Hoppel hier, hoppel da

Hallo Ihr Lieben

Heute geht es um Oryctolagus cuniculus, ein Tier, dass Ihr sicher alle kennt.

Kleine, schnellen, graue Schatten huschen über die Wiesen und Felder, in Waldesnähe oder direkt im Wald: Sie leben in Kolonien und bauen Höhlensysteme, deren Umfang sich an der Größe ihrer Koloniemitglieder orientieren. In ihrem Bau verbringen sie den Großteil ihrer Zeit, meistens in denn Abend- und frühen Morgenstunden wagen sie sich hinaus, um auf Nahrungssuche zu gehen. Vegetarisch ernähren sie sich. Graubraun fügen sie sich in ihre Umgebung ein. Oft liegt ein solcher Bau rund zwei Meter tief, kann aber durchaus bis zu drei Meter in die Erde reichen. In diesen Bauten leben kleine Nager, oft uns in die Zivilisation nachgefolgt und in Parks und Friedhöfen Lebensraum gefunden. Hat es in der Nacht viel geregnet, wächst die Chance, sie tagsüber beim Fressen aufholen zu sehen.

Heute erzähle ich Euch vom Wildkaninchen.

Ihre Bauten haben einen Haupteingang, die „Einfahrt“, und vielen kleineren Nebenein(aus)gängen und eine „Hauptausfahrt“. Sie sind schmal gehalten, dass viele ihrer natürlichen Feinde nicht passen. Nur die Marderartigen können natürlich trotzdem herein. Innen gibt es ein großes Tunnelsystem, stellenweise sogar mit Verbreiterungen der Gänge, damit die Wildkaninchen an einander vorbei können. Für den Nachwuchs werden Nestkammern angelegt, die – ihm Gegensatz zum Hauptraum der älteren Karnickel, dem „Kessel“ – kleiner, aber auch wärmer sind. Geschwind sind Kaninchen in den Tunnelbauten verschwunden, wenn ihr Wächter etwas Gefährliches entdeckt hat und mit den Hinterpfoten „Gefahr“ trommelt. Auch Bodenerschütterungen nehmen sie gut wahr. Augen und Ohren sind sehr gut und schnelle Läufer sind sie.

Karnickel oder Kaninchen gehören zu den Hasenartigen und sind in Europa, Australien und Neuseeland sowie auf einigen Pazifik-Inseln und in Südamerika sehr stark verbreitet. Der zunehmenden Handel über See und Land trug dazu bei, dass sich die Karnickel auf allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis, ausbreiten konnten. Wie Ihr bestimmt wisst, haben die europäischen Einwanderer die Kaninchen aus Europa in Australien und Neuseeland eingeschleppt, wo sie zu einer ernstzunehmenden Plage wurden. Sie hatten keine natürlichen Feinde. Ihre Größe umfasst Kopf-Rumpf-Länge 35 – 45 cm plus der Schwanzlänge (Blume)  von 4 – 7 cm und ihr Gewicht variiert zw. 1 bis 2 Kilogramm.
Die Paarungszeit in Mitteleuropa ist lang, von Februar bis September. Die Trächtigkeitsdauer geht nur etwas 30 Tage. Die Setzzeit ist dementsprechend von März bis Oktober, 5 – 10 Junge und dies bis zu 5 Mal pro Jahr werden geworfen. „Die vermehren sich wie die Karnickel“

Kaninchen bevorzugen trockene, warme Gebiete mit lockeren, leichten Böden bis in Höhenlagen von etwa 600 m. Landschaften mit Feldern, Wiesen, Gebüsch und kleinen Waldungen bieten die besten Lebensräume. Kaninchen haben aber nur kleine Streifgebiete rund um ihren Bau.

jung und unbedarft hoppelten sie auf mich zu

Nachwuchs wird in der „Setzröhre“ (etwa armlang) zur Welt gebracht. Der Eingang zu dieser Röhre wird vom Muttertier nach dem Verlassen immer wieder sorgfältig verschlossen. Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt. Nach etwa zwei Wochen öffnen sie die Augen. Insgesamt werden Jungkaninchen etwas vier Wochen lang gesäugt. Dann sind sie zwar noch kleiner als die alten Tiere, aber bereits fünf bis acht Monaten alt sind sie geschlechtsreif. Die Weibchen sogar manchmal etwas früher. Das Muttertier säugt nach dem „Setzen“ (nach der Geburt) und ist trotzdem erneut fortpflanzungsfähig. Also ist es kein Wunder, dass sie vier bis fünf Mal im Jahr Junge zur Welt bringen. Normalerweise unterdrückt das Säugen erneute Empfängnis bei vielen Säugetieren.

