Mystischer Herr der Wälder

Hallo Ihr Lieben.

Wie ich Euch schon ankündigte, kommt nun die sagenhafte und mystische Seite des Rothirsches. Es gibt so viele Geschichten, Sagen und Mythen, dass ich die nicht in den letzten Beitrag quetschen wollte.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen,  dass alleine das prächtige Aussehen der Tiere unsere Vorfahren inspiriert hat. Die bekanntesten habe ich nun versucht,herauszusuchen.

Es gibt Überlieferungen, bzw Fundstücke aus Druidenzeiten, in denen diese früher Hirschgeweihe trugen, (Abbildungen auf Gefäßen und Figuren), Zähne der Tiere waren Grabbeigaben. Die Thraker verehrten den Gott Cerunnon, welcher ein Hirschgeweih trug. (Link und Link Wikipedia und Link Archäologie online)

Unsere Vorfahren sahen im regelmäßigen Abwerfen und in der jährlichen Neubildung der Geweihstangen ein Abbild der natürlichen Zyklen von Anfang und Ende, aus Licht und Dunkelheit. Der Hirsch wurde zu einem Sonnentier, Fruchtbarkeits- und Glückssymbol. Aber manchmal auch ein Führer, der zur Unterwelt geleitete.

auch ein neues Kartenmotiv

In der germanische Edda gibt es den Hirsch „Eikthyrnir“, der in Walhall vom Laub des Baumes Lärad äst. Und die vier Hirsche „Dain“, „Dwalin“, „Duneyr“, „Dyrathor“ fressen die Knospen der Weltesche Yggdrasil ab. In ihren Geweihen sammelt sich der Morgentau und dort entspringen dann die Flüsse der Welt. Wodans wilde Jagd (Rauhnächte) wurde von einem Wagen, gezogen von Hirschen, angeführt.

Eher bekannt ist Euch wohl aus den griechischen Heldensagen die zwölf Aufgaben des griechischen Helden Herakles (nach erfolgreicher Beendigung der Aufgaben Herkules genannt) Eine davon war es, die Hirschkuh Kerynitis zu fangen, die ein goldenes Geweih trug, das Symbol des Lichtgottes Apollon.

Und in Circes Zauberwald lockte übrigens auch ein Hirsch.

Der römische Dichter Vergil beschreibt das Hirschgeweih als eine Opfergabe für die Licht- und Jagdgöttin Diana. Sie wird häufig in Begleitung einer Hirschkuh mit (goldenem) Geweih dargestellt. Artemis ist die griechische Variante, ebenfalls mit der Hirschkuh dargestellt. (Obwohl die ja eigentlich kein Geweih hätte, wobei es auch in Kunstdarstellungen dann Varianten ohne Geweih gibt)

Im Nibelungenlied ist überliefert, dass Siegfried von einer Hirschkuh gesäugt wurde, bevor ihn der Schmied Mime fand und zu sich nahm.

Eine sehr bekannte Geschichte dürfte wohl die um den heiligen Hubertus sein. Geboren wurde er um 655 als erster Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse in Aquitanien. Er ehelichte die Grafentochter Floribana von Löwen und zeugte mit ihr einen Sohn. Bei der Geburt dieses Kindes starb sie und Hubertus war so verzweifelt, dass er seinen Schmerz mit ständiger Jagdtätigkeiten zu betäuben suchte. Eine andere Version macht ihn nach dem Schicksalsschlag zum Einsiedler in den Ardennen, aber auch er wurde ein wilder Jäger. Als er an einem wichtigen Feiertag, Karfreitag oder Weihnachten, wieder auf die Jagd ging und einem besonders kapitalen Hirsch hinterher hetzte, geschah plötzlich das Wunder. Der Hirsch stellte sich, drehte sich um und Hubertus sah ein leuchtendes goldenes Kreuz zwischen den Geweihstangen. Eine (göttliche) Stimme warnte ihn vor zuviel weltlichen Ausschweifungen. Das war genug Warnung für den französischen Adligen. Er lies sich zum Priester weihen und wurde später sogar Bischof. Als Heiliger ist er nicht nur Patron der Jäger und Förster und sein Abbild zeigt ihn fast immer mit einem Hirsch(kopf) und Kreuz.

