassen. Buch- und andere Finken, sowie Spatzen finden sich zu Gruppen zusammen und fliegen vor mir von einem Busch zum nächsten. Auf dem ersten Grün des Wintergetreides stehen noch ein paar Kiebitze. Die grossen Taubenschwärme stürzen sich auf den abgeernteten Maisfeldern auf die verlorenen Körner, Schwärme von verschiedenen Rabenvögeln tun es ihnen gleich. IMG_8302 (3) IMG_8301 (1)Natürlich ist um einen herum auch die letze Farbenpracht des Herbstes. Es gibt so viele Frühlingsgedichte, viel weniger über den Herbst, ist mir heute morgen beim strammen Marschieren in den Sinn gekommen. Dabei ist es wunderschön anzusehen, wie die Natur sich vor der Ruhe des Winters noch einmal aufbäumt und mit aller Pracht von warmen Farben erstrahlt. Manchmal scheint die Morgensonne so intensiv auf die bunten Herbstbäume, dass es wie Feuer aussieht. Dann gibt es Morgende, da legt sich ein Schleier Nebel über alles. IMG_8306 (2) Bis jetzt hatte ich das Glück, dass es kaum geregnet hat, wenn ich raus bin. Und dieses Wochenende soll es noch mal richtig schön werden. Wir werden, nach den ersten, sehr kalten Oktobertagen, noch mal verwöhnt.

Geniesst die restlichen goldenen Oktobertage! Nehmt die Wärme der Natur auf und mit in den November und Winter. So wie es schon die kleine Maus in dem Bilderbuch Frederick von Leo Lionni getan hat. Ein schönes Wochenende Euch allen.

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PS. Wer die Bilderbücher von Leo Lionie noch nicht kennt, dem lege ich sie hiermit sehr an `s Herz. Ich habe sie schon als Kind vorgelesen bekommen und immer wieder angesehen, meine Kinder kennen sie und hoffentlich werden meine Enkel sie auch noch kennen lernen, so zeitlos und schön sind sie. (Swimmy, Das kleine Blau und das kleine Gelb, Cornelius, Das grösste Haus der Welt, Tillie und die Mauer, …)

Wippsteerts Neues

Endlich komme ich mal wieder dazu hier zu schreiben. In den Ferien haben wir Familienzuwachs bekommen.

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Aus dem Tierheim hier ist Strolch/Troll, eine noch etwas ängstlicher aber sehr liebenswerter Hund zu uns gekommen. Das Kennenlernen auf Spaziergängen vorher hat einige Zeit in Anspruch genommen. Dann in den Herbstferien selber ist er hier eingezogen und bereichert unser Leben sehr. Leider habe ich mir aber auch in der Zeit einen ordentlichen Infekt zugezogen, bekam kaum noch ein Wort raus, Hals und Nebenhöhlen entzündet… so das ich sogar Antibiotikum nehmen musste. Da half kein Hausmittelchen mehr, leider. Das war für ihn in der Anfangsphase nicht so schön.

Nun geh ich aber so viel mehr raus und trotz des schlechten Wetters erfreue ich mich am Herbst und seinen Farben. Auf der Fensterbank tummeln sich nun die vielen Töpfe, die sonst auf der Terrasse  stehen, denn hier gab es erste leichte Fröste.

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Die ersten Schlehen haben mir morgens schon einen kleinen Energieschub gegeben. Richtig gut schmecken diese Beeren ja nicht, sauer und bitter, mehr Kern als Frucht, aber voller Vitamine. Diese Früchte sollen ja einmal kurz Frost abbekommen haben, bevor man sie pflückt und z.B. Likör daraus macht. Also muss unser kleiner „Troll“ demnächst mal auf mich warten, wenn ich mich recke und strecke, um an die kleinen blauen Beeren zu kommen, statt weiter mit ihm flott zu gehen. Auch andere Früchte aus Wald und Flur mag ich pflücken.

