ein April, der nach dem Scherzmärz auch noch ein richtiger April war

Hallo Ihr Lieben.

Der letzte Donnerstag des Monats und Birgit sammelt wieder unsere Monatsrückblicke.

Zwei Geburtstage gab es gerade erst hier in der Familie zu feiern, dass Wetter war wirklich sehr April gemäß und doch ist der Frühling jetzt mit aller Macht da.

Mit dem beflügelten Jahresprojekt fing es am 1. 4. an. Ein wunderbares Buch über die Nacht und ihre Tiere habe ich besprochen, ein Bilderbuch über Tiere, die in der Kälte leben auch. Am 12.12. wurde teilgenommen, mit dem Sonntagsspaziergang bei Kristina unseren Ausflug zum Freilichtmuseum Kommern geteilt. Fleißig Eier wurden gesammelt, fast so viele wie Bärlauch und sowieso ein schönes Osterfest gefeiert. An der Sieg sah ich zwar keine Elfen, aber es hätten dort welche sein können und auf dem Sofa träumte ich von der Savanne. Im Garten wurde gepflanzt, gezupft, geharkt und gemäht. Und auch tatsächlich auch schon das erste und zweite Sonnenbad genommen. Aber Abdeckvliese waren und bleiben noch bereit zum Schutz vor Frost. Gerne habe ich die dritte Staffel vom Mandalorianer geschaut: „Das ist der Weg“. Den entliehenen Fantasy Roman „Die magischen Buchhändler von London“ habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen, die Storyidee gefällt, der Stil nicht. Kreativ bin ich wenig gewesen, es wurde (fast) nur mit vorhandenen Stempeln gedruckt, ich habe gerade nicht so ein ruhiges Händchen zum Schnitzen. Außerdem zählen mein Schatz und ich die Tage bis zum Urlaub an der See, die Jungs dürfen auf das Haus aufpassen 😊.

Jetzt tanzen wir schon bald in den Mai, den grünen, schönen.

Geburtstagstisch mit Waffeln, Orangenkuchen und Maibowle


Der April


Der Regen klimpert mit einem Finger
die grüne Ostermelodie.
Das Jahr wird älter und täglich jünger.
O Widerspruch voll Harmonie!

Der Mond in seiner goldnen Jacke
versteckt sich hinter dem Wolken-Store.
Der Ärmste hat links eine dicke Backe
und kommt sich ein bisschen lächerlich vor.
Auch diesmal ist es dem März geglückt:
er hat ihn in den April geschickt.

Und schon hoppeln die Hasen,
mit Pinseln und Tuben
und schnuppernden Nasen,
aus Höhlen und Gruben
durch Gärten und Straßen
und über den Rasen
in Ställe und Stuben.

Dort legen sie Eier, als ob’s gar nichts wäre,
aus Nougat, Krokant und Marzipan.
Der Tapferste legt eine Bonbonniere,
er blickt dabei entschlossen ins Leere
Bonbonnieren sind leichter gesagt als getan.

Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.
Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.
Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:
Hinterm Ofen, unterm Sofa,
in der Wanduhr, auf dem Gang,
hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,
in der Standuhr, auf dem Schrank.

Da kräht der Hahn den Morgen an!
Schwupp, sind die Hasen verschwunden.
Ein Giebelfenster erglänzt im Gemäuer.
Am Gartentor lehnt und gähnt ein Mann.
Über die Hänge läuft grünes Feuer
die Büsche entlang und die Pappeln hinan.
Der Frühling, denkt er, kommt also auch heuer.
Er spürt nicht Wunder noch Abenteuer,
weil er sich nicht mehr wundern kann.

Liegt dort nicht ein kleiner Pinsel im Grase?
Auch das kommt dem Manne nicht seltsam vor.
Er merkt gar nicht, dass ihn der Osterhase
auf dem Heimweg verlor.

Erich Kästener (Athenäum Vlg.)

Apfelblüte

verlinkt bei Birgit und dem Samstagsplausch von Andrea

Versteckt

Hallo Ihr Lieben.

Dieser Frühling entwickelt sich etwas langsamer, als wir es die letzten Jahre gewohnt waren.

Auch die Natur braucht manchmal ein wenig länger. Doch wo gestern nur zarte Knospen zu sehen waren, ist „plötzlich“ der ganze Baum grün. Oder im Garten eine Farbexplosion.

