Der Mai ist gekommen

Hallo Ihr Lieben.

Als Kinder haben wir uns immer „beömmelt“ über den weiteren Liedertext: „die Bäume schlagen aus“. Wie? Warum schlagen die? Wen denn, war wer böse? Geht bloß gerade nicht in den Wald!

Mit dem ersten Mai feierten die Menschen immer, dass das Frühjahr nun endlich richtig angekommen war. Ein Tanzbaum wurde vielerorts aufgestellt und gern auch Paare verkuppelt. Schließlich sah man nicht immer Leute von außerhalb. Und vor dem Musterungstermin bei den jungen Männern konnten diese noch Mal etwas über die Stränge schlagen. (Ursprünglich im Mittelalter) Im Rheinland werden ja normal den Mädchen kleine, bunt geschmückte Birken durch die verknallten Jungs aufgestellt. Nur in Schaltjahren ist das anders herum, da stellt das verliebte Mädchen dem Auserwählten einen bunten Baum.

Ich hoffe, Eure Woche, verkürzt durch den Feiertag, war angenehm. Ihr hattet bitte kein Unwetter, kein Hochwasser! Das Wetter am Feiertag war doch so wunderschön! Perfekt für Ausflüge. Wir waren hier im Nachbarort, eine kleine Veranstaltung an der Burg Wissem besuchen. Und Andreas Zitronenfalter in suchte wieder unsere Monatsprojekte. Vielleicht wollt Ihr wissen, was „dicke Wangen“ hat

Echter Widderbock  (auch Wespenbock) auf einer Mütze im Garten sich aufwärmed. Seine Kinderstube ist vorwiegend in Totholz von Obstgehölzen

Herr Fasan auf der frisch gemähten Wiese

Morgentau und Morgenlicht

Kaum zu glauben, wie grün und blühend alles schon ist im Garten

Alles reckt sich und blüht schon um die Wette. Aber dadurch, dass so viel gleichzeitig kommt, ist kaum Platz. Die Frühblüher haben sich noch nicht wieder zurück gezogen.

Die Kuckuckslichtnelke ist eine rare Schönheit, früher so viel häufiger. Ich denke, hier wurde sie wieder ausgesät. Aber vermehrt sich wohl auch, da günstiger Standort.

Wenn man nicht gleichzeitig Warnungen per App bekäme, wären solche Wolken noch viel schöner.

Galeria Himmelsblick Linkparty

Der Mai

Erich Kästner

Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.

Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!

Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu und ruft: „Ich komm ja wieder!“
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.

(entnommen der Gesamtausgabe des Athenaeum Verlages in meinem Regal, sicher schon im Mai der Vorjahre hier gebracht, aber es ist Kästner Jahr und es ist ein so wunderschönes Gedicht)

Verlinkt beim Samstagsplausch und den Sonntagsschätzchen und niwibos magischem Mai, Galeria Himmelsblick

und Elkes Naturdonnerstag/DNDhttps://elkeheinze.de/dnd-oh-du-schoene-maienzeit/

Dicke Wangen

Hallo Ihr Lieben.

Es geht wieder um das Jahresprojekt, welches „eher unsichtbare Tiere“ vorstellt. Diesmal soll es um ein Tier gehen, dass wir alle kennen, allerdings eher in der domestizierten Version.

Oder wir kennen geflügelte Worte rund um dieses Tier. Anfang der Coronaphase erlangte es traurige Berühmtheit und Montag Morgen fühlen wir uns wie im….. Na? Habt Ihr es schon erraten? Es geht um den Hamster, genauer gesagt um den Feldhamster.

Wesentliche häufiger kommt wohl in Deutschland der syrische Goldhamster vor, als Haustier.

Feldhamster (Cricetus cricetus) ist die einzige Art der Gattung (Unterfamilie) Hamster in Europa und leider sehr, sehr selten.

