Mystischer Herr der Wälder

Hallo Ihr Lieben.

Wie ich Euch schon ankündigte, kommt nun die sagenhafte und mystische Seite des Rothirsches. Es gibt so viele Geschichten, Sagen und Mythen, dass ich die nicht in den letzten Beitrag quetschen wollte.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen,  dass alleine das prächtige Aussehen der Tiere unsere Vorfahren inspiriert hat. Die bekanntesten habe ich nun versucht,herauszusuchen.

Es gibt Überlieferungen, bzw Fundstücke aus Druidenzeiten, in denen diese früher Hirschgeweihe trugen, (Abbildungen auf Gefäßen und Figuren), Zähne der Tiere waren Grabbeigaben. Die Thraker verehrten den Gott Cerunnon, welcher ein Hirschgeweih trug. (Link und Link Wikipedia und Link Archäologie online)

Unsere Vorfahren sahen im regelmäßigen Abwerfen und in der jährlichen Neubildung der Geweihstangen ein Abbild der natürlichen Zyklen von Anfang und Ende, aus Licht und Dunkelheit. Der Hirsch wurde zu einem Sonnentier, Fruchtbarkeits- und Glückssymbol. Aber manchmal auch ein Führer, der zur Unterwelt geleitete.

auch ein neues Kartenmotiv

In der germanische Edda gibt es den Hirsch „Eikthyrnir“, der in Walhall vom Laub des Baumes Lärad äst. Und die vier Hirsche „Dain“, „Dwalin“, „Duneyr“, „Dyrathor“ fressen die Knospen der Weltesche Yggdrasil ab. In ihren Geweihen sammelt sich der Morgentau und dort entspringen dann die Flüsse der Welt. Wodans wilde Jagd (Rauhnächte) wurde von einem Wagen, gezogen von Hirschen, angeführt.

Eher bekannt ist Euch wohl aus den griechischen Heldensagen die zwölf Aufgaben des griechischen Helden Herakles (nach erfolgreicher Beendigung der Aufgaben Herkules genannt) Eine davon war es, die Hirschkuh Kerynitis zu fangen, die ein goldenes Geweih trug, das Symbol des Lichtgottes Apollon.

Und in Circes Zauberwald lockte übrigens auch ein Hirsch.

Der römische Dichter Vergil beschreibt das Hirschgeweih als eine Opfergabe für die Licht- und Jagdgöttin Diana. Sie wird häufig in Begleitung einer Hirschkuh mit (goldenem) Geweih dargestellt. Artemis ist die griechische Variante, ebenfalls mit der Hirschkuh dargestellt. (Obwohl die ja eigentlich kein Geweih hätte, wobei es auch in Kunstdarstellungen dann Varianten ohne Geweih gibt)

Im Nibelungenlied ist überliefert, dass Siegfried von einer Hirschkuh gesäugt wurde, bevor ihn der Schmied Mime fand und zu sich nahm.

Eine sehr bekannte Geschichte dürfte wohl die um den heiligen Hubertus sein. Geboren wurde er um 655 als erster Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse in Aquitanien. Er ehelichte die Grafentochter Floribana von Löwen und zeugte mit ihr einen Sohn. Bei der Geburt dieses Kindes starb sie und Hubertus war so verzweifelt, dass er seinen Schmerz mit ständiger Jagdtätigkeiten zu betäuben suchte. Eine andere Version macht ihn nach dem Schicksalsschlag zum Einsiedler in den Ardennen, aber auch er wurde ein wilder Jäger. Als er an einem wichtigen Feiertag, Karfreitag oder Weihnachten, wieder auf die Jagd ging und einem besonders kapitalen Hirsch hinterher hetzte, geschah plötzlich das Wunder. Der Hirsch stellte sich, drehte sich um und Hubertus sah ein leuchtendes goldenes Kreuz zwischen den Geweihstangen. Eine (göttliche) Stimme warnte ihn vor zuviel weltlichen Ausschweifungen. Das war genug Warnung für den französischen Adligen. Er lies sich zum Priester weihen und wurde später sogar Bischof. Als Heiliger ist er nicht nur Patron der Jäger und Förster und sein Abbild zeigt ihn fast immer mit einem Hirsch(kopf) und Kreuz.

