Schwertransporter

Hallo Ihr Lieben.

Und sie fliegt doch.

Physikalisch unmöglich? Wenn man sich ihren großen Körper, ihre Proportionen ansieht, werden Fragen aufgeworfen. Und der Text der Überschrift war lange ein „wissenschaftlicher Ausspruch“ . Es ist auch der Buchtitel von Dave Gouldon, der über diese Bienen ein viel gelesenes Buch geschrieben hat. (Selbiges konnte ich mir jetzt auch aus der Bücherei ausleihen, aber da dort Serverumzug ist, ist die Onleihe oft offline und es fließt noch nicht mit in den Beitrag, ich bin zu wenig zum Lesen gekommen)

Die meisten ahnen es schon, um wen es heute gehen wird. Großer Körper, kleine Flügel…?

Hummeln

lateinische Bezeichnung Bombus = Brummen/Surren

Und ja, Hummeln gehören in die große Bienenfamilie (Apiformes).

Immer und immer wieder fotografiere ich diese dicken Brummer. Und wisst Ihr, dass bei diesen Fotos noch die Lieblingsfarbe der Hummeln fehlt: Blau

Hab ich aber auch anzubieten

Als Kind hatte ich eine Schallplatte, eine LP mit der Geschichte: “ Der kleine dicke Zauberer“. Ja, diese Geschichte hat mit diesem Beitrag zu tun. Und ja, ich habe leidenschaftlich gern Schallplatten gehört. Zur Geschichte. Der Zauberer will der beste sein und Gold gilt es zu zaubern. Er ist ehrgeizig und gemein, drangsaliert seinen fleißigen Gehilfen. Das Ende vom Lied: der kleine, dicke Zauberer wird verzaubert: in eine kleine, dicke Hummel. Immer, wenn wir im Garten meiner Mutter eine dieser großen Hummeln gesehen haben, war dies der bewußte „kleine, dicke Zauberer“.  Noch heute betitel ich besonders die Königinnen im Frühjahr als „kleiner dicker Zauberer“. (Natürlich weiß ich, dass sie keine Zauberer sind)

Nun aber zum Portrait und ich konzentriere mich dabei auf Erd- und Gartenhummel, eben weil sie in der Erde nisten.

Sie gehören zu den Hautflüglern,  sind groß, schwarz und stark behaart (nur eine Glatze haben manche durch Abrieb am Eingang, alte Hummeln verlieren so auch über einen längeren Zeitraum überall Haare).

Erdhummeln haben einen gelben Streifen hinter dem Kopf, eine zweite, gelbe Binde ist auf dem Hinterleib. Das Körperende ist weiß behaart. Die Körpergröße variiert zwischen 11-23 cm.

Gartenhummel (Bombus hortorum): Die Königinnen der Gartenhummel erreichen eine Körperlänge von 17 bis 20 mm. Die seht Ihr im März wohl am häufigsten. Sie hat die kalte Jahreszeit in ihrem sicheren Quartier auch in Starre überwintert. Gartenhummeln besitzt ebenfalls gelbe Querbinden, sowie eine weiße Hose. Während die Erdhummel allerdings nur zwei breite goldgelbe Querstreifen an Nacken und Hinterleib besitzt, hat die Gartenhummel einen dritten, ebenfalls gelben Streifen am Brustbereich.

Die Erdhummeln, (Bombus terrestris, die dunkle Erdhummel), hat einen kürzeren Rüssel, die Gartenhummeln einen langen. (Das macht sie übrigens so wertvoll bei Blüten, deren Stempel tief liegt, bzw deren Blütenkelche lang sind und wo Bienen nicht heran kommen zum Befruchten)

Die Gartenhummel ist sowohl Nestbezieherin als auch Nestbauerin. Das heißt, sie nistet bevorzugt unterirdisch im Boden, häufig in verlassenen Mäusenestern, die sie bezieht. Aber sie baut auch Höhlen. Diese Löcher harken fleißige Gärtner*innen übrigens oft kaputt. Ich versuche die Einflughöhlen vorher ausfindig zu machen. Selten sucht sie auch oberirdisch in verlassenen Vogelnistkästen und sogar in Gartenhütten einen Nistort. Dort legt sie fleißig Eier zur Gründung eines neuen Staates. Denn außer der zukünftigen Königin überlebt das Volk den Winter nicht. Und sie sind keine Einzelgänger wie viele Wildbienen, eher gesellig.

