Dicke Wangen

Hallo Ihr Lieben.

Es geht wieder um das Jahresprojekt, welches „eher unsichtbare Tiere“ vorstellt. Diesmal soll es um ein Tier gehen, dass wir alle kennen, allerdings eher in der domestizierten Version.

Oder wir kennen geflügelte Worte rund um dieses Tier. Anfang der Coronaphase erlangte es traurige Berühmtheit und Montag Morgen fühlen wir uns wie im….. Na? Habt Ihr es schon erraten? Es geht um den Hamster, genauer gesagt um den Feldhamster.

Wesentliche häufiger kommt wohl in Deutschland der syrische Goldhamster vor, als Haustier.

Feldhamster (Cricetus cricetus) ist die einzige Art der Gattung (Unterfamilie) Hamster in Europa und leider sehr, sehr selten.

Wer jetzt eine etwas größere Version einer Maus erwartet, wird enttäuscht. Der Feldhamster ist kräftig und kompakt und gröser als die Maus. Seine kurzen, kräftigen Gliedmaßen und starke Krallen eignen sich perfekt zum Graben. Mithilfe seiner Tasthaare an Schnauze und an den Handgelenken der Vorderpfoten kann er sich auch im Dunkel seines Baus perfekt orientieren. Als Nagetier sind die Zähne für den Hamster ein überlebenswichtiges Werkzeug. Da diese ohne Unterlass genutzt werden, ist auch der Verschleiß sehr stark. Daher wachsen die Hamsterzähne ein Leben lang

Sein Fell, mit braun rötliche Rückenfell, tarnt den  Feldhamster auf dem Erdboden und von oben betrachtet sehr gut. An Wangen, Brust und Beinen finden sich weißlich cremefarbene Flecken, der Bauch ist eher schwarz. Eine Ausnahmen: in Thüringen gibt es komplett schwarze Feldhamster, in Deutschland einzigartig.

Jeder kennt wohl die „Hamsterbacken“, also genauer Wangen. Es sind zum Transport große, dehnbare Wangentaschen. Wie groß,  hängt von Alter und Größe des Tieres ab, es sind dehnbaren „Einkaufstaschen“. Etwa 60 Gramm Körner oder andere Nahrung kann damit erst gesammelt und dann unter die Erde gebracht werden.

Der kleine Nager lebt unter der Erde, wo er weit verzweigte und bis zu zwei Meter tiefe Bauten anlegt. Er ist mit den Mäusen verwandt und gehört zu den Wühlern. Gerne gräbt er in Lehm- und Lösboden, mit niederschlagsarmen Lebensräumen.  Angeordnet mit verschiedenen Gängen gibt es die Schlafkammer und Vorrats- und Kotkammern. Es gibt Sommer- und Winter Bauten und die nacheinander genutzten Wohnstellen liegen bei den Männchen durchschnittlich 100 m, bei den Weibchen nur 35 m auseinander. Es sind wirklich grummelige Typ, meistens dämmerungs- und nachtaktiv. Er kann sich wehren. dabei stellt er sich auf seine Hinterfüßchen, faucht und klappert mit den Zähnen. (Das wollte ich eben mit dem größeren Stempel zeigen, kein „süßer Nager“)

Weibchen beziehen durchschnittlich nach 27 Tagen einen neuen Bau, die Männchen nach 8 Tagen. Ein reges Umziehen scheinbar. Etwa so groß wie ein Meerschweinchen (400 und 600 g) lebt er territorial unter Feldern, wo er auch seine Hauptnahrung findet: Getreide und anderen Feldfrüchte wie Kartoffeln, Getreide, Luzerne, Rüben, Wildkräuter und ganz wichtig auch kleine Tiere, Wirbellose, Insekten. Sein Bau ist Speisekammer, Zufluchtsort und Kinderstube. Und natürlich ist der Bau ein warmes Quartier für die Winterschläfer. Mit dem Aufwachen beginnt bei den Feldhamstern die Fortpflanzungszeit. Nach durchschnittlich 20 Tagen Tragzeit werden die Jungen unter der Erde gebohren.

Das Weibchen zieht 6-10 Jungen zwischen April und August auf. Die Anzahl der durchschnittlich je Wurf geborenen Jungtiere ist während der letzten Jahrzehnte wohl rückläufig. Die Jungen werden drei Wochen lang gesäugt und schnell dann selbständig, was heißt: sie müssen den mütterlichen Bau verlassen, da ist die Mutter rigeros. Wenn sie dann auf einem abgeernteten Feld das erste Mal das Tageslicht erblicken, werden siedurchaus schnell Opfer von Feinde: Fuchs, Wiesel, Greifvögel, Katzen und andere Beutegreifer.

