Ach, schleich Dich doch!

Hallo Ihr Lieben. Und nein, Ihr seid nicht gemeint! Bitte verweilt noch ein paar Zeilen. 😊

Anguis fragilis, um dieses Tier geht es heute in meiner Rubrik „Was man sonst nicht sieht.“ Und ja, dieses Tier schleicht mit seinem ganzen Körper, wie eine Schlange. Aber Ihr ahnt es vielleicht schon, es ist keine Schlange! Es geht um eines der häufigsten und am weitesten verbreiteten Reptilien (noch jedenfalls) in Deutschland. Aber aufgrund ihrer versteckten Lebensweise bekommen wir die schlangenartige Echse eher selten zu Gesicht.

Carl von Linné gab ihr den lateinischen Namen: anguis (Schlange) fragilis (zerbrechlich).

Im Althochdeutschen wurde sie „Pliutslicho“ genannt, was soviel wie blendender Schleicher heißt.

Über die Blindschleiche ist im Meyer`s Konversationslexikon von 1871 zu lesen:    „Reptiliengattung aus der Ordnung der Saurier und der Familie der Schuppenechsen ohne Beine. Der Schwanz dieses bis eineinhalb Fuß langen Reptils ist sehr zerbrechlich (Bruchschlange, Glasschlange). Früher war es den Schlangen beigezählt.“

„Slow Worms“, Raimundo Petraroja, 1863-1900 (Quelle Enc. Britannica)

Die Blindschleiche ist eine eigene Art innerhalb der Echsen.
Sie sind hier, in weiten Teilen Europas, in manchen Gebieten Vorderasiens und Nordwestafrikas beheimatet. In Irland, Korsika, wenigen Gebieten des südlichen Spaniens und Portugals, sowie Sardinien gibt es sie nicht.
Sie leben an Waldlichtungen, Wiesen, Gärten, Parkanlagen und Bachufern. Auch im Garten kann sie vorkommen, das erfreut den Hobbygärtner sehr, sie fressen auch gerne Schnecken. Wir haben sie sogar am Sandstrand auf Hiddensee gesehen, zwischen ein paar Pflanzen. Wichtig sind eben Versteckmöglichkeiten wie Mäuerchen, Vegestation, aber auch Sonnenplätze zum Aufwärmen. Deswegen sichten wir sie hauptsächlich an warmen Mittagsstunden , wenn sie sich in die Sonne legen. Sie sind wechselwarm, wie alle Echsen. Ansonsten ruhen Blindschleichen die meiste Zeit unter Steinen und Unterholz, sowie eingegraben in weicher Erde. In Gärten halten sie sich unter Holzplatten, Folien und anderen schützenden Materialien auf.

Ich habe früher immer gedacht, dass der Name BLINDschleiche daher kommt, dass es keine Schlange ist, die wir sehen, sondern eine Echse mit zurückgebildeten Füßen, wir also blind für die Wirklichkeit wären. Tatsache ist aber, dass es die glitzernde Haut ist, die uns „blendet“, blind macht durch das zurückgeworfene Licht.

Von Schlangen unterscheidet diese Echse sich aber mehr als nur durch die (nicht äußerlich sichtbaren) Überreste der Beine am langen Körper. Sie haben wie Eidechsen bewegliche und verschließbare Augenlider, während jene der Schlangen unbeweglich und durchsichtig sind und bei jeder Häutung mit erneuert werden. Bauchschuppen und Rückenschuppen sehen von der Form her gleich aus, im Gegensatz zu Schlangen.
Schlangen besitzen an der Unterseite von Muskeln unterlegte, recht große Bauchschuppen, mit denen sie sich schnell fortbewegen. Die Blindschleiche hat diese nicht, sie nutzt den ganzen Körper um schlängelnd vorwärts zu kommen. Vor allem unterirdisch ist der runde Körper (Querschnitt) praktisch. Dort helfen die hautknochengestützten, rund um den Leib gleichmässig kleinen Schuppen.

