Eine „richtige“ Sommerwochen liegt hinter uns. Sonnig und warm. Ein wenig Kreatives habe ich schon hier gezeigt und vielleicht lohnt sich der Blick in den Beitrag auch.
Und noch ein weiterer Stempel ist dazu gekommen.
Ich mag Trichterwinden sehr. Kleine, starke Blumen, die hier u.A. kahle Metallzäune erklimmen. Noch blühen sie nicht, dann reiche ich ein Foto nach. In meiner Kindheit gab es die kleine Erzählung, dass die weißen Kelche der wilden Trichterwinden der Mutter Maria als Becher gedient haben, als sie sehr durstig war und es keine Möglichkeit gab, ihren Durst zu löschen. Im Garten wagen sich die Prunkwinden endlich an einigen Stellen aus der Erde.
Vom Samstag kann ich Euch ein paar Fotos vom Biggesee zeigen. Eine der größten Talsperren in Deutschland (zweitgrößte NRWs) ist ein wunderschönes Ausflugsziel im Sauerland. In den 60ern wurde sie vor allem zur Regulierung der Flüsse Richtung Ruhrgebiet gebaut. Früher sind wir ab und zu im Sommer dahin, aber noch lieber zur Sorpe, 😊 Aber die Fahrt auf dem elektrischen Ausflugsschiff war wunderbar!
Auch ein anderes, ganz wunderschönes Ziel lege ich Euch noch ans Herz, wenn Ihr mal im Sauerland seid: die Tropfsteinhöhle in Attendorn. Mit Fotos kann ich nicht dienen, denn man darf dort unten nicht fotografieren. Aber schaut mal hier! Unglaubliche, Millionen Jahre alte Steingeschichte, faszinierend! Und dort erfährt Ihr auch, warum diese Höhle Atta Höhle heißt und der Ort, wo sie liegt, Attendorn. Es war auch noch so eine angenehme Abkühlung, konstante 9°C. Wo es schon auf dem Wasser unerwarteterweise – tatsächlich mal kein Wind – so warm wurde. Das war ein so besonderer Tag mit einem Teil der Familie zu einem schönen Anlass. Auch, weil man sich teils seltener sieht.
Unter der Brücke gehen noch Bahnschienen für eine kleine RegionalbahnEin wunderschönes Erholungsgebiet, es gibt einige „ausgebaute“ Badestellen, einen FKK und ansonsten gaaaaanz viel Platz für Aktive im und auf dem Wasser oder zu Fuß oder Rad drum herum
Sind Seifenblasen nicht wunderschön?
Auf der Rückfahrt gab es so einen ganz besonderen Ausblick. Nicht oft, aber dann ganz besonders schön: das Sauerland kann auch „lieblich“.
Die Heimfahrt abends ging dann schon wieder durch und am Rande von Gewitterwolken und auch heute ist es so schwühl-gewittrig! Aber die Stimmung mit dem rötlichen Licht der untergehenden Sonne unter den dunklen Wolken. Kopfkino – kein Foto möglich von der Autobahn aus.
Ansonsten habe ich Euch heute auch mein momentanes Lieblingsbuch vorgestellt. Ja, ganz schön viele Beiträge auf einmal. Manchmal ist das so.
Und verlinken möchte ich diesen beim Samstagsplausch, niwibos Suche nach Wasser, Magic Craft, dem Sonntagsspaziergang (auch wenn es eher über Wasser war, ich hoffe, es ist trotzdem ok) und natürlich bei den Sonntagsschätzchen
Auf Regen folgt Sonnenschein. Heute ist der Himmel fast durchgehend blau und ein paar Distelfinken fliegen leise zwitschernd und geschwind über die Häuser. Hummeln oder Bienen summen und es ist fast menschenstill. Wenige Mauersegler ziehen ihre Kreise. Es ist halt Sonntagmorgen, viele schlafen wohl noch. So Momente liebe ich sehr.
