Bestimmt kein Fleisch, der gehört doch zu den Fischen, oder?

Hallo Ihr Lieben.

Stellt Euch vor, es ist Fastenzeit. Zu früheren Zeiten bestimmte die Kirche große Teile des Lebens, besonders in Klöstern. In der Zeit vor Ostern, in der kein Fleisch von warmen Tieren gegessen werden durfte, war dies nicht immer einfach auszuhalten. Also ließ man sich etwas einfallen, zB etwas Fleisch in Teigtaschen zu verstecken: „Herrgottbescheißerle“ oder auch Maultaschen.

Eine andere Möglichkeit war, ein Säugetiere als Fisch zu titulieren:

Kaltblütig Tiere waren nämlich erlaubt. Gerade die Klöster hatten und haben deswegen Fischteiche. Nun, dieses Tier schwimmt und taucht doch auch und dieser schuppige Schwanz! Auf dem berühmten Konzil in Konstanz wurde diese „Tatsache“ offiziell beschlossen. Nun sollte dieses große Nagetier mit dem auffälligen, fetthaltigen, Schwanz, nach einem mittelalterlichen Papstedikt als Fastenspeise durchgehen. Ab den Hinterläufen durfte das Fleisch demnach auch an Fastentagen verzehrt werden, da die Biber mit ihrem beschupptem Schwanz zur Hälfte (mindestens) Fisch waren. Also absolut ignorierend, dass es eigentlich ein Säugetiere war/ist, oder?

Nun etwas mehr Fakten zum Tier um das es diesmal geht:

Europäischer Biber, Castor fiber, Überfamilie Castoridae, nach den Capybaras, die zweitgrößten Nagetiere. Im Volksmund wird er auch „Meister Bockert“ genannt

In Kanada lebt sein Vetter, der Kanadische Biber, Castor canadensis.

Im ganzen ist der haarige, pummelige „Geselle“ mit dem platten Schwanz und den starken gelben Nagezähnen 80 bis 100/135 cm lang, seine Körpermasse von 17 bis 30 Kg (der kanadische ist größer und kann in Gefangenschaft und nur in Ausnahmefällen bis 45 Kilogramm auf die Waage bringen). Biber werden 10 – 20 Jahre alt, (Tiere in Gefangenschaft können so alt werden). Der breite, nackte Schwanz trägt übrigens den Namen „Biberkelle“. Menschen haben höchstens 600 Haare auf 1 cm², der Biber allerdings 23000 cm², ein perfekter Taucheranzug.

Er ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst: eine stromlinienförmige, wenn auch kompakte Körperform, Schwimmhäute an den Hinterfüßen, extrem dichtes und wasserabweisendes Fell, das mit einer speziellen „Putzkralle“ immer gut durchgekämmt wird. Es liegen Nase, Augen und Ohren hoch oben am Kopf, fast auf einer Linie, sodass beim Schwimmen nur wenig aus dem Wasser ragt.

Der beschuppte, abgeplattete Schwanz, der auch als Fettspeicher und zur Wärmeregulation dient, (siehe meinen Druck) natürlich wird er auch zum Steuern verwendet. Außerdem sitzt der Biber gerne sozusagen auf dem Schwanz, der dann gebogen vorne herausguckt. Bisweilen wird mal kräftig aufs Wasser geklatscht, als Warnsignal für Artgenossen, wenn ein großer Raubvogel gesichtet wird. Bei Gefahr hält er bis zu 20 Minuten unter Wasser aus.

Beim Baumfällen sitzen sie auf den Hinterbeinen und benagen Stämme etwa einen halben Meter über dem Boden, einmal quer zum Stamm. Mit den oberen Schneidezähnen haken sie in die Rinde und mit den unteren wird geraspelt. So entsteht die typische „Sanduhr-Form“.

Er lebt von Pflanzen und Rinde. Und man könnte sie durchaus als schlau titulieren. Sie gestalten ihren Lebensraum aktiv, bauen Burgen und Dämme, mit denen sie den Wasserstand regulieren, damit der Eingang zur Behausung immer unter Wasser bleibt. Für solche wasserbaulichen Ingenieursleistungen müssen sie durchaus vorausschauend planen, komplexe Zusammenhänge begreifen.