Eine lokal wohl bekannte Jäger-Anekdote des Schwarzwalds fand ich: am Höllental war es gefährlich, besonders an der Engstelle auf der Route vom Dreisamtal nach Breitnau und Hinterzarten. Nicht umsonst wurde der Ort „Höllpass“ genannt. Von der Burg Falkenstein aus machte sich ein Ritter auf zur Jagd. Alsbald entdeckte er einen prächtigen Rothirsch und hetzte hinterher. Immer weiter trieb er das Tier über die bewaldeten Steilhänge des Tals und auf einen schmalen Felsvorsprung zu. Schon glaubte er ihn stellen und schießen zu können und spannte seinen Bogen. Doch mit einem gewaltigen Satz sprang der Hirsch über die Klamm hinweg auf die andere Seite und verschwand im grünen Dickicht. Heute erscheint dies unmöglich, doch die Engstelle war früher lediglich neun Meter breit und für einen ausgewachsenen Hirsch durchaus kein Problem. Ähnliche Geschichten und Sagen gibt es nicht nur im Schwarzwald. Allerdings weiß ein Jäger auch heute noch, wie schwer es ist an das wilde Tier heran zu kommen ist, wenn man sich zu Pferde oder zu Fuß nähert, denn die guten Sinne warnen das das Rotwild früh.

Auch der Freiherrn von Münchhausen begegnete einem Hirschen auf der Jagd. Er hatte nur keine Patronen mehr dabei, also überlegte sich der Lügenbaron blitzschnell etwas, griff in seine Tasche und lud seine Flinte mit Kirschkernen. Münchhausen schoss dem prächtigen Hirsch eine Ladung Kirschkerne auf den Kopf, worauf dieser nicht umfiel, wie erhofft, sondern floh. Bei einer weiteren Begegnung ist dem edlen Tier in dessen Geweih ein Kirschbaum gewachsen.

Bei den nordamerikanischen Indigenen gibt es den Glauben an einen Sonnenhirsch.

J. W. Fortescue „Hirsche auf freier Wildbahn“ – Illustration Janusz Grabianski (den ich sehr mag) aus meinem Buch „Meine schönsten Märchen und Tiergeschichten“

Bei den Märchen gibt es einmal den Der goldene Hirsch (Link Märchen.com) von J. W Wolf bei den Hausmärchen (aber auch ein russische Variante) und Die beiden Königskinder (Link Grimmstories.com) in der Sammlung der Gebrüder Grimm.

Ein jagdlicher Aberglauben wirkt im hessischen Landkreis Kassel nach. Wer einen weißen Rothirsch tötet, stirbt innerhalb eines Jahres: Dieser Mythos und Aberglaube wirkt offenbar nach, denn hier gibt es besonders viele der sehr seltenen, edlen, weißen Tiere. (Beim Damhirsch gibt es die weiße Färbung sehr viel häufiger) Ein weißer Hirsch tritt in der Artussage als Beginn einer neuen Aufgabe auf.

Die Geschichte von Bambi kennt Ihr ja sicher auch. Der Autor Felix Salten veröffentlichte 1923 das o. g. Kinderbuch. Die Geschichte handelt von einem jungen Rehkitz, dessen Mutter bei einer Treibjagd ums Leben kommt. Nur, Reh und Hirsch sind etwas weiter entfernt verwandt und durch einen Fehler oder weil dieses Tier bekannter war, wurde der in den USA beheimatete Weißwedelhirsch als Vorlage für den Film genommen. Bei der Synchronisation zur deutschen Sprache wurde aus dem gezeichneten Hirschkalb wieder ein Rehkitz. Perfekte Verwirrung, oder?

Vor allem zur Weihnachtszeit kommt auch immer wieder der Hirsch vor und im ersten Artikel gestern habe ich Euch ja schon einige gezeigt.

Ich hoffe,  der mystische Part zum ersten Projektbeitrag hat Euch auch gefallen.

Verlinkt bei magic craft und natürlich der Projekt Linksammlung der Zitronenfalterin und dem creativsalat

Der Rothirsch ist übrigens Wildtier des Jahres 2026.

Das Tier ist ein Symbol für Erneuerung,  Fruchtbarkeit, das Göttliche und Führung, wenn das nicht gerade von Bedeutung ist.

König der Wälder

Hallo Ihr Lieben.

Hirsch heiß ich

Der letzte Beitrag zum Jahresprojekt 2025 begann mit einem Witz. Dieser Beitrag, der erste Projektbeitrag zum Thema „von Zwergen und Riesen im Wald“ auch. Sagt 3x ganz schnell hintereinander die 3 Worte oben auf. Habt Ihr früher auch wen damit veräppeln wollen? Na, die meisten kannten oder erkannten die Falle.

Heute soll es um eines unserer größten Waldtiere gehen, welches ganz viele sicher kennen. Aber vielleicht möchtet Ihr noch mehr über dieses majestätische Tier (Übrigens Wildtier des Jahres) erfahren, welches auch in vielen Sagen (Religionen) vorkommt. Ich bringe dieses Mal zwei Beiträge, denn „seid gewarnt“, es wird länger 😉

Rothirsche sind Herdentiere und ursprünglich auf offener Landschaft, bzw wenig bewaldetem Gebiet beheimatet. Der Mensch hat sie, da er das offene Land vermehrt nutzen wollte, immer mehr in den Wald gedrängt. Die Rothirsche sind in Deutschland nur in bestimmten (Wald) Forst Gebieten erlaubt. Auf die Gründe gehe ich später ein.