Quelle Kosmos Naturführer

Eine weitere Besonderheit, auf die ja der lateinische Name hinweist, ist die Möglichkeit den Schwanz zu verlieren, um so den Beutegreifer abzulenken. Der zuckende Schwanz bleibt zurück und die Schleiche entkommt. Das sie den Schwanz nachwachsen lassen kann ist ein Mythos. Aber die Stelle verheilt so, dass es aussieht, als hätte sie einen (kurzen!) neuen bekommen. Eidechsen bilden einen kurzen Schwanz nach und sie haben eine kleine Ohröffnung, Blindschleichen nicht. Das geht allerdings nur einmal im Leben.🦎 „Fragil“, weil zerbrechlich. Als Kind haben wir mal eine gefunden und wollten sie daheim zeigen und in unseren Händen hat die arme Blindschleiche dann die Schwanzspitze abgeworfen.

Blindschleichen werden höchstens 50/55 cm lang. Es sind glattschuppige, glänzende Echsen, als Erwachsene von grauer bis brauner, als Jungtiere aber von silbriger bis goldiger Grundfärbung. Während sich ältere Männchen mehrheitlich hell präsentieren, sind die meisten Weibchen und alle Jungtiere an Bauch und Flanken dunkelbraun gefärbt und längs der Rückenmitte zudem mit einem dunklen Aalstrich geziert. Vor allem ältere Männchen sind bisweilen blau getüpfelt.

Von oben erkennt man an einer Blindschleiche sehr schlecht den Hals- bzw Schwanzansatz. Dementsprechend wirkt der Körper walzenförmig, zumal der Querschnitt rund ist.


Einen grossen Teil ihres Lebens, das über 40 Jahre dauern kann, verbringt die lebendgebärende Schleiche (die Jungtiere schlüpfen im Moment der Geburt aus der Eihülle) unterirdisch. Erwachsene wühlen sich oft selber durch die Erde, junge Schleichen nutzen eher bereits vorhandene Gänge. Zur  Winterruhe graben sie sich in die Erde.

Man hat schon große Ansammlungen von  überwinterndernden  Blindschleichen gefunden. In verlassenen Kleinsäugerbauten hatten sie sich eingegraben, die Eingänge mit Gras, Moos und Erde zugestopft. Es sind die optimalen Bedingungen, die zu Ansammlungen auch über das Jahr hinweg, führen. Immer wieder finden sich auch ohne die Winterruhe Gruppen, obwohl ja eigentlich Einzelgänger. Im Garten wären zB ein Komposthaufen oder Sonnenplätze auf Steinen mit feuchter Erde darunter so optimale Plätze. Dort gibt es eben Nahrung und gute Rückzugsorte.

Nach der Winterruhe beginnt im April die Paarungszeit. Männchen kämpfen gegeneinander indem sie sich versuchen zu beißen und nieder zu ringen. Bei der stundenlangen Paarung verbeißt sich das Männchen in den Nacken des Weibchens. Von April bis Juni gebären sie nach ungefähr drei Monaten 6–12, sehr selten bis zu 20 Junge. Die Jungtiere sind dann ca 7cm lang und diese werden mit drei Jahren geschlechtsreif. Erwachsene Tiere können bis zu einem halben Meter lang werden und sogar über 40 Jahre alt werden, was in der Natur aber kaum vorkommt (in Gefangenschaft wohl noch älter, es gab da sehr unterschiedliche Angaben).

Wenn sich Blindschleichen stark aufwärmen, sind sie besonders beweglich. Vor allem, wenn sie unterirdisch aktiv sind, müssen sie sich vorher gut erwärmen.

In der Natur sind Raubvögel und -tiere gefährlich, bei kleinen Schleichen kann auch schon eine Amsel gefährlich werden oder ein Maulwurf. Aber natürlich ist wieder der Mensch mit seinen Eingriffen und Veränderung in die Natur der gröste Feind. Jetzt im Frühjahr werden viele Blindschleichen überfahren. Auch Hauskatzen sind für sie gefährlich.

Es gibt in der Sammlung der Gebrüder Grimm eine Märchen:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Von_der_Nachtigall_und_der_Blindschleiche

Ich weiß, viele Menschen mögen keine Echsen und Schlangen, kaltblütige Tiere mit Schuppen. Aber vielleicht habt Ihr trotzdem etwas Freude am Beitrag, der natürlich wieder zur Linksammlung der Zitronenfalterin wandert.

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Silbrig

Hallo Ihr Lieben.