Wildkaninchen und Hauskaninchen sind übrigens ein und dieselbe Art. Trotz der vielen Zuchtvarianten, der in vielen Wohnungen lebenden Hauskaninchen, passen sich entflohene oder ausgesetzte Tiere sehr rasch ihrer ursprünglichen Wildform wieder an.

Das Word Kaninchen oder Karnickel stammt von „cuniculus“ bzw. dem altfranzösischen „conin“ ab. Das mittelhochdeutsche Wort war dagegen bereits Kanin bzw. Kaninchen.

Die ursprünglichen Wildkaninchen Europas entwickelten sich vor mehreren tausend Jahren in dem Teil, den wir heute die iberische Halbinsel nennen. Tatsächlich nannten phönizische Händler einen Teil des Landes „I-shephan-im“, sinngemäß „Land der Kaninchen“. Übersetzt wurde dies als „Hispania“, oder wie wir es heute kennen, Spanien. Der wissenschaftliche Name der Kaninchen ist „Oryctolagus cuniculus“, was sich komplizierter anhört, als es ist, denn es bedeutet „hasenartiger Gräber von unterirdischen Gängen“.

Geschichtlich war ihr Leben lange friedlich, bis die Römer im Zweiten Punischen Krieg im 2. Jhd. v. Chr. in Spanien eintrafen. Die Römer entdeckten die Nager um sie als Nutztiere zu halten. Wie alle Nutztiere zäunte man sie zu diesem Zweck ein. Wir werden sofort sagen: „dass hält die doch nie auf!“, denn wir wissen ja schon, sie gruben einfach Tunnel in die Freiheit!

Den Menschen wurde immer mehr zu einem geschickten Gärtner und Landwirt und je mehr Land bebaut wurde, um so mehr Frucht tragende Felder verwandelten sich in einen reicher gedeckten Tisch für die Kaninchen. In Verbindung mit der enormen Vermehrungsgeschwindigkeit führte dies dazu, dass sich die Kaninchen überall sehr rasch ausbreiten konnten. Kaninchen sind eine der wenigen Wildtiere, deren (größerer) Schaden für den Landwirt vom Jäger übernommen werden muss. Auch gehörten sie schon früh zu den Wildarten, die nicht dem Adel vorbehalten war (sogenanntes Niederwild) und so wurden ihnen mit Fallen, kleinen Hunden und Frettchen nachgestellt. Viele Raubtieren leben von Kaninchen, sowohl zu Land als auch zur Luft. Trotzdem nimmt ihre Population ab und an zu sehr zu. Oft reguliert sich diese dann nicht nur durch mehr Jäger, auch durch eine Kaninchen Seuche.

Die Domestikation der Kaninchen fand vermutlich ihren Anfang, als Mönche im Mittelalter begannen, Kaninchen in Käfigen zu halten. Neugeborene Kaninchen, die so genannten „Laurices“, galten nicht als Fleisch und waren somit als Fastenspeise erlaubt. Genau, wie man sich in den Klöstern um viele andere Bereiche wie Braukunst, Buchkunst, Klostergärten (Pflanzenzucht) und andere (alte) Handwerkskünste witmete, dauerte es nicht lange, bis sie sich daran machten, Kaninchen zu züchten, um neue Fellfarben oder auch größere Tiere zu bekommen. Denn auch das Fell wurde sorgfältig gegerbt und verarbeitet. Noch heute sind richtig edle Hüte aus Kaninchenfilz.