Wer jetzt eine etwas größere Version einer Maus erwartet, wird enttäuscht. Der Feldhamster ist kräftig und kompakt und gröser als die Maus. Seine kurzen, kräftigen Gliedmaßen und starke Krallen eignen sich perfekt zum Graben. Mithilfe seiner Tasthaare an Schnauze und an den Handgelenken der Vorderpfoten kann er sich auch im Dunkel seines Baus perfekt orientieren. Als Nagetier sind die Zähne für den Hamster ein überlebenswichtiges Werkzeug. Da diese ohne Unterlass genutzt werden, ist auch der Verschleiß sehr stark. Daher wachsen die Hamsterzähne ein Leben lang

Sein Fell, mit braun rötliche Rückenfell, tarnt den  Feldhamster auf dem Erdboden und von oben betrachtet sehr gut. An Wangen, Brust und Beinen finden sich weißlich cremefarbene Flecken, der Bauch ist eher schwarz. Eine Ausnahmen: in Thüringen gibt es komplett schwarze Feldhamster, in Deutschland einzigartig.

Jeder kennt wohl die „Hamsterbacken“, also genauer Wangen. Es sind zum Transport große, dehnbare Wangentaschen. Wie groß,  hängt von Alter und Größe des Tieres ab, es sind dehnbaren „Einkaufstaschen“. Etwa 60 Gramm Körner oder andere Nahrung kann damit erst gesammelt und dann unter die Erde gebracht werden.

Der kleine Nager lebt unter der Erde, wo er weit verzweigte und bis zu zwei Meter tiefe Bauten anlegt. Er ist mit den Mäusen verwandt und gehört zu den Wühlern. Gerne gräbt er in Lehm- und Lösboden, mit niederschlagsarmen Lebensräumen.  Angeordnet mit verschiedenen Gängen gibt es die Schlafkammer und Vorrats- und Kotkammern. Es gibt Sommer- und Winter Bauten und die nacheinander genutzten Wohnstellen liegen bei den Männchen durchschnittlich 100 m, bei den Weibchen nur 35 m auseinander. Es sind wirklich grummelige Typ, meistens dämmerungs- und nachtaktiv. Er kann sich wehren. dabei stellt er sich auf seine Hinterfüßchen, faucht und klappert mit den Zähnen. (Das wollte ich eben mit dem größeren Stempel zeigen, kein „süßer Nager“)

Weibchen beziehen durchschnittlich nach 27 Tagen einen neuen Bau, die Männchen nach 8 Tagen. Ein reges Umziehen scheinbar. Etwa so groß wie ein Meerschweinchen (400 und 600 g) lebt er territorial unter Feldern, wo er auch seine Hauptnahrung findet: Getreide und anderen Feldfrüchte wie Kartoffeln, Getreide, Luzerne, Rüben, Wildkräuter und ganz wichtig auch kleine Tiere, Wirbellose, Insekten. Sein Bau ist Speisekammer, Zufluchtsort und Kinderstube. Und natürlich ist der Bau ein warmes Quartier für die Winterschläfer. Mit dem Aufwachen beginnt bei den Feldhamstern die Fortpflanzungszeit. Nach durchschnittlich 20 Tagen Tragzeit werden die Jungen unter der Erde gebohren.

Das Weibchen zieht 6-10 Jungen zwischen April und August auf. Die Anzahl der durchschnittlich je Wurf geborenen Jungtiere ist während der letzten Jahrzehnte wohl rückläufig. Die Jungen werden drei Wochen lang gesäugt und schnell dann selbständig, was heißt: sie müssen den mütterlichen Bau verlassen, da ist die Mutter rigeros. Wenn sie dann auf einem abgeernteten Feld das erste Mal das Tageslicht erblicken, werden siedurchaus schnell Opfer von Feinde: Fuchs, Wiesel, Greifvögel, Katzen und andere Beutegreifer.