Für die (jungen) Hamster fängt das Sammel erst nach dem Ende der Fortpflanzungszeit an. Für Männchen beginnt es ab Juli, für die Weibchen erst im August, nachdem die letzten Jungtiere selbständig geworden sind. Übrigens sind sie in der Regel dämmerungs- und nachtaktiv und wenn, wagen sich nur unerfahrene, junge Tiere tagsüber mal an die Oberfläche.

Mitte des letzten Jahrhunderts gab es so viele Feldhamster, dass sie mancherorts als Plage angesehen wurden. Heute ist die Art hierzulande vom Aussterben bedroht und das schon länger!

Kaum zu glauben, in der Nachkriegszeit waren sie sogar eine richtige Plage! Sein Vorkommen beschränkt sich aberFlachland, bevorzugt in fruchtbaren Ackergebieten. Das sind auch die Landschaften, die vom Menschen bereits seit langer Zeit besonders intensiv genutzt werden. Lange Zeit wurde der Feldhamster als Schädling angesehen und vom Menschen bekämpft, weil den Bauern durch Fraßschäden und das Eintragen seiner Wintervorräte ein nicht unerheblicher Teil der Ernte verloren gehen konnte (was wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können.)

Es gibt durchaus gute Möglichkeiten wie Blühstreifen, Anbau von Luzerne, Ernteverzicht, eine spätere Getreide-Mahd oder die sogenannte Ährenernte mit hochgestelltem Mähwerk, damit die Halme stehen bleiben: So können Landwirte Hamstern mehr Nahrung und Deckung vor Feinden wie Greifvögeln, Füchsen und Katzen verschaffen, genau wie die Stoppelruhe bis mindestens 6 Wochen nach der Getreideernte.

Die Zeit des Hamsterns fällt oft mit der üblichen Erntezeit zusammen. Auch hier bringt jeder Tag mehr einen Überlebensvorteil. Zwei Kilogramm Körner und Samen brauche ein Feldhamster, um über die Winterzeit zu kommen. Die Lebenserwartung des Feldhamsters liegt bei ca. 4 Jahren, sowohl im Freiland als auch in Gefangenschaft.

Aber mit der Industrialisierung der Landwirtschaft schwanden die Bestände hier, wie auch in vielen anderen Ländern des Verbreitungsgebietes rasend. Ebenfalls ein großer Faktor spielt wieder die Zersiedlung/Verkehr und damit die Verinselung. So kommt es auch zu Inzucht, weil die Population schon so geschwächt ist, also nur noch wenige Tiere sich vermehren und ihren Genpool weitergeben, kommt es zu Inzucht und damit Krankheiten.

Feldhamster waren in Teilen der DDR noch bis um 1980 so häufig, dass Prämien für erlegte Tiere ausgesetzt wurden. Heute ist die Population im „niedrigen dreistelligen Bereich“. Unter anderem in  Rheinland Pfalz und Rheinhessen sich Naturschützer und Landwirte zusammen sehr engagiert. Aber er ist trotzdem stark vom Aussterben bedroht. Früher wurden in guten Hamstergebieten nach günstigem Wetter Herbstbestände von bis zu 800 Tiere auf einem Hektar gezählt. Da kann man sich überhaupt vorstellen, dass Landwirte vor der industriellen Landwirtschaft das Tier gejagt haben. Mitlerweile kann im August der Bestand bei nur ca. 3,6 Tieren/ha liegen. Auch für die Pelze wurden sie tatsächlich gefangen. Hamsterfelle wurden schon im Mittelalter viel genutzt. (Wer dazu genaueres wissen möchte: Wikipedia Beitrag)

Leider eher zu einem „Monsterchen“ geschnitzt, aber der kleine Hamster im Feld oben gefällt mir gut (und Ihr seht, nicht jeder Stempel gelingt so, wie man sich das vorgestellt hat)

Der Hamster und die Ameise

„Ihr armseligen Ameisen“, sagte ein Hamster. „Verlohnt es sich der Mühe, dass ihr den ganzen Sommer arbeitet, um ein so Weniges einzusammeln? Wenn ihr meinen Vorrat sehen solltet!“
„Höre“, antwortete eine Ameise, „wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es schon recht, dass die Menschen dir nachgraben, deine Scheuern ausleeren und dich deinen räuberischen Geiz mit dem Leben büßen lassen!“

Gotthold Ephraim Lessing

Damit habe ich wieder einen Beitrag zum Jahresprojekt „Was man sonst nicht sieht“ für Euch. Vielleicht habt Ihr ein wenig mehr über den bekannten – unbekannten Höhlenbewohner erfahren, ich auf alle Fälle! Ich bin sehr gespannt, ob jemand von Euch schon mal den seltenen Höhlenbewohner gesehen hat.