Er gehört zu den echten Hirschen, Gattung Edelhirsche.

Den weißen Mond in dem frischgeschnitzten Stempel möchte ich noch zu niwibos Linkparty bringen

Der Rothirsch (Cervus elaphus, Familie: Hirsche) ist unsere größte, regelmäßig vorkommende Hirschart (auf etwa 25 Prozent der Fläche). Ihr habt sicher gleich ein Bild vor Augen, von einem Tier mit einem ausladenden Geweih.

Dieses „Bild“ wird ja auch sehr fleißig genutzt:

Weihnachtsmarkt Maskottchen

Deko

Stempel (schon etwas älter)

Ein Linoldruck von mir

Der männliche Hirsch trägt ein Geweih: prunkvolle Stirnwaffen, die imponieren sollen und bei der Brunft auch eingesetzt werden! Lässt sich ein Rivale nicht durch Imponiergehabe vertreiben, krachen die Geweihe der Gegner gegen- und ineinander. Das Geweih dient auch der Verteidigung gegen Raubtiere (Wölfe zB).

Im Zeitraum Februar – März wirft der Hirsch sein Geweih ab, dafür sorgen Hormone und Fresszellen. Danach schiebt er aber fast sofort ein neues. Vor allem ältere, männliche Tiere machen das jedes Jahr. An den Rosenstöcken (so werden diese Knubbel oben am Kopf genannt) kommen die Stangen wieder heraus. Sie bestehen aus Knochensubstanz und kosten den Rothirsch ganz viel Kraft. Dabei ist das neue Geweih noch von einer stark durchblutenten und versorgenden Haut (Bast) bezogen. Nach etwa 110 – 140 Tagen ist das Geweih fertig und diese Haut stirbt ab und wird an Ästen abgeschrubbt (gefegt). Das sieht etwas gruselig und blutig aus. Die Stangen sind weiß und werden erst durch Pflanzensäfte braun.

Geweihstadien:

Und beim Samstagsplausch und creativsalat

Spießer = Einjähriger, Sechser = Dreijähriger, je kapitaler und fortschreitend im Alter, um so größer kann das Geweih werden

Aber nichts im Wald wird verschwendet. Vor allem Nagetiere nagen und fressen die alten Stangen sehr gern. Sie sind voller wichtiger Mineralien. Solltet Ihr mal eine Abwurfstange finden, lasst sie liegen, sie gehört immer noch ins Jagdrecht und damit dem Jäger. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gering, die Nager kümmern sich sehr ausgiebig und schnell darum.

Wußte Ihr, dass der Hirsch sogar (ein) Grund für die französische Revolution war. Ok, vielleicht übertrieben, aber die Umstände drum herum waren es. Das Jagdrecht im Mittelalter splittete die Tiere in Hoch- und Niederwild. Das Kaninchen war das Größte, was vielleicht mal vom niederen Volk erlegt werden durfte. Nachdem im frühen Mittelalter der Wald von allen Menschen für ganz viele Bereiche genutzt wurde, hielten irgendwann immer mehr Adlige die Hand über den Wald. Es wurde der sogenannte Wildbann ausgesprochen und viele Waldbereiche in Forst umgewandelt. Wald in Gewinn umwandeln und eben auch für die eigene Jagd zu nutzen hies das. Das Besondere war natürlich der Hirsch und die Jagd um/ab 1500 war sehr oft ein einziges, blutiges Vergnügen. Bauern durften u.A. keine Schutzzäune aufstellen, so dass eine ungehindert Hetzjagd stattfinden konnte, die die Felder verwüstete. Auch so alte Rechte wie die Nutzung als Mastwald fiel weg. Viele Gemeine mussten als Treiber dienen und Wilderer wurden grausam bestraft. Und das einem Volk, das hungert! Da brauche ich wohl nicht näher drauf eingehen, warum dann der Hirsch wie ein rotes Tuch wirkte. Aber nach den Revolutionen (beginnend mit der französischen) und den Bauernaufständen waren auch einfache Leute bewaffnet und schossen nun so viele Hirsche (und anderes Hochwild) wie sie bekommen konnten und rotteten sie fast aus.

mittig liegt ein Jungtier, ein Kalb, die weiblichen Tiere werden Kühe genannt, das Foto habe ich an eine Gatter gemacht

Der Hirsch ist nicht umsonst das Lieblingstier des Adels. Der König des Waldes. So imposant: männliche Tiere sind von Kopf zum Rumpf  180 bis 205 cm, die weiblichen bei 165 bis 180 cm (und ein 14 bis 16 cm langer Schwanz). Die Schulterhöhe beträgt 105 bis 130 und die Weibchen 95 bis 115 cm. Das Gewicht fängt bei 80 kg und kann bei männlichen Tieren bis zu 200kg gehen. Denn die Tiere passen sich in Europa den Bedingungen an und so schwankt die Größe.

