Novemberblues

Hallo Ihr Lieben,

brrr, ist das kalt und vor allen Dingen grau geworden. Der Nebel hängt morgens bis auf den Boden, am Grün hängen überall Tropfen und die Vögel suchen fleissig nach Futter. Schön sehen die Sonnenblumen nun nicht mehr aus. Aber in den reifen Fruchtständen hängen die Stieglitze/Distelfinken und picken sich noch vor dem Flug nach Süden Sonnenblumenkerne. Sie haben sich schon zu Gruppen zusammen gefunden  und sammeln noch mal Energie. Ihr melodisches Piepen begleitete mich nun in den letzten Morgen beim Hundespaziergang. Überall hört man das Rotkehlchen noch mal sein Revier mit Gezirpe und vereinzeltem Gesang zu markieren, es hüpft neben mir von Busch zu Busch. Auch Meisen aller couleur tummeln sich im Mais, an den Sonnenblumen und in den Büschen. Mit der Kamera bin ich immer zu langsam, da die Lichtverhältnisse ja nicht gerade optimal sind, die Ergebnisse sind immer unscharf, daher hier zwei *Archivbilder*.

Ich backe gerade einen Stuten, ein feines Weissbrot, die Namen sind da regional anders. Sohnemann hat sich nämlich den Magen etwas verstimmt. Heute ist hier auch der Sankt Martins Umzug, da werden traditionell Stutenkerle gebacken. (Meine Jungs sind schon was grösser und ich kann mir heute den Luxus erlauben, keine *Kerle* zu backen. Da wir am Wochenende hier einen Geburtstag feiern, wir morgen eh einiges im Ofen gezaubert.)IMG_20171109_135218

Secondhand habe ich letzens drei tolle Bücher ergattert. Von Robert Gernhardt haben wir zwar die Gesamtausgabe, aber Insel Bücher sind einfach noch mal besonders schön! Und Robert Gernhardt ist genau der Richtige, wenn mich etwas der Blues packt.

 

Dreißigwortegedicht

Siebzehn Worte schreibe ich auf dies leere Blatt,

acht hab`ich bereits vertan,

jetzt schon sechzehn und

es hat alles längst mehr keinen Sinn,

ich schreibe lieber dreißig hin:

dreißig.

Robert Gernhardt

 

Außerdem, mit tollen Holzstichen ausgestattet, Der Selbstmörderklub von R.L.Stevenson. Die meißten kennen den schottischen Autoren sicher eher von Die Schatzinsel, sein Long John Silver ist ja ein Archetyp von Pirat. Auch Dr. Jeckyll and Mr. Hyde kennen viele. Auf diese krimiähnliche Erzählungen bin ich nun gespannt. Solche bücher kann man gut zwischendurch mal lesen. Als drittes war da die besonders schöne Ausgabe von Cyrano de Bergerac. Das Buch Herzstiche habe ich mal vor langer Zeit verschenkt. Ja, den Mann mit der grossen Nase und dem flinken Degen aus dem Film gab es wirklich. Ehrlich gesagt, habe ich dies Buch vor allen Dingen geholt, weil es mich an einen lieben Menschen erinnert. Die Briefe sind aber auch schön zum stöbern, sehr poetisch. Außerdem hat mir mein Schatz ein Buch sozusagen in die Hand gedrückt, dass er sehr verschlungen hat:      berg

Es geht um die Besteigung des Mount Everest im Jahr 1924, eine Zeit, in der der Wettlauf um Entdeckungen und Erfolge dieser Art, für manche Abenteurer zum Verhängniss wurde. Schon im Bestseller Terror hat Dan Simmons eine legendäre Expedition zum Thema. Mein Mann hat Der Berg verschlungen, ich bin gespannt auf den historischen Roman, werde berichten, aber ich bin ein viel langsamerer Leser als mein Schatz, daher habt Geduld, wenn Euch der Titel interessieren sollte. Was ich gleich schon mal sagen kann, es geht hier nicht reißerisch und von Höhepunkt zu Höhepunkt zu. Also, erwartet keinen Actionroman.