Im mittelalterlichen Europa profitierte die Deutsche Hanse von dem eifrigen Handel mit Biberpelzen aus Russland. Nicht nur Pelze wurden gern getragen. Das Haar war in Frankreich zur Herstellung von Filz bestens geeignet und genutzt, perfekt für Hüte. Später kamen die Felle aus der neuen Welt. Die Nachfrage um den eigentlichen Pelz war höher als man über die einheimischen, indigenen Jäger beschaffen konnte. In Amerika hielt die Hudson’s Bay Company im 18. und 19. Jahrhundert das Monopol auf den kanadischen Pelzhandel. Zu der Zeit hatte die Jagd in Europa den heimischen Biber arg dezimiert und sich in die Neuen Welt verlagert, es gab nun Auseinandersetzungen der Jäger/Händler mit den Indigenen. Vielen Einheimischen Völkern war der Biber auch ein heiliges Tier. Er ist Teil der Schöpfungsgeschichte. So besagt eine Erzählung, dass der Biber vom Großen Schöpfer als Antwort auf das Flehen der ersten Menschen gesendet wurde. Es gab nämlich noch keine Seen und Flüsse. Erst der Biber gestaltete mit seinem Zielstreben und Fleiß selbige. Ganz ähnlich der Tiergeist der Lakota, Ĉapa, der Bibergeist der Arbeit und Steuern. Bei den Cree erzählt eine Wolsmutter ihren Jungen, dass einriesiger Biber das Land erschuf und als er schrumpfte, hinterließ er die Wasserläufe und Seen.

…und ein neues Kartenmotiv

Aber nicht allein das Fell war sein Untergang. Ein Mythos in Europa besagt, dass der Biber in höchster Gefahr seinen Hoden abbeißt und dem Jäger lieber zurück lässt, dafür aber entkommt. Tatsächlich ging es aber um ein Drüsensekret der Tiere, das sogenannte Castoreum oder Bibergeil. Dieser Substanz wurde heilende Wirkung für vielerlei Krankheiten zugeschrieben. Heute weiß man, dass wohl die einzige medizinische Wirkung auf der in dem Sekret enthaltenen Salicylsäure beruht, welche der Biber mit der Nahrung aus der Rinde von den Weiden aufnimmt. In der Parfümerie wird besagtes Castoreum ebenfalls verwendet, heute jedoch meist in synthetisch hergestellter Form. Natürlich darf das Märchen um das heilkräftige Bibergeil, das früher auch als Potenz steigerndes Mittel genutzt wurde, nicht fehlen. Die tatsächliche Bedeutung in der Parfüm Herstellung liegt dabei weniger in der ihm nachgesagten aphrodisierenden Wirkung, sondern in der Eigenschaft, die sonst flüchtige Riechstoffe zu binden.

Dieser Pelz war und ist für den Biber ein perfekter „Taucheranzug“. Kein Wunder wurde er deswegen stark bejagd. Wie erwähnt, gab es früh immer weniger dieser interessanten Tiere. Mindestens 150 Jahre lang galt der Biber in Deutschland als ausgestorben. Es mehren sich mitlerweile immer mehr Sichtungen in Deutschland. Auch hier im Siegtal soll er gesehen worden sein. An der Sieg wird er, bzw seine unverkennbaren Fällungen von Bäumen und erste bauliche Tätigkeiten beobachtet. ( https://www.biostation-rhein-sieg.de/projekte/biber-an-der-sieg/ )

Die Indianer Nordamerikas nannten den Biber „kleinen Bruder“ – aufgrund seines Fleißes, Beharrlichkeit und seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bei der Wasserstandsregulierung. Nicht umsonst ist der Biber ist das kanadische Nationaltier.

Glooscap, ein Gott der Micmac-Indianer, soll einst den Riesenbiber versteinert und seine Nachkommen zu kleinerer Gestalt verdammt haben, so die  Legende. Es lebten tatsächlich in Nordamerika einmal solche Riesenbiber, jüngste Funde sind etwa 10.000 Jahre alt. Bis zu 2,50 Meter groß wurden sie.

Beim Thema Flurrenaturierung ist der Biber also immer schon der perfekte Bauingenieur gewesen und hat erst im Frühjahr der tschechischen  Regierung viel Geld gespart. (LINK Tagesschau) Leider baut er natürlich nicht immer dort, wo es uns Menschen passt. Gerade in den östlichen europäischen Ländern waren Wiederansiedlungen sehr erfolgreich.


Biber bemerken sofort, wenn sich der Wasserstand verändert. Sie suchen die schadhafte Stelle in ihrem Damm und dichten sie mit Schlamm und Pflanzenteilen geschickt ab. Für den Winter baut er aus Ästen und Zweigen sogar Flöße als Nahrungsspeicher, welche auch bei geschlossener Eisdecke unter Wasser vom Bau aus erreicht werden können.