Für die (jungen) Hamster fängt das Sammel erst nach dem Ende der Fortpflanzungszeit an. Für Männchen beginnt es ab Juli, für die Weibchen erst im August, nachdem die letzten Jungtiere selbständig geworden sind. Übrigens sind sie in der Regel dämmerungs- und nachtaktiv und wenn, wagen sich nur unerfahrene, junge Tiere tagsüber mal an die Oberfläche.

Mitte des letzten Jahrhunderts gab es so viele Feldhamster, dass sie mancherorts als Plage angesehen wurden. Heute ist die Art hierzulande vom Aussterben bedroht und das schon länger!

Kaum zu glauben, in der Nachkriegszeit waren sie sogar eine richtige Plage! Sein Vorkommen beschränkt sich aberFlachland, bevorzugt in fruchtbaren Ackergebieten. Das sind auch die Landschaften, die vom Menschen bereits seit langer Zeit besonders intensiv genutzt werden. Lange Zeit wurde der Feldhamster als Schädling angesehen und vom Menschen bekämpft, weil den Bauern durch Fraßschäden und das Eintragen seiner Wintervorräte ein nicht unerheblicher Teil der Ernte verloren gehen konnte (was wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können.)

Es gibt durchaus gute Möglichkeiten wie Blühstreifen, Anbau von Luzerne, Ernteverzicht, eine spätere Getreide-Mahd oder die sogenannte Ährenernte mit hochgestelltem Mähwerk, damit die Halme stehen bleiben: So können Landwirte Hamstern mehr Nahrung und Deckung vor Feinden wie Greifvögeln, Füchsen und Katzen verschaffen, genau wie die Stoppelruhe bis mindestens 6 Wochen nach der Getreideernte.

Die Zeit des Hamsterns fällt oft mit der üblichen Erntezeit zusammen. Auch hier bringt jeder Tag mehr einen Überlebensvorteil. Zwei Kilogramm Körner und Samen brauche ein Feldhamster, um über die Winterzeit zu kommen. Die Lebenserwartung des Feldhamsters liegt bei ca. 4 Jahren, sowohl im Freiland als auch in Gefangenschaft.

Aber mit der Industrialisierung der Landwirtschaft schwanden die Bestände hier, wie auch in vielen anderen Ländern des Verbreitungsgebietes rasend. Ebenfalls ein großer Faktor spielt wieder die Zersiedlung/Verkehr und damit die Verinselung. So kommt es auch zu Inzucht, weil die Population schon so geschwächt ist, also nur noch wenige Tiere sich vermehren und ihren Genpool weitergeben, kommt es zu Inzucht und damit Krankheiten.

Feldhamster waren in Teilen der DDR noch bis um 1980 so häufig, dass Prämien für erlegte Tiere ausgesetzt wurden. Heute ist die Population im „niedrigen dreistelligen Bereich“. Unter anderem in  Rheinland Pfalz und Rheinhessen sich Naturschützer und Landwirte zusammen sehr engagiert. Aber er ist trotzdem stark vom Aussterben bedroht. Früher wurden in guten Hamstergebieten nach günstigem Wetter Herbstbestände von bis zu 800 Tiere auf einem Hektar gezählt. Da kann man sich überhaupt vorstellen, dass Landwirte vor der industriellen Landwirtschaft das Tier gejagt haben. Mitlerweile kann im August der Bestand bei nur ca. 3,6 Tieren/ha liegen. Auch für die Pelze wurden sie tatsächlich gefangen. Hamsterfelle wurden schon im Mittelalter viel genutzt. (Wer dazu genaueres wissen möchte: Wikipedia Beitrag)

Leider eher zu einem „Monsterchen“ geschnitzt, aber der kleine Hamster im Feld oben gefällt mir gut (und Ihr seht, nicht jeder Stempel gelingt so, wie man sich das vorgestellt hat)