Ins Sammelbüchlein gemalte brummende, mystische „Brummer“

Die „junge“ Königin kehrt wohl gern in bekannte Gefilde zurück. Ein meist unterirdischen Bau wird angelegt. Sie wird dann die Mutter der nächsten Königinnen. Eine Königin lebt bis zu 12 Monate, 8 davon in Winterruhe. Ihre Arbeiterinnen und Drohnen fliegen dagegen nur 3 – 4 Wochen. Etwa 50-120 Arbeiterinnen leben dann in dem Nest, was relativ klein ist. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass sie für ihre Pollen und Nektar sogar 2 km weit fliegen? Und sie sind nicht wählerisch, aber haben eben auch viel Konkurrenz (bis auf oben erwähnte lange Blüten, so sichern Löwenmäulchen und Luzerne ihr Überleben, wenn alle Nektar und Pollen im Sommer sammeln). Der Nektar und auch die Pollen werden in Taschen aus Wachs im Nest gelagert. Der Nachwuchs, welcher als Ei auf diese Wachstasche gelegt wurde, bedient sich selber nach dem Schlüpfen als Larve davon. Man nennt diese Mischung aus Pollen und Nektar „Bienenbrot“. In die Mitte der Eier ist von der Königin aus Wachs ein „Honigtopf“ aufgestellt worden, für alle. Auch sie selber bedient sich daraus, wenn sie z.B. die Eier wärmt und sich nicht viel fortbewegen sollte. Ein Nest wird um die Brutkammer aber auch mit einer wärmenden Schicht aus einer Wachs und Moos/Gras Mischung geschützt. Die alles umfassende Wachsschicht wird im Jahresverlauf immer wieder ausgebessert. Eine wichtige Rolle spielen Hummeln übrigens bei der Befruchtung der Obstblüten, die ja nun früh im Jahr ist. Sie sind oft viel früher unterwegs als Honigbienen. Frecherweise sparen sich Hummeln aber oft das Durchzwängen bei länglichen Blütenkelchen. Sie beißen die Blütenblätter dort durch, wo sie an den Nektar kommen. Sie holen zwölfmal mehr Nektar als Honigbienen und sie sammeln auch bewusst beides (Bienen nur eines von beiden).

Erdhummeln (es gibt die dunkle, häufigere und die helle) sind übrigens die größten Hummeln in Europa und früh dran im Jahr, wir sehen sie im Februar schon. Wußtet Ihr, dass die Erdhummeln sogar gezüchtet werden für Treibhäuser, vor allem für Tomaten. Wenn Ihr im Garten Tomaten anbaut oder Erbsen und Bohnen, achtet auf Hummeln. Übrigens verteilen Hummeln durch ihre Vibration die Pollen sehr effektiv.

Kein Wunder, dass wir uns fragen, wie diese großen Brummer überhaupt fliegen können! Physikalisch geht das doch gar nicht, heißt/hieß es!

Wichtig für ihre Flugfähigkeit ist z.B. die Muskulatur. Die Hummel hat eine effektive Brustmuskulatur. Diese ist stark genug, den großen Körper in die Luft zu heben und schnell voran zu bringen. Außerdem sind die Flügel mit einer durchsichtigen, stabilen und sehr flexiblen Membran über Adern bespannt, für einen kräftigen Auftriebsmittel für schnelle und weite Flüge. Die Aufteilung des Körpers ist wichtig. Trotz und auch gerade wegen des großen Hinterleibes ist die Stabilität perfekt. Ebenfalls wichtig ist ihre Flügelschlagfrequenz, eine Superkraft. Hummeln haben die Fähigkeit, ihre Flügel mit einer bemerkenswert hohen Schlagzahl zu bewegen, zwischen 200 und 240 Schlägen pro Sekunde. Das gibt immensen Auftrieb, vergleichbar mit einem Hubschrauber. Hummeln können ihre Flügeln flexibel anpassen, beugen. Dadurch können sie durch Blumengewirr manövrieren und sogar auf einer Stelle schweben.  Drei-, viermal so viele Bestäubungen wie Honigbienen schafft die Hummel dabei. Die Bewegung der Flügel erinnert an Achten. Ihr kennt auch noch ein anderes Insekt, einen Räuber, bei dem viele Leser*innen eher wissen, dass sie ähnlich dem Hubschrauber fliegen: Libellen. Dass Hummeln eine ganz ähnliche Technik haben, weiß kaum wer. Wissenschaftler im letzten Jahrhundert wunderten sich nur, dass die augenscheinlich vergleichsweise kurze Flügel, sie überhaupt tragen: Auftrieb und Schub durch Luftwirbel! In Wirklichkeit sind die Flügel nämlich größer als bei vielen anderen Insekten und auch die Membran flexibel. Hummelflügel sind eher dreieckig und wie oben erwähnt, sehr beweglich. In Wirklichkeit sind sie also sehr viel effektiver. Ein Zusammenspiel vieler cleverer Ideen der Natur. Das laute Summen sind übrigens die Brustmuskeln.