Diese Biberburg ist das Zentrum auch für den Nachwuchs. Dort gebiert die Biberdame 1-4 Jungtiere, welche etwa 500 bis 700 Gramm wiegen. Die Jungen bleiben bis zu zwei Jahre im Familienverband und werden von den Eltern und älteren Geschwistern versorgt und erzogen. Der Biber lebt in einer sich sorgenden Familie. Große Raubvögel,  wie Uhu und Seeadler, aber auch große Raubfisch wie der Hecht können vor allem den jungen und unvorsichtig Tieren gefährlich werden.

Dünnes Stämmchen von zehn Zentimetern Durchmesser schafft der Biber in nur einer Nacht. Dickere bewältigt er in mehreren Nächten und wie Ihr Euch denken könnt, ist dieses große Nagetier eher nachtaktiv. Das schafft er Dank besonders guter Kiefermuskulatur und die tief im Kiefer verankerten, aber wurzellosen Schneidezähne.  Diese gelb-orangen, typischen Nagezähne wachsen  ständig nach.Die farbige Vorderseite dieser Zähne besteht aus einer dünnen, extrem harten Schmelzschicht. Dahinter liegt eine breitere und weichere Schicht. Beim Nagen nutzen sich diese Schichten unterschiedlich schnell ab. So schleifen sie sich von selbst messerscharf.

Wenn man ihn so an Land sitzen sieht, wirkt er ja eher plump, aber seine schnellen Sprints und Kletterkünste sind nicht zu unterschätzen. Auch das Erklimmen von Steilufern bereitet ihm keine Probleme. Die Augen werden beim Tauchen durch ein weiteres Augenlid geschützt. Während der Hör- und Geruchssinn sehr gut ausgebildet sind, können Biber nur sehr schwach Schattierungen im Nahbereich erkennen. Mit Hilfe von Tasthaaren an der Schnauze können sich die Tiere im trüben Wasser orientieren.

Gerade in Kinderbüchern gibt es den Biber sehr häufig. Meine Söhne und ich mochten vor allem die Bilderbücher „Kasimir und Frippe“ von Lars Klinzing.

Und die Unterscheidung vom Biber zu den anderen großen Säugetieren wie Nutria oder Bisam habe ich Euch hier mal notiert und aufgemalt:

Notizen im Urlaub…

Wieder einmal ist es ein langer Bericht geworden,  aber ich hoffe, ein interessanter. Genau wie es mir mit dem Elch erging, musste ich mich beim Schreiben irgendwann sehr zügeln.

Verlinkt bei der Zitronenfalterin,  welche unsere Projekte immer am letzten Tag des Monats sammelt.

Außerdem verlinkt beim Samstagsplausch und magic crafts

Maienlieder

Hallo Ihr Lieben.

Da geht der Mai schon wieder vorbei. Einer meiner liebsten Monate im Jahr. Das Erblühen um einen herum ist immer so wunderschön und wohltuend!

Ein Lied von vielen Grün und ganz viel Farbe wurde diesen Monat gesungen.

Erst habe ich gedacht, viel kann ich doch gar nicht schreiben. Also fangen wir mal mit dem Wetter an: Trocken war es vielfach, ein Elend für die Natur und viel Wasser musste geschleppt werden. Auch wenn gerade eine Gewitter Front über uns hinweg zieht und man es kaum glauben kann.Viel zu tun gab es, aber auch mal „Schneckenzeit“. Im Melbgarten war ich mit lieben Freunden und bestaunte nicht nur Päonien. Bei Ulrike wurde ihr Bloggeburtstag gefeiert unter dem Motto „ich häng an Dir“ und ich habe einen Fim* Anhänger gewerkelt und was wunderbares Genähtes bekommen. Außerdem wurde gedruckt. Sowohl ein kleiner Auftrag als auch für meine „Marktseite„. Im Sauerland war die Trockenheit auch überall zu sehen und zu spüren. Der Blindschleiche machte es nicht so viel aus, sie wollte sich nur Aufwärmen. Kommunion wurde gefeiert und dafür ein Kuchen getestet, die Kombi Brownie & Käsekuchen ist Klasse. Einer meiner liebsten „Wohlfühlorte“ (niwibo sucht) war und ist der Garten und Balkon. Aber auch das Freilichtmuseum Lindlar, wo wir zu „Jrön und Jedön“ leider, oder für die Natur Dankenswerterweise endlich wieder, bei Regen waren. Endlich habe ich den Mohn eingepflanzt. Der Mai ist der Monat der vielen jungen Vögel und hier auf der Nordseite in der Kiefer sind hörbar Eulen geschlüpft. Aber auch Rotkehlchen,  Meisen,  Amseln… Nun sind sie schon flügge und eine tapsige junge Rabenkrähe konnte ich dieser Tage begutachten, sehr Ihr noch die hellen Hüllen um die frischen Federn? Das Nest der Krähen war und ist im gleichen Baum wo die flaumigen Eulenästlinge gehockt haben.