Gartentulpen

Schon im März haben erste Vögel angefangen Material zu sammeln und erste Bauversuche unternommen. Aber bei dem Wetter kam es wohl etwas ins Stocken.

Screenshot Steinkauz

Ich gucke immer wieder gern über Webcams, siehe der Screenshot, was mitlerweile in den (besonderen) Nestern los ist. Die Waldkäuze haben ganz früh losgelegt und das eine Küken ist schon die Tage raus gehüpft. Ob das gut geht? Das dachte ich auch bei den Steinkäuzen, die ihr erstes Ei recht viel alleine ließen. Aber auch beim Seeadler gibt es unter den schützenden Federn des Elternteils mitlerweile zwei Küken. Dafür war lange bei der Meisenkamera nur immer eine schlafende Meise des nachts zu sehen. (Keine Werbung, aber wer Interesse hat, bei vivara) Seit Donnerstag ist auch Nistmaterial im Häuschen.

Am regnerischen Donnerstag in den Siegauen habe ich einfach kurz an einer Stelle angehalten. Na, es sah schon etwas besonders vom Rande her aus.

Sehr Ihr auch das Besondere? Guckt Euch die Erle im unteren Bereich noch einmal genauer an. Das Moos ist wunderbar und ob da ein Flußgeist Pause gemacht hat?

Oder der Stein, der fast so aussieht, als wäre er ein Teil von einem Mühlstein?

„Gehst du wohl bald weg!“ Zwitscherte die Meise die ganze Zeit um mich herum. Ihr seht am Rande das die Höhle fleißig besucht wird. Da will sie wieder rein und ich störe.

Aber da ist noch ein Wunderbaum. Die Weide hat einen „Arm“ ausgestreckt.

Und wenn Ihr Euch nun etwas genauer in dem Ast die offenen Stellen anseht, entdeckt Ihr es auch. Zumindest letztes Jahr hatte(n) dort die Wasseramsel(n) ihre Kinderstube. Unser einzige Singvogel, der unter Wasser schwimmen und tauchen kann.

Näher kam ich leider nicht heran, aber diese Art des Nestbaus mit Lehm, Pflanzen- und Holzteilen ist wohl recht typisch und ich konnte es in einer Naturdoku auch gut sehen.

Und? Lebt bei Euch auch alles auf oder versteckt sich der Frühling noch immer?

Verlinkt bei Astrids „mein Freund der Baum“ und niwibo sucht: „Grün“ und bei Andreas „Samstagplausch“

Noch einmal eine Reise in die Vergangenheit

Hallo Ihr Lieben.

Kristina sammelt wieder unsere Spaziergänge ab dem dritten Sonntag des Monats.

Am Karsamstag sind wir in das Freilichtmuseum nach Kommern in die Eifel gefahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich Euch mitnehme in ein Freilichtmuseum. Es war an dem Tag relativ voll. Es gab eine Aktion rund um Kirchmess oder auch Kirmes Anno Dazumal. Das zog sehr viele Menschen an, das hatten wir etwas unterschätzt. Aber da wir dort mit dem Hund einen Bogen drum herum machten, bzw nur die „jungen Leute“ Interesse hatten, war dies nicht so schlimm.

Ich mag diese Holzschüssel und die Kuchenform sehr.

Fast alle Fenster der alten Häuser hatten nur ein kleines Viereck zum Schieben. Immerhin sind die Häuser fast alle schon im 17. Jahrhundert gebaut worden. An einigen Stellen sieht man, wie die Bauweise des Fachwerk mit Lehm, Stroh, Weidengeflecht zwischen den Balken gearbeitet wurde. Oder wie mit einer Wand aus Stroh die Nordseite eines Hauses von Außen geschützt wurde. Nachwachsende Rohstoffe direkt vor Ort, schnell auszubessern und sehr dämmend. Kein Wunder, dass heute ähnliche Techniken wieder eingesetzt werden.

Nicht jeder, der ein Feld zu bearbeiten hatte oder einen Transport ausführen musste, hatte dafür ein Pferd. Pferde waren teurer, haben viel mehr gefressen als Kühe. So wurden Kühe, Rinder und Ochsen für so etwas von den Menschen genutzt. Hier seht Ihr, dass auch die Paarhufer dafür beschlagen wurden.

Ich finde diese einfachen Steckverbindungen in Fachwerkhäusern immer wieder faszinierend. Diese ist schon stark von Wind und Wetter bearbeitet. Und doch hält sie.