Der Hamster und die Ameise

„Ihr armseligen Ameisen“, sagte ein Hamster. „Verlohnt es sich der Mühe, dass ihr den ganzen Sommer arbeitet, um ein so Weniges einzusammeln? Wenn ihr meinen Vorrat sehen solltet!“
„Höre“, antwortete eine Ameise, „wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es schon recht, dass die Menschen dir nachgraben, deine Scheuern ausleeren und dich deinen räuberischen Geiz mit dem Leben büßen lassen!“

Gotthold Ephraim Lessing

Damit habe ich wieder einen Beitrag zum Jahresprojekt „Was man sonst nicht sieht“ für Euch. Vielleicht habt Ihr ein wenig mehr über den bekannten – unbekannten Höhlenbewohner erfahren, ich auf alle Fälle! Ich bin sehr gespannt, ob jemand von Euch schon mal den seltenen Höhlenbewohner gesehen hat.

Verlinkt bei Andrea Zitronenfalterin, Magic Crafts und Creativsalat

Schönen 1. Mai allen!

April in warm und kalt

Hallo Ihr Lieben.

Es ist/war wirklich schon wieder der letzte Donnerstag des Monats. Birgit sammelt dann unsere Monatsrückblicke.

Erinnert Ihr Euch noch? Anfang April war erst Ostern und das war doch erst gerade, oder? Ist Euer April auch so schnell vorbei geflogen wie meiner?

Wie immer versuche ich Euch Anfang des Monats etwas aus meinem Jahresprojekt zu zeigen. Eine Echse, die wie eine Schlange aussieht war Thema bei „was man sonst nicht sieht“.

Gleich nach Ostern und den damit verbundenen Besuchen wurde etwas Geburtstag gefeiert. Dabei hatten wir einfach nur unglaublich Glück mit dem Wetter! „Sonnenhut Wetter“!

Aber nach dem Geburtstag ist vor dem Geburtstagen. Gerade im Frühling reihen sich da ein paar hintereinander. Vor allem der runde wollte gefeiert werden. Wir haben ganz schön gebibbert bezüglich Wetter, aber es war gestern perfekt.

Copyright „Sohnemann“

Aproppos Wetter, dass war, wie es sich für den April geziemt, absolute ein Thema. Erst so warm, das die Natur förmlich explodierte und teils drei Wochen früher dran war. Und dann regnerisch und eisekalt. Rapsfelder, Apfelblüten, alles was sonst eigentlich etwas später dran ist, sind erfrohren. Gerade für die Landwirtschaft ist das heftig, zumal bei der Nässe sehr spät gesäht werden konnte oder schon zum zweiten mal, da die ersten Pflänzchen „ertrunken“ sind.

Aktiv waren wir zwischendrin als Heimhandwerker, Zugänge mit Frühjahrsputz, Aussortiert und geräumt wird immer noch, immer mal wieder. Und viel in der Küche gearbeitet diesen Monat, Gäste wollen verköstigt werden. Einfach viel Real Life 🙂

Für eine besondere Karte wurde ein gewisses Relikt aus alten Werbezeiten als Stempel geschnitzt. (Nein, um das damals beworbene Produkt geht es nicht 🙂)

An der Kaffeepflanzen strahlte die zweite Blüte. So eine kleine, feine Schönheit! Ob es auch eine Kaffeefrucht geben wird?

Und auf der Fensterbank blüht es schon. Eigentlich müssten die Pflanzen raus. Ich werde aber noch etwas warten. Auch wenn die Temperaturen milder sind. Ich weiß nicht, ob die Eisheiligen schon vorgezogen und vorbei sind, oder noch eine Kälte Periode kommt.