Und auf den letzten Drücker habe ich Euch mit durch die Felder als Monatsspaziergang mitgenommen.

Jahresprojekt

Diese Woche waren wir auch mit vielen Senioren im Schmetterlingsgarten in der Eifel, davon erzähle ich noch, genau wie vom jungen Naturgarten unseres Freundes.

Just erholen wir uns gerade noch von Gartenarbeit und Gewitter, dann schaue ich bei Euch vorbei. 🙂

Auf in einen schönen Juni.

Verlinkt bei Birgits Monatsrückblick und dem Samstagsplausch

Spitze Näschen, nasse Füßchen.

Hallo Ihr Lieben.

Im letzten Jahr habe ich Euch wohl viel Freude gemacht, als ich über die Hausmaus geschrieben habe. Aber verwandt sind die, um welche es heute geht, nicht. Hier geht es diesmal um einen kleinen Tieftaucher:

Die Wasserspitzmaus, Neomys fodiens aus der Familie der Soricidae, so die namentlichen, lateinischen Fachbegriffe. Außerdem sind sie Insektenfresser und haben eine eigene Art: Spitzmäuse. Verwandt sind sie eher mit dem Igel oder Maulwurf, als mit Mäusen und ich finde, dass sieht man auch. Sie ist eine von 3 Spitzmausarten, welche hier in vielen Bereichen Europas (und nördlichem Asien) heimisch sind.

Ihr Lebensraum sind naturnahe Uferbereiche von Gewässern aller Art, einschließlich von Meeresufern, aber auch Sümpfe, nasse Wälder und Wiesen. Die Art lebt vom Flachland bis in 2500 m Höhe.

Man glaubt es bei den zierlichen Tieren kaum, sie sind sehr gute Schwimmer und Taucher. Die Nahrung besteht aus Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen, Schnecken und auch kleine Fische. Auch Landtiere in der Wasserumgebung wie Lurche und sogar mal ein kleiner Vogel gehören zur Beute. Mit ihren scharfen Sinnen versuchen sie aber am Liebsten unter Wasser Nahrung zu finden. Ein großer Pluspunkt ist der Tastsinn durch Vibrissen (Schnurrhaare) am beweglichen Rüssel. Ihr hoher Stoffwechsel erfordert eine konstante Nahrungsaufnahme, hier sicher auch noch durch die energieaufwändige Jagd unter Wasser verschärft. Sie müssen täglich mindestens ihr Eigengewicht an Nahrung erjagen. Ihre Beute betäubt dieser Räuber durch einen Biss. Dabei fließt ein Nervengift aus ihrem Speichel in den Körper ihres Opfers. Sie schleppen ihren Fang an Land und beißen es tot, wenn noch nötig. Dann suchen die kleinen Räuber sich gern ein Versteck und fressen in aller Ruhe.

Unterwasserjagd

(ich habe wieder meine Aquarell Buntstiften geschwungen, das macht mir im Moment viel Freude)

Spitzmäuse leben dämmerungs- und nachtaktiv, sind aber auch tagaktiv, wenn sie Nahrung brauchen. Sie sind territorial und verteidigen ihr Revier energisch gegen Artgenossen. Die Einzelgänger kommen nur zur Paarungszeit zusammen. Männchen legen dann weitere Strecken auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen zurück. Ihre „Brautschau“ ist eine „wilde Jagd“.

Die Baue werden selbst gegraben oder von anderen Kleinsäugern übernommen und dann angepasst und ausgebessert. Sie haben aber immer einen Ausgang zum Wasser hin! Unverbaute Ufer mit dichtem Bewuchs, unterspülten Bereichen, Baumwurzeln oder Steinblöcken bieten dem heimlichen Tier Deckung. Gut getarnt sind sie auch, kein Wunder, dass wir die kleinen Tiere fast nie zu Gesicht bekommen. (Ich habe noch nie eine gesehen) Vielleicht sieht man mal ein kleines, huschendes Tier, bestimmen konnte ich es dann so schnell wohl nicht.

