Wer ein Vogelkundler werden möchte…

…(muss) darf sich früh üben.

Hallo Ihr Lieben.

Silke Hardtmann hat ein neues Buch herausgebracht, dieses Mal für Kinder (und Junggebliebene).

Unter dem momentan etwas angesagtem Titel „Birding – Entdecke die Wunderwelt der Vögel“, ist ein wunderschöner Titel zum Thema Vogelkunde für Kinder erschienen, mit online abrufbaren, vertiefenden Inhalten und Rätselspielen!:

48 Seiten Hardcover
Für Kinder ab 7 Jahren
Dimensionen: 27 × 34 cm
ISBN: 978-2-9701720-1-7
Preis: EUR 19,90

Ich sag Euch gleich, ich liebe dieses Buch! Es ist richtig groß, es ist nicht auf Hochglanz gedruckt, es ist bunt und wunderschön….und auch noch informierend. Genau so, wie die mit digitalen Medien aufwachsenden Kinder abgeholt werden können. Über QR Codes kann man sich mehr Informationen und Spiele holen. Auch hat das Buch selber kleine Spielen zum zeichnen und knobeln. Dabei ist alles so gehalten, dass schon Leseanfänger damit zurecht kommen! Kurze Sätze, nicht zu viel Text und junge Leser ansprechende Sprache.

Für mich ist immer auch der „Augenschmaus“ wichtig und der wird schon beim Cover und den Innendeckseiten befriedigt.

Wissensdurstige erfahren, wie sie sich am Besten verhalten, um Vögel zu beobachten, was es für ein Vogel sein könnten, welche sie in unterschiedlichen Regionen sehen (da ist mein einziger Kritikpunkt: es gibt ein paar Vögel, die in den Regionen angegeben werden, bei denen es recht unwahrscheinlich ist, dass Kinder sie zu Gesicht bekommen. Vögel wie der Bartgeier, Wanderfalken und Kiebitz sind doch eher selten zu sehen und dass sollte einfach mit dabei stehen, als Info). Es gibt Antworten zum Thema, wann brauchen Vögel (zB. Nestlingen) Hilfe, oder über eingewanderte Arten, daß die Vorfahren der Vögel die Dinosaurier waren und noch einiges mehr.

Als selber Vogelbegeisterte gebe ich eine absolute Empfehlung aus. Da mir das Buch vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde, ist dieser Artikel als Werbung zu kennzeichnen. Das hat meine Meinung aber nicht beeinflusst. (Der Titel ist leider nicht überall in den Online Katalogen der großen Buchhandlungen gelistet)

Hoppel hier, hoppel da

Hallo Ihr Lieben

Heute geht es um Oryctolagus cuniculus, ein Tier, dass Ihr sicher alle kennt.

Kleine, schnellen, graue Schatten huschen über die Wiesen und Felder, in Waldesnähe oder direkt im Wald: Sie leben in Kolonien und bauen Höhlensysteme, deren Umfang sich an der Größe ihrer Koloniemitglieder orientieren. In ihrem Bau verbringen sie den Großteil ihrer Zeit, meistens in denn Abend- und frühen Morgenstunden wagen sie sich hinaus, um auf Nahrungssuche zu gehen. Vegetarisch ernähren sie sich. Graubraun fügen sie sich in ihre Umgebung ein. Oft liegt ein solcher Bau rund zwei Meter tief, kann aber durchaus bis zu drei Meter in die Erde reichen. In diesen Bauten leben kleine Nager, oft uns in die Zivilisation nachgefolgt und in Parks und Friedhöfen Lebensraum gefunden. Hat es in der Nacht viel geregnet, wächst die Chance, sie tagsüber beim Fressen aufholen zu sehen.

Heute erzähle ich Euch vom Wildkaninchen.