Die männlichen Exemplare erreichen ihr Maximum an Gewicht kurz vor der Brunft, der Paarungszeit, dann stößt es zu „seiner“ Herde. In der Brunftzeit ist vor allem das männliche Leittier nur darauf fixiert, seine weiblichen Tiere zusammen zu halten und darauf zu achten, dass er der einzige ist, der seine Weibchen begattet. Junge Männchen leben manchmal noch bei der Herde, werden sozusagen geduldet, auch auf die muss der „Chef“ aufpassen. Sie würden ihre Chancen sofort nutzen. Aber vor allem auf wandernde Rivalen, die gerade keine Herde haben, gilt es zu achten. In diesem Zeitraum nehmen die Hirsche etwa 25% ab, sie fressen nicht und manchmal tragen sie von ihren Kämpfen auch Verletzungen davon. Die Brunft findet etwa ab September bis Ende Oktober statt. Dann kann es passieren, dass Ihr ein wirklich furchterregendes Gebrüll (Röhren Link Höhrspielbox) hört, wenn Ihr in einem Gebiet wandert, wo es Rotwild gibt.

In der Brunftzeit ist das rötlich-braune Haar um Schulter und Hals des  Männchens noch mal länger, imposanter. Den „Platzhirschen“ erkennt man definitiv. Das Haar der Hirsche am Hals wird mit dem Alter auch außerhalb der Brunft üppiger, genau wie das Geweih. Kein Wunder, wird diese Vokabel „Platzhirsch“ auch auf Menschen (oder evtl. Firmen) angewendet.

Im Winter wird als Schutz vor der Kälte das Haar eher dick,  gelblich-braun und auch länger. Darunter wächst im Winter wärmende Unterwolle, dann sehen sie recht struppig aus. Außerdem ist das einzelne Haar hohl. Eine geniale Erfindung der Natur gegen Kälte: Luftpolster. Im Frühling liegt das nun überflüssige Haar dann im Wald und ist perfektes Nestpolstermaterial.

Rotwild kann sehr gut sehen und hören, sie achten als Fluchttiere dauernd auf ihre Umgebung und schrecken durch äußere Umstände schnell auf. Etwas, was viele Herdentiere auf den übersichtlichen Flächen haben. Ich überlege gerade, eigentlich müsste es oben „König der weiten Ebene“ heißen.

Das Sozialverhalten dieser Herdentiere ist stark ausgeprägt. Die Herde wird außerhalb der Brunft von einer starken Hirschkuh geführt. Allerdings werden schwache Tiere eher ausgegrenzt und so schneller Beute. Die Kälber werden im Mai/Juni geboren. Die Größe des Rudels hängt vom Lebensraum und der Nahrung ab. Ich erzählte ja schon, dass die Tiere von der Freifläche in den Wald gedrängt wurden und das es nur gesetzlich vorgeschriebene Gebiete für sie gibt. Wiesen waren ja immer mehr anderweitig gebraucht worden. Wohnfläche, Industriefläche und Landwirtschaft wurden immer mehr benötigt.

Aber nun gab/gibt es das Problem, dass Rotwild gerne Baumspitzen fressen und Baumrinden abschälen.

Für einen Baum in einem Nutzwald ist das eine starke Verletzung. Wenn der junge Baum es überlebt, schlägt er stärker aus, verzweigt sich üppiger, wächst eher etwas krüppelig. Das kann zwar für Tiere viel interessanter werden: in mehreren Astgabeln findet sich gut Platz für Nester und Kobel. Auch entstehen so Lichtungen oder lichtere Waldabschnitte und damit neue Lebensnischen für Blumen, lichtliebende Pflanzen und Lebensraum für viele kleinere Tiere. Nicht nur Nadewälder sind dunkel. Unter großen Buchen ist es auch lichtarm, daß vergessen wir manchal. Eine Lichtung heißt nicht umsonst so. All die Tiere und Pflanzen, die dann wieder mehr Lebensraum dort finden, freuen sich. In einem Forst, der Holz für Möbel uÄ bringen soll, sind die vielen Astlöcher und vor allem krummer Wuchs aber ein Problem. Und wenn Jungpflanzen eingehen, müssen sie nachgepflanzt werden. Also werden Hirsche nur in bestimmten Gebieten geduldet. Diese haben aber oft keine Verbindung zueinander und Rotwild, daß außerhalb unterwegs ist, muss nach den gesetzlichen Vorgaben geschossen werden. Das „Inselleben“ führt manchmal durchaus zu genetischer Verarmung. Etwa 220.000 Tiere leben in verschiedenen Landesteilen, Tendenz steigend. Etwa ein Drittel sollte nach gesetzlichen Vorgaben durch Jagd entnommen werden.