Die Woche war ja eher von weniger schönem Wetter begleitet. Dafür von viel Normalität und den 12. habe ich ja schon extra dokumentiert. Gestern war ein besonderes schöner Tag. Der Schatz hat sein Gemeinschaftsgeschenk eingelöst und ist „in die Luft gegangen“. Außerdem gab es leckeren Kuchen, bzw Kaiserschmarrn. Nachmittags bin ich noch zu einer lieben Freundin zum Gratulieren und habe mich total fest gequatscht ❤️ und noch mal leckeren Kuchen bekommen.
Ein paar Sonntagsschätzchen aus der Woche im Garten habe ich noch für Euch:
Meist flogen die Schmetterlinge fort, wenn ich zum Flieder ging. Fast immer saßen 2 Admirale und 2 Pfauenaugen dort. Aber wie ihr seht, konnte ich dann doch mal einen erwischen. Über den hübschen Pinselkäfer, der sich ja so gern von Blütenpollen ernährt, habe ich mich sehr gefreut. Vielleicht hat seine Larve im Totholz hier gelebt? (Hier zu meinem Beitrag aus dem „Beflügelt“ Projekt über ihn)
Und auf den Blättern des Kakibaumes saß dieses einbeinige „Pferdchen“ aus der Familie der „Schrecken“. 😊
Es ist verrückt, aber ich freue mich immer so über diese Kleinigkeiten. So auch, dass meine irische Tomatensorte „Splash“ trotz des feuchten Wetters keine Fäule zeigt und schon ein paar Früchte trägt. Nur die lästigen Wanzennympfen sitzen, bis jetzt vereinzelt, dort. Und vielleicht ist heute die erste mexikanische Melonengurken reif. Die muss dann mal mindestens gedrittelt werden, da ich die Einzige bin, die sie schon mal gekostet hat.
Und sogar die kleine Auberginenpflanze trägt eine Blüte und die Gurken strecken sich auch langsam in die Höhe. Dieses Jahr war es vielen dieser „südlichen“ Pflanzen bis jetzt simpel und einfach zu kalt. In Schweden und Dänemark haben wir gesehen, dass viele Gartenbesitzer im ländlichen Bereich kleine Gewächshäuser haben. Und wir konnten gut nachvollziehen, warum. Vielleicht kann ich ja irgendwann etwas in diese Richtung selber bauen. Für ein fertiges fehlt der Platz und sie sind ja auch nicht gerade preiswert.
So, erste Nachbarn sind zu hören. Dann will ich doch mal den Sonnenschirm aufstellen, mich darunter setzen, es wird wärmer und für die Haut ist sowieso Schatten besser. Außerdem habe ich noch etwas Zeit und will wissen, wie mein momentaner Lieblingsschmöker endet. Beim Lesen blende ich iR. vieles aus. Ich werde noch vom Buch berichten.
Puh, jetzt sind wir schon eine Woche wieder daheim. Kennt Ihr das auch, dass man in Teilen sofort wieder angekommen ist und teils noch so gar nicht? Obwohl einen die Realität ja immer sofort auf den Boden holt? Nein, ich kann Euch noch keine Fotos vom wunderbaren Dänemark – Schweden Urlaub zeigen, aber bald. Ich mag das u.A. nicht holterdipolter machen, ich möchte mit Zeit die Fotos hochladen, ansehen, genießen und was dazu schreiben.
Im Urlaub hatte ich mir vorgenommen, ein wenig meine Naturbeobachtungen nieder zu zeichnen. Natürlich hat das nicht immer so geklappt wie ich mir das vorgestellt habe. (Auch weil wir nicht immer einen Stromanschluss hatten und dann weniger Licht. Aber auch, weil ich oft viel zu müde war)
Nun zeichne ich daheim weiter:
Journal über Gesehenes in Dänemark und Schweden
Das entschleunigt mich auch daheim noch sehr. Etwas, was ich noch lange beibehalten möchte. Und nein, ich kann nicht so gut zeichnen, dass ich das in der Natur gleich so gut bannen kann. Auch ich brauche oft Vorlagen. Nature Journaling ist ja gerade sehr im Trend. Ich wünschte, ich könnte das. (Fertigkeiten und Zeit, vor allem Zeit!) Vielleicht (ach was, bestimmt) schreibe ich bald mehr über mein kleines Journal.