Ihre Bauten haben einen Haupteingang, die „Einfahrt“, und vielen kleineren Nebenein(aus)gängen und eine „Hauptausfahrt“. Sie sind schmal gehalten, dass viele ihrer natürlichen Feinde nicht passen. Nur die Marderartigen können natürlich trotzdem herein. Innen gibt es ein großes Tunnelsystem, stellenweise sogar mit Verbreiterungen der Gänge, damit die Wildkaninchen an einander vorbei können. Für den Nachwuchs werden Nestkammern angelegt, die – ihm Gegensatz zum Hauptraum der älteren Karnickel, dem „Kessel“ – kleiner, aber auch wärmer sind. Geschwind sind Kaninchen in den Tunnelbauten verschwunden, wenn ihr Wächter etwas Gefährliches entdeckt hat und mit den Hinterpfoten „Gefahr“ trommelt. Auch Bodenerschütterungen nehmen sie gut wahr. Augen und Ohren sind sehr gut und schnelle Läufer sind sie.

Karnickel oder Kaninchen gehören zu den Hasenartigen und sind in Europa, Australien und Neuseeland sowie auf einigen Pazifik-Inseln und in Südamerika sehr stark verbreitet. Der zunehmenden Handel über See und Land trug dazu bei, dass sich die Karnickel auf allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis, ausbreiten konnten. Wie Ihr bestimmt wisst, haben die europäischen Einwanderer die Kaninchen aus Europa in Australien und Neuseeland eingeschleppt, wo sie zu einer ernstzunehmenden Plage wurden. Sie hatten keine natürlichen Feinde. Ihre Größe umfasst Kopf-Rumpf-Länge 35 – 45 cm plus der Schwanzlänge (Blume)  von 4 – 7 cm und ihr Gewicht variiert zw. 1 bis 2 Kilogramm.
Die Paarungszeit in Mitteleuropa ist lang, von Februar bis September. Die Trächtigkeitsdauer geht nur etwas 30 Tage. Die Setzzeit ist dementsprechend von März bis Oktober, 5 – 10 Junge und dies bis zu 5 Mal pro Jahr werden geworfen. „Die vermehren sich wie die Karnickel“

Kaninchen bevorzugen trockene, warme Gebiete mit lockeren, leichten Böden bis in Höhenlagen von etwa 600 m. Landschaften mit Feldern, Wiesen, Gebüsch und kleinen Waldungen bieten die besten Lebensräume. Kaninchen haben aber nur kleine Streifgebiete rund um ihren Bau.

jung und unbedarft hoppelten sie auf mich zu

Nachwuchs wird in der „Setzröhre“ (etwa armlang) zur Welt gebracht. Der Eingang zu dieser Röhre wird vom Muttertier nach dem Verlassen immer wieder sorgfältig verschlossen. Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt. Nach etwa zwei Wochen öffnen sie die Augen. Insgesamt werden Jungkaninchen etwas vier Wochen lang gesäugt. Dann sind sie zwar noch kleiner als die alten Tiere, aber bereits fünf bis acht Monaten alt sind sie geschlechtsreif. Die Weibchen sogar manchmal etwas früher. Das Muttertier säugt nach dem „Setzen“ (nach der Geburt) und ist trotzdem erneut fortpflanzungsfähig. Also ist es kein Wunder, dass sie vier bis fünf Mal im Jahr Junge zur Welt bringen. Normalerweise unterdrückt das Säugen erneute Empfängnis bei vielen Säugetieren.

Wildkaninchen und Hauskaninchen sind übrigens ein und dieselbe Art. Trotz der vielen Zuchtvarianten, der in vielen Wohnungen lebenden Hauskaninchen, passen sich entflohene oder ausgesetzte Tiere sehr rasch ihrer ursprünglichen Wildform wieder an.

Das Word Kaninchen oder Karnickel stammt von „cuniculus“ bzw. dem altfranzösischen „conin“ ab. Das mittelhochdeutsche Wort war dagegen bereits Kanin bzw. Kaninchen.

Die ursprünglichen Wildkaninchen Europas entwickelten sich vor mehreren tausend Jahren in dem Teil, den wir heute die iberische Halbinsel nennen. Tatsächlich nannten phönizische Händler einen Teil des Landes „I-shephan-im“, sinngemäß „Land der Kaninchen“. Übersetzt wurde dies als „Hispania“, oder wie wir es heute kennen, Spanien. Der wissenschaftliche Name der Kaninchen ist „Oryctolagus cuniculus“, was sich komplizierter anhört, als es ist, denn es bedeutet „hasenartiger Gräber von unterirdischen Gängen“.