Hirsche werden nämlich durch Unruhe schnell tiefer in den Wald getrieben. Immer mehr Menschen suchen Freizeitmöglichkeiten zwischen den Bäumen. Das Rotwild findet im dichten Wald erstens weniger Nahrung (Gras, aber auch Kräuter, Getreide, Beeren, Pilze und Waldfrüchte wie Bucheckern, Kastanien und Eicheln stehen auf dem Speiseplan. Und eben auch sehr gerne Baumknospen. Die Nahrung ist stark faserhaltig) Rotwild sind Wiederkäuer und brauchen dafür ihre Ruhe. Wenn sie unruhig sind und auch wenn sie Hunger haben, schälen Hirsche großflächig Baumrinde, vor allem Laubbäume. Das schadet dem Baum natürlich. Pilze dringen ein und selbst wenn der Baum nicht abstirbt, ist das Holz durch den Pilz nicht zu gebrauchen. Durch Bejagung versucht man die Herden im Bestand konstant zu halten. Wo der Luchs sich wieder eingelebt hat, wurde festgestellt, dass sich dies positiv auswirkt. Der Lauerjäger sorgt dafür, dass sich die Tiere stärker, aber ruhig, verteilen und durch eine geringeren Konzentration kommt es nicht mehr zu so starken Verbissen.

Hirsche suhlen sich zur Körperpflege und graben so Wasserkuhlen. Auch das sind neue Lebensräume. Die Mini Tümpel werden von vielen Insekten genutzt, zB Libellen laichen dort.

„Von Riesen und Zwergen im Wald“

Dieses Urzeit Riesenhirsch Skelett kennt jeder, der schon einmal im Museum König in Bonn war! Gerade wird er zum ersten Mal zu einer Ausstellung nach Oberhausen versendet. Unsere Jungs haben ihn als Kinder immer im Museum gesucht, wenn wir dort waren.

In der Urzeit haben viele große Tiere, wie Wisent, Pferd, Auerochsen und eben auch diese Riesenhirsche die Landschaft mitgestaltet.

Es gibt noch etwas mehr über den Hirsch aus Sagen und Märchen zu berichten. Da dieser Beitrag schon recht lang geworden ist, kommt dazu einen extra Beitrag einen Tag später.

Danke Euch fürs Durchhalten, aber ich hoffe, es hat Euch auch gefallen.

Verlinkt bei der Sammlung unserer Jahresprojekte von Andrea Zitronenfalterin 

Verknüpfungen im Biotop Wald (Abbildung aus dem Museum König)

Erinnerung

Guten Morgen Ihr Lieben.

Ja, ich habe mich etwas raren die Tage gemacht, es war genug zu tun. Nicht nur letzte Vorbereitungen, auch Alltag.

Daher hier noch einmal die Erinnerung für den kleinen Adventsmarkt in Nordsiegburg auf dem Ihr auch einen Stand von mir findet:

Vielleicht wohnt Ihr ja in der Nähe und wollt nicht unbedingt auf die Eröffnung all der großen Weihnachtsmärkte, )die tatsächlich auch dieses Wochenende stattfinden), sondern lieber etwas gemütlicher unterwegs sein.

Wärmende Getränke und lecker warmes Essen  passend zu dem kalten Wetter gibt es auch und regionales Grün für Eure Adventsgestecke und Kränze gibt es auch. Das Grün ist nicht schon durch halb Europa hin und her gereist und auch noch frisch.

Bei mir findet Ihr viele gedruckte Karten, Vintage Trockentücher mit Linoldrucke und Brennmalerei (und ein ganz paar Stempel)

November 12 v 12

Hallo Ihr Lieben.

Es ist wieder soweit, die Dame mit dem Kännchen sammelt wieder viele Beiträge aus dem Blogger*innen Land zu unserem Tagesablauf. Zwölf Bilder am 12. 11. 2025, hier verlinkt.

Sankt Martins Stutenkerl, hier im Rheinland Weckmann zum Frühstück

Hundegang. Obwohl schon einmal alles wg. Glasfaserkabel aufgerissen worden war, haben wir schon wieder komische Zeichen überall (neben wackeligen Platten)

Immer wieder schön und im Moment haben wir so schöne Sonnenaufgang. Blick Richtung Siebengebirge

Die Wintergoldhähnchen huschen um mich herum, suchen im Ahorn emsig nach Insekten.