Uhu Webcam (vivara)

Zwischendrin, vor allem nachts, schaue ich gern in fremde Nester. Einen echten Uhu habe ich aber vor einigen Tagen auch gesehen. Frühmorgens hörte ich kurz nach dem Verlassen des Hauses mit dem Hund laute Krähenschreihe. Wir waren eh auf dem Weg in diese Richtung und ich war gleich aufgeregt, denn nur wenn Krähen einen Habicht oder Uhu hier entdecken, bleiben sie laut und energisch am „Feind“. So sah ich den großen Vogel aus der Kiefer fliegen, umringt von wütenden Krähen. Das Bild ist fest eingeprägt im Kopf und kommt sicher bald gemalt auf ein Blatt Papier.

Zum Bloggen und auf Blogs gucken und kommentieren, dazu bin ich größtenteils kaum gekommen. Nächste Woche holen ich das nach!

Der Wonnemonat Mai steht vor der Tür. Ich wünsche Euch einen schönen fünften Monat!

Verlinkt bei Birgit, dem Samstagsplausch und den Sonntagsschätzchen.

Frühlingshafte Sonntagsschätze

Hallo Ihr Lieben.

Es tut mir leid, mir zerrinnt die Zeit durch die Finger. Heute aber wenigstens ein paar Sonntagsschätzchen, bevor ich es wieder nicht schaffe.

Nach der Feier ist vor der Feier 😉

Erstens seht Ihr an dem Trittsiegel der Kuh, wie viel es noch mal geregnet hatte. Außerdem der Clou: diese Spur fand sich mitten im Park. Eine der bunten Kühe, die es auch hier auf den Blog schon mehrfach geschafft haben, war ausgebrochen. Ob da nicht jemand nachgeholfen hat, denn die Zäune sind immer gut in Schuss. (Und keine Sorge, es ist alles gut gegangen)

Das gute Wetter dann endlich sorgte für das Abarbeiten liegengebliebene Tätigkeiten (nicht nur draußen).

Ich habe mir Anfang der Woche Blumen gegönnt. Langsam blühen sie auf und sind jeden Morgen ein aufmunternden Blickfang.

Und ich habe für Astrids Blumenstrauß Sammlung auch mal wieder Fotos.

So manches Nest wird bunt und wollig warm weich.

Es scheint zum ersten Mal eigene Feigen zu geben. Die Pflanzen habe ich aus kleinen Stecklingen gezogen. Mit ihrem Werdegang bin ich sehr zufrieden.

Gestern in der Eifel gab es noch einmal wunderbares Geburtstagswetter. (Der rote Milan kreiste über den Dächern, sichtlich froh über die dortige Thermik)

Zu Ostern war es kaum am Blühen dort, so ein gewaltiger Unterschied zum Rheinland. Nun blühen die Schlüsselblumen (und teils noch die Schlehen gleichzeitig). Wenn man dafür hier schon durch blühende Rapsfelder fährt und auch im eigenen Garten ja so viel Blühendes hat. Mir graust es vor den Eisheiligen. Aber jetzt genieße ich die Wärme und Sonne (vorsichtig, denn gestern bin ich in der Sonne eingeschlafen und etwas rot geworden)

Habt eine schöne Woche und genießt den sonnigen Sonntag (es soll wieder eine regnerische Periode kommen)

Verlinkt bei Andreas Sonntagsschätzchen, Andreas Samstagsplausch und Astrids Blumen Link Party und der Galeriea Himmelsblick

Ach, schleich Dich doch!

Hallo Ihr Lieben. Und nein, Ihr seid nicht gemeint! Bitte verweilt noch ein paar Zeilen. 😊

Anguis fragilis, um dieses Tier geht es heute in meiner Rubrik „Was man sonst nicht sieht.“ Und ja, dieses Tier schleicht mit seinem ganzen Körper, wie eine Schlange. Aber Ihr ahnt es vielleicht schon, es ist keine Schlange! Es geht um eines der häufigsten und am weitesten verbreiteten Reptilien (noch jedenfalls) in Deutschland. Aber aufgrund ihrer versteckten Lebensweise bekommen wir die schlangenartige Echse eher selten zu Gesicht.