Verlinkt bei Andrea Zitronenfalterin, Magic Crafts und Creativsalat

Schönen 1. Mai allen!

Ach, schleich Dich doch!

Hallo Ihr Lieben. Und nein, Ihr seid nicht gemeint! Bitte verweilt noch ein paar Zeilen. 😊

Anguis fragilis, um dieses Tier geht es heute in meiner Rubrik „Was man sonst nicht sieht.“ Und ja, dieses Tier schleicht mit seinem ganzen Körper, wie eine Schlange. Aber Ihr ahnt es vielleicht schon, es ist keine Schlange! Es geht um eines der häufigsten und am weitesten verbreiteten Reptilien (noch jedenfalls) in Deutschland. Aber aufgrund ihrer versteckten Lebensweise bekommen wir die schlangenartige Echse eher selten zu Gesicht.

Carl von Linné gab ihr den lateinischen Namen: anguis (Schlange) fragilis (zerbrechlich).

Im Althochdeutschen wurde sie „Pliutslicho“ genannt, was soviel wie blendender Schleicher heißt.

Über die Blindschleiche ist im Meyer`s Konversationslexikon von 1871 zu lesen:    „Reptiliengattung aus der Ordnung der Saurier und der Familie der Schuppenechsen ohne Beine. Der Schwanz dieses bis eineinhalb Fuß langen Reptils ist sehr zerbrechlich (Bruchschlange, Glasschlange). Früher war es den Schlangen beigezählt.“

„Slow Worms“, Raimundo Petraroja, 1863-1900 (Quelle Enc. Britannica)

Die Blindschleiche ist eine eigene Art innerhalb der Echsen.
Sie sind hier, in weiten Teilen Europas, in manchen Gebieten Vorderasiens und Nordwestafrikas beheimatet. In Irland, Korsika, wenigen Gebieten des südlichen Spaniens und Portugals, sowie Sardinien gibt es sie nicht.
Sie leben an Waldlichtungen, Wiesen, Gärten, Parkanlagen und Bachufern. Auch im Garten kann sie vorkommen, das erfreut den Hobbygärtner sehr, sie fressen auch gerne Schnecken. Wir haben sie sogar am Sandstrand auf Hiddensee gesehen, zwischen ein paar Pflanzen. Wichtig sind eben Versteckmöglichkeiten wie Mäuerchen, Vegestation, aber auch Sonnenplätze zum Aufwärmen. Deswegen sichten wir sie hauptsächlich an warmen Mittagsstunden , wenn sie sich in die Sonne legen. Sie sind wechselwarm, wie alle Echsen. Ansonsten ruhen Blindschleichen die meiste Zeit unter Steinen und Unterholz, sowie eingegraben in weicher Erde. In Gärten halten sie sich unter Holzplatten, Folien und anderen schützenden Materialien auf.

Ich habe früher immer gedacht, dass der Name BLINDschleiche daher kommt, dass es keine Schlange ist, die wir sehen, sondern eine Echse mit zurückgebildeten Füßen, wir also blind für die Wirklichkeit wären. Tatsache ist aber, dass es die glitzernde Haut ist, die uns „blendet“, blind macht durch das zurückgeworfene Licht.

Von Schlangen unterscheidet diese Echse sich aber mehr als nur durch die (nicht äußerlich sichtbaren) Überreste der Beine am langen Körper. Sie haben wie Eidechsen bewegliche und verschließbare Augenlider, während jene der Schlangen unbeweglich und durchsichtig sind und bei jeder Häutung mit erneuert werden. Bauchschuppen und Rückenschuppen sehen von der Form her gleich aus, im Gegensatz zu Schlangen.
Schlangen besitzen an der Unterseite von Muskeln unterlegte, recht große Bauchschuppen, mit denen sie sich schnell fortbewegen. Die Blindschleiche hat diese nicht, sie nutzt den ganzen Körper um schlängelnd vorwärts zu kommen. Vor allem unterirdisch ist der runde Körper (Querschnitt) praktisch. Dort helfen die hautknochengestützten, rund um den Leib gleichmässig kleinen Schuppen.