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Speierling

Dafür habe ich heute Speierling aufheben können, zusammen mit ein paar Äpfel. Da dieser Baum was Besonderes ist, möchte ich hier noch ein wenig davon erzählen:

Er war Baum des Jahres 1993 und hat damit wirklich auch viel Aufmerksamkeit bekommen, was dem Bestand dann in den Folgejahren auch gut getan hat. Denn da dieser Baum kaum noch in Deutschland zu finden ist, kennt ihn kaum jemand. Der Speierling gehört auch zur Familie der Rosengewächse und benötigt ein wärmeres Klima.

Sorbus domestica_0         Dieses alte Bild habe ich auf der Internetseite holzwurm-page.de gefunden.

Der Baum bevorzugt trockene und nährstoffreiche Böden und findet sich z.B. in Weinbaugebieten. Seine borkige Rinde ähnelt der Eiche und die gefiederten Blätter sehen der Eberesche ähnlich. Die kleinen Früchte sehen wir kleine Birnen aus. Reife Speierlingfrüchte sind schon weich und werden für Marmeladen, Gelees, Mus, Wein, Schnaps und Essig verwendet. Besonders der Schnaps und der Essig ist sehr hochwertig und teuer. Die Früchte wirken klärend und haltbar machend bei der Apfelsaftherstellung. Ihre medizinische Wirkung war schon im Mittelalter bekannt, die Gerbsäure wirkt(e) gegen Durchfall und Ruhr. Das Holz ist sehr begehrt, denn es ist das schwerste unter den heimischen Hölzern und trotzdem ist es elastisch. Im Instrumentenbau, bei der Werkzeugherstellung oder auch beim Bau von Webrahmen wurde und wird es gebraucht. In Deutschland ist der Baum geschützt, der Bestand ist sehr klein. Selten wird mal ein Baum in Frankreich z.B. gefällt. Leider ist die Vermehrung des Baumes, den schon die alten Griechen und Römer kultivierten, nicht ganz einfach und erfolgt über Stecklinge oder Samen. Die Samen müssen aus der reifen Frucht gewaschen werden, dann benötigen sie unbedingt den Winter als Vorbereitung, bevor sie in Töpfe gesetzt werden. Diese schwierige Nachzucht sorgte sicher auch dafür, dass der Speierling nicht mehr viel angepflanzt wurde, zumal der Baum auch lichtere Wälder bevorzugt. Er passte nicht so recht in die Forstwirtschaft. Aber dies hat sich Gott sei Dank wieder gewandelt. So wurde ich z.B. durch meine Mutter darauf aufmerksam, die wiederum von ihrem Bruder mehr über den Baum erfuhr. Er versucht diesen Baum in seinem Wald Raum zu geben und pflanzt ihn im Sauerland an.

Ich werde jetzt mal mit den paar Früchten und einigen Äpfeln Mus machen, mal sehen, wie das schmeckt. Leider hat sich der Troll so erschreckt, als ich mal vorsichtig den Baum schütteln wollte, dass ich das dem kleinen Hundeherz nicht weiter antun wollte. Ich schreibe Euch, wie es so geworden ist. Übrigens findet Ihr bestimmt die Mehlbeere in eurer Umgebung, da sie häufiger als Park- oder Strassenstrauch gepflanzt wurde/wird. Sie ist eng verwand mit Speierling und Eberesche. Ihre Verwendung ist ganz ähnlich, das Fruchtfleisch aber mehliger.

Meelbeere
Mehlbeere

Habt einen wunderschönen Oktober.