Und diese Muskeln sorgen auch für eine wärmende, gute Durchblutung. Daher sehen wir eben Hummeln so viel früher im Jahr oder in kalten Gebieten, in die sich andere Insekten viel seltenere, eher gar nicht verirren. Sie fliegen auch bei Regen und Schnee. Wenn die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, versorgen sie ersteinmal ihre direkt darauf dolgenden Schwestern. Dann erst gehen sie auf Nahrungssuche außerhalb. Ab jetzt kann die Königin und Mutter ihre Suchflüge einstellen und bleibt ihr Restleben im Bau. Daher sehen wir am Anfang des Jahres so viele große Hummeln und später viel mehr die kleineren.  Im Juli ändert sich alles dann wieder. Bis jetzt hat die Königin ein Pheromon produziert, welches dafür gesorgt hat, dass nur Arbeiterinnen geboren wurden. Nun stellt sie diese Abgabe ein und in den neu gelegten Eiern können mehrere hunderte Drohnen und etwa hundert neue Königinnen heranwachsen. Nach der Begattung verlassen sie das Nest für immer und im/bis zum September stirbt das alte Nest mit der alten Königin ab. Im Winter fahren die jungen Königinnen ihren Stoffwechsel so stark herunter, dass sie sogar eine gewisse Zeit unter Wasser überleben können.

Das Hummeln eher friedfertig sind, wissen viele. Männliche Hummeln, Drohnen, haben gar kein Stechorgan. Weibliche Tiere geben beim Stich weniger Gift ab als zB. Honigbienen und ihre Stacheln ohne Widerhaken bleiben auch nicht stecken. Vorher warnen diese Insekten aber, sie zeigen uns „das mittlere Beinchen“. Als letztes Mittel werfen sie sich laut brummend auf den Rücken und demonstrieren ihre Wehrhaftigkeit. Das allerletzte Mittel ist der Stich. Und ja, Hummeln können auch beißen. Dieses passiert, bevor die verängstigte Hummel sticht. Sie hält sich sozusagen mit den Beißwerkzeugen fest, um eine bessere Position zu bekommen. Wirklich hartnäckig werden sie eigentlich nur bei der Verteidigung/Zerstörung des Nestes.

Ihre Beinchen sind auch noch zu etwas Anderem gut. Jede Hummel hat dort ihren ganz eigenen Geruch und beim Bestäuben markiert sie so die Blüte als „bestäubt“.

Bei uns in Deutschland leben etwa 30 verschiedene Hummeln, einige bedroht, da sie  spezialisiert sind. Im Hochsommer fehlen oft die Blüten. Intensive Flächennutzung bedeutet oft, dass entsprechende Futterpflanzen fehlen. Früher gab es als Grundüngung Klee/Luzerne. Heute Kunstdünger. Jeder Gartenbesitzer kann etwas dagegen tun. Eine sonnige, eher „unaufgeräumte“ Ecke im Garten für ein Nest und heimische Blüten im Garten helfen. (Pflanzenschutzmittel und Klimawandel setzen ihnen auch sehr zu, mit Hitze kommen sie weniger klar, als mit Kälte) Das hilft mehr als diese kleinen Hummelkästen oder umgedrehte Blumentöpfe, denn das Natürliche ist doch immer besser.

Einen besonderen Platz nehmen die Arten der sogenannten Kuckuckshummeln ein. Es sind Sozialparasiten und legen Eier in fremde Nester. Das wollte ich nur erwähnen, denn die werden dann zB im Erdhummelnest mit groß.

So prägnante Insekten nehmen auch im Kulturkreis des Menschen einen besonderen Platz ein. Vom Glücksbringer über Hexen- und Teufelspersonifizierung reicht der Volksglauben weit. Hummeln, welche unter der Erde summen,  sind Todesboten. Aber auch der Glaube, dass das Auffinden eines Hummelnestes einen Schatzfund prognostiziert. Im Schwäbischen halten sie als böser Geist, der Vierkrankheiten verbreitete. Wenn man eine Hummel begrub, bekämpfte man diese. Nicht nur im Fränkischen gilt sie aber auch als Frühlingsbotin. Oder wenn keine Hummeln fliegen soll es regnen (dabei sind sie auch bei schlechtem Wetter unterwegs).