Die industrielle Revolution zog viele Menschen in die Stadt und sie brachten ihre Kaninchen mit. Da ein einziges Kaninchenpaar bis zu 90 kg Fleisch pro Jahr „produzieren“ kann, waren die Nager eine wichtige Nahrungsquelle. So manches Kaninchen sicherte noch in meiner Kindheit auf dem Lande Familien einen besonderen Sonntagsbraten oder besserte das Gehalt auf. Sie wurden in Ställen im Garten gehalten. Im 19. Jahrhundert sah die Lage für die Kaninchen dann weniger bedrohlich aus. Man begann in Großbritannien Tiere speziell für Ausstellungen und Wettbewerbe zu züchten. Seither verschwanden Kaninchen in Deutschland immer mehr vom Esstisch, gilt doch auch ihr Fleisch als schnell „trocken werdend“.

Mit die älteste Darstellung ist Tizians Madonna mit dem Kaninchen (wobei Hase/Kaninchen für Wiedergeburt in der christlichen Religion stehen, da sie im Bau verschwinden und wieder auftauchen, also wiedergeboren werden). Sie ist im Musée du Louvre in Paris zu sehen. Funfact: nur Kaninchen verschwinden ja im Bau, der Hase hat keinen Erdbau, sondern nur eine „Sasse“ (Mulde) in der er sitzt. Und hiermit komme ich noch kurz zu den Unterschieden der beiden Tiere:

Das wohl berühmteste Kaninchen kennt Ihr sicher auch aus „Alice im Wunderland“.

„Wer dem weißen Kaninchen folgt, sieht das Wunderland der Wirklichkeit mit neuen Augen.“ — Felix Eckardt.

„Alice sprang auf und folgte dem Weißen Kaninchen. Sie hatte noch nie zuvor ein sprechendes Kaninchen mit Taschenuhr gesehen, müßt ihr wissen. Aber da war das weiße Langohr bereits flugs in einem Erdloch unter der Hecke verschwunden.“– Lewis Caroll

Und das zweitbekannteste Kaninchen dürfte wohl „Peter Rabbit“ sein. Vielleicht liegen sie auch gleich auf. Wobei Peter nicht psychologisch gedeutet wird, sondern einfach aus Beatrix Potters wunderbaren, abenteuerlichen Tiergeschichten enthoppelt ist.

Ich hoffe, Ihr hattet wieder etwas Freude an diesem, nun einmal viel bekannterem, Projekttier.

Verlinkt bei Andreas Jahresprojekt und dem Creativsalat und dem Magic Craft

Ansonsten wird der Monat unter dem wandernden Stern des Halloween Bloghopp von Ulrike stehen, jeden Tag hat ein anderer Blog etwas Herbstliches oder Gruseliges. Ich bin am 18. dran.

Durch Ebeltoft

Hallo Ihr Lieben.

Wie versprochen, hier kommt noch ein Spaziergang durch die kleine, dänische Ortschaft Ebeltoft. Vom Glasmuseum und der Fregatte habe ich Euch schon erzählt. Ebeltoft hat uns sehr gut gefallen, so dass ich Euch auf alle Fälle noch davon erzählen möchte. Aber nicht nur durch die Gassen sind wir spaziert, auch drumherum in der Natur (Naturreservat)

Warum ich das fotografieren musste, erklärt sich bestimmt von alleine!

Blick auf das Meer. J.R.R. Tolkien hat hier Anleihen in der Namensgebung für den Herr der Ringe gefunden. Tolkien war Sprachwissenschaftler und besonders in den nordischen Sprachen und alten Karten hat er Vieles für seine Romane gefunden. Aber Tolkien war auch Experte auf dem Gebiet der Kartografie. So stieß er in diesem Zusammenhang auf eine ganze Reihe ostjütländischer Ortsnamen, Personen und Mythen, die er in seinen Erzählungen aufleben ließ.
Ortsnamen wie Hjelm Dyb (Helm’s Deep), Isgård (Isengard), Eskerod (Esgaroth) sowie Aarhus (Aros) sind nur einige Beispiele. Den Leuchtturm, der auf der Insel zur *tiefsten Stelle* steht, konnten wir fast nur erahnen.