Scarborough und noch mal York

YorkshireIMG_8135IMG_8136Von Edinburgh aus ging es nun weiter nach Süden. Unsere letzen Urlaubstage brachen an und wir fuhren wieder nach Yorkshire. Vielleicht kennt noch der ein oder andere „Der Doktor und das liebe Vieh“ als TV-Serie oder auch die Bücher von James Herriot. Sie hatten mich schon als Teenager neugierig auf diesen Landstrich gemach. Auf dem Hinweg  schliefen wir ja schon in einem Hostel in York. Nun sollte unsere letze Station in einem Hostel in Scarborough, einem Küstenort in Yorkshire, sein. IMG_8142Ohne Hilfe hätten wir diese kleine Strasse, die parallel zur Hafenstrasse ging, wohl nicht gefunden. IMG_8145Hier seht Ihr die Hafenstrasse. Es ist ein einziges Amüsierviertel mit Fressbuden, Spielhallen und vielen Menschen. Englische Familien stürmen in den Ferien gern hier her um möglichst viel *Spass* zu haben, wie es scheint. Uns hat es total abgeschreckt. Hätten wir das Hostel nicht schon gebucht und bezahlt, wir wären wieder weitergefahren. Gott sei Dank entdeckten wir dann aber auch die schönen und ruhigen Flecken dieses alten Küsten- und Kurortes. IMG_8153IMG_8144Allgegenwärtig hier die vielen Möven, die auch keine Angst mehr zeigen, selbst wenn man wirklich nah an sie herantritt.IMG_815420150814_075710In „Heidi`s coffee house“ in der Queen Street fanden wir nicht nur leckeren Kaffee, Kuchen, Suppe, Sandwiches, unsere Lieblingslimo und Atmosphäre, sondern auch eine deutsch sprechende Dame. Das Ehepaar, das uns am ersten Tag bediente, half der Tochter aus. Sie stammte aus Hamburg und nutze die Gelegenheit, ihr Deutsch etwas „aufzufrischen“. Er servierte uns seine selbst gebackenen Brownies und man kam auch in`s Gespräch. Es wurde für die kurze Zeit unser „Stammkaffee“. IMG_8148 (1) IMG_8146 IMG_8162 Sobald man etwas weiter den Stand lang lief, wurde es ruhiger. IMG_8164 IMG_8160 Hunde gab es sehr viel am Strand. Eine Frau führte ein ganzes Rudel während der Ebbe aus, welches munter durcheinander sprang und auch mit anderen Hunden wurde eifrig gerannt und gespielt. Unter Steinen mit Wasserprielen suchten Kinder mit Käschern und Händen nach kleinen Krebsen. Beeindruckend war die alte Sandsteinmauer, die aus Steinen und natürlichen Felsen als Schutz gegen die Wellen gebaut worden war. Natürlich wurde sie immer wieder ausgebessert, dadurch ergaben sich die unterschiedlichen Muster. IMG_8159

IMG_8172Bei Flut brechen sich die Wellen dann an den Mauern.IMG_8151Mutige wagen sich in das kalte Atlantikwasser und die Wellen. Sogar unsere Söhne haben sich da reingestürzt und hatten viel Spass. Aber Sonne und Regen wechselten sich hier sehr schnell ab und der Wind fegte uns um die Ohren. Wir waren schnell durchgefroren.

IMG_8201IMG_8203Eine echte Kuriosität stand auf dem Rückweg im Hafenbereich und man konnte eine Rundtour mit diesem alten Bus machen. Ja, wer genau auf das erste Foto schaut, erkennt, dass dieser Bus mit einem Kohlenfeuer angetrieben wird. Aber wir waren nass und durchgefroren. IMG_8204Unser letzter Tag, der uns wieder in Richtung Fähre bringen würde, war angebrochen und wir machten noch mal einen Abstecher nach York. Ein weiteres Mal gingen wir durch die kürzeste Gasse der Stadt. Achtet mal auf die Hausnummern: 1A und 1 1/2 der Whip-Ma-Whop-Ma-Gate. IMG_8206IMG_7365Ein letzter Besuch noch mal im Treasurer`s House, ein letztes Mal unsere Lieblingslimo und Scones mit Tee.IMG_8205Leider mussten wir nun weiterfahren. IMG_8212Ein kleines Abschiedsgeschenk an der Fähre gab es noch, diesen alten Rolls Royce. der von allen bewundert wurde.20150814_080705Mit diesen mitgebrachten Tassen erinnern wir uns nun ab und zu an unseren Urlaub. Ich hoffe, es hat Euch auch ein wenig Spass gemacht, meine Fotos und Texte dazu zu lesen. Ward Ihr vielleicht auch schon dort, oder wollt Ihr vielleicht noch dort hin, habt Ihr Fragen?