Quelle Kosmos Naturführer

Eine weitere Besonderheit, auf die ja der lateinische Name hinweist, ist die Möglichkeit den Schwanz zu verlieren, um so den Beutegreifer abzulenken. Der zuckende Schwanz bleibt zurück und die Schleiche entkommt. Das sie den Schwanz nachwachsen lassen kann ist ein Mythos. Aber die Stelle verheilt so, dass es aussieht, als hätte sie einen (kurzen!) neuen bekommen. Eidechsen bilden einen kurzen Schwanz nach und sie haben eine kleine Ohröffnung, Blindschleichen nicht. Das geht allerdings nur einmal im Leben.🦎 „Fragil“, weil zerbrechlich. Als Kind haben wir mal eine gefunden und wollten sie daheim zeigen und in unseren Händen hat die arme Blindschleiche dann die Schwanzspitze abgeworfen.

Blindschleichen werden höchstens 50/55 cm lang. Es sind glattschuppige, glänzende Echsen, als Erwachsene von grauer bis brauner, als Jungtiere aber von silbriger bis goldiger Grundfärbung. Während sich ältere Männchen mehrheitlich hell präsentieren, sind die meisten Weibchen und alle Jungtiere an Bauch und Flanken dunkelbraun gefärbt und längs der Rückenmitte zudem mit einem dunklen Aalstrich geziert. Vor allem ältere Männchen sind bisweilen blau getüpfelt.

Von oben erkennt man an einer Blindschleiche sehr schlecht den Hals- bzw Schwanzansatz. Dementsprechend wirkt der Körper walzenförmig, zumal der Querschnitt rund ist.


Einen grossen Teil ihres Lebens, das über 40 Jahre dauern kann, verbringt die lebendgebärende Schleiche (die Jungtiere schlüpfen im Moment der Geburt aus der Eihülle) unterirdisch. Erwachsene wühlen sich oft selber durch die Erde, junge Schleichen nutzen eher bereits vorhandene Gänge. Zur  Winterruhe graben sie sich in die Erde.

Man hat schon große Ansammlungen von  überwinterndernden  Blindschleichen gefunden. In verlassenen Kleinsäugerbauten hatten sie sich eingegraben, die Eingänge mit Gras, Moos und Erde zugestopft. Es sind die optimalen Bedingungen, die zu Ansammlungen auch über das Jahr hinweg, führen. Immer wieder finden sich auch ohne die Winterruhe Gruppen, obwohl ja eigentlich Einzelgänger. Im Garten wären zB ein Komposthaufen oder Sonnenplätze auf Steinen mit feuchter Erde darunter so optimale Plätze. Dort gibt es eben Nahrung und gute Rückzugsorte.

Nach der Winterruhe beginnt im April die Paarungszeit. Männchen kämpfen gegeneinander indem sie sich versuchen zu beißen und nieder zu ringen. Bei der stundenlangen Paarung verbeißt sich das Männchen in den Nacken des Weibchens. Von April bis Juni gebären sie nach ungefähr drei Monaten 6–12, sehr selten bis zu 20 Junge. Die Jungtiere sind dann ca 7cm lang und diese werden mit drei Jahren geschlechtsreif. Erwachsene Tiere können bis zu einem halben Meter lang werden und sogar über 40 Jahre alt werden, was in der Natur aber kaum vorkommt (in Gefangenschaft wohl noch älter, es gab da sehr unterschiedliche Angaben).

Wenn sich Blindschleichen stark aufwärmen, sind sie besonders beweglich. Vor allem, wenn sie unterirdisch aktiv sind, müssen sie sich vorher gut erwärmen.

In der Natur sind Raubvögel und -tiere gefährlich, bei kleinen Schleichen kann auch schon eine Amsel gefährlich werden oder ein Maulwurf. Aber natürlich ist wieder der Mensch mit seinen Eingriffen und Veränderung in die Natur der gröste Feind. Jetzt im Frühjahr werden viele Blindschleichen überfahren. Auch Hauskatzen sind für sie gefährlich.

Es gibt in der Sammlung der Gebrüder Grimm eine Märchen:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Von_der_Nachtigall_und_der_Blindschleiche

Ich weiß, viele Menschen mögen keine Echsen und Schlangen, kaltblütige Tiere mit Schuppen. Aber vielleicht habt Ihr trotzdem etwas Freude am Beitrag, der natürlich wieder zur Linksammlung der Zitronenfalterin wandert.

Verlinkt auch beim Creativsalat

Frühlingsanfang

Hallo Ihr Lieben.