Geschichtlich war ihr Leben lange friedlich, bis die Römer im Zweiten Punischen Krieg im 2. Jhd. v. Chr. in Spanien eintrafen. Die Römer entdeckten die Nager um sie als Nutztiere zu halten. Wie alle Nutztiere zäunte man sie zu diesem Zweck ein. Wir werden sofort sagen: „dass hält die doch nie auf!“, denn wir wissen ja schon, sie gruben einfach Tunnel in die Freiheit!

Den Menschen wurde immer mehr zu einem geschickten Gärtner und Landwirt und je mehr Land bebaut wurde, um so mehr Frucht tragende Felder verwandelten sich in einen reicher gedeckten Tisch für die Kaninchen. In Verbindung mit der enormen Vermehrungsgeschwindigkeit führte dies dazu, dass sich die Kaninchen überall sehr rasch ausbreiten konnten. Kaninchen sind eine der wenigen Wildtiere, deren (größerer) Schaden für den Landwirt vom Jäger übernommen werden muss. Auch gehörten sie schon früh zu den Wildarten, die nicht dem Adel vorbehalten war (sogenanntes Niederwild) und so wurden ihnen mit Fallen, kleinen Hunden und Frettchen nachgestellt. Viele Raubtieren leben von Kaninchen, sowohl zu Land als auch zur Luft. Trotzdem nimmt ihre Population ab und an zu sehr zu. Oft reguliert sich diese dann nicht nur durch mehr Jäger, auch durch eine Kaninchen Seuche.

Die Domestikation der Kaninchen fand vermutlich ihren Anfang, als Mönche im Mittelalter begannen, Kaninchen in Käfigen zu halten. Neugeborene Kaninchen, die so genannten „Laurices“, galten nicht als Fleisch und waren somit als Fastenspeise erlaubt. Genau, wie man sich in den Klöstern um viele andere Bereiche wie Braukunst, Buchkunst, Klostergärten (Pflanzenzucht) und andere (alte) Handwerkskünste witmete, dauerte es nicht lange, bis sie sich daran machten, Kaninchen zu züchten, um neue Fellfarben oder auch größere Tiere zu bekommen. Denn auch das Fell wurde sorgfältig gegerbt und verarbeitet. Noch heute sind richtig edle Hüte aus Kaninchenfilz.

Die industrielle Revolution zog viele Menschen in die Stadt und sie brachten ihre Kaninchen mit. Da ein einziges Kaninchenpaar bis zu 90 kg Fleisch pro Jahr „produzieren“ kann, waren die Nager eine wichtige Nahrungsquelle. So manches Kaninchen sicherte noch in meiner Kindheit auf dem Lande Familien einen besonderen Sonntagsbraten oder besserte das Gehalt auf. Sie wurden in Ställen im Garten gehalten. Im 19. Jahrhundert sah die Lage für die Kaninchen dann weniger bedrohlich aus. Man begann in Großbritannien Tiere speziell für Ausstellungen und Wettbewerbe zu züchten. Seither verschwanden Kaninchen in Deutschland immer mehr vom Esstisch, gilt doch auch ihr Fleisch als schnell „trocken werdend“.

Mit die älteste Darstellung ist Tizians Madonna mit dem Kaninchen (wobei Hase/Kaninchen für Wiedergeburt in der christlichen Religion stehen, da sie im Bau verschwinden und wieder auftauchen, also wiedergeboren werden). Sie ist im Musée du Louvre in Paris zu sehen. Funfact: nur Kaninchen verschwinden ja im Bau, der Hase hat keinen Erdbau, sondern nur eine „Sasse“ (Mulde) in der er sitzt. Und hiermit komme ich noch kurz zu den Unterschieden der beiden Tiere:

Das wohl berühmteste Kaninchen kennt Ihr sicher auch aus „Alice im Wunderland“.

„Wer dem weißen Kaninchen folgt, sieht das Wunderland der Wirklichkeit mit neuen Augen.“ — Felix Eckardt.

„Alice sprang auf und folgte dem Weißen Kaninchen. Sie hatte noch nie zuvor ein sprechendes Kaninchen mit Taschenuhr gesehen, müßt ihr wissen. Aber da war das weiße Langohr bereits flugs in einem Erdloch unter der Hecke verschwunden.“– Lewis Caroll

Und das zweitbekannteste Kaninchen dürfte wohl „Peter Rabbit“ sein. Vielleicht liegen sie auch gleich auf. Wobei Peter nicht psychologisch gedeutet wird, sondern einfach aus Beatrix Potters wunderbaren, abenteuerlichen Tiergeschichten enthoppelt ist.