Vielleicht habt Ihr aber gerade auch eine Melodie im Kopf. Der russische Komponist Nikolai Rimski-Korsakow setzte ihrem lautmalerischen Flug ein musikalisches Denkmal. (Wie schnell die Streicher beim „Hummelflug“ immer spielen müssen, fand ich faszinierend)

Mit dem vorübergehenden Abschied der Hummeln für dieses Jahr hatte ich damit doch perfekte „verborgene Tiere“ für das Jahresprojekt. Nur, dass diese kleinen – großen Brummer eigentlich viel mehr Platz gebraucht hatten, als diesen Beitrag. (Aber da gibt es ja obriges Buch noch) Ich hatte etwas Mühe bei diesem Beitrag.

Verlinkt ist er jedenfalls wieder bei der Zitronenfalterin und auch beim neuen Magic Craft und Creativsalat und niwibo sucht Natur

Auch als Milchtütendruck gibt es eine Hummel

Augustrückblick

Hallo Ihr Lieben.

Och, der Monat August geht auch schon wieder vorbei? Der ging ja um wie nix. Also wird es wieder Zeit für einen kleinen Monatsrückblick bei Birgit.

Dieser Monat hatte sehr sommerlich – warme Tage. Die war man ja gar nicht mehr so gewohnt hier.

Natürlich begann der Monat mit dem Projektbeitrag, diesmal eine Tierart, die nicht hier heimisch ist. (Beim aktuellen hinke ich etwas hinterher, muss mich auf den Hosenboden setzen) Birnen, Äpfel und Gurken wurden eingemacht und den Kornellkirschen ein Beitrag gewidmet. Bei 12 von 12 habe ich Euch wieder mit durch den Tag genommen und verschiedenes Lesefutter vorgestellt. So manches hat es gar nicht bis in den Blog geschafft, (ich auch weniger zu Euch) denn vor allem der erste Teil des Monats war gut gefüllt. Es gab auch nicht so Schönes, das lassen wir mal weg. Aber der jüngere Sohn hat gut neu angefangen und sich eingelebt in seiner Ausbildung und Bude. Mit dem großen Sohn zusammen habe ich den Balkon wieder begehbar gemacht – hust*, er hat die meiste Arbeit mit dem Bitumen reparieren gemacht und ratz fatz die Holzplatten drauf gelegt. Er schlief dann dort auch gleich eine Nacht in der Hängematte. Das alte Holz ist unbehandelt und kann in den Ofen und ich habe angefangen, es zu zersägen (etwas mühsam mit der Stichsäge). Dann wurde zum Luchs einen Blogpost gebracht und Euch der neuen Linoldruck dazu gezeigt. Ein Projekt, welches schon lange in meinem Kopf schlummerte. Leinentrockentücher mit dem neuen, großen Motiv sind nun in meinem Markt zu erwerben (Werbung in eigener Sache sozusagen). Da wir in Schweden im Juni so leckeres Kardamomgebäck gegessen haben, war klar, dass ich die nachbacken würde und das Rezept und über die Fika Kultur schreiben wollte (etwas mehr zur Kaffeeklatsch* Tradition gibt es bei Ulrike , die auch Schuld ist, dass ich jetzt schon an Oktober denke 🎃.  Eine ganz wunderschöne Dokumentation über „Waldmenschen“,  Orang Utans habe ich gesehen. Wer Netfli*x hat, unbedingt schauen! (Keine Werbung).

Die Geschichte von Fuchs und Dachs ist auch weitererzählt und im Kopf spinne ich schon den Faden weiter. Den träumenden Jungfuchs, welcher zur Geschichte gemalt wurde, ist auch ganz ähnlich dann etwas später als Stempel entstanden. Manchmal bin ich da „im Fluss“. An dem frühen Nachmittag habe ich die 32°C nicht so mitbekommen, erst als ich aus der Konzentration des Malens aufgestanden bin, um mir Trinknachschub zu holen, habe ich die Hitze auf der Sudterrasse wahrgenommen.

geschnitzt, gedruckt, gemalt

Das Füchslein ist ein neues Kartenmotiv . Dieses habe ich mit Buntstiften ausgemalt. Ein kleines bisschen vom August ist noch übrig, bevor der meteorologische Herbst beginnt.

Aubergine oder Kastanie, das ist hier die Frage

Überraschung am Morgen: Seltene gefleckte Weinbergschnecken Hochzeit (im Garten)

Der baldige Herbst ist diese Woche, trotz Temperaturen über 30°C, allernorts zu sehen und zu spüren. Gehe ich morgens durch den Garten, bleiben viele Spinnenfaden an mir kleben, Altweiber Fäden. An den wenigen Trauben, die der Wein dieses Jahr gebracht hat, sitzen gern die Schmetterlinge und ein paar Wespen knabbern an den gerade reif werdenden Birnen. Wenn morgens der Wecker klingelt, dämmert es. Das Licht wird mir fehlen…

Einen guten Start Euch allen in den neuen Monat.