Wünsche Euch viele Mußestunden und macht es Euch gemütlich.

 

Dies ist ein Herbsttag …
(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863)

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt

 

Pusteblume

Hallo Ihr Lieben!

Ich hatte ganz vergessen Euch von dem kleinen Römermuseum zu erzählen, in dem ich mit den Jungs in den Ferien noch gewesen bin. Hier am Rhein gibt es ja unzählige Fundorte und Stellen, wo der Limes her ging: Römerwelt am Caput Limits in Bad Hönniges. Hier kann man ein klein wenig in die Soldatenwelt eintauchen. Erst habe ich ja gedacht, es ist doch nichts mehr für die *Grossen Jungs*, aber erstaunlicher Weise haben sie sich doch gut *amüsiert*. Eigentlich wollten wir zum grössten Kaltwassergaysir, aber da konnte der Hund nicht mit hin und so lange alleine lassen ging nicht. Dafür waren wir auch noch in dem bunten und lustigen Thor Film. Auch wenn die Komik vielleicht an ein, zwei Stellen doch etwas zu *ungöttlich* war, haben wir uns sehr amüsiert. Und Dank dem Soundtrack hören wir Led Zeppelin mal wieder.

Außerdem wollte ich noch dies zeigen:

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Meine Mutter hat mir schon vor einiger Zeit diese hübschen, kleinen Büchlein geschenkt. Sie hatte sie selber als Kind bekommen. Für heutige Verhältnisse sind sie sehr einfach gehalten, aber in den 50ern gab es noch nicht viele Bücher für Kinder. Und ich oder / und meine Geschwister haben auch unsere Spuren in den Büchlein hinterlassen. Außerdem sie sind so liebevoll getextet und vor allen Dingen die Grafik hat es mir angetan. Mal sehen, ob ich diese feine Pusteblume hinbekomme.

Die neuen Stempel zeige ich auch gern auf Creadienstag   http://www.creadienstag.de

Die Schule hat wieder angefangen, erst jetzt merken wir bestimmt, wie herbstlich es doch geworden ist, wie früh es dunkel wird. Wie fortgepustet, die schönen Tage.

Nach dem eher düsteren „Railroad Underground“ lese ich jetzt das heitere „Wolkenschloss“ von Kerstin Gier. Aus der Sicht der 17jährigen Praktikantin Fanny wird das Zusammentreffen viele unterschiedlicher Menschen im alten Traditionshotel Wolkenschloss geschildert. Wie das Weihnachtsfest dort im Schnee in dem baufälligen, aber charmanten Hotel werden wird? Ich sage nur kleptomanische Oligarchen Ehefrau, verrückte Teenager, ein wenig Verliebtheit – samt entsprechenden Verwicklungen – Fassadenkletterer, bedrohte Familientradition, ein Ring der plötzlich viel wert ist,…

Herbstbeschäftigungen

Schöne Tage

gefunden

Hallo zusammen!

Heute morgen beim Hundegang bin ich über dieses Ei samt totem Kücken „gestolpert“.

Es ist wohl eine Elster, die da nun ein Küken weniger hat. Vielleicht hat ein Windstoss das Ei hinausbefördert, vielleicht war es aber auch ein Räuber, wie Eichhörnchen oder ein anderer Rabenvogel. Schade ist es allemal.

Ich nehme so etwas ja dann auch immer mit und zeige es daheim. Man könnte es auch im Biologieunterricht zeigen oder in Formaldehyd einlegen, (wenn ich so etwas hätte.) Ich bin ein wenig morbide, sagt mein lieber Mann dann immer.