Holterdipolter war es dagegen ab und an in der vergangenen Woche (gefühlt – wie gesagt, ich bin nicht in allen Teilen wirklich schon wieder daheim). Drei Wochenlang nur ein Camper und Zweisamkeit mit Hund. Das ist was ganz Anderes und war so schön. Jetzt muss ich mich bald an Neuerungen daheim gewöhnen. Der Garten hatte sich auch nicht ausgeruht und die perfekte Witterung für Grün reichlich ausgenutzt. Zusammen haben wir uns durch das üppig gewachsene Blattwerk der Johannisbeeren und Stachelbeeren gekämpft, hier und da wilde Erdbeeren gezupft, Pfefferminze geschnitten und wuchernde wilde Möhren raus gerupft. Diese hübsche Blume hatte sich wirklich überall ausgesät und Dank Witterung erdrückende Ausmaße angenommen. Dabei fand ich, an der Malve klebend, eine Feder des roten Milans. Oft kreist er über den Häusern, die Thermik ausnutzend. Dass ausgerechnet bei mir eine kleine Feder landet… Gelandet in der Malve ist auch eine kleine Schlupfwespen (denke ich) von denen wir dieses Jahr viele haben.
Der Freitag war ein Tag für starke Nerven. Manchmal frage ich mich, wie abgestumpft manche Mitarbeiter (in der Verwaltung, falls man das so nennen kann) eines Krankenhauses hier sein müssen, um so mit alten, verängstigten, kranken Menschen umzugehen. Gut, dass das medizinische Personal sehr oft nett und kompetent ist.
Und natürlich habe ich beim Fußballspiel gestern Abend mitgefiebert und war begeistert, wie die deutsche Mannschaft noch gekämpft hat. Leider hat es nicht gereicht. Manchmal reicht dem Gegner eben eine Sekunde und auch etwas Glück.
Tja, so wechselte sich Holterdipolter und Ruhe durchaus ab diese Woche. Also eine ganz normale Woche, teilweise. Aber mit der Kraft des Urlaubs 😊. Deswegen bin ich auch noch sehr spärlich digital unterwegs, ich bitte das zu entschuldigen. Ich genieße noch Entschleunigung, wenn ich sie habe. Wie gut, dass ich den Jahresprojekt Beitrag über die magischen Tiere schon vorbereitet hatte und dieser zum 1. online gehen konnte.
Euch allen ein schönes Wochenende, ich schwinge mich jetzt auf das Rad.
Unscheinbar, dass trifft auf alle Fälle zu auf diese besonderen, ewigen Larven zu! Die Name sind auch merkwürdig und eigentlich ist (fast) alles an diesen, wenig erforschten Tieren speziell:
Grottenolm, Proteus anguinus und Axolotl, Ambystoma mexicanum.
Die seltenen Olme sind Schwanzlurche, Salamander und nur an wenigen Orten zu finden. Sie reagieren empfindlich auf Störungen in der Umwelt. Der Olm lebt nur in Höhlen: er ist ein troglobite ( Troglobiont auf Deutsch, d.h. permanent und nur in Höhlen lebend). Es ist der einzige Schwanzlurch in Europa, der komplett unterirdisch lebt!
Im 17. Jahrhundert hielten die Slowenen die Grottenolme für Babydrachen. Sie verstecken sich im Karstesgebirge im Balkan in einem relativ überschaubaren Gebiet und wurden u.A. in bis zu 300 Metern Tiefe in gefluteten Höhlen und Minenschächten gefunden. Ausschlaggebend für sein Vorkommen ist das Wassers: Sie mögen ihr Wasser kalt, aber nicht zu kalt, und sauerstoffreich ( 8 bis 11 °C Wassertemperatur). Die Tiere haben eine durchscheinende Haut und erscheinen fleischfarben. Deswegen heißt das Tier auch auf englisch “human fish“.