Diese Woche hat der Frühling nicht nur kalendarisch begonnen.  Es gab richtig milde und sonnige Tage. Ich habe gelesen, dass seit Jahren die erste Blüte des Apfels gesucht wird und die ist bis jetzt immer sehr viel weiter im südlichen, rheinischen Weinbaugebiet erblüht. Dieses Jahr war es die Bonner Innenstadt. Es ist unglaublich wie viele kleinen Wildbienen sich schon auf die falsche Seite des Wohnzimmerfensters verirrt haben (Löcherbienen und eine Maskenbiene soweit ich es sehen konnte, schlechtes Foto mit Spiegelung und scheußlichem Wetter und schnell mit einem Glas befreiet, entlassen in die Kälte) Und an der Schneeheide waren acht Erdhummeln! So groß, dass man sich wirklich fragt, wie sie physikalisch überhaupt fliegen können. Sogar sehr schnell ist dieser Brummer unterwegs.

Wie Hubschrauber nutzen Hummeln ihre vergleichsweise kleinen Flügel.

Wie schön die Lichtreflexionen auf den Blättern und den alten, flach liegenden Stängeln, sie leuchteten silbern. Passend dazu der Silberreiher. Silbrig auch der Bodennebel in der Ferne.

Fuchsrote Lockensandbiene

Im Garten ist überall emsiges Treiben. Die Vögel holen sich fleißig Nistmaterial. Die rote Wolle habe ich letztens bei einem Nistkasten im Nachbargarten herausrausragen gesehen. 😊 (Ich schaue nachts, wenn ich wach werde und kein Licht machen mag, wieder in Eulennistkästen. Der Waldkauz hat schon 3 Küken).

Die Birne blüht bereits auf und diese Hummel kann es nicht erwarten, bis sich die Blüte öffnet.

Am Totholz wärmen sich die kleinen Feuerwanzen. Der Strunk von einer Kirsche hat so schöne Holzstrukturen und reichlich tierischen Besuch.

Nachdem die letzte Kartoffel Ernte sehr bescheiden war, hatte ich keine „Bamberger“ Hörnchen als Setzkartoffeln mehr. Daher war ich so froh, diese Packung zu finden. Nun, ich hätte genauer hinsehen und lesen sollen. Es ist nur „Typ“. Da hat man nur Werbung mit dem Namen gemacht, etwas irreführend, m.E.. Bamberger Hörnchen sind nämlich geschützt, nicht nur als Sorte. Seit Oktober 2013 sind Bamberger Hörnchen als regionale Marke unter dem Begriff “geschützte geographische Angabe”  von der EU geschützt und dürfen nur aus Franken kommend auch so heißen und als Speisekartoffeln vertrieben werden. Für den kleinen Bedarf im Garten dürfen sie als Pflanzkartoffeln aber vertrieben werden. Na, allzuviel Platz habe ich eh nicht mehr. Also schauen wir nächstes Jahr noch einmal.

Von Westen her strahlt gerade noch die Sonne, während im Osten dagegen die dunklen Regen- und Hagelwolken hängen. Sehr aprilliges Wetter, kalt wieder, perfekt um es sich gemütlich zu machen und abzuschalten oder noch etwas Frühjahrsputz/Aufräumen/Bratkartoffel in Mengen/Stempelschnitzen… 😊

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Frühlingsanfang

Hallo Ihr Lieben.

Ruhig ist es gerade hier auf dem Blog. Manchmal ist das reale Leben eben wichtiger und die Muse, digital unterwegs zu sein, gering(er). Meist habe ich nur Mal kurz bei dem ein oder anderen gespingst. (Ganz bald wieder mehr!)

Aber heute zum kalendarischen Frühlingsanfang wollte ich Euch doch einen lieben Gruß da lassen!

Kirschblüte am Morgen

Die Wildtulpen Blüten werden gern angefressen, Tulpenblätter fangen Wasser

Bedanken möchte ich mich für die ganzen möglichen Meldungen Eurerseits bezüglich der Fressfeinden der Frühblüher-Blütenblätter. Obwohl wir am Anfang Schnecken ausgeschlossen hatten, hat sich herausgestellt, dass es tatsächlich eine Invasion von schwarzen Mininacktschnecken waren. Noch nie hatte meine Mutter diese Schnecken, vor allem nicht in den Mengen! (Zumal sie gerade erst geharkt hatte, was ja Schneckeneier zerstört und hoch bewegt, dass Vögel sie fressen. Und der Maulwurf, der ja sehr aktiv bei ihr ist, mag auch Schnecken)

Gartenarbeit mit Unkraut jähten und aufräumen war angesagt. Ein wenig kreativ war ich dann aber auch. Dieser Dachs Stempel ist mal ein Beispiel, dass ich gern „zu viel“ schnitze. Es ist nicht immer einfach ein gemaltes Bild als Stempel umzusetzen. Manchmal ist es eben ein Nachteil, wenn man schnitzt, wie man malt.