Mit Blick über Ebeltoft, an der Meeresbucht im Kattegat

am Strand, über uns stiegen singend mehrere Lerchen

Blick zur Untiefe

im „Versuchswald“, hier wird schon seit Jahrzehnten geforscht, was (nicht nur) klimatauglich ist. Auf dieser Blöße stehen übrigens auch Pferde

Dieser Ort hat uns mit am Besten gefallen! Ebeltoft ist alt, (Æpplatoftæ, Handelsstadtrechte 1301), klein, schön, aber auch kregel (aktiv).  Umringt vom Nationalpark Mols Bjerge liegt es gleich am Meer. Das dominante, rote und weithin sichtbare Gebäude ist eine alte „Malzfabrik“. Als diese abgerissen werden sollte, kam das den Eveltoftern zu Ohren. dass Investoren alles abreißen wollten und eine riesige Shopping Mall hin bauen wollten kam nicht in Frage. Kurzentschlossen steckte man die Köpfe zusammen, die Bürger brachten das Geld auf und die Energie und gestalteten etwas ganz anderes dort: ein Industriedenkmal, Kulturzentrum und Jugendtreff. Selten war ich in einer so schönen und gleichzeitig modernen Bibliothek. Modernste Funktionalität und Industriekulturerbe in einem. Yoga für alle, Veranstaltungsort und nicht nur gibt es ein Stipendium für Künstler, diese können auch ein Jahr umsonst dort leben. (Bedingung: etwas von der dort entstandenen Kunst muss auch dort bleiben, wie zB im Glasmuseum) Natürlich gibt es dort auch eine Kneipe/Mikrobrauerei „Gårdbryggeri“.

„Maltfabrikken“, Blick vom Glasmuseum / Hafen aus

Woher der Namen Ebeltoft kommt? Na natürlich von den Äpfeln, die auf den Hügeln angepflanzt und geerntet wurden. Es gibt eine regionale Apfelsorten, die Engagierte unbedingt erhalten wollen und die man als jungen Baum auch vor Ort im Färberhaus Museum kaufen kann. (Ich hatte zu viel Sorgen, dass dieses kleine Bäumchen die restliche Reise nicht überstehen würde) Es sind klimatisch sehr gut angepasste, wohlschmeckende, auch für Allergiker oft besser geeignete Äpfel. In den Herbstferien gibt es auch immer ein großes Apfel Fest.

Toreinfahrt zum „Färbergarten“, Farvergården ist die einzig bewahrte Handelsstadtfärberei Nordeuropas.

Von der „Hauptflanierstraße“ geht es in einen alten Hof. Ehrenamtliche sind hier und achten auf das kleine Museum.

Gute Stube

Küche mit schönem Emaille

Färberei

Blaudruck

Es gab auch den dazugehörigen Garten in dem früher Färbepflanzen und Bauerngarten gepflegt wurden. Ein „alter Kühlschrank“, sprich ein Eiskeller ist dort auch noch und das Wasser, welches reichlich gebraucht wurde, floss in einen angelegten Teich. (Ich habe mich bei den Fotos sehr beschränkt, ich wollte auch nach Möglichkeit keine Menschen drauf haben)

Diese Lehmfarbe war früher sehr typisch und viel genutzt (und wird heute wiederentdeckt)

altes Rathaus

Wir sind über das mittelalterliche Kopfsteinpflaster geschlendert, entlang so vieler alter, teils sehr schräger Häuser. Die Stockrosen standen schon in den Startlöchern und in der Saison gibt es eine Stadtwache, die singend durch den Ort geht. Wenn Ihr Euch wundert, dass wir uns nicht in eines der netten Café s gesetzt haben, wir hatten den Hund dabei. (Die sind nicht überall erlaubt und wir waren vor der Saison da, es war zwar trocken und ab und an schaute die Sonne raus, aber es war recht kalt und windig. Wir wurden ordentlich abgehärtet)

Von Aarhus aus ging es dann weiter per Fähre und Camper zur Hauptstadt. Bald dazu mehr wieder hier.

An diese 2 Tage denke ich gerne zurück. Verlinkt beim Samstagsplausch

Versöhnlicher September

Hallo Ihr Lieben.

Ein hier recht sonniger und teils sogar (zu) warmer Monat geht langsam zu Ende. Auch wenn es ein Monat der heftigen Wechsel war. Am letzten Donnerstag des Monats sammelt Birgit immer unsere Monatsrückblicke.