Die Fortpflanzung findet von April bis September statt. Ein Weibchen hat 2 bis 3 Würfe im Jahr, die jeweils 4 bis 11 Junge umfassen. Die winzigen Jungtiere wiegen bei der Geburt 0,6 g, die Augen öffnen sich nach 20 bis 24 Tagen und die Säugezeit beträgt 38 bis 40 Tage. In der mit Moos und Gras ausgepolsterten Nesthöhle säugt und umsorgt die Mutter die Kleinen fürsorglich. Mit fünf Wochen werden die Jungen jedoch „flügge“ und der Familienverband löst sich allmählich auf. Die Lebenserwartung der Wasserspitzmaus ist kurz und beträgt in der Regel nur etwa 1 bis 2 Jahre.

Feinde: Igel, Ringelnatter, Mauswiesel, Graureiher und Fuchs, Schleiereulen, Hecht, Forelle, Katze

Gewässerverbauung und Nutzungsintensivierung und Verschmutzung schränken, wie so oft, den Lebensraum immer mehr ein. Sie stehen in der Roten Liste als „gefährdet“ und unter Naturschutz.

Ein kleines Wesen mit Superkräften: sie kann tatsächlich den Kopfsprung. Ihre Spucke enthält ein Nervengift. Borstensäume an den Füssen funktionieren wie Schwimmhäute, während ein Borstenkiel am Schwanz hilft, den Kurs zu halten. Die Deckhaare des dichten Fells haben einen H-förmigen Querschnitt und sind so angeordnet, dass beim Tauchen Luftbläschen im Fell hängen bleiben. So können Nässe und Kälte nicht bis auf die Haut vordringen. Der schützende Luftfilm hat jedoch einen Nachteil: Er erzeugt einen starken Auftrieb, gegen den die Spitzmaus mit allen Beinen heftig anpaddeln muss. 20 Sekunden unter Wasser zu bleiben ist eine Kleinigkeit für Wasserspitzmäuse.

Sie taucht von 30 bis zu 200 cm Tiefe und das dauert etwa 20 bis 30 Sekunden.  Wasserspitzmäuse kommunizieren untereinander mit ihrer hohen, zwitschernden Stimme, aber auch durch Duftmarken. Etwas Besonders ist das Zwitschern während des Fressens und bei der Erkundung unbekannter Gebiete. Vielleicht hilft ihnen die Peilung bei der Absicherung des Gebietes. Bei der Nahrungssuche unter Wasser dienen sehr hohe, für den Menschen nicht zu hörende Töne, die Echopeilung, zur Jagdunterstützung. Sie nutzen Ultraschall, wie Fledermäusen.

Von den Spitzmäusen hier ist sie die größte und gleichzeitig giftigste Spitzmausart.  Sie haben einen langgestreckten Körper mit einer spitzen Schnauze und kleinen, runden Ohren. Ihr Fell ist dicht und wasserabweisend, oben dunkelbraun bis schwarz, der Bauch heller. (Es gibt einmal eine leicht rötlich-dunke Färbung und einmal eine schwarze) Die Körperlänge beträgt etwa 6 bis 9 cm, hinzu kommt ein Schwanz von etwa 4 bis 7 cm. Sie wiegen nur zwischen 8 und 23 Gramm. Ihre kleinen Zähnchen sind aber genau wie die eines großen Raubtiers.

Das Säugetiere Nervengift im Speichel haben ist selten. Unter der Zunge liegen zwei Drüsen. Nur wenige Arten haben das mit ihr gemein, zum Beispiel das australische Schnabeltier.  Für den Menschen kann der Biss der Wasserspitzmaus nicht tödlich sein, allerdings schmerzhaft. Tagelang kann die Wunde jucken, brennen und anschwellen.

Die meisten von uns kennen sicher die Spitzmäuse im eigenen Garten, dass es eine tauchende gibt, war auch mit neu! Sie musste daher der Beginn des neuen Jahresprojekt „Nasser Lebensraum“ werden. Das Thema ist auch meiner Faszination für Wasser geschuldet. Allerdings werde ich mich auf Süßwasser beschränken. Viele dieser Tiere haben wir noch nie gesehen oder kennen sie kaum.

Andrea Zitronenfalterin sammelt wieder unsere Jahresprojekte in einer monatlichen Linkparty, immer am letzten des Monats.

Außerdem verlinkt beim Samstagsplausch und Creativsalat und Magic Crafts

Grimbart in Winterruhe

Hallo Ihr Lieben.

Kaum wer weiß etwas mehr über dieses „marderartige“ Tier in unseren Wäldern. Das liegt einmal an seiner vorsichtigen und scheuen Lebensweise, aber auch daran, dass es ihn lange Zeit kaum noch in unseren Wäldern gab. „Gräwing“ – so lautete der altdeutsche Beiname des Dachses – den dunklen Mächten der Erde nahe und gar der  Zauber mächtig.