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Dafür habe ich am Feldrand innerlich gejubelt, denn an den Brennnesseln sitzen ganz viele Schmetterlingsraupen! (Pfauenaugen) Wir haben ja viele Pflanzen in unseren Gärten, die wir als Schmetterlingsweide bezeichnen. Leider dafür weniger welche für ihre Raupen. (Ich gestehe, ich lasse in meinem kleinen Garten auch keine Brennnesseln stehen oder verzichte auf den Kohlrabi weil da Kohlweisslingraupen dran sitzen.)

20170522_075204Und über mir kreiste der schwarze Milan. Ich sag Euch, dass tut so gut, morgens den Tag so anzufangen!

Ach, in meinem Garten haben die Marienkäfer angefangen, die Blattläuse zu fressen, die Meisen sind auch wieder fleissig. Jetzt muss ich nur noch den kleinen Nager im Hochbeet erwischen! (Ja! Mäuse sind wirklich nicht gut dort, wo ich Lebensmittel anbaue, sie übertragen so viele Krankheiten u.a. mit ihrem Kot. Tut mir leid! Im Gartenhaus dürfen sie gern weiter wuseln.) Aus Schottland habe ich damals ein Tütchen Samen mitgenommen, diese „zarten Blumen“ der Highland haben nun hier auch endlich die Knospen geöffnet. Ragget Robin, hier kennt man sie allerdings auch, es ist die seltene Kuckucks Lichtnelke. (Ich mag ja eh Nelken!)

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Mittlerweile ist es bewölkter und kühler. Ein wenig an meiner Strickdecke werde ich noch arbeiten, immer wieder eine Reihe hier, eine Reihe da, irgendwann bin ich fertig.

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Ein neues Linolprojekt und Bildprojekt hab ich auch angefangen, dass zeige ich später.

Wünsche Euch allen einen schönen Feiertag! Vielleicht sogar ein langes Wochenende!

Wochenende

Hallo Ihr Lieben.

Hoffe, ihr hattet ein tolles, erholsames, ereignisreichen, ruhiges, leckeres, sonniges, warmes, erfreuliches und schönes Wochenende! Habe bestimmt noch was vergessen, kreativ oder gesund z.B., erfolgreiches,….. puh! Ich weiss nur, seid einer gefühlten Ewigkeit hatten wir gestern einen schönen und warmen Tag. Wie sehr man das vermisst hat! Ja, die Natur hier hat den Regen gebraucht, aber wir Menschen wurden wohl immer grummeliger.

Und kaum war es am Samstag schön, haben wir uns auf die Räder geschwungen und die Besorgungen mit dem Rad gemacht. Viele Menschen waren auf die Idee gekommen Rad zu fahren.

Alles sieht noch mal so grün aus, wenn morgens der Tau noch auf den Blättern liegt und die Sonne die kleinen Wassertropfen wie Diamanten schillern lässt. Gleichzeitig lassen die Pusteblumen eine Wiese wie von Schnee bedeckt aussehen. Endlich macht die Natur Fortgeschritte, gleich mit Riesenschritten nach dem Frost. Bei vielen Bäumen und Sträuchern sieht man nun die Frostschäden. Beim morgendlichen Hundegang sass auch ein Hase im Feld, überhaupt nur noch zu sehen, weil er in der Trekkerspur hockte. Auf dem Weg kam mir auf fast gleicher Höhe ein Hase entgegen gekoppelt. Erst ca. 3m vor mir verharrte er, sicherte, lief ein paar Schritte Richtung Feld, sicherte und machte einen Riesen Satz in den Weizen. Es war ein ganz schön mickriger, wenn auch langer Hase. Die Feldhasen haben es besonders schwer, wenn es nass und kalt ist! Übrigens fand unser Hund das zwar beobachtungswert, aber das war es auch schon. Die Eichhörnchen im Park davor haben ihn viel mehr aufgeregt. Später, ein weiterer junge Eichkater, der immer vor uns her hüpfte, der liess das Hundeherz wirklich viel höher schlagen.