Wippsteerts leckere Gartenecke

zitronenblüte 2

Ist die Frühlingszeit nicht wunderbar? Ja, wir haben immer noch Frühling, auch wenn es sich anfühlt wie Sommer und mein Garten ausgedörrt ist und nach Wasser schreit. Aber ich bin da ein Wassersparer. Es gibt nur wohldosierte Wasserspenden per Gießkanne. Dafür brauch ich im Moment den Rasen nicht zu mähen, nur vereinzelt sind die Halme so lang, dass sie eigentlich gekürzt werden müssten. Dafür fühlt sich mein kleinen Zitronenbäumchen super wohl und blüht fleissig. Eine grosse Zitrone hat sich schon gebildet und das wo ich doch leider Schildläuse an der Pflanze habe. Sie wird gedüngt und gegossen und ich schabe die lästigen Schädlinge mit dem Fingernagel immer wieder ab. Es ist mir wohl bewusst, dass ich sie so wohl nicht los werde. Also bin ich auf der Suche nach einer möglichst sanften Gegenmaßnahme. (Wenn jemand eine kennt, ich bin offen für Alles.)

Abgesehen davon ist jetzt höchste Zeit Kräuter zu pflücken. Der Salbei blüht schon fleissig und die Hummeln freuen sich über die schönen, violetten Honigspender. Den Holunder haben wir schon vor einigen Tagen gepflückt um Sirup zu machen. Aber auch ein Vorrat getrockneter Blüten landet bei mir immer in den Blechdosen.  Holunderblüten fördern die Abwehrkräfte bei Erkältungskrankheiten und wirken schweißtreibend. Sie verringern Wasseransammlungen und fördern die Nierentätigkeit und lindern somit auch Gicht. Schon bei den alten Germanen wohnte im Holunder die Göttin Holla, (als Erdgöttin auch Hel genannt). Heute ist sie besser bekannt als Frau Holle aus den Märchen der Gebrüder Grimm. Sie verkörperte die Muttergöttin: lies es regnen,wenn sie Ihre Schleier wäscht. Wenn sie Ihr Haar kämmte, schien die Sonne und Schnee fiel, wenn sie die Betten ausschüttelte. Kochte sie, hüllte Nebel die Welt ein. Schäfchenwolken stammten manchmal aus ihrer grossen Schafherde.  Wahrlich hold zeigte sich die Göttin, wenn in den Spinnstuben ihre Gebote eingehalten wurden, sie war auch die Herrin der Spinnerinnen. Mit weißen Erntedankgaben und einem *Hola-drio* stimmten die Menschen die Göttin im Altweibersommer gütig und sah man am nächsten Tag die Spinnweben im Frühtau, so wusste man, die Göttin hat sich die Speisen geholt und graues Haar bei Ihrem Rückzug in die Erde verloren. Jede Einfriedung besaß einen Holunder, in dem die schützenden, guten Geister wohnten. Geschnitten werden durfte das Holz, wenn überhaupt, nur von Frauen. Niemals durfte der Strauch ganz geschlagen werden und das Holz wurde nicht verbrannt. Ich mag diese Geschichten um den Holunderstrauch. Neben Frau Holle gibt es auch ein schönes Märchen von Hans Christian Andersen, Mutter Holunder.

Ich liebe den Duft in meiner Küche, wenn ich aus den Dolden durch das Zitronenwasser die Aromen und Wirkstoffe rausziehe. meine Kinder helfen immer gern beim Pflücken, denn der Sirup steht immer für sie im Kühlschrank bereit. hollersirup1 2hollerküchlein 2

Und auf einem Tablett trockne ich für Kräutertee weitere Blüten. Wer im Winter gegen Erkältung  Kräutertee trinkt, sollte diese Blüten untermischen, sie mildern den herben Geschmack von Salbei und Thymian und sind, wie oben beschrieben, heilfördernd.

Schon meine Oma machte mit den frischen Dolden, die man vorsichtig abklopfte, denn auch Insekten lieben die Nektar reichen Blüten, Pfannekuchen, meine Mutter zeigte es mir dann später wieder. Dieses Jahr versuchte sich mein Ältester erstmals daran. Er hat es mit Dinkel Vollkornmehl , Eiern, Milch und etwas Holunderblütensirup gemacht und wir waren viel zu schnell satt.

Wünsche frohes Sammeln