Verlinkt beim Monatsrückblick von Birgit, Samstagsplausch und Sonntagsschätzchen.

Fuchstraum

Hallo Ihr Lieben.

Jeder, der mit einem Haustier zusammen lebt, hat sich schon gefragt, wovon dieses denn träumt. Natürlich vermenschlichen wir schnell die Tierträume. Wir passen sie unseren Vorstellungen von Träumen und dem Verarbeiten unserer Erlebnisse an. Ich denke, genau wie bei uns werden wichtige Dinge vom Gehirn im Traum verarbeitet, so ähnlich wird es auch bei Tieren sein. Oh, was rennt unser alter Hund noch leise wuffend im Schlaf. Aber am Wochenende hat es heftig gewittert. Das mag er gar nicht und bestimmt kommt es nun auch mal im Traum vor. Aus seinen Reaktionen kann ich das aber nicht ableiten. Macht ja nichts, manchmal können wir dann doch der Fantasie freien Lauf lassen. Vielleicht habt Ihr Ideen. Kann das Füchslein möglicherweise fliegen? Es hat die Vögel beobachtet und fliegt jetzt über die Straße auf die andere Seite? Rennt es mit seinen Geschwistern um die Wette oder versucht einen Grashüpfer zu fangen? Möglicherweise fragt es sich aber auch, was für ein rundes Licht es in der Nacht am Himmel sieht.

Dream a little dream…

Vielleicht mögt Ihr die Frage nach dem Inhalt selber beantworten, Euern Fantasien sind keine Grenzen gesetzt.

Nachdem ich den Fuchs für die Geschichte gemalt habe, gefiel er mir von der Haltung so gut, dass ich ihn gleich auch noch geschnitzt, gestempelt und ausgemalt habe.

Verlinkt beim Creativsalat, Magic Craft

Sommer Erfahrungen bei Dachs und Fuchs

Hallo Ihr Lieben.

Wisst Ihr noch? Die Fuchs und Dachs Geschichte? Ich habe lange nicht weiter erzählt. „Hier“ das letzte Mal. Heute gibt es einen neuen Abschnitt.

Es ist Hochsommer. Die Getreidefelder sind goldgelb und verwandeln sich nach und nach durch die Ernte in Stoppelfelder. Über diesen kreisen viele, große Vögel, Raubvögel und Krähenvögel. Denn unverhofft sind die kleinen Nager, deren Zufluchten im Feld plötzlich ungeschützt ist, sehr viel einfacher zu fangen. Auch Würmer und Insekten Jagd lohnt Sicht gerade hier. Das ist auch die richtige Schule für unsere Welpenschar von Füchsen.

Die jungen Reinekes tummeln sich immer häufiger weiter weg vom Bau. Damit sie lernen, immer mehr selber für sich zu sorgen, bringt die Füchsin ihnen etwas weniger Futter. Sie haben sie oft begleitet, nun probieren sie es selber aus. Richtig neugierig werden die ersten.

„Mama, ich schlafe heute draußen. Es ist wunderbar, ich verstehe, warum du das auch oft machst“

„Oh, dass muss ich auch mal versuchen, ob ich mich das traue? Ich habe aber heute selber eine Maus gefangen.“

„Weiter so Kinder! Es ist draußen wunderschön, auch nachts. Und ihr müsst weiter und mehr fangen. Ihr braucht einen Vorrat für den Winter, eine Speckschicht. Nicht immer ist der Tisch so gut gedeckt wie jetzt.“

„Mein Magen knurrt aber noch, Mama!“, so das kleinste Füchslein.