Ich hoffe, Ihr hattet wieder etwas Freude an diesem, nun einmal viel bekannterem, Projekttier.

Verlinkt bei Andreas Jahresprojekt und dem Creativsalat und dem Magic Craft

Ansonsten wird der Monat unter dem wandernden Stern des Halloween Bloghopp von Ulrike stehen, jeden Tag hat ein anderer Blog etwas Herbstliches oder Gruseliges. Ich bin am 18. dran.

Romantisch und/oder kriminell

Hallo Ihr Lieben.

Wenn ich *Edinburgh* in einem Buchtitel lese, kann ich schon mal schwach werden und sogar einen romantischen Titel lesen.

Charlotte Fraser hat ihr Leben lieber unter Kontrolle. Als sie auf einer Firmenreise den attraktiven Rob kennenlernt, „gönnt“ sie sich zum ersten Mal einen one night stand. Sie kann nicht ahnen, dass er wenig später wieder vor ihr stehen wird. Nun sind sie leider Konkurrenten. Denn Charlotte möchte das hübsche Cottage seiner Tante kaufen. Nur überlegt auch Rob unerwartet in das Cottage einzuziehen.

Charlotte kommt aus dem Ort Applemore, ist durch ihre Geschwister verwurzelt und möchte unbedingt das Häuschen dort bekommen, um es als Ferienhaus zu vermieten. Und Rob ist gerade aus seinem Superjob geflogen, wg. kleinen Nebengeschäften und scheint sein leichtes Leben leid zu sein. Die ältere Eigentümerin des hübschen Cottage gilt als Hexe. Sie möchte ihr Haus (mit besonderem Garten, Bienen und anderen Tieren) in guten Händen wissen, wenn sie auf Reisen geht. Für unsere beiden Hauptprotagonisten geht das zu erwartende Katz und Maus Spiel los.

Natürlich ist das Buch vorhersehbar, eine lockere Liebesgeschichten mit kleinen Streitigkeiten, keine tiefgründigen Charaktere. Genau das habe ich auch erwartet. ☺️ Es ist einfach nur ein schönes Wohlfühlbuch, welches mich in die Highlands transportierte. Etwas mehr Knistern hätte ich allerdings doch erwartet. Trotzdem eine nette Urlaubslektüre oder zum Schmökern abends in der Sofaecke.

Den Roman von Rachel Lucas, gerade beim Insel Vlg. erschienen, habe ich vom Verlag als Leseexemplar bekommen, was meine Meinung aber nicht beeinflusst hat und daher ist diese Besprechung auch als Werbung zu kennzeichnen.

Den zweiten Roman hatte ich ausgeliehen über die Onleihe. Ein historischer Krimi aus dem alten Dresden. Wir haben 1879 und Kriminalrat Heller reitet an der Elbe heimwärts. Eine Explosion auf dem Fluss zerreißt die Stille. Eines der neuen Dampfschiffe ist explodiert. Heller ist ein Mann der Tat und stürzte sich in die Elbe, um Menschen zu helfen. Immerhin kann er einen retten. Als aber kurz nach dem Vorfall der Verletzte verschwindet, angeblich seine Familie umbringt, sich seine Augen Aussicht und Selbstmord begeht, bestätigt dies seinen Verdacht, dass der Unfall mit dem Kessel an Bord des neumodischen Dampfschiffes nicht alles mit rechten Dingen zuging. Warum hatte der Mann auch einen falschen Namen angegeben. Warum diese grausige Tat. Zusammen mit seinem Assistenten Schrumm macht er sich an die unbequemen Nachforschungen. Denn es geht um den Wettlauf zweier Industrieller um die Vorherrschaft im Transportwesen. Die Gesellschaft, in der der Rittmeister und Kriminalrat Heller ermittelt, hinein sticht, ist elitär und bleibt unter sich.