Setzt man die Tiere länger dem Licht aus, färbt sich die Haut dunkel, es sind also keine Albinos. Ihre Farbpigmente müssen sich nur nicht verfärben als Sonnenschutz. Er hat keine funktionierenden Augen, aber blind sind die Tiere nicht wirklich. Sie nutzen in der Dunkelheit einen Sinn auf der Haut, der sie vor Licht warnt. Sie haben auch einen Magnet-Sinn zur Orientierung. Sie hören und riechen sehr gut. Mit diesen Sinnen jagen sie nach kleinen Krebschen und Asseln und sind genügsam in ihrem Nahrungsbedarf.
In ihrer natürlichen Umgebung sind sie kaum zu erforschen. So wurden wohl noch nie Eier in freier Wildbahn gefunden. Die einzigen in Gefangenschaft lebenden Exemplare des Olm sind in der Hermannshöhle bei Rübeland im Harz/Sachsen-Anhalt. In einem Forschungslabor des CNRS in Moulis in den Pyrenäen gibt es welche, dort werden sie seit 1958 gezüchtet und erforscht. Da die Zucht erst seit 1958 läuft, konnte tatsächlich noch kein abgeschlossener Lebenszyklus beobachtet werden. Normalerweise weist die Größe auch auf das Alter hin. Hier lebte eine 20 cm große Spezies aber so lange wie ein Großwal. (Nebenbei: in den USA leben Verwandte in Flüssen. Ihren Namen „Mudpuppy“ finde ich sehr passend: Schlammwelpe.)
Die Fortpflanzung braucht wirklich lange, denn ein Olm paart sich etwa alle 10-15 Jahre und die Kaulquappen schlüpfen erst nach 140 Tagen. Obwohl er ein Leben lang wächst, bleibt er immer eine Larve. Und er kann wohl 100 Jahre alt werden. Grund dafür ist seine Schilddrüse und das entsprechende Hormon, was dort eben nicht produziert wird. Genau so ist es beim Axolotl.
Faszinierend ist vor allem die Regeneration von Körperteilen. Doch beim Axolotl (und Olm?) beschränkt sich das nicht nur auf seine Gliedmaßen. Der Axolotl kann Organe und sogar Teile des Gehirns vollständig und funktionstüchtig regenerieren. Kein Wunder, dass hier die Forschung Interesse zeigt! Wenn man ihnen übrigens das fehlende Hormon gibt, entwickeln sie sich aus dem Larvenstadium weiter, leben aber nicht mehr so lange. Eine ganz besondere (fehlende?) Evolution.
Der Olm kann über 12 Stunden ohne Sauerstoff auskommen. Aber es braucht natürlich selbigen und atmet über Kiemen und mit der Lunge, die es auch besitzt und sogar über die Haut.
Axolotl haben nur einen einzigen natürlichen Lebensraum: den Xochimilco-See in Mexiko. Dieser hat eine Wassertemperatur von etwa 18° C und dies liegt genau an der Grenze ihrer Wohlfühltemperatur von 15-18°.
Im See verstecken sie sich gerne unter Pflanzen und Felsen. Sie sind Einzelgänger und begegnen sich nur, um sich zu paaren. Diesen mexikanischen Lurch kennen aber tatsächlich viele aus dem Aquarium und als rosafarbene Züchtung. Die Wildform ist olivbraun.
Beide Tiere haben einen langen, flachen Körper. An ihm befinden sich kurze, aber kräftige Arme und Beine und einen Ruderschwanz. Der Kopf ist flach und breit und seitlich sitzen dort jeweils drei Kiemenäste. Die kleinen schwarzen Augen stehen weit auseinander. Der Grottenolm ist schmaler, ca 30 cm lang und hat auch ein länglicheres Gesicht. Der Axolotl wirkt rundlicher, runderes Gesicht und dickerer Bauch. Sie sind beide Schwanzlurche, Salamander und sehen „nackt“ aus
Axolotl leben von Würmern, Krebsen, kleine Fische, Weichtiere, Insekten und Larven. Sie saugen ihre Beute durch das Maul. Leider ist ihr Lebensraum extrem bedroht. Die Seen in der Nähe von Mexiko-Stadt sind stark verschmutzt. Außerdem wurden Karpfen in dem See ausgesetzt, welche die Larven fressen. Und sie gelten als Delikatesse und werden leider auch wild gefangen. Der Axolotl wird „nur“ 10-20 Jahre alt.