Bei dem obrigen hab ich mal etwas verbessert (Bleistift). Als Stempel muss ich das Bild eigentlich neu aufstellen.

Ich wollte Euch nämlich bald einen weiteren Teil der Geschichte um Fuchs- und Dachsfamilie zu lesen geben, aber eben auch gerne mit Bildern.

Mit meiner Osterpost komme ich auch nicht voran. Meine bereits vorhandenen Hasenstempel mag ich nicht schon wieder nehmen. Vielleicht nun so einen:

mit Aquarellstiften und schon gen Norden unterwegs

Ach, lässt Euch etwas überraschen 🐰 Statt dessen wurden diese Cartoon Vögelchen geschnitzt:

Rohfassung

Geschenk

Endergebnisse

Meine Freundin liebt Woodstock und so wollte ich Ihr eine kleine Aufmunterung in Stempelform geben. Den ruhenden Woodstock von den Peanuts habe ich behalten. Am ersten Rohstempel seht Ihr vielleicht den Werdegang, er ist noch sehr grob.

Heute ist es wunderbar mild! Mit dem Rad bin ich schon unterwegs gewesen, traumhaft durch den Sonnenschein. Ich habe tatsächlich in den Feldern eine Lerche gehört. So froh bin ich, dass wir hier noch mindestens eine Feldlerche haben.

Ich mache mich dann wieder an etwas Frühjahrsputz. Für nächste Woche muss ich mir noch überlegen, ob ich etwas backe. (Fastenzeit und derweil Geburtstage sind blöde)

Bis die Tage Ihr Lieben, habt es fein und bleibt gesund!

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Frühlingshafte Vorfreude

Hallo Ihr Lieben.

Die Sonne kam die ersten Tage der vergangenen Woche durch den Nebel gekrochen und wärmt Mittags schon. Aber die Nachtfröste blieben und bleiben uns ab und an noch erhalten.

Der meteorologische Frühling hat ja bereits begonnen, die Natur grünt und blüht und zwitschert und summt. Ich konnte sogar erstes Bärlauch Pesto machen. (Aus dem Garten der Mutter und meinem) Und auch wenn der Ostwind noch kalt um die Ecke fegte, die Sonne war wunderbar. So langsam sollte ich meine Osterdekoration aus dem Keller holen. Ein wenig am basteln bin ich auch mal wieder. Als erstes haben wir das Häschen als „Bausatz“ für unsere Senioren gemacht. Das Bastelmaterial habe ich mir aber auch für eigene Häschen rausgesucht. Außerdem hatte ich bei Sabines „Insel der Stille“ schon mal Blumen aus Eierkartons gesehen und habe mir die ersten Testblumen gemacht. Girlanden wären sicher nett. Mit etwas Wasserfarben kann man die „weißen“ Exemplare auch bunt gestalten, jetzt habe ich nur etwas mit grünem Feinmaler getestet. Aber ersteinmal werden die für unsere Senioren vorbereitet.

Zum Erich Kästner Jahr!

Viel Ostermaterial habe ich noch nicht oben. Ich konnte die letzten Tage gar nicht an die Kisten mit Osterdekoration, denn Umzugskartons standen davor. Die sind heute, am Sonntag gepackt und 70 km weiter nördlich hochgeschleppt worden. Ein kleiner Umzug von der Freundin des Ältesten. Fünf Etagen sind ein guter Workout!

Ich habe mal zusammengetragen, was ich erreichbar hatte. Aber richtig dekoriert…?  😄  Von dem Blumenstrauß habe ich jetzt lange etwas, er steht seit Montag und fängt jetzt erst an zu verblühen. Die ersten Zweige der Schlehe mit ihren schönen kleinen weißen Blühten kamen in eine Vase.

Letztes Wochenende war ich bei meiner Mutter. Nachdem wir erst eine Runde im Wald unterwegs waren (Anpflanzungen kontrollieren u.A. und leider feststellen, dass der Hase trotz Schutz die Knospen der jungen Bäume abgefressen hat) ging es anschließend noch in den Garten, Unmengen Maulwurfshügel beseitigen.