Grautiere

Wo wir dann waren, könnt Ihr vielleicht Anhand der Mühlstein erraten.

Den Kopf mussten wir eigentlich immer einziehen. So eine schöne Haustür würde ich auch zu gern nutzen.

Die Kombination zwischen Steinfundament und Fachwerk war vor allem nach einem Brand als Möglichkeit der schnelleren Wiederaufbaumöglichkeit sehr von Vorteil. Eine vielfältige Nutzung so eines großen Gebäudes war selbstverständlich.

Ein Speicher, umgeben von Wasser und auf Steinen. Abgebaut am Niederrhein und im Museum wieder aufgebaut.

Gute Stube mit sicherem Ofen, auf der anderen Seite ist die Befeuerung. Viele Menschen lebten auf diesem großen Hof.

Auch hier erkennt Ihr sicher, wo ich bin. Der Hof hatte eine Waschküche mit Wasserablauf durch die Mauer in der Ecke.

Die Zicklein wollten zu gern toben und zwar im Freien. Die armen Hühner könnten heute auch nicht während der Öffnungszeiten raus, es waren viel zu viele Menschen unterwegs.

Bei der Rückkehr und nach Ostern lag noch etwas Osterpost im Briefkasten.

Danke liebe Astrid, Mano und Ingrid für die liebe und bunte Post! 🐇

Euch allen einen schönen Sonntag

Verlinkt beim Monatsspaziergang von Kristina und Andreas Samstagsplausch

Nächtliche Geheimnisse

Hallo Ihr Lieben.

Mal ehrlich, seid Ihr viel in der Nacht unterwegs? Gehört Ihr eher zu den Menschen, denen die Nacht sogar eher etwas Angst macht? Nun, das ist kein Wunder, wenn Ihr hier erste „nein“ und dann „ja“ gesagt habt. Denn wir Menschen sind nun mal Tagwesen. Unser ganzer Körper ist danach ausgerichtet, dass er Licht und am liebsten auch Sonne hat. Damit gehören wir aber zu einer Minderheit auf der Welt. Ja, es gibt viel mehr Wesen, die in der Nacht unterwegs sind, als am Tage und die natürlich ganz andere „Spezialitäten auf Lager haben“.

Das unterhaltsame Buch: „Lebendige Nacht – Vom verborgenen Leben der Tiere“ der Autorin Sophia Kimmig erzählt von dieser geheimen Welt, der „heimlichen Mehrheit“. Geschätzte „62% der Tierarten weltweit sind dämmerungs- bzw nachtaktiv“. Manche der im Buch vorgestellten Tiere kennen wir auch, sehen wir durchaus auch einmal am Tage, aber es ist doch eher selten, dass der Igel oder Marder im hellen Sonnenschein zu entdecken sind. Die Autorin fragt auch nach, wie viele Schmetterlinge und Falter wir aufzählen können, meist nennen wir die Namen der Tagfalter, sehr selten die der Nachtfalter auf. Dabei sind sie in der Mehrheit. Sogar manche Pflanzen haben sich darauf spezialisiert, sie leuchten anders im Dämmer- und Nachtlicht. Auch verströhmen sie dann oft erst ihren betörenden Duft. Wir können uns vielleicht denken, warum. So haben sie sich an die möglichen Bestäuber angepasst. Überall auf der Welt gibt es ganz besondere, nachtaktive Tiere mit exotischen Namen wie „Loris, Wickelbären oder Tenreks“, die lieber in der dunklen Hälfte unserer 24 Std. unterwegs sind. Und warum haben sich Tiere überhaupt auf die Nacht spezialisiert?

Viele, vorwiegend heimische Tiere, stellt und Sophia Kimmig vor. Natürlich auch meine geliebten Eulen. Oder Wesen, die „Licht ins Dunkel bringen“. Auch „Kupferglucke und Brauner Bär“ nehmen ihren Platz im Buch ein, genau wie Fledermäuse und Waschbären.