Auf dem Rückweg finde ich tatsächlich mitten in der Siedlung Perlpilzen. (Nein, die bleiben, da hat vielleicht eine Katze oder Hund schon markiert)

Es ist Mittwoch und Michaela postet wie immer einen anregenden und kreativen Beitrag!
Etwas später sitze ich auf dem Rad um Besorgungen zu machen

In der Rettertüte waren wieder leckere Sachen

Für den Adventsmarkt mache ich nicht nur Karten und Stoffdruck, auch Brandmalerei, erst vormalen

Nur noch Bleistift wegradieren

Farbe fixieren mit dem Bügeleiseln

Dabei etwas Podcasts hören

Es wird schon dunkel. Natürlich gab es auch Haushalt, aber ich hab mal die besseren Bilder rausgesucht und hatte fix 12 zusammen. ☺️

Habt einen schönen Abend und eine gute Woche, Ihr Lieben.

Und dafür bin ich gerade zu gange, ein wenig „Werbung“ für kleinen, kreative Märkte:

Und eine Freundin ist bei  „Lieblingsstücke“auch am 21.& 22.11.

Dachs und Fuchs, die Letzte

Hallo Ihr Lieben.

Hier sollte die Geschichte Anfang dieses Jahres eigentlich zu Ende gehen. Allerdings merkte ich beim Schreiben, dass irgendwie die nächste Generation der Dachse und Füchse noch einen Abschluß brauchten. Lange hat es gedauert.

„WO FUCHS UND DACHS SICH GUTE NACHT SAGEN“

Nun sind unsere jungen Tiere immer unabhängiger geworden und es zeigt sich, wie unterschiedlich doch die neuen Wege nun gehen.

*1

Neue Wege

Das neue Jahr hatte angefangen. Für die Tiere des Waldes spielte der Kalender der Menschen keine Bedeutung. Sie merkten die Jahreszeiten am Sonnenstand, wie kalt es wurde und wie lange es hell war. Die kalten Tage und Nächte waren jetzt für viele Tiere eine Herausforderung. Jedes hatte seine Überlebensstrategien um sich und seine Nachkommen weiterhin im Spiel des Lebens zu halten.

Die alten und jungen Dachse waren in die Winterruhe gegangen. Viel Obst von der Streuostwiese und Hecken hatte ihnen zum Schluß den Herbst und die erste Wintertage versüßt.

Der junge, besonders unternehmungslustigste Fuchs aus unserem Wurf hatte es geschafft, bei seinen Wanderungen den alten Füchsen aus dem Wege zu gehen. Und dann wurde seine Mühen belohnt, er fand ein kleines Revier, dessen vorheriger „Meister Reineke“ wohl ein ähnliches Schicksal ereilt hatte, wie der Vater unseres jungen Rotrocks. Dafür hatte er lange laufen und suchen müssen und vielen älteren Füchsen ausweichen müssen. Diese Zeit hatte sehr an seinen Kräften gezehrt.

„Wie lange es gedauert hat, bis ich hier her gefunden habe, wo ich jetzt bin. So ein schönes, warmes Fell habe ich bekommen. Gut, dass die Menschen damals am Fußballplatz nicht immer so ordentlich waren mit ihrem Müll. All die Lebensmittel, was ich nicht fressen konnte, holten sich die Mäuse. Der Hunger hat die kleinen Nager unvorsichtig werden lassen, ha ha! Das hat mir eine kleine Speckschicht gebracht. Gar nicht so einfach ohne Mutter klar zu kommen. Was bin ich doch viel gelaufen. Nun habe ich endlich etwas gefunden, was für mich passen könnte. Und eine kleine Höhle, einen Bau für mich gibt es hier auch noch.“

Vor allem in der Zeit, welche die Menschen Advent und Weihnachten nennen, waren noch mal viele Menschen zum Platz gekommen, da dort auch eine Grillstelle und eine Weihnachtsbaum Plantage waren. Er traf sogar hier mal einige seiner Geschwister, aber jetzt war man doch auch Konkurrenten. Trotzdem warteten sie vorsichtig und gemeinsam den Trubel ab um im Dunkeln dann die Reste zu suchen. Der Mond schien und der Frost ließ alles glitzern. Krähen hatten sich natürlich auch sofort eingefunden und wenn sich Reineke nicht täuschte, roch es auch nach Wildschwein.

Tatsächlich hatten die Menschen ihre Grillreste nur in den Mülleimer geworfen, die waren mit einem Sprung zu erreichen. Dabei kippte alles und nun konnten sich alle etwas davon holen. Merkwürdig schmeckte es, aber der Hunger… Keines der Tiere hatte Augen für die glitzernde Adventslandschaft, aber heute Nacht einen vollen Bauch.

Beim Laufen Richtung Bau sicherte er genau in alle Richtungen, streckte die Nase in die Luft und spitzt die Ohren. In der kalten Luft konnte er nicht so gut riechen, wie in der feuchten. Vorsicht hatte ihn die Mutter gelehrt, immer wieder. Sie erzählte regelmäßig vom Schicksal des Vaters. Außer ein paar Rotkehlchen war nur ein leises Rauschen in den Bäumen zu hören.