Ruhig ist es gerade hier auf dem Blog. Manchmal ist das reale Leben eben wichtiger und die Muse, digital unterwegs zu sein, gering(er). Meist habe ich nur Mal kurz bei dem ein oder anderen gespingst. (Ganz bald wieder mehr!)

Aber heute zum kalendarischen Frühlingsanfang wollte ich Euch doch einen lieben Gruß da lassen!

Kirschblüte am Morgen

Die Wildtulpen Blüten werden gern angefressen, Tulpenblätter fangen Wasser

Bedanken möchte ich mich für die ganzen möglichen Meldungen Eurerseits bezüglich der Fressfeinden der Frühblüher-Blütenblätter. Obwohl wir am Anfang Schnecken ausgeschlossen hatten, hat sich herausgestellt, dass es tatsächlich eine Invasion von schwarzen Mininacktschnecken waren. Noch nie hatte meine Mutter diese Schnecken, vor allem nicht in den Mengen! (Zumal sie gerade erst geharkt hatte, was ja Schneckeneier zerstört und hoch bewegt, dass Vögel sie fressen. Und der Maulwurf, der ja sehr aktiv bei ihr ist, mag auch Schnecken)

Gartenarbeit mit Unkraut jähten und aufräumen war angesagt. Ein wenig kreativ war ich dann aber auch. Dieser Dachs Stempel ist mal ein Beispiel, dass ich gern „zu viel“ schnitze. Es ist nicht immer einfach ein gemaltes Bild als Stempel umzusetzen. Manchmal ist es eben ein Nachteil, wenn man schnitzt, wie man malt.

Bei dem obrigen hab ich mal etwas verbessert (Bleistift). Als Stempel muss ich das Bild eigentlich neu aufstellen.

Ich wollte Euch nämlich bald einen weiteren Teil der Geschichte um Fuchs- und Dachsfamilie zu lesen geben, aber eben auch gerne mit Bildern.

Mit meiner Osterpost komme ich auch nicht voran. Meine bereits vorhandenen Hasenstempel mag ich nicht schon wieder nehmen. Vielleicht nun so einen:

mit Aquarellstiften und schon gen Norden unterwegs

Ach, lässt Euch etwas überraschen 🐰 Statt dessen wurden diese Cartoon Vögelchen geschnitzt:

Rohfassung

Geschenk

Endergebnisse

Meine Freundin liebt Woodstock und so wollte ich Ihr eine kleine Aufmunterung in Stempelform geben. Den ruhenden Woodstock von den Peanuts habe ich behalten. Am ersten Rohstempel seht Ihr vielleicht den Werdegang, er ist noch sehr grob.

Heute ist es wunderbar mild! Mit dem Rad bin ich schon unterwegs gewesen, traumhaft durch den Sonnenschein. Ich habe tatsächlich in den Feldern eine Lerche gehört. So froh bin ich, dass wir hier noch mindestens eine Feldlerche haben.

Ich mache mich dann wieder an etwas Frühjahrsputz. Für nächste Woche muss ich mir noch überlegen, ob ich etwas backe. (Fastenzeit und derweil Geburtstage sind blöde)

Bis die Tage Ihr Lieben, habt es fein und bleibt gesund!

Verlinkt bei Niwibo sucht … alles rund um Ostern, Creativsalat

Murmelschlaf

Hallo Ihr Lieben.

Ein weiteres Jahr hat Andrea vom Blog „die Zitronenfalterin“ zu neuen Projekten aufgerufen.

Und keine Sorge, ich würde zwar gerne, aber ich halte keinen Winterschlaf. Es wird bei mir wieder monatlich eine tierische Vorstellung geben. Aber: ich möchte da eine kleine Änderung bringen. Viele flatterhafte, beflügelte Tiere habt Ihr und ich (besser) kennen gelernt. Vor allem die Könige der Lüfte wurden in den Projekten porträtiert. Nun wird es in den Untergrund gehen, also etwas ganz anderes. (Keine Sorge, Vögel kommen hier auf dem Blog weiterhin nicht zu kurz, aber nun eben kürzer. (Wer mehr über Vögel lesen und hören mag, hier gibt es ganz wunderbare Beiträge von einer Vogelkundlerin – keine Werbung, einfach nur, weil es mir so gut gefällt)

„Was man sonst nicht sieht“

Es ist grau und kalt, vielleicht sogar mit dicker Schneedecke. Unser Körper ist langsamer, wir ziehen das warme, gemütliche Sofa den Aktivitäten draußen vor. Oder brauchen etwas mehr Überredung dafür. Weniger Licht läßt uns müder werden und der Stoffwechsel ist auch bei den „modernen“ Menschen im Wintermodus. Das ist bei wilden Tieren überlebenswichtig!