Immer wieder spickt Sophia Kimmig das Buch mit „Fun Facts“, besonderem Wissen: „Dunkle Schwingen. Je düsterer, desto gruseliger? Nein, je düsterer, desto gesünder. Das gilt zumindest für den Waldkauz, den es in einer helleren und einer dunkleren Gefiedervariante mit mehr Malanin gibt. Forscher untersuchten das Blut der Vögel auf Antikörperreaktionen und fanden heraus: Je dunkler das Gefieder der Eulen war, desto stärker fiel auch ihre Immunantwort aus und desto länger hielten sie die Antikörper. …“

Eine Aussage ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben in dem Artikel über Versteckte Farben. „Die Farben und Muster sind so vielfältig wie ihre Träger, und sie bleiben uns Menschen überwiegend verborgen. Im Gegensatz zu vielen Fischen, Vögeln und Insekten können wir im UV-Bereich nicht sehen. Es ist, als wären wir alle gehörlos in einer Welt voller kLänge. Ich finde, Fluoreszenz ist ein wunderschönes Beispiel aus der Natur davon, wie wenig wir auf unsere subjektive Meinung oder Sicht auf die Welt geben sollten…“

Und vielleicht machen wir es nach der Lektüre des Buches der Autorin gleich und wandern in der Dämmerung auf eine Waldlichtung. Natürlich ganz still und leise und niemanden störend. Dort schlagen wir ein kleines Lager auf, verkriechen uns in einen Schlafsack, um in die Sterne zu schauen, die so weit weg noch immer für uns leuchten, obwohl viele von ihnen vielleicht schon verloschen sind. Fernab von Straßenlaternen und Häusern lassen wir uns ein auf die Dunkelheit und das wenige Licht, was wir dann noch sehen, wenn sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Und das, was wir vielleicht in der Nacht alles entdecken, nicht nur an die fernen Welten oben am Himmelszelt denken, sondern an die uns so unbekannten Wesen hier in der Dunkelheit (nach dem Buch hoffentlich nicht mehr so sehr). Mit all unseren Sinnen.

Das Buch liest sich wunderbar flüssig und unterhaltsam. Das ein oder andere hat man vielleicht schon einmal gehört, gelesen oder entsprechende Erfahrungen in seiner Umgebung gemacht, aber es gibt, zumindest für mich, ganz viel, eher unbekanntes Wissen in diesem Buch, und das interssant vermittelt. Wer tiefer lesen möchte, die Autorin hat ihre Quellen aufgelistet. Der Band ist bereits ihr zweites Buch, „Von Füchsen und Menschen“ wurde zu einem Bestseller.

Sophia Kimmig

Lebendige Nacht

Vom verborgenen Leben der Tiere

Hanser Verlag

ISBN: 978-3-446-27611-6

Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt und der Artikel ist somit als Werbung zu kennzeichnen (was meine Meinung nicht beeinflußt hat)

Mystische Sturmwinde

Hallo Ihr Lieben.

Wir sind in den unübersichtlichen Wäldern Mexikos. Hoch über den Baumwipfeln herrscht hier ein mystisches Wesen. Große dunkel Augen sehen genau, was sich in den Ästen bewegt. Lange Krallen finden Halt im Fleisch eines Affen und tragen die Beute zum Nest, wo der Nachwuchs schon lange auf Futter wartet und schreit.

Wir sind im Regenwald der Halbinsel Yukatan, wo ein grauer, großer Jäger lebt. Ein Küken bettelt um Fleisch und bekommt es noch portionsweise aus dem krummen Schnabel. Liebevoll kümmert sich der riesige Raubvogel um sein einzelnes Küken. Gelegt hat dieser große Vogel zwei bis drei Eier, aber sobald ein Küken geschlüpft ist, werden die anderen nicht mehr bebrütet. Weit stehen die gespreizten, grauen Federn vom Kopf und der schrille Ruf schallt vom Urwaldriesen. Bei Erregung spreizen sich die Federn am Kopf ab.

Die Harpyie ist einzigartig, Harpia harpyja, auch die einzige ihrer Art. Physisch ist sie der größte Adler (aber sie gehört nicht zu den Adlern sondern den Habichtartigen), mit ihren breiten Flügeln ein geschickte Jäger zwischen den Zweigen des Urwaldes. Der Schwanz ist lang, perfekt zum Steuern. Wir sehen diesen Körperbau zB auch beim heimischen Habicht. Zwischen 89 bis hin zu 110cm groß sind diese Raubvögel. Die Flügespannweite reicht von l76 bis zu 200cm und die Weibchen wiegen zwischen 6 bis 10 kg. Die Weibchen sind auch bei diesen Raubvögeln die stärkeren und größeren Exemplare. Mit den 10 cm langen und kräftigen Krallen tötet der Vogel beim Griff die Beute, vorwiegend in den Bäumen lebende Affen oder Faultiere, aber auch kleinere Vögel, selten Bodenbewohner.