Axolotl ist aztekisch. „Atl“ steht für Wasser und „Xolotl“ ist der Name eines Aztekengottes. Er bedeutet unter anderem „Monster“.
Hier in meinem Gummibandbuch (mit dem letzten Beitrag über den Maulwurf) gezeigt
Ich wollte mich eigentlich nur auf den Grottenolm beschränken, aber irgendwie überschnitten sich die beiden Lurche, die uns an Kaulquappen erinnern. Hoffentlich wurde der Artikel nicht zu verwirrend für Euch. Monster, Drachen! Hallo?! So erstaunliche Kreaturen, die mussten mit in mein Jahresprojekt „was man sonst nicht sieht“
PS.
Hier habe ich dann noch einen Artikel gefunden, der über Olme berichtet, die an der Oberfläche gesichtet wurden.
Vielleicht könnt Ihr es Euch bei der Überschrift schon denken. Dieses Tier gräbt sich mit bis zu 4 Meter die Stunde durch die Erde. Wie mit Schaufel und Hacke. Seinen Bauschutt mögen wir in unserem Rasen und Beeten gar nicht so gern als Gärtner*in. Wobei, da schlagen zwei Herzen in unserer Brust. Manchmal sind so viele Hügel und Löcher im Rasen, dass man sich fast die Haxen brechen könnte. Dann ist es aber auch so, dass nur da, wo diese fleißigen Gesellen sich wohlfühlen, das Boden-Ökosysthem hervorragend ist.
Ach, immer diese Maulwürfe.
und hinterm Haus ist auch so ein Feld
Wenn Ihr einen lebenden Maulwurf an der Oberfläche sehen wollt, dann schaut einfach kurz bei mir hier vorbei!
Dieses handgroße, schwarze Tiere kennt wohl jedes Kind. „Grabowski“, „der kleine Maulwurf“, „der Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“, Der Maulwurf aus „Der Wind in den Weiden“, um nur die bekanntesten zu nennen. Der Maulwurf ist wohl gerade für Kinder ein ganz besonderes Bindeglied zwischen Natur und interessantem, kuscheligem Tier. Viele Maulwurfsgruppen gibt es auch in Kindergärten oder Grundschulen. Und die wunderschöne Zeichentrick Serie mit dem kleinen Maulwurf kennt sicher fast jedes Kind (und auch wir Erwachsenen).
Scheu ist der Maulwurf. Eben ein Bodenbewohner, den man sonst nicht sieht. Also ist es endlich an der Zeit, ihn in mein Jahresprojekt aufzunehmen.
Das Wildtier des Jahres 2020, Talpa europaea, so sein lateinischer Name, bedarf mal eines genaueren Blickes, denn wenige von uns haben schon einmal einen lebendigen Tunnelgräber gesehen.
Der Maulwurf ist ein Einzelgänger und verteidigt sein Revier vehement. Nur zur Fortpflanzung lassen sie entsprechende, kurze Kontakte zu. Er sorgt für einen gesunden, gut durchlüfteten Boden, frißt neben Regenwürmern auch gerne Larven, Engerlinge und Schnecken. Seine Gänge sind sogar teils als „Regenwurmfallen“ angelegt. Diese sammelt er übrigens auch durchaus in extra Kammern – lebend. Er beißt sie, wodurch der Wurm bewegungslos wird. Übrigens vertreibt der Maulwurf nicht nur Artgenossen, sondern auch Wühlmäuse.