Solch leisen Geräusche drangen nicht mal annähernd in den tiefer liegenden Dachsbau. Weder die jungen Männchen in ihrem abgelegenen Kessel der großen Dachsburg, noch die Mutter mit den Töchtern in der „Hauptburg“, wurden wach. Gut hatten sie für die Winterruhe vorgesorgt.

Der junge Fuchs spürte mittlerweile eine täglich größer werdende Unruhe. Er konnte sich nicht erklären, was los war, er war doch gerade erst so viel unterwegs gewesen.

„Aber nun werde ich diesen kalten Nachmittag verschlafen. Gegen Abend werde ich mal weitersehen, wieder auf Jagd gehen.“ und damit wickelte er sich in seinen buschigen Schwanz und steckte seine Nase unter die Luntenspitze.

Und so vergingen die grauen Tage und gingen über in die schneeweißen Tage. Immer wieder erklangen im Wald nun helles Bellen, fast wie Schreihe. Unser Reineke lief derweil sein Revier ab und markiere es fleißig. Wer als unkundiger Spaziergänger im Dämmerlicht solche Schreihe hörte, dem gingen sie durch Mark und Bein. Der Revierförster, welcher mit seinem Hund unterwegs war,  nickte nur wissend.

Der Jungfuchs saß nun auch auf einem guten Aussichtsplatz und warf seine klagend klingende Stimme in den dunklen Wald. Die frostige Luft trug die Töne weit. Aus weiter Ferne antwortete eine Stimme, fiel ein in das Gebell.  Aufgeregt markierte er, das Bein hebend, diesen Platz mit seinem Duft. Dann machte sich der junge Fuchs wieder auf und schnürt los. Fast vergaß er vor lauter Hormone aufmerksam zu sein.

Wie auf einer Perlenschnur lagen nun vor ihm Pfotenabdrücke im Schnee. Eine Füchsin war hier auf der Suche nach Mäusen über die Wiese gelaufen. Ihr unverwechselbarer Geruch zog sich fast genau so gut wie die Pfotenabdrücke durch die Luft. Auch sie hatte ihren Hormonen Folge geleistet und ihren Duft hinterlassen. Allerdings hatten Duft und Gebell nicht nur die Aufmerksamkeit des Jungfuchses erregt. Zwei weitere Fuchsrüden strichen aus unterschiedlichen Richtungen am Waldrand entlang.

„Oh, was für eine wunderschöne Fähe, welch schöner Duft.“ So selbstvergessen trabte der junge Fuchs nun unvorsichtig auf das Feld. Doch statt einer Begegnung mit der Fuchsfähe knurrte ihn plötzlich ein stattlicher Fuchsrüde an. Wie im Reflex sträubten sich auch beim jungen Tier die Haare, er stemmte die Vorderpfoten in den Boden und machte sich größer und riß sein Maul auf. Das imponierte dem älteren Herren aber gar nicht. Er war viel kräftiger und erfahrener. Auch hatte er durchaus noch seinen zweiten Konkurrenten im Blick und es galt nun diesen Jungspund möglichst schnell zu verjagen. Und darin war er auch erfolgreich. Denn nun war die Schrecksekunde vergangen, unser Fuchs hatte seine Lage erkannt und gab erst ein Winseln von sich und dann Versengeld.

Da der alte Herr Fuchs sich aber nicht weiter um ihn kümmerte, drehte sich der Jungspund am Waldrand noch einmal um. Er sah, wie nun die beiden alten Fuchsrüden sich umkreisten, posierten und dann kämpften. Dabei stellten sie sich auf ihre Hinterpfoten und stießen ihre Vorderpfoten gegen die Brust des Gegners. Ganz klar, hier hatte er keine Chance. Er verließ den Schauplatz, ohne weiter auf die Konkurrenz zu achten.

Derweil wachte im Dachsbau einer der Jungdachse aus seiner Ruhe auf. Er verspürte Hunger und wurde unruhig. Mit langsamen Schritten kletterte er zum Ausgang der Höhle und schnupperte erstenmal.

Keine ihm gefährlich erscheinenden Gerüche umwehten seine Nase. Und so schnaubte er und ging erst einmal zur Dachstoilette. Die Kälte und der feuchte Schnee kamen gar nicht richtig bei ihm an, dafür hatte er sein dichtes Fell und natürlich die Fettschicht. Aber gegen den leichten Hunger wollte er sich doch noch etwas suchen.