„Schau Dich um, Kleines. In der Wiese sie Heupferdchen und junge Mäuse. Die kleinen Mäuse sind noch ganz unerfahren, die fängst Du bestimmt noch! Die Heupferdchen springen hoch, du wirst es schon sehen, du kannst auch genau so zielsicher springen. Du probierst das einfach immer weiter. Und sonst findest Du dort ,… Nein, dort findet Ihr alle runtergefallene Mostbirnrn.“

Jungfuchsträume

„Vielleicht schlafen wir zusammen draußen, Mama? Es sind so andere Geräusche draußen im Dunkeln. Ich mag es nicht, wenn ich zu viele Geräusche höre.“

„Das ist etwas, was schwierig ist. Glaub mir, wir Füchse mögen alle keine lauten Geräusche. Wenn es regnet oder stürmt, können wir die anderen Geräusche nicht erkennen. Wie sollen wir da Gefahren raushören. Wir lernen zusammen die Geräusche zu unterscheiden. Keine Sorge.“

„Aber jetzt zur Wiese!“

„Und zu den Stoppelfeldern?“

Auch die junge Dachsfamilie war aktiv, nur sehr viel später am Tag. Wie am Schnürchen liefen sie hintereinander her. Voran ging die Mutter. Lieber wäre sie noch später in der Dämmerung unterwegs. Das wäre so viel angenehmer bei der Hitze. Aber sie musste sich anpassen, denn Hunger wollte gestillt werden. Auch wenn sie und ihre Jungen ja nicht wählerisch waren. Und der Hochsommer bedeutete zwar, dass Gerste und Weizen gemäht wurden, aber der Mais war nun verlockend. Die wachsenden Maiskolben reiften milchig-süß. Genau wie im Frühjahr die unreifen Getreidekörner. Die letzten Sommertage wehten trocken und warm über das Land. Lieber wären ihr gerade zusätzliche, tierische Proteine, die man leicht beim Laufen aufschnappen konnte. Regenwürmer nach einem Schauer waren einfach unwiderstehlich. Aber die Trockenheit ließ gerade die Würmer und Engerlinge tief in der Erde verbleiben. Zur Wasserstelle mussten sie auch noch später laufen. Auf dem Stoppelfeld hörte sie nun die Fuchsfamilie. Sie war ja flexibel und der Mais schmeckte allen. Sicher gab es auch noch später etwas auf dem Stoppelfeld zu finden oder erjagen. Im Notfall gruben die starken Pfoten mit den langen Krallen auch Nahrung wieder aus.

Die kleine Dachsgruppe war noch im Maisfeld. Die Mutter hatte sich auf die Hinterbeine gestellt, eine Pflanze umgebogen und dann abgeknickt, so dass sie an einen Maiskolben kommen konnte. Der unreife Mais schmeckte den Jungtieren süß und so manche Pflanze wurde nun umgeknickt. Plötzlich knurrte die Mutter. Die Jungdachse erstarrten. Still duckten sie sich. Kaum vernehmlich ging ein Mensch den Weg unweit des Feldes entlang. Er kam näher. Noch duckten sich die Tiere im schützenden Grün. Er hatte einen Hund dabei. Dieser lief ohne Leine neben ihm, immer wieder schnüffeln am Wegrand verharrend. Dann stieß der Mann einen kurzen Pfiff aus und der Hund folgt. Nun näherten sie sich der Stelle, wo die Dachsfamilie in das Feld gewechselt hatten. Aufmerksam verharrte der Hund an dem Wechsel. Sein Herrchen hatte auch diesmal gepfiffen, aber der Hund den Wirkungsbereich größer werden lassen. Er schlug den Weg ein in das Feld, die Schnauze gesenkt, die Nase dicht über der Spur.

Die Dachsmutter gab ein Kommando, dass die Jungen sofort befolgten. Schon in ganz jungen Tagen hatte sie ihnen „Gefahr!“ eingebläut. Geschwind liefen die Jungtiere davon, schneller als ihr Aussehen es vermute lassen würden. Nun gab der Hund bellend Laut und rannte ins hohe Grün. Knurrend stand die Dachsmutter in ausreichender Entfernung im Weg. Nun sah man ihre kräftigen Fangzähne und ihr massiger Körper wirkt noch größer. Der Mensch rief nun hektisch und laut nach seinem Hund, griff ungeschickt nach der umgehängten Leine, sichtlich nervös. Er sah nicht, wo sein Hund war und warum er bellte, hatte das Knurren des Wildtieres gar nicht wahr genommen. Sorgenvoll um sich blickend rief und pfiff er nach seinem Hund. Die Dachsmutter war jetzt durch den Menschen noch vorsichtiger und bereit zur Flucht. Sie hatte sich nun das Zögern des Hundes zu Nutzen gemacht und umgedreht. Sie sprintete ihren Kindern hinterher, überholte und führte sie nun an. Im großen Bogen fort führend zum Wald ging es, weg von der Gefahr.

„Hier kein Mais mehr für uns“ schoss es ihr in Gedanken durch den Kopf.