Ein wenig habt Ihr durch die Fortsetzungsgeschichte „Wo Fuchs und Dachs sich gute Nacht sagen“ über ihn erfahren. Er soll das Abschlußtier meiner diesjährigen Projektreihe sein. Denn zusätzlich zu seiner scheuen Lebensweise, ist er auch ein Höhlenbewohner. Also perfekt für: „was man sonst nicht sieht!“

Um der für den Menschen tödlich verlaufenden Tollwut Einhalt zu gebieten, wurden in den 70ern Fuchsbaue vergast. (Was der Mensch alles tut, wenn er Angst vor Krankheiten hat, kennen wir ja auch zu gut)

Wie Ihr in der Geschichte erfahren habt, leben Fuchs und Dachs manchmal zusammen in einem Höhlensystem. Für den Dachs ist seine Burg sein alleiniges Heim, er lebt dichter um seine Burg als der Fuchs um seinen Bau. Das Dachsrevier schwankt von der Größe her bei etwa 30-150 Hektar. Der Fuchs dagegen ist ein Stromer. Nun gibt es aber seit etlichen Jahren die Tollwutimpfe und vielerorts haben sich die Bestände erholt. Nicht dass wir deswegen mehr Dachse (lebend) zur Gesicht bekämen. Viel zu scheu und vorsichtig wandern sie bei Nacht durch ihr Revier. Die meisten Tiere sterben auf ihren Wanderungen auch heute noch durch den Menschen, vor allem durch das Auto. Für viele Tiere ist die Straße eben auch ein bequemes Fortbewegungsmittel und Dank der Asphalt-Wärme gibt es reichlich Snacks. (Viele Marderartige, wie Otter, Marder und Dachse laufen sie entlang und über Straßen)

Jäger verwendeten früher viele Dinge vom erlegten Dachs: Haare für Rasierpinsel, Fett für Leder und gegen Rheuma und ihr wohlschmeckendes Fleisch, um die wichtigsten zu nennen.

Er gehört zur Familie der Marder und zeichnet sich durch sein schwarz-weißes, charakteristisches Aussehen unverwechselbar und besonders aus. Mit einer Länge von etwa 70 bis 90 Zentimetern und einem Gewicht von 10 bis fast 15 kg zählt der Dachs zu den mittelgroßen Säugetieren. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Trotzdem sorgen sie bereits ab dem Sommer für ausreichend Fettreserven. Sie fressen so viel, dass sie im Herbst 15-20 kg wiegen können, gedrungen und kräftig gebaut, mit kurzen Beinen und einem breiten Kopf. Sein dichtes Fell schützt ihn. Die kurzen, kräftigen Beine sind mit starken Krallen ausgestattet, die ihm beim Graben von Burgen und beim Suchen nach Nahrung behilflich sind und langsam ist er damit auch nicht: bis zu 30 km/h.

Sie ernähren sich sowohl von tierischer (spitze Zähne) als auch pflanzlicher Nahrung (breite Zähne zum Zermahlen) und habe so im Prinzip ganzjährige Beute.

Dachse sind auf der ganzen Welt verbreitet, wenn auch in unterschiedlichen Lebensräumen. In Europa ist es der Eurasische Dachs (Meles meles). Es gibt wieder eine gute, stabile Population von Dachsen. Eine genauere Zahl ist schwierig zu bestimmen. Es sind nicht nur nachtaktive Tiere und gut getarnt, sondern auch schlau und scheu. Schätzungen zufolge leben jedoch mehrere Zehntausend Dachse in Deutschland. Sie werden in freier Wildbahn 6-15 Jahre. Obwohl er doch so sanft aussieht ist er sehr wehrhaft. Seine Kraft im Kiefer ist sehr stark. Gegenüber dem Menschen nimmt er aber iR. Reißaus. Aber wie so oft bei Raubtieren gibt es eine hohe Sterblichkeitsrate bei ganz jungen Dachsen und auch Wölfe, Luchse, Braunbären, Adler und Eulen können ihnen gefährlich werden. Größter Feind, wie erwähnt, ist wieder der Mensch, durch Straßen und Bahndämme. (Letztere werden durch unterirdischen Tunnel unsicherer, bzw sind Einsturz gefährdet und wir wissen ja jetzt, das der Dachsclan seine Burgen immer größer ausbaut)

Er kommt mitlerweile auch stadtnah vor, bevorzugt jedoch ländliche Gebiete mit einer Mischung aus Wäldern, Wiesen, Feldern und Gebüschen. Diese Vielfalt an Lebensräumen bietet eben auch gute, unterschiedliche  Nahrungsquellen und ausreichend Versteckmöglichkeiten.