„Ach, ein reiches, herbstliches Angebot gibt es nun leider nicht mehr, aber eine Kleinigkeit werde ich sicher finden. Mit meinen Krallen kann ich auch noch etwas ausgraben, wenn mir meine Nase anzeigt, das es etwas Feines gibt.“

Und tatsächlich hingen einige Ebereschenbeeren über seinen Weg. In den höheren Ästen hatten sich die Vögel auf die feinen Beeren gestürzt, aber genau hier war aus irgendeinem Grund ein Ast vergessen worden: “ Oh lecker! Genau richtig. Hat der Schneebruch vielleicht diesen Ast genau richtig knicken lassen?“

Schnell schlug sich der junge Dachs seinen Wanst voll und lief zurück zur Burg. Er suchte wieder die kuschelige Wärme der tiefer liegenden Höhle auf und schlief wieder ein. Wahrscheinlich würde er nun wieder länger ruhen. Sein Stoffwechsel würde nicht runterfahren und sein Schlaf nicht tiefer werden, aber sparsamer als seine Burgnachbarn im roten Rock, war sein Körper im Winter schon eingestellt. Er hatte auch das Gebell gehört und schnaubend und wissend vor sich hin gedacht, dass er froh sei, gerade faulenzen zu dürfen. Er wußte es noch nicht, aber seine Zeit würde zum Frühling hin kommen. Dann kämen die neuen, jungen Geschwister und es würde vielleicht ein Umzug notwendig werden. Schließlich wollte jeder Dachs eine eigene Familie im Sommer gründen wollen.

Derweil war der junge Fuchs weiter gelaufen, eher heimwärts gerichtet und war wieder über eine verlockende Duftspur gekommen. Diesmal schien er sogar mehr Glück zu haben. Keine Konkurrenten weit und breit. Er vergaß seine Erschöpfung und die Kälte und lauschte und schnupperte und näherte sich langsam. Eine andere, etwas jüngere Fuchsfähe, schnürte vorsichtig sichtend und lauschend über die Blöße. Sie hatte auch das Bellen in der Dunkelheit gehört.

„Oh, eine Schönheit, eine Fee, ich muss mich unbedingt bemerkbar machen und sie riecht einfach so gut.“ und er stieß ein lockendes, keckerndes Bellen aus. Die Erwählte stellte die Ohren auf, blickte in seine Richtung und bellte zurück. Der Rüde stolzierte nun, sich besonders groß und stark darstellend  zur Erwälten. Sie kam ihm ein paar Schritte entgegen, schnupperte. Dann liefen sie nebeneinander her, umstrichen sich, tanzten fast einen langsamen Walzer umeinander, beschnupperten sich, strichen wie fellstreichelnd aneinander entlang, fast wie Liebkosungen. Ein Paar hatte sich gefunden und sobald ihn die Erwählte näher ließ, nutzt der Jungfuchs seine Gelegeheit. Nachdem sie erschöpft noch aneinander gehangen hatten, überredet der junge Rüde mit Lauten und Liebkosungen seine Erwählte, ihn zu seinem Bau zu begleiten.

„Es ist gar nicht weit zu meinem trockenen Bau. Es war ein anstrengender Tag für uns beide. Lass uns die restliche Nacht dort in Sicherheit und Wärme verbringen.“

Und so schließt sich der Kreis. Denn im Frühling bekamen die beiden Füchse Nachwuchs. Sie waren zusammen geblieben, was nicht immer der Fall ist. Dieser Fuchsvater blieb bei seiner Fähe und beteiligte sich an der Aufzucht. Und da auch nebenan eine jüngere Dächsin einzog, den Bau weiter ausbaute und „Dachs konformer“ machte, wiederholten sich manches der Geschichte. Ein neuer Ort der Begegnung „Wo Fuchs und Dachs sich gute Nacht sagen“ entstand.

Ihr Lieben, ich habe versucht, die Tiere nicht zu sehr zu vermenschichen. Denn wir können immer nur erahnen,  wie Tiere fühlen und denken und ganz sicher ist dies anders, als es Menschen tun. Aber dabei versuchte ich, mich möglichst an Beobachtungen und nachzulesenden Informationen zu halten.

Ich hoffe, ich konnte Euch diese faszinierend Zweckgemeinschaft und auch so unterschiedliche Lebens- und Überlebensstrategien näher bringen. Gerade der Dachs, Meister Grimbart, ist in den letzten Jahren noch mal intensiver erforscht worden und dadurch, dass uns der Fuchs in die Städte folgt, erfuhr man auch noch mehr über Meister Reineke.

So manches kreatives Werk entstand auch in dem Zeitraum und wird sicher auch noch wieder entstehen, denn ich mag diese Tiere sehr.

Ich denke, damit schließe ich nun die Seiten.

*1 : auch mit dem Fuchs wurden Trockentücher bedruckt

Verlinkt bei magic craftSamstagsplausch und creativsalat

Und als kleine adventliche Geschichte geht sie auch an niwibo