Der Monat begann natürlich mit dem Jahresprojekt. Diesen Monat waren das die Erdhummeln. Außerdem habe ich Euch mit nach Dänemark und Schweden genommen. (Da folgt noch mehr) Bücher wurden vorgestellt und Überraschungspost gezeigt. Es wurden schwedische Kardamomschnecken gebacken, Obst verarbeitet und mit Linolschnitten Trockentücher (und mehr) bedruckt, sowie Blumen gezeigt. Im Garten wurde geerntet und beobachtet. Vom letzten Wochenende erzähle ich aber noch extra, ein Bild seht Ihr aber schon hier.

Vielleicht geht es nächste Woche in einen goldenen Oktober. Die Blätter verfärben sich langsam schon, als würden sie den Platz der Blumen nun einnehmen wollen.

Ed.: frisch dazu gekommen der Gang durch Ebeltoft

Euch einen bunten Oktober.

Verlinkt bei Birgit

Romantisch und/oder kriminell

Hallo Ihr Lieben.

Wenn ich *Edinburgh* in einem Buchtitel lese, kann ich schon mal schwach werden und sogar einen romantischen Titel lesen.

Charlotte Fraser hat ihr Leben lieber unter Kontrolle. Als sie auf einer Firmenreise den attraktiven Rob kennenlernt, „gönnt“ sie sich zum ersten Mal einen one night stand. Sie kann nicht ahnen, dass er wenig später wieder vor ihr stehen wird. Nun sind sie leider Konkurrenten. Denn Charlotte möchte das hübsche Cottage seiner Tante kaufen. Nur überlegt auch Rob unerwartet in das Cottage einzuziehen.

Charlotte kommt aus dem Ort Applemore, ist durch ihre Geschwister verwurzelt und möchte unbedingt das Häuschen dort bekommen, um es als Ferienhaus zu vermieten. Und Rob ist gerade aus seinem Superjob geflogen, wg. kleinen Nebengeschäften und scheint sein leichtes Leben leid zu sein. Die ältere Eigentümerin des hübschen Cottage gilt als Hexe. Sie möchte ihr Haus (mit besonderem Garten, Bienen und anderen Tieren) in guten Händen wissen, wenn sie auf Reisen geht. Für unsere beiden Hauptprotagonisten geht das zu erwartende Katz und Maus Spiel los.

Natürlich ist das Buch vorhersehbar, eine lockere Liebesgeschichten mit kleinen Streitigkeiten, keine tiefgründigen Charaktere. Genau das habe ich auch erwartet. ☺️ Es ist einfach nur ein schönes Wohlfühlbuch, welches mich in die Highlands transportierte. Etwas mehr Knistern hätte ich allerdings doch erwartet. Trotzdem eine nette Urlaubslektüre oder zum Schmökern abends in der Sofaecke.

Den Roman von Rachel Lucas, gerade beim Insel Vlg. erschienen, habe ich vom Verlag als Leseexemplar bekommen, was meine Meinung aber nicht beeinflusst hat und daher ist diese Besprechung auch als Werbung zu kennzeichnen.

Den zweiten Roman hatte ich ausgeliehen über die Onleihe. Ein historischer Krimi aus dem alten Dresden. Wir haben 1879 und Kriminalrat Heller reitet an der Elbe heimwärts. Eine Explosion auf dem Fluss zerreißt die Stille. Eines der neuen Dampfschiffe ist explodiert. Heller ist ein Mann der Tat und stürzte sich in die Elbe, um Menschen zu helfen. Immerhin kann er einen retten. Als aber kurz nach dem Vorfall der Verletzte verschwindet, angeblich seine Familie umbringt, sich seine Augen Aussicht und Selbstmord begeht, bestätigt dies seinen Verdacht, dass der Unfall mit dem Kessel an Bord des neumodischen Dampfschiffes nicht alles mit rechten Dingen zuging. Warum hatte der Mann auch einen falschen Namen angegeben. Warum diese grausige Tat. Zusammen mit seinem Assistenten Schrumm macht er sich an die unbequemen Nachforschungen. Denn es geht um den Wettlauf zweier Industrieller um die Vorherrschaft im Transportwesen. Die Gesellschaft, in der der Rittmeister und Kriminalrat Heller ermittelt, hinein sticht, ist elitär und bleibt unter sich.