Den Lärm hatten auch die Füchse gehört. Der Bauer, der vor einiger Zeit mit dem Traktor über das Feld gefahren war, hatte sie nicht gestört. Die Mutter kannte das Gefährt und so lange es sich bewegte und der Mensch darin nichts Ungewöhnliches tat, waren die Füchse zwar vorsichtig, aber verblieben auf dem Acker. Nun aber hatte sich alles verändert und war potentiell gefährlich. Da die Gefahr weit genug weg war, hatte die Fuchsfamilie nicht überstürzt das Stoppelfeld verlassen, aber die Füchsin dreht sich sichernd beim Laufen um. Aus Erfahrung wußte sie, dass nur Vorsicht sie retten konnte. Und ihre schnellen Beine.

„Dieses Stoppelfeld werden wir die Tage meiden.“

Es wurde ein langer Abend und auch ein später. Denn natürlich mussten beide Familien nach dem Schreck und der abwartenden Pause dennoch weiter Futter und Wasser suchen.

Bald geht es weiter mit Grimbart und Reineke, diesmal lasse ich Euch nicht so lange warten. Was man halt bei 31°C so unter dem Sonnenschirm so macht. Für unsere Wildfamilien geht es mit großen Schritten in den Herbst.

Verlinkt bei Magic Crafts und Creativsalat und dem Samstagsplausch und niwibo sucht

Reinekes und Grimbart

PS

Dachse sind sehr vorsichtig und Menschenscheu. Ich habe mir ein wenig bis mehr Freiheit heraus genommen und die Mensch/Hund Begegnung so mehr dramatisiert. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass die Dachse vorher Mensch und Hund gehört hätten. Aber manchmal steht der Wind so gut, dass weder Geruch noch Geräusch in die Richtung von Wild getragen wird. Diese Dachsfamilie wäre trotzdem wohl viel früher, gleich beim ersten Kommandopfiff, geflüchtet. (Geräusche, die weithin zu hören sind) Tatsache ist aber auch, dass Dachse durchaus sehr wehrhafte Wildtiere sind, mit einem starken Raubtiergebiss.

Fika – Schwedische KaffeeKuchenPause

Hallo Ihr Lieben.

Also, früher war es selbstverständlich, dass man Kekse oder Teilchen bekam, wenn man auf einen Kaffee (seltener Tee) zu wem eingeladen worden war. Und sich in ein Café setzen und stundenlang bei Kaffee und Kuchen da sitzen gibt es auch immer weniger, finde ich. Es gibt noch ein paar Institutionen, aber insgesamt wird es weniger.

Wo das undenkbar ist: Schweden

auf Öland am Hafen, genauer Stora Rör

Fika. Laut meinem schwedischen Wörterbuch bedeutet dieses heute ganz einfach: „Kaffee trinken“ oder „Kaffeepause machen“. Die Schweden/innen gönnen sich eine Zimtschnecke, vielleicht sogar ein Stück der prachtvollen Prinzessinnentorte oder ein Stück saftigen Schokoladenkuchen. Noch wichtiger ist aber Kaffee. Sie sind Weltmeister im Kaffeetrinken. Die Fika-Pausen sind  den schwedischen Arbeitnehmer*innen vertraglich zugesichert, sogar Teil der bezahlten Arbeitszeit. Ein Stück Glück, denn es ist ein soziales Miteinander. Auch Chef*in sind mit dabei und man unterhält sich über Privates, nicht die Arbeit!

unser liebstes Mini Café Mormors i Hamnen (und Bäckerei – selbstgebackenes, körnges Sauerteigroggenbrot!)

Wenn man eine Pause macht, setzt man sich heutzutage in Deutschland kaum noch in ein klassisches Café. Ich habe mit unseren, noch kleinen Kindern früher ganz oft „Kekspause“ gemacht. Wir haben uns an den Esstisch gesetzt, es gab einen Keks mit Milch (die Mama nahm Kaffee) und wir haben immer inne gehalten. Die Kinder haben nach den Hausaufgaben vom Tag erzählt. Und es gab natürlich einen Keks, halllooo, da kann man doch nicht nein zu sagen!?

Diese unglaublich leckeren Zimt- bzw Kardamomschnecken wollte ich unbedingt nachbacken. Genauer gesagt, die Kardemummasnurra – Schwedische Kardamomschnecken sollten es werden. Ich liebe Kardamom ja sehr. Hier ist es eigentlich besonders wichtig, dass Ihr frisch gemörserte Kardamomsaat nehmt, sie enthalten die geballte (leckere) Ladung ätherischer Öle.

Es dauert etwas, die Kardamomkörnchen zu mörsern, alleine der Duft beim Arbeiten, aber natürlich könnt Ihr auch fertig gemalenen nehmen.