Heller ist ein Dickkopf, der im Krieg gegen Napoleon III gekämpft hat und sich den Rang Rittmeister erkämpft hat. Er ist loyal und zielstrebig und definitiv nicht diplomatisch. Seine Familie lebt auf einem Gut außerhalb der Stadt, wo er eine angesehene Pferdezucht betreibt.

Sehr gut hat mir gefallen, wie die Zeit und ihre Menschen in den unterschiedlichsten Situationen dargestellt werden. Ich habe Heller, seine Familie, Schrumm – den kauzigen aber intelligenten Assistenten sofort vor Augen. Auch den Arzt und Pathologen oder die adlige „Elite“ konnte ich mir sofort vorstellen. Genau wie die Armenviertel, oder den Herrenclub. Hellers Ruf als angeblicher *Sozialist*, wird zB als Schimpfwort gegen ihn gebraucht. Er sieht sich eher als überzeugter Royalist (tatsächlich hat er beim sächsischen König ein Stein im Brett) dem die einfachen Menschen nicht egal sind. Vor allem wenn es unter ihnen erste Tote gibt. Bald schon muss der Kriminalrat aber um sein Leben und das der Familie bangen.

Sehr spannend und interessant, für mich ein echter „Pageturner“, denn hier stimmte die Spannung, Atmosphäre, Sprache (so wie vielleicht unsere Urgroßeltern gesprochen haben) und die Charaktere. Zwischendrin nimmt sich der Roman auch Zeit, aber in der habe ich mich trotzdem nicht gelangweilt. Allerdings sollte man historische Krimis mögen. Frank Goldammers Roman ist im dtv Vlg. diesen Sommer erschienen.

Sonnige Sonntagsschätze

Hallo Ihr Lieben.

Na, war das nicht eine sonnige Woche! Zumindest im Rheinland war schönster Altweibersommer. Selbst das kurze, ordentliche Gewitter am Donnerstag Abend passte zu der schönen letzten Sommerwochen. Morgen fängt nämlich der kalendarische Herbst an.

Morgens kämpft sich die Sonne gerne noch durch den Bodennebel. Ein Schleier liegt auf allem. Die niedrigen, sanften Sonnenstrahlen brechen sich im Tau. Ach, ich mag ihn gar nicht gehen lassen, den Altweibersommer.

Abends zaubert uns das schwindende Licht Farben an den Himmel. Wie intensiv die Farben jetzt sind.

Ein Sonnen Strauß für den Flowerfriday

Bis jetzt mäßige Kartoffelernte

welche nicht viel besser wurde

„Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird“

Albert Camus

Freundinnentreff konnte noch im Garten im Sonnenschein stattfinden, so schön! Denn noch blüht es im Garten. Letzter Nektar wird gesammelt. Etwas blass die Farben der beiden Pfauenaugen, die sich um die besten Plätze streiten. Und mag im Nachbarsgarten der Kirschbaum schon die Hälfte der Blätter verloren haben, so ist bei mir noch alles grün. Die ersten Quitten fallen früh dieses Jahr. Ich bin gespannt auf die Blattverfärbung des Kaki Baumes, Ihr entdeckt dort diese grünschillernde Schönheit:

Durchscheinendes Pfauenauge

Ich habe einen tollen Namen: Zweipunkt – Dungwaffenfliege

Natur, wie Nicole sie für ihre Linkparty sucht, habe ich gerade viel im Garten. Diese Fliege sieht doch wunderschön aus, oder? Wie ihr Name sagt, lebt sie von Dung (Rinder), aber auch in Kompost und Blättern. Ab und an brummt die eilige Holzbiene über mich hinweg, während ich die Kartoffeln ausbuddel.

In der Woche habe ich Euch im Blog mit nach Ribe und Ebeltoft genommen. Zwei Bücher sind vorgestellt worden und ich bekam wunderschöne Post.

Für die Galeria Himmelsblick

Habt ein schönes Wochenende Ihr Lieben.