Heller ist ein Dickkopf, der im Krieg gegen Napoleon III gekämpft hat und sich den Rang Rittmeister erkämpft hat. Er ist loyal und zielstrebig und definitiv nicht diplomatisch. Seine Familie lebt auf einem Gut außerhalb der Stadt, wo er eine angesehene Pferdezucht betreibt.

Sehr gut hat mir gefallen, wie die Zeit und ihre Menschen in den unterschiedlichsten Situationen dargestellt werden. Ich habe Heller, seine Familie, Schrumm – den kauzigen aber intelligenten Assistenten sofort vor Augen. Auch den Arzt und Pathologen oder die adlige „Elite“ konnte ich mir sofort vorstellen. Genau wie die Armenviertel, oder den Herrenclub. Hellers Ruf als angeblicher *Sozialist*, wird zB als Schimpfwort gegen ihn gebraucht. Er sieht sich eher als überzeugter Royalist (tatsächlich hat er beim sächsischen König ein Stein im Brett) dem die einfachen Menschen nicht egal sind. Vor allem wenn es unter ihnen erste Tote gibt. Bald schon muss der Kriminalrat aber um sein Leben und das der Familie bangen.

Sehr spannend und interessant, für mich ein echter „Pageturner“, denn hier stimmte die Spannung, Atmosphäre, Sprache (so wie vielleicht unsere Urgroßeltern gesprochen haben) und die Charaktere. Zwischendrin nimmt sich der Roman auch Zeit, aber in der habe ich mich trotzdem nicht gelangweilt. Allerdings sollte man historische Krimis mögen. Frank Goldammers Roman ist im dtv Vlg. diesen Sommer erschienen.

Sonnige Sonntagsschätze

Hallo Ihr Lieben.

Na, war das nicht eine sonnige Woche! Zumindest im Rheinland war schönster Altweibersommer. Selbst das kurze, ordentliche Gewitter am Donnerstag Abend passte zu der schönen letzten Sommerwochen. Morgen fängt nämlich der kalendarische Herbst an.

Morgens kämpft sich die Sonne gerne noch durch den Bodennebel. Ein Schleier liegt auf allem. Die niedrigen, sanften Sonnenstrahlen brechen sich im Tau. Ach, ich mag ihn gar nicht gehen lassen, den Altweibersommer.

Abends zaubert uns das schwindende Licht Farben an den Himmel. Wie intensiv die Farben jetzt sind.

Ein Sonnen Strauß für den Flowerfriday

Bis jetzt mäßige Kartoffelernte

welche nicht viel besser wurde

„Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird“

Albert Camus

Freundinnentreff konnte noch im Garten im Sonnenschein stattfinden, so schön! Denn noch blüht es im Garten. Letzter Nektar wird gesammelt. Etwas blass die Farben der beiden Pfauenaugen, die sich um die besten Plätze streiten. Und mag im Nachbarsgarten der Kirschbaum schon die Hälfte der Blätter verloren haben, so ist bei mir noch alles grün. Die ersten Quitten fallen früh dieses Jahr. Ich bin gespannt auf die Blattverfärbung des Kaki Baumes, Ihr entdeckt dort diese grünschillernde Schönheit:

Durchscheinendes Pfauenauge

Ich habe einen tollen Namen: Zweipunkt – Dungwaffenfliege

Natur, wie Nicole sie für ihre Linkparty sucht, habe ich gerade viel im Garten. Diese Fliege sieht doch wunderschön aus, oder? Wie ihr Name sagt, lebt sie von Dung (Rinder), aber auch in Kompost und Blättern. Ab und an brummt die eilige Holzbiene über mich hinweg, während ich die Kartoffeln ausbuddel.

In der Woche habe ich Euch im Blog mit nach Ribe und Ebeltoft genommen. Zwei Bücher sind vorgestellt worden und ich bekam wunderschöne Post.

Für die Galeria Himmelsblick

Habt ein schönes Wochenende Ihr Lieben.

Verlinkt auch beim Samstagsplausch und den Sonntagsschätzchen

(enthält Buchwerbung)