Stempel geschnitzt (mit Stift als Größenvergleich und eigentlich hat der Vogel keine grellgelben Augen, es ist etwas künstlerische Freiheit)

Auch in Brasilien, Argentinien und Peru leben diese großen Vögel. Der Nationalvogel Panamas ist er: „Aguila ARPa“ (Harpy-Adler, Harpia harpyja = lateinischer Name). Wenn Ihr den Namen „Harpyie“ lest, denkt Ihr vielleicht zu erst an die mysteriösen, sagenhaften Wesen aus der Antike, die Odysseus die Heimkehr erschwerten und bei der Argonauten huschen sie auch herum. Aeneas, der nach dem Untergang Trojas auf die Suche nach einer neuen Heimat ist, beschreibt sie in seiner Sage als Raubvogel mit Mädchenkopf und Krallen statt Händen. Sogar in den Vorhallen der Unterwelt begegnet er ihnen. Im Mittelalter galten sie als böse und habsüchtig. Bei Dante werden Selbsmörder von Harpyien gepeinigt. Auch Goya stellt sie als Unheiltsboten da. Im Klassizismus erst werden sie dann nur noch dekorativ gezeigt. In Shakespeares Sturm erscheint Ariel in Form einer Harpyie und Ronja Räubertochters Druden sind diese Mischwesen nachempfunden.

Diese Dämonen des Sturms, Töchter des Titanen Thaumas sind die Namensgeber dieser wunderbaren Vögel, hárpyia, auf deutsch ‚reißender Sturm“ oder auch „Rafferin“.

Der Raubvogel erbeutet Affen, das mysteriöse Mischwesen raffte Kinder und Nahrung.

Bedroht wird heute und im Realen der große Vogel durch den Menschen, Mal wieder. Die Abholzung und Jagd begrenzt den Lebensraum und die Reproduktionsrate. Ein Ei wird 56 Tage bebrütet und das Küken 70 Tage lang vom Weibchen beschützt. Bis dahin bringt das Männchen etwa alle 3 Tage Beute. Danach jagen nun beide Elternteile. Nach einem halben Jahr ist der Jungvogel flügge und es dauert noch einmal ein halbes Jahr, bis er eigenständig wird und sich ein Revier suchen muss. Diese Reviere sind richtig groß, hunderte km². So verwundert es nicht, daß Schutzmaßnahmen zum Erhalt nur langsam greifen können, der Vogel steht auf der Liste der gefährdeten Arten. Nachwuchs muss also überhaupt erst wieder nachkommen. Vier Jahre dauert es nämlich noch, bis ein Vogel Geschlechtsreife erlangt. Immerhin können sie zwischen 20 und 40 Jahre alt werden. Wie so oft in der Natur, werden Tiere am Ende der Nahrungskette erst spät geschlechtsreif und bekommen weniger Nachwuchs. Dies wird ihnen nur Dank des Menschen zum Verhängnis (siehe auch die großen Haie). Lieber wird Palmöl angebaut, als Urwald stehen gelassen. Die Harpyie wechselt leider auch nicht das Beuteschema und fängt kleine Tiere. Zweizehenfaultiere und Kapuzieneraffen sind am stärksten von der Abholzung bedroht und stehen gleichzeitig ganz oben auf dem Speiseplan der größten Habichtartigen (Familienbezeichnung).

Natürlich kommt der Druck noch auf das ein oder andere Shirt!

Raubvögel haben mich schon immer fasziniert und so auch die Harpyie. Als dann Ulrike letztens den Vogel noch für ein Portrait vorschlug, war klar, dass er in meine diesjährige Liste kommen musste. Den Vogelkopf hatte ich schnell in das Büchlein gezeichnet und dann in einem Rutsch geschnitzt. Manchmal klappt so etwas. Und dann musste ich noch gute 30 Tage warten, Euch den Beitrag zu zeigen. Das fiel mir richtig schwer.

Ich hoffe, dieser Ausflug Richtung Mittelamerika hat Euch gefallen. Verlinkt wieder beim Jahresprojekt von Andrea und dem Creativsalat

Quelle Website Wuppertaler Zoo

https://www.zoo-wuppertal.net/4-tiere/v-greifvoegel-habichtartige-harpyie.htm