Verschiedene Lebewesen haben viele gute Methoden entwickelt, durch den Winter zu kommen. Es ist also kein Wunder, dass ich „täglich grüßende Murmeltiere“ für meinen ersten Beitrag ausgewählt habe. „Schlafen wie ein Murmeltier “ würden wir zu gern, nicht wahr? Genauer gesagt: das Alpenmurmeltier, nicht das verwandte auf dem amerikanischen Kontinent, welches Euch durch den Film bekannt ist. Aber, unser Murmeltier stammt von dort. Im Miozän, also vor 23,03 bis vor 5,33 Millionen Jahren in Nordamerika lebend, gelang ihnen mehrmals der Übergang nach Eurasien, zuletzt im Pleistozän (vor 1,8 Millionen bis vor 11.500 Jahren).

Etwas später: die Römer sprachen damals von der pfeifenden Alpenmaus, siehe Plinius.  Mankei sagt man in den bayrischen Alpen, in den allgäuer Murmele, in der Schweiz heißt der Nager Murmeli und in Frankreich Marmotte.

Unser Name für die Nager geht nicht auf „murmeln“ zurück (sie murmeln ja auch nicht, sondern pfeifen laut). Auf althochdeutsch hießen sie murmunto. (Und dies hat wohl den Ursprung wieder im Latein: Mus montis = Bergmaus.) Übrigens haben die Wächter auch unterschiedliche Pfiffe, je nach Feind und Dringlichkeit, drauf. Gehör und Sehvermögen sind sehr gut ausgeprägt, der Geruchssinn aber weniger.

Dort in den Alpen leben sie jenseits der Waldgrenze, da wo es schön kalt ist, fühlen sie sich wohl. 20°C sind Hitzerekorde für sie, unter der Klimaerwärmung leiden sie daher sehr. Sie besitzen keine Schweißdrüsen oder eine andere Technik der Abkühlung. Wenn Ihr mal ein Tier ausgestreckt in der Sonne liegen seht, ist dieses der Parasitenabwehr dienlich und kein Aufwärmen.

Meine selbstgemachte, kleine Gummibandkladde für dieses Jahr

Marmota marmota, so ist der wissenschaftliche Name. Es gehört zur Ordnung der Nagetiere, Familie der Hörnchen. Alpenmurmeltiere sind genauer gesagt Erdhörnchen und verwandt mit Eichhörnchen. In den Alpen brauchen sie tiefgründigen Boden für ihre weitverzweigten Bauten, gerne natürlich mit Sonnenschein und über Generationen genutzt. Sie sind gesellig und sozial und liegen gerne gemeinsam in der Sonne. Mehrere Familien leben zusammen, bauen diese tiefen Höhlen, nicht nur zum Wohnen, auch als Toiletten und Fluchtgänge. Angeführt werden sie von einem dominanten Paar.

Mit den Vorderpfoten wird vorne gelockert und mit den Hinterpfoten wird die Erde rausgeworfen. Steine werden sogar mit den Zähnen, die übrigens nachwachsen, gelockert. Was die meisten aber wohl kennen ist die typischen Haltung, aufrecht sitzend auf den Hinterpfoten, der kurze Schwanz als Stütze am Boden ausgestreckt. Die typische Fress- und Beobachtungshaltung übrigens. Per Analdrüsen hinterlassene Markierungen signalisieren den anderen Clans: Halt, bis hier hin und für dich Fremdes geht es nicht weiter. Aber es gibt trotzdem ab und an Kämpfe, die in dieser aufrechten Haltung ausgetragen werden. Erst verbal und dann auch mit Zähnen und Krallen. Die sozialen Duftstoffe im „Gesicht“ dagegen werden gerne und oft beim „Nase reiben“ in der Familie weitergeben.