 

Aus Resten von Brötchen und Brotkanten, zusammen mit Ei und Gewürzen gab es diese Woche Brotklösse. Resteverwertung ohne Rezept. Dafür haben wir heute morgen echt geschlemmt, Pancaces zum Sonntagsfrühstück. Zum nachmachen:

300g Mehl, 1P Natron, 3 Löffel Rohrohrzucker, 1/2Tl Salz, 3 Eier, ca 50 g Butter (geschmolzen), 250ml Milch, Öl für die Pfanne, Ahornsirup, *gebratenen Bacon*, leckere Marmelade nach Wahl…

Man mische erst trockene Zutaten, dann kommt die Milch und Eier dazu, geschmolzene (abgekühlt) Butter, gut vermischen, zu einem zähen Teig. Mit einer kleinen Kelle werden bei mittlerer Hitze eher kleine, dicke Pancaces gemacht. Umdrehen solltet ihr, wenn der Teig anfängt, Blasen zu werfen. Derweil die Schinkenstreifen kross braten, beides warm mit Ahornsirup servieren. Klar können auch diese süssen und fettigen Türme gebaut werden, uns ist das zu viel des Guten. Auch hatte ich zu wenig Speck geholt. Aber lecker war es auch improvisiert…

Pfannkuchen sind auf alle Fälle ein großes Stück Kindheit!

Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Ihr Leben kommt ihnen vor wie eine Dauerwurst, die sie allmählich aufessen, und was gegessen worden ist, existiert nicht mehr.

E. Kästner

Ich liebe es zu.B. immer wieder durch den kleinen Garten zu gehen und Tiere (Insekten) zu beobachten, wie ein kleines Kind, das erst alles noch erkunden muss. 20170506_161857Habt ein paar schöne Sonntagsstunden noch! Und, habt ihr sie entdeckt?

Wintersonnenwende

Am Samstag haben wir im Sauerland den Weihnachtsbaum geholt. Wir dürfen den immer bei Verwandten aussuchen und absägen. (Danke!) Die kleine Schonung liegt neben einem großen Park, welcher auch letztens neu angelegt wurde. Ich glaube, zum ersten Mal waren wir nicht im Dunkeln aussuchen, mit Taschenlampen und Mondschein. Daher haben wir noch einen kleineren Gang gemacht und uns den Park angesehen.

Schöne Teiche haben sie angelegt. An der Lenne wurden Spielmöglichkeiten gebaut. Von so was hätten wir als Kinder geträumt. Andererseits sind wir nicht vor Langeweile umgekommen und haben uns alleine viele Sachen am und im Fluss ausgedacht. Wenn die Erwachsenen das manchmal gewusst hätten…

Kindheitserinnerungen bestimmen auch unser Leben und was wir an unsere Kinder weitergeben. Ich glaube dazu muss ich nicht viel erzählen.Weihnachten ist durchzogen von Erinnerungen,  Bräuchen und Traditionen. So werden wir wieder zu kleinen Kindern, Weihnachtszeit ist besonders. Sogar die Sonnenuntergänge sind das gerade, golden und hell, Wintersonnenwende. (Aber es ist auch Zeit der Rauhnächte, wilde Jagd, man sagte auch schon mal, „der Teufel geht um“). Eines der hellsten Feste in der dunkelsten Jahreszeit. Kerzen, Lichter, Geschenke, Freude und Frieden,…das Fest der Liebe!

Ich möchte, trotz großer Bestürzung und Trauer, mir dieses nicht nehmen lassen. (Wegen einem fiebrigen Infektes liege ich auch noch angespannt und angeschlagen im Bett, der Neapolitaner Teig steht gekühlt in der Küche und wartet. Betmännchen habe ich mit Pecannüssen vorher noch schnell gemacht und Mandelgebäck für Geschenktüten…)Wippsteerts Kekse   20161217_154257Habt trotzdem schöne Tage, lassen wir uns nicht unterkriegen!