Eine lokal wohl bekannte Jäger-Anekdote des Schwarzwalds fand ich: am Höllental war es gefährlich, besonders an der Engstelle auf der Route vom Dreisamtal nach Breitnau und Hinterzarten. Nicht umsonst wurde der Ort „Höllpass“ genannt. Von der Burg Falkenstein aus machte sich ein Ritter auf zur Jagd. Alsbald entdeckte er einen prächtigen Rothirsch und hetzte hinterher. Immer weiter trieb er das Tier über die bewaldeten Steilhänge des Tals und auf einen schmalen Felsvorsprung zu. Schon glaubte er ihn stellen und schießen zu können und spannte seinen Bogen. Doch mit einem gewaltigen Satz sprang der Hirsch über die Klamm hinweg auf die andere Seite und verschwand im grünen Dickicht. Heute erscheint dies unmöglich, doch die Engstelle war früher lediglich neun Meter breit und für einen ausgewachsenen Hirsch durchaus kein Problem. Ähnliche Geschichten und Sagen gibt es nicht nur im Schwarzwald. Allerdings weiß ein Jäger auch heute noch, wie schwer es ist an das wilde Tier heran zu kommen ist, wenn man sich zu Pferde oder zu Fuß nähert, denn die guten Sinne warnen das das Rotwild früh.

Auch der Freiherrn von Münchhausen begegnete einem Hirschen auf der Jagd. Er hatte nur keine Patronen mehr dabei, also überlegte sich der Lügenbaron blitzschnell etwas, griff in seine Tasche und lud seine Flinte mit Kirschkernen. Münchhausen schoss dem prächtigen Hirsch eine Ladung Kirschkerne auf den Kopf, worauf dieser nicht umfiel, wie erhofft, sondern floh. Bei einer weiteren Begegnung ist dem edlen Tier in dessen Geweih ein Kirschbaum gewachsen.

Bei den nordamerikanischen Indigenen gibt es den Glauben an einen Sonnenhirsch.

J. W. Fortescue „Hirsche auf freier Wildbahn“ – Illustration Janusz Grabianski (den ich sehr mag) aus meinem Buch „Meine schönsten Märchen und Tiergeschichten“

Bei den Märchen gibt es einmal den Der goldene Hirsch (Link Märchen.com) von J. W Wolf bei den Hausmärchen (aber auch ein russische Variante) und Die beiden Königskinder (Link Grimmstories.com) in der Sammlung der Gebrüder Grimm.

Ein jagdlicher Aberglauben wirkt im hessischen Landkreis Kassel nach. Wer einen weißen Rothirsch tötet, stirbt innerhalb eines Jahres: Dieser Mythos und Aberglaube wirkt offenbar nach, denn hier gibt es besonders viele der sehr seltenen, edlen, weißen Tiere. (Beim Damhirsch gibt es die weiße Färbung sehr viel häufiger) Ein weißer Hirsch tritt in der Artussage als Beginn einer neuen Aufgabe auf.

Die Geschichte von Bambi kennt Ihr ja sicher auch. Der Autor Felix Salten veröffentlichte 1923 das o. g. Kinderbuch. Die Geschichte handelt von einem jungen Rehkitz, dessen Mutter bei einer Treibjagd ums Leben kommt. Nur, Reh und Hirsch sind etwas weiter entfernt verwandt und durch einen Fehler oder weil dieses Tier bekannter war, wurde der in den USA beheimatete Weißwedelhirsch als Vorlage für den Film genommen. Bei der Synchronisation zur deutschen Sprache wurde aus dem gezeichneten Hirschkalb wieder ein Rehkitz. Perfekte Verwirrung, oder?

Vor allem zur Weihnachtszeit kommt auch immer wieder der Hirsch vor und im ersten Artikel gestern habe ich Euch ja schon einige gezeigt.

Ich hoffe,  der mystische Part zum ersten Projektbeitrag hat Euch auch gefallen.

Verlinkt bei magic craft und natürlich der Projekt Linksammlung der Zitronenfalterin und dem creativsalat

Der Rothirsch ist übrigens Wildtier des Jahres 2026.

Das Tier ist ein Symbol für Erneuerung,  Fruchtbarkeit, das Göttliche und Führung, wenn das nicht gerade von Bedeutung ist.

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