Der Teig für ca 12 Teilchen:

500 g Weizenmehl, 65-70g Zucker, 1 gehäuften TL gem. Kardamom, 1 Prise Salz, 300 ml lauwarme! Milch, einen halben Würfel frische Hefe (ca. 20g oder entsprechend 1P. Trockenhefe), 50 g weiche Butter,


Für die Füllung:
90-100 g weiche Butter, 90-100 g brauner Zucker oder Rohrzucker, 1-2 TL frisch gemahlener Kardamom, wer mag kann auch etwas weniger Kardamom und dafür 1 Teil Zimt nehmen


und den Sirup:
70 g Zucker, 70 ml Wasser, ½ TL Kardamom (oder Ihr bestreut es mit Puderzucker)


Außerdem
1 Eigelb, 1 EL Zucker, wer mag auch hier etwas frisch gem. Kardamom zum Bestreichen vor dem Backen. Ich füge gern etwa einen TL Wasser zum besser Verstreichen dazu.

Mehl, Zucker, Kardamom und Salz in eine Schüssel geben. Die Milch lauwarm erwärmen und die Hefe in kleinen Stücken zur Milch bröckeln, dann gut vermischen. Die Hefemilch mit der Butter zu den trockenen Zutaten geben und alles zu einem gleichmäßigen Teig kneten. Das geht am Besten mit der Hand, dann merkt Ihr auch, wenn der Teig „zäher“ wird und sich vom Rand der Schüssel löst. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort für ca. 30 Minuten gehen lassen. Ich nehme dafür immer den Backofen – natürlich ohne ihn anzuschalten. Wenn der Teig gut aufgegangen ist, kann es weiter gehen.

Derweil Bleche mit Backpapier auslegen. Für die Füllung weiche Butter mit Rohrzucker und Kardamom verrühren. Den Hefeteig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem großen Rechteck (60 cm x 40 cm) flach ausrollen. Den Teig von der kurzen Seite her zu etwa zwei Dritteln mit der Füllung bestreichen.

Nun den nicht bestrichenen Teil zur Mitte hin über den Teig legen. Den Vorgang wiederholen auf der anderen Seite: bestrichenes Drittel des Teigs nun ebenfalls über den Teig legen, sodass ein Teigstück mit drei Schichten entsteht (ca. 20 x 60 cm). Den Teig nochmal kurz mit der Teigrolle etwas ausrollen.

Nun die Teigplatte von der langen Seite aus in etwa 1,5 cm breite Streifen schneiden, sodass 24 Streifen entstehen. Für jeden Knoten werden 2 Teigstreifen benötigt. Hier wird es auch für mich etwas komplizierter, aber dankt daran, egal, wie sie hinterher aussehen, die Teilchen schmecken! Denn nun die Streifen miteinander verdrehen und zu einem Knoten formen. Dafür die „Teigkordel“ zu einem Kreis legen und ein Ende in das Loch stecken. Ihr könnt auch breitere Streifen schneiden und die dritteln und flechten. Dann werden es etwa 12 Streifen. Nehmt ein scharfes, grosses Messer zum Teilen. Ich habe drei Streifen geschnitten und geflochten.

Die Knoten mit etwas Abstand auf das vorbereitete Blech legen, abdecken und nochmals für 15 Minuten gehen lassen. Währenddessen auf 190°C Ober-/ Unterhitze (Umluft: 170°C) vorheizen. mit der Eigelbmischung die Teigknoten bestreichen. Keine Sorge, meine sehen auch nicht perfekt aus, wie die Fotos beweisen.

Kardamom-Schnecken im Ofen für ca. 18-20 Minuten backen. Währenddessen für den Sirup Zucker das Wasser und Kardamom aufkochen lassen, (ich nehme einfach den Wasserkocher und gieße das Wasser über Zucker und Kardamom) dann die heißen Schnecken nach dem Herausnehmen direkt damit bestreichen oder mit einem kleinen Löffel vorsichtig beträufeln. Die Kardamom-Zimt-Schnecken abkühlen lassen und am Besten noch warm genießen. Luftdicht verpackt bei Zimmertemperatur halten sich die Kardamom-Schnecken für mindestens 2 Tage. Einfrieren geht natürlich auch, zB wenn man gleich die doppelte Menge macht. Nach dem Auftauen ganz kurz im Ofen warm machen – immer noch lecker!

Viel Spass beim Backen und Fika machen!

Ps: Am 4. Oktober wird in Skandinavien der Kanelbullensdag gefeiert

Verlinkt beim Creativsalat, niwibo sucht…, Samstagsplausch und Sonntagsschätzchen