Ach, was sich alles immer findet, wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht. Baumkreaturen, „Bouwist-Augen“ und alte „Wohnungen“

Ich brauche mal etwas „Schwarmwissen“:

Kennt Ihr ein Tier, was sich im ganzen Garten an allen Blütenblättern der Schneeglöckchen, Märzbächer und Winterlingen gütlich tut? Keine Schnecken! Kein Pilz. Wir vermuten Wühlmäuse (Kot), was aber eigentlich untypisch ist.

Und zu guter Letzt möchte ich Euch ein Foto aus dem unperfekten Garten zeigen, genauer und unspektakulär der neue Kaki Baum:

Drumherum die Schwertlilien, etwas Bärlauch und aus der Erde gerade hervor schauender Waldmeister. Links ein einfacher Flieder und am hohen Zaun beginnen langsam die Blätter der jungen Clematis zu entfalten. Drückt mir die Daumen, dass der Junge Baum gut angeht und uns vielleicht im Folgejahr erste Blüten und möglicherweise sogar schon Früchte im späten Herbst bringt. Gesetzt habe ich ihn mit Draht um den Wurzelballen als Schutz gegen Mäuse. Dazu ins Pflanzloch etwas Wolle und Komposterde. Nicht trocken werden lassen über den Sommer.  Bei der frisch gepflanzten Aronia/Apfelbeere öffnen sich schon die Blattknospen. Es ist der mildeste Februar seit Wetteraufzeichnungen gewesen, also kein Wunder, dass die Tulpen schon ihre Knospen zeigen. Auch die Webcams zu den Eulen und Co sind online. Wenn ich nachts wach werde, schaue ich, was Schleiereule, Uhu (der definitiv schön Eier gelegt hat) und Käuze machen. Meist auch noch schlafen 😊 Blaumeisen und Kohlmeisen waren im Garten interessiert an unseren Vogelhäuschen, mal sehen, vielleicht haben die Nachbarskatzen sie aber doch abgeschreckt.

Habt einen schönen Sonntag, ich komme erst die nächsten Tage dazu, bei Euch vorbei zu schauen, etwas weniger Zeit heute noch.

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Unschuld und Mut

Hallo Ihr Lieben.

Heute ist es wieder so weit, ab heute können wir wieder bei Andrea unsere Jahresprojekt Fortschritte zeigen.

Bei mir geht es diesmal um das zweitkleinste, heimische Raubtier. Und eines der mutigsten. Es greift sogar Menschen an, wenn es in die Ecke gedrängt wird.

Mustela erminea, Euch vielleicht besser bekannt unter dem Namen Hermelin. Und wenn Ihr jetzt vielleicht immer noch keine Ahnung habt, gebe ich Euch noch einen Tipp: Königsmäntel, welche Reinheit und Unschuld symbolisierten, weißer Pelz mit den typischen weißen Schwänzen und der schwarzen Spitze daran

aufrecht, in der aufmerksamen, typischen Position

Der sogenannte Hermelinmantel war ursprünglich den Königen vorbehalten, später auch beliebt beim Adel und weil er natürlich nicht nur besonders, sondern vor allem besonders teuer war, wurde da auch schon mal getrickst. Denn das Hermelin ist nur handgroß und entsprechend viele Pelze benötigte man. Aber nicht nur die Größe war ein Problem, auch die Fellfarbe. Dazu kommen wir noch.

Das Hermelin Weibchen wird nur 25 – 30 cm lang, die Männchen schon mal 40 cm. Davon ist der Schwanz etwa 8 – 12 cm lang. Ein männliches Hermelin wiegt 150 bis 345 g, ein Weibchen nur 110-235g. Vielleicht ist Euch der umgangssprachliche Begriff „Wiesel“ bekannter?

Stempel Werdegang

Es sind Raubtiere und gehören zur Familie der Marder. Ihr langer geschmeidiger Körper ist auf kurzen, kräftigen Läufen unterwegs. Der Kopf wirkt dreieckig. Die normale Färbung des Fells ist braun, mit einer weißen Unterseite, der Schwanz hat immer eine schwarze Schwanzspitze. Im Winter macht das Hermelin einen Fellwechsel durch, es bekommt weiße Haare und verliert die braunen. (Und da sind wir wieder beim Königsmantel). Als ich das erste Mal ein Hermelin sah, hatte es einen weiß-braun gefleckten Fell. Es bedarf eines kontinuierlichen, strengen Winter um den Fellwechsel ganz durchzuführen. Dann ist die Fellfärbung aber eine gute Tarnung.