Besonders auffällig sind die Männchen ja nicht, um bei der Werbung zu punkten. Die Weibchen wählen eh die Haudegen unter den Maulwürfen aus: derjenige, der in Zweikämpfen mit Konkurrenten überlegen ist, wird als Paarungspartner genommen.
Vier Wochen nach der Paarung gebiert das Weibchen in der Nestkammer bis zu 5 Jungen. Nur einige Wochen kümmert sich die Mutter um den Nachwuchs, dann sind sie auf sich selbst gestellt.
Eine ganz besondere Besonderheit gibt es in Bezug auf weibliche Maulwürfe:
sie haben zwar zwei X-Chromosomen, aber sowohl funktionierendes Eierstock- wie auch Hodengewebe. Beide Geschlechtsorgane sind in einem, den „Ovotestes Organ“ vereint. Sie produzieren also viel Testosteron, was die Weibchen nicht nur besonders aggressiv, sondern auch stark macht: überlebenswichtig! (Sie produzieren keine Spermien und sind auch „normal“ fruchtbar, nichtsdestotrotz kann das Geschlecht nicht klar genetisch getrennt werden.)
Der Europäischen Maulwurfs ist ein walzenförmiges, plump aussehendes Säugetier. Einige Wirbelsäulenknochen im Genick sind zur Verstärkung zusammen gewachsen. Es durchgräbt mit seinem, bis zu 13 Zentimeter langen und 45 g – 90 g schweren Leib, die Erde. Schwerfällig sieht er auf Bildern aus, aber der Maulwurf kann sich viel schneller fortbewegen, als wir denken. Er ist sogar ein guter Schwimmer! Unter Tage schaufelt er mit seinen breiten Pfoten riesige Tunnelsysteme. Diese, im Verhältnis zum Restkörper riesige Schaufelhände und menschlichen Händen gar nicht so unähnlichen, (unbehaart, rosafarben, fünf Finger mit langen „Fingernägeln“) sind „Schaufel und Spitzhacke“ in einem. Eine unglaubliche Länge von bis zu 2 Kilometern können diese unterirdischen Gänge, zu denen auch die Belüftungsschächte gehören, erreichen. Sein dichter, schwarzer Pelz hat keinen Strich, d.h. die Haare lassen sich in alle Richtungen streichen. Dies macht es dem kleinen Tier einfacher, sich in engen Gängen in alle Richtungen zu bewegen, vorwärts, rückwärts, drehen. Bei diesem Umfang des Tunnelsystems ist es kein Wunder, dass Gärtner verzweifeln, wenn sie diese Säugetiere im Garten haben. Ein Aushub, Maulwurfshügel, neben dem anderen und bald darauf auch einen unebenen Rasen mit Stolperfallen, siehe Foto.
Wunderschön gestaltete Comic Variante des Kinderbuch Klassikers (alles selbstgekauft)Milchtütendruck
Den Ausspruch: „Blind wie ein Maulwurf“ kennt bestimmt fast jeder. Tatsächlich ist die Sehkraft nicht sehr gut. Hell-Dunkel- Schattierungen kann er aber wahrnehmen. Durch eine Vielfalt anderen Sinnen findet er trotzdem seine Beute. Viele Tasthaare (Vibrissen) an der Schnauze und am Schwanz helfen ihm bei der Orientierung. Der Schwanz lässt er dabei in seinen Tunnelgängen rotieren. So weiß er den Umfang seiner Gänge einzuschätzen. Er hört auch ausgezeichnet, obwohl man keine Ohren sieht. Abstehende Ohrmuscheln waren ja auch im Wege. Mit der spitzen Schnauze riecht der Maulwurf sehr gut. Der ausgezeichnete Jäger hat aber noch einen ganz besonderen Sinn: das „Eimersche Organ“. Nur Maulwürfen haben es, es ist verbunden mit den Tasthaaren. Dort sitzen fünfmal so viele Nervenfasern wie an unsere menschliche Hand. Dieses Tastorgan ermöglicht es, Bewegungen verschiedenster Beute und leichte Erschütterungen wahr zunehmen. Wer dauern spielende Kinder im Garten hat, wird eher keine Maulwürfe haben.