Carl von Linné gab ihr den lateinischen Namen: anguis (Schlange) fragilis (zerbrechlich).

Im Althochdeutschen wurde sie „Pliutslicho“ genannt, was soviel wie blendender Schleicher heißt.

Über die Blindschleiche ist im Meyer`s Konversationslexikon von 1871 zu lesen:    „Reptiliengattung aus der Ordnung der Saurier und der Familie der Schuppenechsen ohne Beine. Der Schwanz dieses bis eineinhalb Fuß langen Reptils ist sehr zerbrechlich (Bruchschlange, Glasschlange). Früher war es den Schlangen beigezählt.“

„Slow Worms“, Raimundo Petraroja, 1863-1900 (Quelle Enc. Britannica)

Die Blindschleiche ist eine eigene Art innerhalb der Echsen.
Sie sind hier, in weiten Teilen Europas, in manchen Gebieten Vorderasiens und Nordwestafrikas beheimatet. In Irland, Korsika, wenigen Gebieten des südlichen Spaniens und Portugals, sowie Sardinien gibt es sie nicht.
Sie leben an Waldlichtungen, Wiesen, Gärten, Parkanlagen und Bachufern. Auch im Garten kann sie vorkommen, das erfreut den Hobbygärtner sehr, sie fressen auch gerne Schnecken. Wir haben sie sogar am Sandstrand auf Hiddensee gesehen, zwischen ein paar Pflanzen. Wichtig sind eben Versteckmöglichkeiten wie Mäuerchen, Vegestation, aber auch Sonnenplätze zum Aufwärmen. Deswegen sichten wir sie hauptsächlich an warmen Mittagsstunden , wenn sie sich in die Sonne legen. Sie sind wechselwarm, wie alle Echsen. Ansonsten ruhen Blindschleichen die meiste Zeit unter Steinen und Unterholz, sowie eingegraben in weicher Erde. In Gärten halten sie sich unter Holzplatten, Folien und anderen schützenden Materialien auf.

Ich habe früher immer gedacht, dass der Name BLINDschleiche daher kommt, dass es keine Schlange ist, die wir sehen, sondern eine Echse mit zurückgebildeten Füßen, wir also blind für die Wirklichkeit wären. Tatsache ist aber, dass es die glitzernde Haut ist, die uns „blendet“, blind macht durch das zurückgeworfene Licht.

Von Schlangen unterscheidet diese Echse sich aber mehr als nur durch die (nicht äußerlich sichtbaren) Überreste der Beine am langen Körper. Sie haben wie Eidechsen bewegliche und verschließbare Augenlider, während jene der Schlangen unbeweglich und durchsichtig sind und bei jeder Häutung mit erneuert werden. Bauchschuppen und Rückenschuppen sehen von der Form her gleich aus, im Gegensatz zu Schlangen.
Schlangen besitzen an der Unterseite von Muskeln unterlegte, recht große Bauchschuppen, mit denen sie sich schnell fortbewegen. Die Blindschleiche hat diese nicht, sie nutzt den ganzen Körper um schlängelnd vorwärts zu kommen. Vor allem unterirdisch ist der runde Körper (Querschnitt) praktisch. Dort helfen die hautknochengestützten, rund um den Leib gleichmässig kleinen Schuppen.

Quelle Kosmos Naturführer

Eine weitere Besonderheit, auf die ja der lateinische Name hinweist, ist die Möglichkeit den Schwanz zu verlieren, um so den Beutegreifer abzulenken. Der zuckende Schwanz bleibt zurück und die Schleiche entkommt. Das sie den Schwanz nachwachsen lassen kann ist ein Mythos. Aber die Stelle verheilt so, dass es aussieht, als hätte sie einen (kurzen!) neuen bekommen. Eidechsen bilden einen kurzen Schwanz nach und sie haben eine kleine Ohröffnung, Blindschleichen nicht. Das geht allerdings nur einmal im Leben.🦎 „Fragil“, weil zerbrechlich. Als Kind haben wir mal eine gefunden und wollten sie daheim zeigen und in unseren Händen hat die arme Blindschleiche dann die Schwanzspitze abgeworfen.