Dachse geben ihren Erfahrungsschatz an ihre Nachkommen weiter und profitieren vom Zusammenleben und Helfen. Ihre soziale Empathie ist sehr hoch. Mit Lauten, Geruchsmarkierungen und Körpersprache kommunizieren sie. Es gibt sogar gewisse Rituale. Die „Ranz“ der Dachse findet früh im Jahr statt. (Auch wenn Dachse theoretisch das ganze Jahr paarungsbereit sein können) Die Paarung mit durchaus mehreren Männchen erfolgt meist im Februar bis in den März. Die Männchen sind vor allem in dieser Zeit territorial und Einzelgänger. Innerhalb der Clans gibt es ziemlich geregelte Hierarchien. Wie bei einigen anderen Gattungen der Marderartigen, kann die Dächsin eine verlängerte Tragezeit haben, so das sich die Eizelle nicht unmittelbar nach der Befruchtung in die Gebärmutterschleimhaut einnistet (Keimruhe). 

Die Jungen können sich schon im folgenden Frühjahr, wenn sie 1 Jahr alt sind, fortpflanzen. Ihr Nachwuchs wird, aufgrund der verlängerten Tragezeit, geboren, wenn sie selbst 2 Jahre alt sind.

Dachse bekommen einmal im Jahr Nachwuchs. Sie gebären ab Februar, bei einer Wurfgröße von 1 bis 5 Jungtieren. In 52% der Fälle überleben gerade einmal 2 Junge nur die ersten acht Wochen nach der Geburt.
In der Regel wird nur das dominante Weibchen trächtig, lässt es jedoch der Lebensraum zu, werden auch mal zwei Würfe geboren. Die Jungtiere spielen dann zusammen und wachsen nebeneinander auf, werden aber nur von ihrer eigenen Mutter gesäugt. Stirbt ein Muttertier, z. B. im Verkehr, sind die verwaisten Jungen dem Tode geweiht. Das ist übrigens nicht nur bei diesem Tier so.

Bei der Geburt wiegen die Jungen lediglich 75 bis 130 g, bei einer Länge von gerade mal 12 cm. Die charakteristischen Streifen am Kopf sind oft schon sichtbar. Die Kleinen sind in dieser Zeit besonders verwundbar. Ihre Augen sind noch verschlossen und sie sind noch nicht in der Lage ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. Sie sind vollständig auf ein warmes Nest, das weich gefüllt ist, und die Wärme ihrer Mutter angewiesen.

Inzwischen ist also wieder die Paarungszeit angebrochen und die Männchen außerordentlich aktiv. Kommt das Männchen in die Höhle um sich dort zu paaren, besteht die Möglichkeit, dass die Jungtiere in der unterirdischen Kammer zerdrückt oder gequetscht werden. Das Weibchen wird ihn deshalb meist verjagen, in einen anderen Teil des Baues, oder ganz fort.

Sie wachsen nun die erste Zeit im nach Süden ausgerichteten Hang auf. Der Platz wird von der Sonne gewärmt. Mit 5 Wochen öffnen sich die Augen der kleinen Dachse und sie beginnen vorsichtig die unterirdischen Gänge und Kammern auszukundschaften. In dieser Zeit verrichten sie ihre Notdurft auch noch in der Höhle. Reinlich, wie der Dachs nun mal von Natur aus ist, passt ihm das gar nicht und die Weibchen haben „alle Pfoten voll zu tun“, neues Nestmaterial zu besorgen um die Kammer frisch auszupolstern. Gras, Stroh, Blätter und Moos werden dazu zwischen Vorderpfoten, Kinn und Brust geklemmt. Sechs bis acht Wochen alt kommen sie kommen zum ersten Mal, unter strenger Aufsicht der Mutter, aus ihrer Höhle. 

12. Woche werden die Kleinen noch gesäugt. Eine gefährliche Zeit für das Muttertier, muss sie doch ausreichend Nahrung aufnehmen um Milch geben zu können. Sie unterbricht trotzdem 3 bis 4 Mal am Abend die Nahrungssuche

Mit etwas 15 Wochen (im Juni) werden die Kleinen selbstständig. Ihr Gewicht beträgt dann schon ca. 5,5 kg. Im Herbst beginnen sich viele Jungtiere dann nach einem neuen Lebensraum umzusehen. Besonders die männlichen Dachse gehen nun auf die Suche nach einem eigenen Revier.