Der Winterschlaf von Murmeltieren kann über sechs, selten bis hin zu neun Monaten dauern. Unglaublich, oder? Dafür fangen die Tiere im Sommer an, sich Fettreserven durch das Fressen vieler Kräuter, Insekten und Eier anzueignen und beginnen mit „Heu machen“ im Spätsommer. Sie beißen die Kräuter dicht über dem Boden ab. Zwischen dem ganzen Heu schlafen sie dann tief in den Bauten und aneinander gekuschelt. Die Eingänge sind mit Zapfen und Erde verstopft. Ihre Atmung reduziert sich auf etwa zwei Züge pro Minute. Der Herzschlag geht von 200 auf 20 Schläge pro Minute zurück. Die Körpertemperatur beträgt nur noch 3°C. Der Energieverbrauch sinkt auf unter zehn Prozent. Tatsächlich sterben wohl mehrere Murmeltier, vor allem die jungen, im Winter in dieser Phase, wenn sie zB zu lange dauert, besonders, wenn die schützende Schneeschicht fehlte oder wenn sie gestört wurden. Nach dem Winterschlaf gilt es, die kurze Zeit zu nutzen. Das alte Heu wird heraus geschleppt. Die Paarungsrituale finden draußen statt, aber die Paarung im Bau. Die Männchen ziehen sich nun etwas zurück. Nach 5 Wochen werden eine Handvoll blinde und nackte Junge im Bau geboren. Die Weibchen werden übrigens nicht jedes Jahr schwanger. Die Lebenserwartung kann bis zu 15 Jahre betragen, 90 % dieses Lebens sind die Tiere unter der Erde.

Es gibt alte Aufzeichnungen von Rezepten für Murmeltierfleisch, welches sehr nach Wild schmecken soll und fettig ist. Aber die Jagd ist stark zurück gegangen, in Deutschland sind sie ganzjährig geschützt. Das Fett wird gegen Muskelschmerzen genutzt. Bedroht sind die Tiere vor allem durch den Klimawandel im Hochgebirge. Natürliche Feinde können Adler und Uhu sein und gerade die Jungtiere im Bau können auch einem reinkriechenden Marder zum Opfer fallen.

Es gibt Murmeltiere, die sich an Menschen, nahe Wanderstrecken zB, gewöhnt haben und diesen sogar aus den Händen fressen. Dabei sollte man aber immer daran denken, dass herumlaufende Hunde und Menschen, die zu viel und zu nah kommen, mehr schaden, es sind wilde Tiere. Ich selber habe noch nie eines dieser „sagenhaften Langschläfer Tiere“ gesehen. Aber ich hoffe, es hat Euch Freude gemacht, ein wenig über sie zu erfahren. So ist es mir jedenfalls ergangen. Und ein wenig wünsche ich mir manchmal so eine Winter Schlafhöhle, Ihr auch?

WAS MAN SONST NICHT SIEHT – Leben im Untergrund

Und nun wisst Ihr es: es soll um die gehen, die wir nie oder selten sehen, weil sie ganz oder viel unterirdisch leben. Die Überschrift ist von meinem lieben Schatz, der auch die Idee hatte. Er wußte, das es mir nach einer Veränderung war.

Der Ledereinband eines alten Gesangbuchs wurde zur Sammelstation für diesjährige Projekt- und Naturbilder

Mit Gummibändern durch Ösen kann ich verschiedene Blätter sammeln. Wie Ihr so etwas macht, könnt Ihr bei Michaela Müller oder Kristina Schaper nachschauen bzw lernen

Verlinkt bei der Zitronenfalterin, Creativsalat und dem Magic Crafts

Reineke zieht ein

Hallo Ihr Lieben. Heute geht dann die Geschichte weiter, denn nun tritt die Familie Fuchs in das Leben der Dachsfamilie.

Fortsetzung

Ein Stückchen vom Bau saß eine Fuchsmutter. Ihr Fell sah struppig aus. Um sie tollten vier Fuchswelpen herum. Spielerisch jagten sie sich. In der Anfangszeit war der Vater bei der Aufzucht noch beteiligt. Vor allem in der ersten Zeit, als die Mutter noch stillte, war er für das Futter zuständig. Die Welpen waren im Frühjahr unter einer großen Wurzel in einem kleinen Bau geboren worden. Dann hatte die junge Familie Pech gehabt. Das Wetter, nass-kalt, zerstörte die einfache Höhle. Doch die junge Familie hielt natürlich zusammen.  Der Vater fand eine neue geschützte Stelle. Auf der Lichtung daneben tollte er mit seinen Kindern, wichtige soziale Spiele fanden so statt. Als der Vater eines Tages nicht von der Jagd heim kam, veränderte sich schon wieder vieles für die kleinen Füchse.