Blindschleichen werden höchstens 50/55 cm lang. Es sind glattschuppige, glänzende Echsen, als Erwachsene von grauer bis brauner, als Jungtiere aber von silbriger bis goldiger Grundfärbung. Während sich ältere Männchen mehrheitlich hell präsentieren, sind die meisten Weibchen und alle Jungtiere an Bauch und Flanken dunkelbraun gefärbt und längs der Rückenmitte zudem mit einem dunklen Aalstrich geziert. Vor allem ältere Männchen sind bisweilen blau getüpfelt.

Von oben erkennt man an einer Blindschleiche sehr schlecht den Hals- bzw Schwanzansatz. Dementsprechend wirkt der Körper walzenförmig, zumal der Querschnitt rund ist.


Einen grossen Teil ihres Lebens, das über 40 Jahre dauern kann, verbringt die lebendgebärende Schleiche (die Jungtiere schlüpfen im Moment der Geburt aus der Eihülle) unterirdisch. Erwachsene wühlen sich oft selber durch die Erde, junge Schleichen nutzen eher bereits vorhandene Gänge. Zur  Winterruhe graben sie sich in die Erde.

Man hat schon große Ansammlungen von  überwinterndernden  Blindschleichen gefunden. In verlassenen Kleinsäugerbauten hatten sie sich eingegraben, die Eingänge mit Gras, Moos und Erde zugestopft. Es sind die optimalen Bedingungen, die zu Ansammlungen auch über das Jahr hinweg, führen. Immer wieder finden sich auch ohne die Winterruhe Gruppen, obwohl ja eigentlich Einzelgänger. Im Garten wären zB ein Komposthaufen oder Sonnenplätze auf Steinen mit feuchter Erde darunter so optimale Plätze. Dort gibt es eben Nahrung und gute Rückzugsorte.

Nach der Winterruhe beginnt im April die Paarungszeit. Männchen kämpfen gegeneinander indem sie sich versuchen zu beißen und nieder zu ringen. Bei der stundenlangen Paarung verbeißt sich das Männchen in den Nacken des Weibchens. Von April bis Juni gebären sie nach ungefähr drei Monaten 6–12, sehr selten bis zu 20 Junge. Die Jungtiere sind dann ca 7cm lang und diese werden mit drei Jahren geschlechtsreif. Erwachsene Tiere können bis zu einem halben Meter lang werden und sogar über 40 Jahre alt werden, was in der Natur aber kaum vorkommt (in Gefangenschaft wohl noch älter, es gab da sehr unterschiedliche Angaben).

Wenn sich Blindschleichen stark aufwärmen, sind sie besonders beweglich. Vor allem, wenn sie unterirdisch aktiv sind, müssen sie sich vorher gut erwärmen.

In der Natur sind Raubvögel und -tiere gefährlich, bei kleinen Schleichen kann auch schon eine Amsel gefährlich werden oder ein Maulwurf. Aber natürlich ist wieder der Mensch mit seinen Eingriffen und Veränderung in die Natur der gröste Feind. Jetzt im Frühjahr werden viele Blindschleichen überfahren. Auch Hauskatzen sind für sie gefährlich.

Es gibt in der Sammlung der Gebrüder Grimm eine Märchen:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Von_der_Nachtigall_und_der_Blindschleiche

Ich weiß, viele Menschen mögen keine Echsen und Schlangen, kaltblütige Tiere mit Schuppen. Aber vielleicht habt Ihr trotzdem etwas Freude am Beitrag, der natürlich wieder zur Linksammlung der Zitronenfalterin wandert.

Verlinkt auch beim Creativsalat