Der Dachs bewegt sich lieber im Umkreis von mehreren hundert Metern von seinem Bau, um nach Nahrung zu suchen. Wenn man also einen Dachs sieht, weiß man, dass sein Bau in der Nähe sein könnte. Aber bleibt ihnen bitte fern. In dieser Zeit lösen Störungen durch Menschen (und freilaufenden Hunden!) Stress bei den jungen Familien aus. Dieser kann sogar dahin gipfeln, dass es zu Schwangerschaftsabbrüchen kommt oder die Kleinen sogar totgebissen werden. Das hat mit den Hormonen zu tun, die eigentlich für die Eiruhe gedacht sind.

Dazu passt auch, dass die „Dachsburg“ aus einem ausgeklügelten Tunnelsystem mit mehreren Ein- und Ausgängen und Kammern besteht. Die Baue werden oft über Generationen hinweg gegraben und erweitert. Viel Zeit verbringen die „Grimbarts“ vom Tag im Bau. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche und legen dabei oft weite Strecken zurück. Ihr Verhalten ist geprägt von Vorsicht und Scheu, vor allem gegenüber den Menschen. Als Allesfresser gehören Regenwürmer, Insekten, Früchte, Nüsse, Wurzeln, Eier und Brut und kleine Wirbeltiere auf ihren Speiseplan. Leider geht der Dachs auch gern an den süßen, unreifen Mais oder Weizen. Da kann eine Dachsmutter mit Jungtieren viel Schaden anrichten. Dachse nutzen ihre kräftigen Krallen zum Graben nach Nahrung, welche die feinen Nasen in der Erde erschnüffelt haben. Sie haben ein recht gutes Gehör, aber es ist nicht so gut wie das von Füchsen. Sie können nicht besonders gut sehen, vor allem keine Farben. Dafür ist ihr Geruchssinn ausgezeichnet!

Der „Erdmarder„, wie er auch genannt wurde, ist eine Symbolfigur für Klugheit und Weisheit. Sein Ruf als intelligenter und geschickter Jäger hat ihn zu einem beliebten Tier in Fabeln und Legenden gemacht. Viele Kinderbücher haben Dachse als Hauptfiguren. Aber nicht nur das, der Dachs ist auch ein wichtiger Bestandteil der Folklore und Mythologie vieler Kulturen weltweit. In der nordischen Mythologie war der Dachs ein Begleiter des Gottes Odin und wurde oft als Symbol für List und Tücke verwendet. In keltischen Mythen galt der Dachs als ein Tier, das Geheimnisse und Mysterien bewahren konnte. Auch in der chinesischen Kultur wird der Dachs als Symbolfigur für Weisheit und Intelligenz verehrt. Es ist erstaunlich, wie viel Bedeutung ein Tier wie der Dachs in verschiedenen Kulturen hat.

Fast alle Völker sehen ihn als geduldig und beharrlich.

Tatsächlich ist er besonders gut darin, sich im Wald auf neue Situationen einzustellen und anzupassen. Der Dachs ist ein wahrer Überlebenskünstler geworden. Es ist also kein Wunder, dass er im Brauchtum und der Fantasie der Menschen fest verankert ist.

Und seine Stärke ist der Clan.

Ich fand, er ist genau für dieses Jahr und als Abschluss das richtige Tier! Dankeschön an „die Zitronenfalterin„, die uns zu diesen Projekten animiert hat und die monatlich auf ihrem Blog unsere Beiträge sammelt.

Dankeschön auch an Euch für ein schönes Jahr im Bloggerland.

Auf in ein kreatives, gutes, neues Jahr.

Auch verlinkt bei Magic Crafts

Jahresprojekt „Was man sonst nicht sieht“

Hallo Ihr Lieben.

Andrea Zitronenfalterin hat auch dieses Jahr unsere Projekte gesammelt. Ein großes Dankeschön dafür, liebe Andrea!

Nach dem die Jahre vorher „Vögel“ bzw „alles was Flügel hat“ Thema war, bin ich dieses Mal mehr oder weniger unter die Erde gegangen.

Murmeltier, Wiesel, Blindschleiche, Feldhamster, Maulwurf, Grottenolm & Axolotl, Erdmännchen, Erdhummeln, Kaninchen, Hausmaus, Regenwurm und Dachs.

Ich hoffe, es war mal für jeden etwas dabei. Auf alle Fälle habe ich viel gelernt, als ich mich immer zu den Monatstieren eingelesen habe.

Ich weiß noch nicht, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Aber immer schon habe ich Tiere/Natur gern näher betrachtet und Euch Teil haben lassen. Also wird das sicher auch im neuen Jahr wieder so sein.

Ich lasse mich überraschen, vielleicht auch bei Euern Jahresprojekten!?

Verlinkt bei Andreas Jahresrückblick.