„Du bist dran!“

„Nein, Du! Ich war schneller und die nächste Maus gehört mir.“

Du hast gar nicht gewonnen“

„Ich werde gewinnen, ich bin am geschicktesten, hat Papa gesagt.“

„Papa hat gesagt, dass ich die schnellste von uns bin, also…“

Spielerisch war damals statt Mäusen die Lunte des Vaters mit einem Sprung erjagd worden. Eine Engelsgeduld hatte Vater Reinecke gehabt. Kleine spitze Zähne bissen vorsichtig in Geschwisterchen oder Elternkörperteile. Und jeder wollte an erster Stelle stehen, wenn die Mutter Beute brachte, oder der Vater. Eines Tages kam der Vater nicht mehr heim, er war für ein Auto nicht schnell genug gewesen. Gut, dass die Rasselbande aus dem Gröbsten raus war. Aber wo die Mutter nun alleine für Beute zuständig war, wollte sie gern eine sicherere Behausung. So kam es, dass sich Fuchs- und Dachsfamilie treffen sollten.

Kuscheliger Dachsbau

Den Dachsbau hatte sie vor Tagen bei Streifzügen entdeckt und untersucht. Das alte Höhlensystem war groß genug, als dass nur die Dachse Platz dort hatten.

Nun saß sie da und wartete auf Frau Grimmbart und ihre schnüffelnde „Bagage“. Um sie tollten ihre braunen Jungtiere. Nicht nur ihre eigenen jagten einander oder irgendein Insekt. Die Jungfüchslein waren behände und sprangen hoch und weit. Die Dachskinder tusselten auch umeinander, etwas behäbiger sah das aus. Spielerisch knufften sie nun ihre Mutter.

„Es riecht anders! Wer ist das?“

„Puh, die riechen stark“

„Die haben da was liegen gelassen, da will ich gucken!“

Sie spielten trotz Ablenkung auf beiden Seiten weiter und trainierten dabei auch ihre Fähigkeiten für die Jagd. Ihre Mutter sorgte auch mit ein paar Tatzenschubsern dafür, dass sie bei ihr blieben:

„Kinder“, sagte die Frau Grimmbart. Doch sie hörten gar nicht zu. Sie fiepten, bellten und tobten und grunzten auf beiden Seiten. „Kinder!“ rief die nochmals. „Ach Kinder, es ist gut jetzt, ich muss Euch noch die Hecke auf der anderen Seite zeigen“ Diese war ein kleines Paradies, voller Beeren, Insekten und kleinen Wirbeltieren. Ein wenig wollte sie ihre Kinder von den Neuankömmlingen ablenken. Sie wußte, sollte sich Frau Reineke zum Bleiben entscheiden, dass es nun auf der Seite anders zugehen würde. Kurz gefaßt: unordentlich und stinkend. Aber sie war sich auch sicher, dass der Hunger ihrer Rasselbande sie gleich ihr folgen lassen würde.

Derweil untersuchte die Füchsin schnüffelnd nochmals einige abgelegenere Teile der Dachsburg. Diese waren gerade nicht in Nutzung, aber gut in Schuss. Ein perfekter Schutz für ihre kleine Familie. Sie war bis jetzt nicht sehr wählerisch gewesen, die umgestürzte Fichte mit ihrem herausragenden Wurzelwerk war auch keine schlechte Zuflucht gewesen. Aber bei dem Wind und Regen der letzten Tage. Nichts ging über einen ausgebauten Dachsbau! Gute Ruhehöhlen, Wohnkammern würde es geben, Fluchtgänge und später im neuen Jahr einen neuen Wurfkessel. Ein wenig könnte sie ja noch ausbessern. Scheinbar ließ die Dachsmutter sie hier einziehen. Sie hatte nicht interveniert, als sie sich nun getroffen hatten.

Frau Reineke sah zu, wie sich die schwarz weißen Körper im Unterholz der Hecke verloren. Auch ihr Magen knurrte. Sie würde auf Mäusejagd gehen und ihre Jungen in den Bau scheuchen. Es war alles noch neu, da würden sie sicher folgsam sein und neugierig die Höhlen untersuchen. Vielleicht würden sich auch mehr als Mäuse finden. Bald schon sollten sie mit ihr erstes Erkundungen und Jagdversuche machen.

Sie hinterließ auch gleich Mal einen stinkenden, markierenden Kothaufen in der Nähe ihrer erwählten Höhle. „Warum die Dachse dafür immer ein Stückchen weiter ein extra Loch buddelten, so eine Arbeit. Ach, ein wenig Unordnung schadete doch nicht, oder? Außerdem wußten nun alle anderen Füchse gleich, dass sie nun hier lebte!“

Aneinandergekuschelt

Fortsetzung folgt

Verlinkt beim Creativsalat und Magiccrafts

mäuselder Fuchs