Verlinkt auch beim Samstagsplausch und den Sonntagsschätzchen

(enthält Buchwerbung)

Bücher… natürlich Bücher wieder…

Fantastische „comming of age“ Geschichte. Peter S Beagle hat vor Jahrzehnten „das letzte Einhorn“ geschrieben, eines meiner Lieblingsbücher. Sicher möchte der Autor nicht immer wieder mit seinem ersten Bestseller und Klassiker verglichen werden. Dieses Buch braucht sich nicht dahinter verstecken.
Ich mag die leichte, detaillierte Sprache von P. S. Beagle. Und ich mag die Qualität der Buchherstellung der „Hobbit Press“ von Klett-Cotta und das wunderschöne Cover! Schon beim „letzten Einhorn“ waren die Dialoge berührend und charmant, jetzt kommt lustig dazu.
Aber zum Buch: es geht um Gaius Aurelius Konstantin Heliogabalus Thrax, der sich aber selbst Robert nennt, einen einfachen Mann des Volkes mit einer gewissen Begabung. Die anderen, zentralen Figuren sind Prinzessin Cerise und Prinz Reginald. Das Königreich Bellemontagne, wo Drachen als lästige Schädlinge bekämpft werden, sucht einen Bräutigam für Prinzessin Cerise. Ja, genau (oder eben nicht genau) wie im Märchen. Verständlicherweise findet die eigensinnige, aber doch recht selbstbewusst junge Frau das gar nicht gut. Doch dann „läuft“ sie dem charmanten, aber eher leichtfertigen Prinzen Reginald über den Weg. Der soll sich für seinen Vater beweisen und findet das absolut überflüssig. Einer Hochzeit stehen dann eben besagte Drachen (in allen Größen) im Wege. Denn Robert ist Drachenjäger. Er hasst diesen Beruf und hat Drachen lieber als Haustiere. Sein Traumberuf geht eher in die Richtung eines Kammerdieners.
Wäre da nicht noch diese schuppige Plage. Mit einem Augenzwinkern, Humor und trotzdem auch noch Spannung stellt der Autor vielleicht doch das ein oder andere Klischee augenzwinkernd auf den Kopf. Auch wenn die Geschichte teilweise etwas vorhersehbar ist.
Das Buch sticht jedenfalls aus all der (aktuellen) Fantasie hervor! Wer ein paar unterhaltsame, fantasievolle Lesestunden in einer märchenhaften Welt mag ist hier mehr als richtig.

Peter S. Beagle, Ich fürchte‎, Ihr habt Drachen, Klett-Cotta, (7. September 2024)

Der Anfang und die Aufmachung des Covers war so vielversprechend! Natürlich ist die Herstellung beim Klett-Cotta Verlag wunderbar. Da ich sehr gerne klassische Krimis (gerne englische) lese und der Roman auch noch in einem Buchantiquariat spielt, wollte ich den Titel unbedingt lesen. Der altmodische Schreibstil gefiel mir auch durchaus. Gleich zu Anfang werden alle Protagonisten eingeführt, sogar sehr ausführlich. Unsere Heldin Sally sitzt noch im Büro und die anderen verabschieden sich nach und nach. Eigentlich ein cleverer Gedanke, so die Hauptpersonen vorzustellen. Auch eine Geistergeschichte soll es geben.  Der Mord geschieht in dem renommierten Antiquariat an einem der unbeliebtesten Angestellten /Charakter. Und dann passiert irgendwie fast nichts mehr. Das Ermittlerduo Sally und Johnny, letzterer auch aus dem Antiquariat, beginnen nachzuforschen. Ja, es gibt natürlich reichlich Verdächtigungen und ja, es gibt zarte Banden, die geknüpft werden. Man muss dazu sagen, dass wir hier einen alten, wiederentdeckten Krimi aus den 50 ern vor uns haben. Das erklärt das verhaltene Miteinander oder wie früher ein Antiquariat geführt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg gibt es Gezeichnete und entsprechende Schicksal, so auch hier. Aber dieses hat eine Dorothy L Sayers mit sehr viel mehr Leichtigkeit und vor allem mit mehr Spannung hin bekommen. Schade, da wäre viel mehr Potential gewesen. Denn eigentlich mag ich so ruhigere, sehr auf das Erzählen fokussierte Krimis gern.

Henrietta Hamilton, Mord in der Charing Cross Road
Ein Fall für Sally und Johnny (07. September 2024 Erscheinungstermin) Klett-Cotta

Beide Titel wurden mir vom Verlag als Leseexemplare zur Verfügung gestellt, was also als Werbung zu verstehen ist. Meine Meinung hat dies aber nicht beeinflusst.