Es gibt ein noch kleineres Wiesel, das halb so große Mauswiesel. Aber dieses macht die Fellfärbung nicht durch und hat keine schwarze Schwanzspitze.

Es gehört zur Ordnung Carnivora  und neben Iltis, Nerz und Mink als so genannte Wieselartige oder auch Stinkmarder (Mustelinae) zur Familie der Marder (Mustelidae).

Das Hermelin mag wassernahe Biotope, gern Feldraine. Dort ist es genauso zu beobachten wie in den angrenzenden Wiesen oder entlang von Hecken. Der dichte Wald ist weniger sein Gebiet. Die Sinne sind ausgezeichnet, gut schwimmen können sie auch.

Lesezeichen Hermelin

Es lebt gerne in alten Maulwurfshöhlen, in Mausgängen oder Kaninchen Bauten und hat meist mehrere dieser Verstecke. Aber auch Baumhöhlen und Steinhaufen. Es ist ein gefürchteter Mäuse- und Rattenjäger, sogar die doppelt so großen Kaninchen tötet es mit seinem Nackenbiss (dolchartige Eckzähne). Zwei Mäuse werden pro Tag mindestens für die agilen Tiere gebraucht um den Energiebedarf zu decken. Auch Lurche oder Eier und Insekten stehen auf dem Speiseplan. Vor der Katze war er ein beliebtes Haustier auf Bauernhöfen. Allerdings ist das Hermelin auch von Hühnerhaltern gefürchtet. Es ist ein mutiger Räuber. sein Revier verteidigt der Einzelgänger gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen ernergisch. Nur in der Ranzzeit, der Paarungszeit, kommen die Partner zusammen. Hauptpaarungszeit beginnt im Januar, verstärkt im Februar, seltener auch im Juni/Juli. Etwas Besonderes ist hier die Keimruhe nach der Befruchtung, bis in den Spätwinter. Der Wurf kommt dann im darauf folgenden März bis Mai: so fällt die Aufzucht der Jungen in eine klimatisch günstige Jahreszeit.
Eigentlich ist die Austragung ohne Vortragezeit 8 bis 9 Wochen (wenn es sich Ende Winter paart) und es gibt
pro Wurf 4 bis 6 Jungtiere. Wie so oft bei Räubern ist die  Sterblichkeit beim Wurf sehr hoch. Der Familienverband zwischen Mutter und Jungen hält auch nicht so lange. Die Männchen sind schon mit einem Jahr geschlechtsreif.

Dieses aktive Leben hat auch einen Preis, in der Natur werden die Tiere nur zwei, bis drei Jahre alt (manche Quellen sprechen bei Männchen sogar nur von 1.5). Verbreitet sind die kleinen, mutigen und agilen Räubern überall in Deutschland, sie sind nicht gefährdet. Die Verbreitung  des Hermelins ist Europa, weite Teile Asiens und Nordamerikas, besonders die gemäßigten und subarktischen Zonen.

Leonardo da Vinci malte „Dame mit dem Hermelin“, ein Bild mit einer eigenen Geschichte. Das Hermelin ist eine Anspielung auf den Geliebten, den König von Neapel. Der war mit dem Orden des Hermelins ausgezeichnet worden.

Auch in der Heraldik gibt es das Wiesel sowohl in Pelzwerk als auch in natürlicher Form.

Friedrich Hebbel
Das Hermelin


Der Jäger spürt dem reinsten Hermelin
Seit lange nach, doch welches Netz er stellt,
Das edle Tier weiß jedes klug zu flieh’n
Und hüpft nur um so froher durch das Feld.

Da aber ritzt es sich an einem Dorn
Und hält für einen Fleck sein eignes Blut:
Den wäscht es aus am nächsten klaren Born,
Und nun beschleicht’s der Feind und kühlt den Muth.

Ich hoffe, Ihr habt bis hier hin durchhalten können. Und vielleicht mit Interesse verfolgt. Ein weiteres Tier, „was man sonst nicht sieht“, wobei die Chance jetzt ganz gut ist, es doch einmal zu entdecken, denn vielleicht ist das Fell noch weiß, aber der Untergrund grün. Am liebsten ist das Hermelin in der Dämmerung oder Nachts unterwegs.

Verlinkt bei der Zitronenfalterin und beim Creativsalat und dem Magic Craft