Nur durch sehr viel Fressen pro Tag kann der Energiebedarf dieser energieraubenden Graberei gedeckt werden. Frisst der Maulwurf etwa 10 Stunden nichts, verhungert er. Deswegen gräbt er all die Jagdröhren, die quer zur Kriechrichtung der Beutetiere liegen. Mit regelmäßigen Kontrollgängen alle vier bis fünf Stunden kann er genug Fressen finden, so dass er sein Gewicht halten kann. Er verputzt im Jahr das Dreihundertfache seines Gewichts! Wie ich oben kurz erwähnte, legt er auch Vorräte an. Für den Winter baut er tief gelegene Kammern, in denen Regenwürmer lagern, welchen er ein Stück des Kopf weggebissen hat, wodurch sie bewegungsunfähig sind und als Winternahrung dienen können. Insgesamt zieht er sich im Winter tiefer in die Erde zurück.
Milchtüten- oder Tetra-Pack Druck (Maulwurf paddelt mit seinem Freund über den Fluss. Er hat nämlich den ganzen Morgen Frühjahrsputz gemacht und muss dringend mal an die frische Luft und lernt so die Wasserratte kennen)
Die Maulwurfshügel trägt der/die erfahrene Gärtner*in übrigens mit einer Schaufel ab, sie sind sehr nährstoffreich und unkrautfrei. Außerdem wirft der Maulwurf die Erde eh schnell wieder raus, würde man sie in den Boden zurück stampfen. Er braucht ja Luft. So die Erde in Eimern sammeln macht schon lange meine Mutter. Ihr sehr ja auf dem Foto oben, wie viel da immer zusammen kommt. Allerdings hat die eifrige, jahrelange Bergbautätigkeit auch durchaus ein unebenes Stolperfeld produziert und die Anzahl der Maulwurfshügel vor und hinterm Haus ist mittlerweile sehr groß. Manchmal hilft es, ihn mit Krach (kurzzeitig) etwas im Zaum zu halten, aber iR. gewöhnt er sich dann irgendwann daran. (So die Erfahrung hier.) Ein Maulwurfsrevier kann übrigens bis zu 2.000 qm betragen.
Als der tschechische Zeichner Zdeněk Miler 1956 beim Spazierengehen über einen Maulwurfshügel stolperte, hatte er die entscheidende Inspiration. In mehr als 80 Ländern hat „Der kleine Maulwurf“ Liebhaber gefunden. Auch der englische Kinderbuchklassiker „Der Wind in den Weiden“ hat einen Maulwurf im Freundschaftsteam. Ihr seht oben auf meinem Milchtütendruck Ratte, die dem neuen Freund Maulwurf den Fluss zeigt.
Übrigens wurde früher das Fell des Maulwurfshügel durchaus gegerbt und verarbeitet. Meine Oma hatte einen Kindermuff zum Wärmen der Hände aus Maulwurf für den Sonntagsgang. Wunderbar weich und irgendwie unvorstellbar für uns, dass man Maulwürfe deswegen kommerziell gejagt hat. Dieses konkrete Beispiele liegt allerdings ca. 100 Jahre zurück, auch Jacken wurden damals durchaus aus diesem dunkel bläulich-schwärzlichen Fell genäht, ähnlich wie aus den Hamsterfellen im letzten Artikel. Maulwurf Fell ist besonders kurz und sehr dicht und damit sehr wärmend und angenehm, wenn auch nicht reibungsbeständig und somit länger so schön. Plinius der Ältere erwähnte eine Maulwurfdecke, die er auf einer seiner Reisen nach Griechenland gesehen hatte und chinesischen Bauern wurde als wärmendes Kleidungsstück nur die Felle von Maulwürfen und Schafen gestattet.
Der Maulwurf gilt nicht als bedroht, ist aber seit dem 31. August 1980 besonders geschützt.
Von Wilhelm Busch gibt es ein Maulwurfsgedicht (mir fiel nur ein: „von wem sonst!“)